Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   krœnære - krote    


krœnære stM. s.a. AWB 5,429 s.v. krônâri; zu 1krœnen swV. ‘Schwätzer’ bucco vel balbulus: kronari SummHeinr 1:298,398. 2:23,456

MWB 3,2 629,52; Bearbeiterin: Herbers

krône stswF. zu lat. corona; im frühen Mhd. auch corone VAlex , AvaJG , Will , Kchr . 1 ‘Kranz’
1.1 als Kopfschmuck, häufig für Frauen, auch ‘Brautkrone’ (zur problematischen Bedeutungsabgrenzung ‘Kranz’ oder ‘Krone’ s. DWB 5,2355)
1.2 ‘Dornenkranz, Dornenkrone’ (oder als Zeichen königlicher Würde aufzufassen? s. 2.1 )
1.3 ‘Siegerkranz’
1.4 ‘Haarkranz’
1.5 Schmuck an einem Gebäude
1.6 vergleichend
2 ‘Krone’
2.1 als Zeichen der weltlichen oder geistlichen Würde, Herrschaftszeichen
2.1.1 eines Königs, eines Kaisers oder einer Königin
2.1.2 einer geistlichen oder himmlischen Person, auch für die ‘Mitra’ des Bischofs
2.1.3 metonymisch
2.1.3.1 für die herrschende Person selbst
2.1.3.2 für die Herrschaft, das Königtum/ Kaisertum
2.1.3.3 für das Königreich
2.1.4 auf einem Gebäude oder Gegenstand
2.2 ‘Abgabe für den König’
2.3 bildl. ‘Baumkrone’
3 übertr. für das Höchste, Beste seiner Art
3.1 von Personen
3.2 von Dingen
3.2.1 konkret
3.2.2 abstrakt
4 ‘Kronleuchter’
5 bei Tieren für kronen- oder kranzähnlichen Kopfschmuck
   1 ‘Kranz’    1.1 als Kopfschmuck, häufig für Frauen, auch ‘Brautkrone’ (zur problematischen Bedeutungsabgrenzung ‘Kranz’ oder ‘Krone’ s. DWB 5,2355): diu magt [...], / diu die krône ûf blôzem hâr dort hât Parz 812,3; der gê nach der schônen, / diu mit ir krônen / gie von hinnen abe MF:Mor 8: 2,5; du sælden keiserinne, / din crone luter glestet, / got der hat dich gegestet [geschmückt] / mit einem liehten cranze: / zwelf sternen mit ir glanze / din houbet zierent schone KvWGS 1833    1.2 ‘Dornenkranz, Dornenkrone’ (oder als Zeichen königlicher Würde aufzufassen? s. 2.1): die unsaligin chrontin ir herrn mit durninir chroni Spec 54,28; die engel vuorent scone [beim Jüngsten Gericht] daz criuce unde die corone / vor Christe an daz tagedinch AvaJG 18,5; AvaLJ 146,3; nu müeze senften iuweren zorn / der ame kriuze het den dorn / ûf dem houpte zeiner krône Wh 166,3 (s.a. → kranz 1.2.3); die ritter des richters, die namen Ihesum und fuͦrten in inden hof des richte huses [...] und zugen im abe sin kleit und leiten in an mit einem roten gewande und flahten ein crone von dornen und sazten ime die uf sin houbet [Mt 27,27f.] EvPass 239,13; künic Constantîn der gap sô vil, / als ich ez iu bescheiden wil, / dem stuol ze Rôme, sper, kriuze und krône Walth 25,13; an der heiligen duernen gots chrön tag [4. Mai] StiftZwettl 701; sine dúrnin krone Tauler 199,15    1.3 ‘Siegerkranz’ laurea: signúnft croͮn VocOpt 18.037; wan er [Paris] im [dem besten Weidevieh] eine crône [V. 626: ein schapel wol geloubet ] / sazt ûf sîn houbet schône KvWTroj 649; noch süzer dan dem kempfen siges crone Frl 3:18,12. – bildl. (s.a. 3): doch hêt er [Alexander] friundinn genuoc. / under in ein die krôn truoc, / diu im diu liebst was under in EnikWchr 19236; du [ vrouwe Lârîe ] bist ir [der Frauen] aller spiegel. / [...] dîner schœne muoz ich prîses jehen; / du solt ir aller krône tragen Wig 9732    1.4 ‘Haarkranz’ div blatte [ ‘Tonsur’ ] heizzet chrône, / die sol er behoͮten scône. / chrône ist ime niht gebâre, / erne sî rihtâre Messgebr 195    1.5 Schmuck an einem Gebäude: umb den huot [Turmdach] sô gie ein krôn / von lûterm golde EnikWchr 22078    1.6 vergleichend: [das ôrkraut ] pringt seinen sâmen kraizlot in ainer krôn weis und hât ainen gar scharpfen smak BdN 301,24    2 ‘Krone’    2.1 als Zeichen der weltlichen oder geistlichen Würde, Herrschaftszeichen    2.1.1 eines Königs, eines Kaisers oder einer Königin: alsô Alexander haim chom, / er giench fur sînen fater stên / unt nam die corône, die er mit samt ime dâ hete, / sînem fater ers ûf sazthe VAlex 395. 633; tûot uuára dés cúniges Salomonis. unte der corônon da ín sîn mûoter mit hât gezîeret Will 53,2; swenne ir dem keiser nû genemt die crône RvZw 146,8; nâch küneclîchen êren was in dar bereit, / swaz si haben solden, ir krône unt ouch ir kleit NibB 645,2; vf sime houbet stunt ein krone / von gesteine vnde von golde Herb 9323; di crone / mit zwelf steinen undersat Pass I/II (HSW) 26652; Loheng 5621. ir crone si danne abe det, / numme si der begerte / di wile daz ammet werte Elis 928. 910; nâch swarzer varwe was ir [der Königin] schîn, / ir krône ein liehter rubîn Parz 24,12. 660,12; HvFreibTr 4512; Kudr 1606,4. krône tragen ‘gekrönt, König(in) sein’ (weitere Belege s. Friedrich, PhrasWB 253ff.): jâ truoc er [Augustus] die corône, / [...] sehs unde fiunfzic jâr Kchr 664. 