Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kraftsûgerin - krâmkorp    


kraftsûgerin stF. eine Schlangenart, deren Biss zum Verlust der Lebenskraft durch Ausbluten führt (vgl. MlatWB 4,930 s.v. haemorrhois und Isidor, Etym. 12,4,15): von ainr slangen, diu haizt emorois, daz ist ain emoroi oder ain kraftsaugerinn ze däutsch [...], und waz lebens in im [den sie gebissen hat] ist, daz gêt auz im mit dem pluot BdN 272,21

MWB 3,2 528,3; Bearbeiter: Bohnert

1krage swM. , krac stM. st. flekt. HeslApk 4922 und ndrh. krach in der Karlmeinet-Kompilation, s. Anm. zu MorantGalie 2027. 1 ‘Hals (äußerlich und innerlich) von Menschen und Tieren’
1.1 allg.
1.2 verbunden mit synon. hals
1.3 auch für den Nacken
1.4 in Beteuerungen, Drohungen, Verwünschungen das Leben mitmeinend
2 von Personen als Schimpfwort, ‘Tölpel, Tor’ o.ä.
3 ‘Rammsporn’ eines Schiffes
   1 ‘Hals (äußerlich und innerlich) von Menschen und Tieren’    1.1 allg.: swaz slintet der chrage, daz zime nimet der mage Gen 179; kragen, fuͤzze, kroͤse [der Gans] / wern niht gesoten boͤse KgvOdenw 3,21; die gense [...] machten die chragen lanch StrKD 48,60; ich gemache in vollen kragen Walth 32,13; sie machent veizt iren kragen HvNstGZ 476; der swan stiez houbet unde kragen / in daz mer Loheng 651; er solde sin genade und danch sagen / und von im wenden niht den kragen Jüngl 52; wir entrihten im den sînen elenlangen kragen. / [...] wir zerütten im den nac Neidh WL 29:8d,4. WL 18:2,9; Helbl 1,298; UvEtzAlex 25168; KgvOdenw 2,218. – mit Präp.: Judit, / diu [...] / daz houbet Holoferne / sluog unde schriet ab sinem cragen KvWGS 1587; ich wirf dir stein an dînen kragen EnikWchr 10028; Tr 9203; bî dem kragen sie si vie Helbl 7,664; dem maz erz durch den kragen WolfdD (J) 5:129,2. 3:37,3; WhvÖst 3650; ez tet mir in dem kragen we Jüngl 697; daz si liezen in irme kragen / ir valsche gelübde Walth 28,28; den [ win ] er in den chragen trinchet StrKD 148,119; ein ûr [...], / den wolde ein raben al ein in sînen kragen Wartb (S) 174,7; in der vil diefin helle kragin Marner (W) Ml 1:6,19; Helbl 1,366. 5,107; HeslApk 4922; mit aufgerecktem kragen [vom Kranich] BdN 191,6; zertrantt / ward im sin nacke mit dem kragen GTroj 22657; KvWSchwanr 1031; im wære alze senfte ein eichîn wit umbe sînen kragen Walth 85,13; dar zuo treit er ouch ein hôhez collier umbe den kragen Neidh WL 11:5,2. WL 3:4,6; [jmdn.] umb den kragen würgen KvWHvK 285; KvWTroj 14035. 27385; Helbl 1,90; Ottok 7977; daz houbet lôste er [...] von dem cragen Tr 2987; ich warf in [Stein] vür den kragen Virg 807,10; [ein Schlag] zwischend hoptt und kragen / geriett GTroj 10039    1.2 verbunden mit synon. hals: dem zerret er halß und kragen HvNstAp 12548; hoptt, hals unde cragen GTroj 9108. 8454; da slŭg yme [dem Drachen] Gawein ein wonden / dorch des halses kragen Krone 13511 (vgl. durch den hals kragen GTroj 1068, Kompos. oder Syntagma?); durch den kragen unde hals Virg 871,12; hals, hoptt mit dem kragen GTroj 24161. 15199    1.3 auch für den Nacken: nû tuont im die secke vil gedon, / die dâ dicke rîtent sînen kragen Neidh WL 22:6,12 (ähnl. Helmbr 265 ); die manigen sac swæren / habent ûf ir kragen / [...] getragen Ottok 41771; der tôt mir sitzet ûf dem kragen Schlegel 665    1.4 in Beteuerungen, Drohungen, Verwünschungen das Leben mitmeinend: so mir myn krach KarlGalie 3957; so mir myn ougen ind myn krach ebd. 9666. 9078; wir sullen iren vaigen kragen / noch heutte plewn und peren HvNstAp 7488; das giltet deinen vaigen kragen! ebd. 10781. 19625; diu suhte chom an iwern losen chragen! FabelCorp 37,20; ob wir uns rechen an ir kragen KvWTroj 17957. 37486; an ir guote und an ir kragen / werden si veig unde mat ebd. 17830; got rech ez über sîn kragen Ottok 40117    2 von Personen als Schimpfwort, ‘Tölpel, Tor’ o.ä.: wê mir sîn, er irrer krage! Neidh WL 31:4,6; der ander ist ein lôser krage Renner 338; tummer man, / Heinrich von Ofterdinge, œder krage! Wartb (H) 534:12,6; Neidh WL 4:5,12. WL 18:4,6. WL 34:7,4; tœrischer ~ ebd. WL 31:5,5    3 ‘Rammsporn’ eines Schiffes: von stahele het er [Schiffsbug] einen kragen, / der beide lanc was unde breit / und sam ein scharpfez wâfen sneit / zen orten und zen sîten KvWTroj 25118

