k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
krân-, krâwenvuoz
stM.
‘Krähenfuß’, nur als Bestandteil von Personennamen:
her Cunrat der Kranfuz UrkCorp (WMU)
3263,41;
her Vlrich Chranfvͦz ebd.
3515,34;
vmb hern Vlrichen den Honkhvser, des Crawenfvzes tohterman ebd.
2603,8
MWB 3,2 549,12; Bearbeiter: Tao
kranwurz
stF. , -wurze
swF.
1
‘Storchschnabel’ (vgl. Marzell 2,645 und 647), Glossenbelege
des 13. und 14. Jh.s s. AWB 5,380 2
‘Wacholder’
1
‘Storchschnabel’ (vgl. Marzell 2,645 und 647), Glossenbelege
des 13. und 14. Jh.s s. AWB 5,380
2
‘Wacholder’
(bildl.:)
si hat oͮch in irem munde guldin zen, da kúwet
si mitte die himelschen kranwurtzen, das sint der propheten sprúche
Mechth
4: 3,42
MWB 3,2 549,17; Bearbeiter: Tao
kranz
stM.
‘Kranz’, meist aus Blumen oder Zweigen geflochten als Feier- und Festschmuck auf
dem Kopf getragen
1 eigentl. 1.1 allg. 1.2 speziell 1.2.1 als Zeichen des Sieges 1.2.2 als Helmschmuck 1.2.3
dürnîner ~
‘Dornenkrone’
1.2.4
kranz von sternen 1.2.5 Kranz aus Heilkräutern 1.2.6 Kranz aus Laub, als Dekoration für eine Speise 2 in vielfältigen bildl. Ausdrücken 2.1 ohne Gen.-Attr. 2.2 mit Gen.-Attr. zur Hervorhebung eines Begriffs. 3
‘Kranz-, Ringförmiges’
1
eigentl.
1.1
allg.:
zwene cranze geflochten uz uon blumen / di in deme
paradise stunden / grune jemer ane underlaz Litan
1084;
nement, frowe, disen cranz, / [...] sô zieret ir
den tanz / mit den schœnen bluomen, als irs ûffe traget
Walth
74,20.
75,8;
der sol von rosen einen kranz / / tragen
Tannh
2,76;
der [
rôsen
] sante ich Vriderûnen /
einen wolgetânen kranz Neidh
SL 22:2,8;
ir sult mir einen kranz / von eines boumes rîse / gewinn
Parz
600,20;
si truͦgen alle guldine krenze
Mechth
4: 22,21;
dô muosten aber die vrouwen / mit den rittern tanzen. /
schœniu kint mit kranzen / die giengen wol sô mans dô pflac
UvZLanz
658;
sîner vreuden was er rîch / under sînem kranze Neidh
WL 19:4,5.
– Blumen ze einem kranze brechen, lesen:
der mir hie bevor in mînen anger wuot / und dar inne rôsen zeinem
kranze brach Neidh
WL 34:6,2;
dâ [auf der Heide] si
bluomen zeinem kranze / brichet, den si zuo dem tanze / tragen wil
SM:St
7: 2,5;
Tannh
3,7;
ein wise [...], / dâ mir mîn geselle zeinem
kranze las [gepflückt, näml. Blumen]
Neidh
SL 21:2,5
den ~ brechen:
frouwe, wâ brich ich den kranz
[...] ? Parz
601,15.
603,30;
SM:KvL
1: 1,10
1.2
speziell
1.2.1
als Zeichen des Sieges:
‘ir söllen stritten: / weder an den zitten /
rechten sige fürett hin, / der sol des andren küng sin, / des hoptt wil ich
schone / machen aine crone.’ / [...] von
blümen er ain krentzlin brach, / dem sighaften stiere / zwang er den krantz
vil schiere / vast entzwüschen dü horn GTroj
1782
1.2.2
als Helmschmuck:
dô Gâwân daz rîs gebrach / unt der kranz wart sîns
helmes dach Parz
604,8;
ûf sînem helme der biderbe truoc / ein krantz von gansvedern grôz und
wîz UvLFrd
482,23.
170,27.
485,21;
ein kranz prîslîchen guldîn / gleste ûf des helmes
krône, / dar în gestecket schône / vergulter gîres vedern vil, / dar an
gehangen âne zil / von golde wunnenclîch talier HvFreibJoh
126
1.2.3
dürnîner ~
‘Dornenkrone’
der den dürnînen kranz / ame kriuze ûf hete, den
rûhen huot Wh
357,28
1.2.4
kranz von sternen:
von sternen treit er [Marias himmlicher
Bräutigam] einen kranz. / her Dâvît und her Salomôn / die
herphent dâ den süezen dôn Philipp
983
1.2.5
Kranz aus Heilkräutern:
di viol gerochen oder uf dem huͦbet in cranzes
wise getragen vertribet di trunkenheit Macer
17,4;
swem daz houbt we tuͦt, her mache einen cranz
dar abe [aus Eisenkraut]
ebd.
