k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
krumbrôt
stN.
‘Krummbrot’, eine gewundene Brotform, als Abgabe (s. Heyne, Hausaltertümer 2,276
Anm. 66b):
liverworste gherostet [...] oblatas et crumbrod
[La. crumbrot
]
UrkMerseb
1068
(a. 1332, kopial)
MWB 3,2 646,11; Bearbeiter: Gärtner
krümbunge
stF.
‘Verkrümmung’
so geschehent da von starrung der hent unnd fueß, krummunge der
gelider, zitterunge des leibes, auftueunge des mundes HvHürnh
28,17
MWB 3,2 646,16; Bearbeiter: Plate
krûme
stF.
‘Brotkrume, Krümel’
von den krumen di vallent von dem tysche irer herren BiblMK
275.
293;
er gerte [...] sat werden von den
crumen, / [...] die dem tische vilen ab / des richen.
Daniel
4943
MWB 3,2 646,20; Bearbeiter: Plate
krump
Adj.
auch krum, vereinzelt krumph (
TvKulm ).
1
‘ krumm, nicht gerade, uneben, gebogen; verkrüppelt, lahm’
1.1 von Sachen 1.1.1 allg. 1.1.2 von Wegen: ‘gewunden’
1.1.3
krumber stap , ‘Hirtenstab’
1.1.4
der krumbe reie , eine bestimmte Art von Reigentanz, vgl. dazu Schultz, Höf. Leben 1,545f. und Harding, Dancing Terms, S. 131–133 1.1.5
krumbez horn , ein Blasinstrument, ‘Krummhorn’ ? (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 182f.) 1.1.6
der krumbe stuol , Gericht des Trierer Domkapitels (DRW 8,14) 1.2 von Menschen 1.3 von menschl. und tierischen Körperteilen, Gliedmaßen 2 übertr. 2.1
‘verkehrt, nicht richtig, unrecht, ungerecht’ u.ä. 2.1.1 allg. 2.1.2 Ggs. sleht (s.a. 3.1–3.4 ) 2.1.3
~ tuon (
~
ist wohl subst., stN.
‘Unrecht’ ) 2.2
‘ schlimm, verderblich, schädlich’
2.3
‘dunkel, unverständlich, gekünstelt’
2.4
‘verwickelt, schwierig’
2.5
krumbiu mittewoche
‘Mittwoch vor Ostern’ (vgl. Grotefend, Zeitrechnung 1,110 mit einem
weiteren Urkundenbeleg a. 1261; zu unterschiedlichen Erklärungsversuchen s. DWB
5,2451 und G. Bilfinger, in: Zs. f. dt. Wortforschung 4 [1903], S.
253–256 ) 3 Phras. (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 255f.) 3.1
~ und sleht : zur Bezeichnung einer Gesamtheit ‘alles;
alle’
3.2
ez sî/ wære ~ oder sleht (reht) u.ä., ‘was auch
immer es sei/ war, unter allen Umständen; alles; alle’
3.3
sprechen, daz krumbe sî sleht
‘lügen, die Wahrheit verdrehen’
3.4 Sprichw.? (vgl. TPMA 7,214f.)
1
‘ krumm, nicht gerade, uneben, gebogen; verkrüppelt, lahm’
1.1
von Sachen:
1.1.1
allg.:
enmitten stuont ein krumbiu sûl, / diu was des
swachen hûses kraft Eracl
2202;
ich ne wil die
uurech [Furchen] nicht chrump
machen [vgl. Lc 9,62, zum Verständnis Kartschoke, Rol.
Anm.z.St.]
Rol
1075;
eyn crvmb aych [Eiche]
UrkCorp (WMU)
462,5;
ein krumb holtz slichten Tauler
343,19;
tûsent rotumbes / sleht, ir neheiniu krumbes
[alle straff bespannt]
Wh
400,18;
sint si beide wurden crumph, / di swert, und ouch also stumph
TvKulm
4085;
ain krump wunden [...], daz
ist ain dreiekot wunden BdN
283,2;
[die Geometrie] sleht rûch krump und eben / kurz
lanc breit smal hôch tief mit mâze wisset KLD: Kzl
16: 10,11;
der einen stapschaft sihet gestôzenen in ein wazzer,
den dunket der stap krump [abgeknickt] sîn, aleine
er gar reht sî Eckh
5: 60,15.
– in Vergleichen:
mit scharpfen clâwen michel, / die stuonden sam
ein sichel / krump unde wâren spitzic KvWTroj
9809;
gewalt ist ûf der strâze michel, / gerihtes hât
man sich verschamt, / daz reht stât crumber danne ein sichel, / frid und
genâde sint erlamt KvWLd
2,49;
ez ist niht krump alsô der boge, / diz mære
ist wâr unde sleht Parz
805,14
1.1.2
von Wegen: ‘gewunden’
reflexos [...] calles: chrumpe
[...] stîge PsM
H 74,11;
krumbe wege die gênt bî [verlaufen neben]
allen strâzen Walth
113,25;
und fuͦrt in [...]
hin einen krumben weg in ein loch under der erde Seuse
112,13;
der fuhs selten rehte weg lauf, er lauf beseits und
krumme weg BdN
164,4;
krumb widerlöufe Hadam
406,3.
