Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   krumbrôt - kruspellich    


krumbrôt stN. ‘Krummbrot’, eine gewundene Brotform, als Abgabe (s. Heyne, Hausaltertümer 2,276 Anm. 66b): liverworste gherostet [...] oblatas et crumbrod [La. crumbrot ] UrkMerseb 1068 (a. 1332, kopial)

MWB 3,2 646,11; Bearbeiter: Gärtner

krümbunge stF. ‘Verkrümmung’ so geschehent da von starrung der hent unnd fueß, krummunge der gelider, zitterunge des leibes, auftueunge des mundes HvHürnh 28,17

MWB 3,2 646,16; Bearbeiter: Plate

krûme stF. ‘Brotkrume, Krümel’ von den krumen di vallent von dem tysche irer herren BiblMK 275. 293; er gerte [...] sat werden von den crumen, / [...] die dem tische vilen ab / des richen. Daniel 4943

MWB 3,2 646,20; Bearbeiter: Plate

krump Adj. auch krum, vereinzelt krumph ( TvKulm ). 1 ‘ krumm, nicht gerade, uneben, gebogen; verkrüppelt, lahm’
1.1 von Sachen
1.1.1 allg.
1.1.2 von Wegen: ‘gewunden’
1.1.3 krumber stap , ‘Hirtenstab’
1.1.4 der krumbe reie , eine bestimmte Art von Reigentanz, vgl. dazu Schultz, Höf. Leben 1,545f. und Harding, Dancing Terms, S. 131–133
1.1.5 krumbez horn , ein Blasinstrument, ‘Krummhorn’ ? (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 182f.)
1.1.6 der krumbe stuol , Gericht des Trierer Domkapitels (DRW 8,14)
1.2 von Menschen
1.3 von menschl. und tierischen Körperteilen, Gliedmaßen
2 übertr.
2.1 ‘verkehrt, nicht richtig, unrecht, ungerecht’ u.ä.
2.1.1 allg.
2.1.2 Ggs. sleht (s.a. 3.1–3.4 )
2.1.3 ~ tuon ( ~ ist wohl subst., stN. ‘Unrecht’ )
2.2 ‘ schlimm, verderblich, schädlich’
2.3 ‘dunkel, unverständlich, gekünstelt’
2.4 ‘verwickelt, schwierig’
2.5 krumbiu mittewoche ‘Mittwoch vor Ostern’ (vgl. Grotefend, Zeitrechnung 1,110 mit einem weiteren Urkundenbeleg a. 1261; zu unterschiedlichen Erklärungsversuchen s. DWB 5,2451 und G. Bilfinger, in: Zs. f. dt. Wortforschung 4 [1903], S. 253–256 )
3 Phras. (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 255f.)
3.1 ~ und sleht : zur Bezeichnung einer Gesamtheit ‘alles; alle’
3.2 ez sî/  wære ~ oder sleht (reht) u.ä., ‘was auch immer es sei/  war, unter allen Umständen; alles; alle’
3.3 sprechen, daz krumbe sî sleht ‘lügen, die Wahrheit verdrehen’
3.4 Sprichw.? (vgl. TPMA 7,214f.)
   1 ‘ krumm, nicht gerade, uneben, gebogen; verkrüppelt, lahm’    1.1 von Sachen:    1.1.1 allg.: enmitten stuont ein krumbiu sûl, / diu was des swachen hûses kraft Eracl 2202; ich ne wil die uurech [Furchen] nicht chrump machen [vgl. Lc 9,62, zum Verständnis Kartschoke, Rol. Anm.z.St.] Rol 1075; eyn crvmb aych [Eiche] UrkCorp (WMU) 462,5; ein krumb holtz slichten Tauler 343,19; tûsent rotumbes / sleht, ir neheiniu krumbes [alle straff bespannt] Wh 400,18; sint si beide wurden crumph, / di swert, und ouch also stumph TvKulm 4085; ain krump wunden [...], daz ist ain dreiekot wunden BdN 283,2; [die Geometrie] sleht rûch krump und eben / kurz lanc breit smal hôch tief mit mâze wisset KLD: Kzl 16: 10,11; der einen stapschaft sihet gestôzenen in ein wazzer, den dunket der stap krump [abgeknickt] sîn, aleine er gar reht sî Eckh 5: 60,15. – in Vergleichen: mit scharpfen clâwen michel, / die stuonden sam ein sichel / krump unde wâren spitzic KvWTroj 9809; gewalt ist ûf der strâze michel, / gerihtes hât man sich verschamt, / daz reht stât crumber danne ein sichel, / frid und genâde sint erlamt KvWLd 2,49; ez ist niht krump alsô der boge, / diz mære ist wâr unde sleht Parz 805,14    1.1.2 von Wegen: ‘gewunden’ reflexos [...] calles: chrumpe [...] stîge PsM H 74,11; krumbe wege die gênt bî [verlaufen neben] allen strâzen Walth 113,25; und fuͦrt in [...] hin einen krumben weg in ein loch under der erde Seuse 112,13; der fuhs selten rehte weg lauf, er lauf beseits und krumme weg BdN 164,4; krumb widerlöufe Hadam 406,3. – übertr.: pei dem weien [der Weihe (Vogel)] verstên ich den sünder, der ist küen zuo allen kranken werken [...]. [...] der sündær hât krum flügel ze fliegen all krum weg BdN 204,32; ir hant hie dise unterscheide wol gehoͤrt, ob ir es bruͤfen wellent oder [l. ob, vgl. Tauler (C) 1: 78,8 ] ir den rechten [Weg der Tugend] oder den krumben weg gont Tauler 168,7    1.1.3 krumber stap, ‘Hirtenstab’ die heirti sal och volgi [dem Hilferuf] mit sinir cuilin [Keule] undi mit siemi crummin stabi undi sal diz vie lazi ste Mühlh 109,16. – spez. ‘Krummstab, Bischofsstab’ (vgl. → krumpstap ): manigen bischof man da sach / under den infelen mit chrumben staben Serv 465; prîmâten mit ir crumben steben RvZw 170,10. 