15490; ich bin ouch ein recke und solde krône tragen NibB 109,1. 43,2; Gahmuret der wîgant / verlôs sus bürge unde lant, / dâ sîn vater schône / truoc zepter unde krône Parz 5,26. 50,29 u.ö.; er truoc gewalteclîche / in ir herzen künicrîche / den cepter und die crône Tr 729; Loys, der rœmische krône truoc Wh 321,1; Hêrôdes, der die chrône / des rîches an der zîte truoc KvFuss 1230; Martina 69,34; RvEGer 3870. krône tragen über, vor, ob jmdn.: Salomon die krone / truͦg mit gewalte schone / [...] ubir ellú israhelschú lant RvEWchr 32453; er truoc mit grôzen êren / vor fürsten die krône ErnstA 14,187; diu ê vor helden krône truoc KlageB 3989; dô muoste er tragen krône ob edelen fürsten rîche Kudr 18,3. der krône pflegen: Cecrops ein helt vil unvirzagit / sach man ze Atene krone pflegin RvEWchr 19868; Europs in Sicionie pflag, / [...] der krone und was kúnig genant / der lande gar, der houbit lant / Sicionie was genant ebd. 8616. under krône (gân/ rihten/ sitzen/ stân) ‘gekrönt, als König(in); König(in) sein’ si giengen under krône in daz münster wît NibB 812,3; dô sach man si alle viere under krône vrœlîchen stân ebd. 645,4. 1678,4 u.ö.; der keiser under krône / bî der küniginnen stuont ErnstA 330,5912; den keiser under krôn man vant / und die keiserîn Loheng 6581; ich wil iuch êlîchen ze einer frouwen hân: / jâ sult ir ze Kunstenopel under der krône gân WolfdB 89,4. 105,2; under drizic lande krone [als Herrscher von 30 Ländern] JTit 5497,3; SalMor 599,5; Kudr 1295,2; KlageB 2650    2.1.2 einer geistlichen oder himmlischen Person, auch für die ‘Mitra’ des Bischofs: von Araby, geloubet, des goldes drie krone / satzt man im [dem Papst] uf sin houbet JTit 1001,1; priester Johan schone / get in den palas witen, richlich uber alle kunige treit er krone. / ein krone groz und swer ebd. 6277,2; biscoph Willehalme, de dher krone / und dhes staves zo Menze plach BraunschwRchr 1058. 1608; [des Papstes] houbet was bedecket schône / mit eines bischoves krône LvRegFr 4924; die krone brach er svnder danc / dem engele von dem houbete Wartb Anh 13,8; PrBerth 1:369,29    2.1.3 metonymisch    2.1.3.1 für die herrschende Person selbst: – für den König oder die Königin: daz junge hovegesinde / daz lief engegen dem kinde / und condewierte ez schône / under armen vür die crône Tr 3330; si was von kinde und muoz iemer sîn mîn krône MF: Hartm 13:3,8; nû riet al des küneges rât, / daz er den zorn lieze sîn, / gein ŷsôte der künegîn: / der krône ez niht gezeme / ob er den lîp ir neme UvTürhTr 2827; si nigen ieweder chrone / unde sprachen dugentliche: / ‘got danke úch, kunic riche, / unde úch, here kunegin [...]’ Elis 398; der krone zimt kein liegen Rennew 14253; GvJudenb 5100; Parz 428,8; JTit 1317,2. – für Maria: die riche krone, / die hymel vnd erde gewalt hat Krone 12670. zuo der krône varn ‘sich an die Krone (den König als obersten Richter) wenden’ ob er mit vns cvͦ der crone vert UrkHohenz 1,97 (a. 1286)    2.1.3.2 für die Herrschaft, das Königtum/ Kaisertum: kunnet ir niht fürsten schônen, / wir krenken ouch die krônen Parz 415,22. 302,10; hie dienter alsô schône / dem zepter unde der crône Tr 18450. 4469; ouch dienden sîner krône / die von Pâlerne Wh 84,10; under rœmischer krône ebd. 176,3; nû sehent, wie diu krône lige und wie diu kirche stê! Walth 83,26; Karll [...] / de zo der kronen were geboren KarlGalie 513; blate [Geistlichkeit] und krône [Fürstentum] wellent muotwillic sîn MF:Reinm 63: 1; Roth 733; Krone 340; ErnstD 214; Otte dher keyser vorgenant, / uf siner kronen verdhe jar / wart gewunnen [...] / dhe stat Constantinople BraunschwRchr 7201. – für die Heeresmacht eines Reiches: da hatte keiser Friderich / von Rome in grozen eren sich / uf gesezzet schone / mit des riches chrone / uber mer zu varene, / daz riche zu bewarene, / mit der cristenheide craft Elis 4126    2.1.3.3 für das Königreich: zweier krône rîcheit / stêt vorhteclîche in sîner pflege / ûf dem wazzer und der erden wege. / Azagouc und Zazamanc, / diu lant sint kreftec, ninder kranc Parz 328,6; im [Artus] wære ouch leit daz Lähelîn / im næm zwuo rîche krônen sîn ebd. 331,16; zwelf vil rîcher krône sult ir gewaltec sîn NibB 1235,2    2.1.4 auf einem Gebäude oder Gegenstand: [von der Minnegrotte:] daz gewelbe daz was obene / geslozzen wol ze lobene; / oben ûf dem slôze ein crône, / diu was vil harte schône / mit gesmîde gezieret, / mit gimmen wol gewieret Tr 16709; man satzt ain chron gehewer ain chrewz auf den sarch zem haubet / ez was ain samaragd tewer JTit 1002,1(App.). – als Abbildung oder als Schmuck: dô het der herre Liudegêr ûf eime schilde erkant / gemâlet eine krône vor Sîvrides hant NibB 215,2; [auf einem Schild:] einen lewen mit einer crône, / von golde erhaben harte wol UvZLanz 6294; er nam den guldinen altar / und den guldinen luhter bar / [...] und den umhanc mit den cronen / nihtes pflac er da zu schonen Macc 1491    2.2 ‘Abgabe für den König’ ‘[...] wir wellen uch ouch irlazen / pflihtige schult von uch sazen / mit vil grozer gabe dabi, / unde sult alles wesen vri, / beide zol unde salzis schult / der aller ir vri bliben sult / und die Juden mit uch alle, / uf daz ez uch wol gevalle; / so irlaz wir uch der cronen. / noch wellen wir uch baz lonen.’ / vernemet wie wirt irscheinet / alhie cronen waz daz meinet: / ez was zins, den da vorwaris / ufhuben die kunge iaris / reht als daz iar loufet umme / gliche nach cirkeles krumme. / sus man kornzins kronen reitet [ ‘so berechnet man Kornzins als Kronen’ ] / des man ein iar umme beitet [ et nunc absolvo vos et omnes Iudaeos a tributis et pretia salis indulgeo et coronas remitto I Mcc 10,29] Macc 4695. 4698. 4703    2.3 bildl. ‘Baumkrone’ des waldes cron nam ich war, / der waz grün und schon MinneR 439 16    3 übertr. für das Höchste, Beste seiner Art    3.1 von Personen: si ist ein krône ob allen reinen wîben SM: WvT 2: 2,6; MF:Mor 1: 1,9. 13: 3,1; reine frouwe, valsches ân, / ein wîbes krône KLD: UvL 9: 3,6; aller frouwen krône KvWTroj 21045; allir magide crone Pilatus 1,117; Marjâ, megde krône! Freid 13,7; Frl 5:108G,11; gelêrter vürsten crône Walth 107,29; [Jesus] was der schoͤni krone, / noch schoͤner denne sin muͦter vil WernhMl 5750; aller dinge ist er got / und diu oberiste krône Wig 6881; aller manne ein krone JTit 1574,4    3.2 von Dingen    3.2.1 konkret: ouch gleste gein im schône / aller ander bürge ein krône / mit türnen wol gezieret Parz 350,20; diu burc ist obenân wol / erbûwen harte schône. / siu ist aller veste ein krône UvZLanz 5058; hie vohet sich an dis buͦch das da genant ist der abentùre crone Krone 1(App.); der vater ist person / ewig in der himel kron KvMSph 3,3    3.2.2 abstrakt: – ‘Ehrenkrone’ (zu lat. corona gloriæ): als uns der wissage seit / der eren krone er eine treit Albert 8; künec Artûs der guote, / [...] hât bî sînen zîten / gelebet alsô schône / daz er der êren krône / dô truoc und noch sîn name treit Iw 10. 6952; ir nam der êren krône treit: / diu ist gemezzen und geworht / mit tugenden vollic unde breit Winsb 12,5; got hât sînen flîz an dich geleit, / dâ von dîn lîp êren krône treit KLD: UvL 46: 3,6; Hadam 98,5; UvZLanz 7738; Wig 11022; BdN 228,35. ouch mahtu tragen schône / immer sælden krône / hôhe ob den werden Parz 254,24; du [Parzival] krône menschen heiles! ebd. 781,14; diu sach Gâwânn kreftelôs / den si für al die werlt erkôs / zir hôhsten freuden krône ebd. 692,5; nu huop ouch sich von danne / des fröuden wunsches krône, / daz was mir sendem manne / reht als ich stüende in himelischem trône Hadam 100,2; dîner sælden stætekeit / ze himel hôhe krône treit RvEGer 5124. von der ewigen corone, die got gibet ze lone AvaJG 1,3; [Jesu] kintlich leben und sin tuͦn / was [...] ain krone úber alles leben WernhMl 4365; ein krone aller uͤbung ist emziges gebet Seuse 392,14. der werltvreude ein spiegelglas, / stæter triuwe ein adamas, / ein ganziu krône der zuht AHeinr 63; gar ist verlorn des wîbes schône, / sin werde geziert mit zühte krône WälGa 888; ich bin genant bescheidenheit, / diu aller tugende krône treit Freid 1,2; allsus mitt aller tugenden kron / lúchtet Marÿa clar und schon KvHelmsd 655; sô lobe ich mîne vrouwen mê / dan die bluomen und den klê. / sî ist ein krône der tugent Heidin IV 81; so hie div welt pflege / daz fvnfzehinde zwi stetekeit / dv aller tugende crone treit Martina 252,100; WälGa 7830; aller güete ein krône RvEBarl 13970; aller triuwe ein crône Tr 1798; hôchvart, unminne, gîtekeit, / der ieglich nû die krône treit Freid 29,11    4 ‘Kronleuchter’ manec tiuriu krône / was gehangen schône / alumbe ûf den palas, / diu schiere wol bekerzet was Parz 638,9. 229,24; vil chrone rich von golde, dar uf vil kerzen luchte JTit 412,1; ein krône was gehenket drîn, / dâ kerzen ûfe brunnen KvWTroj 17532    5 bei Tieren für kronen- oder kranzähnlichen Kopfschmuck: – ‘Federkrone’ Aristotiles spricht, daz der pfâw [...] sein aigeneu kint niht ansehen well unz daz si krônen auf dem haupt habent und im geleich werdent BdN 213,30. – ‘Mähne’ mitten drynne ein guldin / wider sehender lewe fin, / dez zen, dez clowen, dez kron / von rubin brynnen schon / an allen iren enden Minneb 2931