64,13
1.2.6
Kranz aus Laub, als Dekoration für eine Speise:
einen krantz al druͤmme gestozzen mit laubern
BvgSp
94
2
in vielfältigen bildl. Ausdrücken
2.1
ohne Gen.-Attr.:
der sorgen [part. Gen.] zeime
kranze [sehr viele sorgen (Bartsch/ Marti
z.St.)] / trag ich Parz
418,18;
daz diu riuwe ir scharpfen kranz / mir setzet ûf
werdekeit / die schildes ambet mir erstreit / gein werlîchen handen ebd.
461,18
(vgl. dürnîner ~
Wh
357,28
unter 1.2.3);
nu, vro Rúwe, ist iwer cranz / gevlohten
soͤne [= schône
] worden ganz /
an den von den der welte pris / bluͦte in bluͤndes bluͦmen
wis / nach weltlicher werdekait RvEWh
2095
(vgl.
der rúwen cranz ebd.
1021
);
diu kiuschekeit [...] hât gezieret
dînen kranz SM:EvS
1: 4,4;
daz Berne an êre truoc den kranz WälGa
2447;
ein kranz, den ere geblümet hat, / ein krone tugentlicher tat
[...], daz ist von Mekelenburc her Heinrich
Frl
5:11,13;
sin rede ist als ein blünder kranz ebd.
11:1,12
2.2
mit Gen.-Attr. zur Hervorhebung eines Begriffs.
– meist mit Wörtern positiven Inhalts (êre, kiusche, lop
usw.):
gewalt vert ûf der strâze: / setze ûf wider der êren
kranz KLD: UvL
59: 3,12;
du hâst von kindes jugende / getragen ie der êren
cranz, / dîn sin ist lûter unde ganz / an triuwen ie gein mir gewesen
KvWWelt
141;
HvNstAp
11363;
wîplîcher kiusche lobes kranz / truoc si mit armüete
Parz
260,8;
der megede bleip der kusche kranz
HvNstGZ
1410;
HvBurg
538;
wip, din nam in worte / behelt des hosten lobes kranz
Frl
8:19,18;
man sach [...] slac gên slac und stich gên
stich. / ich wæne ie [nie] sô ritterlich /
würde erworben lobes kranz Reinfr
17377;
daz iwer vil manlich ellen / in dem strite uf
Alytshantz / truͦg vor uns des prises krantz Rennew
7766.
20428;
kom, minnen schüler, dich wil ere in ir tanz! / setze uf den kranz /
der manheit unt der milte! Frl
5:9,2;
allen werden vroͮwen / ist an
im [durch seinen Tod] verhoͮwen / der
vroͮdin schilt, der sælden cranz RvEWh
2045;
ir beider tugent kranz RvEGer
6597;
wârheit, aller tugent ein kranz, / sînem houbet obte
Ottok
12670;
daz die milte / ein kranz ist rechter tugende gar Frl
6:8,2;
und jach des ûf die triuwe mîn, / daz wîp ein krône,
ein bluomenschîn, / [...] und manlîcher vreuden
kranz [...] wære RvEBarl
11814;
dirre lief, jener spranc; / dirre seite, jener sanc; / hie was buhurt,
dort was tanz: / diu ritterschaft truoc vreuden kranz RvEGer
6398;
Rennew
5506;
KLD:UvL
46: 1,3;
wol geblüemet und wol geberlt / ist
sîner [Gottfrieds von Straßburg] blüenden
vünde kranz, / vil reine, lûter unde glanz / ist sîner rîcher künste hort
HvFreibTr
35;
roys Gramoflanz, / der der werdekeite kranz / treit
Parz
632,28;
wie hastu [Gott] dann der
wisheit krantz / besloßen [verschlossen] und die
nuͤtzten kunst / fur den heißen mynnen brunst Minneb
5396.
– seltener mit Wörtern negativen Inhalts (riuwe, schande,
unvuoge):
und sol ich [der Dichter]
der rúwen cranz / mit jamer iendert machen ganz / dekainem werden
wibe / mit clabaͤrem libe? / das tuͦt an den maͤren we
RvEWh
1021
(vgl.
2095
);
da von der teufel kronet dich / mit der schanden krantz
und ouch mich Erz III
6,124;
er treit der unfuoge kranz / unde heizet Meljacanz
Parz
343,25.
– auszeichnend von Personen, ‘(höchster) Inbegriff von etw.
(Gutem)’
si was der êren kranz EnikFb
2331;
got, der eren krantz Erz III
6,685;
Obilôt wirt kranz / aller wîplîchen güete
Parz
394,12;
daz mere wit alumme trat / wie der reine Zozimas /
[...] were er [...]
ein crantz der kuscheit Vät
33666;
man gap eteswâ ze swester mir / ob aller clârheit den
lobes kranz, / ein maget diu nam der sunne ir glanz Wh
292,11;
Tesereiz, der minnen kranz ebd.
