klempelîn
stN.
→
klepfelîn
MWB 3,1 349,2;
klenc (?)
Adj.
Ansatz und Bed. unklar, vielleicht zu ebenfalls unklarem
1klanc
‘Schlinge, Verschlingung’ (?) i.S.v. ‘verworren, verfilzt, struppig’
langer bart unt horwege kleider [La. clengir bart hore
cleider
] : / alsô verstalt was er leider AlexiusB
283
MWB 3,1 349,3; Bearbeiter: Hansen
klëne
swM.
‘Leuchtkäfer, Glühwürmchen’ (vgl. AWB 5, 247 s.v. kleno; s.a.
gleim
):
cicendula: glimo vel kleno quod gradiens vel volans lucet
SummHeinr
1:168,771;
cicendula: cleno ebd.
2:215,137.
2:146,9.
2:66,280
MWB 3,1 349,8; Bearbeiter: Hansen
klënen
swV.
1
‘etw. (Lehm) verschmieren, streichen’
2
‘"etw. (Flechtwerk, Hölzer u.ä. in den Gefachen einer Fachwerkwand) mit Lehm
beschmieren, ausfüllen’
3
‘etw. (mit Lehm) verkleben, zusammenkleben’
1
‘etw. (Lehm) verschmieren, streichen’
di tyevelynne kunde / gifft werffen auff der nasen, / das der
anger und di wasen / mit al wurden uber dent, / als der leym ward geklaint
HvNstAp
9030
2
‘"etw. (Flechtwerk, Hölzer u.ä. in den Gefachen einer Fachwerkwand) mit Lehm
beschmieren, ausfüllen’
recht als die pfæl in ainer klänten want den laim aufhaltent [
sicut pali in pariete luteo parietem tenent
]
BdN
22,9;
die muͤre waren nit geclent: / sie waren schone marmelstein
HvNstGZ
162
3
‘etw. (mit Lehm) verkleben, zusammenkleben’
ein swalwe klent von leime / ein hiuselîn, / dâs inne ist / des sumers ein vil
kurze vrist Neidh
SL 26:7,3
MWB 3,1 349,13; Bearbeiter: Hansen
klengel
stM.
‘Glockenschwengel, Klöppel’ (hier bildl.):
swenn der reben klengel / der louber klanc begunde wegende fuͤren
JTit
404,2
MWB 3,1 349,27; Bearbeiter: Hansen
klengen, klenken
swV.
auch klinken, klingen
(z.B.
MarcoPolo
36,25;
Dalimil
13,42
),
vgl. auch
klingen
stV.;
Prät. klankte neben klenkte
(
EnikWchr
26425.
26414;
WhvÖst
17581
).
1
‘etw. (Glocken, Saiten, auch Schwerter u.ä.) zum Klingen bringen, erklingen
lassen, läuten’
2
‘etw. (Töne, Musik u.ä.) hervorbringen, erschallen lassen’
3
‘erklingen, läuten’ (von Glocken)
1
‘etw. (Glocken, Saiten, auch Schwerter u.ä.) zum Klingen bringen, erklingen
lassen, läuten’
si muosten umb schouwen, / ob ez wærn man oder frouwen, /
wer die glocken klanct EnikWchr
26425.
26444
u.ö.;
glocken, / die man ze gotes dienste klenget Renner
6569.
5844;
swer mit kunst uf herpfen wan eine seiten klenget JTit
3565,1;
sich saczt Cirad czu der iuncfrowen / [...] vnd
begunde met mit ir czu trink[en] / vnd dy pusawn czu clinken Dalimil
13,42.
–
ir zweier freunt [...] / die helme kunden
klengen, alsam si wern in einer kezzel smitten JTit
5893,4;
ritterliche da ir swert / der arme kraft da clancte /
durch wapen, daz ez lancte / die sel von dem libe WhvÖst
17581.
– subst.:
daz klenken [der Glocke] wart
im aber kunt EnikWchr
26440.
– mit Refl.-Pron. ‘erklingen, läuten’
diu glock klenkt sich ander stunt
EnikWchr
26414
2
‘etw. (Töne, Musik u.ä.) hervorbringen, erschallen lassen’
ûz der blüete clenket / vil süezen dôn / manec wildiu nahtegal
KvWLd
4,20;
die snuere moissen brechin wol, / so wa der esil clinkit gigen tone
Stolle (Z)
121:n.3,4;
dô sunget irz [das Kyrie eleison] niht glîch unde
kundet ez niht wol klenken mit dem dône PrBerth
1:496,11;
Martina
70,74;
NibB
1964,4.
– bildl.:
also horte man sin lop ie clengen / in allen richen, swa man in bekande
JTit
3582,2.
– subst.:
rotten, hærpfen, zimbeln und ziterje, / vil suͤzer doͤne klenge
[La. klengen
] fuͤrt man vor im JTit
6194,4.
