kampfanesprëchen
stN.
‘Forderung zum gerichtlichen Zweikampf’
von kampfe anesprechen [Überschrift] . ein iglich
mensche sal wissen, daz der keiser hat verboten, daz kein man den andern sal
ansprechen zu kemphen KlKsr
2,69
MWB 3,1 131,17; Bearbeiter: Richter
kampfbære
Adj.
auch kamper (bes. 1.2).
1
‘zum Kampf geeignet, des Kampfes würdig, kampfbereit (?)’
1.1 allg. 1.2 rechtsspr. von Sachverhalten (meist Wunden), deren Beschaffenheit ein Verfahren mit gerichtlichem Zweikampf zulässt (vgl. WMU 2,975 und DRW 6,1033-1035 mit weiteren Belegen) 2
‘zum Kampf gehörend’ (s.a.
strîtbære
)
1
‘zum Kampf geeignet, des Kampfes würdig, kampfbereit (?)’
1.1
allg.:
do bereite ouch sich hêr Gâwân / als ein kampfbære man /
hin für den künec von Ascalûn Parz
335,2.
515,4;
Rennew
11932;
UvZLanz (K)
2344;
GTroj
16977
1.2
rechtsspr. von Sachverhalten (meist Wunden), deren Beschaffenheit ein
Verfahren mit gerichtlichem Zweikampf zulässt (vgl. WMU 2,975 und DRW
6,1033-1035 mit weiteren Belegen):
ist di clage slecht, sô verwettit er [der vor Gericht gezogen
wurde] viii solidos. ist si aber vrevilbêr und kamphbêr, sô
wettit er xxx solidos dem gericht StRZwick
180;
ein itlich lemde ist campfbâr zu grûzzen [berechtigt dazu,
einen Gerichtskampf zu fordern]
ebd.
218.
– in Verbindung mit wunde, auch zusammengerückt
kamperwunde:
vnde wirt ein vrouwe begriffen in hanthafter tat an totslage oder an
kamphberer wnde, des is der clegere sie neher zvͦ oberwindene selbe seuende
mit erhaften liuten UrkCorp (WMU)
2265,47;
di wunden, die da kamper sint, waz der ist unde wi vil der ist; di sal
der richter kempfliche vorderen mit rechte ane widerrede
StRFreiberg
192,31.
138,30;
werden eynem manne drey, vyer oder mer champerwunden geslagen, vnd
czeihet derselben wunden als manigen man, also vil als her wunden hat, also,
das her jckleychen ayner czeihet, eyn jckleycher mus ym vm eyn kamper wunden
antwurten SchöffIglau
91
u.ö.;
StRZwick
210.
212
2
‘zum Kampf gehörend’ (s.a.
strîtbære
):
erst [nun erst] hüb sich kampffbare
nott: / die werden fürsten lobesan / zü füss ain andren luffen an
GTroj
4316
MWB 3,1 131,22; Bearbeiter: Richter
kampfbërnde
Adj.
in Verbindung mit wunde rechtsspr. von Wunden, deren Beschaffenheit ein
Verfahren mit gerichtlichem Zweikampf zulässt (vgl.
kampfbære
1.2):
wirt ein vrouwe begriffen in hanthafter tât an tôtslage oder an kampfebêrnder
wunden [...] sô mûz si gerichte lîden
StRZwick
200
MWB 3,1 131,55; Bearbeiter: Richter
kampfeit
stM.
vor dem gerichtlichen Zweikampf geleisteter Eid:
wenne di gewer [Gewähr] getan ist, so butit yenir
man [der zum Gerichtskampf aufgefordert wurde] sine
unschult, daz ist eyn eit unde eyn kampheit RbNeumarkt
149
MWB 3,1 131,62; Bearbeiter: Richter
kampfer
stM.
→
gaffer
MWB 3,1 132,3;
kampfgenôʒ
stM.
sw.
GTroj
18283;
Krone
20505.