86,3;
TürlArabel
*R 71,20;
JTit
1339,1.
3040,1.
3402,4;
HvNstAp
1602;
du selden kranz JTit
1275,2;
man hieß in wol der tugent krantz
HvNstAp
19523;
vrouwe Lârîe, der vreuden kranz Wig
8887;
do sahent die Brabande sa / den wunsch, des wunsches
wunnen cranz [d.i. Amelie]
RvEWh
3719;
Dêîdamîe [...], / diu truoc
ir aller wunne kranz KvWTroj
15341
3
‘Kranz-, Ringförmiges’
swa ez [
gestein
]
ruͤrt der sunnen glantz, / daz ie wirt umm den stain ain crantz, / der hitzet
und glestet WhvÖst
12606
MWB 3,2 549,23; Bearbeiter: Tao
krap|armbrust
stM.
‘Hakenarmbrust’ (Englisch, Ottok., S. 31):
mit kraparmbrusten starc, / dâmit man an die vînde schôz
Ottok
77385;
von erst schol haben ie der man, der an dem rat ist, ein craparmbrust und ein
tartschin BWB (Sch)
1,145
(Bamb. Stadtb.; 1306-1333)
MWB 3,2 551,29; Bearbeiter: Tao
1krapfe
swM.
oder ist krâpfe mit langem -â- anzusetzen? vgl. ahd.
krâpho AWB 5,384-387.
– auch krape.
1
‘(Wider-)Haken, Klammer’
2
‘(kleine) dreizackige Gabel’
1
‘(Wider-)Haken, Klammer’
aspidiscos grece, uncinus latine vel gumfo: krapho, hako
SummHeinr
1:372,418.
2:86,233.
2:168,315.
2:547,01.13;
zô den enden und an den orten [des
Wandteppichs] / wâren tûre borten / und elfenbeinîne crapfen, / di
hangeten an den ricken SAlex
5963;
zuo den schiffen wider dan / grôze ketenen giengen, / dar an
die kraphen hiengen RvEAlex
9112;
bildl.:
glîchsenheit mit gîtikeit / aller sünden krapfen treit Renner
21394;
in einem Vergleich:
hellenbarten [...] : / vorne scharf,
dannoch dar în / en vier enden lange nagele sîn, / gespiz alsam crapfen
[Hs. crapen
]
Kreuzf
5665.
– an einer Waffe:
Walegrape zukte den crauwel so sere zo im, / daz Renoart
[...] of de knie quam: / douch woulter den craphen
van sinre hant nit lan Alischanz
585.
– als Folterwerkzeug:
die iuncvrowe er ufhienc / mit vil grozer ungehabe, / und liez ir vleisch
ir zerren abe / mit starken krapen Pass III
342,91.
391,22;
die vaigen túvel [...] zukent die armen
sel mit krapfen und mit kroͤlen PrGeorg
69,11;
PrWack
27,52.
28,37;
Martina
212,19
2
‘(kleine) dreizackige Gabel’
fuscina vel fuscinula: croͮwil, creul, crapho SummHeinr
2:297,66
MWB 3,2 551,35; Bearbeiter: Tao
2krapfe
swM.
aus semantischen Gründen von
1krapfe
getrennt angesetzt.
‘hakenförmiges Gebäck (mit Füllung), Krapfen’ (vgl. Heyne, Hausaltertümer
2,276f.):
artocrea: krapho SummHeinr
2:40,167;
artocrea: crapho ebd.
2:173,380.1;
artocreę: krephilin, kraphun ebd.
1:336,312;
einen krapfen. so du wilt einen vasten krapfen machen, so nim
nuͤzze vnd stoz sie in einem mörser vnd nim epfele als vil vnd snide sie drin
wuͤrfeleht vnd menge sie mit wuͤrtzen, welherley sie sin, vnd
fuͤlle daz in die krapfen. vnd lege sie in ein pfannen vnd la sie backen
BvgSp
59.
58.
60.
61;
ein Trühendingær phanne / mit kraphen selten dâ erschrei
Parz
184,25.
207,2;
weder krapfe noch daz smalz / von den werden mannen / selten lûte in der pfannen
ErnstD
3548;
us kuͤchel mel / krapfen und bastel, / gefúrriert
mit edelen dingen SHort
4096;
das wælisch ezzen git man nivr zwir in dem iar, an send Johans tag vnd ze
herrenvasnaht, so git man ez des morgens, vnd ze demselben male git man ovch chrapfen
vnd pfadelat UrkGeisf
416
(13. Jh.);
UrkCorp (WMU)
3204,9.