– übertr.:
pei dem weien [der Weihe
(Vogel)] verstên ich den sünder, der ist küen zuo
allen kranken werken [...].
[...] der sündær hât krum flügel ze
fliegen all krum weg BdN
204,32;
ir hant hie dise unterscheide wol gehoͤrt,
ob ir es bruͤfen wellent oder [l. ob, vgl.
Tauler (C)
1: 78,8
] ir den rechten [Weg
der Tugend] oder den krumben weg gont
Tauler
168,7
1.1.3
krumber stap, ‘Hirtenstab’
die heirti sal och volgi [dem
Hilferuf] mit sinir
cuilin [Keule] undi mit siemi crummin stabi
undi sal diz vie lazi ste Mühlh
109,16.
– spez. ‘Krummstab, Bischofsstab’ (vgl. →
krumpstap
):
manigen bischof man da sach / under den infelen mit chrumben
staben Serv
465;
prîmâten mit ir crumben steben RvZw
170,10.
224,10;
bischof, [...] úwer krumber stab,
der ist gewahsen z’einem langen sper Marner (W)
4:2,13;
die pfaffenfürsten sint ir wirde ein teil
beroubet. vür infel helm, vür krumbe stebe slehte spieze und sper, / vür
stôlen swert, vür albe ein plat sint in erloubet KLD: Kzl
3: 1,2;
Helbl
8,1100.
– metonym. für einen Bischof (oder hohen Geistlichen):
dar chômen zewâre / patriarche und kardenâle, /
dar chômen ainlef hundert crumber stabe Kchr
8494;
geistlich gebærde unt vleischlich leben, / swâ diu zwei lûzent
under infeln unt bî crumben steben, / dâ suoche ein wol versunnen keiser
einen glîhsenære bî RvZw
141,5;
dâ was manic krumber stap, / dô diu hîrât geschach
Mai
87,4
1.1.4
der krumbe reie, eine bestimmte Art von Reigentanz, vgl. dazu
Schultz, Höf. Leben 1,545f. und Harding, Dancing Terms, S.
131–133:
hiuwer, dô diu kint ir vröuden phlâgen, / dô spranc er den krumben
reien an ir wîzen hant Neidh
WL 26:6,2.
WL 34:6,6;
dô sî den krumben reien ûf dem anger trat ebd.
WL 18:4,2;
bî dem krumben reien ebd.
WL 31:4,14
1.1.5
krumbez horn, ein Blasinstrument, ‘Krummhorn’? (vgl.
Eitschberger, Musikinstr., S. 182f.):
di pusawn vor im hal, / mit seinem krumpen
horen [La. sumber pfeiffen krumpe
horn
] / furt der herre wol geporen
HvNstAp
18807
1.1.6
der krumbe stuol, Gericht des Trierer Domkapitels (DRW
8,14):
wan die scheffen zu Witlich auch nit wyss weren, sullen sie fort faren
zu Trier ain den krumen stuel, vnd was in da wirt vor ortel, sullen sie her
heim brengen vnd nit vber nacht bei in zubehalten, alles vff der partheien
kosten WeistGr
2,327
(a. 1315)
1.2
von Menschen:
einin crumbin man Roth
3156;
EnikWchr
25203;
ein wib, di achzen iar / crump [vgl. incurvata PL
198, 1586A] was gewest HistAE
6069;
Tauler
360,4;
ich was chrump als ein sichel, / mir was ein hover michel
/ dâ ze den schultern ûz gebogen, / hals und ahsel nider gezogen
KvHeimUrst
585;
kranch des libes vnd
krump [
clauda
] sie lac
Albert
1188;
nu muoz ich chrump unde lam / mîn leben alsô trîben hin
KvFuss
934;
ein kint [...], / daz der
nâtûren ungevûc / crum ê geschûf an der geburt NvJer
22092;
niemam inis halz noch crump / he ne wrde sciere gesunt /
gerorde in die koningin / mit deme goden steine min Roth
3150;
die da warin lideschart, / hovirot, blint oder crump /
oder in toubin sinnin tump RvEWchr
12720.
– im Bild eines ohne Stütze wachsenden Baumes:
selbwahsen kint, dû bist ze krump, / sît nieman dich gerihten mac
Walth
101,23
(vgl. Schweikle, Walth. ²1,461);
im Sinne einer unangemesssenen Haltung des Körpers:
manick edel kneht ist so tump, / daz er stet vor sinem herren krump, /
uf einem beine und mit dem rucke Jüngl
56.
