kagen
stF.
→
gegene
stF.
MWB 3,1 106,24;
kagresvisch (?)
stM.
ein Speisefisch (s. auch
kabervisch
):
der see trug güt vische: / [...] /
roten visch und lachsen, / sturen und kagres visch [Hs. A: chaber
visch
]
HvNstAp
18049
MWB 3,1 106,25; Bearbeiter: Luxner
kak
stM.
‘Pranger’ (überw. nd., vgl. DRW 6,409-411 und Schiller/ Lübben
2,417):
de edificio dicto kax, tam ligneo, quam ferreo opere
StRechAachen
127,19;
advocatus debet facere seu fieri patibulum, domum suspensoris, kakonem
schuppham [evtl. als Kompositum ‘Prangerschuppen’ aufzufassen
(vgl. Anm.z.St.)]
WeistErf
104
(a. 1332)
MWB 3,1 106,29; Bearbeiter: Diehl
kal
Adj.
flekt. kal(w).
‘nackt, bloß’
1 meist bezogen auf menschl. Kopfhaar ‘kahl, ohne Haare’
2 bezogen auf Tiere 3 übertr. ‘leer’
1
meist bezogen auf menschl. Kopfhaar ‘kahl, ohne Haare’
calvus: calwer vel glaber, recalvaster SummHeinr
2:7,133;
wen list von einem ritter daz, / daz er kal von natûre was / und âne hâr
Boner
75,2;
der eine der was gra, / [...] / der
andere der was kale. / ich bekenne sie bede harte wale TrSilv
239;
Kchr
7918;
ist er kayl und ane har, / man sprichet, er sii ein glazzer schalk / und trage
in sinen huͦte kalk MinneR 52
64;
den spot möht ir wol verdagen, / sprach der kalwe gebûr
StrAmis
1661;
si wurden hars die kalwen vor hitze in disen noͤten JTit
4152,1;
JvNürnberg
137.
– als Bestandteil von Personennamen:
Hertwich der kale MorantGalie
2191;
Lais der stolcz und Gales der kale Lanc
256,5;
dis beschach [...] vor hern Rvͤdiger dem scriber
[...] vnde dem meiger von Schlierbach vnde Bvrchart
dem Kalwen UrkCorp (WMU)
341,19
2
bezogen auf Tiere:
Plinius spricht, daz der strauz von nâtûr kal werd und plôz;
aber er hât ain sô dick haut, daz in niht
freuset [friert] , wenn er von den federn enplœzt wirt
BdN
223,28
3
übertr. ‘leer’
sîn bett daz kalwe Helbl
1,676;
mîns herzen wal / stêt aller wîbe kal KLD:RvR
3,109;
SM:Gl
1: 1,12
MWB 3,1 106,37; Bearbeiter: Diehl
kalamâr
stN.
Behälter für Schreibwerkzeug, Tinte (aus mlat. calamarium von lat.
calamus
‘Schreibrohr’, vgl.MlatWB 2,49 und Germ. Rom. 1,136):
an sînem gürtel bereit / sol sîn ein guotes kalamâr, / das man einen
schribgezuͤg vür wâr / nennet, swer es erkennen kan Ammenh
11327
MWB 3,1 106,62; Bearbeiter: Diehl
calamarbe
Subst.
eine Pflanzenart (aus calamadre [ital. calamandrea
‘Gamander’] entstellt?, vgl. Suolahti 1,115; vgl. auch Wagner, Albrecht, S.
185f.):
aller pfat voreinet was dirre walt so wilde, / verhulzet und versteinet uber
al. des lag da groz unbilde / mit farme, scholopamder, kalamarbe, /
[...] verwahsen JTit
300,3
MWB 3,1 107,4; Bearbeiter: Diehl
kalamente
F.
‘Katzenminze’ (aus griech.-lat. calamintha; vgl. Marzell 1,710ff.
sowie 3,152 u. 310ff.; vgl. auch
bîminze
):
nim eppe vnde venchil wurzel. calamente vnde ysopo
SalArz
45,23
u.ö.;
daz diu kalamente was geflohten / uz ir beider munde JTit
5943,3.
– überw. lat. flektiert:
nepita zu latine, calamentum in chrieschen, biminze zu dute
Macer
11,1;
uon calamenti saffe SalArz
57,5
MWB 3,1 107,11; Bearbeiter: Diehl
kalamentesaf
stN.
