Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kumin - kündelich    


kumin, kumi, kümi, kumich, kumel, kümel stM. ahd. kumîn (seit 8. Jh.) aus lat. cumīnum; die Formen kumel, -ü- sind seit dem 11. Jh., kumi, -ü- und kumich seit dem 12. Jh. in Gll. belegt, s. AWB 5,468-470, zur Erklärung s. EWA 5,868-869. kumin: Ipocr 70. 218. 287 und mhd. Gll. (v.a. SummHeinr ; einmal -vͤ- [14. Jh.]), s. AWB; nach gr.-lat. cy-, ciminum auch mhd. cy-, cimin: Gl 3:228,4; BiblMK 280. kumi, -ü- (auch F.? s.u. 2): UrkCorp 248A,20; VocOpt 49.028. 50.075; GlZfdW 5,21 (BStK 324e); ältere Gll. (auch kume, kome) s. AWB. kumich: Ipocr 131 und Gll. (auch -ü-) s. AWB. – neben kumel auch kom(m)el: OvBaierl 116,61; EvBeh Mt 23,23. ‘Kümmel’ 1 ‘Wiesenkümmel, Carum Carvi L.’
2 rœmische kümi (F.?), ‘Kreuzkümmel, Cuminum Cyminum L.’
3 ‘Echter Schwarzkümmel, Nigella sativa L.’
4 süezer kümel , ‘Anis, Pimpinella anisum L.’
   1 ‘Wiesenkümmel, Carum Carvi L.’ (vgl. Marzell 1,856ff.; in Gll. für lat. cuminum [cy-, ci-], auch careum, carvi, Belege s. AWB und carui: kvͥmi GlZfdW 5,21 ): cyminum haizt kümel. daz ist ains krautes sâm BdN 396,12; kumel mit ganzen secken gehort in den vron hof zu wegen StRPrag 62; wê abir ûch, scribêre und pharisêi ir glîsnêre di da zcêndet minzen und tillen und komel [ quia decimatis mentam et anethum et cyminum ] EvBeh Mt 23,23; zoͮ vnze cvmins Ipocr 70. 287; 1 centner kumels NüP 200; wer des kümels pulvern nimt BdN 396,25; ein phunt [...] von kûmi UrkCorp (WMU) 248AB,20,13; siler ist ein cruͦt, das ist gelich gestal dem kumele Macer 3,6. – wohl hierher (für mögliche andere Bed. s. Marzell 5,315): nim [...] wilden kumel unde mache da von ein stuppe SalArz 73,19. 96,32    2 rœmische kümi (F.?), ‘Kreuzkümmel, Cuminum Cyminum L.’ (vgl. Marzell 1,1266f.): ciminum: roͮmsche kvͥmi GlZfdW 5,21; VocOpt 49.028. 50.075    3 ‘Echter Schwarzkümmel, Nigella sativa L.’ (vgl. Marzell 3,325f.): git [La. gith ] : quoddam infirmum semen, id est ueltcumich, cumich, prothuurz SummHeinr 2:314,71 (= Gl 3:335,51 ). – wohl hierher: der sâm [...] ist mangerlai. etleicher ist swarz und etleicher gelbloht und ainez ist veltkümel [wildwachsender (Wiesen-)Kümmel] und ainez haimisch kümel [angebauter Kümmel (vgl. → gartkümen)] BdN 396,18    4 süezer kümel, ‘Anis, Pimpinella anisum L.’ (vgl. Marzell 3,751ff.): anisium haizt aneis und haizt auch rœmischer venichl [...] und haizt man ez auch süezen kümel BdN 385,1

MWB 3,2 686,17; Bearbeiter: Bohnert

kumme (?) swF. vgl. mnd. kum(me) (MNDWB 2,701), mnl. comme (MNW 3,1730); s.a. DWB 5,2588. ‘Holztrog, tiefe Schüssel’ (Glossar): wilt du machen ein gebraten milich, so nim, do niht veiztes zvͦ si, die kummen vnd, die gelebt si, den hafen, zvͦslahe sie, daz sie sanfte hervz glite BvgSp 25 (s. Anm. z.St.; liest man mit der Hs.: &pp;, so nim die (Milch), do niht veiztes zvͦ si kummen vnd die gelebt si. den hafen zvͦslahe, daz sie sanfte hervz glite, so gehört der Beleg zu kumen stV. und ist der Ansatz kumme swF. zu streichen)

