k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen kriuzphenninc stM. kriuzrestetac stM. kriuzstap stM. kriuzwëc stM. kriuzwurz stF. kriʒeln swV. 1krîʒen stV. (Ib) 2krîʒen stV. (Ib) krocanier stN. kroch stM. kröchen swV. krochzen swV. crocota Subst. kroden swV. kroije stFM. kroijierære stM. kroijieren swV. krol stM. krolle swM. krôn stM. krœnære stM. krône stswF. krônebære Adj. krônebërnde Part.-Adj. 1krœnen swV. 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
kriuzphenninc
stM.
‘kirchliche Abgabe (für die Messe), die an einem Kreuzgang entrichtet wird’
denarios dictos krüzephenninge, quos recepit de ecclesiis Gyswil et Alpenach
SchweizId
5,1124
(L Propsteiurk.; a. 1330)
MWB 3,2 627,35; Bearbeiterin: Herbers
kriuzrestetac
stM.
ein kirchlicher Feiertag:
so sint zwen chirchtag da, ainer an dem chraevtzresttag, der ander an Jacobstag
UrbBayJ
483
MWB 3,2 627,40; Bearbeiterin: Herbers
kriuzstap
stM.
Stab mit einem Kreuz:
dô sach man manegen kriuzstap / dâ den pfaffen an der hant KlageB
2354
MWB 3,2 627,43; Bearbeiterin: Herbers
kriuzwëc
stM.
‘Wegkreuzung’ oder ‘Weg mit Wallfahrtsstation’? (s. WMU
2,1048):
vnde ein zweiteil [
ackers
] stoset vber den
crúceweg bi Wiriche von Biloluesheim UrkCorp (WMU)
N722,7
MWB 3,2 627,46; Bearbeiterin: Herbers
kriuzwurz
stF.
s.a. AWB 5,427.
1
‘Kreuzkraut’ (vgl. Marzell 4,276) 2
‘echter Speik’ (vgl. Marzell 4,989)
1
‘Kreuzkraut’ (vgl. Marzell 4,276):
cardus benedictus senecion: cruceworz Gl
3:538,48
2
‘echter Speik’ (vgl. Marzell 4,989):
saliunca.i. spica celtica: crucewurz Gl
3:545,9
MWB 3,2 627,50; Bearbeiterin: Herbers
kriʒeln
swV.
‘mit feiner Stimme schreien’
die selben ich dir nenne / nâch einer vensterhenne [spöttisch: Frau,
die den ganzen Tag aus dem Fenster schaut] ; / diu krizelt von ir man /
nâch einem andern han Helbl
1,1338
MWB 3,2 627,55; Bearbeiterin: Herbers
1krîʒen
stV. (Ib)
‘kreischen, schreien’
[eifrige Spieler eines Kugelspieles:] si krîstent unde
krîzent Renner
11422
MWB 3,2 627,60; Bearbeiterin: Herbers
2krîʒen
stV. (Ib)
1
‘eine Kreislinie machen’ (s.
1kreiʒ
1 ) 2
‘kratzen’
1
‘eine Kreislinie machen’ (s. →
1kreiʒ
1):
vmme ein vihe her sal eynen kreiz krize an deme margkete vnd sal swere daz her
iz da gekouft habe lichtiz tages StRSaalfeld
4;
und [er] setze in
[Häftling] uffe einen stûl
[...] und sol einen creizze umme den stûle criezzen, dâ
er sich inne di twere und di lenge gestreken muge StRZwick
192;
wir wiszent niht, wa du gast hin. / wie mohten wir gewiszen,
/ wa si der weg gecriszen [kreisförmig vorgezeichnet] ?
EvStPaul
13555
2
‘kratzen’
do sprach di tochter zu hant / nv kerit uch vmme vnd criset di want
Sibote
204b(Hs. K2).
629(La.)
MWB 3,2 627,63; Bearbeiterin: Herbers
krocanier
stN.
evtl. Nebenform zu kroijier? ( →
kroijierære
stM. 2; s.a. Suolahti 1,
136).