–
~ an einem Körperteil:
ein juncfröuwelîn / [...], / diu was krump an
den henden / und in den liden allen enden LvRegFr
4441.
4448.
4500;
der was an beiden füezen krump
EnikWchr
25179;
an henden und an füezen / ist er krump unde lam
Ottok
46871.
– subst.:
er half der wazersuhte, die chrumben er rihte
AvaLJ
86,3;
er hiez [...] die armen
krumben rehte gân RvEBarl
2740;
Roth
3231;
WernhMl
7556.
7842;
die sîchin unti die crumbe Anno
45,15;
Erz III
36,77;
di chrumben unt di halzen VEzzo
213;
so rüeff di armen, di lamen, di
chrvmben [
claudos Lc 14,13] , di
blinden EvAug
174,10.
175,8
1.3
von menschl. und tierischen Körperteilen, Gliedmaßen:
sô krump wâren sîniu lider, / des muost er ligen darnider
LvRegFr
4495;
(Beteuerung:)
so mussen meyne gelider / werden krump und ungesunt, / ob
ich nicht kam sotzestund / wan [sobald] ich ledig
werden mag HvNstAp
13563;
vellet eyn mensche, alzo dat eme dy halz krum wertt vnde
nicht mach spreken OvBaierl
154,1;
ouch wart er [...] / in eine hant sô sêre wunt /
daz er einen krumben vinger gwan GFrau
1193;
Aristotiles spricht, ez sint vil
vogel [Greifvögel] krummer vinger, die wênig
airent [Eier legen]
BdN
195,1;
wem aber die arm krump sint, daz bedäut ainen vorchtigen
und ainen pœsen menschen ebd.
48,18;
einen lamen man [...] : / deme
waren die bein crump / vn̄ sine arme ungesunt Ägidius
1474;
wolgetan bein und da bie sleht, / der sin zu tugende ist
gereht. / ie schelher und ie kruͤmmer / die sint der tugent ie
tuͤmmer Physiogn
355.
– in der Beschreibung der weiblichen Schönheit:
diu Sælde hêt si besezzen. / ir ôren wârn ze rehte
gar, / als si wæren erwünschet dar, / von liehtvarwer wîze, / nâch dem
gotes vlîze / beidiu krump unde hol Wig
889;
ir [der Augen Marias] brawen
brun und wol gelich, / krumb ain wenig úbersich [ein
wenig nach oben gewölbt]
WernhMl
966;
niht hoverehte noch ze krump / geschepfet was
ir [der Nase von Helena] forme glast
KvWTroj
19938.
– vom schiefen, missgünstigen Blick der Augen:
nît und zorn machent dicke / vil trüeben muot und krumbe blicke
WälGa
684;
minne, got müeze mich an dir rechen! / [...]
und möhte ich dir dîn krumbez ouge ûz gestechen, / des het ich reht, wan du
vil lützel endest MF:Hausen
15:4,3
2
übertr.
2.1
‘verkehrt, nicht richtig, unrecht, ungerecht’ u.ä.
2.1.1
allg.:
du valscher man, [...] / wie uns din gekose /
[...] krumme lere schowen lie Pass
III
658,59;
der hêrren lêre ist leider krump, / dâ von ist witze worden tump
Freid
72,23;
in duchte sin [Silversters] antwurte krum
Pass III
77,36;
krump ere [nimmt vorangehendes gelogen unde
unvurdienetiz lob auf]
Stolle (Z)
96:J.27,5;
sint guot ir [der Geistlichen] wort, ir
werc ze krump, / sô volge dû ir worten nâch Winsb
6,8;
die gescheffede also krum / Benedictus wol weste Pass
III
227,2;
dú werlt hat krumbes krieges teil [gemeint wohl
ein Kampf unter ungleichen Bedingungen (Anm.Z.St.)]
Marner (W)
7:2,1;
swaz nach disem
willen [Gottes] gerihtet ist, daz ist gereht;
swaz aber da von gechert ist, daz ist chrvmp vnd schedelich vnd vngordent
DvAPatern
120;
da von sint dú reht in allen landen krumb Marner
(W)
7:13,12;
sît daz mich got ûf erden / zeime rihter hât gezelt /
[...] daz ich [...]
sol / die crumben sache slihten KvWSchwanr
657.
411;
KvWKlage
15,4;
eyngheyne krumme vorderinge doyn UrkNiederrh
3,147
(a. 1320);
von Personen:
rîcher got, wie wir nâch êren dô rungen! /
[...] nû krump [...]
die rihter sint! Walth
85,31;
daz fiwer, daz also rihte / und die chrumben voite
slihte StrKD
36,52.
