krotenstutz
M.
Schimpfwort, Bedeutung des Grundworts unklar:
krotenstuz und slangenzagel Renner
1689
MWB 3,2 639,46; Bearbeiter: Plate
krotenvuoʒ
stM.
‘Krötenfuß’, als Schimpfwort:
du schirlinc und du bilsenkrût, / dâ von daz hirne wüeten muoz, / du tracken sweiz
und kroten fuoz, / [...] / ich meine dich, gebûren fruht
KvWPart
17586
MWB 3,2 639,49; Bearbeiter: Plate
krotenwîse
stF.
‘Art und Weise der Kröten’
in krotenwîse under einem zûne büezen PrBerth
1:422,19
MWB 3,2 639,54; Bearbeiter: Plate
krotzeln
swV.
‘krächzen’
nu merke, tunkel biderman, / wiltuz verstan: / din erenhenne kret, so krotzelt din
han Frl
8:25,3
MWB 3,2 639,57; Bearbeiter: Plate
kröuchen
swV.
‘kriechen’
wan piz er [Gott] kumet fur die tur, / so kreuchet di
poshait her wider fur, / pekorung und blodikait MvHeilGr
1048
MWB 3,2 639,60; Bearbeiter: Plate
kroum
st. Subst.
sunder croum formelhaft im Reim, Bedeutung?:
er hib vaste sunder croum / bi dem Jordan einen boum HistAE
3289;
daz er sich sach sunder croum / ho ufgewachsen sam ein boum ebd.
4321
MWB 3,2 639,63; Bearbeiter: Plate
kröuwel
stM.
1
‘Kralle’ von Tieren 2
‘Gabel mit hakenförmigen Spitzen’
2.1 Küche 2.2 als Marterinstrument 2.3 als Kriegswaffe 2.4 als Symbol
1
‘Kralle’ von Tieren:
got hâth uns geschafen anderen tieren ungelîch. wir heten an
deme lîbe zuêne uuͦze, zwô hende rehte âne clâ âne crvͦwel slete unde
schône TrudHL
2,29;
des gîres chreulen Barth
156,6;
[des Salamanders] kräwel an den klâwen sint hakot und gar
behend BdN
277,7;
drei zêhen mit drein kræweln ebd.
233,26;
dem habich gleich an den kræuln ebd.
204,15
u.ö.
2
‘Gabel mit hakenförmigen Spitzen’
2.1
Küche:
die knaben / die man zer küchen ouch bedarf / die truogen
kröul die wâren scharf Wig
8864
2.2
als Marterinstrument:
siniu wizze
[Folterpraktiken] werden manichvalt. / er heizet si
stechen, mit chrouwelen zebrechen AvaA
1,4;
sumelich wurden [...] mit
ysninen crulin gecracet, das man in si sach Konr
20,39.
19,57;
mit crowelen vil wassen / hût und flaisc abe crazzen
Kchr
10926;
und so man si sere martret und ir daz flaisch ab zoh mit kroͤlen,
des froͤwet si sich PrGeorg
50,23;
Vät
26026;
Märt
1185
u.ö.;
krumme isen man hervur truc / und darzu scharfe krowele Pass
III
164,88
u.ö.;
Vät
26038;
MargAntioch II
358;
PrStPaul
52,29
2.3
als Kriegswaffe:
in sinen handen hater ainen crauwel mit keten beslagen
Alischanz
569 u..ö;
2.4
als Symbol:
der welt figur ain kroͤwel trait, / das betút die
gÿtikait, / da mit sÿ an sich ziechen kan / in diser zÿt
wÿb und man KvHelmsd
4617
MWB 3,2 640,4; Bearbeiter: Plate
krouwen
swV.
nhd. krauen.
1
‘kratzen’
2 der Harfe (die Saiten) ‘zupfen’
3 mediz. ‘(die Haut) abreiben (mit etw.)’
1
‘kratzen’
so hevet sich daz gevugele [...] si
bizzent unde chrouwent, ein ander si houwent AvaJG
7,5;
si [...] sprach ze dem habech
hinwidere:[...] ich chratze vnt chrowe / also vaste
alsam ir FabelCorp
22,64;
von bœsem gewurme [Insekten] / uil vnsenfte
sturme / die in [den Menschen] dicke crawent / sinen lip
vnrawent Martina
123,17;
daz ich wolle crowen / min houbet von disen drowen / oder von
leiden Herb
3793;
der kratzet, der krouwet, der schabt, der schindet Renner
3736;
vndi sal den dorn ave howin, / dat he niman inmuge crowin WildM
3,214.
– bei Juckreiz:
daz ez der tâhen [Dohle] ir
haupt kräuselnt macht, und dâ von glust si, daz man si kräw auf dem haupt
BdN
207,1;
refl.:
sô krouwet er sich als ein hunt den flœhe bîzent sêre Kolm
(B)
18,50
(¹Frau/2/517a).