224,10; bischof, [...] úwer krumber stab, der ist gewahsen z’einem langen sper Marner (W) 4:2,13; die pfaffenfürsten sint ir wirde ein teil beroubet. vür infel helm, vür krumbe stebe slehte spieze und sper, / vür stôlen swert, vür albe ein plat sint in erloubet KLD: Kzl 3: 1,2; Helbl 8,1100. – metonym. für einen Bischof (oder hohen Geistlichen): dar chômen zewâre / patriarche und kardenâle, / dar chômen ainlef hundert crumber stabe Kchr 8494; geistlich gebærde unt vleischlich leben, / swâ diu zwei lûzent under infeln unt bî crumben steben, / dâ suoche ein wol versunnen keiser einen glîhsenære bî RvZw 141,5; dâ was manic krumber stap, / dô diu hîrât geschach Mai 87,4    1.1.4 der krumbe reie, eine bestimmte Art von Reigentanz, vgl. dazu Schultz, Höf. Leben 1,545f. und Harding, Dancing Terms, S. 131–133: hiuwer, dô diu kint ir vröuden phlâgen, / dô spranc er den krumben reien an ir wîzen hant Neidh WL 26:6,2. WL 34:6,6; dô sî den krumben reien ûf dem anger trat ebd. WL 18:4,2; bî dem krumben reien ebd. WL 31:4,14    1.1.5 krumbez horn, ein Blasinstrument, ‘Krummhorn’? (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 182f.): di pusawn vor im hal, / mit seinem krumpen horen [La. sumber pfeiffen krumpe horn ] / furt der herre wol geporen HvNstAp 18807    1.1.6 der krumbe stuol, Gericht des Trierer Domkapitels (DRW 8,14): wan die scheffen zu Witlich auch nit wyss weren, sullen sie fort faren zu Trier ain den krumen stuel, vnd was in da wirt vor ortel, sullen sie her heim brengen vnd nit vber nacht bei in zubehalten, alles vff der partheien kosten WeistGr 2,327 (a. 1315)    1.2 von Menschen: einin crumbin man Roth 3156; EnikWchr 25203; ein wib, di achzen iar / crump [vgl. incurvata PL 198, 1586A] was gewest HistAE 6069; Tauler 360,4; ich was chrump als ein sichel, / mir was ein hover michel / dâ ze den schultern ûz gebogen, / hals und ahsel nider gezogen KvHeimUrst 585; kranch des libes vnd krump [ clauda ] sie lac Albert 1188; nu muoz ich chrump unde lam / mîn leben alsô trîben hin KvFuss 934; ein kint [...], / daz der nâtûren ungevûc / crum ê geschûf an der geburt NvJer 22092; niemam inis halz noch crump / he ne wrde sciere gesunt / gerorde in die koningin / mit deme goden steine min Roth 3150; die da warin lideschart, / hovirot, blint oder crump / oder in toubin sinnin tump RvEWchr 12720. – im Bild eines ohne Stütze wachsenden Baumes: selbwahsen kint, dû bist ze krump, / sît nieman dich gerihten mac Walth 101,23 (vgl. Schweikle, Walth. ²1,461); im Sinne einer unangemesssenen Haltung des Körpers: manick edel kneht ist so tump, / daz er stet vor sinem herren krump, / uf einem beine und mit dem rucke Jüngl 56. ~ an einem Körperteil: ein juncfröuwelîn / [...], / diu was krump an den henden / und in den liden allen enden LvRegFr 4441. 4448. 4500; der was an beiden füezen krump EnikWchr 25179; an henden und an füezen / ist er krump unde lam Ottok 46871. – subst.: er half der wazersuhte, die chrumben er rihte AvaLJ 86,3; er hiez [...] die armen krumben rehte gân RvEBarl 2740; Roth 3231; WernhMl 7556. 7842; die sîchin unti die crumbe Anno 45,15; Erz III 36,77; di chrumben unt di halzen VEzzo 213; so rüeff di armen, di lamen, di chrvmben [ claudos Lc 14,13] , di blinden EvAug 174,10. 175,8    1.3 von menschl. und tierischen Körperteilen, Gliedmaßen: sô krump wâren sîniu lider, / des muost er ligen darnider LvRegFr 4495; (Beteuerung:) so mussen meyne gelider / werden krump und ungesunt, / ob ich nicht kam sotzestund / wan [sobald] ich ledig werden mag HvNstAp 13563; vellet eyn mensche, alzo dat eme dy halz krum wertt vnde nicht mach spreken OvBaierl 154,1; ouch wart er [...] / in eine hant sô sêre wunt / daz er einen krumben vinger gwan GFrau 1193; Aristotiles spricht, ez sint vil vogel [Greifvögel] krummer vinger, die wênig airent [Eier legen] BdN 195,1; wem aber die arm krump sint, daz bedäut ainen vorchtigen und ainen pœsen menschen ebd. 48,18; einen lamen man [...] : / deme