– Teil der Rüstung:
sie hetten pancir, kollir, / krocanir, testir, / armysen vnde
platen Herb
4736
MWB 3,2 628,12; Bearbeiterin: Herbers
kroch
stM.
zu
kriechen
stV.
‘Schrittchen’ (Glr.):
gen [...] einen kroch MinneR 444
242
MWB 3,2 628,16; Bearbeiterin: Herbers
kröchen
swV.
‘drücken’
ir helm waren yn zurslagen und gekrochet biß in die schwarten
Lanc
330,4;
das sich der helm biß off die nasen crochete und jhener in
onmacht viel ebd.
353,29
MWB 3,2 628,18; Bearbeiterin: Herbers
krochzen
swV.
‘krächzen’
merraben [...] habent den namen von ir
stimm, [...] wan si krochzent mit der prust als die raben
BdN
250,4
MWB 3,2 628,22; Bearbeiterin: Herbers
crocota
Subst.
hier: cocrota.
‘Leucocrota’, ein Fabeltier (s. Anm.z.St. bei Hamm, Lucid., S. 142):
jn dem lande ist ein tier, daz heizet cocrota. daz ist uor
gescafen alse ein esel vnde het fuͦze alse ein ros vnde het zuo falcen an
deme horne vnde het bein als ein lowe Lucid
26,3
MWB 3,2 628,25; Bearbeiterin: Herbers
kroden
swV.
→ kroten
MWB 3,2 628,31;
kroije
stFM.
→
krîe
stF.
MWB 3,2 628,32;
kroijierære, kroijier,
krîer, kreier
stM.
Ableitung zu →
kroijieren swV. (Suolahti 1,135; Rosenqvist 1,142);
viele verschiedene Schreibungen möglich, z.B. kroierer,
kroyerer, croirære, grôgierære,
krôgierer, kroyer, grôier, krîger,
krîgierre, kreiger.
1
‘Ausrufer, Herold’ (der die
krîe stF. erhebt) 2
‘Erkennungszeichen’ , evtl. Helmschmuck (nur in der verkürzten Lemmaform, s.a. Suolahti 1, 134)
1
‘Ausrufer, Herold’ (der die →
krîe stF. erhebt):
dô wart ouch geruofen mê / von der kroirære schrê, / hie: Babilôn! dort:
Ubiân! ErnstD
4830;
die krîer lûte riefen Reinfr
616;
die krîger vast grôierten / ûf in ebd.
856.
2036;
ir baider týoste liefen mitte / vil grogierer nach ir
sitte / und riefent mengen stolzen krie RvEWh
6462.
6397
u.ö.;
die croirære / vor den rîtern schrîent sêre / ‘zâh schewaliers, rîter
guot, / edel und ouch hôh gemuot’ WälGa
3647;
di kroyer hort man schrein HvNstAp
18707;
WhvÖst
14933;
die grôier liefen hie unde dâ: / si schrîten: ‘wâ nu, wâ nu, wâ / ein
ritter, der tyostyrens ger? / [...]’
UvLFrd
69,17.
82,9.
– bezogen auf die Zugehörigkeit zu den Fahrenden, die für
ihre Tätigkeit als Herold mit Geschenken belohnt werden (s.a. Bumke, Höf.
Kultur, S. 369f.):
die grôjerære, / die sich nennent lantvarære
Ottok
74977;
für wâr ich iu daz sagen wil, / dâ wurden krôgierer gefröut, / wand ûf den
anger wart geströut / samît, gesteine und edel golt KvWPart
14533;
sîne liehten baniere / wârn den krîgierren worden. / daz
was wol in ir orden Parz
81,13.
32,17;
WhvÖst
10273
2
‘Erkennungszeichen’, evtl. Helmschmuck (nur in der verkürzten
Lemmaform, s.a. Suolahti 1, 134):
schiltknehte, die mit guoten siten / ie zwêne bî ein ander riten: / die
fuorten sper und kreiger dâ Reinfr
633;
mit des speres spîle / er dem getouften ruorte / daz houbet unde fuorte / die
croier an dem schafte dan ebd.