– subst.:
nû teilet an, / daz uns beide wol an stê / und niht krumbes dâ mit
gê Heidin IV
1356
2.1.2
Ggs. sleht (s.a. 3.1–3.4):
[Gawan zu Parzival: ] sô was ez reht: / hiest
krumbiu tumpheit worden sleht Parz
689,26;
dâ von ist daz reht wordn unreht / und daz krumbe ist worden sleht
WälGa
12744;
sin [des Betrügers] wort sint krumb, sin
werk nicht slecht Boner
50,60.
– etw. sî/ wære ~ oder sleht:
der ban sî krump oder sleht, / man sol in fürhten; daz ist reht
Freid
158,2;
waz sî krump ode sleht / und was sî valsch ode wâr / daz solt man
siu [Kinder] lêren gar
WälGa
9248;
hierher oder zu 3.2:
ez wære krump oder sleht, / er gerte sînre
genôze reht Parz
347,23;
nu get dan mit mir [dem
Abt] , / welt ir leben als wir / und halten gar der
regeln reht: / ez si krum oder sleht, / daz sol iuch alles dunken
guͦt Rennew
10964.
– subst.:
er muz wol berichtet / sin [...], des
munt rechte slichtet / döne unde wort, die krummes bar die werden
meister lasen Frl
5:118G,6.
–
krump / krumbez (daz krumbe) sleht machen u.ä., auch
umgekehrt:
daz swert nim du [edler Ritter] vomme
reht, / daz du daz krumbe machest sleht WälGa
7474;
du [Gott] chanst wol chrump sleht machen
Dietr
5655;
liegen triegen hânt daz reht [es ist ihre
Natur] , / si machent krump mit worten sleht
Freid
167,17;
swie vil ir kunt des krumben / mit iwer kunst
machen sleht Ottok
13120;
die valschen zungen hânt daz recht, / si machent krump, daz ê was
slecht Boner
7,48;
wie si verkerend umb das recht / und machent krum das e was
schlecht KvHelmsd
1250;
Ottok
422;
ir sît verkêret alle wîs: /
[...] ir machet ûz dem slehten crump / und
ûz dem crumben wider sleht Tr
9876;
si [Minne] machet sleht
gerihte crump / und die krumben sache sleht KvWTroj
2124;
miet machet krumbes sleht / und krunbet slehtes
reht RvEWh
3613;
ouch wizzet, daz der selbe [ein und
derselbe] man / daz slehte krump machen kan / unde
machet daz krumbe sleht WälGa (W)
13428f.
2.1.3
~ tuon (
~
ist wohl subst., stN.
‘Unrecht’):
hee was so junck ind so domp, / dede hei recht offte krump, / off dede
hei eynichen boesen bale, / he waende dat hei dede waele
KarlGalie
1069;
ich seyn wael, dat man mir krump / ind harde groisse gewalt deit
ebd.
1267
2.2
‘ schlimm, verderblich, schädlich’
schiere müeze ein ende hân mîn kumber, / wand er ist krumb
und ie krumber! SM:UvB
2: 1,10;
ez stêt wol dir, sælig wîp, / sît krumb und krumber /
belang [Sehnsucht] ich nâh dir hân, / daz dîn
zarter lîp / zerfliezze [sich erweichen lasse] ,
sælde mîn SM:Ro
1: 3,10;
ie krumer und ie tumber / wurde lichtt min arbaitt
GTroj
22248;
durch sî [die Geliebte] wil ich
mich ânen / vil missetât, diu mir doch wurde krumber / nach tôde SM:
Tu
2: 8,4;
durch minen willen hat ir / versmeht die boͤse
werlt, / ir vreude und ir vil krummes gelt Erz III
6,604
2.3
‘dunkel, unverständlich, gekünstelt’
mîn tiutsche ist etswâ doch sô krump, / er mac mir lîhte
sîn ze tump, / den ichs niht gâhes bescheide Wh
237,11;
‘tempus atque tempora / et temporis dimidium.’ [Dn
12,7] / diz mohte ûch alle dunken krum, / waz iz gesprochen
wêre / in dûdelîcher mêre? Erlös
6410;
die brief [des Papstes an Kaiser Heinrich] mit
grammaticâ het meisters kunst geblüemet, / daz etlîch pfaffe was sô tump, / dô
diu botschaft quam, daz sie in dûhte krump, / dâ bî manic hôchgelêrter sie hôch
tüemet [rühmt]
Loheng
7579;
slechtiu wort und slecht geticht / diu lobt man in der welt nu nicht. /
wels [wessen] wort krump sint gevlochten, / der
hât nu vast gevochten. / wem slechtiu wort niut nütze sint, / kein nutz er von
den krumben nint Boner
Schlussrede 21. 24
2.4
‘verwickelt, schwierig’
vrouwe Lârîe [...] gebar
[...] einen sun, des âventiure / mir ze wilde
wære, / ze krump und ze swære, / von sô wunderlîcher geschiht / daz ichz mit
mînem getiht / nimmer triuwe errecken Wig
11630
2.5
krumbiu mittewoche
‘Mittwoch vor Ostern’ (vgl. Grotefend, Zeitrechnung 1,110 mit einem
weiteren Urkundenbeleg a. 1261; zu unterschiedlichen Erklärungsversuchen s. DWB
5,2451 und G. Bilfinger, in: Zs. f. dt. Wortforschung 4 [1903], S.