MWB 3,2 686,63; Bearbeiter: Bohnert

kummentûr stM. kommentiur

MWB 3,2 687,10;

kummer stM. kumber

MWB 3,2 687,11;

kumpân stM. kompân

MWB 3,2 687,12;

kumpânîe F. kompânîe

MWB 3,2 687,13;

kumpânin stF. → kompânin

MWB 3,2 687,14;

kumpânjûn stM. kompânjûn

MWB 3,2 687,15;

kumpas stM. zu afrz. compas (vgl. Rosenqvist 1,143). ‘Zirkel’ an dez gezeltes ingang / von nigramanzigen gemachet waz / zwei schöne bilde mit kumpas ParzRapp 68,25

MWB 3,2 687,16; Bearbeiter: Tao

kumpf stM. auch -o-. – vgl. DWB 5,2613f.; zur Herkunft s. EWA 5,872-874 (germ. Bildung), Kluge S. 546 (Lehnw.), s.a. Germ. Rom. 1,91. 2,210f., Hildebrandt, Ton und Topf S. 375-377. Bezeichnung verschiedener Gefäße 1 ‘Napf, (Trink-)  Schale’
2 ein Kornmaß, 1/16 Malter
3 ‘(vom Mäher am Gürtel getragener, mit Wasser gefüllter) Wetzsteinbehälter’
4 wohl ‘Trog’ zum Färben, Waschen oder Walken von Tuchen
5 nähere Bed. unklar
   1 ‘Napf, (Trink-)  Schale’ einen koph [La. komph ] [...] / von rôtem golde geslagen Tr (Mass) 221,3. 224,7(La.) (entspr. Tr 8757. 8881 )    2 ein Kornmaß, 1/16 Malter: xvi. partem maldri, que mensura vocatur chûnf UrkMainz 2,999 (a. 1194). – latinisiert kumpus: ix. kumpos siliginis UrkHess (B) 2,912 (a. 1325)    3 ‘(vom Mäher am Gürtel getragener, mit Wasser gefüllter) Wetzsteinbehälter’ (vgl. Schmeller, BWB 1,1252; SchwäbWB 4,836; PfälzWB 4,691): dem vater er brâhte einen wetzestein, / daz nie mâder dehein / in kumph bezzern gebant Helmbr 1059    4 wohl ‘Trog’ zum Färben, Waschen oder Walken von Tuchen (vgl. FWB 8,1773 und → kümpfel ): quod in dicta area [...] nullum tensorium, quod wlgariter rame dicitur, nec instrumentum ad idem [dazu gehörig] , quod in wlgo kumph vocatur, quoquomodo locare debent UrkHess (B) 2,631 (a. 1303)    5 nähere Bed. unklar: cimpus: chumph Gl 3:694,9 (s. AWB 5,471); pro uno kuͦmp ad novum hospitale ponendo, furato StRechAachen 182,4; vgl. auch altjidd. komp (Timm, Berner Aruch [a. 1290], S. 31, Nr. 230)

MWB 3,2 687,20; Bearbeiter: Bohnert

kümpfel stM. vgl. AWB 5,471. ‘Trog’ (vgl. → kumpf 4): alueus: kumpel ł troch Gl 3:349,20

MWB 3,2 687,47; Bearbeiter: Bohnert

kumpfmül stF. auch chupf-, chuf-, chopf-. Mühle mit oberschlächtigem Wasserrad, das mit trogartigen (vgl. → kumpf 4) Zellen versehen ist, in denen sich das von oben fallende Wasser fängt (vgl. DWB 5,2616 und SbSächsWB 5,399 s.v. Kumpf II,d,#G+a#G-): dô huob er ûf unde tranc: / einen trunc, der begunde plôdern, / als daz wazzer ûf den flôdern, / ûf alten [Hs. allen ] kumpfmüln tuot Weinschwelg 231. – als Ortsbezeichnung: Chumphmul UrbSeitenst 115; ze Chupfmvͤl ein hof UrbBayS 4,144; UrbBayJ 461; Chvfmvl ebd. 304; Chopfmvͤl UrbBayS 4,425