– mit erspartem Obj. (vgl.
klingen
stV.):
sô [...] diu lerche clenket / in
daz ôre sîn KvWLd
7,49
3
‘erklingen, läuten’ (von Glocken):
diu glock aber offenbar / hêt geklenket umb daz reht
EnikWchr
26411;
vil glockilin beyde von silbir und von golde, di do klingetin
MarcoPolo
36,25
MWB 3,1 349,30; Bearbeiter: Hansen
klenke (?)
stF.
‘Klang, Gesang’ (oder Pl. von
2klanc
stM.?):
sît si lônet kleine / mîner niuwen klenke [
gedenke:
] , / wan mag ich dienen anderswâ? Neidh
WL 27:2,6;
und [er] gieng hin fúr den alter
[...] und tonde verborgenlich daz gedoͤne: ‘benedictus
qui venit’, als die geischlichen klenke dennoh in siner sel waren
Seuse
386,30;
ob allen schoͤnen klenken ebd.
306,19
MWB 3,1 350,5; Bearbeiter: Hansen
klënster
stM.
‘klebrige Streichmasse, Teer, Pech’ (vgl.
klîster
):
er [Noah] schuof, daz er gevuoge / sie
[die Arche] bestriche mit chlenster
Aneg
1833
MWB 3,1 350,13; Bearbeiter: Hansen
klënwant
stF.
‘Lehmwand’
recht als die pfæl in ainer klänten want [La.
chlenwent
] den laim aufhaltent [
sicut pali in pariete luteo parietem tenent
]
BdN
22,9
MWB 3,1 350,16; Bearbeiter: Hansen
klenze (?)
swF.
auch clens-; Etymologie unklar, vgl. EWA 5,593f.
‘Spange (als Beinschmuck)’ (vgl. AWB 5,247):
periscelides sunt ornamenta crurium vel caligę episcoporum: klenzun
SummHeinr
1:319,29;
periscelides: klenzun [La. clensen
]
ebd.
2:12,261
MWB 3,1 350,20; Bearbeiter: Hansen
klëp
stM.
‘klebrige Streichmasse, Teer, Pech’ (s.a.
kleip
):
mit zehim letten unde klebe / hiez si [die Mutter
von Moses] vil wol bestrichen das [das
Körbchen] fúr wazzer RvEWchr
8935
(vgl. Ex 2,3 et linivit eam bitumine ac pice);
mit klebe er sie [die
Kästen] bestrîchen hiez, / man lie sie gar unwæhe swarz, / er hiez dran
legen niht wan harz RvEBarl
1840;
litura: cleb SummHeinr
2:356,200.3.
– bildl.:
lim vnd cleb ist ir minne Ratte
55
MWB 3,1 350,26; Bearbeiter: Hansen
klepfel, kleffel
stM.
‘Glockenschwengel, Klöppel’ (vgl.
klüpfel
):
diu glocke muoz den klüpfel [La. kleffel
] hân, / sol si grôzen dôn begân Freid (G)
126,15.
– als Gl. zu mlat. batillus (vgl. MlatWB 1,1393):
batillum: clephel GlAnzfWK
41,25
(BStK 154a)
MWB 3,1 350,35; Bearbeiter: Hansen
klepfelîn
stN.
auch klaͤmp-, s. DWB 5,943 u. 5,954.
‘Klapper’ als Signal sozialer Ausgrenzung bes. bei Aussätzigkeit (vgl.
klaffe
swF. und BMZ 1,847b klopfelîn mit Beleg des 15. Jh.s), hier übertr.
zur Verleumdung:
eine vrouwen die man hât erkant / an ir êren stæte, /
[...] / sô sint die valschen sô gemuot / daz si sô
stæte niht mac gesîn / sine slahen ir doch ein kläpfelîn [La.
klaͤmplin
] / mit worten und mit vâre Wig
2376
MWB 3,1 350,41; Bearbeiter: Richter
klepfen
swV.
‘etw. (eine Glocke) erschallen lassen, läuten’
ze aneganden ernen [Erntezeit] sol der kelner
[...] eine glocke klephen UrkCorp (WMU)
N816,37
MWB 3,1 350,50; Bearbeiter: Hansen
klepfze
F.
→
kafse
MWB 3,1 350,54;
kleppisch
Adj.
‘geschwätzig’ (s.a.
kleffic
u.
kleffisch
):
welhes augen her für pauzent auz dem haupt, der ist
unschämich und kleppisch und ain tôr BdN
43,22.
47,26
MWB 3,1 350,55; Bearbeiter: Hansen
cleric, clerck(e)
M.