‘Saft der kalamente’
salbe dich mit eppe saffe. oder mit calamente saffe. oder
salbe dich mit litargiro. vnde mit rosen ole SalArz
78,9
MWB 3,1 107,19; Bearbeiter: Diehl
calamîe
swF.
eine Heilpflanze (Verwechslung von calamentum [ →
bîminze
] mit calamîn
‘Galmei’?, vgl. Suolahti 1,115):
sie heten von Arâbiâ / manger slahte wurze dâ, / cassia und calamî, / thymota
und cinamî UvEtzAlex
14613;
tu den puluer zu der kalamien SalArz
37,5.
36,57.
37,20
MWB 3,1 107,23; Bearbeiter: Diehl
kalamît
stF.
‘Magnet’ (zur Sache vgl. WälGa (W) , Anm.z.St.):
daz îsen hât ouch den sit / daz ez ziuhet hin zer calamît WälGa
2622
MWB 3,1 107,29; Bearbeiter: Diehl
kalander
M.
→
galander
MWB 3,1 107,32;
calant
stM.
→
galîe
,
schalander
MWB 3,1 107,33;
kalbe
swF.
‘Kuhkalb’ bzw. ‘Färse; Kuh, die noch nicht gekalbt hat’ (s.a.
kalp
):
vitula vel uvenca vel bucula: kalba SummHeinr
1:144,1;
daz sie den wolf gesellent / dem lamme glich unders joch /
[...] / den lewen zu einer kalben
HeslApk
21933;
so fueret her ain vaist kalben, / ez totent ze ainer
wirtschaft! SHort
4240;
RvEWchr
20660;
BdN
292,32;
eine kû schol man vorschozzen vor eine halbe mark; eine kalben vor einen
virdunk UrkZeitz
29
(a. 1322).
– bezogen auf das Goldene Kalb (Ex 32,1-4):
do begunden si ringin / mit unzcitlichim springin / und schreckin allenthalbin
/ unzcitlich vor der kalbin PfzdHech
269,26
MWB 3,1 107,34; Bearbeiter: Diehl
kalbe
swM.
→
kolbe
MWB 3,1 107,47;
kalbele
swF.
‘weibliches Kalb’ (übers. lat. vitula; vgl. Hbr 9,12f.):
so nam er aine rôte kalbellon diu ân mâl waz [...]
und nam denne von der gemainde zwêne boͤche und ainen wider ze ainem opher
PrSchw
2,118.
2,114
u.ö.
MWB 3,1 107,48; Bearbeiter: Diehl
kalben
swV.
‘ ein Kalb werfen, kalben’, hier evtl. übertr. ‘sich wie ein Kalb
benehmen, herumalbern’ (vgl. mit jüngeren Belegen FWB 8,486 und 8,488 s.v.
kälbern):
wyͤ, mir ist leyde und czoren, / ich han myn knecht [auf dem
Weg] vorloren / [...] / und ich furchte
er lege [liege] kalben OsterSpI
617
MWB 3,1 107,53; Bearbeiter: Diehl
kalbskrœse
stN.
‘Kalbsdarm’
die feitzten kalbeskroͤse / / gesoten und geroͤstet KgvOdenw
1,179
MWB 3,1 107,60; Bearbeiter: Diehl
kalbslebere
swF.
‘Kalbsleber’
wilt du einen guͦten fladen machen von kalbslebern, so nim
kalbslebern vnd hacke die clein BvgSp
90
u.ö.
MWB 3,1 107,62; Bearbeiter: Diehl
kalbsvuoʒ
stM.
1
‘Kalbsfuß’
2 als Pflanzenname (Aronstab; vgl. AWB 5,9 und Marzell 1,449f.)
1
‘Kalbsfuß’
[sie] spalden den kalbes vuz HeslApk
8445
2
als Pflanzenname (Aronstab; vgl. AWB 5,9 und Marzell 1,449f.):
iliaros pes vituli: cabeswz [l. calbes-
]
Gl
3:542,33
(BStK947)
MWB 3,1 108,1; Bearbeiter: Diehl
kalc
stM.
‘Kalk’
dô wart vermûret daz tor / mit kalke und mit steinen / grôzen unde kleinen, /
die veste wâren unde hart En
8413;
mit dem kalke man in bant [verputzte den
Saal] , / so man in schonest fant, / rechte wiz als der sne
Herb
1825;
ouch was daz gemiwer / von guotes kalkes stiwer / sô vaste
verwallen Ottok
59872;
do man icht zymern wold / oder mawren sold, / holcz slahen
oder kalich prennen HvBurg
5701;
[es gibt an Zoll] der wagen mit ziegel oder mit mvrsteinen
oder mit kalcke, [...], einen phenninch UrkCorp
(WMU)
548ABC,15,16,38.
– oft im Hinblick auf die Eigenschaften des ungelöschten Kalks:
der ungenetzte kalch lebet vnde ist heiz an dem uierden
gradu. vnde trucken SalArz
92,6.