MWB 3,2 687,49; Bearbeiter: Bohnert

kumpfmülnære stM. auch chupf-. Inhaber einer kumpfmül: Vlreich der chumpfmullner UrkMall 281 (a. 1327); der chupfmuͤlnaͤr UrkRegensb 431 (a. 1336). 655 (a. 1348)

MWB 3,2 687,61; Bearbeiter: Bohnert

cumplêt, -a F. complêt

MWB 3,2 688,1;

kumpost stM. auch gu- (WeistGr ); ko-, go- ( SummHeinr 1:338,348. 2:91,93 ); kummost (NüP ). – aus (m)lat. compos(i)tum (s. MlatWB 2,1096; EWA 5,874ff.); vgl. auch afrz. composte (Tobler/  Lommatzsch 2,636). ‘Eingemachtes, bes. gekochter und eingesäuerter Kohl’ (vgl. Heyne, Hausaltertümer 2,327f.; in Gll. aus mhd. Zeit für lat. lapastes und caulistrum, s. AWB 5,471f.; vgl. auch compositum [...] sive lapastes HvBPhys 1:84,3; decoquere caules, que dicuntur compositum WeistErf 99 ): der woͤlle machen einen kumpost fon suren wiseln [= wîhseln ] , der neme sur wiseln [...] vnd siede sie in eynem hafen mit ir eigin bruͤ BvgSp 84; man pflag ir wol mit reycher kost: / rueben und kumpost / trug man nicht ze tisch HvNstAp 11407. 10959; rüeben kumpost âz er gern Renner 9816 (vgl. → birnkumpost ); ez schol ain ieclich burger verlosungen [versteuern] sweingelt, vischegelt, kummost, ruͦbengelt, holtzgelt [...] NüP 165; ain hof der giltet [...] fvnf eimper cvmpostes UrbBayÄ 1369,a; wa si [Juden] mochtent komen zû kumpost, den hant sú och vergiftet UrkStraßb 5:177,15 (a. 1348); clein cumpost BvgSp 48; suren kumbust Rennew 32536; Renner 9941; WeistGr 1,10 (a. 1338)

MWB 3,2 688,2; Bearbeiter: Bohnert

kumpostbütigîn stN. zum Ansatz -bütigîn vgl. die Nom. Sg. cuba: putigin Gl 3:667,45 (Innsbruck, 13. Jh., dazu G. Müller, PBB 83 [Halle 1961], S. 289), buͤtigin UrkCorp 548A,11 (Augsburg, a. 1282) und, falls hier zugehörig, das buͤtgin Pilgerf 11522 (westrhfrk., 15. Jh.; andere Deutung: s. → bütechîn ). – anders AWB 1,1568 s.v. botega stF. (Vermischung mit ahd. butin stF.? aber gegen -ĭn und für -în sprechen das stN. des Pilgerf -Beleges sowie, dass die Urk.-Belege keine Abschwächung zu -en zeigen) und WMU 2,1052 (-botech oder -büttichîn, abzulehnen, weil in den obd. Belegen eine Schreibung g statt ch unwahrscheinlich ist). ‘Bottich mit Eingemachtem, Sauerkrautfass’ ein wagen mit niwen chvmbustpuͤtigin vnde swaz da bi lit [...] [ git ] einen phenninch. jst aber niwan ein buͤtigin da, daz git einen helblinch. ein karre mit niwen chvmbustputigin einen helblinch UrkCorp 548A,8,12

MWB 3,2 688,27; Bearbeiter: Bohnert

kumpostlêhen stN. Lehen, wofür kumpost als Abgabe zu entrichten ist (vgl. → krûtlêhen ): aput Diezzen [...] unum chumbustlehen judicis UrbBayJ 200