253–256):
an der krunben mittewuchen UrkCorp (WMU)
1109,10.
52,44;
an der crummen mittewochen schribit sente Lucas von der
martyr unsis herren EvBerl
60,6;
daz enhein jude noch jüdin von der krumben mittewuchen nach imbiz unz an
den hohen samstag, daz man die gloggen lütet, sich öugen sol
SchweizId
3,822
(Z. Ratserk.; a. 1319).
– dazu vgl.:
daz aller heriste urscim [=
urschîm
] , / so gemarteret wart min trehtin, /
daz heizet er [der Teufel] ane scrigen / die vil
tumpen leigen, / jouch die mittachen / in der osteren wochen. / si sprechent
daz si crump si ArnoltSieb
59a,7
3
Phras. (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 255f.)
3.1
~ und sleht: zur Bezeichnung einer Gesamtheit ‘alles;
alle’
[Umschreibung für Gott:] der beidiu krump unde sleht /
geschuof Parz
264,26;
daz man dâ bî der erde / mache ein bilde, daz ist reht, /
wan si krump und dar zuo sleht / ûf ir lât werden unde gebirt
RvEBarl
9300;
wær mîn lop gemeine, / [...]
dem wîsen unt dem tumben, / dem slehten und dem krumben Parz
509,20;
er [
der unreine
man
] minnet chrump und sleht StrKD
33,22
3.2
ez sî/ wære ~ oder sleht (reht) u.ä., ‘was auch
immer es sei/ war, unter allen Umständen; alles; alle’
ez were krump oder recht, / er enwolde ritter noch
knech [l. knecht
] . / er hup sich eine
an die vart Herb
18312;
ez sie krum oder slecht [wie immer der Kampf auch
verlaufe] , / sô sult ir blîben bie dem vanen
LivlChr
2530;
ez wære rûch, ez wære blôz, / ez wære krump, ez wære sleht, / daz
nam allez Helmbreht Helmbr
667;
wo ich [der Wolf] by dy gense quam, / waz ich
der mochte erbizze, / daz tet ich wol mit flizze, / si weren krump oder slecht
KgvOdenw
10,25;
waz die vüez möchtin erloufen, / und die hende gekoufen / (ez wære denn
krumb oder slecht), / daz kæm im [dem Bauch] allez
sament recht Boner
60,13
3.3
sprechen, daz krumbe sî sleht
‘lügen, die Wahrheit verdrehen’
er tuot gewalt und unreht / und spricht daz krumbe sî sleht
WälGa
11926
3.4
Sprichw.? (vgl. TPMA 7,214f.):
alsô uil sô dû in
[Gott] minnest, alse reht pistû. wande ein chrumbiz
unde ein rehtiz nefuͦgent sich niemmir TrudHL
19,8
(vgl. TrudHL (O) , Anm.z.St.);
waz krumb ist, daz wirt kûme slecht Boner
71,58
MWB 3,2 646,24; Bearbeiter: Tao
krümpeleht
Adj.
‘krumm, gebogen’, hier übertr., ‘unrechtmäßig’
judisten brechent triuwe und eide / und sint nâchgriffic als ein ar, / wâ in iht
sache wider var / der si geniezen, si sî reht / oder ein wênic krumpeleht
Renner
8558
MWB 3,2 651,6; Bearbeiter: Tao
krumpheit
stF.
‘Verkrümmung’
ein man [...] / het ein krumbez winster bein. / der
selben krumpheit quam er abe / ze sant Francisken grabe LvRegFr
4433
MWB 3,2 651,11; Bearbeiter: Tao
krumplîche
Adv.
‘schief, scheel’
in ungebærden harte groben / crumplîch er daz bilde an sach / sant Niclauses
StNik
463
MWB 3,2 651,15; Bearbeiter: Tao
krumpmûl
stN.
‘krummer, schiefer Mund’, nur als Bestandteil von Personennamen:
ain phvnt geltes, daz [...] ist hern Witegen des
Chrvmpmavles UrkCorp (WMU)
N589,6
(=
N590,37
)
MWB 3,2 651,18; Bearbeiter: Tao
krumpnase
Adj.
‘krumme Nase, flach gedrückte Nase habend’ (vgl. AWB 5,439):
simius: crumpnase, mit geflecter nasen SummHeinr
2:473,270;
simius: crumbnaser ebd.
1:309,577f.
(vgl. Anm.z.St.).