487,14;
StiftZwettl
663;
nû nenne mir [...] dîne gesellen,
[...] die dich daz gelêret haben, / daz dû dem rîchen manne
/ sîne habe nemest danne, / sô er zuo den krâphen izzet brôt Helmbr
1183.
1143;
wan mich hât her Rûmolt / mit kraphen und mit brâten / in strîte alsô berâten /
daz mir diu lide müezen swern Bit
12699.
10615.
– als Bild der Schlemmerei:
mir tuont mîn drî rihte [Gerichte, Speisen] / dâ
heim volliclîch alsô wol, / sam ob ich wære kraphen vol / und manger hand present
Helbl
2,10;
sô trûwet maniger niht, daz er iemer genesen müge, daz er ze allen zîten niht
vol ist als ein krapfe PrBerth
1:103,39;
so sol man des geruchen, / daz ie den hunden [den Jagdhunden vor
der Jagd] sin die krapfen ungesunt Frl
5:64,7
MWB 3,2 551,61; Bearbeiter: Tao
krapfenbacher
stM.
‘Krapfenbäcker’ (vgl. Matzel, Wortschatz, S. 175):
umb Hoͤrdlein den chrapffenpacher UrkRegensb
751
(ca. 1325–1350)
MWB 3,2 552,34; Bearbeiter: Tao
krappelen
swV.
1
‘sich krabbelnd bewegen’
2 viell. ‘zwicken’ (s. Glossar s.v.; vgl. aber auch grappeln DWB 4,1,5, 1892f.), subst.
1
‘sich krabbelnd bewegen’
aber ich wæn, daz si [die Küken]
dick die airschaln mit irn snäbeln öffen und her für krappeln mit dem haupt des
êrsten BdN
193,35;
ich bin mit sußer mynne gewel / so girlich uber krupfet, /
daz mir daz hertze hupfet / innewendig und krabelt Minneb
2367
2
viell. ‘zwicken’ (s. Glossar s.v.; vgl. aber auch grappeln DWB
4,1,5, 1892f.), subst.:
zu hant in siner cloen / vor zorn er
[Adler] mich da uff zucket; / zu samen er die drucket,
/ daz ich vor leide wart zabeln. / sin grymmen und sin crabeln / durch greyf mich
gentzlich in unguͤt Minneb
5268
MWB 3,2 552,37; Bearbeiter: Tao
cras
Adv.
lat. ‘morgen, am folgenden Tag’, hier als Ruf des Raben
(vgl. TPMA 8,244):
ih brestiger habin scherne [l. habinscherbe
‘Topfscherbe’ (vgl. Litan (M) , App. z.St.)] , /
waz ob ih morgen sterbe? / [...] ih spreche jemer same der rabe
cras cras, / daz quit morgen morgen, / so wil ih besorgen / daz ih gote miner sundin
wandel getu. / wir gibit mir frist biz morgen frv, / daz ih hute uf scube?
Litan
488;
sô schrîet der unsælige rappe: ‘cras, cras’, daz ist ein wort in
latîne unde bediutet in tiutsche: ‘morgen’ PrBerth
1:423,15
MWB 3,2 552,49; Bearbeiter: Tao
kraspelen
swV.
‘rascheln’
ist dann daz im [dem Wolf, der auf die eingezäunten
Schafe lauert] ain fuoz rauscht oder kraspelt an dem zaun, sô peizt er
sich selber in den fuoz, sam ob der fuoz dar an schuldig sei BdN
148,11
MWB 3,2 552,60; Bearbeiter: Tao
krastelen
swV.
‘knistern’
daz mir daz hertze krasteln / wart sam ein durrer spach
Minneb
3292
MWB 3,2 553,1; Bearbeiter: Tao
krastplen
swV.
Vermischung von
kraspeln
und
krasteln
(vgl. DWB 5,2068).
‘knistern’, von brennendem Holz, hier subst.:
und dar umbe, ê diz her zuo kome [dass das Holz ganz
im Feuer aufgeht] , sô ist dâ iemer ein rouch, ein widerkriec, ein
prasteln [La. krastplen
] , ein arbeit und ein
strît zwischen viure und holze Eckh
5: 34,2
MWB 3,2 553,3; Bearbeiter: Tao
kratte, krette,
gratte
swM.
‘Korb’
calathus, cartallum: zeina, cretto, crezzo, crato SummHeinr
1:346,463;
cartallum, canistrum: cratto ebd.
2:214,124;
sporta: korb, krat GlAnzfKdVz
4:236,241;
sînen [
-n für -m, Dat. Sg., vgl.
Anm.z.St.] gratten er si [die Beute] gît
Messgebr
19
MWB 3,2 553,10; Bearbeiter: Tao
kratzber
stF.
‘Brombeere’
daz sint mori oder rubi silvestres, die haizent prânper oder
kratzpaum und ir früht [...] haizent prânper oder kratzper dar
umb, daz si die läut kratzent oder reizent, wenn man die paum angreift
BdN
330,28
MWB 3,2 553,16; Bearbeiter: Tao
kratzboum
stM.