MWB 3,2 688,46; Bearbeiter: Bohnert

kun stM. kon

MWB 3,2 688,50;

kündære stM. jmd., der etw. bekannt macht, ‘Verkünder’ [der hl. Gallus ist] chvndær liehtes des obersten [interl. zu indicem lucis superne ] PsM H 94,3; bonorum insinuator: dere guoten offenære, chundære [Doppelgl.] PsWindb 70,Oratio; got, ich bin [...] / miner sund kunder SHort 3878; dis hoves kúnder ebd. 5446

MWB 3,2 688,51; Bearbeiter: Bohnert

kunde swM. kunt 3

MWB 3,2 688,58;

künde, kunde Adj. ahd. kundi (AWB 5,472). ‘bekannt, kund’, präd.: elliu abgründe / diu sint dir, hêrre, künde MF:Her 6:3,4; sint im die herren künde, daz tuot er uns bekant NibB 82,2; jâ ist mir daz wol künde ebd. 2245,4. 390,2 (daneben zeigt Hs. B einmal kunde, Hs. A hat an den entspr. Stellen kunde bzw. chunt, wofür die Hgg. überall künde herstellen: NibB 492,4; NibA 83,2. 378,2. 461,4. 2182,4, für die hsl. Laa. s. Batts); NibC 2304,4; Kudr 1033,1; JTit 1439,1. 4373,1; daz ist uns von den buchen kunde [: munde (Dat. Sg.)] En 9532(La.); herter frouwen dienest wart dâ dem küenen Herwîge künde [: ünde ] Kudr 867,4; iwer nam der werde mir kunde JTit 4835,4. – jmdm. etw. ~ tuon: jch [...] vergich vnde tvͤn chvͤnde allen den, die den briͤf an sehent [...] UrkCorp (WMU) 98,3; jch [...] veriehen vnde tvͤn chvnde [...] ebd. 2929,21; allen den gewalt, / den iu ê tete künde [d.h. ‘zu eigen gab’ (s. Heinzle, Nib. z.St.); Hss. ABC kunde (s. Batts)] Sîfrit der degen balt NibB 1075,2

