k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
krûsp
Adj.
Ableitung zu krûs mit verstärkendem -p (DWB 5,2103) oder
Kontamination von →
krûs
und →
krisp
(Paul, Prinzipien, S. 161).
‘kraus, gekräuselt, gelockt, nicht glatt’
– vom Kopfhaar:
wol gewunden was sin loc, / gele vare crusp har
Herb
18294;
swartz und crusp [Laa. cruse,
crisp
] ist sin har, / mit grawen locken underschart
Pass I/II (HSW)
31776;
einer der da cruspis har / treit uf sime houbte clar
Daniel
4851;
her hât swarz hâr und kruisp HvFritzlHl
184,31;
ir houbet val [La. ir cruspē
locke
] wîz ir kel Heidin I
921;
der schach der trug offinbar / lanc krusp gewundin har PfzdHech
338,28;
MarcoPolo
70,3.
– vom Pferdeschweif:
der zcagel [des Pferdes] was eyner var, /
crusp [La. crisp
] und swartz als eyn pech
En (FSch)
5265.
– von Gerstenblatt:
gerste lusteclich uf gat, / grune, crusp, breit ist ir blat
Daniel
2308.
– von gefältelter Kopfbinde der Frauen:
ouch ensullin nicht tragin keyne brute odir keine andire frauwen cruspe
gebende guldin [
vittas crispas aureas
] ,
silbern, bla, grune odir rot, sundern eynveldig gel vnd cruspwiz
[
glaucas simplices et albas crispas
]
mogin sie wole trage StRMühlh
45.
– von einer Speise in Morchelform:
walkez [die gebratene Mischung (aus Hackfleisch,
Mehl, Gewürzen usw.)] sinewel in der hant vnd fuͤge ez
vͤmme den spiz [Spieß] als ein
marach [Morchel] vnd zwengez vzzene, daz ez krusp si
[kraus (wie die Form einer Morchel), vgl. M. Lemmer / E.-L.
Schulz, Die lêre von der kocherie, Leipzig 1980, S.
49]
BvgSp
23
MWB 3,2 653,48; Bearbeiter: Tao
kruspel
swF.
‘Knorpel’
der negel nâtûr ist ein mitel zwischen dem pain und der
kruspeln, wan der nagel ist waicher dan ain pain und ist herter dan ain kruspel
BdN
21,16;
epiglotis [ist] gesament
[...] auz drein kruspeln ebd.
17,24.
18,25.
137,4.
252,22
MWB 3,2 654,15; Bearbeiter: Tao
krûspelëht
Adj.
‘kraus, lockig’, vom Kopfhaar:
mîn schopfil wêre grôz / mit cruspelechtin endin
NvJer
18930(S. 521)
MWB 3,2 654,21; Bearbeiter: Tao
kruspelisch
Adj.
‘knorpelig’
der hals ist auz kruspelischem flaisch gemacht aller maist
inwendich BdN
18,33
MWB 3,2 654,24; Bearbeiter: Tao
kruspellich
Adj.
‘knorpelig’
under allen tiern habent pfärt und rinder und hirz kruspelleicheu
pain in irn herzen, daz ist umb ir grœzen, daz sich ir herz dester paz enthalten
müg, reht als die kruspeln in andern glidern ain gruntvest sint BdN
137,2
MWB 3,2 654,27; Bearbeiter: Tao
kruspelot
Adj.
‘knorpelig’
des [Löwen] halses flaisch ist
kruspelot, reht als ob er sei von ainer âdern BdN
144,26
MWB 3,2 654,32; Bearbeiter: Tao
krûspen
swV.
‘kräuseln’
brûnreideloht was ime daz hâr, / gecrûspet bî dem ende
Tr
3337
MWB 3,2 654,35; Bearbeiter: Tao
krustel, krostel
swF.
ahd. krustala, -illa, -ula, krostala, -ila (AWB 5,443; EWA
5,838).