MWB 3,2 528,11; Bearbeiter: Bohnert

2krage swM. frnhd. krage, nhd. dialektal kragen, s. DWB 5,1961f.; zur Etymol. s. EWA 5,732f.; vgl. → krâ stM. essbare Innereien, ‘Gekröse, Kronfleisch’ term und magen / und ouch kragen SM:Had 20: 2,5

MWB 3,2 529,20; Bearbeiter: Bohnert

kragebein stN. ‘Wirbelknochen, Genick’ (wie → halsbein ) oder ‘Schlüsselbein’ (vgl. norw. kragebein, engl. collar-bone): der halsz [...] was bisz uf das kragebein / mit trùsen befangen Krone 19701

MWB 3,2 529,25; Bearbeiter: Bohnert

kragelen swv vgl. ahd. kragilôn (AWB 5,374). ‘scharfe Töne hervorbringen’, Part.Präs. – vom Gackern des Huhns (vgl. DWB 5,1955 unter krägeln I,2,a), in einer Beschimpfung: owe, er kragelundez hun! / er mulkleffel, da man swigen sol! Jüngl 906. – übertr., ‘geschwätzig’ garrulorum: chragilontero Gl 2:395,8

MWB 3,2 529,30; Bearbeiter: Bohnert

kragen stV. (VI) ‘kratzen, ritzen’ mit eren nalden sy yn kroch [: genoch ] KarlGalie 10406 (vgl. Einl. S. 73; DWB 5,2075f. und ûʒ kraken )

MWB 3,2 529,37; Bearbeiter: Bohnert

krage-, kragenstein stM. zu → 1krage swM. (vgl. DWB 5,1964). ‘aus der Mauer hervorragender Stein als Träger eines Balkens u.ä.’ si suln auch in dieselben unser maur zwelif chragstain legen [...], daz si ir dach darauf machen UrkPassau 148 (a. 1334); Ulrich der hantschuster [ chlagt ] hintz Hainrich dem Peurwekchen umb vier chrachstein, die im ze schaden lægen in des Peurwekchen maur UrkRegensb 450 (a. 1338); ob der chragstain abpraͤst ebd. 660 (a. 1348); [niemand soll] mit deheinem chrachstein in deu maur varen ebd. 450 (a. 1338). 525f. (a. 1341). 660f. (a. 1348); in lapidibus [...] muro infixis, qui craynnesteyne vulgariter nuncupantur UrkDOHess 2,299 (a. 1321); Lexer 1,1703 (Werth.; a. 1325)

