krûtgarte
swM.
‘Kräuter-, Gemüsegarten’
sie zogeten dem herren nâch / dâ er einhalp in der stat /
sînen krûtgarten jat RvEAlex
8416;
wan so woͤlter ûz dem wingarten ainen krûtgarten machen
PrSchw
2,50.
1,134;
das man des selben achirs drige jv́chirt mit reban inleggen sol vnd an
dem andern teͥle ein hus sezin vnd ein cimelichen krv́tgarten
UrkCorp (WMU)
842,8.
746,27,18;
zwai pfunt gelts auf pavmgarten vnd auf chrautgærten
StiftZwettl
646;
zuͦ der burg horent och ein boͧmgarte und ein krutgarte
UrbHabsb
1:281,10
MWB 3,2 657,63; Bearbeiter: Tao
krûtic
Adj.
‘grasreich’
wie der krutige wase / uon den rifen valwe Martina
92,24.
–
‘voll Unkraut’
in des hoves garten / stan distel, rate, unvertic [La.
vn̄ krutig
] trefs vür die blumen zarten
Frl
5:37,5
(zum Ansatz s.a. FrlWB, S. 196)
MWB 3,2 658,10; Bearbeiter: Tao
krûtkarre
swSubst.
„Krautkarren (Pulverwagen?)” (Glossar, vgl. auch Einl. S. 58):
pro palis, spaden, krutkarren, rotis & vormis [=
formis
] ad latericea 4<1/2>
m. [Mark]
StRechAachen
149,10;
de krutkarren ze besloyn 8 s. [Schilling]
ebd.
165,13
MWB 3,2 658,15; Bearbeiter: Tao
krûtlêhen
stN.
Lehen, wofür Gemüse als Abgabe zu entrichten ist:
ze Schaeching sint zwai chrautlehen [...]. da sol man dem
hertzogen chraut von geben ze Tekendorf UrbBayJ
474
MWB 3,2 658,20; Bearbeiter: Tao
krûtmezzer
stN.
‘Krauthobel’ (vgl. Heyne, Hausaltertümer 2, 328):
krautmesser, salczvass, rechen, hechlen send [sind]
nit da Hausgeschirr
33
MWB 3,2 658,24; Bearbeiter: Tao
Krûtnowe?
stF.
ein Flurname bei Kembs im Elsass (zur Deutung s. F. Bech, Alemannia 4 [1877],
S. 195-197):
in dem dorf ze Kems die darkomen luͥte und die in der
Kruͥtnoͧwe sint gesessen, gent [=
gebent
] ze sture bi dem meisten 35 #(schilling), zem
minsten 1 #(pfund), 5 #(schilling) UrbHabsb
1:8,22;
duͥ herschaft hat oͧch die Kruͥtenowa, die voͤrste und
ellu duͥ holtzer, duͥ da ligent zwischent Basel und Roggenhusen ebd.
1:25,17
MWB 3,2 658,27; Bearbeiter: Tao
krût|tisch
stM.
‘Gemüsestand’
daz nieman dekeinen crutdisch setzen sol an den market an des gerteners willen
UrkCorp (WMU)
29,16
MWB 3,2 658,36; Bearbeiter: Tao
krûtvaʒ
stN.
‘Fass zum Einmachen von Sauerkraut’
wa [sind] krautvass, scharbret?
Hausgeschirr
41
MWB 3,2 658,39; Bearbeiter: Tao
krûtwurm
stM.
‘Raupe’, die krût oder Baumblätter frisst:
von dem krautwurm. eruca haizt ain krautwurm. daz ist ain
langer wurm und hât gar vil füez und mangerlai varb. der wurm frizt daz kraut ab und
diu pleter ab den paumen BdN
301,2;
cantarides haizent paumwürm, die zuo obrist auf den esten
wahsent an slintpäumeinen paumen oder an andern paumen auz fäuhten. auf den pletern
wahsent die würm reht sam die krautwürm auf dem kraut, aber si gewinnent volkumen
flügel und vliegent des tages ebd.
299,31
MWB 3,2 658,42; Bearbeiter: Tao
krûtzëhende
swM.
in Gemüse zu entrichtender Zins:
vnd chravtzehent wol ein halbes pfvnt geltes UrkCorp (WMU)
3283,1
MWB 3,2 658,53; Bearbeiter: Tao
crûzifigen
swV.
aus lat. crucifigare.