waren die bein crump / vn̄ sine arme ungesunt Ägidius 1474; wolgetan bein und da bie sleht, / der sin zu tugende ist gereht. / ie schelher und ie kruͤmmer / die sint der tugent ie tuͤmmer Physiogn 355. – in der Beschreibung der weiblichen Schönheit: diu Sælde hêt si besezzen. / ir ôren wârn ze rehte gar, / als si wæren erwünschet dar, / von liehtvarwer wîze, / nâch dem gotes vlîze / beidiu krump unde hol Wig 889; ir [der Augen Marias] brawen brun und wol gelich, / krumb ain wenig úbersich [ein wenig nach oben gewölbt] WernhMl 966; niht hoverehte noch ze krump / geschepfet was ir [der Nase von Helena] forme glast KvWTroj 19938. – vom schiefen, missgünstigen Blick der Augen: nît und zorn machent dicke / vil trüeben muot und krumbe blicke WälGa 684; minne, got müeze mich an dir rechen! / [...] und möhte ich dir dîn krumbez ouge ûz gestechen, / des het ich reht, wan du vil lützel endest MF:Hausen 15:4,3    2 übertr.    2.1 ‘verkehrt, nicht richtig, unrecht, ungerecht’ u.ä.    2.1.1 allg.: du valscher man, [...] / wie uns din gekose / [...] krumme lere schowen lie Pass III 658,59; der hêrren lêre ist leider krump, / dâ von ist witze worden tump Freid 72,23; in duchte sin [Silversters] antwurte krum Pass III 77,36; krump ere [nimmt vorangehendes gelogen unde unvurdienetiz lob auf] Stolle (Z) 96:J.27,5; sint guot ir [der Geistlichen] wort, ir werc ze krump, / sô volge dû ir worten nâch Winsb 6,8; die gescheffede also krum / Benedictus wol weste Pass III 227,2; dú werlt hat krumbes krieges teil [gemeint wohl ein Kampf unter ungleichen Bedingungen (Anm.Z.St.)] Marner (W) 7:2,1; swaz nach disem willen [Gottes] gerihtet ist, daz ist gereht; swaz aber da von gechert ist, daz ist chrvmp vnd schedelich vnd vngordent DvAPatern 120; da von sint dú reht in allen landen krumb Marner (W) 7:13,12; sît daz mich got ûf erden / zeime rihter hât gezelt / [...] daz ich [...] sol / die crumben sache slihten KvWSchwanr 657. 411; KvWKlage 15,4; eyngheyne krumme vorderinge doyn UrkNiederrh 3,147 (a. 1320); von Personen: rîcher got, wie wir nâch êren dô rungen! / [...] nû krump [...] die rihter sint! Walth 85,31; daz fiwer, daz also rihte / und die chrumben voite slihte StrKD 36,52. – subst.: nû teilet an, / daz uns beide wol an stê / und niht krumbes dâ mit gê Heidin IV 1356    2.1.2 Ggs. sleht (s.a. 3.1–3.4): [Gawan zu Parzival: ] sô was ez reht: / hiest krumbiu tumpheit worden sleht Parz 689,26; dâ von ist daz reht wordn unreht / und daz krumbe ist worden sleht WälGa 12744; sin [des Betrügers] wort sint krumb, sin werk nicht slecht Boner 50,60. – etw. sî/  wære ~ oder sleht: der ban sî krump oder sleht, / man sol in fürhten; daz ist reht Freid 158,2; waz sî krump ode sleht / und was sî valsch ode wâr / daz solt man siu [Kinder] lêren gar WälGa 9248; hierher oder zu 3.2: ez wære krump oder sleht, / er gerte sînre genôze reht Parz 347,23; nu get dan mit mir [dem Abt] , / welt ir leben als wir / und halten gar der regeln reht: / ez si krum oder sleht, / daz sol iuch alles dunken guͦt Rennew 10964. – subst.: er muz wol berichtet / sin [...], des munt rechte slichtet / döne unde wort, die krummes bar die werden meister lasen Frl 5:118G,6. krump / krumbez (daz krumbe) sleht machen u.ä., auch umgekehrt: daz swert nim du [edler Ritter] vomme reht, / daz du daz krumbe machest sleht WälGa 7474; du [Gott] chanst wol chrump sleht machen Dietr 5655; liegen triegen hânt daz reht [es ist ihre Natur] , / si machent krump mit worten sleht Freid 167,17; swie vil ir kunt des krumben / mit iwer kunst machen sleht Ottok 13120; die valschen zungen hânt daz recht, / si machent krump, daz ê was slecht Boner 7,48; wie si verkerend umb das recht / und machent krum das e was schlecht KvHelmsd 1250; Ottok 422; ir sît verkêret alle wîs: / [...] ir machet ûz dem slehten crump / und ûz dem crumben wider sleht Tr 9876; si [Minne] machet sleht gerihte crump / und die krumben sache sleht KvWTroj 2124; miet machet krumbes sleht / und krunbet slehtes reht RvEWh 3613; ouch wizzet, daz der selbe [ein und derselbe] man / daz slehte krump machen kan / unde machet daz krumbe sleht WälGa (W) 13428f.    2.1.3 ~ tuon ( ~ ist wohl subst., stN. ‘Unrecht’): hee was so junck ind so domp, / dede hei