MWB 3,2 629,55; Bearbeiterin: Herbers

krônebære Adj. ‘die Krone tragend, bekrönt’ doch sagter mir vier vrouwen namn, / die dâ krônebære sint Parz 334,17; im geviel nie dehein vrow baz, / si were wol chron bere StrKD 1,23; mit den croneberen / gotes predigeren, / martirern und megeden HeslApk 11387. – subst.: an witzen unberoubet warn di kronebæren JTit 1631,1; man sach den kronebæren uz Ytolac da sprengen, / Possitrium, den geweren ebd. 3582,1. 4841,1 u.ö. – ‘den Siegerkranz tragend’ sünden glust mit widerwer tuot crônebæren [La. cronebernden ] kemphen kunt RvZw 89,3. 228,5

MWB 3,2 633,55; Bearbeiterin: Herbers

krônebërnde Part.-Adj. krônebære Adj.

MWB 3,2 634,3;

1krœnen swV. zur Etymol. s. EWA 5,814; vgl. AWB 5,429 und DWB 5,2385; zur bair. Form gronen s.a. DWB 4,1,6,443). ‘schwatzen’ garrio multum fabulor: ih gron SummHeinr 2:319,143; si lachet als ein kindelîn, / daz krœnt gegen der muoter sîn SM:Wi 9: 4,4; sich samenent die liute: / daz ir dekainer crœn alder kelze! SM:Go 2a: 5,6

