Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kranewitvogel - Kratzhart    


kranewitvogel stM. ‘Wacholderdrossel’ (Suolahti, Vogelnamen, S. 62-64): man hat auch gesetzet, daz man ain hasen mit palge mit alle sol niht hoher geben dann umb 24 haller [...] und ain krawitvogel umb 2 haller NüP 120. 122

MWB 3,2 548,5; Bearbeiter: Tao

krangel stM. 1 eigentl. wohl ‘Verschlingung der Fäden, Verschränkung an Weinreben’ u.ä. (vgl. DWB 5,1029, SchweizId 3,831), übertr., formelhaft âne ~ sleht
2 ‘Not, Bedrängnis, Mangel’
   1 eigentl. wohl ‘Verschlingung der Fäden, Verschränkung an Weinreben’ u.ä. (vgl. DWB 5,1029, SchweizId 3,831), übertr., formelhaft âne ~ sleht: sunder valsche naige / wuͦhs ir pris so gar uf reht / und ane crangel also sleht / mit schoͤne in hohgemuͤte, / mit zuht in rehter guͦte RvEWh 3804; sîn wirde ist ân krangel sleht / für allez lop gewahsen Reinfr 11590; ir triuten und ir minne / was gotlîch ordenlîch und reht, / ân valschen sin, ân krangel sleht ebd. 10908    2 ‘Not, Bedrängnis, Mangel’ daz ich in sol ufrihten an schaden, swas si crengel alder kumbers angat an dem vorgesetten gel [= gelt oder gehel Übereinkunft?] UrkCorp (WMU) 1571,12; vnd geschehe [...], daz die vorgenemetten vrowa imer dehan kummer an geviel von dehainer schlate crangel ebd. 2599,31; sus rîcher koste krangel / ist mînem hûse tiure [Hs. untiure); "mangel solcher kost ist bei mir häufig" (DWB 5,1029)] Reinfr 2864. – meist formelhaft sunder ~ , im Reim mit mangel: der armen und der rîchen wart / hie sô keiserlîch gephlegen / daz man nihtes underwegen / lie dâ sunder krangel Reinfr 10415. 18646. 24991; er hiez ûf allen strâzen / rüefen unde schrîgen, / ob ritter grâven frîgen / ald iemen hette mangel, / dem wolt er sunder krangel / sînen kumber büezen ebd. 14670

MWB 3,2 548,10; Bearbeiter: Tao

kranich stM. , kraniche swM. kranech

MWB 3,2 548,36;

krankeit stF. krancheit

MWB 3,2 548,37;

kranken swV. 1 ‘schwach sein, werden’
1.1 körperlich
1.2 geistig, seelisch
2 ‘gering, zunichte werden’
   1 ‘schwach sein, werden’    1.1 körperlich: vor jamer der botscheft / Wildehelmes kreft / sah man da kranken sere WhvÖst 9407; der meister krankte an den tagen LivlChr 3578; ave Marîa! maget, min leben kranket, / min gebeine wanket; / ez ist an der zit: got wil niht me borgen, / [...] ouwe! todes loz du bist gevallen! MarGr 10 38,1; bildl.: aber walt und ouch diu heide / krankent an ir kleide: / winter wil si twingen SM:Wi 2: 1,2. – mit Gen.: do ich was huffehalz / und des libes krancte HeslNic 2927; sie wâren mêr danne gnûc / [...] gecranket der stêten arbeit Kreuzf 7056. – im Alter: dô mir begunde kranken / der lîp in alters ungemach Helbl 9,33; so in daz alter uobit [auf ihn einwirkt] , / balde er danne crankit Martina 124,71; da Abraham begunde / cranken [vgl. Gn 24,1] HistAE 668; Kuchim 100,49    1.2 geistig, seelisch: ir sin ir herze kranken / vor fröuden wolte [...], / wan ir nâch geswunden was / in lieplîchem gufte Reinfr 9392; dô wart ir hôchvart cranken NvJer 27196; ich kranke nâch ir [der Geliebten] danke SM:Wi 3: 2,12; des muͦs ich [die liebende Seele] sere kranken, / wan ich mit dir [Gott] gebunden bin Mechth 2: 25,16; si [die Seele] slewet an der minne, si chranchet an dem fleizze der tvgent, si stirbet DvAPatern 200; do Thomas also krancte, / des sinnes also toubete / daz her des nicht geloubete / daz Crist waz irstanden HeslApk 3438; ouch des houbtis gedanken / begonden sere cranken / bibende von den sorgen [vgl. Dn 4,2] Daniel 3532. – subst. Inf.: [Christus wollte] unser kranken krenken [unsere durch den Sündenfall bedingte Schwäche überwinden (vgl. FrlWB, S. 193)] , wenden in sin hulde Frl 2:14,5    2 ‘gering, zunichte werden’ unminne [unrechte Minne] was ir herzen gast, / diu mit mislîchen gedanken / ein hôhez lop tuot kranken UvEtzWh 982. 4534

