katzenritter
stM.
jmd., der zur Schau mit Tieren kämpft (vgl. DWB 5,299):
spil laͤut vnd loͤtern [Gaukler] vnd katzen ritter,
vnd ander puͦben, die guͦt mit unzuͤchten vnd mit suͤnden gewinnent
RechtssA
V27,51
MWB 3,1 175,34; Bearbeiter: Luxner
katzen|smër
stN.
‘Katzenfett’
nim chazensmer unde eines dahses smer unde bernsmer unde einer
alten geize smer Barth
143,11;
man sal nemen katzen smer vnde aloe glich uil
SalArz
116,13
MWB 3,1 175,39; Bearbeiter: Luxner
katzenspil
stN.
‘Spiel für Katzen’
[
dër wërlt
] lon ist ein katzen spil: / si zeiget vnd zucket / geliche als der
den halm rucket / durch schimpf den ivngen katzen vor TürlArabel
*R 67,12
MWB 3,1 175,43; Bearbeiter: Luxner
katzensprunc
stM.
‘Sprung einer Katze’, hier übertr. auf Menschen, die sich aus dem Fenster
retten, ‘waghalsiger, riskanter Sprung’
da wart gedain sulch katzen sprunck / van luden beide alt ind junck / zo den
vinsteren us HagenChr (G)
3129
MWB 3,1 175,47; Bearbeiter: Luxner
katzenvaʒ
stN.
‘Napf, Schale für eine Katze’
gip dir selber ûf dîn katzenvaz oder dînen kinden oder dîner katzen!
[seinen Handwerkern und Dienstleuten hingegen soll man das Essen in
grôzen schüzzeln geben]
PrBerth
1:91,6
MWB 3,1 175,53; Bearbeiter: Luxner
katzenvënsterlîn
stN.
‘Katzentür’
disiu kemenâte / ist niht volkumen, friunde mîn: / dort sölte ein katzen
vensterlîn / unden sîn an jener tür! Renner
4172
MWB 3,1 175,58; Bearbeiter: Luxner
katzenwurz (?)
stF.
wohl Bez. für den Scharfen Mauerpfeffer, eine Pflanze (mhd. Glossenbeleg; vgl. AWB
5,59 sowie Marzell 4,200-215; bes. 202 u. 214)
MWB 3,1 175,62; Bearbeiter: Luxner
katzenzagel
stM.
Bez. für unterschiedliche Pflanzen:
– Acker-Schachtelhalm (vgl. Marzell 2,233-259; bes. 247):
italica, centeramia: kazzvnzagel SummHeinr
1:195,307.
2:52,351;
arcontilla: katzenzagil Gl
3:535,11
(BStK947).
3:535,11
(BStK808).
– als Unkraut (lt. Gl. Bez. für Achillea Millefolium, die Schafgarbe; vgl.
Marzell 1,82-93; bes. 85):
den kacenzagil, daz vncrvt, / wil ich beduden alle fart PrHess
4,580
u. ö.
MWB 3,1 176,1; Bearbeiter: Luxner
katzstreichen
swV.
‘jmdn. (mit Berührungen) umgarnen, verführen’
sie schinent an den
gelezen [Verhalten] / der wibe, die des warten / daz
sie den mannen zarten / und sie die man katzstreichen / mit suzen worten weichen, /
biz sie mit in gestellen / alles daz sie wellen HeslApk
14113
MWB 3,1 176,10; Bearbeiter: Luxner
kauerære (?)
stM.
von lat. chaurarius (vgl. MlatWB 2,530)?
wohl ‘Fassbinder, Böttcher’ (vgl. DRW 7,566), hier nur als Bestandteil
eines Personennamens:
Chunradus chauer habet unam curtem que pertinet ad suum chaurgeriht
DRW
7,566
(NotizBlÖst.; a. 1257)
MWB 3,1 176,16; Bearbeiter: Luxner
kauergerihte
stN.
‘Dienstlehen eines →
kauerære
’ (vgl. DRW 7,566f.):
Heinricus Gallus habet I chaurgeriht, cuius sunt III prata, an der Vischerwis
UrbNAlteich
351;
DRW
7,566
(NotizBlÖst.; a. 1257)
MWB 3,1 176,22; Bearbeiter: Luxner
kauerlêhen
stN.
‘Dienstlehen eines →
kauerære’ (vgl. DRW 7,567):
Sighardus habet I chaurlehen, ad quod pertinet I iuger agri ultra pontem
UrbNAlteich
351;
Chvnradus habet I chaurlehen, ad quod pertinet curtis I in Awͤ et in
Helngersperge ebd.
351.
361
MWB 3,1 176,27; Bearbeiter: Luxner
kauwerzîn
stM.