17343
MWB 3,2 628,33; Bearbeiterin: Herbers
kroijieren, krîieren,
kreiieren
swV.
aus afrz. crier (Suolahti 1,134; Rosenqvist 1,142);
viele verschiedene Schreibungen möglich (vgl. Vorderstemann, Fremdw., S. 159ff.),
z.B. krogieren, krojieren, grôieren,
grogieren, groyieren, kreigieren,
cregîrn.
1
‘laut schreien, den Schlachtruf (
krîe stF.) erheben’
2
‘schreien (Schlachtruf ausstoßen) und dadurch Lohn erhalten’ ,
bezogen auf den Umstand, dass (fahrenden) Herolden durch ihr Lohn zusteht
1
‘laut schreien, den Schlachtruf ( →
krîe stF.) erheben’
wîlen hôrt man kroyieren sô: / ‘heyâ ritter, wis et frô!’ / nû
kroyiert man durch den tac: / ‘jagâ ritter, jagâ jac! / stichâ stich! slaha
slach! / [...]’ Helmbr
1025f.;
abe einer wende nam er / beide schilt unde sper / und begunde kroiieren, / als
er wolde buhurdieren Er
3082;
ez liefen kreiierende hie / behender garzûne gnuoc
Iw
7106;
er [...] lie
[...] punierende crôieren: / ‘schevalier
damoysêle! / ma blunde Îsôt, ma bêle!’ Tr
9164;
do gehôrt der kurtoyse / Munschoy kreiieren / in den rivieren
Wh
41,27;
man hôrte dâ niwan ‘wê! wê!’ / vor in kreigieren
dâ Wig
4554;
die krîger vast grôierten / ûf in, des herze ie schande flôch
Reinfr
856.
11418;
‘fv, vassel, schavelier, za!’ / wart da gegroyieret
Krone
872.
740
u.ö.;
UvZLanz
3111;
WhvÖst
9531;
JTit
3949,4.
– subst.:
Êrec unde Gâwein / und swaz dâ ritterschefte schein, / ûf machten si sich
sâ. / dô hôrte man dâ / michel kroiieren / vor den banieren Er
2564;
dâ wart michel crôieren / under ir massenîe: /
‘schevelier Parmenîe! / Parmenîe schevelier!’ Tr
5574;
sich huob ein krîieren / vor zwein helden fieren
Parz
68,19;
Mantel
113
2
‘schreien (Schlachtruf ausstoßen) und dadurch Lohn erhalten’,
bezogen auf den Umstand, dass (fahrenden) Herolden durch ihr ~ Lohn
zusteht:
vil varnder liute man dâ sach. / maneger von den wâpen sprach, / daz man
krojieren nennet, / an den man daz erkennet, / daz si die decke zerrent hin. / wan
dar an lît ir gewin Mai
88,27;
nu kam zuͦzim an ainem tage / ain wapen knappe umbe
guͦt / und clegte im sin armuͦt / mit grogierenden worten
RvEWh
2825
MWB 3,2 629,4; Bearbeiterin: Herbers
krol
stM.
‘lockiges Haupthaar’
sin har was im von altere wîz, / [...] / vnd hetes also
wol gepflogen, / daz er hete einen kruͦl gezogen Segremors
12,91
MWB 3,2 629,42; Bearbeiterin: Herbers
krolle
swM.
→
koliander
MWB 3,2 629,45;
krôn
stM.
oder krœne stF.? (s.a. AWB 5, 430 s.v.
krônî).
‘Gezwitscher’
wo nemen nu di vogel dach? / da man si hure sitzen sach, / da stubet nu der kalte
sne. / [...] si hettint gesanges vil vormiden. / gelegen sint
ir kroͤn [: schoͤn] HeinzelRitt
27
MWB 3,2 629,46; Bearbeiterin: Herbers
krœnære
stM.
s.a. AWB 5,429 s.v. krônâri; zu
1krœnen
swV.