‘Geistlicher, Kleriker’
dar vmb hadde hey eynen sede, / dat hey zo allen zyden / de mysse ind de
gezyden / halp syngen mit den clercken Karlmeinet
321,51;
der glich sayte mir eyn cleric Pelzb
130,7;
ez ist cleric, leie, noch begine [Laienschwester]
JvBrabant
7:3,5
MWB 3,1 350,59; Bearbeiter: Hansen
klette
swMF.
eine Pflanze, ‘Klette’ (gemeint wohl v.a. die ‘Große Klette’ Arctium
Lappa L., vgl. Marzell 1,374 ff.) bzw. deren markante, mit Widerhaken versehene
Fruchtstände:
nezzeln, cletten, dorne / was hinden unde vorne / uf dem
acker vil genuc Vät
19011;
lapatium, daz ist chlette Barth
144,14;
lappa vel lappatum: bleticha vel cletto SummHeinr
2:353,143;
lappa vel philantropos: kletta ebd.
1:189,252
u.ö.;
lappa, clithae: klette GlAnzfKdVz
7:144,470
u.ö.
– häufig bildl. und im Vergleich:
die hurteclichen stoͤzze / sich in ain ander mangten / daz an
ain ander hangten / die vinde als die cletten WhvÖst
8133;
an im si klept alsam ain klet SHort
2657;
unser herre Jesus Christus kuam in dise werlt und vant in dem akkere der
werlde dorn kletten nezzeln und ander uncruͦt PrLpz
28,29;
swer sich ze kletten mischet, / unsanfte er s’ abe wischet: / nieman frumer
mische sich / ze bœsen liuten, daz rât ich Freid
118,7.
118,13;
Dalimil
46,14;
Tauler
225,28.
225,29;
Martina
47,31.
–
bezzert her mir nicht, ich werfe im einen stein in sinen garten / unde eine
kletten in den bart Meissner
16:6,8
MWB 3,1 351,1; Bearbeiter: Hansen
Klevener
stM.
‘Wein aus Chiavenna (Kleven)’ (vgl. Alanne, Weinbau, S. 195):
alle di wein, di man hie kauft, ez sei Rainual, Kleuener, Welhisch wein,
Elsazzer oder Osterwein NüP
117
MWB 3,1 351,24; Bearbeiter: Hansen
klëwen (?)
swV.
‘klagen’ (vgl. auch
klöuwen
und
klû
):
wan hort si klewen und klagen SHort
3075.
– hierher (so Glr.z.St.) oder zu →
klëben
swV.:
du must unser gnaden leben, / in fuͤre, in bech, in swebel
kleben. / also werdent sie getrost / die suͦnder in der helle rost
HvNstVis
560;
vgl.:
Appolonius also klebete [Hs. klebere
] . / auff dem wag er schwebete [an einer
Schiffsplanke] / in so jamerliche klage HvNstAp
1366
MWB 3,1 351,28; Bearbeiter: Hansen
1klîbe
swF.
‘Empfängnis’ (in der Bez. des Hochfestes ‘Verkündigung des Herrn’ (25.
März; vgl.
klîbeltac
mit Lit.):
unser vrowen tac clîben. [Überschrift] man begêt
hûte den tac unser liben vrowen alse di menslîche natûre becliben ist und geeiniget
an di gotlîchen natûre HvFritzlHl
109,10;
an dem vierdin tage nach unsir frouwen tage kliben Köditz
31,22
MWB 3,1 351,37; Bearbeiter: Hansen
2klîbe
swF.
→
klîe
MWB 3,1 351,45;
klîbelmësse
stF.
‘Mariä Verkündigung’ (25. März; vgl.
klîbeltac
):
an dem nehesten tage vnser frouwen tage klibelmesse UrkWürzb
38,186
(a. 1298)
MWB 3,1 351,46; Bearbeiter: Hansen
klîbeltac
stM.
‘Tag der Empfängnis’, in der Bez. des Hochfestes ‘Verkündigung des
Herrn’ (25. März), mlat. auch als conceptio Christi bezeichnet,
vgl. Hwb. dt. Abergl. 5,1687 mit Lit.; vgl. auch Grotefend, Zeitrechnung
1,65:
an dem nehsten fritag vor vnser frawen clibeltag in der vasten den man nennet
annunciacionem UrkWürzb
40,46
(a. 1336);
an dem dinstag vor vnserr frawen klibel tak in der vasten ebd.
41,443
(a. 1350).
39,315
(a. 1327)
u.ö.;
an vnser frauwen klibel tage UrkHohenz
2,247
(a. 1297);
UrkCorp (WMU)
2664,2.
1393,42
MWB 3,1 351,49; Bearbeiter: Hansen
klîben
stV. (Ia)
von Pfeiffer, NvJer., S. 182 als swV. aufgefasst; vgl. tr.
kleiben
swV.
‘etw. (an etw.) heften, festmachen’
zu herzin ich daz clîbe [
lîbe:
] , / daz in in des jâmirs rôst / dî hoffenunge was ein trôst, / daz
got dî sînen nicht vorlât NvJer
15292
MWB 3,1 351,61; Bearbeiter: Richter |