MWB 3,2 688,59; Bearbeiter: Bohnert

künde stF., selten swF., stN. auch küende [: stüende ] Parz 398,22. 468,21. 516,7; Wh 128,28, vgl. künde [: (ver)stüende ] ebd. 137,22. 192,18. 228,8. 291,20. – swF.: Herb 18403; MarlbRh 16,37; stN.: HeinzelRitt 350; Vät 33419. 1 ‘Kunde, Kenntnis, Bekanntschaft’
1.1 allg.
1.2 in Funktionsverbgefügen und ähnl. Verbindungen, mit Präp. in/  ze
1.3 auf Verwandtschaft, Abstammung bezogen
2 ‘Kennzeichen’
3 ‘Ort, wo man bekannt ist, Heimat’
   1 ‘Kunde, Kenntnis, Bekanntschaft’    1.1 allg.: künde in vremeden landen / diu rîchet den koufman Tr 9536; und ist diu selbe künde / sô wîten gebreitet ebd. 4744. – (jmds.) ~ hân/  gewinnen u.ä.: daz ich iuwer künde hân [mit Euch bekannt bin] Iw 2805; daz ich din kunde wolde han [dich kennenlernen möchte] Pass III 9,17; het ir Etzeln künde, als ich sîn künde hân NibB 1205,2; biz du min bezzer kvnde has Herb 8656; sol ich sîn lange künde hân [mit ihm lange Umgang haben] Tr 14190; hiute alrêst ich künde hân / daz mîn vater Gahmuret ist tôt Parz 771,20 (ähnl., mit indir. Fragesatz: RvEBarl 1186; Ottok 1200 ); der dâ ze hove künde hât [mit den Verhältnissen am Hof vertraut ist] Tr 8526; sît der zît, daz ich ir künde gevie [sie kennen lernte] MF:Reinm 22: 3,4; daz ich dîn ie / ze kinde künde gevie RvEBarl 14298; do ich ir künde vie SM:Had 16: 3,3; den aller tiuresten man / des ich ie künde gewan Iw 7418; NibB 480,4; die wâren im ê vremde, unz er ir künde dâ gewan ebd. 88,4. 1315,4 (ähnl. Parz 240,28. 519,19. 825,7; RvEBarl 1010 ); wand ich [Maria] künde nie gewan / noch enhabe deheines man [Lc 1,34 quoniam virum non cognosco ] UvEtzWh 3193; unz er gewinne küende / wiez umb ir herze stüende Parz 516,7. – mit Gen.d.S.: nv vernemt [...] vremde mere, / der die [= der ] glichsere / vch kvnde geit ReinFu K,1787; unser gehuht der gebe [des Hl. Geistes] chunde hat AvaLJ 216,1; der steine ich guote künde hân RvEBarl 1470; sît gewan ich strîtes künde Parz 771,8; der toufes künde nie gewan ebd. 735,4; Wh 450,15; jâmers künde ebd. 8,11; leides kunde Vät 33419; der minne künde Eracl 3830; súnde, die da kumt von des fleisches kúnde Mechth 5: 3,11. – mit Präp.: daz si [Maria] en kint solde gebern [...] ane mannes kunde [vgl. Lc 1,34 virum non cognosco (auch mnd., s. MNDWB 2,704)] PrLpz (L) 25,30; LBarl 2607; ane mennischen kunde Litan 363; der krieg muz in daz kuͤnde / gezogen [ zu allgemeiner Kenntnis (d.h. vor Gericht) gebracht] werden HeinzelRitt 350 (vgl. DWB 5,2634 s.v. Kundmann 5,d); in offenlicher kunde [offenbar] Pass III 426,81; do liez der walt ir clagestimm erklengen / zu kunde wol die virre JTit 5138,4; ich redde ze kunde [um Kenntnis darüber zu erlangen] , / ob mich iender trüege mîn dienst nâher bî SM:Wi 1: 1,9 (anders Anm. z.St.: ze ~ ‘deutlich, offen’); dô dû von êrst begünde / reden mit mir ze künde [um mir Kenntnis zu geben] LBarl 2823; mit den folgenden Belegen vgl. 1.3: diu liute im wâren unbekant / sunder einen burger, den er vant, / den het er vor gesehen, / dem begond er sich næhen. / er redet mit im zu künde [erwies im Gespräch, dass sie einander kannten] Frauentreue 51; swaz er ir ze künde sagete [um sich zu erkennen zu geben] Wh 92,21    1.2 in Funktionsverbgefügen und ähnl. Verbindungen, mit Präp. in/  ze: du [Gott] [...] habis in dinir kundi / erdin undi lufti / unde alli himilcrefti LobSal 2; dir sint, herre, inchunde die berge SüklMill 16,1; so wære dir astronomia in kunde Kchr 3533; Moyses was in chunde / in alleme deme lande Exod 2383; ob dir die schrift ze chunde wær JTit 1214,4(App.); sît wart er ze künde lobelîche Kudr 18,4; got in sînen minnen / tet sich ime in chunde [indem er sagte: ich bin Gott deines Vaters (Ex 3,6)] Exod 494; ich pin [sagt Gott zu Moses] in dînem munde / unde tuͦn dir in chunde, / waz dû uermîdest, / redest oder suîgest ebd. 784; ir sult mir [...] ze kunde tuͦn iwer namen beide JTit 4835,1; AdamA (F) 314(La.); súnden, die er [Lucifer] ie menschen oder engeln brahte in kúnde Mechth 3: 21,83; wi her die lûte [...] / rechtes brêchte in kunde SSp 10,19. 244,3; er hât mich brâth ze der kunde des heiligin ewangelii TrudHL 29,6; jmdm. etw. ze ~ geben Tr 154; SM:Tu 2: 6,3; einer Sache (Gen.) in ~ komen SSp 197,21. 224,16; etw. komt in/  ze ~ PfzdHech 198,32; Martina 19,113    1.3 auf Verwandtschaft, Abstammung bezogen (wohl beeinflusst durch ähnlich lautendes → künne stN., vgl. auch → afterkünde und unter → kuntschaft 2 den Beleg WhvÖst 14369 ): mich lêret mîner künde sin, / ich sage iu, frouwe, daz ich pin / mîner basen bruoder suon Parz 406,13; ob do Sigun [Nichte des Gralkönigs Anfortas] genuzze der an gebornen kunde? [: sunde ] JTit 5256,1. ze ~ rechenen/  reden/  sagen ‘die Verwandtschaft, Abstammung nachrechnen, darlegen’ (vgl. F. Bech, Germ. 8 [1963], S. 471, und vgl. ze ~ reden/  sagen unter 1.1 am Ende): ze künde rechenten si sâ / daz si genifteln wæren nâ Er 9716; Parz 759,16; do sie gerechenten zv kvnde [sich als Verwandte erkannten] Herb 5958; von siner geburt vnde von siner art / vnde von sinen magen / begunde er fragen [...]. / do retten sie zv kvnden ebd. 18403; waz sol ich dir von mîner haimôde sagen? / oder von dehainer mîner geburte? / mîner rede sol man ê antwurten, / werde uns hernâch diu stunde, / sô sagen ainander ze kunde Kchr 3124; do si ze chunde begunden sagen / er [Joseph] und sine bruͦdir GenM 98,13; Synon.: dô rechent der herre Îwein / ze künneschaft under in zwein Iw 804; die sippe reiten PrBerth 1:312,16; Freudenl 133    2 ‘Kennzeichen’ daz man die wâren künde [wohl Pl., ‘Zeichen, Beweise’ ] / der minne an in bevünde Tr 14257    3 ‘Ort, wo man bekannt ist, Heimat’ jâ muget ir michel gerner sîn / in vremede ein rîchiu künigîn / dan in der künde arm unde swach Tr 11595; ein lop, daz ûz der kunde [dessen, der gelobt wird] vert, daz hât der wîsen volge in vremden landen WernhSpr (Z) 27,7 (vgl. MF:Sperv 1:1,5 ); daz wiht [...] begunde sich dâ tücken / heime in sîn künde, / in daz abgründe Georg 3543; herre, ir sit ellende / in iwer besten chunde StrKD 36,91; Tr 18605; Bîspel (Pf) 29,5. dir sich biegent älliu knie / ze himel und ûf der erde hie / biz durch der helle künde [vgl. Phil 2,10] RvEBarl 27

