k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
kluterdinc
stN.
‘Täuschung, arglistige Machenschaft’
do irhub der ungeneme [Sathanas] /
aber do ein cluter dinc: / rehte alsam ein jungelinc / werltlich er im
[dem Einsiedler] irschein / unde gienc im uf dem wege
gein Vät
18691
MWB 3,1 383,55; Bearbeiter: Diehl
kluteren, klutern
swV.
‘etw. ohne rechten Nutzen tun, herumwerkeln’
alles das man clútteret und arbeitet sunder nutz und sunder
not, das ist alles vor gotte tot Mechth
6: 1,89
(vgl. Anm.z.St. mit Lit.).
– subst.:
daz wir volgen Cristes spore / unde deme tiuvele wîderstân /
[...] / unde lâzen allez klutern
[überflüssige Erwägungen, Grübeleien] sî / unde
gelouben einvaltich an die drî, / die in ein beslozen sint Kröllwitz
3763
MWB 3,1 383,60; Bearbeiter: Diehl
kluterhaft
Adj.
‘befleckt, mit einem Makel versehen’
augustiner, predier, parfuͦssen / git [der
Geiz] mit der welt unmuͦssen / und mit unrehter aigenschaft / tuͦt
vil maͤnigen klutterhaft SHort
4898
MWB 3,1 384,5; Bearbeiter: Diehl
kluterheit
stF.
‘Täuschung, schändliches Verhalten’
demuͤtig vnd minnesam, / dem eltesten gehorsam, / dar zvͦ miden aller
klv̀terheit Reimr
66
MWB 3,1 384,9; Bearbeiter: Diehl
kluterîe
stF.
‘Täuschung, arglistige Machenschaft’
die fürsten rîch von hôher kür / mit kluterîe [Hs.
claterie
] er dâ verriet, / sô daz er si von gelte schiet / und leite ez sînen
friunden an KvWPart
17921
MWB 3,1 384,12; Bearbeiter: Diehl
kluternisse
stF.
‘Fleck, Makel’
der sunder sal des hoffen / daz er [der hl. Geist]
czu hant guzze drin / der genadin wider schin, / der gar alle vinsternis / und aller
sunde cluternis / dan uz der sele triebet / und si mit tugnt durch schribet
TvKulm
5570.
–
‘Täuschung’ oder ‘überflüssige Erwägungen’
aber wer an alle crye / wil besen wer Jesus sye /
[...] / gar an alle cluternis / mit dem wissagen er
sicze / einsam in guter wicze / und czy sich von den luͦten / und von der werlde
truten! TvKulm
2884
MWB 3,1 384,17; Bearbeiter: Diehl
kluterspil
stN.
‘Täuschung, Gaukelei’
als ouch der tuvel gesach, / wie er also nicht erwarb / und im sin wille
verdarb, / do was im harte leide / und erdachte anderweide / ein kluterspil mit dem
er quam. / eine forme er an sich nam / als ir man Pass III
322,93.
323,80
MWB 3,1 384,28; Bearbeiter: Diehl
kluterwort
stN.
oder kliuter- (?; vgl. Anm.z.St. Lexer 1,1641 und
kliuter
).
unklar, ob ‘Schmeichelwort, unernsthaftes Gerede’ oder ‘üble
Nachrede’
daz der guote mensch alle zît sî in einem güetlîchem ernste,
[...]. dâ mite enpfliuhet er vil schaden an
verlâzenheit, an îteler vreude, an kliuterworten [Laa. klùtter-,
chlvͦter-, chluhter-
] , an spotte, an müeziger rede, an unnützen mæren, an urteilen, an
kivelworten unde an andern sachen DvASchr
318,4
MWB 3,1 384,34; Bearbeiter: Diehl
klutter
stM.
→
klûter
MWB 3,1 384,44;
klutterât
stF.
→
kluterât
MWB 3,1 384,45;
klûwen
stN.
→
kliuwe
MWB 3,1 384,46;
knabærinne
stF.
‘Frau, die sich mit jungen Männern einlässt’
ain schön vnfürig wip / dü mangen stoltzen rainen lib / beckränckte mit ir
minne / [...] / dü mezzerly ze lon / nam sy von ir min
[d.i. minne
] / susz tett dü knaberin LS 168
24
MWB 3,1 384,47; Bearbeiter: Diehl
knabatze
swM.
