klôsterhêrre, -hërre
swM.
‘Mönch’
ich thvͦn v́ch kunt [...], das ich v́ch noch dem
lande vmbe die selben gevangnusz der vorgnanden klosterherren ze dien Einsidellen
[...] niemer enhein leit gethuͦn
UrkEidgen
202
(a. 1314);
bi disen closterherren, / di sich zu dienste hant ergeben / in sente
Benedictes leben Elis
6050;
di closterherren hatten nu / unde ander werde pafheit / gar lobeliche sich
bereit / zu werdeme uzgange ebd.
5964;
ez ist ein heilic orden, / der selben reinen gotes kint, / die dâr
klôsterhêren sint EbvErf
4536;
so hant die ehte irthailit [...], daz enhâin burger
vs der stat sol varin hinder dîe selben cloͤsterherren [d.h. Kloster
Isny]
UrkCorp (WMU)
1262,25;
hern Rvͦdolfe von Hardegge, den closterherron ebd.
N371,25.
2976,36;
DRW
7,1100
(Oberrhein/ AnzGMus.; a. 1310)
MWB 3,1 364,40; Bearbeiter: Hansen
klôsterhof
stM.
1
‘(eingefriedeter) Platz an einem Kloster, Hof eines Klosters’
2
‘landwirtschaftliche Hofstelle eines Klosters’
3
‘(städtisches) Verwaltungs- bzw. Wirtschaftsgebäude eines Klosters’ (vgl.
hof
1.4 ) 4 wohl ‘Domherrenhaus’ (vgl. DRW 7,1102)
1
‘(eingefriedeter) Platz an einem Kloster, Hof eines Klosters’
ein closterhof so wite was, / daz beide boum unde gras / dar
inne stunden genuc, / wand sich verre alumme truc / sin ummerinc und sin ganc
Pass I/II (HSW)
14745
2
‘landwirtschaftliche Hofstelle eines Klosters’
vnd waz auch si vichs in dem closterhof haben, daz sol auch reht in den selben
foͤrst vnd auch anderweide do haben UrkWürzb
40,311
(a. 1340)
3
‘(städtisches) Verwaltungs- bzw. Wirtschaftsgebäude eines Klosters’ (vgl.
hof
1.4):
diz geschach Zúrich in der stuben v́nsers klosterhoues UrkCorp
(WMU)
3334,21
4
wohl ‘Domherrenhaus’ (vgl. DRW 7,1102):
die klosterhove vnd div hivser, div durch got lediclik gegebin sint an Vnser
Vrowin vnd an Sante Stephan [...], da negat stivre noch
wachte von UrkCorp (WMU)
33A,41
MWB 3,1 364,56; Bearbeiter: Hansen
klôsterkleit
stN.
‘klösterliches Gewand’ (hier bildl.):
swâ glîchsenheit mit gîtikeit / klôster kleider an ir treit, / dâ wart
valscheit nie sô grôz / diz leben sî wol ir genôz Renner
17184
MWB 3,1 365,9; Bearbeiter: Hansen
klôsterknappe
swM.
‘Mönch, der in den Hofdienst drängt’ (vgl. FrlWB, S. 188):
wa prislich cleit, wa rilich wat, wa din werlich hülle? / die sicht man nicht
bi gernder diet, sie werden klosterknappen Frl
5:33,12
MWB 3,1 365,13; Bearbeiter: Hansen
klôsterknëht
stM.
‘Mönch’
sô getân gehôrsam unde solich gedult [der eifrigen
Knechte] ist manigem klôsterknehte seltsæne, die niwan selphêrren
[selbstherrische Menschen] sint unde zärtelinge
[Weichlinge]
DvASchr
311,30
MWB 3,1 365,18; Bearbeiter: Hansen
klôsterlëben
stN.
Leben nach klösterlichen Regeln, ‘Klosterleben’
die sich sus hant an genomen / in gehorsami ald rainikait /
gottes. den ist er och berait / in der welt und wil in geben / ain gnaden riches
closter leben SHort
3770
MWB 3,1 365,23; Bearbeiter: Hansen
klôsterlêhen
stN.