2:7,139
MWB 3,2 651,22; Bearbeiter: Tao
krumpstap
stM.
‘Krummstab’
ein kâsûl was im erkant. / ein krumpstap in sîner hant / hêt
er [der hl. Petrus]
[...]; / [...] ein infel er ob dem
houbt truoc EnikWchr
25378
MWB 3,2 651,27; Bearbeiter: Tao
kruoc
stM.
1
‘Krug’
2 Sternbild, Tierkreiszeichen des Wassermanns (für lat. amphora , vgl. Deschler, Astron. Term., S. 129f.)
1
‘Krug’
ydrie: chvͦge PsM
H 43,4;
anfora: cruͦg VocOpt
10.137;
sehs chruge stainin [
lapideae hydriae
sex Io 2,6]
AvaLJ
59,2;
PrOberalt
34,6;
EvBeh
Io 2,6;
EvBerl
10,27;
einen guldîn kruoc EnikWchr
A II,1492;
ganz der [zerbrochene] kruoc dô wart
Philipp
4448.
4444;
(erotisch:)
sî gap mir ze koufen in dem kruoge, / dâ mit wir der minne schaden büezen
Neidh
WL 5:3,5;
sî schankt mir mit dem kruoge, / daz mir diu kel / wider würde heiter unde hel
Neidh (HW)
49,30.
50,1;
Helbl
1,682.
– als Akk.-Obj. bestimmter Verben:
–
brechen, zerbrechen:
ich brach ir den kruoc, dô sie gienc von dem brunnen
KLD: GvN
30: 2,1;
HlReg
37,4;
er zebrach mir mînen kruoc Neidh
WL 35:6f,7;
KvFuss
2613;
Philipp
4428. 4432.
–
slahen, zerslahen:
di drey gross kruge / slugen si zu stucken gar
HvNstAp
10885;
wer di kruge / alle gar zesluge ebd.
10876.
–
tragen:
daz ich genge / ûf den anger und ich trage krüege
SM:Go
2: 1,6;
Philipp
4424;
EvBerl
60,16
(Lc 22,10);
–
ûz giezen:
den ainen krug er auß goß HvNstAp
9136;
an welhem stain man vint zwai zwinlein oder ain
wazzermensch, daz ainen kruog mit wazzer auzgeuzt BdN
466,34.
–
vüllen, ervüllen:
do hiezze er sechs chruͤg mit wazzer
fuͤllen und wandelot die ze wein [vgl. Io
2,6.9]
PrOberalt
31,8.
34,7.
36,29.
36,34;
fullent die crvge bit wazer doch PassSpM
32;
do die chruͤg erfuͤllet wurden
PrOberalt
36,39.
– in Vergleichen:
bî ime stunden drinne / zwei vaz vil gefûge / als zwêne wênege krûge
En
8308;
einen kolbn er in der hende truoc, / des kiule
grœzer denne ein kruoc Parz
570,6;
daz er ez [das schwere
harnasch
] also ringe truͦg, / als ein wip
treit einen kruͦg / der gar ist wazzers lære Rennew
32060;
der karkær übel ist genuoc, / ûz gemûret als ein kruoc
/ niden und oben enge Ottok
20617;
ez sint in etleichen landen
[...] etleich frawen, die sô grôz kröpf habent, daz
si sich streckent unz auf den nabeln, und der kropf ist sam ain kruog oder sam
ain kürbiz BdN
494,2;
KvMSph
24,6.
– jmdm. bristet/ brichet der ~
, ‘jmd. hat keinen
Erfolg’
wîser liute lêre der bedorfte ich nie sô wol; / swelhen ende ich kêre, /
immer bristet mir der kruoc Neidh
WL 22:3,6;
sweles ende er kerte, / als in der tievil lerte, / so brach im ie der
kruoc Martina
186,87.
– als Bestandteil von Personennamen:
Engelpercht von Chrug UrkCorp (WMU)
2835,17;
Dietrich der Kruͦch ebd.
2738,16;
weitere Belege Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 655.
2
Sternbild, Tierkreiszeichen des Wassermanns (für lat. amphora, vgl.
Deschler, Astron. Term., S. 129f.):
daz ainleft zaichen haizzet der kruk, wanne deu zeit geuzet
denne regenwazzer, reht als ain kruk KvMSph
24,5;
die namen und die ordnung und die zal der himelzaichen die
sint also: wider, ohs, [...] schuͤtzlein, stainpok,
krug [La. wasserman
] , vischlein ebd.
23,4.
der wazzerer [...] maint daz
himelzaichen, daz der kruk haizzet ebd.
35,25.
37,26
MWB 3,2 651,31; Bearbeiter: Tao
kruoge
swM.
auch F.; aus mlat. crocus, crogus EWA 5,830.