MWB 3,2 529,40; Bearbeiter: Bohnert

kræjen swV. 1 eigentl., ‘krähen’
1.1 von Hahn und (in bes. Kontexten) Huhn
1.2 von Menschen
2 übertr.
2.1 ‘etw. (Lob) laut hinaussingen, verkünden’
2.2 ‘sich laut vernehmbar machen mit einer Sache’
   1 eigentl., ‘krähen’    1.1 von Hahn und (in bes. Kontexten) Huhn: drie stunte verlougenest du min, / e der han hinat crage [vgl. Mt 26,34 cantet ] AvaLJ 128,4; e das der han talank gekrei EvPass 207,11; e der hane zuͦ mitternath / hat gecrewet PassSpM 681; der hane iesa crate AvaLJ 138,5; iz enist noch niht ze spæte [zur Frühmesse zu gehen] : / ich wæne, dehain han noch cræte / hînat bî dirre naht Kchr 12256; sô danne diu zît was komen / daz kræn solt der han StrAmis 979; swenn hat gekret der abenthan Frl 11:10,13; der [ hane ] kræget ân mâzen wol EnikWchr 19328; EvWM 411; HvFritzlHl 169,13; EvStPaul 1715. im ze râte gar ze spâte / krâte des gelückes han KvWLd 23,54; din erenhenne kret, so krotzelt din han Frl 8:25,3 (von Huber, Wort S. 138 i.S. der Verkehrten Welt aufgefasst, vgl. ein hane sol kren, ein hunt sol bellen ebd. 5:34,1 ). – formelhaft: do iz was also spate, / daz han noch henne krate [d.h. nicht das Geringste war zu hören] Brun 9794; ez was dennoch sô spæte / daz ninder huon dâ kræte Parz 194,6; dâ man ê wirte in vollen stæten fröiden vant, / dan kræt diu henne noch der han [es ist jetzt dort ganz öde] KLD: Namenlos h 33,7 (vgl. Helbl 1,579 ). – subst. Inf.: e crewen wirt des hanen kunt EvStPaul 1905; ê daz der han / zwir sîn krêen hât getân JvFrst 5108; der han [ bezaichent die zeit der naht ] mit seinem kræen BdN 168,27; WernhMl 8371    1.2 von Menschen: jtwanne so kreyen se [Wahnsinnige] alz ef he hanen sy. jtwanne so bellen se vnde wenen, daz se hunde synt OvBaierl 90,14    2 übertr.    2.1 ‘etw. (Lob) laut hinaussingen, verkünden’ die [Fahrenden] kunden pruͤfen witen des fursten lop. in mange lant siz kraten JTit 1149,4; ich weiz wol daz dich [Maria] nimmer man / ze vollen wol volloben kan: / ich bin ein sündic Almân / und kræ dîn lop alsam ein han / der sich des tages wil enstân [d.h. meine Kunst reicht nur zum ersten Anfang deines Lobes] MarGr 18 37    2.2 ‘sich laut vernehmbar machen mit einer Sache’ mit valschir lere er [Antichrist] kræget / gein aller engel fiurste [hl. Michael] Martina 188,42. 191,98

MWB 3,2 529,55; Bearbeiter: Bohnert

kræjennest stN. ‘Krähennest’, übertr., von einer Zwingburg: diz krêhennest wir [die Belagerer] zwâren / wollen zû kleinen stucken / in kurtzer wîle rucken LivlChr 3756 (vgl. ein vesten / mit vil swêren gesten ebd. 3727 und unedeliu, unsæligiu krâ unter krâ swstF.)

MWB 3,2 530,34; Bearbeiter: Bohnert

kral stM. Ansatz und Bed. unklar; auch krel stM. (vgl. DWB 5,1981 s.v. Kräll, Krell) und krelle stF. (vgl. → be-, erkrellen und DWB ebd. s.v. Kralle I,1,c) scheinen möglich. ‘durch eine Kralle verursachte Schramme, Wunde’ (nach Lexer 1,1704): do fuͦrte der [...] mit zweierhande stral [mit Blei- und Goldpfeilen] vil scharfe krelle [: geselle ] . / so was Amor in sinem vanen swebende JTit 4035,2

MWB 3,2 530,40; Bearbeiter: Bohnert

krâl stM. aus tschech. král (Kranzmayer, Ottok. S. 61 und 94). ‘König (von Ungarn)’ wâ diu êr ie geschach / iwern ungerischen grâlen, / daz [...] Ottok 43303; die Unger mit ir grâl ebd. 44535; [die Ungarn] riten [...] / geschoct [geschart] umb ir crâle ebd. 7983