‘Kampfpartner, Gegner, (ebenbürtiger) Teilnehmer am Kampf’ (s.a.
kampfgeselle
,
kampfgeverte
,
strîtgenôʒ
,
strîtgeverte
):
ob ein man in kamphe stât, / sîn kamphgenôz in niht erlât, /
er slahe in lîhte vor im nider RvEBarl
4376;
den sig hete aldâ genomn / Gâwânes kampfgenôz. / des kraft
was über in sô grôz, / daz Gâwân der werde degen / des siges hete nâch verpflegen
Parz
688,13;
mit dem zimiere quam gezoget / der Sahsen herzog unde ir voget
/ und suochte sînen kamphgenôz KvWSchwanr
1071;
Iw
7371;
swer êrste in den rinc kumet under zwein die dâ kemphen
sullen, der sol den vrônboten biten daz er im eische sînen kamphgenôz
SpdtL
179,12;
SchwSp
39b;
Gauriel
1985;
StrKarl
11907.
– hier evtl. ‘Mitstreiter’ (vgl. kampfgeselle, s.a. IweinWB
s.v.), durch mehrdeutiges Poss.-Pron. aber nicht entscheidbar ob die Brüder des
Truchsessen als ‘Mitstreiter’ (des Truchsessen) oder ‘Gegner’ (Iweins)
bezeichnet werden:
nû wart der lewe ræze / ze sînen kampfgenôzen, / die manegen
slac grôzen / heten enpfangen und gegeben Iw
5391
MWB 3,1 132,4; Bearbeiter: Richter
kampfgeschirre
stN.
‘Ausrüstung zum gerichtlichen Zweikampf’
of den man die vechtin sol des camfgeschirris gebrichit, der richter sol ime
ein lien: einen schilt unde ein swert RbGörlitz
122;
unde welchir sigelos wirdet in dem creize, di gare
[Rüstung] unde daz kampfgeschirre daz blibet dem
richter zu rechte StRFreiberg
166,31
MWB 3,1 132,27; Bearbeiter: Richter
kampfgeselle
swM.
‘Kampfpartner, Gegner, (ebenbürtiger) Teilnehmer im Kampf’ (s.a.
kampfgenôʒ
):
ir ietweder wolde / sînen kampfgesellen / ûf den
sâmen [zu Boden] vellen Iw
7085;
die kamphgesellen beide / einander ûf der heide / sich triben
ümbe und ümbe KvWSchwanr
1151;
herzog Loket niht vergaz / sînes kamphgeseln hin wider, / er
valte im daz ros darnider Ottok
21362;
Eracl
5065;
Krone
2924;
GTroj
8345;
Virg
168,2.
–
‘Mitstreiter’
wan siv [Märtyrer] waren ir
[Martinas] kampf gesellen / und trugen sament Cristes
schilt / da vnder hatten siv gespilt / mit ernste dez todis spil / gar vntz an dez
lebins zil Martina
233,50
MWB 3,1 132,34; Bearbeiter: Richter
kampfgeverte
swM.
‘Kampfpartner, Gegner, Teilnehmer im Kampf’ (s.a.
kampfgenôʒ
):
die zwêne kampfgeverten / sich beide vaste werten Schrätel
255;
ob ich [Hektor] bî disen zîten /
vind einen kampfgeverten, / sô muoz man hie beherten, / wer Pârîsen füere hin
KvWTroj
3531
MWB 3,1 132,47; Bearbeiter: Richter
kampfgeziuge
stN.
‘Ausrüstung zum gerichtlichen Zweikampf’
zu dem dritten gerichte, so kommet er aber mit syme ganzen kamph gezüge, das
ist ein grauer rucke, der ist gemacht hinden und vor mit zweyen crützen von wysen
leder und der hut auch also und zwo graue hosen DRW
6,1057
(Gelnhausen/ MittFrankf.; 14. Jh. kopial)
MWB 3,1 132,53; Bearbeiter: Richter
kampfgezouwe
stN.
‘Ausrüstung zum gerichtlichen Zweikampf’
der richter muz schaffen [sich kümmern] umme einen
vorwurchten [Vertreter (im gerichtl. Zweikampf)] unde
umme kampfgezowe unde ouch umme schreilute, ab ir ienre nicht gehaben mac
StRFreiberg
196,13
MWB 3,1 132,60; Bearbeiter: Richter
kampfklüpfel
stM.
‘Streitkolben’
item pro duobus kampkluppel preparandis corrigeis & zonis 2 s.
StRechAachen
122,2
MWB 3,1 133,1; Bearbeiter: Richter
kampfkolbe
swM.
