kabeʒstûde
swF.
‘Kohlpflanze, Kohlkopf’
jâ, wæn, ich nie gouch sô tœrschen vunde, / der mengem garten tuo sô grôzen
ungemach. / swaz er gawûzstûden vant, die schriet er als den wint
Neidh
WL 18:5a,6
MWB 3,1 104,1; Bearbeiter: Diehl
kabeʒzëhende
swM.
‘Zehnt aus der Kohlernte’
umbe den houwezehenden, kabeszehenden und obeszehenden, zuo berge und zuo
velde WeistGr
5,386
(a. 1349)
MWB 3,1 104,6; Bearbeiter: Diehl
kabütze
stN.
‘Kopfbedeckung, Kapuze’ (zu mlat. caputium, vgl. Foltin,
Kopfbedeckungen, S. 211f.):
er sol haben tôren wât, / einen rok, der eine kugelen hât; / gesnitenz hâr ob
ôren - / ez zimet wol werden tôren - / horgez
[schmutziges] antlitze, wîter munt, / unvuoge habn ze
aller stunt; / einen kæse in daz kabütz legen UvTürhTr
2487
MWB 3,1 104,10; Bearbeiter: Diehl
kach
stM.
‘lautes Lachen, Lachanfall’ (zu
kachen
):
die dvͦfeliche schar / verspottit vnser vire gar / mit kache vnde auch mit
schalle PrHess
60,197;
do schrei der tufil mit eime grozen kache ‘her ist ein leie, her ist ein
leie!’ Köditz
13,2;
der wirt [...] / der lachete unt tet einen kach / und
began sô sêre lachen / von den selben sachen / und mohte sich des niht enthaben
Häslein
398
MWB 3,1 104,17; Bearbeiter: Diehl
kachelære
stM.
‘Töpfer’ (als Bestandteil von Personennamen, vgl. Nölle-Hornkamp,
Handwerkerbez., S. 649):
daz Johannes Wîzproͤtelin verluhen het zeîme rehten erbe dv́ houestat, dv́ da
lit zem Alten sant Peter nebent Ludewîge dem kacheler UrkCorp (WMU)
N616,4
MWB 3,1 104,25; Bearbeiter: Diehl
kachele
F.
‘Tongefäß’
cacabus: kachel, wallender hafen VocOpt
10.016;
[es gibt an Zoll] ein wagen mit hæfenen oder mit kacheln
einen phenninch, der karre einen helblinch UrkCorp (WMU)
548ABC3,47
MWB 3,1 104,31; Bearbeiter: Diehl
kachelmutze
F. (?)
‘Topfgebäck’ (vgl. KgvOdenw (S) Anm.z.St.):
daz wil ich sagen ie: / in hirnwuͤrste tuͦt man sie
[Eier] . / / eyermuͤser, kachelmutzen
[Hs. karhel mutzen
]
KgvOdenw
2,109
MWB 3,1 104,35; Bearbeiter: Diehl
kacheloven
stM.
‘Kachelofen’
‘ich sach sinen kachelofen nie’ / giht einer - unde brennet in
KgvOdenw
12,8.
– Lit.: Jürg Tauber: Herd und Ofen im Mittelalter, Olten 1980
MWB 3,1 104,39; Bearbeiter: Diehl
kachen
swV.
‘laut lachen’ (vgl. mlat. cachinnare):
unde des ist wunders niht, sît wir sehen, daz daz herze von irdischer vreude
und von tôrheit sô grôze vreude gevâhet, daz ez sich lahters niht erwern kan unde
kachens unde anderr ungebærde DvASchr
336,12;
JTit
5450,3
(La.)
MWB 3,1 104,43; Bearbeiter: Diehl
kachez
stM.
‘Gelächter’ (hier in der Wendung einen snellen ~ slahen
‘etw. rasch abtun’):
gemain läut, die wênik wizzent, slahent manger langen wârhait
ainen snellen kahtz BdN
106,16
MWB 3,1 104,49; Bearbeiter: Diehl
kachezen
swV.
Intensivum zu
kachen
.
‘heftig lachen’
unde des ist wunders niht, sît wir sehen, daz daz herze von irdischer vreude
und von tôrheit sô grôze vreude gevâhet, daz ez sich lahters niht erwern kan unde
kachens [La. chachtzens
] unde anderr ungebærde DvASchr
336,12;
lûte kachezen Renner
12526
MWB 3,1 104,53; Bearbeiter: Diehl
kachtel
stSubst.