MWB 3,2 548,38; Bearbeiter: Tao

krân-, krâwenvuoz stM. ‘Krähenfuß’, nur als Bestandteil von Personennamen: her Cunrat der Kranfuz UrkCorp (WMU) 3263,41; her Vlrich Chranfvͦz ebd. 3515,34; vmb hern Vlrichen den Honkhvser, des Crawenfvzes tohterman ebd. 2603,8

MWB 3,2 549,12; Bearbeiter: Tao

kranwurz stF. , -wurze swF. 1 ‘Storchschnabel’ (vgl. Marzell 2,645 und 647), Glossenbelege des 13. und 14. Jh.s s. AWB 5,380
2 ‘Wacholder’
   1 ‘Storchschnabel’ (vgl. Marzell 2,645 und 647), Glossenbelege des 13. und 14. Jh.s s. AWB 5,380    2 ‘Wacholder’ (bildl.:) si hat oͮch in irem munde guldin zen, da kúwet si mitte die himelschen kranwurtzen, das sint der propheten sprúche Mechth 4: 3,42

MWB 3,2 549,17; Bearbeiter: Tao

kranz stM. ‘Kranz’, meist aus Blumen oder Zweigen geflochten als Feier- und Festschmuck auf dem Kopf getragen 1 eigentl.
1.1 allg.
1.2 speziell
1.2.1 als Zeichen des Sieges
1.2.2 als Helmschmuck
1.2.3 dürnîner ~ ‘Dornenkrone’
1.2.4 kranz von sternen
1.2.5 Kranz aus Heilkräutern
1.2.6 Kranz aus Laub, als Dekoration für eine Speise
2 in vielfältigen bildl. Ausdrücken
2.1 ohne Gen.-Attr.
2.2 mit Gen.-Attr. zur Hervorhebung eines Begriffs.
3 ‘Kranz-, Ringförmiges’
   1 eigentl.    1.1 allg.: zwene cranze geflochten uz uon blumen / di in deme paradise stunden / grune jemer ane underlaz Litan 1084; nement, frowe, disen cranz, / [...] sô zieret ir den tanz / mit den schœnen bluomen, als irs ûffe traget Walth 74,20. 75,8; der sol von rosen einen kranz / / tragen Tannh 2,76; der [ rôsen ] sante ich Vriderûnen / einen wolgetânen kranz Neidh SL 22:2,8; ir sult mir einen kranz / von eines boumes rîse / gewinn Parz 600,20; si truͦgen alle guldine krenze Mechth 4: 22,21; dô muosten aber die vrouwen / mit den rittern tanzen. / schœniu kint mit kranzen / die giengen wol sô mans dô pflac UvZLanz 658; sîner vreuden was er rîch / under sînem kranze Neidh WL 19:4,5. – Blumen ze einem kranze brechen, lesen: der mir hie bevor in mînen anger wuot / und dar inne rôsen zeinem kranze brach Neidh WL 34:6,2; dâ [auf der Heide] si bluomen zeinem kranze / brichet, den si zuo dem tanze / tragen wil SM:St 7: 2,5; Tannh 3,7; ein wise [...], / dâ mir mîn geselle zeinem kranze las [gepflückt, näml. Blumen] Neidh SL 21:2,5 den ~ brechen: frouwe, wâ brich ich den kranz [...] ? Parz 601,15. 603,30; SM:KvL 1: 1,10    1.2 speziell    1.2.1 als Zeichen des Sieges: ‘ir söllen stritten: / weder an den zitten / rechten sige fürett hin, / der sol des andren küng sin, / des hoptt wil ich schone / machen aine crone.’ / [...] von blümen er ain krentzlin brach, / dem sighaften stiere / zwang er den krantz vil schiere / vast entzwüschen dü horn GTroj 1782    1.2.2 als Helmschmuck: dô Gâwân daz rîs gebrach / unt der kranz wart sîns helmes dach Parz 604,8; ûf sînem helme der biderbe truoc / ein krantz von gansvedern grôz und wîz UvLFrd 482,23. 170,27. 485,21; ein kranz prîslîchen guldîn / gleste ûf des helmes krône, / dar în gestecket schône / vergulter gîres vedern vil, / dar an gehangen âne zil / von golde wunnenclîch talier HvFreibJoh 126    1.2.3 dürnîner ~ ‘Dornenkrone’ der den dürnînen kranz / ame kriuze ûf hete, den rûhen huot Wh 357,28    1.2.4 kranz von sternen: von sternen treit er [Marias himmlicher Bräutigam] einen kranz. / her Dâvît und her Salomôn / die herphent dâ den süezen dôn Philipp 983    1.2.5 Kranz aus Heilkräutern: di viol gerochen oder uf dem huͦbet in cranzes wise getragen vertribet di trunkenheit Macer 17,4; swem daz houbt we tuͦt, her mache einen cranz dar abe [aus Eisenkraut] ebd. 64,13    1.2.6 Kranz aus Laub, als Dekoration für eine Speise: einen krantz al druͤmme gestozzen mit laubern BvgSp 94    2 in vielfältigen bildl. Ausdrücken    2.1 ohne Gen.-Attr.: der sorgen [part. Gen.] zeime kranze [sehr viele sorgen (Bartsch/  Marti z.St.)] / trag ich Parz 418,18; daz diu riuwe ir scharpfen kranz / mir setzet ûf werdekeit / die schildes ambet mir erstreit / gein werlîchen handen ebd. 461,18 (vgl. dürnîner ~ Wh 357,28 unter 1.2.3); nu, vro Rúwe, ist iwer cranz / gevlohten soͤne [= schône ] worden ganz / an den von den der welte pris / bluͦte in bluͤndes bluͦmen wis / nach weltlicher werdekait RvEWh 2095 (vgl. der rúwen cranz ebd. 1021 ); diu kiuschekeit [...] hât gezieret dînen kranz SM:EvS 1: 4,4; daz Berne an êre truoc den kranz WälGa 2447; ein kranz, den ere geblümet hat, / ein krone tugentlicher tat [...], daz ist von Mekelenburc her Heinrich Frl 5:11,13; sin rede ist als ein blünder kranz ebd. 11:1,12    2.2 mit Gen.-Attr. zur Hervorhebung eines Begriffs. – meist mit Wörtern positiven Inhalts (êre, kiusche, lop usw.): gewalt vert ûf der strâze: / setze ûf wider der êren kranz KLD: UvL 59: 3,12; du hâst von kindes jugende / getragen ie der êren cranz, / dîn sin ist lûter unde ganz / an triuwen ie gein mir gewesen KvWWelt 141; HvNstAp 11363; wîplîcher kiusche lobes kranz / truoc si mit armüete Parz 260,8; der megede bleip der kusche kranz HvNstGZ 1410; HvBurg 538; wip, din nam in worte / behelt des hosten lobes kranz Frl 8:19,18; man sach [...] slac gên slac und stich gên stich. / ich wæne ie [nie] sô ritterlich / würde erworben lobes kranz Reinfr 17377; daz iwer vil manlich ellen / in dem strite uf Alytshantz / truͦg vor uns des prises krantz Rennew 7766. 