‘ans Kreuz schlagen, kreuzigen’
‘herre, crucifige!’ / sprachen sie [zu
Pilatus] , ‘du salt in lan / uf ein cruce balde erhan.’
Pass I/II (HSW)
5896.
5906.
6152
MWB 3,2 658,56; Bearbeiter: Tao
crûzifix, crûzifixus
stN.
auch
crucifixum Tauler
251,32
(Akk.Sg.).
– entlehnt aus mlat. crucifixum, crucifixus (MlatWB
2,2019).
–
‘Kruzifix’, (plastische) Darstellung des ans Kreuz genagelten
Christus:
er [der Spiegel] hatte einsit behalden / niewan ein
einfeldec glas, / uf die ander sit gemachet was / eines crucifixes bilde
Elis
1345.
1451.
1904;
bi der stat nahe was ein húlzin bilde, ein
crucifixus, daz waz mit einem húslin umbmachet Seuse
66,4;
in dem [Kloster] waz ein steinin
bilde, ein crucifixus, und daz was [...] ein ebenlengi der
masse, als Cristus was ebd.
67,8;
do gie er [...] uss der cell uf die
cancell under daz crucifixus und knúwet nider ebd.
16,16.
197,1.
196,3.
379,16
u.ö.;
das er in ein kilche gange und das crucifixum ansehe, do es
an der want gemolet ist Tauler
251,32;
AdelhLangm
4,10.
43,17;
EbnerChrist
12,27;
EbnerMarg
47,25.
88,19.
110,26
MWB 3,2 658,60; Bearbeiter: Tao
crûzifixe, crucifixus
Adj.
mlat. crucifixus (MlatWB 2,2038).
‘ans Kreuz geschlagen’, subst., ‘Gekreuzigter’
[Gott Vater,] dînen sun den crûcifixen / heiz uns leiten ûz
dem bade / der vertânen wazzernixen, / daz uns ir gedœne iht schade
KvWLd
1,129;
vil bild in richem werde ergozzen, ergraben, erhowen, /
[...] crucifixus unde unser vrowen JTit
345,2;
min bruoder [...] braht mir ainen ganczen menschlichen
lip, der was in ain wissez tuoch gewunden. do ich ez uf tet, do was ez ain menschlicher
lip aines crucifixus, und daz enphieng ich, ez wer der hailig fronlichnam unsers herren
EbnerMarg
110,26.
– als Ruf des Hahns:
[der Hahn] ruͦfet ‘crucifixus’: / daz
Jesus an der hafte hienc des todes ric sus Rumelant (K)
4:21,9
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 3,2 659,14; Bearbeiter: Tao
crysolecter
stM.
→
crisolecter
MWB 3,2 659,30;
kubêbe
swF.
auch kobebe
OvBaierl
80,11.
80,15;
zu mlat. cubeba, afrz. cubebe (MLatWB 2,2058, Suolahti 1,136
und EWA 5,846f.).
–
‘Kubebenpfeffer’ (Piper cubeba L., vgl. Marzell 3,793):
nim rosen zehen scrupulos, cubeben siben scrupulos, cardemome
sechse, holz aloe ein unze, uon den allin mache ein puluer SalArz
42,48.
47,19.
48,15;
man sal eme ok warme ding alz peper vnde yngeber vnde galgan
vnde kubeben in dy spyse gebyn OvBaierl
88,20.
80,11.
80,15.
110,13;
von den kubeben [Überschrift]
BdN
366,10;
wizz auch, daz die velscher die cubeben oft velschent mit
den kranwitpern, wan si sint geleich enander ebd.
326,31;
JTit
4821,4;
Freudenl
229;
PrBerth
1:506,34;
Martina
64,37;
Erlös
6138;
MarcoPolo
53,19;
Glossenbelege des 13. und 14. Jh.s s. AWB 5,451
MWB 3,2 659,31; Bearbeiter: Tao
kubêbenkorn
stN.
einzelne Frucht des Kubebenpfeffers:
soͤ ist daz eyn kobenie koren [l. kobebenkoren,
vgl. Hartl, Textkritisches, ZfdA 74
(1937), S. 221] , / wellich
mayt er [ihr] maytum hat vorloren, / und
verschlunder [l. verschlunde
] nuͤne alle
morgen, / helfe er got, soͤ [sie] mochte an dem ersten
erworgen OsterSpI
718
MWB 3,2 659,47; Bearbeiter: Tao
kubêblîn
stN.