‘Knorpel’
cartilago: crustila, crostilla SummHeinr
2:217,158;
cartilagines: crustulun Gl
3:435,2
(BStK 849);
cartilago: kruͦstel, kroͤstel VocOpt
1.211;
sîn hûb was nicht sô enge, / sie daht im sîner ôren tür, / dâ gie ninder krustel
für Helbl
1,506;
GlZfdW
5,5
MWB 3,2 654,37; Bearbeiter: Tao
1krustelîn
stN.
Dimin. zu →
krustel
F.
‘Knorpel’, Glossenbelege des 12. bis 14. Jh.s s. AWB 5,444f.
MWB 3,2 654,44; Bearbeiter: Tao
2krustelîn
stN.
Dimin. zu mhd. nicht belegtem kruste
‘Kruste, Rinde’ (ahd. krusta swF. aus lat. crusta s. AWB
5,443, EWA 5,837; frnhd. kruste s. FWB 8,1732). – frnhd. Belege bei Lexer
1,1758.
–
‘kleiner Brotfladen’ (?), Glossenbeleg des 11./12. Jh.s s. AWB 5, 444.
MWB 3,2 654,46; Bearbeiter: Tao
krût
stN.
Pl. krût und kriuter. –
niederwüchsige Blätterpflanze: ‘Kraut, Gras, Gemüse, Kohl’, seltener
‘Strauch’
1 allg. 2 besondere, nützliche Pflanzen 2.1 wohlriechend 2.2 Pflanze mit besonderer (z. B. heilender, zauberischer) Wirkkraft 2.3 Wildpflanze als Nahrung für Menschen und Tiere 2.4 Kulturpflanze, bes. Gemüse, Kohl 2.5 Gewürzkraut, Gewürz 3
‘Strauch, Busch’
1
allg.:
herba: chrv̂t PsM
Per 8,14.
C 6,2;
VocOpt
50.002;
krûtes wart diu erde blôz, / wan si vertrâtenz in den hert, /
her slahende und hinwert UvZLanz
2574;
daz ist alles chroutes slacht, / daz ez von der chalten sterbe / vnt ane wirme
verderbe Warnung
1918;
diu [weiße Haut von Engeltrud] was alsam ein
blüendez krût KvWEngelh
3040;
EnikWchr
923;
Seuse
334,32.
– neben Blumen:
der schone [Paris]
[...] / wart zvhowen vnd
zvschit [
zerschîtet
] / vf dem
grunen grase. / sin schone mvnt, sin nase, / sine ougen, sine wangen / lagen da
behangen / mit blumen, mit krute Herb
13985;
den bluomen und dem crûte / geschach dâ von ir loufe wê
KvWTurn
756;
ûf bluomen und ûf grüenez crût / kam Hector sus gestapfet
KvWTroj
3786;
dô diu heide wart gemenget / mit rôsen und mit
edelen [La. edlem
] krût
Ottok
9332;
vil bluomen sie dô vaste / und kriuter ûf sich luoden, /
dâ mite sie ir buoden / wolden schône zieren, / beströuwen und flôrieren
HvFreibTr
3405;
(bildl.:)
daz er [...] wilder
rime [ausgefallener Reime] kriuter / darunder und
da’nzwischen / vil schone künne mischen / in der süezen rede bluot
KvWGS
70.
– zusammen mit Bäumen, Sträuchern, Gras u.ä.:
der erde gebôt er [Gott] / daz si
wuocher brâhte alsô siu natûre hâte: / [...] chrût unde
bouma, iegelichez nâch sîner natûra Gen
66;
nû müez ûf der erden / krût, grüen und boum werden
EnikWchr
380;
boume, krût und gras Renner
2774;
swas uf erde krutis wirt / [...]
und ellú holz RvEWchr
235;
holz, crût und stûdach / uf dem velde manigen enden brach
/ daz gênde volc Kreuzf
2833;
nu si zem walde kâmen hin, / dâ wurze, crût unde gras /
der volle nâch ir willen was Tr
12765;
des îlt er [...] über gras und
über krût KvWTroj
552;
troͤpflein, die daz tau in sumerzeiten sprengent
auf daz craut und auf daz gras KvMSph
16,6.