‘Schwätzer’
bucco vel balbulus: kronari SummHeinr
1:298,398.
2:23,456
MWB 3,2 629,52; Bearbeiterin: Herbers
krône
stswF.
zu lat. corona; im frühen Mhd. auch corone
VAlex , AvaJG , Will ,
Kchr .
1
‘Kranz’
1.1 als Kopfschmuck, häufig für Frauen, auch ‘Brautkrone’ (zur
problematischen Bedeutungsabgrenzung ‘Kranz’ oder ‘Krone’ s. DWB 5,2355) 1.2
‘Dornenkranz, Dornenkrone’ (oder als Zeichen königlicher Würde
aufzufassen? s. 2.1 ) 1.3
‘Siegerkranz’
1.4
‘Haarkranz’
1.5 Schmuck an einem Gebäude 1.6 vergleichend 2
‘Krone’
2.1 als Zeichen der weltlichen oder geistlichen Würde, Herrschaftszeichen 2.1.1 eines Königs, eines Kaisers oder einer Königin 2.1.2 einer geistlichen oder himmlischen Person, auch für die ‘Mitra’ des Bischofs 2.1.3 metonymisch 2.1.3.1 für die herrschende Person selbst 2.1.3.2 für die Herrschaft, das Königtum/ Kaisertum 2.1.3.3 für das Königreich 2.1.4 auf einem Gebäude oder Gegenstand 2.2
‘Abgabe für den König’
2.3 bildl. ‘Baumkrone’
3 übertr. für das Höchste, Beste seiner Art 3.1 von Personen 3.2 von Dingen 3.2.1 konkret 3.2.2 abstrakt 4
‘Kronleuchter’
5 bei Tieren für kronen- oder kranzähnlichen Kopfschmuck
1
‘Kranz’
1.1
als Kopfschmuck, häufig für Frauen, auch ‘Brautkrone’ (zur
problematischen Bedeutungsabgrenzung ‘Kranz’ oder ‘Krone’ s. DWB
5,2355):
diu magt [...], / diu die krône
ûf blôzem hâr dort hât Parz
812,3;
der gê nach der schônen, / diu mit ir krônen / gie von
hinnen abe MF:Mor
8: 2,5;
du sælden keiserinne, / din crone luter glestet, / got
der hat dich gegestet [geschmückt] / mit einem liehten
cranze: / zwelf sternen mit ir glanze / din houbet zierent schone
KvWGS
1833
1.2
‘Dornenkranz, Dornenkrone’ (oder als Zeichen königlicher Würde
aufzufassen? s. 2.1):
die unsaligin chrontin ir herrn mit durninir chroni
Spec
54,28;
die engel vuorent scone [beim Jüngsten
Gericht] daz criuce unde die corone / vor Christe an daz
tagedinch AvaJG
18,5;
AvaLJ
146,3;
nu müeze senften iuweren zorn / der ame kriuze het den
dorn / ûf dem houpte zeiner krône Wh
166,3
(s.a. →
kranz
1.2.3);
die ritter des richters, die namen Ihesum und fuͦrten in inden hof
des richte huses [...] und zugen im abe sin kleit und
leiten in an mit einem roten gewande und flahten ein crone von dornen und sazten
ime die uf sin houbet [Mt 27,27f.]
EvPass
239,13;
künic Constantîn der gap sô vil, / als ich ez iu bescheiden wil, / dem
stuol ze Rôme, sper, kriuze und krône Walth
25,13;
an der heiligen duernen gots chrön tag [4. Mai]
StiftZwettl
701;
sine dúrnin krone Tauler
199,15
1.3
‘Siegerkranz’
laurea: signúnft croͮn VocOpt
18.037;
wan er [Paris] im
[dem besten Weidevieh] eine crône [V.
626: ein schapel wol geloubet
] / sazt ûf sîn houbet
schône KvWTroj
649;
noch süzer dan dem kempfen siges crone Frl
3:18,12.