20428; kom, minnen schüler, dich wil ere in ir tanz! / setze uf den kranz / der manheit unt der milte! Frl 5:9,2; allen werden vroͮwen / ist an im [durch seinen Tod] verhoͮwen / der vroͮdin schilt, der sælden cranz RvEWh 2045; ir beider tugent kranz RvEGer 6597; wârheit, aller tugent ein kranz, / sînem houbet obte Ottok 12670; daz die milte / ein kranz ist rechter tugende gar Frl 6:8,2; und jach des ûf die triuwe mîn, / daz wîp ein krône, ein bluomenschîn, / [...] und manlîcher vreuden kranz [...] wære RvEBarl 11814; dirre lief, jener spranc; / dirre seite, jener sanc; / hie was buhurt, dort was tanz: / diu ritterschaft truoc vreuden kranz RvEGer 6398; Rennew 5506; KLD:UvL 46: 1,3; wol geblüemet und wol geberlt / ist sîner [Gottfrieds von Straßburg] blüenden vünde kranz, / vil reine, lûter unde glanz / ist sîner rîcher künste hort HvFreibTr 35; roys Gramoflanz, / der der werdekeite kranz / treit Parz 632,28; wie hastu [Gott] dann der wisheit krantz / besloßen [verschlossen] und die nuͤtzten kunst / fur den heißen mynnen brunst Minneb 5396. – seltener mit Wörtern negativen Inhalts (riuwe, schande, unvuoge): und sol ich [der Dichter] der rúwen cranz / mit jamer iendert machen ganz / dekainem werden wibe / mit clabaͤrem libe? / das tuͦt an den maͤren we RvEWh 1021 (vgl. 2095 ); da von der teufel kronet dich / mit der schanden krantz und ouch mich Erz III 6,124; er treit der unfuoge kranz / unde heizet Meljacanz Parz 343,25. – auszeichnend von Personen, ‘(höchster) Inbegriff von etw. (Gutem)’ si was der êren kranz EnikFb 2331; got, der eren krantz Erz III 6,685; Obilôt wirt kranz / aller wîplîchen güete Parz 394,12; daz mere wit alumme trat / wie der reine Zozimas / [...] were er [...] ein crantz der kuscheit Vät 33666; man gap eteswâ ze swester mir / ob aller clârheit den lobes kranz, / ein maget diu nam der sunne ir glanz Wh 292,11; Tesereiz, der minnen kranz ebd. 86,3; TürlArabel *R 71,20; JTit 1339,1. 3040,1. 3402,4; HvNstAp 1602; du selden kranz JTit 1275,2; man hieß in wol der tugent krantz HvNstAp 19523; vrouwe Lârîe, der vreuden kranz Wig 8887; do sahent die Brabande sa / den wunsch, des wunsches wunnen cranz [d.i. Amelie] RvEWh 3719; Dêîdamîe [...], / diu truoc ir aller wunne kranz KvWTroj 15341    3 ‘Kranz-, Ringförmiges’ swa ez [ gestein ] ruͤrt der sunnen glantz, / daz ie wirt umm den stain ain crantz, / der hitzet und glestet WhvÖst 12606