‘Brombeerstrauch’
daz sint mori oder rubi silvestres, die haizent prânper oder
kratzpaum BdN
330,25
MWB 3,2 553,21; Bearbeiter: Tao
kratze
swF.
‘Werkzeug zum Kratzen, Scharren, Steinebrechen’; im Bergbau:
wir bedorften dennoch mere / kerwen, kratzen und keilhowen, / dar
zu einer kowen Erz III
56,141;
als Teil einer Belagerungsmaschine:
gâhes wurden dô bereit / trîbocken, pheterære, / [...]
ebenhœhe, mangen, katzen / mit kîlhouwen und mit kratzen UvEtzAlex
2516
MWB 3,2 553,24; Bearbeiter: Tao
kratzen, kretzen
swV.
1
‘jmdn. / ein Tier (zer-)kratzen, kratzend verletzen’ ,
vereinzelt auch refl. mit Präp. mite
1.1 von Tieren 1.2 von Menschen 1.3 von Dornensträuchern 2
‘sich kratzen’
3
‘jmdn. kratzend peinigen’
4
‘jmdm. durch Kratzen etw. (Wunde) zufügen’
5
‘etw. kratzend entfernen’
6
‘kratzen, scharren’
7 tr. ‘etw. (Kleidung) glatt streichen’ oder intr. ‘(auf dem
Boden) schleppen’ ? nur subst. Inf. 8 mit wider , ‘sich sträuben gegen etw.’
1
‘jmdn. / ein Tier (zer-)kratzen, kratzend verletzen’,
vereinzelt auch refl. mit Präp. mite
1.1
von Tieren:
kratzen unde bîzen kunde ez [der gefesselte
Bär] niht den man NibB
950,1;
so sezzent si [Pelikane] sich wider ir vater
un̄ krezzent in mit ir fuͤzen under sin antluͥt
PrSchw
1,106.
1,31;
mit den langen tatzen / pegunde er
[Drache] in kratzen HvNstAp
8466;
in Verbindung mit krimmen:
er [Bär] begreif ez [den
Kobold] mit den tatzen, / bîzen, krimmen unde kratzen / begonde
er ez Schrätel
232.
241.
260;
wie er [der Adler] mich grimmet
und kratzet Minneb
5313.
– mit Ersparung des Akk-Obj.:
nu kratzâ, kratz! nu krimmâ, krim! Schrätel
258;
mit den voderen tatzen / pegund es vaste kratzen
HvNstAp
5012;
swer da hetzet / mit musen eine starke katzen, / der tuͦt
unrecht. sol sie hin wider kratzen, / so mac sie betwingen wol die
múse Meissner
16:2,10.
– subst.:
hoher muot wird leiht betrogen. / so der lewe leit gesmogen / durch
vorhten vor den katzen, / da siht man michel chratzen, / grimmen vnd rowen
Krone
3822
1.2
von Menschen:
si begunden harte kratzen / einander ûf den glatzen
HundesNot
209;
liebiu tohter,[...] / swenne er zürnet mit dir /
unde wirfet dich dar nider, / kratze und bîz und roufe in wider!
Sibote
292;
mit iren langen tatzen / pegunde sy [das
wilde Weib Gargana] in vaste kratzen / und vaste in mit irn
armen slanck HvNstAp
9576;
vorchtestu daz sie dich kratze? Minneb
4923.
– mit Ersparung des Akk.-Obj.:
we hey sy woulde noitzuchten / [...] ind we
sy kratzede so, / dat hey kusses wart unvro KarlGalie
10952.
– subst.:
sich huop umb vleisch und brôt, umb mete und wîn / von manigerlei volc
roufen und kratzen Loheng
5886;
swaz der man tut in rehter notwer, ez si umbe den
totslac, ez si von wunden oder von raufen oder von slahen oder von chratzen
StRAugsb
113,7;
HundesNot
217.
222.
– refl. ‘kratzend mit einem Tier kämpfen’
swer sich kratzet mit dem bern, / dem muoz sîn hût vil dicke swern
Freid
139,7
1.3
von Dornensträuchern:
daz sint mori oder rubi silvestres, die haizent prânper
oder kratzpaum [...] dar umb, daz si die läut kratzent
oder reizent, wenn man die paum angreift BdN
330,28;
der dorn siv niht me kretzit, / den hie der tiefil wetzit
Martina
4,30;
swie vil in dorne kretzet, / des aht er ze nihte
WhvÖst
4802
2
‘sich kratzen’
vil zites sah in an [dünkt ihn gut (vgl.
Anm.z.St.] soͤlichú luterkeit, daz er sich selb
niene an dem libe wolte krazen noh an ruͤren, denn allein an henden und
fuͤssen Seuse
46,9;
wenne er im selb mit den henden wolte helfen, so fuͦr
er schlaffende mit den spizzigen steften in buͦsen und krazte sich ebd.