recht offte krump, / off dede hei eynichen boesen bale, / he waende dat hei dede waele KarlGalie 1069; ich seyn wael, dat man mir krump / ind harde groisse gewalt deit ebd. 1267    2.2 ‘ schlimm, verderblich, schädlich’ schiere müeze ein ende hân mîn kumber, / wand er ist krumb und ie krumber! SM:UvB 2: 1,10; ez stêt wol dir, sælig wîp, / sît krumb und krumber / belang [Sehnsucht] ich nâh dir hân, / daz dîn zarter lîp / zerfliezze [sich erweichen lasse] , sælde mîn SM:Ro 1: 3,10; ie krumer und ie tumber / wurde lichtt min arbaitt GTroj 22248; durch sî [die Geliebte] wil ich mich ânen / vil missetât, diu mir doch wurde krumber / nach tôde SM: Tu 2: 8,4; durch minen willen hat ir / versmeht die boͤse werlt, / ir vreude und ir vil krummes gelt Erz III 6,604    2.3 ‘dunkel, unverständlich, gekünstelt’ mîn tiutsche ist etswâ doch sô krump, / er mac mir lîhte sîn ze tump, / den ichs niht gâhes bescheide Wh 237,11; ‘tempus atque tempora / et temporis dimidium.’ [Dn 12,7] / diz mohte ûch alle dunken krum, / waz iz gesprochen wêre / in dûdelîcher mêre? Erlös 6410; die brief [des Papstes an Kaiser Heinrich] mit grammaticâ het meisters kunst geblüemet, / daz etlîch pfaffe was sô tump, / dô diu botschaft quam, daz sie in dûhte krump, / dâ bî manic hôchgelêrter sie hôch tüemet [rühmt] Loheng 7579; slechtiu wort und slecht geticht / diu lobt man in der welt nu nicht. / wels [wessen] wort krump sint gevlochten, / der hât nu vast gevochten. / wem slechtiu wort niut nütze sint, / kein nutz er von den krumben nint Boner Schlussrede 21. 24    2.4 ‘verwickelt, schwierig’ vrouwe Lârîe [...] gebar [...] einen sun, des âventiure / mir ze wilde wære, / ze krump und ze swære, / von sô wunderlîcher geschiht / daz ichz mit mînem getiht / nimmer triuwe errecken Wig 11630    2.5 krumbiu mittewoche ‘Mittwoch vor Ostern’ (vgl. Grotefend, Zeitrechnung 1,110 mit einem weiteren Urkundenbeleg a. 1261; zu unterschiedlichen Erklärungsversuchen s. DWB 5,2451 und G. Bilfinger, in: Zs. f. dt. Wortforschung 4 [1903], S. 253–256): an der krunben mittewuchen UrkCorp (WMU) 1109,10. 52,44; an der crummen mittewochen schribit sente Lucas von der martyr unsis herren EvBerl 60,6; daz enhein jude noch jüdin von der krumben mittewuchen nach imbiz unz an den hohen samstag, daz man die gloggen lütet, sich öugen sol SchweizId 3,822 (Z. Ratserk.; a. 1319). – dazu vgl.: daz aller heriste urscim [= urschîm ] , / so gemarteret wart min trehtin, / daz heizet er [der Teufel] ane scrigen / die vil tumpen leigen, / jouch die mittachen / in der osteren wochen. / si sprechent daz si crump si ArnoltSieb 59a,7    3 Phras. (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 255f.)    3.1 ~ und sleht: zur Bezeichnung einer Gesamtheit ‘alles; alle’ [Umschreibung für Gott:] der beidiu krump unde sleht / geschuof Parz 264,26; daz man dâ bî der erde / mache ein bilde, daz ist reht, / wan si krump und dar zuo sleht / ûf ir lât werden unde gebirt RvEBarl 9300; wær mîn lop gemeine, / [...] dem wîsen unt dem tumben, / dem slehten und dem krumben Parz 509,20; er [ der unreine man ] minnet chrump und sleht StrKD 33,22    3.2 ez sî/  wære ~ oder sleht (reht) u.ä., ‘was auch immer es sei/  war, unter allen Umständen; alles; alle’ ez were krump oder recht, / er enwolde ritter noch knech [l. knecht ] . / er hup sich eine an die vart Herb 18312; ez sie krum oder slecht [wie immer der Kampf auch verlaufe] , / sô sult ir blîben bie dem vanen LivlChr 2530; ez wære rûch, ez wære blôz, / ez wære krump, ez wære sleht, / daz nam allez Helmbreht Helmbr 667; wo ich [der Wolf] by dy gense quam, / waz ich der mochte erbizze, / daz tet ich wol mit flizze, / si weren krump oder slecht KgvOdenw 10,25; waz die vüez möchtin erloufen, / und die hende gekoufen / (ez wære denn krumb oder slecht), / daz kæm im [dem Bauch] allez sament recht Boner 60,13    3.3 sprechen, daz krumbe sî sleht ‘lügen, die Wahrheit verdrehen’ er tuot gewalt und unreht / und spricht daz krumbe sî sleht WälGa 11926    3.4 Sprichw.? (vgl. TPMA 7,214f.): alsô uil sô dû in [Gott] minnest, alse reht pistû. wande ein chrumbiz unde ein rehtiz nefuͦgent sich niemmir TrudHL 19,8 (vgl. TrudHL (O) , Anm.z.St.); waz krumb ist, daz wirt kûme slecht Boner 71,58

