k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn klûwen stN. knabærinne stF. knabatze swM. knabe swM. knabelich Adj. knaben V. knabenwât stF. knaffen swV. knagen stV. 1knappe swM. 2knappe swM. knappelich Adj. knappelîn, kneppelîn stN. knappenphenninc stM. knappenrëht stN. knappeschaft stF. knappeschuoch (?) stM. knarpelen swV. knarren swV. knebel stM. knebelîn stN. knëht stM. knëhtchîn stN. knëhtelach stN. knëhtelîn stN. knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
klûwen
stN.
→
kliuwe
MWB 3,1 384,46;
knabærinne
stF.
‘Frau, die sich mit jungen Männern einlässt’
ain schön vnfürig wip / dü mangen stoltzen rainen lib / beckränckte mit ir
minne / [...] / dü mezzerly ze lon / nam sy von ir min
[d.i. minne
] / susz tett dü knaberin LS 168
24
MWB 3,1 384,47; Bearbeiter: Diehl
knabatze
swM.
‘junger Mann’ (vgl. zu Wortbildung und Sache DWB 5,1310 mit Belegen ab dem
15. Jh.);
unklar, ob hierher, da nur als Personenname belegt:
[in einer Zeugenliste] Mecelin, Knapatz officiati curiae
UrkMeissen
2,72
(a. 1206)
MWB 3,1 384,52; Bearbeiter: Diehl
knabe
swM.
md. auch knave (z.B. NvJer ).
‘Knabe, junger Mann’ (in verschiedenen Positionen (vgl. v.a.
2.3.2
,
2.4
) offen zu →
1knappe
)
1
‘Junge’ (noch nicht volljährig, i.d.R. unter 14/15 Jahren) 2
‘Jüngling, junger Mann’
2.1 allg. 2.2 mit der Konnotation der (jugendlichen) Unbesonnenheit und Wildheit 2.3 unter rechtl. Gesichtspunkten 2.3.1 unverheiratet ‘Junggeselle’
2.3.2 junger Mann in dienender Stellung, Bediensteter (vgl. z.B.
dienestknabe
,
hoveknabe
,
küchenknabe
,
lêreknabe
,
lërnknabe
) 2.4 junger Adeliger, der an einem Hof dient (vgl.
edelknappe
), aber auch bezogen auf einfache bewaffnete Kämpfer
1
‘Junge’ (noch nicht volljährig, i.d.R. unter 14/15 Jahren):
si hôrte dâr inne [im Körbchen] weinen / einen
wênigen chnaben [Moses]
Exod
241;
do ez kam zuo dem fünften jâre, / dô wart er ein sô hübscher
knabe. / man begunde in die buochstabe / wîsen unde lêren Eracl
397;
nu erwachten ouch diu kindelîn, / Kardeiz unt Loherangrîn: /
[...]. / Kyôt der zühte rîche / bat die knaben dannen
tragn Parz
801,21;
wan ich der jâre bin ein knabe / und ich der witze niht
enhabe, / daz ich gescheiden müge den strît KvWTroj
1791;
wan Ruͤdiger der vorgenande knabe noch ze sinen tagen nicht komen ist, als
vorgeschriben stat UrkZürich
11,295
(a. 1331);
UrkCorp (WMU)
N784,11
2
‘Jüngling, junger Mann’
2.1
allg.:
mit heiliclichin dingen / loste man dú eltesten kint, /
dú noh knaben genennet sint / und wahsen solten ze man RvEWchr
10699;
ie der man nem in den muot sîne frouwen schœne, / ie der diernen wirt ein
knabe, alsust ein jungelinc KLD:UvW
Leich 3,114
2.2
mit der Konnotation der (jugendlichen) Unbesonnenheit und Wildheit:
in der dörper dicke [Gedränge] / weiz ich
ninder zwêne vor, / die mit ebenhiuze [im Wettstreit]
/ sich zuo zin gelîchen. / inder zwêne knaben Neidh
WL 33:5,7;
als ein tœrehter knabe / loufet für des küneges tisch
HBirne
156.
204;
dort ûze hielt ein strenger knabe, / der gerte tjoste
reht als ê Parz
290,6.
