k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
kreiʒeln
swV.
‘kreisförmig machen’
und allerzierleichst sint die praunen überprâwe an den frawen,
wenn si clain gekraizelt sint, reht als si ain mâler gepinselt hab BdN
10,28
MWB 3,2 574,25; Bearbeiter: Plate
1kreiʒen
swV.
‘sich kreisförmig bewegen, schweifen, streifen’
siv birsent vnde beizent / dur mangen walt si kreizent Martina
127,16;
übertr.:
nu muoz ich aber vürbaz kreizen / und sagen von grillen und âmeizen
Renner
20039;
daz ander alter puericia heizet / daz von siben iaren kreizet
Martina
264,4
MWB 3,2 574,29; Bearbeiter: Plate
2kreiʒen
swV.
‘ärgern, reizen’
al widermuͤde kreizde mich, / dat ich deste me minde dich
MarlbRh
103,39
MWB 3,2 574,36; Bearbeiter: Plate
kreiʒeswîse
Adv.
‘kreisförmig, zurück zum Ausgangspunkt’
wenn der gestimt luft sich widerstôzt an paumen oder an häusern
[...] sô lauft er [als Echo]
kreizesweise wider zuo dem tier, daz die êrsten stimm macht, und bringt im ain geleich
stimm wider BdN
16,17
MWB 3,2 574,39; Bearbeiter: Plate
kreiʒgengel
stM.
Übersetzung von mlat. gyrovagus.
‘Gyrovage, Wandermönch’
daz uierde munich geslæhte ist genant chraizgengil· di allez ir
leben in manigen landen dri oder vier tag zehuse sint in mislichen cellen vnd wallent
zaller zit· vnd wernt nimmer stæt BrAsb
1;
BrAdm
1
MWB 3,2 574,45; Bearbeiter: Plate
kreiʒlingen
Adv.
‘im Kreis herum’
ain slang, diu hât zwai haupt, ainz an der rehten hauptstat, daz
ander hinden an dem swanz oder an dem zagel und daz selb haupt machet, daz diu slang
kraizlingen lauft und hin und her zeuht BdN
263,10
MWB 3,2 574,51; Bearbeiter: Plate
kreiʒlot
Adj. Adv.
– Adj. ‘kreisförmig’
die pfedem [Melonen] sint gel und
kraizlot an der rinden BdN
391,8;
kraizlot in ainer krôn weis ebd.
301,24.
382,4.
348,14.
– Adv. ‘im Kreis’
und füert ainer den
[magnetischen] adamanten mit der hant auzwendig umb
daz vaz, dâ diu nâdel inn ist; dem volgt diu nâdelspitz inwendig, alsô daz si in dem
vaz auch kraizlot umbgêt BdN
433,31
MWB 3,2 574,56; Bearbeiter: Plate
krempfen
swV.
‘sich krampfartig zusammenziehen’
lützel ieman rügtte / ir baider schnelles kempffen. / sich
begunden krempffen / ze samen gar der helden sin GTroj
9990
MWB 3,2 575,1; Bearbeiter: Plate
krên
stM.
‘Kren, Merrettich’
diu wurz, diu etswâ merretich haizt und anderswâ kren
BdN
418,29;
swer kalt vnde vnuordeuwet vuchte hat in deme magin. der lege
chren in honic vnde in ezzic dri tage vnde nacht. vnde ezze im des selbin gnuc
SalArz
13,11;
uon gepuluerten crene ebd.
62,56.
8,3.
13,7.
– sauer, scharf wie Kren:
sin saf was ime svre, sam ein chren Bîspel (G)
252,11;
JTit
5980,4;
gegen dîner süeze ein krêne MarGr 18
196;
noch scherfer danne kren oder kressen JTit
4566,2.
– übertr.:
ir senfte wart ein krene JTit
4251,1.
– phras.:
do wart der win zechrene [da wurde es
ungemütlich]
StrKD
136,93
MWB 3,2 575,5; Bearbeiter: Plate
krenke
stF.
zu → kranc Adj.