MWB 3,2 549,23; Bearbeiter: Tao

krap|armbrust stM. ‘Hakenarmbrust’ (Englisch, Ottok., S. 31): mit kraparmbrusten starc, / dâmit man an die vînde schôz Ottok 77385; von erst schol haben ie der man, der an dem rat ist, ein craparmbrust und ein tartschin BWB (Sch) 1,145 (Bamb. Stadtb.; 1306-1333)

MWB 3,2 551,29; Bearbeiter: Tao

1krapfe swM. oder ist krâpfe mit langem -â- anzusetzen? vgl. ahd. krâpho AWB 5,384-387. – auch krape. 1 ‘(Wider-)Haken, Klammer’
2 ‘(kleine) dreizackige Gabel’
   1 ‘(Wider-)Haken, Klammer’ aspidiscos grece, uncinus latine vel gumfo: krapho, hako SummHeinr 1:372,418. 2:86,233. 2:168,315. 2:547,01.13; zô den enden und an den orten [des Wandteppichs] / wâren tûre borten / und elfenbeinîne crapfen, / di hangeten an den ricken SAlex 5963; zuo den schiffen wider dan / grôze ketenen giengen, / dar an die kraphen hiengen RvEAlex 9112; bildl.: glîchsenheit mit gîtikeit / aller sünden krapfen treit Renner 21394; in einem Vergleich: hellenbarten [...] : / vorne scharf, dannoch dar în / en vier enden lange nagele sîn, / gespiz alsam crapfen [Hs. crapen ] Kreuzf 5665. – an einer Waffe: Walegrape zukte den crauwel so sere zo im, / daz Renoart [...] of de knie quam: / douch woulter den craphen van sinre hant nit lan Alischanz 585. – als Folterwerkzeug: die iuncvrowe er ufhienc / mit vil grozer ungehabe, / und liez ir vleisch ir zerren abe / mit starken krapen Pass III 342,91. 391,22; die vaigen túvel [...] zukent die armen sel mit krapfen und mit kroͤlen PrGeorg 69,11; PrWack 27,52. 28,37; Martina 212,19    2 ‘(kleine) dreizackige Gabel’ fuscina vel fuscinula: croͮwil, creul, crapho SummHeinr 2:297,66

MWB 3,2 551,35; Bearbeiter: Tao

2krapfe swM. aus semantischen Gründen von 1krapfe getrennt angesetzt. ‘hakenförmiges Gebäck (mit Füllung), Krapfen’ (vgl. Heyne, Hausaltertümer 2,276f.): artocrea: krapho SummHeinr 2:40,167; artocrea: crapho ebd. 2:173,380.1; artocreę: krephilin, kraphun ebd. 1:336,312; einen krapfen. so du wilt einen vasten krapfen machen, so nim nuͤzze vnd stoz sie in einem mörser vnd nim epfele als vil vnd snide sie drin wuͤrfeleht vnd menge sie mit wuͤrtzen, welherley sie sin, vnd fuͤlle daz in die krapfen. vnd lege sie in ein pfannen vnd la sie backen BvgSp 59. 58. 60. 61; ein Trühendingær phanne / mit kraphen selten dâ erschrei Parz 184,25. 207,2; weder krapfe noch daz smalz / von den werden mannen / selten lûte in der pfannen ErnstD 3548; us kuͤchel mel / krapfen und bastel, / gefúrriert mit edelen dingen SHort 4096; das wælisch ezzen git man nivr zwir in dem iar, an send Johans tag vnd ze herrenvasnaht, so git man ez des morgens, vnd ze demselben male git man ovch chrapfen vnd pfadelat UrkGeisf 416 (13. Jh.); UrkCorp (WMU) 3204,9. 487,14; StiftZwettl 663; nû nenne mir [...] dîne gesellen, [...] die dich daz gelêret haben, / daz dû dem rîchen manne / sîne habe nemest danne, / sô er zuo den krâphen izzet brôt Helmbr 1183. 1143; wan mich hât her Rûmolt / mit kraphen und mit brâten / in strîte alsô berâten / daz mir diu lide müezen swern Bit 12699. 10615. – als Bild der Schlemmerei: mir tuont mîn drî rihte [Gerichte, Speisen] / dâ heim volliclîch alsô wol, / sam ob ich wære kraphen vol / und manger hand present Helbl 2,10; sô trûwet maniger niht, daz er iemer genesen müge, daz er ze allen zîten niht vol ist als ein krapfe PrBerth 1:103,39; so sol man des geruchen, / daz ie den hunden [den Jagdhunden vor der Jagd] sin die krapfen ungesunt Frl 5:64,7

MWB 3,2 551,61; Bearbeiter: Tao

krapfenbacher stM. ‘Krapfenbäcker’ (vgl. Matzel, Wortschatz, S. 175): umb Hoͤrdlein den chrapffenpacher UrkRegensb 751 (ca. 1325–1350)