736,25.
– unter diesem Aspekt auch auf Riesen, Monster und andere, außerhalb der
gesellschaftl. Ordnung stehende Personen bezogen ‘Kerl, Bursche’
[der Löwe] zart im cleit unde
brât [Fleisch] / als lanc sô der rücke gât /
von den ahseln her abe, / unz daz der michel knabe [der
Riese] / als ein ohse erluote Iw
5056;
dô der ungevüege knabe [vgl. der rise (V.
5525)] / begunde sîgen
[sinken] ûf diu knie Er
5553;
im dientte och besunder / starker ryssen wunder, /
uss den er vier zechen koss, / die alle schwertt und stangen gross / mitt
manhaitt kunden füren. / wenn die knaben rüren / da mit wolten in nott, /
der was endlichen tod GTroj
5762;
doch was der werde Cyprian / gegen dem ungestalten
Kolkan / verr mer gevëre / denn er dem wilde wëre, / dem vil ungenemen
knaben [vgl. dreyssig jar alt (V.
4474)]
HvNstAp
4599;
er kerte zu dem möre / und slug im ains an das ore,
/ [...] / da pat in der schwartze knabe / das er in
liesse leben ebd.
19505;
Appolonius zehant / nam im den brieff ab, / Albedacus
der alte knab [vgl. der greyse (V.
4845)] / floch von dannen drate ebd.
7046;
er [Simon Magus (vgl. Apc
8,9ff.)] hat den sin dar an gewant, / daz er si ein tuvels
knabe Pass I/II (HSW)
20591
2.3
unter rechtl. Gesichtspunkten
2.3.1
unverheiratet ‘Junggeselle’
swenne der jungelinc ze vierzehen jâren komen ist, sô
nimet er wol êlîch wîp âne sines vater willen.
[...], alsô ob si ir vleisch ze ein ander
habent gemischet, beidiu der knabe und diu juncvrauwe; und ist des niht
geschehen, sô mac man si sundern SpdtL
122,10;
vnde wanne wir vnser tochter dem selben cnaben zuͦ legen
UrkCorp (WMU)
3381,18
2.3.2
junger Mann in dienender Stellung, Bediensteter (vgl. z.B.
dienestknabe
,
hoveknabe
,
küchenknabe
,
lêreknabe
,
lërnknabe
):
sîn bovel man dort vor [beim Einzug in
die Stadt] ersach: / garzûne, koche unde ir knaben / heten
sich hin für erhaben Parz
18,23;
sîne gesellen und die knaben / die man zer küchen
ouch bedarf Wig
8862;
der meister, der zukt daz brot her ab. / nu sage
furbaz, lieber knab! / dine mere, die sint gut StrKD
58,II 250;
ouch ist zu wissende, welre knabe [als
Lehrling] huszgenosse werden wil, wer dann das gelt
darwürffet für den münszmeister, der sol ouch geben
[...] die fünff pfunt eime örtermeister
DRW
7,1131
(StraßbMünzg.; um 1330);
welich meister einen knaben oder einen knecht daz antwerg lerte
UrkStVerf
412
(a. 1352)
2.4
junger Adeliger, der an einem Hof dient (vgl.
edelknappe
), aber auch bezogen auf einfache bewaffnete Kämpfer:
sus wart bevolhen dâ der knabe. /
[...] / der fürste fuorte den knappen widr
Parz
345,12.
138,9;
nu was durch hovezuht gesant / ein werder juncherre dar, /
[...] / sîn vater was von Swâben / herzoge vil
gewaltec, / [...] / der selbe knabe reine / des tages
dâ ze hove gie KvWHvK
60
u.ö.;
Wig
1602;
der grêve von dem Berge vil / knabin edler slachte / zu
ritteren dâ machte NvJer
24698;
tûsent erwelde rittêre gût, / manich tûr edel knabe mit
in Kreuzf
6399;
einer sîner juncherren dâ / im fûrte ein swêre lanzen nâ,
/ von Ebenleiben, [...], / Albert mit namen, ein edel
knabe ebd.