→
kâwërzîn
MWB 3,1 176,33;
kaval
Subst.
vgl. afrz. cheval, queval; prov. cavalo; ital.
cavallo; s. Rosenqvist 1,129.
‘Pferd, Ross’
gar muot ez aber hern Gawon / und Ydiers und hern Ywon / und den Galeis
Parzifal, / daz erstochen waz sin kaval ParzRapp
103,23
MWB 3,1 176,34; Bearbeiter: Luxner
kavalerîe
stF.
vgl. afrz. chevalerie; s. Suolahti 1,121.
‘Ritterlichkeit’
engegen quam gerant / Grinet der ander wîgant, / ein helt von
Normandîe, / von des kavalerîe / gezieret was Frankrîche HvFreibJoh
270
MWB 3,1 176,39; Bearbeiter: Luxner
kâwerzîn, kauwerzîn
stM.
von afrz. caorsin bzw. mlat. cavercinus (vgl. Tobler/
Lommatzsch 2,35 und Du Cange 2,237c s.v. cavercini sowie 2,109 s.v.
caorcini); auch cow-, gau(w)- und verkürzt
karzîn.
ein ausländischer, christl. Geldverleiher und -wechsler oder Wucherer,
‘Kawer(t)sche, Kawerze’ (zur Sache vgl. DRW 7,679f., 2HRG
2,1694f. sowie LexMA 5,1090f.):
nim / die tûsent florîn / und füer dem cowerzîn, / dem ich
dâ gelten sol Ottok
34695;
das enhein cauwerschin, jude noch iudenne als ieman, die pfennige umbe gesuͦch
lihent, enhein kilchenschaz von niemanne verpfenden sol StRZürich (B)
198,27
u. ö.;
git [Habgier] machet also pitter /
die vrien und die ritter / [...]. / git ritent und lofent /
tuͦt, koufen und verkoufent / und uͤbent pfaffen, ritter vil / koflút, kawerschine
spil SHort
4990;
ein jude und ouch ein kârzîn, / die tuont dir lîhte mêr ze guot
Fressant
480;
darnah ist reht, daz man weder ze smitte, múle, ze sneideren, ze bade, ze
karzin, noh ze juden sol kaine pfant verbieten umb kainerlai gelt
StRNördl
6,21;
Erlös
6942;
UrkFreiburg
2:249,3
(a. 1297);
WeistGr
2,7
(a. 1321);
UrkCorp (WMU)
1953,5
MWB 3,1 176,44; Bearbeiter: Luxner
kebe (?)
swM.
→
kempfe
unter 2.3.1
MWB 3,1 177,4;
kebesbruoder
stM.
außerehelich gezeugter (Halb-) Bruder:
mit dem chebesbruoder er spilite Gen
898;
ein ritter hiez Pyctagoras, / der ouch sîn kebesbruoder
schein KvWTroj
29983.
35859;
die kebes bruder quamen dar / mit einer grozzen schar
Herb
10553
u. ö.
MWB 3,1 177,5; Bearbeiter: Luxner
kebese, kebes
stswF.
meist negativ konnotierte Bez. für eine (auch unfreie) Frau in einem
außerehelichen Liebesverhältnis ‘Geliebte, Konkubine, Nebenfrau’ (s. a.
kebeswîp
):
concubina: kêbes, kebswip SummHeinr
2:241,01.25;
ie möhte mannes kebse werden immer küniges wîp?
NibB
839,4;
ir [Kriemhild] jâhet mîn
[Brünhild] ze kebesen ebd.
846,3;
ob er mich ze kebese wolte hân – / ze konen wær ich im ze
smæhe Kchr
12130.
14115;
ist si kebs, si mac einen êman nemen SSpAug
141,20;
Kudr
1030,4;
Krone
11357;
Häslein
369
MWB 3,1 177,11; Bearbeiter: Luxner
kebeselinc
stM.
‘uneheliches Kind’
hêrre, dû solt ez haizen widertuon / an sînem kebeselinge. /
er nesol dîne hulde niemer gewinnen Kchr
13913.
7647.
– hierher oder als Bez. für jmdn., der in einem Konkubinat lebt (vgl. MlatWb
2,1216 s. v. 2. concubinatus; anders AWB 5,63):
pelicatus concubinatus: kebesoter, kebeselinc SummHeinr
2:410,268
MWB 3,1 177,22; Bearbeiter: Luxner
kebesen
swV.