MWB 3,2 634,4; Bearbeiterin: Herbers

2krœnen swV. 1 ‘jmdn./etw. mit einer krône versehen’
1.1 ‘bekränzen’
1.2 ‘krönen, mit einer Herrscherkrone versehen’
1.2.1 von weltlichen Personen
1.2.2 gekrœnter helm , für einen mit einer Krone verzierten Helm
1.2.3 von geistlichen Personen
1.3 vom Kopfschmuck bei Tieren
2 übertr.
2.1 ‘jmdn./etw. preisen, ehren, verherrlichen’
2.2 mit präp. Erg. ‘etw. kennzeichnen, auszeichnen mit’
   1 ‘jmdn./etw. mit einer krône versehen’    1.1 ‘bekränzen’ ich sach ein frouwen minneclich / mit rôsen wol gekrœnet KLD: Namenlos n III 23:1,2; anderstunt sah ich in [ den stecken ] stan / mit lovbe wol gechronet, / hiemit was er geschonet Bîspel (G) 254,9. – ‘mit einem Siegerkranz versehen’ laureati: chrœnete PsM H 76,2; dem sazte er ûf sîn houbet / ein schapel wol geloubet, / dâ mite er in dô krônte KvWTroj 627; noch solte man mins sanges schrin gar rilichen krönen Frl 5:115,11. – ‘mit der Dornenkrone versehen’ er lie sich mit dornen chrônen Aneg 3090; die unsaligin chrontin ir herrn mit durninir chroni Spec 54,28; Marien eingebornen / gecronet hi mit dornen Elis 948; aber sach dú muͦter hin, / so jæmerlichen croͤnen in [Jesus] WernhMl 10082; die smerzen [...], die er lait, sin hobet mit spizzen dornen gecroͤnet UrkCorp (WMU) 93,1    1.2 ‘krönen, mit einer Herrscherkrone versehen’    1.2.1 von weltlichen Personen: dô krônde man Lavînen / zeiner kuneginne En 13128. 13048; Roͮlanten si hohten, / uͦber Yspanie si in chronten Rol 3150; dâ krônte man die swester sîn Parz 336,30. 803,21; Kriemhilt diu vil schœne sol hie gekrœnet gân NibB 704,2. 706,3; [sie] nâmen Blanschefluoren / und vuorten si mit in zehant / in Riwalînes herzen lant / und crônden si dar inne Tr 811. 1800; dâ von man riet nû hie des rîches vogte, / daz er sich solde krœnen lân Loheng 6491; in dem aht zehenden iare, do min herre, der kvnik Ruͦ. von Rome, wart gekroͤnet UrkCorp (WMU) 1338,19. 574,41; HvFreibTr 6794; StrKarl (S) 3845; RvEBarl 13445. – subst.: dâ von daz kroenn sich zogte Loheng 6487    1.2.2 gekrœnter helm, für einen mit einer Krone verzierten Helm: Vîvîanz [...] / sluoc den künic durh den gekrônten helm Wh 24,27; dar in trat vermessenlichen manig ritter cluͦg / mit iren gekroͤnten helmen frilich an der stunt RosengD (LKN) 722. 1078; dâ bî fuort man den helm mîn [...]. / er was gekrœnet meisterlîch: / diu krône diu was kosterîch UvLFrd 165,23; MGHConst 8:69,24 (a. 1346)    1.2.3 von geistlichen Personen: von sente Petir alse her gecronet wart czu pabeste schribit sente Matheus EvBerl 133,21. 136,27; do wart er [...] zu bischofe gekronet ThvKandelb 327    1.3 vom Kopfschmuck bei Tieren: [der Phönix] ist an der grœz als ain adlar und hât ain gekrœnt haupt sam ain pfâwe BdN 186,19. 187,26 (s.a. → krône stswF. 5); [der Wiedehopf] hât ainen vedreinen kamp auf dem haupt, den füert er sam ainen gekrœnten helm ebd. 228,4; [der Drache] ist gekrœnt auf dem haupt nâch der grœzen seins leibes ebd. 268,19    2 übertr.    2.1 ‘jmdn./etw. preisen, ehren, verherrlichen’ ez ist reht daz man sî krœne, / diu zuht unde schœne, / hôhe geburt unde jugent, / [...] hât Iw 6463; wîp dest ein lop, daz si alle krœnet Walth 49,11; si was also schone, / als ich vernomen han, / daz ich si immer chroͤne / beide fur vrowen und fur man Rab 107,3; Er 6035; MF:Reinm 13: 7,6; wol dem reinen wîbe / [...] / diu tiuret unde crœnet mit ir edeln tugenden werden man KvWLd 31,108; dine shoͤne ich hoͤher kroͤne / dann swaz ich shoͤne han gesehen Rennew 3932; ich krœne ir schœne vür des liehten meien schîn SM:Ta 1: 2,6; ez sint manger hande dœne, / die da liebent guoten muot; / darûz ich ir einen krœne, / der dem herzen sanfte tuot SM: WvK 8: 1,3; dîne kunst ich iemer krœne SM:KvL 11: 1,5; ein alsô wünneclîchez leben, / daz dir wirt baz gekrœnet / und tûsentvalt geschœnet / in dem himelrîche RvEBarl 12101; manmut und ritterlicher mut die krönen einen heiden Frl 5:46,19; HvFreibTr 4014; PrBerth 1:489,7; AHeinr 825; Dietr 1743; sie sint heilige marterære / und sint also gescheiden hin, / daz ich des vil gewis bin, / daz got ir sele gechronet hat StrKarl (S) 10633. 7649; mit Gen.: maniger tugende ich si krœne SM: KvL 5: 4,5; ir schande ist unser êre: / des wîp dâ sint gehœnet, / des well wir sîn gekrœnet ZwBüchl 702; Rachel, die ih des kroͤne / das niender lepte ein schoner lip / in dem lande, magit noh wip RvEWchr 6175. – mit an: sîst mit rede niht ze balt, / daz ich an der lieben krœne: / dâbî kan si stæte sîn SM:KvL 9: 3,5; manig geroͤter munt / begunden den vil shoͤnen / an shoͤne vaste kronen. / diz wær gewesen ân ir haz, / heten si in gelobet Rennew 29140. – ‘sich auszeichnen’, hier: durch Schönheit: ich sprach: ‘vil hochgelobete, reyne, werde maget, / man ieman syn, der dir geliche krone?’ Wartb Anh 20,3. – subst. daz die zit schire queme, / daz dinc ende neme. / ‘welich zit?’ – der guten lonen / und der irwelten cronen / und der argen vordamnisse / zu dem understen abisse HeslApk 22814. – Part.-Adj., superlativ: so ich sprich ‘der aller besten’ / und auch ‘der aller schonsten’ / und auch ‘der baz gekroͤnsten [Frauen] ’ Minneb 1898; wie si sy die schonste / und an gut die hoch gekronste [Frau] ebd. 2002    2.2 mit präp. Erg. ‘etw. kennzeichnen, auszeichnen mit’ owê danne, sô hân ich getobet, / daz ich die getiuret hân / und mit lobe gekrœnet, / diu mich wider hœnet Walth 40,24; SM:KvL 10: 4,3; ich prîse iuch unde krœne / mit lobe in allen mînen tagen KvWTroj 2804. 20131; wol mich daz diu vil sældenrîche ie wart geborn, / diu mit bernden tugenden hât ir lîp sô wol gekrœnet KLD: RvB 4:2,2; daz ich ir lop mit minem sange kroene Tannh 11,50; dest ein wîp diu wol ir wîpheit kan mit tugenden krœnen: / ir wîplîcher muot ist wandels frî KLD: UvL 34: 4,1; [die Bienenkönigin] hât auch an der stirn ain weiz plüemel, dâ mit hât in diu nâtûr gekrœnet vor den andern peinen [Bienen] BdN 288,28