28,21;
OvBaierl
76,1;
Macer
35,23;
lebentiger kalk, daz ist newer kalk, hât verporgenz fewer
BdN
443,21.
443,24;
die wile trucken ist der kalc, / sin viur, daz ist verspart, / und wirt er
naz, gar manigvalt / vor hitze er brinnet uf der vart Frl
9:7,13;
sumelîche gotes scalche, / mit wallundem kalche / marterte
man in die lîchnâmen Kchr
6398;
als ob ein kalc dâ wære enbrant, / alsô was ob im rouches
vil KvWTroj
35932;
Ottok
4492.
– phras. (?):
so ist der kalc und trunkenheit / vil wol von einer art [im
Hinblick auf die eruptive Reaktion nach dem Zufügen von
Flüssigkeit]
Frl
9:7,17;
si solten geben, ê dem lobe der kalc würde abe getragen [bevor
der Lack (hier ‘Kalktünche, Schminke’) ab ist (vgl. Wilmanns, Walth.
Anm.z.St.)]
Walth
28,30;
ist er kayl und ane har, / man sprichet, er sii ein glazzer schalk / und trage
in sinen huͦte kalk MinneR 52
66.
– als Bestandteil von Personennamen:
Friederich im Chalch UrkCorp (WMU)
N671,2
MWB 3,1 108,6; Bearbeiter: Diehl
calcaire
Subst.
aus lat. calcaria (vgl. MlatWB 2,56).
‘Ofen zum Kalkbrennen’
daz ich [...] min hoͤfh ze Scurffen
[...] han geben [...] vmbe de
calcaire ce Tarrens UrkCorp (WMU)
90,4
MWB 3,1 108,40; Bearbeiter: Diehl
kalcbrennære
stM.
‘Kalkbrenner’
warandyam cementariorum, qui kalcbernere vocantur WeistGr
3,186
(a. 1277).
– als Bestandteil von Personennamen:
in curia Theoderici dicti Kalcburner UrkFrankf
1,440
(a. 1305);
Gyso dictus calcburnere zu Laubenheim DRW
6,731
(EtymFamNWB.; a. 1297)
MWB 3,1 108,44; Bearbeiter: Diehl
calcedôn
stM.
auch lat. calcedonius, bzw. calcedonie swF. (
GTroj
1950, MarcoPolo ).
ein Edelstein (heute Gruppenbegriff für Steine wie Achat, Carneol, Onyx; vgl.
Engelen, Edelsteine, S. 289-293; Lecoutex, Pierres, S. 90f.; Salzer, Sinnbilder, S.
214-216; ausführl. mhd. HimmlJer
173ff. und BdN
438,11ff.):
dâ lac kalcedon, berillus, / ônix und crisolitus, / jâchant
und karfunkel: / dâ von wart niener tunkel / in der kemenâten UvZLanz
4141;
Rol
1559;
dar nach ist ouch gut so man nimet ladanum vnde wermute,
kalcetern vnde burne der allir geliche uil zu einim puluere siben tage
SalArz
26,58;
calcedôn ist nâhe gelîch / dem kappensteine wærlîch. / swâ ein
strît sich heben wil, / ir sî wênic oder vil, / bringet man in dar enzît, / sô
zergât der strît Volmar
565;
so hilfet vor gerichte kalcedonius sunder schaden kumende JTit
565,4;
BdN
438,12;
do ist ouch eyn wazzer, in deme vint man dy jaspis unde calcydonie di vulle
MarcoPolo
13,22.
– häufig in Edelsteinkatalogen:
vil saphiren, schmaraken und rubin / sind in die cröne
gelaitt, / karfunkell und calzidonien braitt GTroj
1950;
Herb
9234;
Tr
10971;
Parz
791,3;
HvNstAp
18148;
Ottok
69264
MWB 3,1 108,51; Bearbeiter: Diehl
calcedônen
swV.
‘dem
calcedôn
gleich werden’ (als Symbol der Demut eine Mariensigle, vgl. FrlWB, S.
180 und Salzer, Sinnbilder, S. 214-216):
sin topasieren mir in reiner lüste quam, / do calcedonete ich
[Maria] , daz ez der züchte zam Frl
1:20,24
MWB 3,1 109,11; Bearbeiter: Diehl
kalc|kretze
swM.F.
Korb als Maßeinheit für Kalk (entspr. 890 Litern, vgl. Gl.z.St.):
all chalichchretzen sullen einen gantzen muͤt haben nach
vier aufgehawften schaflein StRMünch
534,1
MWB 3,1 109,17; Bearbeiter: Diehl |