knote
swM.
→
knode
MWB 3,1 407,5;
knouf
stM.
1 als rundliches abschließendes (Zier-)Element an Gegenständen und Gebäuden
‘Knauf’
2
‘Knoten’
2.1 botanisch 2.2 künstl. i.S. einer festgezogenen Schlinge
1
als rundliches abschließendes (Zier-)Element an Gegenständen und Gebäuden
‘Knauf’
– am Schwert:
den wurm er in daz houbet sluc, / so daz iz
[das Schwert] gar
besouf [versank] / von dem orte biz an den knouf
Herb
1110;
sie slugen vnd stizzen / [...] /
mit des swertes knoufe ebd.
5411.
11918;
Lanc
350,16.
– am Dach von Türmen und Zelten:
da was schon gesetzett auff / auff yeden turne ain gulden
knauff HvNstAp
11085;
in dem wane sie bliben, / sie solden in [den
Turm zu Babel] uf triben / untz in des himels schiben, / den
sin knouf solde erreichen Pass I/II (HSW)
10641;
Wartb (H)
427:12,9;
auff dem gezelde stund ain knuff HvNstAp
3956.
– an einer Kopfbedeckung:
sein haubt trüg ain reyches klaid, /
[...] / es was inderhalb ain krone, / ain infell
[Bischofsmütze] dar in getriben auff. / auff dem
spitze was ain knauf, / der was ain liechter rubein HvNstAp
18193
2
‘Knoten’
2.1
botanisch:
das man das rys [Pfropfreis] snyt
von syme stamme benedin deme knoufe [...] in der lenge
czweyger neyle eynis vingers Pelzb
120,17
2.2
künstl. i.S. einer festgezogenen Schlinge:
– hier übertr. ‘Fessel’
dîns sinnes lôf / sturze mich in minnenknôf [Hs.
dines sinnes loyph./ sturtze mich in minnen knoyph
]
Wizlav
L12,46
MWB 3,1 407,6; Bearbeiterin: Wemhöner
knoufel
stN.
Dimin. zu knouf, hier ‘(kleiner) Zierknopf’ (vgl.
knöpfelîn
):
ir ermeln ane prise, / ane knoufeln, ane twanc, / ir cleider eben, nit zu
lanc, / mezlich [war] alles ir gewant Elis
1991
MWB 3,1 407,32; Bearbeiterin: Wemhöner
knübel
stM.
nur Pl.
‘Fingerknöchel’
an den [Händen] sint forne finf
fingere mit horne. / daz horn sint die negele, fur die gânt die chunebele
Gen
134;
swenn ich mit ir gemelîchen wil, / sô sleht sî mir slege vil / ûf hende und ûf
die knübele BFrau
149;
Hiob
8938.
13540.
– auch pars pro toto für die Finger oder die ganze Hand:
ich hoere von sümlichen sagen / [...]
/ daz si ezzen ungetwagen; / den selben müezen erlamen die knübel!
TannhHofz
144;
er vazzete in sine knubele / die wurfele Pass III
536,78;
mit vast getwungen knubelen / sin swert beclemmet halden
HeslApk
4900.
– in einer Bekräftigungsformel:
sam mir alle mîne knubele, / diz ist uns nuzze unde ist uns guͦt
Kröllwitz
4037
MWB 3,1 407,36; Bearbeiterin: Wemhöner
knubelen
swV.
‘jmdn. unterjochen, unterdrücken’
[Dionysius] wart gar swer dem lande. / diz volk wart er
so knubelen / daz man in den ubelen / Dyonisium benante Hiob
6141
MWB 3,1 407,51; Bearbeiterin: Wemhöner
knugelîn
stN.
→
klungelîn
MWB 3,1 407,55;
knülle
swM.
ein Unkraut, wohl ‘(Roggen-)Trespe’ (vgl. Marzell 1,677; s.a.
rate
,
trëfs
,
turt
):
zizania: knu̍lle GlAnzfKdVz
8:398,312;
do die luͥte scliefen. do kom sin vigent. und sâte ratten alder knuͥllen.
alder trefsen alder swie man ez denne haizet. dc sâte er uf den kernen und under den
guͦten sâmen [vgl. Mt 13,24-30]
PrSchw
2,37.
2,38.
2,41
MWB 3,1 407,56; Bearbeiterin: Wemhöner
knüllen
swV.