4094;
dô kom ritter unde knab / unde viengen di alten zehant
EnikWchr
17016;
vünfzehen knaben er gewan, / [...] / iegelîches
harnasch was guot, / ein panzier und ein îsenhuot / und ein kiule wol beslagen
Er
2344
(vgl. zur Sache
kipper
);
er sante [...] / darzû von
brûdren unde knaven [
multis fratribus et armigeris
] / kegn Lîflant ein michil her NvJer
21021;
da wart ein michel gedranch / zwisschen den heiden unt den christen. / mit
vil ritterlichen listen / bewarten sich die gotes knaben [christl.
Kämpfer]
StrKarl (S)
5453
MWB 3,1 384,57; Bearbeiter: Diehl
knabelich
Adj.
‘im Knabenalter stehend, knabenhaft’
daz was sîn [Jesu] chintheit in der
ime die engele dienôten [...] unde dc er die apgot
zirstôrte in Egypto, unde sîn chnabelic iugint, dô er betin fvͦr ze Ierusalem
TrudHL
24,24
MWB 3,1 386,34; Bearbeiter: Diehl
knaben
V.
hier nur Part.-Adj.
‘das Knaben-, Knappenalter erreichen’
der [Feirefiz] was noch kleine knabende do hie der
strit vol turte, / den werdicheit was habende uf ditz lop. man jach, daz er
verschurte / in sturme ritter sam daz loup der hagele JTit
4313,1
MWB 3,1 386,39; Bearbeiter: Diehl
knabenwât
stF.
‘Kleidung für Knaben, Pagen am Hof’
si legten frischiu kleider an / sô guot daz nieman kunde hân / bezzer
knabenwæte niht Bit
3249
MWB 3,1 386,45; Bearbeiter: Diehl
knaffen
swV.
‘knausern, geizen’
en [reichen Kirchenleuten] en kunde neit gehelpen
ir knaeffen, / ich en stelen mit mynen lysten, / so we starck sint ere kysten / off
ouch ir sloss so vast Karlmeinet
381,29
MWB 3,1 386,49; Bearbeiter: Diehl
knagen
stV.
→
nagen
MWB 3,1 386,54;
1knappe
swM.
auch knape, knap, Gemination und Verhärtung aus knabe
(2
5Mhd. Gr. § L 67 und 98).
(in verschiedenen Positionen offen zu →
knabe
)
1
‘Jüngling, junger Mann’
2 junger Adeliger, der an einem Hof dient (u.a. Verantwortung für Pferd, Schild,
Waffen seines Herrn trägt, vgl.
edelknappe
,
lêreknappe
); aber auch bezogen auf einfache bewaffnete Kämpfer (vgl.
îsenknappe
,
spërknappe
,
reiseknappe
oder
schiltknëht
), ‘Knappe’
3 (junger) Mann in dienender Stellung, Bediensteter (vgl.
loderknappe
,
bërcknappe
) 4 Einzelnes 4.1 auf Riesen, Monster und andere, außerhalb der gesellschaftl. Ordnung stehende
Personen bezogen ‘Kerl, Bursche’
4.2 bezogen auf den Läufer beim Schachspiel
1
‘Jüngling, junger Mann’
adolescentia ist ein alter des mennisken. inzuisken dere chindiske. unde dere
stercheren iungede. daz ist so dem chnappen der bart aller erist beginnit springen
PsWindb
118,9(Randgl.);
der engel fuͦr hin vmbe / von gotes ordenunge /
[...] / in eines knappen bilde Wernh
A 636;
swen sîn ougen sâhen, / so er dem begunde nâhen, / den
gruozte der knappe guoter [
unser tœrscher knabe V. 138,9
]
Parz
138,7;
dô sînem vater wart erkant / sîn kunft, dô lief der herre /
gên sînem sune verre. / dem knappen wart dô niuwe / diu väterlîche triuwe
RvEBarl
4283;
SHort
2049;
wan dar kumt sô / manig stolziu dirn und knappe, des man dô /
wirt frô SM:Had
24: 1,10;
daz ist ein hübesch knappe, der weibel SM:Go
2: 3,1
2
junger Adeliger, der an einem Hof dient (u.a. Verantwortung für Pferd, Schild,
Waffen seines Herrn trägt, vgl.
edelknappe
,
lêreknappe
); aber auch bezogen auf einfache bewaffnete Kämpfer (vgl.