1
‘Schwäche’
2
‘Schwächung, Zunichtemachen’ (zu kranc 1.2.3 , krenken
4 ) 3
‘Taille’ der Frau (zu → kranc Adj. 2
‘schmal’ )
1
‘Schwäche’
dich [Joseph] hilfet div chrenche
[Altersschwäche] niht Wernh
A 1727;
daz Orilus die krenke gewan, daz im an kraft nu misselungen / was
JTit
4933,2.
–
won mencilicher sin von krenki der nature bloͤde ist vn̄
virgessilich UrkCorp (WMU)
3220,13;
lœs uns in zît / von allem übel, süezer Krist, sît
dû weist unser krenke KLD: Kzl
18: 0,18.
–
zwîvel mînes lônes und der werltfreude krenke / diu zwei diu machent, daz
ich mînes sanges wil verpflegen Neidh
WL 21:6,1
2
‘Schwächung, Zunichtemachen’ (zu kranc 1.2.3, krenken
4):
minnen kraft mit freuden krenke / frumt in bleich
Parz
810,29
3
‘Taille’ der Frau (zu → kranc Adj. 2
‘schmal’):
ein gürtel brâht von Lunders [...]
dâ mit was diu gehiure / umbevangen an der krenke Wh
155,1;
mit zwein gürteln an der krenke, / ob der hüffe ame gelenke
Parz
232,29;
si was an der krenke / mit einem gurtel umbevangen
Ottok
7941;
TürlArabel
*R 285,1.
*A 280,1;
UvEtzAlex
14567.
23913;
UvEtzWh
1645;
Brun
271
u.ö.
MWB 3,2 575,18; Bearbeiter: Plate
krenken
swV.
Prät. i.d.R. mit Rückuml., aber krenkte z.B.
UvTürhTr
3583
(La.);
Krone
28951;
NvJer
8806.
1 tr. kranc machen 1.1 (körperlich, seelisch, intellektuell) ‘kraftlos, schwach machen’
1.1.1 mit Akk.d.S. 1.1.2 mit Akk.d.P. 1.2 übertr. zu 1.1.1 1.3
‘schädigen, beeinträchtigen, mindern’ usw. 1.3.1 mit Akk.d.S. (häufig jmds. Ansehen, Seelenheil) 1.3.2 jmdn. an (hinsichtlich) etw. (häufig an
êren ) 1.3.3 mit Akk.d.P. 1.4
‘zunichte machen’ (zu kranc
1.2.3 ) 1.4.1 mit Akk.d.S. 1.5
‘jmdn. einer Sache berauben, von etw. befreien’ ; 1.6
‘besorgt, traurig machen, betrüben’
2 refl. 2.1
‘kraftlos, schwach werden’ (vgl. 1.1 ) 2.2 übertr. zu 2.1 2.2.1 von der Kampfkraft des Heers 2.2.2 von einer schwächer werdenden Hufspur 2.3
‘Schaden nehmen, sich verschlechtern’ usw. (vgl.
1.3. ) 2.4
‘zunichte werden’ (vgl. 1.4 ) 2.5
‘betrübt werden’ (vgl. 1.6 )
1
tr. kranc machen
1.1
(körperlich, seelisch, intellektuell) ‘kraftlos, schwach machen’
1.1.1
mit Akk.d.S.:
den kranken glidern, diu daz paralis
[Lähmung] gekrenkt hât BdN
140,13;
wenn man si [Muskatnuss]
ze vil nützet, sô krenkt si daz hirn ebd.
372,8;
der tille
[Dill] stetecliche getrunken crenket daz gesichte
Macer
59,9;
daz ist abir aigenliche widir sich selbun gesúndot,
[...] der sime libe der notdúrfte
gebristit alde swa mit der mentsche sinen lip krenkit, daz er got deste
minre gedienon mac PrGeorg (Sch)
17,225;
uncheusche chrenchet starchen leib
HvBurg
438;
daz krenket och ir varwe ein teil [lässt
ihren Teint vollkommen verblassen] , / daz man si sach sô
selten geil Parz
811,27;
wan nâch des selben alters zil / menschlich natûre
etevil / gekrenket wirt und abe nimt JvFrst
8421.