– vereinzelt ‘Halm’
dy erde brenget czu dem ersten daz
crut [
herbam Mc 4,28] unde dar nach
dy eher unde dor noch daz korn in der eheren EvBerl
14,10;
EvAug
85,12
2
besondere, nützliche Pflanzen
2.1
wohlriechend:
vil wol smechendez chrout Warnung
1933;
aroma: woltrehinde [wohlriechende] wurtz, krut
VocOpt
49.007;
er [der Hohepriester] gieng in
die heilikeit der heiligen [das Allerheiligste]
[...] und denne macht er ein versamenunge von dem aller
edelsten krute und enzunte denne das, und dannan ab wart ein suͤsser
roͮch als ein nebel Tauler
165,29.
– vom oberen Teil einer Pflanze:
wurtze geben iren smac [...],
/ iecliche nach ir arte. / man vindet sie uf harte [dürrem
Boden] / wachsen mit irme crute Daniel
1835.
– in Vergleichen und übertr. Gebrauch:
es [das Lob] rúchet als ein edel
krut / us einer megde hant Marner (W)
7:4,6;
smaghaft ist er [
des textes
lût
] als ein crut / daz wol ruchet uber al, / suze
mit der glosen gal Daniel
558;
in der minnevackel uf tringe ein als suͤzer
smak des lobes, als es usgenomenlich von allen edlen kruͤtern und
wurzen und allen apotekan aller tugenden in ir hoͤhsten luterkeit
zesamen púlverlich geroͤchet weri Seuse
313,26
2.2
Pflanze mit besonderer (z. B. heilender, zauberischer) Wirkkraft:
ysopo ist goͮt chrut PrüllK
3;
der den harnstein hab, der nem daz cruht daz da heizet
steinpreche BenRez
57;
ein krût [...], / des würze er
wunden helfe jach Parz
516,23;
gute selben [=
salben
] , gute krut Herb
4077;
diu [
Îsôt
] erkennet
maneger hande / wurze und aller crûte craft / und arzâtlîche meisterschaft
Tr
6949;
swen Minne ie herzelîche traf, / den vervie nie krût noch sîn kraf
UvZLanz (K)
4392;
din [Marias] trost den siechen
heilet / der an der sele ist ungesunt, / davon dich manec wiser munt / gelichet
edeln criutern KvWGS
1331;
species: heilsam wurtz, krut VocOpt
49.008;
wermuot. daz ist gar ain pitter kraut und ist
menschleicher art gar nütz und gemachsam BdN
380,31;
salvei. daz kraut ist haiz und trucken
[...]. des krauts pleter sint guot zuo erznei
ebd.
421,9;
krût, steine unde wort / diu hânt an kreften grôzen hort
Freid
111,6;
KLD: KvK
1:2,1;
JTit
4207,2;
KvWTroj
10860;
si [die Götter der Antike] wâren
liute, als ir nû sît, / wan daz ir krefteclich gewalt / was michel unde
manicvalt / von kriutern und von steinen ebd.
863;
zuo wilden œden welden
[...], / dâ si [Medea]
diu criuter [für die Zauberessenz] inne gruop ebd.
10590;
sy machen vsz krautt ain gestüpp WvGriven
9;
si namen einis wurmis bluͦt, / der hiez Tamur
[...]. / ein krut ouh sus genennit was: / des saph
mischten si darin / und bestrichin her und hin / die steine und besniten si
zehant RvEWchr
32598;
ein krefterîchez krût Reinfr
20779.