MWB 3,2 646,24; Bearbeiter: Tao

krümpeleht Adj. ‘krumm, gebogen’, hier übertr., ‘unrechtmäßig’ judisten brechent triuwe und eide / und sint nâchgriffic als ein ar, / wâ in iht sache wider var / der si geniezen, si sî reht / oder ein wênic krumpeleht Renner 8558

MWB 3,2 651,6; Bearbeiter: Tao

krumpheit stF. ‘Verkrümmung’ ein man [...] / het ein krumbez winster bein. / der selben krumpheit quam er abe / ze sant Francisken grabe LvRegFr 4433

MWB 3,2 651,11; Bearbeiter: Tao

krumplîche Adv. ‘schief, scheel’ in ungebærden harte groben / crumplîch er daz bilde an sach / sant Niclauses StNik 463

MWB 3,2 651,15; Bearbeiter: Tao

krumpmûl stN. ‘krummer, schiefer Mund’, nur als Bestandteil von Personennamen: ain phvnt geltes, daz [...] ist hern Witegen des Chrvmpmavles UrkCorp (WMU) N589,6 (= N590,37 )

MWB 3,2 651,18; Bearbeiter: Tao

krumpnase Adj. ‘krumme Nase, flach gedrückte Nase habend’ (vgl. AWB 5,439): simius: crumpnase, mit geflecter nasen SummHeinr 2:473,270; simius: crumbnaser ebd. 1:309,577f. (vgl. Anm.z.St.). 2:7,139

