klôsterorden
stM.
‘Klosterleben, Ordensregel’
die münze sint nu sêre genge worden, / si triegent die werlt und klôster orden
Renner
13816;
muotwille, unkiusche und eigenschaft / swachent klôster ordens kraft ebd.
3026.
10864
MWB 3,1 366,54; Bearbeiter: Hansen
klôsterpriester
stM.
‘Priestermönch’
einen alten klôster priester ich sach, / der ze sînen friunden sprach / in
riuwe daz er ie münich wêr worden Renner
3867
MWB 3,1 366,59; Bearbeiter: Hansen
klôsterritter
stM.
‘Ritter, der wie im Kloster lebt’
von hovemünchen und clôsterrittern kan ich niht gesagen. /
[...] / in clôster münche suln genesen, / sô suln des
hoves sich ritter underwinden RvZw
129,6.
129,7
MWB 3,1 366,63; Bearbeiter: Hansen
klôstersite
stM.
‘klösterliche Gewohnheit, Brauch’
hâr unde bart nâch clôstersiten / unt clôsterlich gewant nâch clôsterlîchen
siten gesniten, / des vinde ich genuoc: in vinde ab der niht vil diez rehte tragen
RvZw
129,1
MWB 3,1 367,4; Bearbeiter: Hansen
klôsterstat
stF.
1
‘Grund und Boden, auf dem ein Kloster steht bzw. stehen könnte’
2
‘Kloster’
1
‘Grund und Boden, auf dem ein Kloster steht bzw. stehen könnte’
swaz si dar zuͦ hofstete vmbe das selbe gesêse bedúrfen ze einer closterstat
[...], da sun si die selbe vriheit haben UrkCorp
(WMU)
2741A,17
2
‘Kloster’
das si den selben weg, der zwischen der mure vnd ir klosterstat sol gan,
besliessen mugen mit torn UrkCorp (WMU)
1591,2
MWB 3,1 367,9; Bearbeiter: Hansen
klôstertor
stN.
‘Klosterpforte’
in allen reit der konig vor. / do er kam zuo dem closterdor, / on dienst er
erbeissete TristMönch
1086
MWB 3,1 367,17; Bearbeiter: Hansen
klôstertür
stF.
‘Klosterpforte’
si wâren mit gemache / innerhalp [auf der inneren
Seite] des klôsters tür [La. der kloster
tür
]
Sperb (N)
33
MWB 3,1 367,20; Bearbeiter: Hansen
klôstervrouwe
swF.
‘Nonne’
dar nach quam ein clostirfrouwe uz Hessin uz eime clostir
Köditz
84,5;
zeinem klôster sante Severînes / dâ phlâgen des lembelînes / die
klôsterfrouwen dâ mit vollen LvRegFr
2982;
den erbern geistlichen frauwen der priolin vnd dem couent gemeinlich der
klosterfrauwen zv Rotenbuͦrg UrkWürzb
41,459
(a. 1350);
Brun
7708;
Elis
2207.
4060;
HvFritzlHl
108,9;
EbvErf
3853;
UrkCorp (WMU)
3216,5
u.ö.
MWB 3,1 367,23; Bearbeiter: Hansen
klôsterwant
stF.
‘Klostermauer’
in den closter wenden [im Kloster]
HeslApk
6570
MWB 3,1 367,32; Bearbeiter: Hansen
klôsterweide
stF.
‘einem Kloster gehörende Weide’
dô sprach der münich: ‘ [...] / wie kumt daz wir niht
gense hân? / die möhten sich vil wol begân / an unser klôsterweide’
Gänslein
89
MWB 3,1 367,34; Bearbeiter: Hansen
klôsterwërre
swM.
jmd., der ein Kloster stört, in Verwirrung bringt:
der selbe [der verlogene Mönch] ist ofte ein
klôster werre / und wêr des nôt, daz er vil verre / in einer zelle wêre aleine /
denne mit nîde in der gemeine Renner
3593
MWB 3,1 367,38; Bearbeiter: Hansen
klôsterwîn
stM.
‘Wein als Abgabe von klösterlichen Gütern’
→ DRW 7,1123 (Bastgen, DomkapTrier; 13. Jh.)
MWB 3,1 367,43; Bearbeiter: Hansen
klôsterwîp
stN.