– vom oberen Teil einer Pflanze:
violn wurzeln unde cruͦt gestosen mit wassere
unde getrunken hilfet di kinder an dem huͦsten Macer
17,14;
dez senfes cruͦt ebd.
26,18;
der isirnhart alleine gestossen mit wurzel unde
cruͦte unde daz getrunken stetekliche, daz vertribet unde brichet den
stein ebd.
64,17.
– übertr.:
diu krût [...]: / milte, zuht, diemuot. / ez
enist dehein krûtzouber sô guot HartmKlage (G)
1301;
ich siͤn, ich ruchen
diner [Maria] otmuͤd krut, /
[...] also groz was ’s krudes macht, /
dat got damit darzuͦ wart bracht, / dat he in din selgen lif quam /
ind sin licham van dir nam MarlbRh
60,13;
dû bernder tugende ein edel krût, / ein minneclîchiu gotes brût
LobGesMar
21,5;
weste ieman ein krût, daz man gehaben möhte, wer ez bî im hæte, daz
er niemer alt noch siech enwürde, daz krût möhte man tiure koufen
Eckh
4:94,77;
ein bitter ~
:
sun, âhte ist ouch ein bitter krût: / strâze und ir stîge gerne mît
Winsb
55,1;
Herodiam, die boͤsen hut, / an er, an scham
ain bitter crut SHort
2906.
– Giftpflanze:
jn der insulen ist ein crut, daz ist der naturen, swel
mensche daz crut isset, daz lachit sinez vndankez [ohne es zu
wollen] vnz es dot lit Lucid
37,17;
RvEWchr
2984;
eynes krudes have ich neit, / da mede ich Karlle moege
vergeven [vergiften]
KarlGalie
853.
862.
868;
zizania haizet ratenkraut und haizt auch ze latein
lolium [...]. wer des krautes samen izt, den macht
er trunken und unsinnich BdN
426,29.
128,21.
421,22
2.3
Wildpflanze als Nahrung für Menschen und Tiere:
daz rohe crut her suͦchte / swa her iz in den walde
uant Ägidius
246;
krût unde würzelîn / daz muose ir bestiu spîse sîn
Parz
501,13;
des wildes crûtes gruose, / die Schŷron mit sîner
hant / ûz den wurzen dicke want KvWTroj
6072;
RvEWchr
20019;
Pass III
596,62;
vom oberen Teil einer Pflanze:
si wuoschen würze unde ir krût Parz
486,3.
–
daz schâf izzt unmæzicleichen kraut, dar umb, daz
ez den scharpfen winter fürht, sô wil ez sich vor des krautes saten
BdN
155,19.
159,19;
eine dirne, diu nah krûte [Grünfutter fürs
Kleinvieh (Wachinger, Lyrik, S. 805)] / gât SM:
St
7: 1,5
2.4
Kulturpflanze, bes. Gemüse, Kohl:
er phlanzôte sînen garten mit mislichen chrûten
Gen
585;
ein erbuwen velt sie sahen; / da stuͦnden bonen und
ander krut Rennew
731;
so was daz chrut uber al / in dem andern garten so val, /
daz im giezen chom zespate StrKD
68,31;
(bildl.:)
alles unser tuͦn in got rihten und uzrúten
[...] was got nút enist, glich eime
ackermanne der sine boͮme besnidet und sin krut
uzgittet [jätet] und sin ertrich umbkeret
zuͦ mertzen Tauler
97,4;
swaz man crutes bedarf, daz get vze deme garten des von Nuenstein
UrkCorp (WMU)
29,15;
zwo potigen mit chravt, daz gabavz [= kabez
‘Kappes, Weißkohl’
] haizzet ebd.
2531,18.
80,37;
Vät
14439;
ein latchen [Lattich] sach
[sie] dort [im Garten]
stan. / [...] daz krut brach si abe und az Pass
III
287,31.