Dimin. zu
kubêbe
(Rosenqvist 2,333).
‘Kubebenpfeffer’
cubebe: cubebli, gubebli VocOpt
49.037
MWB 3,2 659,54; Bearbeiter: Tao
kübel
stM.
auch entrundet kibel.
– ahd. kubilo swM. (AWB 5,451f.); zu mlat.
cūpellus m. ‘kleine Kufe’ (EWA 5,848ff.).
–
‘Kübel’
ein chra die dvrste vbele. / do vlovch si ze einem chvbele. / da vant si wazer
innen FabelCorp
25,2;
dannocht hot er [wer arm heiratet] weder
scheffer [Pl. von schaf
] noch kibell
Hausgeschirr
21;
KgvOdenw
13,17;
von bluote wart diu erde rôt, / daz man vergôz in kübels wîs
KvWPart
16177;
daz man fieren ie ze samen / hirsz in ainen kübel
richt [anrichtete]
Bauernh
149;
situla: cubil Gl
3,327,57
(BStK 556; 14. Jh.).
– als Maß:
man sol merchen daz maz, daz obengeschriben ist, daz da chvͤbel
haizzent, der machent ie sehs chvͤbel einen hofmvtte UrbBayS
4,50.
4,48.
4,49;
ein chubel chorns UrkEnns
4,391
(a. 1301);
s.a. DRW 8,18 mit 2 weiteren Belegen.
– als Bestandteil eines Personennamens (Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S.
529):
Ruͦdolf Kv̓bel UrkCorp
3018,27
MWB 3,2 659,57; Bearbeiter: Tao
kübeler
stM.
‘Bötticher, Küfer’ (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 522f.), nur als
Personenname belegt :
einen acher ze Wiedinkon, den da búweta der alte kv̓bler
UrkCorp (WMU)
3092,27;
fro Margaretha Chuͦnrates seligen wip des kubelers in der Brunnegassen
UrkCorp
2393,8.
2416,22.
3486,38.
3487,24;
ein brediger hiez der Kübeler SprMyst (Pf)
229a,35
MWB 3,2 660,12; Bearbeiter: Tao
kübelîn
stN.
Dimin. zu
kübel
.
‘kleiner Kübel’
vas quod dicitur chubli DRW
8,19
(SteirLArch.; a. 1185)
MWB 3,2 660,20; Bearbeiter: Tao
kûch
stM.
vgl. →
kûchen swV. und DWB 5,305f.
–
‘das Hauchen, Keuchen’, bildl.:
die singer künste [Gen.] rûch. / niht
wan ein snabelsnappen / zeigt mir ir storchen kûch KLD: Kzl
1: 5,16
(vgl.
[Der Storch habe ] kain stimm
[...] denne daz er cläpper mit dem snabel
BdN
175,8
)
MWB 3,2 660,23; Bearbeiter: Tao
kuchel
stF. oder stN.
Nebenform zu →
küchen
(vgl. DWB 5,2493f.);
oder ist eine alte Diminutivbildung küchel stN. anzusetzen (vgl. EWA
5,854)?
–
‘Küche’
popina vel culina: chvchil, chuchin Gl
3:630,2
MWB 3,2 660,29; Bearbeiter: Tao
küchel
stN.
→
kiuchel
MWB 3,2 660,33;
kuchelen
swV.
‘keimen’
dô îczunt der ketzere sâmen kuͦcheldin EvBeh
5
(vgl. Glossar z.St.: pullulare)
MWB 3,2 660,34; Bearbeiter: Tao
kuchelîn, kuchel
stN.
‘Küken, das Junge eines Vogels’
di henne, / [...] di ir kuchelin kan
bewarn / vor den wien und den arn Brun
3782;
alsam andere vogelin, / di ire eyger wol bewachen / und ire
cuchelin besachen Hiob
14490;
die vogel tragen [übertragen, schenken] uf ir
kuchel dan / mit fröiden leben [Akk.-Obj.]
Wartb (H)
563:7,13.
– hierher oder zu →
kiuchel
, küchel stN.:
der [Hahn] get vil der hennin an / und let die
kuchil rennin / alleine mit der hennin PfzdHech
188,28
MWB 3,2 660,37; Bearbeiter: Tao |