– als Marter (vgl. →
kröuwel
stM.
):
sô möhte in kein marter niht geschaden, allez daz krouwen und brennen,
sieden, brâten, daz die tiufel immer mêre getuon künnen PrBerth
2:9,26
2
der Harfe (die Saiten) ‘zupfen’
die harfe hat vil süzen sanc, swer kreuwet ir nach prise Wartb
(H)
397:16,7
3
mediz. ‘(die Haut) abreiben (mit etw.)’
senftiz crowen in dem bade tut di sveizloch uf. vnde machit
di hut weich SalArz
26,18;
scharfiz crowen ane maze. machit herte hut ebd.
26,21;
setze im di vuze in warm wazzer. vnde crowe si im mit salce
ebd.
33,45;
refl.:
swer sich crowet mit uiol ole. ader mit rosen ole. deme
[...] wirt der lip weich ebd.
26,23
MWB 3,2 640,32; Bearbeiter: Plate
krûchære
stM.
→
krüegære
MWB 3,2 640,62;
krûche
swF.
‘Kanne, Krug’
eine grôze kruchen, dâ fünf mâze în giengen PrNvStr
305,3
MWB 3,2 640,63; Bearbeiter: Plate
kruchel
stM.
‘Krüppel’
dû frides und triwen bruchel, / dû manheit lôser kruchel
Ottok
63506
MWB 3,2 641,1; Bearbeiter: Plate
krûchen
swV.
‘krauchen, kriechen’
dez paradises adem / mit suße sie [die
Gepriesene] hat behucht, / die erst uz irem balg krucht
Minneb
1974
MWB 3,2 641,3; Bearbeiter: Plate
cruchinus
M.
ein safranfarbiger Edelstein, lat. (lapis) crocinus (Suolahti 1, 267
s.v. truchmus mit Besserungsvorschlag):
perlin fîn und agathes, / truchmus unde adamas Erlös
403
MWB 3,2 641,6; Bearbeiter: Plate
krücke
stswF.
1
‘Gehstock, Krücke’ (mit oder ohne Stütze für Unterarm oder Achsel) 2
‘Pilgerstab’
3
‘Krummstab des Bischofs oder Abts’ (nicht immer deutlich, vgl. Richter, Rol. zu v. 1252) 4
‘Ofenkrücke’
5 das Kreuz Christi
1
‘Gehstock, Krücke’ (mit oder ohne Stütze für Unterarm oder Achsel):
ein krücke was sîn stiure, / der dâ saz in dem gemiure Er
290;
sante Seruacius im solche chraft gab, / daz er danne gie ane chruchen unt ane
stab Serv
3224;
eine iserine krucke [Gehstock mit eiserner Spitze,
233,35
gabele genannt] / hete er, als ein alder man / er
leinte sich bewilen dran, / als noch sumelicher muz Pass III
233,4;
die alten sie [sieh] mit krucken gan
Guter
1:3,5;
vbber ses wochen [nach einem
Beinbruch] , is, daz her daz beyn to eme vnde van eme czehe, so
mach her vf crucken wol gen OvBaierl
164,9.
–
(sich) an / über / ûf eine / sîne ~ lenen / leinen / bücken
‘sich auf eine / seine Krücke stützen’
an Pass III
233,4
(vgl. oben);
[der greise Joseph] leint sih uber sin chruken
Wernh
D 1903;
mit einem barte breite, / wol geflohten unde grâ, /
stuont derbî ein rîter dâ / über eine krücken gleinet Parz
513,27;
vil sanfte gie der grîse. / über sîne krucken lîse /
leint er sich bî der stunde KvWTroj
4552
(vgl. unten unter 3.);
dô lenete der meister hêre / vor ime ûf sîner krucken Tund
117;
do er sich solde bucken / uf die krucke, als er pflac Pass
III
233,11.
– als Waffe gebraucht:
‘meister, da han ich sie erslagen.’ /
‘tatet ir daz mit der krucken?’ Rennew
36085.
36001;
neina, ritter lobesam, / und gibest du mir einen slag, / ich vergilte es
dir mit dirre krucken SalMor
194,4;
di auff den steltzen huncken, / di slugen grosse lucken /
mit schemeln und mit krucken HvNstAp
18410.
– in Vergleichen; vom Kreuz Christi / vom Kreuzesholz (vgl. unten unter
5.):
und machtont [die Juden] ain
crúcz der selben frist, / als sam ain kruke geschaffen ist
WernhMl
9608;
in die erden stieze du [Adam] daz ris, / da
wuss ez uf in crucke wis / der menscheit zu glucke HeslNic
2996.
1771;
vom Buchstaben Tau:
ein zeichen tav ist genant / gestalt obe als ein krucke Pass
III
537,71.