‘jmdn./etw. schlagen, erschlagen’
welch man nimpt ain ubel wib / duͤ wil han iren kib / was er die geknuͤllen
mag / doch muoz er han al tag / ain kifen und ain frezzen / dez mag er sich
vermezzen MinneR 53
73;
diu [Frauen und Kinder] lâsen ouch
steine / [...] / dâ si die Valben / vol nider mit knulten
Ottok
84787;
heiz in tûben knüllen, / schiuzzen und ouch vasande wilde
SM:Had
18: 3,11
MWB 3,1 407,63; Bearbeiterin: Wemhöner
knuohelîn
stN.
→
knöchelîn
MWB 3,1 408,8;
knüpfel
stM.
‘Schrecken, Erschrecken’ (zu
klupf
, vgl. UvZLanz (K) Anm.z.St. und Lexer 1,1655):
Genover liez des knüpfels [La. clupphis
] last, / den si dâ vor von leide truoc UvZLanz (K)
5388;
daz was ein sæld in allen, / dâ von wart vrœlich der gruoz, / in wart des
êrsten knüpfels [La. clupffis
] buoz ebd.
784
MWB 3,1 408,9; Bearbeiterin: Wemhöner
knüpfen, knupfen
swV.
‘etw. (an etw.) knüpfen, (ver-)knoten’
nim einen niwen riemen hirzînen [...]
unde bint im [dem Fallsüchtigen] den umbe den hals unde
[...] nim den riemen unde chnuphe dar an einen chnoden
Barth
151,13;
WälGa
6687;
da ergreiff Giflet das roß mit dem halß und hielt es und
knupffet im sinen zúgel so er best mocht Lanc
407,16;
EckenlE2
32,4;
legend ain sydin
clungelin [Knäuel] , / daz von starken faden sin / sol,
[...] / daz söltt ir zü dem husse tragen. / da ist von
stachel vor ain ring, / [...] da söllt ir daz
trome [Fadenende] an / knuppffen GTroj
21978;
daz nieman in der Jllen vischen sol[...] mit segenen
[Zugnetzen] noch mit geknvpfiten garnen
UrkCorp (WMU)
N109AB,3,45.
– bildl.:
daz mich des grimmen tôdes stric / hie knüpfet in sîn
netzegarn KvWTroj
12189;
daz minneste Âvê Marîâ daz dû sprichest, und kundest dû ez wol geknüpfen und
geheften an daz hôchgültig wirdig verdienen unsers herren Jêsu Kristi mit minnen und
begirden, ez würde volmehtig ze bezzerende alle die sünde PrNvStr
269,23;
die blicke in minne stricke / ir beider herze knupften Reinfr
2003
MWB 3,1 408,16; Bearbeiterin: Wemhöner
knuppe (?)
stM.
‘Klumpen’, hier in der Wendung ane einem ~
‘auf einmal’ (vgl. DWB 5,1473 s.v. Knopf):
urre zwentzijch solen geven me noch myn / dan vuͦnffzein hundert marck an eyme
knuͦppe, / da unse here synen kummer myt bestuppe [stopfe,
abhelfe]
HagenChr (G)
2144
MWB 3,1 408,39; Bearbeiterin: Wemhöner
knûr
stM.
1
‘Knoten, knotiges Endstück’ (vgl. DWB 5,1365f.), hier bildl. 2
‘Stoß’
1
‘Knoten, knotiges Endstück’ (vgl. DWB 5,1365f.), hier bildl.:
nu sî wir zuo der [aus Untugenden und Lastern
geflochtenen] keten knûre / diu an ir ort von ir natûre / hât
unkiusche unde trâkeit, / vrâz unde trunkenheit WälGa
6749
2
‘Stoß’
er sluoc im vil der tôtenmâl, / wô er in maht erlangen. / des enpfie er vil
mangen knûr JSigen
37,4
MWB 3,1 408,45; Bearbeiterin: Wemhöner
knusen
swV.
‘jmdn. stoßen, (nieder-)werfen’ (vgl. AWB 5,291 mit zahlreichen weiteren
Belegen):
pinso [...]: cnito vel cnvson
SummHeinr
2:414,319.
– subst. Part.Prät. (hier unpräfigiert):
got rihtet uf die chnusten [interl. zu Dominus erigit
elisos
]
PsM
145,8
MWB 3,1 408,53; Bearbeiterin: Wemhöner
knüsten
swV.
→
knisten
MWB 3,1 408,59;
knütel
stM.
hölzerne Schlagwaffe, ‘Knüppel’
von des paums holz macht man gar guot knütel
BdN
333,24;
drî guote knütele eichen RvMunre
1434;
die gebûrn er tragen hiez / knütel für die hunde, / der swert man in niht
gunde Helbl
8,877;
ich laze uch uwern rucke / mit knuteln gar wol durch slan
Pass I/II (HSW)
16213.