MWB 3,2 552,34; Bearbeiter: Tao

krappelen swV. 1 ‘sich krabbelnd bewegen’
2 viell. ‘zwicken’ (s. Glossar s.v.; vgl. aber auch grappeln DWB 4,1,5, 1892f.), subst.
   1 ‘sich krabbelnd bewegen’ aber ich wæn, daz si [die Küken] dick die airschaln mit irn snäbeln öffen und her für krappeln mit dem haupt des êrsten BdN 193,35; ich bin mit sußer mynne gewel / so girlich uber krupfet, / daz mir daz hertze hupfet / innewendig und krabelt Minneb 2367    2 viell. ‘zwicken’ (s. Glossar s.v.; vgl. aber auch grappeln DWB 4,1,5, 1892f.), subst.: zu hant in siner cloen / vor zorn er [Adler] mich da uff zucket; / zu samen er die drucket, / daz ich vor leide wart zabeln. / sin grymmen und sin crabeln / durch greyf mich gentzlich in unguͤt Minneb 5268

MWB 3,2 552,37; Bearbeiter: Tao

cras Adv. lat. ‘morgen, am folgenden Tag’, hier als Ruf des Raben (vgl. TPMA 8,244): ih brestiger habin scherne [l. habinscherbe ‘Topfscherbe’ (vgl. Litan (M) , App. z.St.)] , / waz ob ih morgen sterbe? / [...] ih spreche jemer same der rabe cras cras, / daz quit morgen morgen, / so wil ih besorgen / daz ih gote miner sundin wandel getu. / wir gibit mir frist biz morgen frv, / daz ih hute uf scube? Litan 488; sô schrîet der unsælige rappe: ‘cras, cras’, daz ist ein wort in latîne unde bediutet in tiutsche: ‘morgen’ PrBerth 1:423,15

MWB 3,2 552,49; Bearbeiter: Tao

kraspelen swV. ‘rascheln’ ist dann daz im [dem Wolf, der auf die eingezäunten Schafe lauert] ain fuoz rauscht oder kraspelt an dem zaun, sô peizt er sich selber in den fuoz, sam ob der fuoz dar an schuldig sei BdN 148,11

MWB 3,2 552,60; Bearbeiter: Tao

krastelen swV. ‘knistern’ daz mir daz hertze krasteln / wart sam ein durrer spach Minneb 3292

MWB 3,2 553,1; Bearbeiter: Tao

krastplen swV. Vermischung von kraspeln und krasteln (vgl. DWB 5,2068). ‘knistern’, von brennendem Holz, hier subst.: und dar umbe, ê diz her zuo kome [dass das Holz ganz im Feuer aufgeht] , sô ist dâ iemer ein rouch, ein widerkriec, ein prasteln [La. krastplen ] , ein arbeit und ein strît zwischen viure und holze Eckh 5: 34,2

MWB 3,2 553,3; Bearbeiter: Tao

kratte, krette, gratte swM. ‘Korb’ calathus, cartallum: zeina, cretto, crezzo, crato SummHeinr 1:346,463; cartallum, canistrum: cratto ebd. 2:214,124; sporta: korb, krat GlAnzfKdVz 4:236,241; sînen [ -n für -m, Dat. Sg., vgl. Anm.z.St.] gratten er si [die Beute] gît Messgebr 19

MWB 3,2 553,10; Bearbeiter: Tao

kratzber stF. ‘Brombeere’ daz sint mori oder rubi silvestres, die haizent prânper oder kratzpaum und ir früht [...] haizent prânper oder kratzper dar umb, daz si die läut kratzent oder reizent, wenn man die paum angreift BdN 330,28

MWB 3,2 553,16; Bearbeiter: Tao

kratzboum stM. ‘Brombeerstrauch’ daz sint mori oder rubi silvestres, die haizent prânper oder kratzpaum BdN 330,25

MWB 3,2 553,21; Bearbeiter: Tao

kratze swF. ‘Werkzeug zum Kratzen, Scharren, Steinebrechen’; im Bergbau: wir bedorften dennoch mere / kerwen, kratzen und keilhowen, / dar zu einer kowen Erz III 56,141; als Teil einer Belagerungsmaschine: gâhes wurden dô bereit / trîbocken, pheterære, / [...] ebenhœhe, mangen, katzen / mit kîlhouwen und mit kratzen UvEtzAlex 2516