‘von einem Kloster vergebenes Lehen’ (vgl. WMU 2,1015):
die klosterhove vnd div hivser, div durch got lediclik gegebin sint an Vnser
Vrowin vnd an Sante Stephan [...], noch div klosterlen, da
negat stivre noch wachte von UrkCorp (WMU)
33A,44
MWB 3,1 365,28; Bearbeiter: Hansen
klôsterlich
Adj.
‘klösterlich’
1
‘einem Kloster entsprechend bzw. angemessen’
2
‘in einer Klostergemeinschaft lebend’
1
‘einem Kloster entsprechend bzw. angemessen’
ouch gebot her daz man ir phlege / mit clostirlicher minnen
Ägidius
1086.
1340
2
‘in einer Klostergemeinschaft lebend’
daz erste der lei munich. daz ist clostirliche [
hoc est monasteriale
] . strithende vnder der regel. oder am abbit BrZw
1
MWB 3,1 365,34; Bearbeiter: Hansen
klôsterlîn
stN.
auch umgelautet; Dimin. zu
klôster
.
‘(kleines) Kloster’
ein klôsterlîn si dâ sâhen / in den selben kreizen, / was
Altenburc geheizen Ottok
84812;
zer Jæmerlîchen urbor / sô nante man daz clôsterlîn: / dâ
muost er über naht sîn UvZLanz
3829;
Constantin der reich / der gie vil fröleich / gechrönet
[...] / mit aller phaffhait dahin / von dem münster
sein / uncz zu dem chlösterlein Hawich
4377.
4340.
4468;
Crane
992
MWB 3,1 365,41; Bearbeiter: Hansen
klôsterliute
stM. (Pl.)
im Kloster lebende Mitglieder einer Ordensgemeinschaft, Mönche und Nonnen:
klôsterliute, müniche und nunnen, / die der werlde sint erntrunnen
Renner
2893.
3091;
klosterlute muzen durch vromen / wol uz in di werlde komen /
durch zu bezzeren dese lute Brun
7929;
daz sahe ich gar gern an geistlichen lvten vnd allermaist an
chlosterluten PrBerthKl
6,46;
die guoten klôsterlûte / und alle geistlîche kint EbvErf
4708.
4573.
4750;
Mechth
6: 13,13;
PrLpz
31,24;
HagenChr (G)
5081
MWB 3,1 365,50; Bearbeiter: Hansen
klôsterlugenære
stM.
hier -lugner.
‘verlogener Mönch, im Kloster lebender Lügner’
valschez liegen machet daz, / daz bruoder swester wirt gehaz. / ein
klôsterlugner bœser ist / und arger denn des tiuvels list Boner
84,83
MWB 3,1 365,61; Bearbeiter: Hansen
klôsterman
stM.
‘Mönch’
were ich also kuͦsche und also guͦt als der clusnere oder als ein ansidel oder
als der closterman PrLpz
14,9;
sit / man der kloster allir irst began / und manich mensche
wart klosterman Brun
10861;
wie ich si ein closter man, / man muͦz mir lan daz mine
ligen Rennew
19642
u.ö.;
[er] riet im daz er werden solde / einsidel oder
klôsterman LvRegFr
1417;
ich bin leider niht sô wîs / als von rehte ein klôsterman
StrAmis
1373;
er sî pfaffe oder klôsterman Renner
4233.
1863.
3940;
Ottok
18593;
RosengD (LKN)
1620
MWB 3,1 366,1; Bearbeiter: Hansen
klôstermâz
stNF.
ein spezielles Maß nach Vorgaben des Klosters (für Abgaben, hier Wein; vgl. DRW
7,1109 mit späteren Belegen):
daz der selbe Ebele vnd sein erben, die dez choͤrez seint, vns solent geben
ierechleich zwai fvͤder weins chloͤster maz UrkCorp (WMU)
3147,27
MWB 3,1 366,12; Bearbeiter: Hansen
klôstermeister
stM.
‘Vorsteher eines Klosters, Abt’
sô wirst dû schuldic an dînem kinde an sîner missetât unde muost gote dâ von
antwurten, als ein klôstermeister von sîner samenunge PrBerth
1:36,32
MWB 3,1 366,18; Bearbeiter: Hansen
klôstermensche
swM.
hier alem. -moͤnsche.