MWB 3,2 634,11; Bearbeiterin: Herbers

krônetrage swM. ‘Kronenträger, König’ der edele crônetrage [: tage ] / ûz Bêheimlant RvZw 149,11

MWB 3,2 635,59; Bearbeiterin: Herbers

krônhërre swM. ‘der die Krone hat; Kaiser’ der krônherre in Kriechenlant Loheng 4214

MWB 3,2 635,61; Bearbeiterin: Herbers

krônike, krônik stswF. zu grch.-lat. chronica (vgl. MlatWB 2,558 s.v. chronicus), mhd. Formen mit s. Parz , Eracl ; auch korôn- z.B. Loheng , HvNstAp , EnikWchr oder kronk- z.B. Pass I/II (HSW) , EnikFb , NvJer . ‘Chronik’ er las der lande chrônicâ / ze Britâne unt anderswâ, / ze Francrîche unt in Yrlant Parz 455,9; Eracl 4545; die warhaften cronken Pass I/II (HSW) 1810; EnikFb 4; NvJer 256; Macc 319; ein ieglîch künic, daz ist wâr, / sol sînes rîches kronik hân WälGa 10659; in Rom man es geschriben vant / in ainer koroniken HvNstAp 20643; EnikWchr 86. 9344; der Rœmer [...] cronik BdN 265,24; Loheng 7469. 2622; Rennew 12924; JTit 5869,2; Ottok 80448; EbvErf 329

MWB 3,2 635,63; Bearbeiterin: Herbers

krœnlîn stN. Dimin. zu krône stswF. ‘Krönchen, kleine Krone’ sant Pêter ist als gewaltic dâ ze himele unde hât sô vil êren, daz ez iemer unsegelich ist; iedoch gebristet im des krœnlîns, daz der guote sant Paulus hât PrBerth 1:336,36. – Brautkrone: sie sint ûf dem spiegelberge unde tragent einer hande krœnlîn, ein schappel PrBerth 1:336,27; aureola, daz kronelin SHort 3366 (zu aureola, der Krone der Jungfrauen, s. Glr. S. 230)

MWB 3,2 636,13; Bearbeiterin: Herbers

krœnunge stF. ‘Krönung’ dâ sold er gewinne / kuniges reht genzlich / mit krônung und mit wîch Ottok 41202. 69829; nu dachte ouch der koninc riche / zo siner kroninghe vil herliche, / Philippus dher gemeyte BraunschwRchr 5025; gegin Rome, do wir zu unser chroͤnunge dar furin MGHConst 6,1:538,3 (a. 1329). 8:69,26 (a. 1346). 8:526,28 (a. 1348); StRBrünn 378

MWB 3,2 636,23; Bearbeiterin: Herbers

kropel stM. krüpel

MWB 3,2 636,31;

kropelkint stN. zu krüpel stM. ‘körperlich behindertes Kind’ uffe altvîle unde uffe twerge erstirbit weder lên noch erbe, noch uffe kropelkint SSp (W) 1:4