‘Streitkolben’
vier sarianden [...] hetten
ysenhút off yren heubten und hetten kampfkolben in yrn henden mit starcken stehelen
nageln Lanc
560,4;
welich der tiuvel heizet dich [die Frau(en)]
kempfen unde welich der tiuvel hât dir den kampfkolben erloubet?
PrBerth
1:325,22;
RbRupr
138
MWB 3,1 133,4; Bearbeiter: Richter
kampflich, kempflich
Adj. , -lîche
Adv.
adv. auch -lîchen.
‘zum (Zwei-)Kampf gehörig/ passend/ bereit, nach Art und Weise des
(Zwei-)Kampfes’
1 allg. 2 in Umschreibungen der Aufforderung zum (gerichtlichen) Zweikampf 2.1
wort 2.2 jmdn.
ane sprëchen (vgl.
ane sprëchen
1.1.3.2 ) 2.3 jmdn.
(be-)grüeʒen (vgl.
grüeʒen
4.3 ) 2.4 jmdn.
(vor?)laden 2.5 jmdm.
zuo tagedingen/ teidingen 2.6 etw.
vorderen
1
allg.:
Môrolt [...] vorderte von Marke /
mit kampflîchen handen / den zins von beiden landen Tr
5875;
er must sich kempflich weren, / ob er den leib wolt erneren
HvNstAp
5009;
einen kampfschilt er für sich twanc. / dâ mit er kampflîchen
stuont, / als dicke grôze liute tuont UvZLanz
1921;
KLD:UvL
16: 7,4;
Mühlh
103,5;
Parz
323,19;
GTroj
18542;
UvEtzWh
7979.
–
~
strît/ strîten/ vehten:
dô stuonden ûf kamphlîchen strît / die meister an der
selben zît RvEBarl
8955;
ein campflicher strit Vät
36263;
RvEWchr
24196;
die Spanjol [...] stritent
kamphlicher dar / den der Engellender schar RvEWh
9243;
das wir hie kamphliche / vehten umbe des mannes habe
ebd.
6574.
–
an ir was werlîchiu wât, / ein hemde wîz sîdîn: / waz
möhte kampflîcher sîn, / dan gein dem man sus komende ein wîp?
Parz
192,16
2
in Umschreibungen der Aufforderung zum (gerichtlichen) Zweikampf
2.1
~
wort:
mit der blûtigen wunden [...] und mit kamphlîchen
worten mac ein man den anderen vâhen zu kamphe SSp (W)
1:68,3
2.2
jmdn. ~
ane sprëchen (vgl.
ane sprëchen
1.1.3.2):
ez ist auch gesetzet, daz kain burger kainen gast sol kempflichen
anesprechen, er kom denne vor zuͦ den burgern in den rat NüP
147;
sprichet ein frowe einen man kamphlichen an,
[...], so sol si einen kemphen an ir stat nemen
StRAugsb
112,13;
wie sie der an spreche kempflîch vor gerihte Loheng
830;
SpdtL
143,3
u.ö.;
RvZw
182,7;
Parz
411,5
2.3
jmdn. ~
(be-)grüeʒen (vgl.
grüeʒen
4.3):
swer kamphlîche grûzen wil einen genôz SSp (W)
1:63,1.
3:35,2;
StRGörlitz
458;
UrkCorp (WMU)
51,5;
he muz sie [die Bürgen] begruzen kempliche, als
recht ist StRFreiberg
140,20
2.4
jmdn. ~
(vor?)laden:
ich lade in kampflîche dar / gein mir ze komenne kampfes
var Parz
321,21;
entgêt her [der Beklagte] ime [dem
Kläger] mit rechte, her [der
Kläger] en lîdet da cheine nôt umbe [muss keine
Strafe dafür zahlen, die Klage zuerst in Abwesenheit des Beklagten erhoben
zu haben] – her in habe [
enhabe
] in kamphlîche vor geladet SSp (W)
2:8
2.5
jmdm. ~
zuo tagedingen/ teidingen:
so muz in [den Beklagten] der vorderer
kempliche zuteidingen als recht ist; he muz si beschrien, he muz sie begruzen
kempliche, als recht ist StRFreiberg
140,22
2.6
etw. ~
vorderen:
di wunden, die da kamper sint, waz der ist unde wi vil der ist; di sal der
richter kempfliche vorderen mit rechte ane widerrede StRFreiberg
193,1
MWB 3,1 133,11; Bearbeiter: Richter
kampfmüede
Adj.