MWB 3,2 530,48; Bearbeiter: Bohnert

krâm stM. , krâme swM. Pl. stM. kræme, swM. kramen, kremen; kran Martina , PrGeorg (Sch) ; crome UrkBresl , GTroj ; kroym StRechAachen . 1 ‘Zeltdecke, Bedachung eines Verkaufsstandes’
2 ‘Verkaufsstand’ (s.a. krâme stF.)
3 ‘Ware’
3.1 das zu Kaufende
3.2 das Gekaufte, auch ‘Geschenk’
   1 ‘Zeltdecke, Bedachung eines Verkaufsstandes’ der krâm was ein samît, / vierecke, hôch unde wît Parz 563,1; it. de velo consuendo & de virga ac de kroym, sub quo corpus Christi portatur StRechAachen 146,29    2 ‘Verkaufsstand’ (s.a. → krâme stF.): [Gawan] vant den krâmære, / unt des krâm niht lære Parz 562,24. 663,16; dâ stuonden rîche kræme: / dâ gie der werde ritter în / und koufte den gesellen sîn / kleinœte maniger slahte KvWTroj 19628. 19893; do er den kram uf gesluc, / do wart ez vil und genuc / des er drin leit und hiench Erz III 167,5; Elis 339; cymei unde kannelîn unde piretrum, diu vindestû veile in den chrâmen Barth 134,9; StRMünch 457,19; wer ir innunge gewinnet der cremere, der sal einen cram gewinnen oder mieten StRFreiberg 251,2; hutten unde [...] cremen ebd. 63,16; UrkBresl 115 (a. 1327)    3 ‘Ware’    3.1 das zu Kaufende: Johannes vur in Asyam / in ein kunicriche wit, / da er in der selben zit / sinen cram uz breitte Pass I/II (HSW) 26493; ich hân brâht dâ her mit mir / krâm, den lieze ich gerne sehen / den junkherren RvEBarl 1463. 1554; in deme schrine gehaltet man kran, der edil ist PrGeorg (Sch) 21,129; swer aber sein kram an dem halse treit. der gibt keinen zol RbHohenlohe 29; diu vordren tor in der gazzen bergeshalben, dâ man in den zwein vrîen jârmärkten aller leie gewant unde krâmen veile hât StRMeran 428; KvWTroj 19559; Wh 279,21; Tauler 419,21. – bildl.: er het der êren tiuren crâm / in sînes herzen arken KvWTurn 324; in siner heiligen predigat / strafter immer mere / mit vlize vollen sere / die unseligen girekeit, / die mit valsche uf ir treit / allen suntlichen kram Pass III 251,9; da hat uns der meie sinen kram erloͮbet / ze suͦchen, / waz wir siner varwe geruͦchen Marner (W) 3:1,8; aller tugende cram Hiob 10790    3.2 das Gekaufte, auch ‘Geschenk’ nu hœret sprechen, / wâ mit erwarp Clinschor / den rîchen krâm vor iwerm tor Parz 617,6; von megtten und von wiben / ward im richer kröme gegeben GTroj 2773. 15043; div valsche miet vnd och der cran / tet in so sanfte vnd och so wol Martina 29,70. 43,3; er santim kúnigliche / vil presente riche / mit manegim túren krame RvEWchr 28245. 14546; KvWKlage 24,3; UvZLanz 8495. 8479. ze krâme: diz cleit vil wunneclich gevar / daz sante si Jâsône dar / und sîner friundinne. / ze krâme und z’einer minne / solt ez sîn âmîe hân KvWTroj 11306; in dir wuochs der lebende sâme, / der gelobt hern Abrahâme / wart von gotte ze sælden krâme SM:EvS 1: 18,11