–
gedanke nâch der künegin / begunden krenken im
den sin: / den müeser gar verloren hân, / wærz niht ein herzehafter
man Parz
224,16;
ougen lûter, klâr, / minneklichiu tinne / hât si,
diu mir krenket leben unde lîp SM:HvR
1: 2,5;
got hât dir gegeben / vernunst unde wîsez leben:
/ daz hâst dû gar von sîner kraft. / [...] daz
des dîn muot niht wizzen wil, / dâ krenkestû die witze dîn
RvEBarl
8771;
di trunkenheit crenket di sinne vnde den lip, di
gehugede vnde di vorstandenisse SalArz
33,39;
in dir strident de ruͥ ind diͤ
minne, / he krenkt ind si sterkt din sinne MarlbRh
23,38.
– bezogen auf kraft, sterke selbst:
swer der minne mere pflit denne he sal. der
krenket sine craft SalArz
24,4;
ez sint die veigen
[Feigen] in dem land India
[...] auzlendigen läuten gar schad und
krenkent ir sterk und ir kraft BdN
322,10;
wizz, daz dû dein kraft, dein schœne, dein
leben dâ mit [Unkeuschheit] krenkest ebd.
189,30
1.1.2
mit Akk.d.P.:
hatte jne so notvesten / mannheit niht gemaht, / jne hette so
verswachet / der gebrest vnd die arbeit, / das er müste sin verzeit. / doch
krenckte es jne gnŭg Krone
28951;
din kraft ist dir ze nihte guͦt, / won dich vil sere krenket /
die wundan und das bluͦt EckenlE2
130,12;
sô was gekrenket unser hêre, / daz er des krûzes
râfen swêre / ertragen nicht enmochte JvFrst
8015.
8043;
von dem begonde sente Vͦlrich
[...] mit vastenne sich sere krenchen
Albert
998;
dô begund in krenken / der tôt Ottok
8629.
–
sælic ist der bestêt [im Glauben] , /
daz er niht enwenket! / leider ir wirt vil gekrenket
LvRegFr
3872;
swel mentsch únsern herren unwirdeklich enphahet in sin
hertze, daz vol ist alasters und untugend, daz wirt me gekrenket denn
gesterket PrGeorg
84,6
1.2
übertr. zu 1.1.1:
got selbe ist der sunne, / ist der tak, ist div wnne, /
die nehein trube chrenket Wernh
D 2939
1.3
‘schädigen, beeinträchtigen, mindern’ usw.
1.3.1
mit Akk.d.S. (häufig jmds. Ansehen, Seelenheil):
ir habt [...] von im gesagt
daz iweren prîs / krenket, sint die liute wîs Parz
322,30;
UvTürhTr
762;
ob ez mir nimmer wurde leit, / ez krenket doch iur
werdekeit Parz
524,8;
UvLFrd
353,31;
frouwe, ez krenkt mir mîne zuht, /
[...] suln dise frouwen vor mir stên: / gebiet
in daz si sitzen gên Parz
582,11;
daz er sîn êre krenke Eracl
4854;
swenne ich ir êre krancte, / sô missetæte ich an mir / vil mêre
danne an ir ZwBüchl
268;
du krenkest dîn süezen namen, / sît daz du minne bist genant / und
doch gegen mir hâst gewant / sô gar unminneclîche site: / dâ krenkest du dîn
êre mite UvLFrd
142,26;
und wurde alsô gekrenket / sîn lûnt
JvFrst
8259;
rîter unt frowen / der leben sul wir lâzzen schowen /
daz got vil widerwertic ist [...] dâ mit sint si
die sêle chrenchen Erinn
294;
so we dir, pfaffe, daz du dich las nach dem scatze dürsten, / der dine
sele krenket dort Wartb (H)
421:3,8
1.3.2
jmdn. an (hinsichtlich) etw. (häufig an
êren):
sweder ir dâ wurde erslagen / od gekrenket an den
êren Iw
7281;
daz ir daz nit schaden tuot, / noch an êren krenket
SM:Te
10: 2,5;
sît sî [Unmäßigkeit im Trinken] den man an
lîb, an guot und an den êren krenket. / si schât ouch an der sêle
Walth
29,27;
UvTürhTr
3583;
KvHeimUrst
1250.
–
ban schadet ze der sêle unde nimet doch nieman
den lîp [...] noch krenket nieman an lantrehte
noch an lêhenrehte da envolge des küniges æhte mite
SpdtL
225,15.