40,21.
– als Ausdruck des Leids:
vor grossem laide [...] /
roͮft und zarte si us ir har, / ir schoͤnen wangen here / wart si
kreczen, schúrphen sere / mit iren henden grimmelich
WernhMl
9870.
10088.
10166;
(subst.:)
manigen hals sleht und linden / sach man mit bluote
überloufen / von kratzen und von roufen, / des die frouwen phlâgen, / der
[deren] man dort tôt gelâgen Ottok
64141.
– als Ausdruck des Zorns:
von zorne sich dô krazte / der bâbest und die cardinal
Ottok
174
3
‘jmdn. kratzend peinigen’
sumelich wurden an den galgen, da si uf gehangen wurden, mit
ysninen crulin gecracet Konr
20,39;
gekratzet sint din [Christi] wangen
/ vil unbermeliche! MarlbRh
25,32;
daz in die tiufel her nâch iht kratzen Renner
2710
4
‘jmdm. durch Kratzen etw. (Wunde) zufügen’
er [Löwe] kratzt im eine wunden
grôz, / daz daz bluot dâ nider schôz UvZLanz
1965
5
‘etw. kratzend entfernen’
si chratzent die dorn auz dem akcher PrOberalt
45,21;
swenne man iuch wîhet, sô wirt ein karacter gedrücket in iuwer sêle, dâ man
iuch iemer mêr bekennet [...]. unde kumet ir halt zer helle
[...], dâ möhten ez alle tiuvele ab iu niemer gebrennen
noch gekratzen, ez muoz iemer und iemer mêre an iu sîn PrBerth
1:362,11
6
‘kratzen, scharren’
do er [der Hahn] chratzen begunde,
/ do vant er in churtzer stunt / einen wolgetanen funt StrKD
65,4;
bildl. von jmdm., der Geld scharrt:
swer sîn arme liute beschatzet / und hin und her zesamen kratzet
Renner
18958;
–
die erde, den sant ~
:
als sî den grôzen leun / [...] sâhen
[...] mit sînen langen clân / die erde kratzen vaste
Iw
6691;
der kratzet unde beiz dan / holz und erde unz er gewan / ein
gerûme ûzvart ebd.
6747;
die erde er [Löwe] kratzte vnd brah
Krone
20906;
wie die roß [...] den sant schurren,
/ gratzten und sprungen! HvNstAp
7439.
– mit Präp. in:
sô diu krot kratzt in
im [Nero] , / sô wirt er an den sinnen blint, / wan
er wænt, er trag ein kint EnikWchr
23094
7
tr. ‘etw. (Kleidung) glatt streichen’ oder intr. ‘(auf dem
Boden) schleppen’? nur subst. Inf.:
mit gelwem gibende / wellent sich die gebiurinne an allem ende
/ des rîchen mannes tochter ginôzzen / mit ir chratzen unt mit ir stôzzen / daz si
tûnt an ir gewande Erinn
332
(vgl. Bein u.a., HvMelk z.St.)
8
mit wider, ‘sich sträuben gegen etw.’
der stein bezeichent di maze, / ich enruche wer da wedir
kratze Brun
1705
MWB 3,2 553,32; Bearbeiter: Tao
kratzen
stN.
‘das Jucken, Krätze’
der stain ist für die räudichait oder für daz kratzen guot
BdN
454,20.
471,25.
476,32;
daz kratzen an der haut ebd.
455,27;
sô hailt ez [Goldpulver] den auzsetzel
und daz kratzen, wenn man ez mischt mit edeln salben ebd.
474,13
MWB 3,2 555,6; Bearbeiter: Tao
Kratzhan
M.
Personifikation für jmdn., der Geld scharrt:
Krazhan und her Kratziân / behaltent des niht üm ein blat, / daz wîlent
meister Graciân / ûf gotes genâde geschriben hât Renner
9077
MWB 3,2 555,12; Bearbeiter: Tao
Kratzhart
stM.
Ableitung zum swV. →
kratzen
6 mit deonymischem Suffix -hart.
– Personifikation wie → Kratzhan:
und sîn bruoder Trügenhart, / [...] Krazhart
[...] / pflegent des hofes naht und tac
Renner
9074
MWB 3,2 555,16; Bearbeiter: Tao
Kratziân
stM.
Ableitung zum swV. →
kratzen
6 mit deonymischem Suffix -iân (vgl. Wackernagel,
Appellativnamen, S. 326).
– Personifikation wie → Kratzhan:
Renner
9077
MWB 3,2 555,21; Bearbeiter: Tao
kratzmûs
stF.
‘kratzende Maus’
da hais ich kratzmusz / vnd kan wol mit der ubli min / sin maister als min selbes
sin Sibote l
776
MWB 3,2 555,25; Bearbeiter: Tao
kraz
stM.