‘junger Mann’ (vgl. zu Wortbildung und Sache DWB 5,1310 mit Belegen ab dem
15. Jh.);
unklar, ob hierher, da nur als Personenname belegt:
[in einer Zeugenliste] Mecelin, Knapatz officiati curiae
UrkMeissen
2,72
(a. 1206)
MWB 3,1 384,52; Bearbeiter: Diehl
knabe
swM.
md. auch knave (z.B. NvJer ).
‘Knabe, junger Mann’ (in verschiedenen Positionen (vgl. v.a.
2.3.2
,
2.4
) offen zu →
1knappe
)
1
‘Junge’ (noch nicht volljährig, i.d.R. unter 14/15 Jahren) 2
‘Jüngling, junger Mann’
2.1 allg. 2.2 mit der Konnotation der (jugendlichen) Unbesonnenheit und Wildheit 2.3 unter rechtl. Gesichtspunkten 2.3.1 unverheiratet ‘Junggeselle’
2.3.2 junger Mann in dienender Stellung, Bediensteter (vgl. z.B.
dienestknabe
,
hoveknabe
,
küchenknabe
,
lêreknabe
,
lërnknabe
) 2.4 junger Adeliger, der an einem Hof dient (vgl.
edelknappe
), aber auch bezogen auf einfache bewaffnete Kämpfer
1
‘Junge’ (noch nicht volljährig, i.d.R. unter 14/15 Jahren):
si hôrte dâr inne [im Körbchen] weinen / einen
wênigen chnaben [Moses]
Exod
241;
do ez kam zuo dem fünften jâre, / dô wart er ein sô hübscher
knabe. / man begunde in die buochstabe / wîsen unde lêren Eracl
397;
nu erwachten ouch diu kindelîn, / Kardeiz unt Loherangrîn: /
[...]. / Kyôt der zühte rîche / bat die knaben dannen
tragn Parz
801,21;
wan ich der jâre bin ein knabe / und ich der witze niht
enhabe, / daz ich gescheiden müge den strît KvWTroj
1791;
wan Ruͤdiger der vorgenande knabe noch ze sinen tagen nicht komen ist, als
vorgeschriben stat UrkZürich
11,295
(a. 1331);
UrkCorp (WMU)
N784,11
2
‘Jüngling, junger Mann’
2.1
allg.:
mit heiliclichin dingen / loste man dú eltesten kint, /
dú noh knaben genennet sint / und wahsen solten ze man RvEWchr
10699;
ie der man nem in den muot sîne frouwen schœne, / ie der diernen wirt ein
knabe, alsust ein jungelinc KLD:UvW
Leich 3,114
2.2
mit der Konnotation der (jugendlichen) Unbesonnenheit und Wildheit:
in der dörper dicke [Gedränge] / weiz ich
ninder zwêne vor, / die mit ebenhiuze [im Wettstreit]
/ sich zuo zin gelîchen. / inder zwêne knaben Neidh
WL 33:5,7;
als ein tœrehter knabe / loufet für des küneges tisch
HBirne
156.
204;
dort ûze hielt ein strenger knabe, / der gerte tjoste
reht als ê Parz
290,6.
736,25.
– unter diesem Aspekt auch auf Riesen, Monster und andere, außerhalb der
gesellschaftl. Ordnung stehende Personen bezogen ‘Kerl, Bursche’
[der Löwe] zart im cleit unde
brât [Fleisch] / als lanc sô der rücke gât /
von den ahseln her abe, / unz daz der michel knabe [der
Riese] / als ein ohse erluote Iw
5056;
dô der ungevüege knabe [vgl. der rise (V.
5525)] / begunde sîgen
[sinken] ûf diu knie Er
5553;
im dientte och besunder / starker ryssen wunder, /
uss den er vier zechen koss, / die alle schwertt und stangen gross / mitt
manhaitt kunden füren. / wenn die knaben rüren / da mit wolten in nott, /
der was endlichen tod GTroj
5762;
doch was der werde Cyprian / gegen dem ungestalten
Kolkan / verr mer gevëre / denn er dem wilde wëre, / dem vil ungenemen
knaben [vgl. dreyssig jar alt (V.
4474)]
HvNstAp
4599;
er kerte zu dem möre / und slug im ains an das ore,
/ [...] / da pat in der schwartze knabe / das er in
liesse leben ebd.
19505;
Appolonius zehant / nam im den brieff ab, / Albedacus
der alte knab [vgl. der greyse (V.
4845)] / floch von dannen drate ebd.