‘lautes Gelächter’
vil selten man si [Maria] lachen
sach, / es wære denn, ob es beschach, / das sis ze liebe ainer ander tett, / dú
guͦter sache lachet: / das tett sy ane kachtel, / [...] /
kainer lichtekait si lachot nút WernhMl
1097
MWB 3,1 105,1; Bearbeiter: Diehl
kadel
stM.
‘Ruß, Schmutz’ (vgl. DWB 5,17; nur Bestandteil von Personennamen):
Heînr. dictus Kadel UrkCorp (WMU)
970A,35;
H. der Kadil ebd.
970B,21
MWB 3,1 105,6; Bearbeiter: Diehl
cadevize
Subst.
ungedeutet, wohl Wagenteil (vgl. Anm.z.St. und AWB 2,1):
cadevize GlHvB (GE)
553
MWB 3,1 105,10; Bearbeiter: Diehl
cadmia
F.
aus griech.-lat. cadmia (vgl. MlatWB 2,15f.).
beim Schmelzvorgang (von Blei) entstehender Oxidniederschlag (Blei-, Silber-,
Goldglätte, vgl. LexMa 2,270ff.), zu Heilzwecken genutzt:
nim bliwiz. nim litargiri. vnde catmie uon silber igliches
sechs dragme SalArz
78,31.
78,20;
des goldes überfluz, daz ist sein schaum, haizt ze latein
cadmia, und wer den selben schaum in diu augen träuft oder sust dar ein legt, dem
peizt er diu mail auz den augen BdN
475,13
MWB 3,1 105,13; Bearbeiter: Diehl
kaf
stN.
1
‘Schale, Hülse, Spreu’
2 übertr. in verschiedenen Wendungen für eine Kleinigkeit, etw. Wertloses (überw. wmd.)
1
‘Schale, Hülse, Spreu’
so wolde ich durch die liebe din / miden immer svnnen schin /
vnde trincken wazzer vur den win, / vur brot caf vnde vesen Herb
14059;
hochvart, nu grin! / gief, kaf si din: / sus drischet sich din sat
Frl
8:25,20.
– bezogen auf bereits einmal Verarbeitetes:
stoz sie [die Mandelkerne] vaste
vnd menge sie mit kaldem wazzere eben dicke vnd rink sie durch ein schoͤn tuͦch
vnd tuͦ die kafen wider in den moͤrser, stoz sie vnd rinc sie vz
BvgSp
39.
– in Vergleichen:
da di bosen sin geworfen af, / als uz dem korne is daz
kaf Brun
12034;
daz caf bezeichent ytele ere die da vluͦget als ein caf PrLpz
(L)
40,43
2
übertr. in verschiedenen Wendungen für eine Kleinigkeit, etw. Wertloses (überw.
wmd.):
alle dine craft is eyn caf MinneR 409
123;
it were der stat van Coelne eyn kaff, / sloge men irre ein dusent aff
HagenChr (G)
2557;
dat mich eyn man mit syner hant / van myme rosse steche aff. / das is mich,
here, doch als eyn kaff KarlGalie
6965;
daz irdisch lust wart an in slaf / und achten minner dan ein kaf / uf die
vertumeten unvlat, / die da besulet kusche wat Pass III
578,80;
ir wisheit ist nit wen ein kaf PrHess
41,370;
wat mocht ich mine wort / keren weder inde vort / inde al die rede ergeve, /
die Morant der greve / vur al sin recht da ergaf, / id en halp eme niet ein kaf
MorantGalie
1844;
dar umb en was en neit en kaff, / eynen heyden warp hey aff / van eyme
kastelane ho KarlGalie
13074
MWB 3,1 105,23; Bearbeiter: Diehl
caferân
N.
unbekannter Arzneibestandteil (evtl. verschrieben aus saferan?; vgl.
safrân
):
nim daz goͮte cinimin. vnde daz caferan [
tolle cinamomum et caffar
] . beider geliche Ipocr
78
MWB 3,1 105,53; Bearbeiter: Diehl
kaffât
stF.
→
kapfât
MWB 3,1 105,57;
kafse, kefse
stswF.
auch kofse, klepfze.
‘Kapsel, Behälter’ (aus lat. capsa, vgl. z.B.
SummHeinr
1:370,400
):
als lantgrâve Cunrât / daz gebeine în gemachet hât, / des
herren herze heiliclich / in eine kofsen lusticlich Kreuzf
8166.
– überw. ‘Reliquienbehälter, -kapsel, -schrein’
eine kesfin her andaz sper bant / die her indeme tome nam
Roth
4102;
eine kefsen nam er an der stet, / diu was heilctuomes vol
Wig
4393;
der priester gap im dô den segen / als er beste kunde: / mit
kefsen und mit munde / segent er in ebd.