îsenknappe
,
spërknappe
,
reiseknappe
oder
schiltknëht
), ‘Knappe’
die knappen brâhten im balde / ors, harnasch unde sper
Wig
1824.
8643;
Lanc
327,28;
Athis
B 19;
Parz
19,5;
UvZLanz
2770;
der gewin was ouch niht kleine, / den sîne knappen nâmen, /
sô die ritter nider kâmen, / die ir herre von den rossen stach ebd.
3059;
der ritter reit synen weg und der knapp den synen und syn
knecht mit im Lanc
143,6;
da nam sie mit ir funff knappen und als mengen garzun ebd.
50,24;
TürlArabel
*R 27,9;
junchêrren und die knappen sîn / bevalch er der künegîn
Parz
106,27;
Lanc
91,14;
Gahmuret sprach ave sân / "sehzehen knappen ich hân, / der
sehse von îser sint. / dar zuo gebt mir vier kint, / mit guoter zuht, von hôher art
Parz
8,2.
–
ein knappe ist hie gesinde, / der sol schiere nemen swert
/ [...], / wan er kan kunst genuoge / und erkennet
manege vuoge / und manege höfschlîchiu dinc Tr
3914;
diu hôchzît wart vil lobelîch / dâ der knappe nam daz
swert. / er was wol rîterschefte wert Wig
1628;
darumb han wir yn bißherre knapp geheißen, wann er nye
keyn schwert umbgegurt Lanc
146,35.
129,7.
–
daz knappe nie von höfscheit / und von edeles herzen art
/ baz noch schôner gedelt wart Tr
2262;
sus reit er vür daz bürgetor; / dâ stuonden edel knappen
vor, / rîter unde knehte Wig
681;
hvndert edel knappen, die swert / enphahen
TürlArabel
F 476.
– nicht klar zu trennen von 3:
der truhsæze wart harte frô. / einem knappen rief er dô, /
der alles sînes guotes phlac Eracl
828;
ein ander knappe treit / dar für tischlachen unde brôt
Parz
550,2
3
(junger) Mann in dienender Stellung, Bediensteter (vgl.
loderknappe
,
bërcknappe
):
ich gie / und hiez gewinnen von der stat / knappen, schrôter
[Schneider] , die ich bat / dem herren snîden guotiu
kleit RvEGer
4150;
zu der stunt da kam von innen aldar ein ebtißinne und zwo
nuͦnnen mit ir und ein kappelan und ein converse und zwen knappen
Lanc
14,35;
der siechmaister [...] schol auch dem apt dyenen als
ein ander chnapp mit allen den diensten der man an in muetet
UrkObAltaich
166
(a. 1325);
das keyner nicht sal wirken by lichte; welchir das bricht, do sal der herre
gebin eyne margk vnde iczlich knappe eyne marg UrkSchles
8,18
(a. 1335);
di maister nimmer kain saczunge schullen habn an der knapen wille
DRW
7,1134
(BudweisUB; a. 1351)
4
Einzelnes
4.1
auf Riesen, Monster und andere, außerhalb der gesellschaftl. Ordnung stehende
Personen bezogen ‘Kerl, Bursche’
do san sie indeme melme gan / einin wnderlichen man / den
ne mochte niehein ros getragen / der duchte sie ein selzene knape / der troch
eine staline stangin Roth
655
4.2
bezogen auf den Läufer beim Schachspiel:
ein meister glîchet dise werlt eime schâfzabele; dâ stân ûffe kunige unde
kuniginnen und rittere und knappen und venden HvFritzlHl
164,2.
– Lit.: Lutz Fenske, Der Knappe: Erziehung und Funktion, in: J.
Fleckenstein (Hg.), Curialitas. Studien zu Grundfragen der
höfisch-ritterlichen Kultur, Göttingen 1990, S. 55-127.
MWB 3,1 386,55; Bearbeiter: Diehl
2knappe
swM.