‘Safran’ (vgl. Marzell 1,1248ff.):
crocus: cruͦgo, crugo, sitvarwe SummHeinr
2:223,232.
1:187,232.
2:49,294;
dâ wahset inne chruͦge unde fistula unde cynamomum
TrudHL
60,4
(vgl. Ct 4,14);
chruͦge diu hât wîzin sâmen ebd.
60,6;
nardus insolte nieht sîn âne den chruͦgen ebd.
60,22
MWB 3,2 652,25; Bearbeiter: Tao
kruon
M.
ablautend zu →
krane
(vgl. EWA 5,754, Z. 20.27f.).
‘Kranich’
daz ûz eim eie wirt ein hûn, / ein valke, ein lerche, ein vasethûn, / ein
swane, ein pâhe und ein krûn Erlös
60
MWB 3,2 652,32; Bearbeiter: Bohnert
krüpel, krüppel
stM.
auch kro-, kri-.
‘körperlich Behinderter, Krüppel’
wer mir den krippel brenget SalMor
675,5;
ein kruppel ebd.
678,5;
von eime kropele Köditz
95,14;
[...] quam ein arm kropil off zwen krucken zu dem grabe
unde wart gelost von allen sinen gebrechin ebd.
95,24.
94,26;
ein kruppel [...], der hate weder hende noch fuze
HvFritzlHl
62,15.
62,17.
62,18.
62,22
u.ö.;
ain ivncfraw kluͤg vnd schoͤn / was ainem krvͤppel holt
LügenrM
7;
Glossenbelege des 12.–13. Jh.s s. AWB
5,442
MWB 3,2 652,36; Bearbeiter: Tao
krupfei
stM.
‘Masthahn’ (vgl. Pfannmüller, Heidin, S. 146 Anm.):
der sun ahte sîn [seines Vaters] niht umbe ein ei, / wan
als ein voller krupfei / der gât ûf einem tenne, / und ein volkrüpfiu henne / diu niht
mêre geklucken mac, / alsô giengens al den tac, / diu hûsvrouwe unde er, / hôchbrogende
in dem hûse entwer Schlegel
254
MWB 3,2 652,47; Bearbeiter: Tao
krüpfen
swV.
‘den Kropf füllen’, nur als adj. Part.Prät. belegt:
ein volkrüpfiu [La. vol gekrvftiv, vol
gekrupfet
] henne / diu niht mêre geklucken mac Schlegel
(P)
256
MWB 3,2 652,54; Bearbeiter: Tao
krûs
Adj.
‘kraus, gekäuselt, gelockt’
1 von Haaren 2 von Pflanzenblättern, Wolken, Tüchern
1
von Haaren:
brun, krus, lanc was im
[Hector] daz har Herb
3170;
ir har gelich dem golde, / [...] krus
alsam die siden Tannh
4,71;
waz tuoc sîn mänlîcher schîn, / und reide [La.
krusz
] goltvar sîn hâr, / und sîn antlütze klâr?
Georg
3051;
sin hare das was kruß und da bi fal SalMor
318,1.
261,4.
129,4;
Ottok
75487;
ûf sînem gelen krûsen hâr / sîn krône stûnt Crane
2236;
Renner
17388;
so krûsen lok gesach ich vert noch hiure! SM:
Go
4: 2,4.
4: 3,1;
ein stolzer jungelinc, / der an dem hâre mangen rinc / von
krûsen löcken hæte KvWTroj
18879;
Aristotiles spricht, daz die läut und diu tier in den kalten
landen habent gestracktez hâr und langez und oft weizez und hertez, aber in haizen
landen als in môrnlant habent si kraus hâr und swarz BdN
8,3.
– mit Synon. (krisp, krispel, reit):
ir hâr was crispel unde krûs KvWTroj
19908;
si treit krûs hâr, krisp unde gel KLD: WvM
1:1,1;
reide valwes har [...], dabi
kruse TürlArabel
*A 70,13;
goltfar, / raid und krauß HvNstAp
592;
Jüngl
71.
– als Zeichen für bestimmte Charaktereigenschaften:
krus har der hochvart ist gemeit, / auch gesipp ist im die
girickeit Physiogn
125;
sein [des Weisheit Liebenden]
hâr hât ain mittel zwischen vil und wênig, zwischen sleht und kraus, zwischen
weiz und swarz und ist lind BdN
51,6;
aber kraus hâr bedäut kuonhait ebd.
42,32.
– wohl metonym. für die Person:
div kuͤngin von Kandulag, / ich mein die krusen
suͤzen, / sich mit kusses gruͤzen / schiet von der
kuͤnginne TürlArabel
*R 92,3
2
von Pflanzenblättern, Wolken, Tüchern:
des paums pleter sint als ains ölpaums pleter, ân daz si
kräuser sint und spitzelig und ain wênig sinweller wan ains ölpaums pleter
BdN
370,9;
lieht prehend stern auz weizen krausen wolken ebd.