17010;
StrKD
58,II 289;
swer den andern [...] mit chnuͤtteln sleht,
[...] der sol im ein pfvnt geben vnd dem rihter zwen
vnd sibentzich pfennige UrkCorp (WMU)
475AB,21,42;
StRPrag
127.
55;
StRBrünn
359;
WüP
42,6
MWB 3,1 408,60; Bearbeiterin: Wemhöner
knütelen
swV.
‘jmdn. mit einem Knüppel schlagen’
swelch borger den andern knuttilt mit bedachten mute, di git zwo marc, vnde
rumet zwey iar StRNordh
2,10.
– subst.:
blutrunst odir heimsuche odir totslac odir knuttiln mit bedachtin mvte
UrkCorp (WMU)
1161AB,10,11
MWB 3,1 409,7; Bearbeiterin: Wemhöner
knütelholz
stN.
‘Knüppel’, hier iron. personifiziert zur Umschreibung einer tätlichen
Auseinandersetzung:
di unwæge richt uns bei den herren chnutelholcz! Neidh (S)
1,322 R47:4,11
MWB 3,1 409,13; Bearbeiterin: Wemhöner
knütelieren
swV.
‘(auf etw.) mit Knüppeln schlagen’
sie vlâhten hart mit alre nôt / von dornen eine krônen. / hie mide wart des
vrônen / houbet dâ gezieret, / darûf geknuttelieret / mit vreissamen stecken, /
langen unde quecken Erlös
5128
MWB 3,1 409,17; Bearbeiterin: Wemhöner
knütelslac
stM.
hier nur Pl.
‘Knüppelschlag’
in [Blasius] hiez Agricolaus / uber
gen [überziehen] mit chnütel slegenn Märt
2035;
nû kom ein widerfreise / von doner und von regen: / den man
mit knutelslegen / hiete ûz getriben, / er solde sîn beliben Ottok
6571.
45080;
uf swen man chlagt vmb ravffen, vmb mavlslege, vmb pævlsleg
[Schläge, die eine Beule verursachen] , vmb
chnvttelsleg UrkCorp (WMU)
3452,23
MWB 3,1 409,22; Bearbeiterin: Wemhöner
knütelunge
stN.
‘das Schlagen mit einem Knüppel’
von knuttelunge [Überschrift] . swelch borger den
andern knuttilt mit bedachten mute StRNordh
2,10
MWB 3,1 409,31; Bearbeiterin: Wemhöner
knütelwërc
stN.
‘Tracht Prügel’
er beginnet ûf iuwerm rücke / würken ein grôz knütelwerc Sibote
551
MWB 3,1 409,35; Bearbeiterin: Wemhöner
knutzen
swV.
‘etw. fest (an etw.) drücken’
mitten durch [seinen Umhang] zoch er
[hl. Martin] daz swert / und gab deme durftigen ein
teil, / des er wart ummazen geil / und knutztez umme sich zuhant Pass
III
593,79
MWB 3,1 409,38; Bearbeiterin: Wemhöner
knûʒ
Adj.
‘tapfer, mutig, wagemutig’
ich weiz in nindert sô knûz, / daz er sich geturre gelîchen /
mit vehten zuo grâf Heinrichen, / den sehs Unger müezen entsitzen
Ottok
11331.
6099
u. ö.;
ist er so frech und so knauß / das er den sig pehaltet, / des
landes er dann waltet HvNstAp
5636;
des las er gute boten uz / siner manne kluc unde knuz Macc
5660;
der selbe dunket sich so knuz, / im strauben her vorne die locke uz, / als er
in harnasch habe geriten Jüngl
81;
gegen den armen ist er knuz ebd.
243.
– zur Beschreibung einer angebeteten Dame:
geselle, sie ist so vin und knus, / daz ich ez kan vol sagen
niht. / solt ir geberde und ir gelit / ich dir vol loben, ez wurde zu vil
Minneb
4478
MWB 3,1 409,43; Bearbeiterin: Wemhöner
côatî (?)
Subst.
eine (nicht zu identifizierende) Sprache, vielleicht ‘Kurdisch’? (vgl. dazu
P. Kunitzsch, Caldeis und Côatî, in: DVjs 49 [1975], S. 372-377):
do der marhgrâve in prîsûne / gevangen lac dâ ze Arâbî, /
chaldeis und côatî / lernet er dâ ze sprechen Wh
192,8
MWB 3,1 409,57; Bearbeiterin: Wemhöner |