– zubereitet als Gericht:
der truoc spîs in der hant, / einen haven vol fleisch
und krût EnikWchr
17627;
leg wênic fleisches in daz krût, / daz der
bache [Speck] lange wer Helbl
1,943;
ez ist sô smalzhaft, / vier krûten [aus Gemüse
zubereiteten Gerichten] gît ez kraft ebd.
1,957;
[die hl. Elisabeth] hiz ir dicke kochin
halpgesotten krût und ungesmecket und ungesalzen HvFritzlHl
244,5;
Elis
6953;
Helmbr
1604;
HvNstAp
10190
2.5
Gewürzkraut, Gewürz:
hacke peterlin, selbey, nim gestozzen yngeber, pfeffer,
enys, saltz zvͦ mazzen, mache eynen derben teyk noch der groͤzze
der stuͤcke vnd wirf daz krut vf die stuͤcke vnd bewirke sie mit
dem teyge BvgSp
19;
nim frische eyer vnd zvͦ slahe die, menge dar
zvͦ gestozzen ingeber vnd ein wenic enys, [...]
mit dem selben crute, daz tuͦ du zvͦ den eyern, da mit bewirf die
huͤnre ebd.
28;
vnd nim krut vnd stoz ez mit dem vische ebd.
46
u.ö.
3
‘Strauch, Busch’
ich sach [etwas] sich regen in ienem
krvt ReinFu
K,76;
sich barg in einem krûte der wênige gast Kudr
72,2;
daz sint die wilden lute, / die wir noch vinden hute / under
formen manicvalden / in bruchen und in walden, / in wazzeren und in bergen / und swa
sie sich vorbergen, / in holn und in cruten HeslApk
20063
MWB 3,2 654,52; Bearbeiter: Tao
krûteht
stN.
Koll. zu krût.
‘Pflanzen’
des menschen sin daz nicht in kan / recht durch grunden noch
verstan / wi sich daz crutecht indy luft / machet uz der erden gruft
Hiob
1801;
Vehemot [Behemoth, vgl. Iob 40,10]
/ sy als eyn wunder grozes tyr / daz is in eyme tage schir / vrezze alles gras und
crutheicht / uf von tusent bergen sleicht ebd.
14723;
aber doch das wechset syder / an dem andern tage wider, /
beide das crutecht und gras ebd.
14727.
2854
MWB 3,2 657,38; Bearbeiter: Tao
krûteleht
stN.
wie
krûteht
:
als der ochse und der styr / gras nuczt er und crutelecht, /
der elyphant Hiob
14761
MWB 3,2 657,48; Bearbeiter: Tao
krûter
stM.
‘Gemüsebauer, -händler’, als Bestandteil von Personennamen:
der chrvter UrkCorp (WMU)
361,20;
Seyfrit dez Chaͤutzleins sun dez chrauters UrkRegensb
732
(ca. 1325–1350).
733.
735;
weitere Belege bei Matzel, Wortschatz, S. 178 mit dem Hinweis auf die mögliche
andere Deutung ‘Kräuterkundiger, Apotheker’
MWB 3,2 657,51; Bearbeiter: Tao
krûterknëht
stM.
‘Gehilfe eines Gemüsebauern’, als Bestandteil von Personennamen:
da pei ist gewesen Goͤtzel der chrauter chneht UrkRegensb
744
(ca. 1325–1350);
Goͤzel chrauter chneht ebd.
755
MWB 3,2 657,58; Bearbeiter: Tao
krûtgarte
swM.
‘Kräuter-, Gemüsegarten’
sie zogeten dem herren nâch / dâ er einhalp in der stat /
sînen krûtgarten jat RvEAlex
8416;
wan so woͤlter ûz dem wingarten ainen krûtgarten machen
PrSchw
2,50.
1,134;
das man des selben achirs drige jv́chirt mit reban inleggen sol vnd an
dem andern teͥle ein hus sezin vnd ein cimelichen krv́tgarten
UrkCorp (WMU)
842,8.