MWB 3,2 553,24; Bearbeiter: Tao

kratzen, kretzen swV. 1 ‘jmdn. / ein Tier (zer-)kratzen, kratzend verletzen’ , vereinzelt auch refl. mit Präp. mite
1.1 von Tieren
1.2 von Menschen
1.3 von Dornensträuchern
2 ‘sich kratzen’
3 ‘jmdn. kratzend peinigen’
4 ‘jmdm. durch Kratzen etw. (Wunde) zufügen’
5 ‘etw. kratzend entfernen’
6 ‘kratzen, scharren’
7 tr. ‘etw. (Kleidung) glatt streichen’ oder intr. ‘(auf dem Boden) schleppen’ ? nur subst. Inf.
8 mit wider , ‘sich sträuben gegen etw.’
   1 ‘jmdn. / ein Tier (zer-)kratzen, kratzend verletzen’, vereinzelt auch refl. mit Präp. mite    1.1 von Tieren: kratzen unde bîzen kunde ez [der gefesselte Bär] niht den man NibB 950,1; so sezzent si [Pelikane] sich wider ir vater un̄ krezzent in mit ir fuͤzen under sin antluͥt PrSchw 1,106. 1,31; mit den langen tatzen / pegunde er [Drache] in kratzen HvNstAp 8466; in Verbindung mit krimmen: er [Bär] begreif ez [den Kobold] mit den tatzen, / bîzen, krimmen unde kratzen / begonde er ez Schrätel 232. 241. 260; wie er [der Adler] mich grimmet und kratzet Minneb 5313. – mit Ersparung des Akk-Obj.: nu kratzâ, kratz! nu krimmâ, krim! Schrätel 258; mit den voderen tatzen / pegund es vaste kratzen HvNstAp 5012; swer da hetzet / mit musen eine starke katzen, / der tuͦt unrecht. sol sie hin wider kratzen, / so mac sie betwingen wol die múse Meissner 16:2,10. – subst.: hoher muot wird leiht betrogen. / so der lewe leit gesmogen / durch vorhten vor den katzen, / da siht man michel chratzen, / grimmen vnd rowen Krone 3822    1.2 von Menschen: si begunden harte kratzen / einander ûf den glatzen HundesNot 209; liebiu tohter,[...] / swenne er zürnet mit dir / unde wirfet dich dar nider, / kratze und bîz und roufe in wider! Sibote 292; mit iren langen tatzen / pegunde sy [das wilde Weib Gargana] in vaste kratzen / und vaste in mit irn armen slanck HvNstAp 9576; vorchtestu daz sie dich kratze? Minneb 4923. – mit Ersparung des Akk.-Obj.: we hey sy woulde noitzuchten / [...] ind we sy kratzede so, / dat hey kusses wart unvro KarlGalie 10952. – subst.: sich huop umb vleisch und brôt, umb mete und wîn / von manigerlei volc roufen und kratzen Loheng 5886; swaz der man tut in rehter notwer, ez si umbe den totslac, ez si von wunden oder von raufen oder von slahen oder von chratzen StRAugsb 113,7; HundesNot 217. 222. – refl. ‘kratzend mit einem Tier kämpfen’ swer sich kratzet mit dem bern, / dem muoz sîn hût vil dicke swern Freid 139,7    1.3 von Dornensträuchern: daz sint mori oder rubi silvestres, die haizent prânper oder kratzpaum [...] dar umb, daz si die läut kratzent oder reizent, wenn man die paum angreift BdN 330,28; der dorn siv niht me kretzit, / den hie der tiefil wetzit Martina 4,30; swie vil in dorne kretzet, / des aht er ze nihte WhvÖst 4802    2 ‘sich kratzen’ vil zites sah in an [dünkt ihn gut (vgl. Anm.z.St.] soͤlichú luterkeit, daz er sich selb niene an dem libe wolte krazen noh an ruͤren, denn allein an henden und fuͤssen Seuse 46,9; wenne er im selb mit den henden wolte helfen, so fuͦr er schlaffende mit den spizzigen steften in buͦsen und krazte sich ebd. 40,21. – als Ausdruck des Leids: vor grossem laide [...] / roͮft und zarte si us ir har, / ir schoͤnen wangen here / wart si kreczen, schúrphen sere / mit iren henden grimmelich WernhMl 9870. 