– bildl. (s.a. 3):
doch hêt er
[Alexander] friundinn genuoc. / under in ein die
krôn truoc, / diu im diu liebst was under in EnikWchr
19236;
du [
vrouwe
Lârîe
] bist ir [der
Frauen] aller spiegel. / [...]
dîner schœne muoz ich prîses jehen; / du solt ir aller krône tragen
Wig
9732
1.4
‘Haarkranz’
div blatte [
‘Tonsur’
] heizzet chrône, / die sol er behoͮten
scône. / chrône ist ime niht gebâre, / erne sî rihtâre Messgebr
195
1.5
Schmuck an einem Gebäude:
umb den huot [Turmdach] sô gie
ein krôn / von lûterm golde EnikWchr
22078
1.6
vergleichend:
[das ôrkraut
] pringt seinen sâmen kraizlot
in ainer krôn weis und hât ainen gar scharpfen smak BdN
301,24
2
‘Krone’
2.1
als Zeichen der weltlichen oder geistlichen Würde, Herrschaftszeichen
2.1.1
eines Königs, eines Kaisers oder einer Königin:
alsô Alexander haim chom, / er giench fur sînen fater
stên / unt nam die corône, die er mit samt ime dâ hete, / sînem fater ers ûf
sazthe VAlex
395.
633;
tûot uuára dés cúniges
Salomonis. unte der corônon da ín sîn mûoter mit hât gezîeret
Will
53,2;
swenne ir dem keiser nû genemt die crône RvZw
146,8;
nâch küneclîchen êren was in dar bereit, / swaz si
haben solden, ir krône unt ouch ir kleit NibB
645,2;
vf sime houbet stunt ein krone / von gesteine vnde
von golde Herb
9323;
di crone / mit zwelf steinen undersat Pass
I/II (HSW)
26652;
Loheng
5621.
–
ir crone si danne abe det, / numme si der begerte / di wile daz
ammet werte Elis
928.
910;
nâch swarzer varwe was ir [der
Königin] schîn, / ir krône ein liehter rubîn
Parz
24,12.
660,12;
HvFreibTr
4512;
Kudr
1606,4.
–
krône tragen
‘gekrönt, König(in) sein’ (weitere Belege s. Friedrich, PhrasWB
253ff.):
jâ truoc er
[Augustus] die corône, /
[...] sehs unde fiunfzic jâr
Kchr
664.
15490;
ich bin ouch ein recke und solde krône tragen
NibB
109,1.
43,2;
Gahmuret der wîgant / verlôs sus bürge unde lant, /
dâ sîn vater schône / truoc zepter unde krône Parz
5,26.
50,29
u.ö.;
er truoc gewalteclîche / in ir herzen künicrîche /
den cepter und die crône Tr
729;
Loys, der rœmische krône truoc
Wh
321,1;
Hêrôdes, der die chrône / des rîches an der zîte truoc
KvFuss
1230;
Martina
69,34;
RvEGer
3870.
–
krône tragen über, vor, ob jmdn.:
Salomon die krone / truͦg mit gewalte
schone / [...] ubir ellú
israhelschú lant RvEWchr
32453;
er truoc mit grôzen êren / vor fürsten die krône
ErnstA
14,187;
diu ê vor helden krône truoc KlageB
3989;
dô muoste er tragen krône ob edelen fürsten rîche
Kudr
18,3.
–
der krône pflegen:
Cecrops ein helt vil unvirzagit / sach man ze
Atene krone pflegin RvEWchr
19868;
Europs in Sicionie pflag, /
[...] der krone und was kúnig
genant / der lande gar, der houbit lant / Sicionie was genant ebd.
8616.
–
under krône (gân/ rihten/ sitzen/ stân)
‘gekrönt, als König(in); König(in) sein’
si giengen under krône in daz münster wît
NibB
812,3;
dô sach man si alle viere under krône
vrœlîchen stân ebd.
645,4.