Pl. krezze (Seuse ).
1
‘das Kratzen’
2
‘Habgier’
3
‘Krätze’
1
‘das Kratzen’
min schilt vor aller schiutze und vor des tivels kratze / ist wol daz vrone
kruͤze JTit
968,1;
si begunden harte kratzen / einander ûf den glatzen, / sô enphienc eins
iesliches glaz / manegen ungefüegen kraz, / daz ie nâch dem kratze / gienc daz bluot
uz dem glatze HundesNot
212f.;
der valscheite widersaz / kêrt ûf der huofslege kraz
[Spur]
Parz
249,2;
Terramêrs huove kraz Wh
314,10.
– als Gebärde der Totenklage:
wîbe siufzen, herzen jâmers kratz / gap Ithêrs tôt von
Gaheviez Parz
155,12
(vgl. Bartsch/ Marti, Parz. u. Tit. z.St.; anders Eichholz, Komm.
z.St.: h. j. k. ‘Herzenswunde aus Trauer’).
– die durch Kratzen entstandene Schramme, Wunde:
etslîcher grôze wunden / ahte als einer brâmen kraz
[Stich]
Wh
449,15;
si muoz deun [
döuwen,
‘büßen’
] den kraz, daz bluot, / daz si umb sust hât
getân EnikWchr
26840;
er machet als grúlich krezze, als ob in ein ber
under sinen spizigen klawen heti zerkrawet Seuse
40,22
2
‘Habgier’
sie taten, daz in wart bevoln, / durch iren girlichen hat [nd. =
haz; La. cratz
] / und namen der juden
schat HeslNic
2445
3
‘Krätze’
prurigo: kratz, kracz VocOpt
43.007.
MWB 3,2 555,28; Bearbeiter: Tao
krazte
F. (?)
‘Angriff, Anfechtung’
ditz ist der stein den Jakob sazte / zu eime zil kegen des tubels
krazte Brun
1234;
got uns dru leben sazte / kegen des leidigen tubels krazte ebd.
2022
MWB 3,2 555,52; Bearbeiter: Tao
crêatiure, crêatûre
swstF.
zu afrz. creature, lat. creatura (vgl. Palander 116;
Suolahti 1,130f.; Rosenqvist 1,137).
‘(von Gott) Geschaffenes, Schöpfung, Geschöpf’
1 bezogen auf die Gesamtheit (im Sg. oder Pl. mit alle ) oder jedes geschaffene Ding 2 bezogen auf unbelebte Dinge und nicht vernunftbegabte Wesen, die den Menschen gegenübergestellt werden 3 bezogen auf Lebewesen. 3.1 allg. 3.2 von Seelen, Engeln 3.3 von Menschen 3.4 von Waldmenschen, Ungeheuer u.ä.
1
bezogen auf die Gesamtheit (im Sg. oder Pl. mit alle) oder
jedes geschaffene Ding:
gêret sî diu gotes hant / und al diu crêatiure sîn
Parz
283,3;
diner creature du gist / misliche gnade unde wnne: / uon
regen ioh von sunne / machestv die erde berhaft, / den uogellinen gistu die chraft /
daz [...]
Wernh
D 560
(vgl.
gescheffede Wernh
554;
schepfede ebd.
A 492
);
wart ez von lûten niht geseit, / ez sprach die creatûre gotes: / die was
gehôric sînes gebotes EbvErf
3743;
von anebegynne der creaturen, dy got
geschuf [
ab initio creaturae quam condidit Deus Mc
13,19]
EvBerl
124,18;
ain iegleich crêatûr ist belaidigt mit der sünd des êrsten
menschen, aber allermaist die edeln stain BdN
472,20.
– im Pl.:
er [Gott] hât in sîner
meisterschaft / alle crêatiure, / bœse unde tiure. / die himel stênt in
sîm gebot; / aller dinge ist er got Wig
6877;
ir [Marias] nevbornes kint, /
dem alle createvre vndertan sint Wernh
A 3868;
alle creatur die da sind, / luft, wasser, man, weib und
kind, / schacz, perig und stain HvBurg
4233;
alsus hat got alle creaturen gemacht wirklich im selber
gelich: den himel, die sunne, die sternen und denne úber alle ding verre
den engel, den menschen, ieklichs nach siner wise Tauler
156,30;
gelust an allem dem das creatúrlich ist, es sin
creaturen lebendig oder tot ebd.