MWB 3,2 636,32; Bearbeiterin: Herbers

kropf stM. 1 ‘Kropf’ , Auswuchs am Hals des Menschen
2 Aussackung der Speiseröhre bei Vögeln
2.1 eigentl.
2.2 übertr. auf den Menschen
3 als Bestandteil von Personennamen
   1 ‘Kropf’, Auswuchs am Hals des Menschen: struma: croph SummHeinr 1:128,180; struma guttur tumidum: chelch vel chroph ebd. 2:484,408; swer dâ für gerne wære / ein Beier oder ein Sahse, / ich wünsche, daz im wahse / ein hover und ein grôzer kropf! Helbl 1,543; der zolner sach den hoger an: / einen kroph sach er in hân Boner 76,26; dar nach wart ein kint bracht von Horsilgouwe, daz hatte einen grozen kropf unde wart gesunt Köditz 85,11; ez sint in etleichen landen [...] etleich frawen, die [...] grôz kröpf habent BdN 494,1; BFrau 279; HagenChr 2425. – derb für den Hals: dô man die tänze sleif, / dô reit [drehte] er daz houbet ûf dem krophe Neidh WL 11:6,8. – als Schimpfwort für eine Person: den œden krophen Neidh WL 18:5,2    2 Aussackung der Speiseröhre bei Vögeln    2.1 eigentl.: vier tûbn / möhten den weiz klûben, / daz ir kröphe würden vol Helbl 2,353; diu [ tûbe ] mit vollem krophe ûf einem korenkasten stât Neidh WL 13:5,9; ouch hett der sperber do / sin vollen kropff gessen Eilh H,7201; sô læzt der raigel [Reiher] ainen frischen visch auz dem kropf, den er gevangen hât BdN 188,21    2.2 übertr. auf den Menschen: bruoder Calkopf / hat och ainen vollen kropf Barfüsser 138; einen guoten kropf er az [er aß sich satt] Parz 132,2; dû sitzest unde frizzest unde trinkest einen kropf über den andern, daz sich dîn mage kliubet in vieriu! PrBerth 1:103,14; dar umbe ensmakent in alle goͤtlichen ding nút; wan der gesmak ist enweg, des magen kropf ist verfulet Tauler 137,9. 99,27. verdeust du disen kropf, / du maht ezzen ungesoten / nâternzagele unde kroten / und alliu eiter trinken! BFrau 728; verdawet han ich den ersten kropf JvNürnberg 253. reht als der gîr dem âse tuot / vast ich die sünde in mînen kropf MarGr 18 300,69    3 als Bestandteil von Personennamen: her Wolfher der Cropf von Ehmuzsheim UrkCorp (WMU) 365AB,20,9; mit hern Hainrichs dez Crophez ebd. 587,23; C. Kroph ebd. 2198,17

MWB 3,2 636,36; Bearbeiterin: Herbers

kropfeht Adj. kropfoht

MWB 3,2 637,13;

kröpfelîn stN. Dimin. zu kropf stM. 1 Aussackung der Speiseröhre bei Vögeln
2 magere Kost für Falken
   1 Aussackung der Speiseröhre bei Vögeln: ein zîsel und ander vogellîn / lesent ûf kleiniu körnelîn, / mit den si füllent ir kröpfelin / daz si niht twinge hungers pîn Renner 16513    2 magere Kost für Falken: man möhte mit mir beizen, / wær ich für vederspil erkant, / ich swunge al gernde von der hant, / bî selhen kröpfelînen / tæte ich fliegen schînen Parz 487,9

MWB 3,2 637,14; Bearbeiterin: Herbers

kropfoht, kropfeht Adj. Suffix auch mit a-. ‘einen Kropf habend’ dâ von die läut kropfoht werdent, sam in Kärnden vil kropfoter läut ist BdN 103,24. 103,28; die Stîrer [...] habent vil kropfater liut EnikWchr 27533; dar nach quam ein kropfecht man von Artern unde wart gesunt bi dem grabe Köditz 94,17. 85,9. 94,16

MWB 3,2 637,23; Bearbeiterin: Herbers

kropfstôʒ stM. ‘Stoß an den Hals’ er pfie [empfing] vil smehú schelt wort, / bægling [Ohrfeigen] und kropfstoͤsse SHort 4147; vor Alexander dem rîchen / wart im dô ein kropfstôz, / daz er ûf die erde schôz Anteloye 341; AnteloyeD 371

MWB 3,2 637,30; Bearbeiterin: Herbers

kropfstôʒen swV. ‘an den Hals stoßen’ do wart der junge degen balt / vast gecropf stozzet [: grozzet ] WhvÖst 5371

MWB 3,2 637,35; Bearbeiterin: Herbers

1krœse stN. ‘Eingeweide, Gedärme’ man slecht nû so manig vê [Vieh] , / des vint man / guotiu krœsiu, houbt und vüezze SM:Had 20: 2,9; er schriet im eine wunden, daz im do zu hant / daz kröse an den stunden brach uz des libes want WolfdD (H) 1347,4; fleisch, fuͤze und beine, / kroͤse, haupt, hirn, sulzen gut, / zungen, unslit, kappen und hut / kumet von den schafen vil KgvOdenw 6,89. 3,21

MWB 3,2 637,38; Bearbeiterin: Herbers

2krœse stN. Bedeutung unklar, evtl. zu frnhd. krösen ‘rösten, braten’, übertr. ‘plagen, martern’? (s. DWB s.v. krösen 2b und Anm.z.St.): daz krösz und och der bettlertantz [hier für ‘Prügel’ ] / huob sich mangem ze fruo Bauernh 600

MWB 3,2 637,46; Bearbeiterin: Herbers

krosel Subst. zur Etymologie s. EWA 5,818f. s.v. krosal; s.a. AWB 5,432 s.v. krosila. ‘Knorpel’ kartilago: crosela Gl 3:434,43