1678,4
u.ö.;
der keiser under krône / bî der küniginnen stuont
ErnstA
330,5912;
den keiser under krôn man vant / und die keiserîn
Loheng
6581;
ich wil iuch êlîchen ze einer frouwen hân: / jâ sult ir ze
Kunstenopel under der krône gân WolfdB
89,4.
105,2;
under drizic lande krone [als Herrscher von
30 Ländern]
JTit
5497,3;
SalMor
599,5;
Kudr
1295,2;
KlageB
2650
2.1.2
einer geistlichen oder himmlischen Person, auch für die ‘Mitra’ des
Bischofs:
von Araby, geloubet, des goldes drie krone / satzt man im
[dem Papst] uf sin houbet JTit
1001,1;
priester Johan schone / get in den palas witen, richlich uber alle
kunige treit er krone. / ein krone groz und swer ebd.
6277,2;
biscoph Willehalme, de dher krone / und dhes staves zo Menze plach
BraunschwRchr
1058.
1608;
[des Papstes] houbet was bedecket schône / mit
eines bischoves krône LvRegFr
4924;
die krone brach er svnder danc / dem engele von dem houbete
Wartb
Anh 13,8;
PrBerth
1:369,29
2.1.3
metonymisch
2.1.3.1
für die herrschende Person selbst:
– für den König oder die Königin:
daz junge hovegesinde / daz lief engegen dem
kinde / und condewierte ez schône / under armen vür die crône
Tr
3330;
si was von kinde und muoz iemer sîn mîn krône MF:
Hartm
13:3,8;
nû riet al des küneges rât, / daz er den zorn lieze sîn, /
gein ŷsôte der künegîn: / der krône ez niht gezeme / ob er
den lîp ir neme UvTürhTr
2827;
si nigen ieweder chrone / unde sprachen dugentliche: /
‘got danke úch, kunic riche, / unde úch, here
kunegin [...]’ Elis
398;
der krone zimt kein liegen
Rennew
14253;
GvJudenb
5100;
Parz
428,8;
JTit
1317,2.
– für Maria:
die riche krone, / die hymel vnd erde gewalt hat
Krone
12670.
–
zuo der krône varn
‘sich an die Krone (den König als obersten Richter) wenden’
ob er mit vns cvͦ der crone vert
UrkHohenz
1,97
(a. 1286)
2.1.3.2
für die Herrschaft, das Königtum/ Kaisertum:
kunnet ir niht fürsten schônen, / wir krenken
ouch die krônen Parz
415,22.
302,10;
hie dienter alsô schône / dem zepter unde der
crône Tr
18450.
4469;
ouch dienden sîner krône / die von Pâlerne
Wh
84,10;
under rœmischer krône ebd.
176,3;
nû sehent, wie diu krône lige und wie diu kirche stê!
Walth
83,26;
Karll [...] / de zo der kronen were
geboren KarlGalie
513;
blate
[Geistlichkeit] und krône
[Fürstentum] wellent muotwillic sîn
MF:Reinm
63: 1;
Roth
733;
Krone
340;
ErnstD
214;
Otte dher keyser vorgenant, / uf siner kronen verdhe jar / wart
gewunnen [...] / dhe stat Constantinople
BraunschwRchr
7201.
– für die Heeresmacht eines Reiches:
da hatte keiser Friderich / von Rome in grozen eren sich / uf
gesezzet schone / mit des riches chrone / uber mer zu varene, / daz
riche zu bewarene, / mit der cristenheide craft Elis
4126
2.1.3.3
für das Königreich:
zweier krône rîcheit / stêt vorhteclîche in sîner
pflege / ûf dem wazzer und der erden wege. / Azagouc und Zazamanc, / diu
lant sint kreftec, ninder kranc Parz
328,6;
im [Artus] wære ouch
leit daz Lähelîn / im næm zwuo rîche krônen sîn ebd.