‘Mönch’
cenobita: klostermoͤnsche VocOpt
36.022
MWB 3,1 366,23; Bearbeiter: Hansen
klôsterminne
stF.
‘klösterliche Liebe’ (bewusst zweideutig):
gesamen wir uns auf ain stro, / so wirt uns sicut in celo. / et in terra warts
nie so gut: / daz dein gspil Wendel-Mut / wolt mein gesellen bedenken, / der da
haizt prudr Swenken- / Den-Pecher-Aus-Piz-An-Grunt. / der tut ir klosterminne kunt
PaternPar
26;
des gepets [der Paternoster-Parodie] werden fro /
alle tugentleich kint, / [...], / die ir gemüt also keren,
/ wie si mit listen gemeren / den kloster minne samen ebd.
57
MWB 3,1 366,25; Bearbeiter: Hansen
klôstermünch
stM.
‘Mönch’
alsô daz man ûf prîsis sin / mochte wêrlîch jên von
in [den Deutschordensrittern] : / sî sîn zu
clôstremunche gût / und hân zu velde rittirs mût NvJer
8871
MWB 3,1 366,35; Bearbeiter: Hansen
klôstermûre
stF.
‘Klostermauer’
auch sol man alle peuͤ vf den clostern abtuͦn, on als vil waz vf der
cloͤstermaur gepawen ist UrkWürzb
41,85
(a. 1344)
MWB 3,1 366,39; Bearbeiter: Hansen
klôsternarre
swM.
‘Klostertrottel, Klosternarr’ (vgl.
klôstergiege
):
ez warn nit closter narren / die des goldes da pflagen
Rennew
12270
MWB 3,1 366,42; Bearbeiter: Hansen
klôsternunne
swF.
‘Nonne’
in einem richen kloster waz / so vil der klosternunnen, / die sich gote verre
baz / dann zu der werlt versunnen HeinzelJoh
10,2;
nu was ein selec frouwe / [...], / ein reine
closternunne / nach gotlichen dingen / alda zu Kitzingen / der frouwen eppetisse
Elis
5360;
welch pfaffe, welch münich beheltet rehte / sîn gehôrsam und welch
klôsternunne? Renner
3753;
HvFritzlHl
203,1;
PfzdHech
290,18
MWB 3,1 366,45; Bearbeiter: Hansen
klôsterorden
stM.
‘Klosterleben, Ordensregel’
die münze sint nu sêre genge worden, / si triegent die werlt und klôster orden
Renner
13816;
muotwille, unkiusche und eigenschaft / swachent klôster ordens kraft ebd.
3026.
10864
MWB 3,1 366,54; Bearbeiter: Hansen
klôsterpriester
stM.
‘Priestermönch’
einen alten klôster priester ich sach, / der ze sînen friunden sprach / in
riuwe daz er ie münich wêr worden Renner
3867
MWB 3,1 366,59; Bearbeiter: Hansen
klôsterritter
stM.
‘Ritter, der wie im Kloster lebt’
von hovemünchen und clôsterrittern kan ich niht gesagen. /
[...] / in clôster münche suln genesen, / sô suln des
hoves sich ritter underwinden RvZw
129,6.
129,7
MWB 3,1 366,63; Bearbeiter: Hansen
klôstersite
stM.
‘klösterliche Gewohnheit, Brauch’
hâr unde bart nâch clôstersiten / unt clôsterlich gewant nâch clôsterlîchen
siten gesniten, / des vinde ich genuoc: in vinde ab der niht vil diez rehte tragen
RvZw
129,1
MWB 3,1 367,4; Bearbeiter: Hansen
klôsterstat
stF.
1
‘Grund und Boden, auf dem ein Kloster steht bzw. stehen könnte’
2
‘Kloster’
1
‘Grund und Boden, auf dem ein Kloster steht bzw. stehen könnte’
swaz si dar zuͦ hofstete vmbe das selbe gesêse bedúrfen ze einer closterstat
[...], da sun si die selbe vriheit haben UrkCorp
(WMU)
2741A,17
2
‘Kloster’
das si den selben weg, der zwischen der mure vnd ir klosterstat sol gan,
besliessen mugen mit torn UrkCorp (WMU)
1591,2
MWB 3,1 367,9; Bearbeiter: Hansen |