–
daz kein úwer schefli gekrenket werde an
siner sele Seuse
381,26.
463,4
1.3.3
mit Akk.d.P.:
lêre krenket kintheit / unt nimet in fröude unde kraft
AlexiusF
126;
swa ez mich niht süle krenken, / da geschehe iu allez
des ir gert Iw
7462;
kunnet ir niht fürsten schônen, / wir krenken ouch
die krônen Parz
415,22;
[Jakobs] tochter Dina vrut / Sichem, der vurste
hochgemut, / crenkte und ir tet gewalt [vgl. Gn
34,1f.]
HistAE
787;
man sol in alsô
krenken [erniedrigen] / und an daz krûze
henken JvFrst
6941;
ein durftiger sô gekrenket ebd.
7941;
das sie an im [Gott] niht
wanctin / und sich gein im niht cranctin [unwürdig
machten] , / so das si sine hulde verlurn
RvEWchr
17101;
hey [Heidenkönig] sal sy
[Christin] offenbare / nemen zo eyme wyve /
ind krencken sich mit yrme lyve KarlGalie
10755;
ich vürhte, dîn wirdikheit / wære dâ von [Inzest mit
der Tochter] entnihtet / und dîn êre entrihtet. / daz solt
dû bedenken / und solt dich sô niht krenken Mai
24,10.
–
man muoz unde sol / des biderben wol gedenken, / den bœsen
mit rede krenken ErnstD
5230;
niemen sols mit worten krenken: / wan ir lop kan
nimmer werden kranc KLD: UvL
52: 2,5
1.4
‘zunichte machen’ (zu kranc
1.2.3):
1.4.1
mit Akk.d.S.
– Freude, Kummer:
diu minneclîche frouwe mîn, / diu mir wil fröide krenken
KLD: FvL
2,11;
daz krenket mîner wunne spil / und ist an
vröuden mir ein slac KvWTroj
29084;
meie trûren crenket KvWLd
4,17;
wîbes minne trûren krenket KLD: Kzl
8: 3,1;
KLD:BvH
4: 3,11;
SM:KvL
17: 3,10;
Bussard
318;
sorge krenken MF:Fenis
3:1,1;
starken kumber krenken KLD: BvH
11: 3,2.
– Recht, Unrecht:
daz er reht sterke, unde unreht krenke SchwSp (W)
102,2;
daz wir daz gebot iht krenken
[übertreten]
EnikWchr
1833.
– Wahrheit, Lüge:
Silvester / wil uns überwinden hie / und velschet offenliche die /
gelübde sîn mit worten: / er krenket zallen orten / die wâhrheit sîn
KvWSilv
3930;
diz kunde wol bedenchen / und velsche
lúge krenchen [Salomon als Richter] /
der edil gotis degin wert RvEWchr
32266.
– Macht, Herrschaft:
durch die ungehorsam der unndertane wirt
gekrenncket der gewalt des herschendenn [...]
und weginnent die unndertan ze herschen HvHürnh
3,15;
du has gekrenkt sin böse macht, / sin mechtich
bosheit is nider gelacht MarlbRh
59,7.
– Glauben, Heiligkeit:
du krenkest und schendest den heligen cristanen
geloͮben Mechth
6: 21,4;
sô wære got niht ein rehter rihter
[...] dâ mite wære rehte der
kristengloube gekrenket PrBerth
1:491,35;
er wolde gerne krenken / an im sin heiligez leben Pass
III
219,24
1.5
‘jmdn. einer Sache berauben, von etw. befreien’;
mit Gen.d.S.:
doch mac mîn hêr Gâwân / der minn des niht entwenken,
/ sine welle in freude krenken Parz
534,4;
er wil unsen hêren / aller sîner êren / verstôzen oder
crenken SAlex
1637.