331,16;
zwelf vil rîcher krône sult ir gewaltec sîn
NibB
1235,2
2.1.4
auf einem Gebäude oder Gegenstand:
[von der Minnegrotte:] daz gewelbe daz was obene /
geslozzen wol ze lobene; / oben ûf dem slôze ein crône, / diu was vil harte
schône / mit gesmîde gezieret, / mit gimmen wol gewieret Tr
16709;
man satzt ain chron gehewer ain chrewz auf den sarch zem haubet / ez
was ain samaragd tewer JTit
1002,1(App.).
– als Abbildung oder als Schmuck:
dô het der herre Liudegêr ûf eime schilde erkant /
gemâlet eine krône vor Sîvrides hant NibB
215,2;
[auf einem Schild:] einen lewen mit einer
crône, / von golde erhaben harte wol UvZLanz
6294;
er nam den guldinen altar / und den guldinen luhter bar /
[...] und den umhanc mit den cronen /
nihtes pflac er da zu schonen Macc
1491
2.2
‘Abgabe für den König’
‘[...] wir wellen uch ouch irlazen /
pflihtige schult von uch sazen / mit vil grozer gabe dabi, / unde sult alles
wesen vri, / beide zol unde salzis schult / der aller ir vri bliben sult / und
die Juden mit uch alle, / uf daz ez uch wol gevalle; / so irlaz wir uch der
cronen. / noch wellen wir uch baz lonen.’ / vernemet wie wirt irscheinet /
alhie cronen waz daz meinet: / ez was zins, den da vorwaris / ufhuben die kunge
iaris / reht als daz iar loufet umme / gliche nach cirkeles krumme. / sus man
kornzins kronen reitet [
‘so berechnet man Kornzins als Kronen’
] / des man ein
iar umme beitet [
et nunc absolvo vos et omnes Iudaeos a
tributis et pretia salis indulgeo et coronas remitto I Mcc
10,29]
Macc
4695. 4698. 4703
2.3
bildl. ‘Baumkrone’
des waldes cron nam ich war, / der waz grün und schon MinneR
439
16
3
übertr. für das Höchste, Beste seiner Art
3.1
von Personen:
si ist ein krône ob allen reinen wîben SM:
WvT
2: 2,6;
MF:Mor
1: 1,9.
13: 3,1;
reine frouwe, valsches ân, / ein wîbes krône KLD:
UvL
9: 3,6;
aller frouwen krône KvWTroj
21045;
allir magide crone Pilatus
1,117;
Marjâ, megde krône! Freid
13,7;
Frl
5:108G,11;
gelêrter vürsten crône Walth
107,29;
[Jesus] was der schoͤni krone, / noch
schoͤner denne sin muͦter vil WernhMl
5750;
aller dinge ist er got / und diu oberiste krône
Wig
6881;
aller manne ein krone JTit
1574,4
3.2
von Dingen
3.2.1
konkret:
ouch gleste gein im schône / aller ander bürge ein
krône / mit türnen wol gezieret Parz
350,20;
diu burc ist obenân wol / erbûwen harte schône. / siu
ist aller veste ein krône UvZLanz
5058;
hie vohet sich an dis buͦch das da genant ist der abentùre
crone Krone
1(App.);
der vater ist person / ewig in der himel kron
KvMSph
3,3
3.2.2
abstrakt:
–
‘Ehrenkrone’ (zu lat. corona gloriæ):
als uns der wissage seit / der eren krone er eine
treit Albert
8;
künec Artûs der guote, /
[...] hât bî sînen zîten / gelebet alsô
schône / daz er der êren krône / dô truoc und noch sîn name treit
Iw
10.
6952;
ir nam der êren krône treit: / diu ist gemezzen und geworht / mit
tugenden vollic unde breit Winsb
12,5;
got hât sînen flîz an dich geleit, / dâ von dîn
lîp êren krône treit KLD: UvL
46: 3,6;
Hadam
98,5;
UvZLanz
7738;
Wig
11022;
BdN
228,35.
–
ouch mahtu tragen schône / immer sælden krône /
hôhe ob den werden Parz
254,24;
du [Parzival] krône
menschen heiles! ebd.