MWB 3,2 651,22; Bearbeiter: Tao

krumpstap stM. ‘Krummstab’ ein kâsûl was im erkant. / ein krumpstap in sîner hant / hêt er [der hl. Petrus] [...]; / [...] ein infel er ob dem houbt truoc EnikWchr 25378

MWB 3,2 651,27; Bearbeiter: Tao

kruoc stM. 1 ‘Krug’
2 Sternbild, Tierkreiszeichen des Wassermanns (für lat. amphora , vgl. Deschler, Astron. Term., S. 129f.)
   1 ‘Krug’ ydrie: chvͦge PsM H 43,4; anfora: cruͦg VocOpt 10.137; sehs chruge stainin [ lapideae hydriae sex Io 2,6] AvaLJ 59,2; PrOberalt 34,6; EvBeh Io 2,6; EvBerl 10,27; einen guldîn kruoc EnikWchr A II,1492; ganz der [zerbrochene] kruoc dô wart Philipp 4448. 4444; (erotisch:) sî gap mir ze koufen in dem kruoge, / dâ mit wir der minne schaden büezen Neidh WL 5:3,5; sî schankt mir mit dem kruoge, / daz mir diu kel / wider würde heiter unde hel Neidh (HW) 49,30. 50,1; Helbl 1,682. – als Akk.-Obj. bestimmter Verben: brechen, zerbrechen: ich brach ir den kruoc, dô sie gienc von dem brunnen KLD: GvN 30: 2,1; HlReg 37,4; er zebrach mir mînen kruoc Neidh WL 35:6f,7; KvFuss 2613; Philipp 4428. 4432. slahen, zerslahen: di drey gross kruge / slugen si zu stucken gar HvNstAp 10885; wer di kruge / alle gar zesluge ebd. 10876. tragen: daz ich genge / ûf den anger und ich trage krüege SM:Go 2: 1,6; Philipp 4424; EvBerl 60,16 (Lc 22,10); ûz giezen: den ainen krug er auß goß HvNstAp 9136; an welhem stain man vint zwai zwinlein oder ain wazzermensch, daz ainen kruog mit wazzer auzgeuzt BdN 466,34. vüllen, ervüllen: do hiezze er sechs chruͤg mit wazzer fuͤllen und wandelot die ze wein [vgl. Io 2,6.9] PrOberalt 31,8. 34,7. 36,29. 36,34; fullent die crvge bit wazer doch PassSpM 32; do die chruͤg erfuͤllet wurden PrOberalt 36,39. – in Vergleichen: bî ime stunden drinne / zwei vaz vil gefûge / als zwêne wênege krûge En 8308; einen kolbn er in der hende truoc, / des kiule grœzer denne ein kruoc Parz 570,6; daz er ez [das schwere harnasch ] also ringe truͦg, / als ein wip treit einen kruͦg / der gar ist wazzers lære Rennew 32060; der karkær übel ist genuoc, / ûz gemûret als ein kruoc / niden und oben enge Ottok 20617; ez sint in etleichen landen [...] etleich frawen, die sô grôz kröpf habent, daz si sich streckent unz auf den nabeln, und der kropf ist sam ain kruog oder sam ain kürbiz BdN 494,2; KvMSph 24,6. – jmdm. bristet/  brichet der ~ , ‘jmd. hat keinen Erfolg’ wîser liute lêre der bedorfte ich nie sô wol; / swelhen ende ich kêre, / immer bristet mir der kruoc Neidh WL 22:3,6; sweles ende er kerte, / als in der tievil lerte, / so brach im ie der kruoc Martina 186,87. – als Bestandteil von Personennamen: Engelpercht von Chrug UrkCorp (WMU) 2835,17; Dietrich der Kruͦch ebd. 2738,16; weitere Belege Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 655.    2 Sternbild, Tierkreiszeichen des Wassermanns (für lat. amphora, vgl. Deschler, Astron. Term., S. 129f.): daz ainleft zaichen haizzet der kruk, wanne deu zeit geuzet denne regenwazzer, reht als ain kruk KvMSph 24,5; die namen und die ordnung und die zal der himelzaichen die sint also: wider, ohs, [...] schuͤtzlein, stainpok, krug [La. wasserman ] , vischlein ebd. 23,4. der wazzerer [...] maint daz himelzaichen, daz der kruk haizzet ebd. 35,25. 37,26