–
an etw.:
ez sî wîb oder man, / die krenket herzeminne / vil
dicke an hôhem sinne Parz
365,9;
wie manigen wîs si wenchent / und sich an sælden
chrenchent KvHeimUrst
716;
das du [...] dine viende
bekerest und krenkest an irre bosheit Mechth
6: 37,47
1.6
‘besorgt, traurig machen, betrüben’
den phistir und den schenchen begunde ein troͮm chrenchen
GenM
80,28;
[Maria] wart gros jamer krenken WernhMl
10732;
vil sêre wârn betrûbit / der meistir und dî brûdre al, /
want sî crenkte dirre val / vil sêre, dî dâ lâgin tôt NvJer
8806;
sô muoz mich wol krenken / sorge âne trôst KLD:
UvL
10: 3,1;
din suͤze herze krenkt de ruͥe
MarlbRh
24,3;
so in sin tobesuht keme an / und in krenchen begunde
RvEWchr
23893.
– oft im Minnesang, durch Gunstentzug:
ir vremeden krenket mir daz herze mîn MF:
Mor
5: 3,3;
MF:Wolfr
8: 5,7;
sâ begunde sî mich krenken, / wan si nam ir fröide mir
KLD: BvH
6: 2,7;
mich lât mîs herzen küniginne / trûren unde krenket mir
die sinne SM:JvW
5: 1,2;
sît sî mich alsô krenket, / daz sî
[...] hôhen muot sô tiefe in sorclîch trûren
mir versenket KLD: BvH
5: 2,8;
jâ si denket (daz mich krenket vil der tage) / daz ich
ir niht dienen müge KLD: GvN
34: 5,5;
sô lîde ich nôt von einem reinen wîbe; / diu mac mich wol heilen unde
krenken KLD: MOvB
5:3,5
2
refl.
2.1
‘kraftlos, schwach werden’ (vgl. 1.1):
so beginnent sich diu wort krenken / und erstummet im der munt
LvRegSyon
3584;
des menschen stimm sterkt sich von dem vierzehenden jâr
unz an daz alter; sô krenkt si sich dann BdN
16,28;
sîner tohter schîn / sich ouch vor jâmer krenken mac
Parz
189,29.
–
des kumt uns dicke in den gedanc / eteswaz, dâvon wir werden kranc. /
dâ sul wir uns doch hüeten vür, / daz unser frîe willekür / sich iemêr sô
gekrenke, / daz sie von gote wenke / in einen boesen willen
LvRegSyon
2214;
wie solt ich armez wîp [...]
/ alsolher nôt [in solchem Leid] bî sinne sîn? /
etswenn sich krenket ouch der mîn [= mîn sin]
Parz
616,30
2.2
übertr. zu 2.1:
2.2.1
von der Kampfkraft des Heers:
dâ mite [durch Abzug von
Rittern] krenket sich mîn wer Parz
286,9;
und daz sie gesigeten nie / und begunden tegelich /
an wer, an kreften krenken sich RvEAlex
17950
2.2.2
von einer schwächer werdenden Hufspur:
do begunde krenken sich ir spor: / sich schieden
[sie teilten sich] die dâ riten vor. / ir slâ
wart smal, diu ê was breit Parz
249,5
2.3
‘Schaden nehmen, sich verschlechtern’ usw. (vgl.
1.3.):
sô krenket sich mîn minne Parz
619,19;
dâ von sich krenk diu êre mîn UvLFrd
124,24;
dâ von sich krenket unser art [nimmt unsere
Familie Schaden] , / dar an sint beide unbewart / ir werdekeit
und dîn prîs Wh
157,17;
diu werlt ist leider al gemeine valsches unde untriuwen vol /
[...] diu werlt hat sich gekrenket sere nu bi minen
tagen FvSonnenburg
22,5
2.4
‘zunichte werden’ (vgl. 1.4):
waz ob sich krenket
[scheitert] al mîn werben? Wh
139,5;
wê der vertânen hende, / diu nâch dem lône wirbet, / dâ
von ir kraft verdirbet / und ir gewalt sich krenket KvWTroj
19319
2.5
‘betrübt werden’ (vgl. 1.6):
du solt dich niht krenken / dar umb und niht betruben
Minneb
4402
subst.:
allez trûren, allez krenken / müeste snelle mir
entwenken, / ob si mich ze liebe enpfât SM:HvT
2: 3,8
MWB 3,2 575,39; Bearbeiter: Plate
krenkene
stF.