MWB 3,2 637,51; Bearbeiterin: Herbers

krostel swF. krustel

MWB 3,2 637,54;

krot stNM. auch krudt UrkKöln , UrkPrivR ; zur Etymologie s. DWB 5,2412f. 1 ‘Belästigung, Beschwernis’
2 ‘(rechtliche) Beeinträchtigung’ (weitere Belege s. DRW 8,2f.)
   1 ‘Belästigung, Beschwernis’ hi mide erwarb si michel crot, / daz di furstinne reine / der selben megde alleine / hiz bi disen ziden / ir gelwes har besniden / nach der vor gesazten e Elis 7792; si erfulte sin gebot: / ir was ein niht des weges crot ebd. 7990. 6330; sint er [Adam] ubergangen hât / godes heiz und sîn gebot. / darumme er billich lîdet krot Erlös 834. âne/  sunder ~ : wir sullen, frouwe, gerne also / nach unser mugentlicher craft / werben uwer botschaft. / daz dun wir sicher ane crot Elis 575. 7403; sêlec sîn die ouch erkant, / der herze rein ist sunder krot. / die schouwent êweclîche got Erlös 4381; Elis 5803. – bezogen auf innere Zustände ‘Sorge, Kummer’ in disen selben forten / lide ich innerliche krot Elis 45. 5448    2 ‘(rechtliche) Beeinträchtigung’ (weitere Belege s. DRW 8,2f.): der zehende halber zu Husen ist der vrauwen an crot UrkDOHess 2:369,33 (a. 1326); weert dat yn up dat vurschreven erve ind guet eynche anspraiche, hyndernisse, krudt off moetnisse geschiege van yemanne UrkKöln 4,321 (a. 1349); UrkPrivR 147,31 (a. 1348)

MWB 3,2 637,55; Bearbeiterin: Herbers

krote stswF. auch krete, krotte und selten krade/  krate WildM , Macer . 1 ‘Kröte’
1.1 als Tier
1.2 bezogen auf bestimmte Eigenschaften oder Fähigkeiten
1.3 bezogen auf Menschen
1.3.1 in Vergleichen
1.3.2 als Schimpfwort
2 als Bestandteil eines Personennamens
   1 ‘Kröte’    1.1 als Tier: bufo: krotte VocOpt 46.017; rana frosc vel crota / creta SummHeinr 2:441,79; dannen chômen zewâre / chroten uile mâre, / ein here grôz unde breit, / deme lande was iz arbeit Exod 1372. 2068; des wart über al Êgypten lant / gotes zorn grôz bekant / mit zehen plagen herten, / [...] / man sach die luft mit bluote ergiezen, / dar nâch kroten schutte der regen UvEtzAlex 11411; der arzât [...] gap im ein polver daz dâ ein krete [: bete ] / wuohs in sînem magen Craun 162; dat sint naderin unde kraden WildM 3,369; buffo mag ain klain krot haizen. diu krot ist ain vergiftiger wurm und hât ain schelmig gesiht und ist unrain anzegreifen BdN 295,25. 296,11 u.ö.; SalArz 27,34; Renner 22035; HvNstAp 10829; RvEWchr 10023; EnikWchr 7719. sô gêt sie [die Katze] hin unde lecket eine kroten swâ sie die vindet under einem zûne oder swâ sie sie vindet, unz daz diu krote bluotet PrBerth 1:402,28. 1:405,18    1.2 bezogen auf bestimmte Eigenschaften oder Fähigkeiten: – die Kröte als Erdfresserin (s. TPMA 7,209): diu krote getar der erden niht / sat werden Renner 4807; diu krot hât die art, daz si fürht, ir zerinn der erden. dâ pei verstê wir die geitigen BdN 296,7. – vom Aberglauben, dass ein Stein aus der Kröte erwachsen kann (vgl. Hwb. dt. Abergl. 5,631 und → krotenstein): ez ist ûz dem garten ein abrahemschiu krote. / swenne diu gewehset, diu bringet einen stein, / daz in der werld diu sunne sô guotez nie beschein OrtnAW 510,4; borax ist ain krotenstain. den tregt ainrlai krot in dem haupt BdN 436,33. 437,4. 453,25. – als Symbol für etw. Schlechtes, hier ein Schandmal: an diner stirnen solte sin ein krote, / so spigete man dich an, sich, zuͦ gebote Meissner 2:17,11    1.3 bezogen auf Menschen    1.3.1 in Vergleichen: dô sprach er: ‘unsælic wîp, / wie habt ir iuwern verschamten lîp / geteilt mit einem sölichen man, / der niht engêt wan affen [humpeln] kan, / reht als ein bœsiu krot! / [...] ’ EnikWchr 25209. – auch sprichw. (vgl. Friedrich, PhrasWB, 255): zerblæjet (als ein) ~ ‘aufgeblasen wie eine Kröte’ zerbleget als ein krotte / bistu gar von hofart Martina 112,68; zerblæjet wart er als ein kröte KvWTroj 27274; [Salome ging] indie kemenaten / da sam ain krot zerbleget sas / ir muͦter Herodias SHort 3171. swellen als ein ~ : vor der zirblaten hohvart / div als ein krotte swillet Martina 9,1. 76,14    1.3.2 als Schimpfwort: ein wîp ich heime lie, / diu ist ein tœrschiu krot Neidh WL 37:2,4; ‘strîch von mír balde unde swîc! / [...]; / ich geschaffe, daz dich krot diu reise gar verbirt.’ ebd. SL 16:7,6    2 als Bestandteil eines Personennamens: Hannes diu Krot UrkCorp (WMU) 3002,44

MWB 3,2 638,15; Bearbeiterin: Herbers