4417;
so bin ich bereit / zu legene uf die kefs die hant, / so wirt
der kristenheit bekant / daz hie geshiht ein reine e Rennew
5063;
StrAmis
999;
einer clepffzen was es [der Gral, vgl. Felder, Krone, S.
700] glich, / die vf einem altar stet Krone
29385;
vnd swaz da aigen ist an den vorgenanden guͤtern, daz hab ich gegeben reht vnd
redelich [...] dem vorgenanden bischof vnd sinem gotzhûse
an die kafs v́nserre frown von dem tuͦme ze Kostenz UrkCorp (WMU)
1949AB28,27.
– übertr.:
sluß uff diner gnaden kebs! Minneb
2024;
wâ beslôz ie maget hort sô grôzen? / dir sælden kefs vol heilikeit gestôzen /
kan niht genôzen Helbl
11,53;
die kefse din [der Leib Mariens] beslozzen hete /
die ewigen gotheit Frl
9:1,13;
du [bezogen auf einen Menschen] hohez adel und
rechter eren kefs ebd.
5:25,1
MWB 3,1 105,58; Bearbeiter: Diehl
kafselîn
stN.
Dimin. zu
kafse
:
der brûder sîn gebeine / von dem fleische reine / er lûteret
und machtez în / in ein schônez kofselîn Kreuzf
8118
MWB 3,1 106,21; Bearbeiter: Diehl
kagen
stF.
→
gegene
stF.
MWB 3,1 106,24;
kagresvisch (?)
stM.
ein Speisefisch (s. auch
kabervisch
):
der see trug güt vische: / [...] /
roten visch und lachsen, / sturen und kagres visch [Hs. A: chaber
visch
]
HvNstAp
18049
MWB 3,1 106,25; Bearbeiter: Luxner
kak
stM.
‘Pranger’ (überw. nd., vgl. DRW 6,409-411 und Schiller/ Lübben
2,417):
de edificio dicto kax, tam ligneo, quam ferreo opere
StRechAachen
127,19;
advocatus debet facere seu fieri patibulum, domum suspensoris, kakonem
schuppham [evtl. als Kompositum ‘Prangerschuppen’ aufzufassen
(vgl. Anm.z.St.)]
WeistErf
104
(a. 1332)
MWB 3,1 106,29; Bearbeiter: Diehl
kal
Adj.
flekt. kal(w).
‘nackt, bloß’
1 meist bezogen auf menschl. Kopfhaar ‘kahl, ohne Haare’
2 bezogen auf Tiere 3 übertr. ‘leer’
1
meist bezogen auf menschl. Kopfhaar ‘kahl, ohne Haare’
calvus: calwer vel glaber, recalvaster SummHeinr
2:7,133;
wen list von einem ritter daz, / daz er kal von natûre was / und âne hâr
Boner
75,2;
der eine der was gra, / [...] / der
andere der was kale. / ich bekenne sie bede harte wale TrSilv
239;
Kchr
7918;
ist er kayl und ane har, / man sprichet, er sii ein glazzer schalk / und trage
in sinen huͦte kalk MinneR 52
64;
den spot möht ir wol verdagen, / sprach der kalwe gebûr
StrAmis
1661;
si wurden hars die kalwen vor hitze in disen noͤten JTit
4152,1;
JvNürnberg
137.
– als Bestandteil von Personennamen:
Hertwich der kale MorantGalie
2191;
Lais der stolcz und Gales der kale Lanc
256,5;
dis beschach [...] vor hern Rvͤdiger dem scriber
[...] vnde dem meiger von Schlierbach vnde Bvrchart
dem Kalwen UrkCorp (WMU)
341,19
2
bezogen auf Tiere:
Plinius spricht, daz der strauz von nâtûr kal werd und plôz;
aber er hât ain sô dick haut, daz in niht
freuset [friert] , wenn er von den federn enplœzt wirt
BdN
223,28
3
übertr. ‘leer’
sîn bett daz kalwe Helbl
1,676;
mîns herzen wal / stêt aller wîbe kal KLD:RvR
3,109;
SM:Gl
1: 1,12
MWB 3,1 106,37; Bearbeiter: Diehl
kalamâr
stN.
Behälter für Schreibwerkzeug, Tinte (aus mlat. calamarium von lat.
calamus
‘Schreibrohr’, vgl.MlatWB 2,49 und Germ. Rom. 1,136):
an sînem gürtel bereit / sol sîn ein guotes kalamâr, / das man einen
schribgezuͤg vür wâr / nennet, swer es erkennen kan Ammenh
11327
MWB 3,1 106,62; Bearbeiter: Diehl |