‘Nonne’
die nvnnen hatten daz ver zorn [dass ein Kamel
ihre Äbtissin werden sollte]
[...]. / do schreiten die chlosterwip, / des wart der
ebtissin lip / zeblven vntz an den tot ReinFu
K,2149
MWB 3,1 367,46; Bearbeiter: Hansen
klôsterwîse
stF.
‘klösterliche Gewohnheit, Brauch’
ein gebærde ich von iu sach, / die ist boͤse closter wise. /
ir hat gezzen gar die spise / die wir alle solten ezzen, /
[...] : / daz reht hat niht diu kutte
Rennew
10765
MWB 3,1 367,51; Bearbeiter: Hansen
klôsterwort
stN.
‘dem Klosterleben angemessenes Wort’
klôsterzuht und klôsterwort / hœrt man von in selten Renner
2902
MWB 3,1 367,56; Bearbeiter: Hansen
klôsterzuht
stF.
‘dem Klosterleben angemessenes Verhalten’
ir klosterzucht in wirde schein / fur ander klosterleute
HeinzelJoh
13,1;
in einem klôster [...] / in dem er hete manic jâr /
mit dêmuot klôsterzühte gepflogen / und ofte die glockestrenge gezogen / in gotes
dienste spât und fruo Renner
23849.
2902
MWB 3,1 367,59; Bearbeiter: Hansen
klotz
stMN.
→
klôʒ
MWB 3,1 368,1;
klotzbir
swF.
‘Dörrbirne, Kletze, Klotzbirne’ (vgl. 2
5Kluge, S. 499):
von dem vas oͤppfel oder chlotzpirn [gibt man als
Zoll]
[...] I. phenning UrbBayS
4,207
MWB 3,1 368,2; Bearbeiter: Hansen
klotzelîn
stN.
→
klœʒelîn
MWB 3,1 368,6;
klouben
swV.
→
klûben
MWB 3,1 368,7;
klouber
stF.
auch klober.
1
‘Klaue, Kralle’
2 übertr. ‘Zauberbann’
1
‘Klaue, Kralle’
Maruoc [...] schuof mit sîme zouber, / daz si von der
klouber / der grimmen tiere kâmen KvWPart
10680.
– von der menschlichen Hand:
ich lâze iu niht mîns guotes / darumbe ûz mîner klouber, /
daz iuwer fremdez zouber / iuch âne schedelichez wê / gefüeret hât her über sê
KvWSchwanr
943.
– von den Fängen des Teufels (vgl. 2):
er wande ez were von zovber / wan in dez tievils clovber / so sere hat
ergriffen Martina
54,32;
sô wirt erzeiget offenbâr / daz dich der tiuvel hie vür wâr / hât in sîner
klouber / und daz von dîme zouber / der ohse lît verderbet
KvWSilv
4969
2
übertr. ‘Zauberbann’
sÿ nam aber ein zŏber vnd warf es an den man. / sÿ brohte in in die klober,
daz in sloffern began [er schläfrig wurde]
WolfdD
521,2;
füeget, daz enthefte / sîn muot sich ûz der klouber, / dar în des tiufels
zouber / geworfen sînen willen hât KvWPart
6849
MWB 3,1 368,8; Bearbeiter: Hansen
klöuwen
swV.
‘jmdn./sich (mit den Fingernägeln) kratzen’ (als selbstverletzendes
Verhalten, z.B. bei Trauer oder Freude; vgl. mnd. klouwen, klawen
Schiller/ Lübben 2,489f.):
du solt nút me dinen lip / umbe dise sache cloͤwen. / du solt
dich iemer froͤwen, / wan got der haͮt erhoͤret dich WernhMl
377;
ich wil mich von vrouden klouwen [Hs. klowen
(:vrowen)
] , / iz spricht: ir sult uch vrouwen / di in dem betrubnisse gewesin
sit Brun
3537.
– hierher oder zu unsicherem
klëwen
swV., subst. i.S.v. ‘Trauern’
mir lît noch in den sinnen / daz klagen und daz klöuwen [Hs.
cloͤwen
] / von der verlust des löuwen Reinfr
24603;
vgl. wohl bekräftigend:
dîn lîp hât enpfangen, / des triuw [glaube] ich
sunder klöuwen [
‘ohne Betrübnis’ (?)] , / einen jungen löuwen, / ein kint
von gots gewalte ebd.