‘vom Kampf erschöpft, entkräftet’
diu maget tugentrîche / begund in allenthalben / meisterlîche salben / mit
einer salben alsô guot, / daz im daz verch und daz bluot / eine solche hitze gewan,
/ daz den kampfmüeden man / des lîbes geluste UvZLanz (K)
2206.
– subst.:
Gramoflanz ûz sîner schar / zuo den kampfmüeden reit, /
herzenlîche er klagt ir arbeit Parz
691,25.
707,7
MWB 3,1 134,1; Bearbeiter: Richter
kampfrahe
swF.
‘Stange, Stab zum Kämpfen’
zwen vilan süln sich / zepleuwen vnd zeslahen / vor geriht mit kampfrahen, /
mügen si ir reht anders niht / bewarn vnd ir geschiht Krone
10759
MWB 3,1 134,10; Bearbeiter: Richter
kampfrëht
stN.
‘Recht auf einen Zweikampf’
hie bin ich / und vordere mîn kampfreht. / wâ ist nu der
guote kneht, / der mich an mînen êren / hie wænet umbe kêren? Tr
11035
MWB 3,1 134,14; Bearbeiter: Richter
kampfrëhten
swV.
‘das kampfrëht ausüben, einen Zweikampf ausfechten’
dû teidingest âne nôt: / mit wem wiltû kampfrehten? / dirre
hêrre wil niht vehten Tr
11295
MWB 3,1 134,18; Bearbeiter: Richter
kampfreit
stM.
‘Kampfplatz’, hier bildl.:
in dem gezelte was perait / dem kunig und der schonen maid /
ain pette, da sy lagen an. / Appolonius der kuene man / hub an den ersten streyt: /
der kampf raid was nicht weydt, / si enmocht im nit entweichen, / der kunig ließ dar
streychen, / untz er sy drang in den kraiß HvNstAp
5950
MWB 3,1 134,22; Bearbeiter: Richter
kampfrinc
stM.
‘Kampfring, Kampfplatz’
der kampf ring ward perait: / das was ain grüne wise prait
HvNstAp
9291
MWB 3,1 134,29; Bearbeiter: Richter
kampfros
stN.
‘Streitross, Schlachtross’
alsus dar zü hove kam / ze füss der unverzagtte man / won ine
mochte by den tagen / kain kamffe ross getragen GTroj
14104
MWB 3,1 134,32; Bearbeiter: Richter
kampfschildære
stM.
als Bestandteil von Personennamen:
Albero Kampscildere DRW
6,1070
(Hagström,KölnBein.; 13. Jh.)
MWB 3,1 134,36; Bearbeiter: Richter
kampfschilt
stM.
‘Schild im Zweikampf’
nu pflac der rise al sîn leben / einer stange grôz unde lanc.
/ einen kampfschilt er für sich twanc. / dâ mit er kampflîchen stuont, / als dicke
grôze liute tuont UvZLanz
1920.
– Glanz eines kampfschildes als so genannte Spottbuße (Wergeld bei
Totschlag gegen Rechtlose):
spillûten und alle den, die sich zu eigen geben, den gibt man zu bûze den
schaten eines mannes. kemphen unde iren kinderen den gibt man zu bûze den blic von
eime kamphschilde gein die sunnen SSp (W)
3:45,9;
StRPrag
152
MWB 3,1 134,39; Bearbeiter: Richter
kampfslac
stM.
‘Schlag, Hieb im Zweikampf’
is fuget sich nicht zware, / daz man mit der wider
gifte [Gegengabe] also iage [schnell
sei] / als ein campslac wider slage Elmend
A 502;
ich wene id [
strit
] niemer en geschie, / of ich id gewenden mach / dat iemer mere
kampslach / hier umbe werde geslagen MorantGalie
2740;
man en sole’n livelos / machen ane kampslach ebd.
2633
MWB 3,1 134,50; Bearbeiter: Richter
kampfstat
stF.
‘Kampfplatz, Ort für den Zweikampf’
sus was den kempfen beiden / ein kampfstat bescheiden / ein
cleiniu insel in dem mer Tr
6722;
ir swester, ir widerstrîten, / vundens an der kampfstat
Iw
6883
MWB 3,1 134,58; Bearbeiter: Richter |