1 tr. ‘jmdn. zu einer
kebese
machen; wie eine kebese behandeln’ (sie ggf. dann auch verlassen bzw. verstoßen; vgl. DRW 7,683f.) 2 intr. ‘Ehebruch begehen’
1
tr. ‘jmdn. zu einer
kebese
machen; wie eine kebese behandeln’ (sie ggf. dann auch
verlassen bzw. verstoßen; vgl. DRW 7,683f.):
si giht, mich habe gekebset Sîfrit ir man NibB
853,3;
ze Triere nam er ain frowen: / bî der gewan er entriwen /
ainen tiurlîchen sun, / den cuonen Constantînum. / die frowen wolt er duo kebesen
Kchr
7614;
daz er dâ kebse mînen lîp / und er dâ neme ein ander wîp
KvWTroj
8745.
17930;
Iw
3171
2
intr. ‘Ehebruch begehen’
wan wer da lêzit sîne hûsvrowen nuͦr durch unkûscheit und eine andere nimet,
der kebeschit [
moechatur
] ; und wer di gelâzen [
dimissam
] nimet, der kebschit ouch EvBeh
Mt 19,9;
si wartent beide ûf einen man / der kebesen unde triegen kan KLD:Alex
2:17,11
MWB 3,1 177,29; Bearbeiter: Luxner
kebeshalp, -halben
Adv.
‘von Seiten einer
kebese
’
einen ritter von der stat, / der kebeshalp sîn bruoder was
KvWTroj
29789;
Casilân, Prîandes barn, / der kebeshalben was sîn kint
ebd.
33581;
wir sin geborn / niht kebeshalb! wir sin erkorn / so, daz wir
got zu vater han EvStPaul
12475;
Lanc
261,19.
– übertr.:
diu cluokeit ist der kündikeit / kebshalp vil nâhen sippe RvZw
123,2
MWB 3,1 177,44; Bearbeiter: Luxner
kebesisch (?)
Adj.
‘ehebrecherisch’
der selbe was ein kebis kint / von
kebischir [La.: kepslicher
] missetat RvEWchr
19410
MWB 3,1 177,52; Bearbeiter: Luxner
kebeskint
stN.
‘uneheliches Kind’
woldestu gedenken, Dieterich, wer du wærest? du bist ein kebeskint; wie ist
der künic und diu künigin so gar an dir ertœret PKchr
157,17;
ouch is mir worden bekant, / dat Karlle mit anderen wyven / vil heymlicheit
plach zo dryven, / van den er vil keyfskinder gewan Karlmeinet
317,6;
ein wîp mac gewinnen êkint, vrîiu kint, eigen kint unde
kebskint SSpAug
141,19;
Boppe
1:7,18;
RvEWchr
5318
u. ö.
– nicht erbberechtigt:
chebs chinder vnd pankhart [uneheliche Kinder] , die
von den eltern geporn werdent, die niht eleich auf die zeit mochten werden, alz die
chind enpfangen vnd geporn wurden, noch dar nach, die muͤgen niht nemen in chainer
weiz dez vater guͦt RechtssA
E104,16;
im wolten sîne bruoder sin lant niht dienen lân: / si jâhn er wære ein
kebeskint, ern möht niht erbes hân WolfdB
267,4
u. ö.;
WolfdD
1816,4;
UrkCorp (WMU)
2237B,34.
–
[die "falsche Ginover" verleumdet Ginover:] sie ist von
zwein halben [von zwei Seiten, doppelt] kebschkint
[evtl. i. S. eines doppelten Ehebruchs der Eltern? vgl. aber auch
frz. Vorlage: qui estoit ma suer. et ma serve
‘die meine Halbschwester und meine Dienerin war’ (zu einer anderen
Vorlagenvariante vgl. Anm.z.St.)]
Lanc
494,4
MWB 3,1 177,55; Bearbeiter: Luxner
kebeslich
Adj. , -lîche
Adv.
adv. auch -lîchen.
1 Adj. ‘ehebrecherisch, illegitim’
2 Adv. ‘auf uneheliche Weise, unehelich’
1
Adj. ‘ehebrecherisch, illegitim’
umb sündic guot ich sie vil schalt, / sist kebeslîcher minne balt, / ze
gotelîchem dienste laz KLD:Alex
2:9,11.
2:18,7;
wirt dir iht von im [deinem Ehemann] gesagt / von
kebeslîcher minne, / daz lege in dîne sinne / mit bescheidenlîcher phliht: / tuo als
du es wizzest niht Reinfr
11651.
6264;
Parz
415,26
2
Adv. ‘auf uneheliche Weise, unehelich’
ich habe ein kint / erworben kebeslîche Tr
1495.
5429;
man saget daz dehein kint sîner muoter kint kebslîchen sî
SSpAug
141,15;
das si niht wêrin von der art / dú kebeslich geborn wart
RvEWchr
6995;
JTit
1591,4;
SchwSp
132a
MWB 3,1 178,17; Bearbeiter: Luxner |