781,14;
diu sach Gâwânn kreftelôs / den si für al die
werlt erkôs / zir hôhsten freuden krône ebd.
692,5;
nu huop ouch sich von danne / des fröuden wunsches krône, / daz
was mir sendem manne / reht als ich stüende in himelischem trône
Hadam
100,2;
dîner sælden stætekeit / ze himel hôhe krône treit
RvEGer
5124.
–
von der ewigen corone, die got gibet ze lone
AvaJG
1,3;
[Jesu] kintlich leben und sin tuͦn /
was [...] ain krone úber alles leben
WernhMl
4365;
ein krone aller uͤbung ist emziges gebet
Seuse
392,14.
–
der werltvreude ein spiegelglas, / stæter triuwe ein adamas, /
ein ganziu krône der zuht AHeinr
63;
gar ist verlorn des wîbes schône, / sin werde geziert mit zühte
krône WälGa
888;
ich bin genant bescheidenheit, / diu aller tugende krône treit
Freid
1,2;
allsus mitt aller tugenden kron / lúchtet Marÿa
clar und schon KvHelmsd
655;
sô lobe ich mîne vrouwen mê / dan die bluomen und den klê. / sî
ist ein krône der tugent Heidin IV
81;
so hie div welt pflege / daz fvnfzehinde zwi stetekeit / dv aller
tugende crone treit Martina
252,100;
WälGa
7830;
aller güete ein krône RvEBarl
13970;
aller triuwe ein crône Tr
1798;
hôchvart, unminne, gîtekeit, / der ieglich nû die krône treit
Freid
29,11
4
‘Kronleuchter’
manec tiuriu krône / was gehangen schône / alumbe ûf den
palas, / diu schiere wol bekerzet was Parz
638,9.
229,24;
vil chrone rich von golde, dar uf vil kerzen luchte JTit
412,1;
ein krône was gehenket drîn, / dâ kerzen ûfe brunnen
KvWTroj
17532
5
bei Tieren für kronen- oder kranzähnlichen Kopfschmuck:
–
‘Federkrone’
Aristotiles spricht, daz der pfâw
[...] sein aigeneu kint niht ansehen well unz daz
si krônen auf dem haupt habent und im geleich werdent BdN
213,30.
–
‘Mähne’
mitten drynne ein guldin / wider sehender lewe fin, / dez
zen, dez clowen, dez kron / von rubin brynnen schon / an allen iren enden
Minneb
2931
MWB 3,2 629,55; Bearbeiterin: Herbers
krônebære
Adj.
‘die Krone tragend, bekrönt’
doch sagter mir vier vrouwen namn, / die dâ krônebære sint
Parz
334,17;
im geviel nie dehein vrow baz, / si were wol chron bere
StrKD
1,23;
mit den croneberen / gotes predigeren, / martirern und megeden
HeslApk
11387.
– subst.:
an witzen unberoubet warn di kronebæren JTit
1631,1;
man sach den kronebæren uz Ytolac da sprengen, / Possitrium, den geweren
ebd.
3582,1.
4841,1
u.ö.
–
‘den Siegerkranz tragend’
sünden glust mit widerwer tuot crônebæren [La.
cronebernden
] kemphen kunt RvZw
89,3.
228,5
MWB 3,2 633,55; Bearbeiterin: Herbers
krônebërnde
Part.-Adj.
→
krônebære
Adj.
MWB 3,2 634,3;
1krœnen
swV.
zur Etymol. s. EWA 5,814; vgl. AWB 5,429 und DWB 5,2385; zur bair. Form
gronen s.a. DWB 4,1,6,443).
‘schwatzen’
garrio multum fabulor: ih gron SummHeinr
2:319,143;
si lachet als ein kindelîn, / daz krœnt gegen der muoter
sîn SM:Wi
9: 4,4;
sich samenent die liute: / daz ir dekainer crœn alder
kelze! SM:Go
2a: 5,6
MWB 3,2 634,4; Bearbeiterin: Herbers |