MWB 3,2 651,31; Bearbeiter: Tao

kruoge swM. auch F.; aus mlat. crocus, crogus EWA 5,830. ‘Safran’ (vgl. Marzell 1,1248ff.): crocus: cruͦgo, crugo, sitvarwe SummHeinr 2:223,232. 1:187,232. 2:49,294; dâ wahset inne chruͦge unde fistula unde cynamomum TrudHL 60,4 (vgl. Ct 4,14); chruͦge diu hât wîzin sâmen ebd. 60,6; nardus insolte nieht sîn âne den chruͦgen ebd. 60,22

MWB 3,2 652,25; Bearbeiter: Tao

kruon M. ablautend zu → krane (vgl. EWA 5,754, Z. 20.27f.). ‘Kranich’ daz ûz eim eie wirt ein hûn, / ein valke, ein lerche, ein vasethûn, / ein swane, ein pâhe und ein krûn Erlös 60

MWB 3,2 652,32; Bearbeiter: Bohnert

krüpel, krüppel stM. auch kro-, kri-. ‘körperlich Behinderter, Krüppel’ wer mir den krippel brenget SalMor 675,5; ein kruppel ebd. 678,5; von eime kropele Köditz 95,14; [...] quam ein arm kropil off zwen krucken zu dem grabe unde wart gelost von allen sinen gebrechin ebd. 95,24. 94,26; ein kruppel [...], der hate weder hende noch fuze HvFritzlHl 62,15. 62,17. 62,18. 62,22 u.ö.; ain ivncfraw kluͤg vnd schoͤn / was ainem krvͤppel holt LügenrM 7; Glossenbelege des 12.–13. Jh.s s. AWB 5,442

MWB 3,2 652,36; Bearbeiter: Tao

krupfei stM. ‘Masthahn’ (vgl. Pfannmüller, Heidin, S. 146 Anm.): der sun ahte sîn [seines Vaters] niht umbe ein ei, / wan als ein voller krupfei / der gât ûf einem tenne, / und ein volkrüpfiu henne / diu niht mêre geklucken mac, / alsô giengens al den tac, / diu hûsvrouwe unde er, / hôchbrogende in dem hûse entwer Schlegel 254

MWB 3,2 652,47; Bearbeiter: Tao

krüpfen swV. ‘den Kropf füllen’, nur als adj. Part.Prät. belegt: ein volkrüpfiu [La. vol gekrvftiv, vol gekrupfet ] henne / diu niht mêre geklucken mac Schlegel (P) 256

MWB 3,2 652,54; Bearbeiter: Tao

krûs Adj. ‘kraus, gekäuselt, gelockt’ 1 von Haaren
2 von Pflanzenblättern, Wolken, Tüchern
   1 von Haaren: brun, krus, lanc was im [Hector] daz har Herb 3170; ir har gelich dem golde, / [...] krus alsam die siden Tannh 4,71; waz tuoc sîn mänlîcher schîn, / und reide [La. krusz ] goltvar sîn hâr, / und sîn antlütze klâr? Georg 3051; sin hare das was kruß und da bi fal SalMor 318,1. 261,4. 129,4; Ottok 75487; ûf sînem gelen krûsen hâr / sîn krône stûnt Crane 2236; Renner 17388; so krûsen lok gesach ich vert noch hiure! SM: Go 4: 2,4. 4: 3,1; ein stolzer jungelinc, / der an dem hâre mangen rinc / von krûsen löcken hæte KvWTroj 18879; Aristotiles spricht, daz die läut und diu tier in den kalten landen habent gestracktez hâr und langez und oft weizez und hertez, aber in haizen landen als in môrnlant habent si kraus hâr und swarz BdN 8,3. – mit Synon. (krisp, krispel, reit): ir hâr was crispel unde krûs KvWTroj 19908; si treit krûs hâr, krisp unde gel KLD: WvM 1:1,1; reide valwes har [...], dabi kruse TürlArabel *A 70,13; goltfar, / raid und krauß HvNstAp 592; Jüngl 71. – als Zeichen für bestimmte Charaktereigenschaften: krus har der hochvart ist gemeit, / auch gesipp ist im die girickeit Physiogn 125; sein [des Weisheit Liebenden] hâr hât ain mittel zwischen vil und wênig, zwischen sleht und kraus, zwischen weiz und swarz und ist lind BdN 51,6; aber kraus hâr bedäut kuonhait ebd. 42,32. – wohl metonym. für die Person: div kuͤngin von Kandulag, / ich mein die krusen suͤzen, / sich mit kusses gruͤzen / schiet von der kuͤnginne TürlArabel *R 92,3    2 von Pflanzenblättern, Wolken, Tüchern: des paums pleter sint als ains ölpaums pleter, ân daz si kräuser sint und spitzelig und ain wênig sinweller wan ains ölpaums pleter BdN 370,9; lieht prehend stern auz weizen krausen wolken ebd. 198,18; vil sydiner tuche [La. tuche die waren crvz ] Pass I/II (HSW) 13432