198,18;
vil sydiner tuche [La. tuche die waren
crvz
]
Pass I/II (HSW)
13432
MWB 3,2 652,58; Bearbeiter: Tao
krûse
stF.
‘Lockigkeit (des Haares)’
sîns [Jesu] wolgestalten houbtes hâr / linde was und
brûngevar / und ze guoter mâze lanc, / und was krisp der widerswanc. / von der lenge daz
geschach. / selten manz gestraelet sach, / daz im ze der krûse nit enwar
WvRh
6210
MWB 3,2 653,31; Bearbeiter: Tao
krûse
swstF.
vgl. →
kriuselîn
.
‘Krug, Trinkgefäß’
der ein klein krusen stiesse in das grundelose mer
Tauler
153,1;
toufe der kelche vnd der kruse [
baptismata calicum et
urceorum Mc 7,4] vnd der erenen vaz vnd der betten
BiblMK
292.
293
(Mc 7,8);
swer auch die trinkvaz bricht in den winhoͤfen, ez sin
glas, becher oder krusen, clein oder groͤz, der sol fur ieglichez geben 4
#(pfennig) WüP
55,3
MWB 3,2 653,37; Bearbeiter: Tao
krüseln
swV.
vgl. →
kriuselen
.
‘kitzeln, jucken’
nach ir ez [
daz hertze
]
girlich zabelt; / ez wimelt und kruselt Minneb
2369
MWB 3,2 653,45; Bearbeiter: Tao
krûsp
Adj.
Ableitung zu krûs mit verstärkendem -p (DWB 5,2103) oder
Kontamination von →
krûs
und →
krisp
(Paul, Prinzipien, S. 161).
‘kraus, gekräuselt, gelockt, nicht glatt’
– vom Kopfhaar:
wol gewunden was sin loc, / gele vare crusp har
Herb
18294;
swartz und crusp [Laa. cruse,
crisp
] ist sin har, / mit grawen locken underschart
Pass I/II (HSW)
31776;
einer der da cruspis har / treit uf sime houbte clar
Daniel
4851;
her hât swarz hâr und kruisp HvFritzlHl
184,31;
ir houbet val [La. ir cruspē
locke
] wîz ir kel Heidin I
921;
der schach der trug offinbar / lanc krusp gewundin har PfzdHech
338,28;
MarcoPolo
70,3.
– vom Pferdeschweif:
der zcagel [des Pferdes] was eyner var, /
crusp [La. crisp
] und swartz als eyn pech
En (FSch)
5265.
– von Gerstenblatt:
gerste lusteclich uf gat, / grune, crusp, breit ist ir blat
Daniel
2308.
– von gefältelter Kopfbinde der Frauen:
ouch ensullin nicht tragin keyne brute odir keine andire frauwen cruspe
gebende guldin [
vittas crispas aureas
] ,
silbern, bla, grune odir rot, sundern eynveldig gel vnd cruspwiz
[
glaucas simplices et albas crispas
]
mogin sie wole trage StRMühlh
45.
– von einer Speise in Morchelform:
walkez [die gebratene Mischung (aus Hackfleisch,
Mehl, Gewürzen usw.)] sinewel in der hant vnd fuͤge ez
vͤmme den spiz [Spieß] als ein
marach [Morchel] vnd zwengez vzzene, daz ez krusp si
[kraus (wie die Form einer Morchel), vgl. M. Lemmer / E.-L.
Schulz, Die lêre von der kocherie, Leipzig 1980, S.
49]
BvgSp
23
MWB 3,2 653,48; Bearbeiter: Tao
kruspel
swF.
‘Knorpel’
der negel nâtûr ist ein mitel zwischen dem pain und der
kruspeln, wan der nagel ist waicher dan ain pain und ist herter dan ain kruspel
BdN
21,16;
epiglotis [ist] gesament
[...] auz drein kruspeln ebd.
17,24.
18,25.
137,4.
252,22
MWB 3,2 654,15; Bearbeiter: Tao
krûspelëht
Adj.
‘kraus, lockig’, vom Kopfhaar:
mîn schopfil wêre grôz / mit cruspelechtin endin
NvJer
18930(S. 521)
MWB 3,2 654,21; Bearbeiter: Tao
kruspelisch
Adj.
‘knorpelig’
der hals ist auz kruspelischem flaisch gemacht aller maist
inwendich BdN
18,33
MWB 3,2 654,24; Bearbeiter: Tao
kruspellich
Adj.
‘knorpelig’
under allen tiern habent pfärt und rinder und hirz kruspelleicheu
pain in irn herzen, daz ist umb ir grœzen, daz sich ir herz dester paz enthalten
müg, reht als die kruspeln in andern glidern ain gruntvest sint BdN
137,2
MWB 3,2 654,27; Bearbeiter: Tao |