7046;
er [Simon Magus (vgl. Apc
8,9ff.)] hat den sin dar an gewant, / daz er si ein tuvels
knabe Pass I/II (HSW)
20591
2.3
unter rechtl. Gesichtspunkten
2.3.1
unverheiratet ‘Junggeselle’
swenne der jungelinc ze vierzehen jâren komen ist, sô
nimet er wol êlîch wîp âne sines vater willen.
[...], alsô ob si ir vleisch ze ein ander
habent gemischet, beidiu der knabe und diu juncvrauwe; und ist des niht
geschehen, sô mac man si sundern SpdtL
122,10;
vnde wanne wir vnser tochter dem selben cnaben zuͦ legen
UrkCorp (WMU)
3381,18
2.3.2
junger Mann in dienender Stellung, Bediensteter (vgl. z.B.
dienestknabe
,
hoveknabe
,
küchenknabe
,
lêreknabe
,
lërnknabe
):
sîn bovel man dort vor [beim Einzug in
die Stadt] ersach: / garzûne, koche unde ir knaben / heten
sich hin für erhaben Parz
18,23;
sîne gesellen und die knaben / die man zer küchen
ouch bedarf Wig
8862;
der meister, der zukt daz brot her ab. / nu sage
furbaz, lieber knab! / dine mere, die sint gut StrKD
58,II 250;
ouch ist zu wissende, welre knabe [als
Lehrling] huszgenosse werden wil, wer dann das gelt
darwürffet für den münszmeister, der sol ouch geben
[...] die fünff pfunt eime örtermeister
DRW
7,1131
(StraßbMünzg.; um 1330);
welich meister einen knaben oder einen knecht daz antwerg lerte
UrkStVerf
412
(a. 1352)
2.4
junger Adeliger, der an einem Hof dient (vgl.
edelknappe
), aber auch bezogen auf einfache bewaffnete Kämpfer:
sus wart bevolhen dâ der knabe. /
[...] / der fürste fuorte den knappen widr
Parz
345,12.
138,9;
nu was durch hovezuht gesant / ein werder juncherre dar, /
[...] / sîn vater was von Swâben / herzoge vil
gewaltec, / [...] / der selbe knabe reine / des tages
dâ ze hove gie KvWHvK
60
u.ö.;
Wig
1602;
der grêve von dem Berge vil / knabin edler slachte / zu
ritteren dâ machte NvJer
24698;
tûsent erwelde rittêre gût, / manich tûr edel knabe mit
in Kreuzf
6399;
einer sîner juncherren dâ / im fûrte ein swêre lanzen nâ,
/ von Ebenleiben, [...], / Albert mit namen, ein edel
knabe ebd.
4094;
dô kom ritter unde knab / unde viengen di alten zehant
EnikWchr
17016;
vünfzehen knaben er gewan, / [...] / iegelîches
harnasch was guot, / ein panzier und ein îsenhuot / und ein kiule wol beslagen
Er
2344
(vgl. zur Sache
kipper
);
er sante [...] / darzû von
brûdren unde knaven [
multis fratribus et armigeris
] / kegn Lîflant ein michil her NvJer
21021;
da wart ein michel gedranch / zwisschen den heiden unt den christen. / mit
vil ritterlichen listen / bewarten sich die gotes knaben [christl.
Kämpfer]
StrKarl (S)
5453
MWB 3,1 384,57; Bearbeiter: Diehl
knabelich
Adj.
‘im Knabenalter stehend, knabenhaft’
daz was sîn [Jesu] chintheit in der
ime die engele dienôten [...] unde dc er die apgot
zirstôrte in Egypto, unde sîn chnabelic iugint, dô er betin fvͦr ze Ierusalem
TrudHL
24,24
MWB 3,1 386,34; Bearbeiter: Diehl
knaben
V.
hier nur Part.-Adj.
‘das Knaben-, Knappenalter erreichen’
der [Feirefiz] was noch kleine knabende do hie der
strit vol turte, / den werdicheit was habende uf ditz lop. man jach, daz er
verschurte / in sturme ritter sam daz loup der hagele JTit
4313,1
MWB 3,1 386,39; Bearbeiter: Diehl
knabenwât
stF.
‘Kleidung für Knaben, Pagen am Hof’
si legten frischiu kleider an / sô guot daz nieman kunde hân / bezzer
knabenwæte niht Bit
3249
MWB 3,1 386,45; Bearbeiter: Diehl
knaffen
swV.
‘knausern, geizen’
en [reichen Kirchenleuten] en kunde neit gehelpen
ir knaeffen, / ich en stelen mit mynen lysten, / so we starck sint ere kysten / off
ouch ir sloss so vast Karlmeinet
381,29
MWB 3,1 386,49; Bearbeiter: Diehl
knagen
stV.