MWB 3,2 652,58; Bearbeiter: Tao

krûse stF. ‘Lockigkeit (des Haares)’ sîns [Jesu] wolgestalten houbtes hâr / linde was und brûngevar / und ze guoter mâze lanc, / und was krisp der widerswanc. / von der lenge daz geschach. / selten manz gestraelet sach, / daz im ze der krûse nit enwar WvRh 6210

MWB 3,2 653,31; Bearbeiter: Tao

krûse swstF. vgl. → kriuselîn . ‘Krug, Trinkgefäß’ der ein klein krusen stiesse in das grundelose mer Tauler 153,1; toufe der kelche vnd der kruse [ baptismata calicum et urceorum Mc 7,4] vnd der erenen vaz vnd der betten BiblMK 292. 293 (Mc 7,8); swer auch die trinkvaz bricht in den winhoͤfen, ez sin glas, becher oder krusen, clein oder groͤz, der sol fur ieglichez geben 4 #(pfennig) WüP 55,3

MWB 3,2 653,37; Bearbeiter: Tao

krüseln swV. vgl. → kriuselen . ‘kitzeln, jucken’ nach ir ez [ daz hertze ] girlich zabelt; / ez wimelt und kruselt Minneb 2369

MWB 3,2 653,45; Bearbeiter: Tao

krûsp Adj. Ableitung zu krûs mit verstärkendem -p (DWB 5,2103) oder Kontamination von → krûs und → krisp (Paul, Prinzipien, S. 161). ‘kraus, gekräuselt, gelockt, nicht glatt’ – vom Kopfhaar: wol gewunden was sin loc, / gele vare crusp har Herb 18294; swartz und crusp [Laa. cruse, crisp ] ist sin har, / mit grawen locken underschart Pass I/II (HSW) 31776; einer der da cruspis har / treit uf sime houbte clar Daniel 4851; her hât swarz hâr und kruisp HvFritzlHl 184,31; ir houbet val [La. ir cruspē locke ] wîz ir kel Heidin I 921; der schach der trug offinbar / lanc krusp gewundin har PfzdHech 338,28; MarcoPolo 70,3. – vom Pferdeschweif: der zcagel [des Pferdes] was eyner var, / crusp [La. crisp ] und swartz als eyn pech En (FSch) 5265. – von Gerstenblatt: gerste lusteclich uf gat, / grune, crusp, breit ist ir blat Daniel 2308. – von gefältelter Kopfbinde der Frauen: ouch ensullin nicht tragin keyne brute odir keine andire frauwen cruspe gebende guldin [ vittas crispas aureas ] , silbern, bla, grune odir rot, sundern eynveldig gel vnd cruspwiz [ glaucas simplices et albas crispas ] mogin sie wole trage StRMühlh 45. – von einer Speise in Morchelform: walkez [die gebratene Mischung (aus Hackfleisch, Mehl, Gewürzen usw.)] sinewel in der hant vnd fuͤge ez vͤmme den spiz [Spieß] als ein marach [Morchel] vnd zwengez vzzene, daz ez krusp si [kraus (wie die Form einer Morchel), vgl. M. Lemmer / E.-L. Schulz, Die lêre von der kocherie, Leipzig 1980, S. 49] BvgSp 23

MWB 3,2 653,48; Bearbeiter: Tao

kruspel swF. ‘Knorpel’ der negel nâtûr ist ein mitel zwischen dem pain und der kruspeln, wan der nagel ist waicher dan ain pain und ist herter dan ain kruspel BdN 21,16; epiglotis [ist] gesament [...] auz drein kruspeln ebd. 17,24. 18,25. 137,4. 252,22

MWB 3,2 654,15; Bearbeiter: Tao

krûspelëht Adj. ‘kraus, lockig’, vom Kopfhaar: mîn schopfil wêre grôz / mit cruspelechtin endin NvJer 18930(S. 521)

MWB 3,2 654,21; Bearbeiter: Tao

kruspelisch Adj. ‘knorpelig’ der hals ist auz kruspelischem flaisch gemacht aller maist inwendich BdN 18,33

MWB 3,2 654,24; Bearbeiter: Tao

kruspellich Adj. ‘knorpelig’ under allen tiern habent pfärt und rinder und hirz kruspelleicheu pain in irn herzen, daz ist umb ir grœzen, daz sich ir herz dester paz enthalten müg, reht als die kruspeln in andern glidern ain gruntvest sint BdN 137,2

MWB 3,2 654,27; Bearbeiter: Tao