– bildl., eine Stellung im Schwertkampf, bei der die Arme mit
beieinanderliegenden Händen nach vorne gestreckt sind und die Schwertspitze
senkrecht nach unten gerichtet ist:
nuncupatur illa obsessio krucke Fechtb
7
2
‘Pilgerstab’
ich hæte gerne daz vernomen, / von wanne ir wallet in daz lant. / ir traget
krücken an der hant / und palme über herte [Schulter]
Bit
224
3
‘Krummstab des Bischofs oder Abts’ (nicht immer deutlich, vgl. Richter,
Rol. zu v. 1252):
die fuͦrsten baten alle / den biscoph sante Iohannen /
daz er ze houe were / ir uor redenaere. / [...] er linte
uͦber sine kruchen / mit sinen grawen locken, / er sprach:
[...]
Rol
1252;
ûf stuont der vürsten einer dô,
[...] des lîbes edelîch und alt, / beidiu grîse unde
wîse; / der bischof von Thamîse / über sîne crucken leinder sich: / ’künec
hêrre’ sprach er [...]
Tr
15349;
Ottok
36039.
41915
4
‘Ofenkrücke’
ich begunde zucken / den schürstap, sî die krucken BFrau
358.
370.
403
5
das Kreuz Christi:
daz ist die selbe crucke, / da got die marter ane leit / durch alle die
menscheit HeslNic
2998.
– oberer Teil eines Pilgerstabs in Kreuzesform:
der stab hat ein kruken, die ist einer spangen lang und
ist von helfenbeine Mechth
4: 27,22
MWB 3,2 641,10; Bearbeiter: Plate
krücken
swv
MWB 3,2 642,9; Bearbeiter: Plate
kruckestap
stM.
‘Krückstock’
ze Narne in der stat was ein / kint, het ein krumbez bein, / daz ez sich niht moht
enthaben / wan ûf zwein krückestaben LvRegFr
4428
MWB 3,2 642,10; Bearbeiter: Plate
krude
stF.
‘Gewalttat, Grausamkeit’
dô dî dît [...] den
[Bruder Gerhart Rudde] mit vreisir crudde / machtin sus
des lebbins wan NvJer
25147.
–
‘rechtliche Beeinträchtigung’ (vgl. →
krot
MN.):
daz vnser vorgenante capelle vnd auch der kappellan zu Reygerberg aller
kruͤde vnd bekummernisse gefryet vnd entladen sient UrkWürzb
40,193
(a. 1338)
MWB 3,2 642,14; Bearbeiter: Plate
krûde
stN.
gekürztes gekrûde, md. für →
gekriute
, Koll. zu →
krût
‘Kraut’.
‘Kräuter’
als daz edele crude gut, / daz sich uz suzer erden tut / und
brenget blumen mit der vrucht Hiob
1985;
waz menschen wolde nu enbern, / des herze sulde nit begern / deme corper wonen bi,
/ des geruch als edel si, / alse alles krude ruche da, / balsamen unde aromata
Elis
9427
MWB 3,2 642,21; Bearbeiter: Plate
kruden
swV.
→ kroten
MWB 3,2 642,29;
krûdener
stM.
→
kriutener
MWB 3,2 642,30;
krüegære
stM.
rip. krûchære, wohl Abl. von rip. krûch (zu diesem vgl.
RheinWb 4,1586 s.v. krug).
‘Kannenhändler’ (?), als Ortsangabe:
inter cruheren UrkKölnSchr
1,303
(a. 1175-1205).
inter cruchren ebd.
1,301
(a. 1185-1215);
vgl. Glossar 2,2:311
MWB 3,2 642,31; Bearbeiter: Plate
krüegelîn
stN.
Dimin. zu →
kruoc
,
auch krüeglî, krüchelîn.
‘kleiner Krug’
ein crugelin er [das Jesuskind] mit im
nam Pass I/II (HSW)
4500;
lâ dîn weinen sîn / umbe daz boese krüegelîn Philipp
4439.
4456;
und braͮchent [zerbrachen]
allú [Kinder] ir kruͤgli gar
WernhMl
4818;
[das Jesuskind] brahte in der hand ein kruͤgli mit
frischem wasser Seuse
49,6;
PassSpM
582
MWB 3,2 642,37; Bearbeiter: Plate
krûfen
stV.
→
kriechen
MWB 3,2 642,45;
kruft
stF.
→
gruft
MWB 3,2 642,46;
krülle
swF.
‘Locke’
ires hores krullen Minneb
3444;
umb münches blate [Tonsur] ein krülle,
ein krône umb nunnen houbet KLD: Kzl
3: 1,6;
die [...] zvͦ crvllen machent slechtiz har
PrHess
4,210
MWB 3,2 642,47; Bearbeiter: Plate |