‘Schwäche’
wider die wollust und krenkine menschlicher sinne
Mechth
5: 22,34
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 3,2 578,55; Bearbeiter: Plate
krenkenus
stF.
‘Beeinträchtigung’ (rechtl.):
vnde der kriech [...] sol beliben vnde stan
gvͤtelich an ietweders schaden vnde kraͤnkenust sines rehtes
UrkCorp (WMU)
844,26
MWB 3,2 578,58; Bearbeiter: Plate
krenkern
swV.
‘beeinträchtigen, schwächen’ (rechtl.):
vn̄ enzihe mich alles rehtes vn̄ gewonheit dez landes, da mit ich
oder min erben diz vorgenanten gelúbde wider ziehen moͤhten oder
krenkeron deheinen weg UrkCorp (WMU)
3505,12
MWB 3,2 578,62; Bearbeiter: Plate
krenkunge
stF.
‘Beeinträchtigung, Schwächung, Minderung’ (rechtl.):
vnd allez, daz ich dar an gegeben mochte ane chrenkunge des rechtes, daz min herre
[...] dar an hat UrkCorp (WMU)
1564,19
MWB 3,2 579,3; Bearbeiter: Plate
krenzeleite
stF.
‘Kranztragen’ ? (vgl. Komm.z.St.):
leider habent sî [Blumen] der krefte niht: / sî mac
brechen swer der wil. / dâ von ist der krenze leider [La.
krenzeleite
] vil / dâ man bî dem krenze unfuoge siht
KLD: WvMezze
9:11
MWB 3,2 579,7; Bearbeiter: Plate
krenzelîn, krenzel, krenzlî
stN.
auch kranzel; Dimin. zu →
kranz
stM.
‘kleiner Kranz’
1 vom Blumenkranz, als Haarschmuck (häufig im Reim auf → swenzelîn
‘Schleppe am Kleid’ ) 2 vom Rosenkranzgebet (Rosarium Marias, vgl.
rôsenkranz
stM.,
rôsenkrenzelîn
stN.)
1
vom Blumenkranz, als Haarschmuck (häufig im Reim auf → swenzelîn
‘Schleppe am Kleid’):
ir sult iuwer swenzel / krispen, dirne guot / (êst erne zît!),
krenzel / machen ouch ûf die vîrtage SM:Had
24: 1,3;
séht, wìe sich vréut bóum ùnde wíse! /
dár àb ich mír híuwèr gelíse / von den gelfen
bluomen / ein kränzel, daz ich trage / alle vîretage Neidh
SL 16:3,4.
SL 17:7,9;
swa si get an dem tanze / mit ir rosenkranze, / dar obe ein
ander krenzel Tannh
4,67;
kindlin [...] liebiln al den rosen zu
/ bi dem touwe morgens vru, / zwickent die an ir crentzil Daniel
1977;
ir fúrnemes sumerliches krentzli
Seuse
447,9;
Virg
135,8;
Pass III
137,28;
PrBerth
2:379,34;
si treit der megde kranzil / [und] den lilien wizen
swanzil / den si mit kivschi erworben hat Martina
5,69
2
vom Rosenkranzgebet (Rosarium Marias, vgl. →
rôsenkranz
stM., →
rôsenkrenzelîn
stN.):
da hin karte er sich balde / [...]
durch sin gebet, / daz er al darinne ouch tet / mit harte grozer andacht. / in di
gehugde wart im bracht, / daz der vrouwen crenzelin / noch ungesprochen was gesin; /
daz hub er vrolichen an Pass I/II (HSW)
15721
MWB 3,2 579,12; Bearbeiter: Plate
krenzelkrispen
stN.
spöttisch für aufwändiges Frisieren (zu krispen
‘kräuseln’):
ist aber er [Ehemann] ein nascher, sô hilfet ez niht
allez dîn [Ehefrau] krenzelkrispen und allez dîn
krespelkrispen niht PrBerth
1:414,35
MWB 3,2 579,37; Bearbeiter: Plate
krenzen
swV.
‘bekränzen, jmdn. mit einem Kranz schmücken’, übertr., ‘jmdn. ehrenvoll
auszeichnen’
her kront mich unde krantzte / mit truwenrichir erin solt Baldem
252;
Frl
5:87,5
MWB 3,2 579,42; Bearbeiter: Plate
krepfelîn
stN.