14967
MWB 3,1 368,27; Bearbeiter: Hansen
kloz, klotz
stM.
auch klotze.
Nebenform zu →
klôʒ
stMN. und von diesem meist nicht sicher zu unterscheiden (mhd. keine Belege im
Reim; zum Verhältnis von klôʒ und kloz vgl. EWA 6,620f. und
Pfeifer, EtymWB, S. 673 f.).
‘Klumpen’
dô nam der tûfel einen klotz goldes und warf in ime in den weg
HvFritzlHl
66,31;
bildl.:
der mensche ist von einer fulen materien stinckende und
verderbende, ein klotz und ein ful ertrich Tauler
59,27.
–
‘Knäuel’
her Jason do gedachte / untz er ze samen brachte / von syden
ain vestes klungelin, / den klotze [hierfür V.
21993
kloss (:nôʒ), s. →
klôʒ
]
GTroj
22012
MWB 3,1 368,44; Bearbeiter: Hansen
klôʒ
stMN.
md. auch klôt
(z.B.
HeslApk
20625
), vgl. mnd. klôt Schiller/ Lübben 2,488f.; Pl. auch
kloͤzze; vgl. auch
kloz
.
1
‘Klumpen’ (vgl. auch
ërdenklôʒ
1 ) 2
‘Kugel’ (offen zu 1 ) 3
‘(Fleisch-)Kloß, Klops’
4
‘(großes) Holzstück, Klotz, Baumstamm bzw. -stumpf’
5 in der Wendung über einen ~
; Bed. unklar, hier nur bekräftigend i.S.v. ‘ganz und gar’ ? (vgl.
dagegen Glr.z.St. ‘in unum’ und FWB 8,1147 z.St. ‘auf
einmal’ )
1
‘Klumpen’ (vgl. auch
ërdenklôʒ
1):
mul lapatium, daz ist chlette, unde mache drûz einen chlôz
unde lege den an die stat, diu dâ pluot Barth
144,15;
ein kluwen [...] / vnde von beche
einen kloz [
:beslôʒ
]
Herb
1041;
manic tiure goltvaz, / die nimmer mohten wesen baz / geworht noch gezieret, /
die wurden dô quetschieret / und an manegen clôzen / in die secke gestôzen
UvEtzAlex
15471;
Vät
13545.
1327;
manec tiwer goltvaz, / und mangen guldînen klôz
Parz
10,5;
silbers manigen swæren klôz Loheng
3084;
alse ein cleiniz blien kloz / verwirt [vergeht] in
einer glvͦde groz PrHess
15,539;
HeslApk
20625;
UvEtzAlex
17337.
16891.
–
‘Knäuel’ (vgl.
kloz
):
von hartze getröllen, / von schwebel serre gewollen, /
herre, machend ainen kloss [
:nôʒ
]
GTroj
21993.
22041.
– spez. wohl ‘Goldklumpen’
sant Peter zoch uß sinem buͤsam einen closs / einr fuste groß, / recht alz
es pfenning weren JMeissn
B1:73,1.
– bildl.:
ir wage, ir gewichte, / mit den si gliech gerichte / gewegen hat der pine
cloz TvKulm
691;
‘Widrigkeit’ (?):
so erlose v̀ns vroͮwe den klos / der von des tieuels rachen dos
KvHeimHinv
nach 1207 (App.);
unsenften chloz / chan diu minne machen Neidh (S)
1,90 R9:7,3.
– (bildl.) von zahlreichen, vielen Kämpfern, ‘Haufen, Knäuel’
ez trâten die genôze / alle ze einem klôze / und drungen mit kreftiger kêr
/ durch die vînde gein dem mer, / dâ sie den kiel hâten ErnstD
3122;
in einen klôz sie wâren gesmogen / und stunden in ir wer
alsô Kreuzf
3944;
die Kriechen wârn an einen clôz / gedigen und zesamne komen
UvEtzAlex
19690;
sie wurden gehurtet an einen clôz ebd.
13141.
waz man gestriten hete den tac, / niht daz dem gelîche wac / als nû streit
die werde diet. / der strît an einen clôz geriet
13966
2
‘Kugel’ (offen zu 1):
er furte sy in ainen tempel, / deß form und deß exempel / was
recht sinebel als ain kloß HvNstAp
11796;
orites ist ein stein genant, / der ist swarz als ein brant /
unde sinewel als ein klôz Volmar
559;
du füerest unde trîbest / mich umb und umb als einen klôz
Reinfr
3651;
Pass III
609,49;
WernhMl
3050.