MWB 3,2 530,54; Bearbeiterin: Herbers

krâmære stM. crom- GTroj , UrkBresl . ‘Kaufmann, Händler’ tabernarius : kramari SummHeinr 1:290,289; institor: kramer VocOpt 22.001; do was ein anderre kramer chomen; / der sluͦch ouch sine chrame dar StrKD 54,24; [Gawan] vant den krâmære, / unt des krâm niht lære Parz 562,23. 564,18; einem krâmer hêt er genomen / ein sîdîn gebinde, / daz gap er Gotelinde Helmbr 1074; da kam ein krämer, den ich höchlich preise Wartb (S) 25,3; [...] ain cromere: / ainen sack vil schwere / hett er uff sin pferitt gelaitt GTroj 6607; EnikFb 1747; Tougenhort 396; SalMor 709,2; alle die missehellunge, die die smide hetten wider die cremere, vmbe daz sv́ sporen veile hattent UrkCorp (WMU) 2948,37. 721,26; ein itslich cromer, der sal habin einin ganczin crom UrkBresl 115 (a. 1327); die cremer haben ouch eine innunge StRFreiberg 250,17. unter den kremeren, als Bez. für einen Ort: an dem huse, das vnder den kremeren vor sant Andres kappelvn [...] lit UrkCorp (WMU) 1774,19. – als Bestandteil von Personennamen: Cuͦnr̄ der kramer UrkCorp (WMU) 118,37; Wernher Stamler der kremer, ein burger von Basil ebd. 1774,18 u.ö.

MWB 3,2 531,44; Bearbeiterin: Herbers

krâmærinne stF. cromerin NüAchtb . ‘Händlerin’ ez hât der krâmærinne suon, / [...] / bî der Swechent ûf geslagen / die allerrîchsten krâm, / von der ich ie vernam Ottok 43046; Margret di cromerin NüAchtb 51; diz beschach ze Vriburg in der froͮwen hus von Herbotesheī der kramerin UrkCorp (WMU) 100,23. – als Flurname: die wiesen, div da heizzet div kramerin UrkCorp (WMU) 1323,16. N153,25.31

MWB 3,2 532,3; Bearbeiterin: Herbers

krâme stF. kreme Martina . ‘Verkaufsstand’ 1 eigentl.
2 übertr.
   1 eigentl.: des morgins als iz dagede / der spileman hauede / behangen sine crame / mit gewete selzene Roth 3118; Fruote hiez ûf swingen sîner krâme dach Kudr 324,1; die krâme stuonden offen ebd. 442,4. 444,2; ez hât der krâmærinne suon, / [...] / bî der Swechent ûf geslagen / die allerrîchsten krâm, / von der ich ie vernam Ottok 43049. 73092; als der fur eine kreme gat / da man vil krames schowen lat / dez in wol gelustet Martina 17,84; StrKD 54,5; Neidh WL 9:2,5; vnser erbe, daz wir heten von den frowen von Engelntal an der crame, da her Rudiger der hantschuster, vnser vater, inne stvnt UrkCorp (WMU) 2923,41; Albers chram, dev da leit an dem Hohenmarchte UrkWSchott 222 (a. 1340)    2 übertr.: walt hât sîne krâme / gein dem meien ûf geslagen. / ich hœre sagen, / vröude bernder sâme / der sî dâ veile Neidh SL 9:3,1; [Maria:] du wolkenduz, du mirrentrouf, / du bisme rîchiu krâme, / du honeges fluz Sigeher M 68. – für einen Vorrat an etw. (vgl. FrlWB s.v.): ich suche in sanges krame, vinde ich ein lob fin Frl 5:12,1. 5:114,1; in der propheten kramen ebd. 2:11,3. – übertr. auf die Waren eines Verkaufsstandes ‘Sache’(?) (s. Anm.z.St.): alsô Pilat ze tûn gedâcht / und richte nâch dem selben wân / mit der schrift ein sulche krâm JvFrst 8770

MWB 3,2 532,12; Bearbeiterin: Herbers

kræmel stN. Dim. zu krâm stM. ‘gekaufte Ware, Geschenk’ [Richter,] die sich lazint valten [beugen] / mit gabe vnd och mit kremil Martina 47,93

MWB 3,2 532,39; Bearbeiterin: Herbers

krâmen swV. ‘kaufen’ tr.: ez ist ein so guotez guot, / des ich wünsche mir ze krâmen SM:KvL 19: 3,6; ich wil dir hie ze lône geben, / daz ich dich wîse ûf daz leben [...]. / wildû der lêre râmen, / sô maht dû hie wol krâmen / den unzerganclîchen gewin RvEBarl 11108. 6436. – Part.Präs.: dâ gie der werde ritter în / und koufte den gesellen sîn / kleinœte maniger slahte. / [...] nû daz er krâmend alsus gienc, / dô wart sîn kunft vermæret KvWTroj 19634