→
nagen
MWB 3,1 386,54;
1knappe
swM.
auch knape, knap, Gemination und Verhärtung aus knabe
(2
5Mhd. Gr. § L 67 und 98).
(in verschiedenen Positionen offen zu →
knabe
)
1
‘Jüngling, junger Mann’
2 junger Adeliger, der an einem Hof dient (u.a. Verantwortung für Pferd, Schild,
Waffen seines Herrn trägt, vgl.
edelknappe
,
lêreknappe
); aber auch bezogen auf einfache bewaffnete Kämpfer (vgl.
îsenknappe
,
spërknappe
,
reiseknappe
oder
schiltknëht
), ‘Knappe’
3 (junger) Mann in dienender Stellung, Bediensteter (vgl.
loderknappe
,
bërcknappe
) 4 Einzelnes 4.1 auf Riesen, Monster und andere, außerhalb der gesellschaftl. Ordnung stehende
Personen bezogen ‘Kerl, Bursche’
4.2 bezogen auf den Läufer beim Schachspiel
1
‘Jüngling, junger Mann’
adolescentia ist ein alter des mennisken. inzuisken dere chindiske. unde dere
stercheren iungede. daz ist so dem chnappen der bart aller erist beginnit springen
PsWindb
118,9(Randgl.);
der engel fuͦr hin vmbe / von gotes ordenunge /
[...] / in eines knappen bilde Wernh
A 636;
swen sîn ougen sâhen, / so er dem begunde nâhen, / den
gruozte der knappe guoter [
unser tœrscher knabe V. 138,9
]
Parz
138,7;
dô sînem vater wart erkant / sîn kunft, dô lief der herre /
gên sînem sune verre. / dem knappen wart dô niuwe / diu väterlîche triuwe
RvEBarl
4283;
SHort
2049;
wan dar kumt sô / manig stolziu dirn und knappe, des man dô /
wirt frô SM:Had
24: 1,10;
daz ist ein hübesch knappe, der weibel SM:Go
2: 3,1
2
junger Adeliger, der an einem Hof dient (u.a. Verantwortung für Pferd, Schild,
Waffen seines Herrn trägt, vgl.
edelknappe
,
lêreknappe
); aber auch bezogen auf einfache bewaffnete Kämpfer (vgl.
îsenknappe
,
spërknappe
,
reiseknappe
oder
schiltknëht
), ‘Knappe’
die knappen brâhten im balde / ors, harnasch unde sper
Wig
1824.
8643;
Lanc
327,28;
Athis
B 19;
Parz
19,5;
UvZLanz
2770;
der gewin was ouch niht kleine, / den sîne knappen nâmen, /
sô die ritter nider kâmen, / die ir herre von den rossen stach ebd.
3059;
der ritter reit synen weg und der knapp den synen und syn
knecht mit im Lanc
143,6;
da nam sie mit ir funff knappen und als mengen garzun ebd.
50,24;
TürlArabel
*R 27,9;
junchêrren und die knappen sîn / bevalch er der künegîn
Parz
106,27;
Lanc
91,14;
Gahmuret sprach ave sân / "sehzehen knappen ich hân, / der
sehse von îser sint. / dar zuo gebt mir vier kint, / mit guoter zuht, von hôher art
Parz
8,2.
–
ein knappe ist hie gesinde, / der sol schiere nemen swert
/ [...], / wan er kan kunst genuoge / und erkennet
manege vuoge / und manege höfschlîchiu dinc Tr
3914;
diu hôchzît wart vil lobelîch / dâ der knappe nam daz
swert. / er was wol rîterschefte wert Wig
1628;
darumb han wir yn bißherre knapp geheißen, wann er nye
keyn schwert umbgegurt Lanc
146,35.
129,7.
–
daz knappe nie von höfscheit / und von edeles herzen art
/ baz noch schôner gedelt wart Tr
2262;
sus reit er vür daz bürgetor; / dâ stuonden edel knappen
vor, / rîter unde knehte Wig
681;
hvndert edel knappen, die swert / enphahen
TürlArabel
F 476.