235,7;
diu vernunft ist begreifleich aller dinge gotes und aller
crêatûr BdN
212,18
2
bezogen auf unbelebte Dinge und nicht vernunftbegabte Wesen, die den
Menschen gegenübergestellt werden:
do geschvf got den menschen vber alle creatvr
PrBerthKl
1,59;
ob niht leut da [am Nordpol]
wonten, so wonten doch ander creatur an den selben steten, als die element luft,
wazzer und erd und ander dink KvMSph
51,14;
kain ander crêatûr hât vernunft ân den engel und den menschen
BdN
3,8;
die [
edele creature, d.i. der
Mensch] muͦs vil adellicher wirklich sin wan die
unvernúnftigen creaturen Tauler
157,6;
nu hat got alle creaturen wider
die [menschliche] nature gesast: den himel, die sunne,
die sternen; nu frúrt dich, nu ist dir ze heis; nu riffen, nu sne; nu ist
dir wol, nu zehant we; nu hunger, nu turst [...]
ebd.
198,8;
da von en mach chein ander creatvr got geniezzen, wan div nach
im gebildet ist an der natvr vnd geordent ist, als der gvͦt engel an den
tvgenten vnd der gvͦt mensch DvAPatern
171
3
bezogen auf Lebewesen.
3.1
allg.:
wazzer früht al die geschaft, / der man für crêatiure
giht Parz
817,27;
elliu creatiure / diu müeze da von jungen!
Tannh
7,11;
crêatiuren zam und wilden beiden tet der arge winter wê
KLD: Kzl
7: 2,1;
syn [sind (die vier Elemente bzw.
Primärqualitäten)] an eyner yclichen creatuͤren glich
getemperyrt [...], so
weszet [wächst] se OvBaierl
3,7;
alle toten creaturen, da zuͦ alle lebenden
creaturen: vische, vogele, [...] túfel, heiden,
juden [...]
Mechth
5: 31,19
3.2
von Seelen, Engeln:
ich [die Seele] waz ein edel
creature, / und nach gotes figure / selig und dugende rich / zu gnaden waz
geformet ich, / und waz vor allem meine / in dem taufe worden reine
HvNstVis
53;
o du edele sele, o edele creature, waz gest du uz dir
suchen den der alzuͦmole und aller werlichest und bloͤslichest in
dir ist, und sit das du bist teilhaftig goͤtlicher nature, waz hest du
denne zuͦ tuͦnde oder zuͦ schaffende mit allen creaturen?
Tauler
10,5;
niͤ ’n dwanc
in [Gott] diͤ engelsch creature, / dat he
an sich nem diͤ engelsch nature MarlbRh
60,17.
61,28.
87,21.
88,18;
die edelsten crêatûren daz sint die engel und sint zemâle vernünftic und
enhânt niht lîplicheit an in Eckh
1:65,8;
dise nidirsten dinc schephit got mit mittele der obirsten
dinge. abir der engil und die sele, geistliche creature [vgl.
creatura spiritualis, Seppänen, Parad., S.
209] , werden alleine von gode geschaffin one mittil
Parad
23,29.
32,23
3.3
von Menschen:
dirre man der ist / ein menlîch crêatiure
Tr
10855;
got gebe süeze âventiure / sô süezer crêatiure! ebd.
3272;
ist dehein crêatiure / diu ganzer triuwe geniezen sol, /
so genist mîn vrouwe Japhîte wol Wig
7900;
get in alle dy werlt unde prediget daz ewangelium allen
creaturen [
omni creaturae Mc 16,15]
EvBerl
97,29
(Mc 16,15);
GvJudenb
2824;
ich unwirdigú creature Mechth
4: 21,17;
wie mohte ich nu geliden, / daz mich vor
ime [Christus] sehe ieman / mit golde sten
gecronet dan, / mich arme creatúre? Elis
955.
1919;
in dûht an dem wîbe, / daz nie von wîbes lîbe / kein
crêatiure als ûz erkorn / ze dirre werlde würde geborn Tr
17443;
schœne ~
:
dô si der meister ane sach, / in sînem herzen er des jach / daz
schœner krêâtiure / al der werlte wære tiure AHeinr
1199;
Wig
936;
KLD: UvW
20:4,1;
Tannh
2,39.
3,32;
KLD:GvN
18: 5,2;
werdiu ~
:
Tannh
5,112;
SM:UvB
6: 2,1;
HvNstAp
2028;
edeliu ~
:
gedenkch, herre, das ich / dein edlew creatur pin
HvBurg
4539;
Tauler
157,6;
daz so wiplich ungemach / dü edel creatüre laid
GTroj
7445
3.4
von Waldmenschen, Ungeheuer u.ä.:
waz crêatiure bistû? Iw
487;
daz got sô ungehiure / deheine crêatiure / geschepfen ie
geruohte ebd.
986;
sol ich [...] âne wer ersterben
/ von dirre crêatiure? Wig
6393.
6540;
in dirre vinster lief in an / ein vremdiu crêatiure
ebd.
6932;
daz sô ungehiure / deheine crêâtiure [wie den
Drachen Pfetân
] / ie gesæhe dehein man ebd.
5023
MWB 3,2 555,56; Bearbeiter: Tao |