MWB 3,2 689,15; Bearbeiter: Bohnert

kündebrief stM. ‘gerichtliche Urkunde, durch die einem Bürger der Entzug seiner Vorrechte angekündigt wird (wodurch er zum → gast 1.1 wird)’ wenne man eim heimschen ingesessen man sin burgschaft künden sol ze loͤsende, ist das man den nút kan vinden, so sol sin der, der im künden wil, vor der kilchen warten drie sunnentag von das man fronmesse zesammen lütet untz das man den segen git mit zwein burgern, dar nach git man im ein kündbrief und allen usburgern kündet man mit briefen StRFreiburg (F) 244; so er ime sin burgschaft kündet ze lösende in aht tagen [...] mit zwein burgern oder mit einem kündbrief, wenne die aht tag us komment, so ist er gast gegen dem, der ime userclaget und gekündet het ebd. 249

MWB 3,2 691,9; Bearbeiter: Bohnert

kündegunge stF. ‘Verkündigung’ an vnser vrowen abent der kvndegunge [Vorabend von Mariä Verkündigung, 24. März] UrkWürzb 38,408 (a. 1308)

MWB 3,2 691,24; Bearbeiter: Bohnert

kündelich Adj., Adv. vgl. → kuntlich 4. ‘schlau, listig’ sine kunstlichen [La. kuntelichen ] art / im die witze schufen, / daz er begonde rufen / den tuveln und in gebot Pass I/II (HSW) 24574; dem si [die Augen] tieff ligent, der ist kindlich unnd ain trügnär HvHürnh 46,14. – Adv.: Baldach Suytes [...] bestyz [tadelte] / den seligen Job gar kundelich Hiob 7161 (oder ‘hochmütig’?, vgl. → kündiclich 3)

MWB 3,2 691,27; Bearbeiter: Bohnert