– nicht klar zu trennen von 3:
der truhsæze wart harte frô. / einem knappen rief er dô, /
der alles sînes guotes phlac Eracl
828;
ein ander knappe treit / dar für tischlachen unde brôt
Parz
550,2
3
(junger) Mann in dienender Stellung, Bediensteter (vgl.
loderknappe
,
bërcknappe
):
ich gie / und hiez gewinnen von der stat / knappen, schrôter
[Schneider] , die ich bat / dem herren snîden guotiu
kleit RvEGer
4150;
zu der stunt da kam von innen aldar ein ebtißinne und zwo
nuͦnnen mit ir und ein kappelan und ein converse und zwen knappen
Lanc
14,35;
der siechmaister [...] schol auch dem apt dyenen als
ein ander chnapp mit allen den diensten der man an in muetet
UrkObAltaich
166
(a. 1325);
das keyner nicht sal wirken by lichte; welchir das bricht, do sal der herre
gebin eyne margk vnde iczlich knappe eyne marg UrkSchles
8,18
(a. 1335);
di maister nimmer kain saczunge schullen habn an der knapen wille
DRW
7,1134
(BudweisUB; a. 1351)
4
Einzelnes
4.1
auf Riesen, Monster und andere, außerhalb der gesellschaftl. Ordnung stehende
Personen bezogen ‘Kerl, Bursche’
do san sie indeme melme gan / einin wnderlichen man / den
ne mochte niehein ros getragen / der duchte sie ein selzene knape / der troch
eine staline stangin Roth
655
4.2
bezogen auf den Läufer beim Schachspiel:
ein meister glîchet dise werlt eime schâfzabele; dâ stân ûffe kunige unde
kuniginnen und rittere und knappen und venden HvFritzlHl
164,2.
– Lit.: Lutz Fenske, Der Knappe: Erziehung und Funktion, in: J.
Fleckenstein (Hg.), Curialitas. Studien zu Grundfragen der
höfisch-ritterlichen Kultur, Göttingen 1990, S. 55-127.
MWB 3,1 386,55; Bearbeiter: Diehl
2knappe
swM.
Bed. unklar, evtl. ‘schlechter, drückender Schuh’ (vgl. Glr.z.St.) oder
‘Knaben-/ Knappenschuh’ (vgl.
knappeschuoch
und Irsigler, Wirtschaftl. Stellung, S. 226ff.):
hie konde schoin machen ind knappen, / hie konde sy solen ind lappen
[flicken]
HagenChr (G)
3801
MWB 3,1 388,11; Bearbeiter: Diehl
knappelich
Adj.
‘nach Art des Knappen’
ûf den hof der knappe reit. / die höfschen prüeveten sîniu
kleit / wol nâch knappelîchen siten Parz
648,5
MWB 3,1 388,17; Bearbeiter: Diehl
knappelîn, kneppelîn
stN.
auch knafelin.
Dimin. zu
1knappe
, ‘junger, kindlicher Knappe’
allez daz hofgesint, / ritter unde kint, / kneppelîn und
juncherren Ottok
35800;
ain sin gefuͤges knaͤppelin, / das mit der kinthate sin / im
genuͦg gefuͤge was RvEWh
8861;
nu hôret vremede mêre / van einer maget hêre / ind er gelîch ein knapelîn
[La. knafelin
] , / de von zwelf jâren mohten sîn Crane
2069;
Vrian, gudes kneppelin, / lauf balde zuͦ dem herren din PassSpM
1027
MWB 3,1 388,20; Bearbeiter: Diehl
knappenphenninc
stM.
‘Abgabe an verschiedenen Rheinzollstätten’
volumus etiam eandem ecclesiam ab illa consuetudine et denariis qui vulgariter
chnappen phfeninge vocantur, omnimodis esse liberam et solutam
UrkEberb
2,161
(a. 1265)
u.ö.;
nos Heinricus [...] gratiam
[...] facimus [...] ut naves
[...] sine thelonei ac denariorum, qui vulgariter
knappenpenninge dicuntur, exactione libere [...]
transvehantur DRW
7,1136
(WiesbadenStArch.; a. 1332)
MWB 3,1 388,30; Bearbeiter: Diehl
knappenrëht
stN.
‘Abgabe eines (zuwandernden oder neuen) Knappen an seine Zunft’ (vgl. DRW
7,1136f. mit jüngeren Belegen):
sowe oych van inbuyssen Kolne kuͦympt zuͦ Kolne ze wonin inde ir ampt uͦven,
wirken inde verkoyffen wilt, de sal die broderschaf winnen umbe zwa m. desselven
payments [...]; inde zuͦ knapenreychte, wie sij dat under
[...] in haldent, umbe eyne m.
UrkKölnZunft
1:95,8
(a. 1327)
MWB 3,1 388,40; Bearbeiter: Diehl |