–
‘Spielkugel, Spielball’ (vgl.
2bal
):
die die dencze leiden / vnde die da mit den clozen / auch schiben vnde
bozen [kegeln]
PrHess
67,319;
ein spil, daz was ein linde hut, / ubir ein weich har
gesut, / als ein kule also groz; / disin handeweichin kloz / den wurfin sie ein
andir. / [...] / dit spil was geheizin bal / in
romischir zungin Athis
C* 88;
duo gevuoctez got alsus, / daz der aine bruoder
Astrolâbîus / unt ander sîn genôze / spilten mit dem clôze. / den clôz er ûf
huop / in ain altez gemûre er in versluoch Kchr
13104.
13150.
– vom Schwertknauf:
daz oberhalp der helzen was des swertes klôz, / daz was ein karfunkel wol
einer viuste grôz OrtnAW
188,3.
– von der Erdkugel (vgl.
ërdenklôʒ
2 und
ërde
10):
swaz nert sich von der erden klôz, / visch vogel würme und
tier KLD:Kzl
2: 13,4;
daz her [Christus]
[...] quam uf desir erde kloz Brun
12600;
vgl.:
sam di erde groz / [...] silbers
eyn cloz Hiob
10450.
– bildl. von Gott:
wie was únser herre got do gestalt? rehte ze glicher wis
als ein clot Mechth
6: 31,28;
das umbezil des clotes das ist ein cirkel unbegriffenlich
ebd.
6: 31,31
u.ö.
3
‘(Fleisch-)Kloß, Klops’
phankuchen und krepfelin / kuͤment alle von dem swin. / kloͤzze vom buzl
[Bürzel, Schwanz]
KgvOdenw
9,41
4
‘(großes) Holzstück, Klotz, Baumstamm bzw. -stumpf’
daz ich niht anders umb mich sach / wann heyde und ein gevilde
flach, / bestreit mit manges ronen [Baumstammes] clos [
:grôʒ
]
Minneb
13;
Seth aber sach / bî dem blôzen boume ligen / einen slangen,
der gedigen / an einem klôze alumbe was [
serpentem circa arborem nudatam involutatum (vgl.
Anm.z.St.)]
HvFreibKr
303.
–
‘Holzkeil’
swer ouch twinget einen klôz [
genôʒ:
] / zwischen armer liute tür, / daz si verbrinnen und niht her vür
/ mügen kumen Renner
7036;
die zen man ir [der ohnmächtigen Herzogin] ûf
lôst mit einem klôze. / man gôz ir wazzer in den munt Loheng
7240.
–
‘Holzpflock, Knebel’
daz er sînen ebenkristen [...] bindet / an einen
boum und in den munt / einen klôz im twinget Renner
7300
5
in der Wendung über einen ~
; Bed. unklar, hier nur bekräftigend i.S.v. ‘ganz und gar’? (vgl.
dagegen Glr.z.St. ‘in unum’ und FWB 8,1147 z.St. ‘auf
einmal’):
der selbe stern sy eyn begyn / winterlicher sturme groz, /
wen der vrost uber eynen cloz / di luft und daz wazzer mischet / und daz weter so
vrischet Hiob
3180;
ab er alle ding zu bricht / [...], /
oder ab er uber eynen cloz / dy ding gemeynlich twinget / und ineyne maze
dringet [vgl. si subverterit omnia, vel in unum
coarctaverit Iob 11,10]
ebd.
4172.
15292
MWB 3,1 368,57; Bearbeiter: Hansen
klœʒelîn, klœʒel
stN.
1
‘Knäuel’
2
‘kleiner (Fleisch-)Kloß, Klößchen’ (vgl. AWB 5,263f.)
1
‘Knäuel’
sie lac an einem clœzel / zu samne gedrücket / und minneclîch
gesmücket / in megetlîchem ruome HvFreibTr
724
2
‘kleiner (Fleisch-)Kloß, Klößchen’ (vgl. AWB 5,263f.):
sfera: clozelin [im Abschnitt de mensis et escis
]
SummHeinr
2:91,88
MWB 3,1 370,26; Bearbeiter: Hansen |