Dimin. zu →
2krapfe
.
zur ahd. / frmhd. Glossenüberlieferung (u.a. SummHeinr und
GlHvB ) vgl. AWB 5,383 s.v. krâphilîn. –
‘kleiner Krapfen, Kräppel’
ein guͦt gebackenz. rib kese, menge den mit eyern vnd
scharbe gesoten spec dar zvͦ, mache ein schoͤnen derben teyc vnd
fuͤlle den kese vnd die eyer dor in vnd mache krepfelin vnd backe sie in butern
oder in smaltze noch der zit vnd gib sie warm hin BvgSp
44;
krepfelin und bastede / macht man uz eyern bede KgvOdenw
2,131;
phankuchen und krepfelin ebd.
9,39
MWB 3,2 579,46; Bearbeiter: Plate
krësem, krësem-
→
krisem
, krisem-
MWB 3,2 579,58;
krësen
stV. (V)
(Prät.Pl. nicht belegt)
‘kriechen’
1 die Bewegungsart der Kriechtiere 2 von Menschen 3 übertr., mit unbelebtem Subj.
1
die Bewegungsart der Kriechtiere:
vbir din brust solt du [Schlange] gen,
oͮfreht nimmir mere gesten, / die erde solt du ezzen, chresent solt du si
mezzen GenM
16,25;
von diu muoz er ûf der erde / an den brusten cresen iemer
mêre Kchr
2416;
allez daz lebentich was, ez uluge gienge ode chras GenM
11,4;
diu arche was entslozzen. / dô gie ûz und grast [Hs.
chras
] / allez daz dar ínne was, / an die
suozen weide Aneg
1962;
mit den vligintin, / swimmintin undi cresintin
[Geschöpfen]
SuTheol
94;
Gen
406;
VMos
12,15;
Wernh
574.
1184;
swaz uf erden get, swebet oder kriset MarGr 10
2,6;
[der Kranich zum hochmütigen Pfau:] ich vliuge in dem
lufte enbor. / dane schadet mir krût noch hor / [...] dun
dunkest dich nie sô spæhe, / dune müezest doch hie inne
[
krût und hor
] kresen
Bîspel (Pf)
24,27
2
von Menschen:
dez svn siv [die Sünder in der finstern Hölle] ane
lieht wesin / und vf allen vierin kresin Martina
67,84.
21,58;
sa suln sie billich iemer cresen JMeissn
A 1:19,17;
wenn er [verwundeter Ritter] müde was / vnd an
allen vieren krasz / jn dem sne vf dem gras Krone
12389;
daz ez [l. er
] ze wâre wære / dâ vor
ein ritter gewesen, / swie kûme er kæme dar gekresen GFrau
2812;
disiu sieche vrouwe [...] her ûz kras
[aus ihrer Unterkunft]
ebd.
1872;
übertr., ‘sich hinschleppen’
si kos ir aber anderswa / in eime dorfe zu wesene, / in armut hin zu cresene
Elis
6634.
–
‘in etw. schlüpfen, sich hinein winden’
nu lâz mich in den ermel dîn / beide sliefen unt ouch kresen; / ich wil
verholn bî dir wesen Mönchl
175;
sus in ain ander kresen / sah man si in dem strit
WhvÖst
8760
3
übertr., mit unbelebtem Subj.:
als er ir leibes enphant,[...] minne chras von lide
ze lide / vnd began in gar enzünden Krone
11710;
so heymlich mag auch niht gewesen, / ez enmuze ie doch zu
lihte cresen [
in palam veniat Mc 4,22 ]
EvStPaul
2931
MWB 3,2 579,59; Bearbeiter: Plate
krësm-
→
krisem
, krisem-
MWB 3,2 580,34;
krespelkrispen
stN.
PrBerth
1:414,35,
s. →
krenzelkrispen
MWB 3,2 580,35; Bearbeiter: Plate
kresse
swM.
‘Gründling’; vgl. AWB 5,309 s.v. kresso1
zur
SummHeinr -Überlieferung (als Glosse zu mlat.
gracius).
MWB 3,2 580,37; Bearbeiter: Plate |