746,27,18;
zwai pfunt gelts auf pavmgarten vnd auf chrautgærten
StiftZwettl
646;
zuͦ der burg horent och ein boͧmgarte und ein krutgarte
UrbHabsb
1:281,10
MWB 3,2 657,63; Bearbeiter: Tao
krûtic
Adj.
‘grasreich’
wie der krutige wase / uon den rifen valwe Martina
92,24.
–
‘voll Unkraut’
in des hoves garten / stan distel, rate, unvertic [La.
vn̄ krutig
] trefs vür die blumen zarten
Frl
5:37,5
(zum Ansatz s.a. FrlWB, S. 196)
MWB 3,2 658,10; Bearbeiter: Tao
krûtkarre
swSubst.
„Krautkarren (Pulverwagen?)” (Glossar, vgl. auch Einl. S. 58):
pro palis, spaden, krutkarren, rotis & vormis [=
formis
] ad latericea 4<1/2>
m. [Mark]
StRechAachen
149,10;
de krutkarren ze besloyn 8 s. [Schilling]
ebd.
165,13
MWB 3,2 658,15; Bearbeiter: Tao
krûtlêhen
stN.
Lehen, wofür Gemüse als Abgabe zu entrichten ist:
ze Schaeching sint zwai chrautlehen [...]. da sol man dem
hertzogen chraut von geben ze Tekendorf UrbBayJ
474
MWB 3,2 658,20; Bearbeiter: Tao
krûtmezzer
stN.
‘Krauthobel’ (vgl. Heyne, Hausaltertümer 2, 328):
krautmesser, salczvass, rechen, hechlen send [sind]
nit da Hausgeschirr
33
MWB 3,2 658,24; Bearbeiter: Tao
Krûtnowe?
stF.
ein Flurname bei Kembs im Elsass (zur Deutung s. F. Bech, Alemannia 4 [1877],
S. 195-197):
in dem dorf ze Kems die darkomen luͥte und die in der
Kruͥtnoͧwe sint gesessen, gent [=
gebent
] ze sture bi dem meisten 35 #(schilling), zem
minsten 1 #(pfund), 5 #(schilling) UrbHabsb
1:8,22;
duͥ herschaft hat oͧch die Kruͥtenowa, die voͤrste und
ellu duͥ holtzer, duͥ da ligent zwischent Basel und Roggenhusen ebd.
1:25,17
MWB 3,2 658,27; Bearbeiter: Tao
krût|tisch
stM.
‘Gemüsestand’
daz nieman dekeinen crutdisch setzen sol an den market an des gerteners willen
UrkCorp (WMU)
29,16
MWB 3,2 658,36; Bearbeiter: Tao
krûtvaʒ
stN.
‘Fass zum Einmachen von Sauerkraut’
wa [sind] krautvass, scharbret?
Hausgeschirr
41
MWB 3,2 658,39; Bearbeiter: Tao
krûtwurm
stM.
‘Raupe’, die krût oder Baumblätter frisst:
von dem krautwurm. eruca haizt ain krautwurm. daz ist ain
langer wurm und hât gar vil füez und mangerlai varb. der wurm frizt daz kraut ab und
diu pleter ab den paumen BdN
301,2;
cantarides haizent paumwürm, die zuo obrist auf den esten
wahsent an slintpäumeinen paumen oder an andern paumen auz fäuhten. auf den pletern
wahsent die würm reht sam die krautwürm auf dem kraut, aber si gewinnent volkumen
flügel und vliegent des tages ebd.
299,31
MWB 3,2 658,42; Bearbeiter: Tao
krûtzëhende
swM.
in Gemüse zu entrichtender Zins:
vnd chravtzehent wol ein halbes pfvnt geltes UrkCorp (WMU)
3283,1
MWB 3,2 658,53; Bearbeiter: Tao |