MWB 3,2 532,42; Bearbeiterin: Herbers

krâmerîe stF. auch cromerie, kremerie. ‘Handelsware’ markt aller krâmerî Ottok 72165; cromery rich von gestaine / in claurem golde raine / gaben da den clauren schin GTroj 15089; mercimonia, quod kremerie dicitur WeistErf 107 (a. 1332); chaufschacz von chramerei oder tuech StRBrünn 374; brengit ein gast cromerie, die shal her vorkoufin [...] in sinir herberge vnde nirgin andirswo an in dem jarmarkte UrkSchles 3,96 (a. 1327); StRFreiberg 250,23; UrkBresl 115 (a. 1327); StRAugsb 264,30

MWB 3,2 532,52; Bearbeiterin: Herbers

krâmermeister stM. ‘Vorsteher der Krämerinnung’ ouch sollen dye wollinwebirmeystere, die beckinmeystere, [...], dye kremirmeystere, [...] alle vierteil iars ore gelt, daz sue von der stat wegin in nemen, den kemmerern brenge vnd antwerte StRMühlh 161

MWB 3,2 532,63; Bearbeiterin: Herbers

krâmesîde swF. ‘Seide’ (Rohseide? vgl. NeidhWB s.v.): in der hûben ligent sî [die Locken] des nahtes mit getwange / und sint in der mâze sam die krâmesîden val [blond] Neidh WL 29:7,4

MWB 3,2 533,5; Bearbeiterin: Herbers

krâmgaden stN. ‘Verkaufsraum’ instita: krangaden VocOpt 22.002

MWB 3,2 533,9; Bearbeiterin: Herbers

krâmgelœte stN. ‘Gewichtsatz der Krämer, Handelsgewicht’ die chramer [...] suͤlen ie zwai silbergloͤt fuͤr ein chramgloͤt geben StRMünch 188,8

MWB 3,2 533,11; Bearbeiterin: Herbers

krâmgewant stN. crom- UrkBresl . ‘Kaufmannsware; gewebte Schnittware’ dar in trovh man golt rot / [...] nuschen un̄ boge unde harbant / selzene cram gewant Roth 3095. 3078; daz krâmgewant was tiure Parz 563,12. 616,16. 360,15; ein chramer fur durch gewin / in eine stat; da braht er hin / von golde solich chramgwant, / daz man niht bezzers envant StrKD 54,3. 54,85; ein wagen mit kramgewande, der vf einen jarmarkt vert UrkCorp (WMU) 548A,29; welch gast her in fürit sidin gewant, czindal, syde, baldekin, guldine bortin, adir das dem glich ist, das do heisit cromgewant, der shal gebin von dem czenthener czwei scoth, von dem pferde ein lot UrkBresl 112 (a. 1327); StRAugsb 41,30; StRPrag 9; UrbBayJ 457. – ~ veile vüeren/  haben: sînen schilt er [Gawan] ûfez pfärt pant. / si [Orgeluse] sprach "füert ir krâmgewant / in mîme lande veile? [...]." Parz 531,12; man sol chein chramgewant [...] vail haben hie ze Munchen vor cheinem goteshause StRMünch 222,14. 458,2; daz nimant kein cramgewant noch kramerie veile sal haben in Vriberg, he gewinne alrest ir innunge mit drizik schillingen StRFreiberg 250,18

MWB 3,2 533,14; Bearbeiterin: Herbers

krâmic Adj. ‘mit Handelsware, Dingen beschäftigt’(?) (s. Anm.z.St.): er ist vil selten cramig / gewesen har by sinen tagen VirgH 348,10

MWB 3,2 533,37; Bearbeiterin: Herbers

krâmkorp stM. ‘Warenkorb’ (eines Krämers): den krame korp warff er in das graß SalMor 711,3. 710,1. – personif.: da sprach der ritter lobesam: / ‘nu wolte got, her krame korpp, / das dich funde ein armer man.’ SalMor 712,4

MWB 3,2 533,40; Bearbeiterin: Herbers