10088. 10166; (subst.:) manigen hals sleht und linden / sach man mit bluote überloufen / von kratzen und von roufen, / des die frouwen phlâgen, / der [deren] man dort tôt gelâgen Ottok 64141. – als Ausdruck des Zorns: von zorne sich dô krazte / der bâbest und die cardinal Ottok 174    3 ‘jmdn. kratzend peinigen’ sumelich wurden an den galgen, da si uf gehangen wurden, mit ysninen crulin gecracet Konr 20,39; gekratzet sint din [Christi] wangen / vil unbermeliche! MarlbRh 25,32; daz in die tiufel her nâch iht kratzen Renner 2710    4 ‘jmdm. durch Kratzen etw. (Wunde) zufügen’ er [Löwe] kratzt im eine wunden grôz, / daz daz bluot dâ nider schôz UvZLanz 1965    5 ‘etw. kratzend entfernen’ si chratzent die dorn auz dem akcher PrOberalt 45,21; swenne man iuch wîhet, sô wirt ein karacter gedrücket in iuwer sêle, dâ man iuch iemer mêr bekennet [...]. unde kumet ir halt zer helle [...], dâ möhten ez alle tiuvele ab iu niemer gebrennen noch gekratzen, ez muoz iemer und iemer mêre an iu sîn PrBerth 1:362,11    6 ‘kratzen, scharren’ do er [der Hahn] chratzen begunde, / do vant er in churtzer stunt / einen wolgetanen funt StrKD 65,4; bildl. von jmdm., der Geld scharrt: swer sîn arme liute beschatzet / und hin und her zesamen kratzet Renner 18958; – die erde, den sant ~ : als sî den grôzen leun / [...] sâhen [...] mit sînen langen clân / die erde kratzen vaste Iw 6691; der kratzet unde beiz dan / holz und erde unz er gewan / ein gerûme ûzvart ebd. 6747; die erde er [Löwe] kratzte vnd brah Krone 20906; wie die roß [...] den sant schurren, / gratzten und sprungen! HvNstAp 7439. – mit Präp. in: sô diu krot kratzt in im [Nero] , / sô wirt er an den sinnen blint, / wan er wænt, er trag ein kint EnikWchr 23094    7 tr. ‘etw. (Kleidung) glatt streichen’ oder intr. ‘(auf dem Boden) schleppen’? nur subst. Inf.: mit gelwem gibende / wellent sich die gebiurinne an allem ende / des rîchen mannes tochter ginôzzen / mit ir chratzen unt mit ir stôzzen / daz si tûnt an ir gewande Erinn 332 (vgl. Bein u.a., HvMelk z.St.)    8 mit wider, ‘sich sträuben gegen etw.’ der stein bezeichent di maze, / ich enruche wer da wedir kratze Brun 1705

MWB 3,2 553,32; Bearbeiter: Tao

kratzen stN. ‘das Jucken, Krätze’ der stain ist für die räudichait oder für daz kratzen guot BdN 454,20. 471,25. 476,32; daz kratzen an der haut ebd. 455,27; sô hailt ez [Goldpulver] den auzsetzel und daz kratzen, wenn man ez mischt mit edeln salben ebd. 474,13

MWB 3,2 555,6; Bearbeiter: Tao

Kratzhan M. Personifikation für jmdn., der Geld scharrt: Krazhan und her Kratziân / behaltent des niht üm ein blat, / daz wîlent meister Graciân / ûf gotes genâde geschriben hât Renner 9077

MWB 3,2 555,12; Bearbeiter: Tao

Kratzhart stM. Ableitung zum swV. → kratzen 6 mit deonymischem Suffix -hart. – Personifikation wie → Kratzhan: und sîn bruoder Trügenhart, / [...] Krazhart [...] / pflegent des hofes naht und tac Renner 9074

MWB 3,2 555,16; Bearbeiter: Tao