Bed. unklar, evtl. ‘schlechter, drückender Schuh’ (vgl. Glr.z.St.) oder
‘Knaben-/ Knappenschuh’ (vgl.
knappeschuoch
und Irsigler, Wirtschaftl. Stellung, S. 226ff.):
hie konde schoin machen ind knappen, / hie konde sy solen ind lappen
[flicken]
HagenChr (G)
3801
MWB 3,1 388,11; Bearbeiter: Diehl
knappelich
Adj.
‘nach Art des Knappen’
ûf den hof der knappe reit. / die höfschen prüeveten sîniu
kleit / wol nâch knappelîchen siten Parz
648,5
MWB 3,1 388,17; Bearbeiter: Diehl
knappelîn, kneppelîn
stN.
auch knafelin.
Dimin. zu
1knappe
, ‘junger, kindlicher Knappe’
allez daz hofgesint, / ritter unde kint, / kneppelîn und
juncherren Ottok
35800;
ain sin gefuͤges knaͤppelin, / das mit der kinthate sin / im
genuͦg gefuͤge was RvEWh
8861;
nu hôret vremede mêre / van einer maget hêre / ind er gelîch ein knapelîn
[La. knafelin
] , / de von zwelf jâren mohten sîn Crane
2069;
Vrian, gudes kneppelin, / lauf balde zuͦ dem herren din PassSpM
1027
MWB 3,1 388,20; Bearbeiter: Diehl
knappenphenninc
stM.
‘Abgabe an verschiedenen Rheinzollstätten’
volumus etiam eandem ecclesiam ab illa consuetudine et denariis qui vulgariter
chnappen phfeninge vocantur, omnimodis esse liberam et solutam
UrkEberb
2,161
(a. 1265)
u.ö.;
nos Heinricus [...] gratiam
[...] facimus [...] ut naves
[...] sine thelonei ac denariorum, qui vulgariter
knappenpenninge dicuntur, exactione libere [...]
transvehantur DRW
7,1136
(WiesbadenStArch.; a. 1332)
MWB 3,1 388,30; Bearbeiter: Diehl
knappenrëht
stN.
‘Abgabe eines (zuwandernden oder neuen) Knappen an seine Zunft’ (vgl. DRW
7,1136f. mit jüngeren Belegen):
sowe oych van inbuyssen Kolne kuͦympt zuͦ Kolne ze wonin inde ir ampt uͦven,
wirken inde verkoyffen wilt, de sal die broderschaf winnen umbe zwa m. desselven
payments [...]; inde zuͦ knapenreychte, wie sij dat under
[...] in haldent, umbe eyne m.
UrkKölnZunft
1:95,8
(a. 1327)
MWB 3,1 388,40; Bearbeiter: Diehl
knappeschaft
stF.
Verhalten von Knappen (hier negativ, vgl.
kneppischeit
):
ê daz die knappen wider als ê / ze knehten werden, sô wirt ir wol tûsent oder
mê / bestümbelt unt erhangen: daz gît man knappen umb ir knappeschaft. / ich meine
der edeln knehte niht, / ich meine, die man stelen, rouben unde brennen siht
RvZw
139,3
MWB 3,1 388,49; Bearbeiter: Diehl
knappeschuoch (?)
stM.
oder kneppe-.
als Bestandteil von Personennamen; unklar, ob die Bildung auf den Träger der
Schuhe (‘Knaben-/Knappenschuh’, vgl. DWB 5,1325 und SchweizId 8,475) oder den
Produktionsprozess (zu knîfen) abzielt (vgl. Nölle-Hornkamp,
Handwerkerbez. S. 473, vgl. auch
2knappe
):
Godeman Kneppescho UrkCorp
N372,5
MWB 3,1 388,56; Bearbeiter: Diehl
knarpelen
swV.
‘knirschen, knarzen’ (hier mit den Zähnen):
swer di selbin wurme hat, der knarpilt mit den zenen in dem
slafe, vnde allir meist so he vil hat gezzin SalArz
52,23
MWB 3,1 389,1; Bearbeiterin: Baumgarte
knarren
swV.
1
‘knarren’
2
‘knurren’ (eines Hundes)
1
‘knarren’
under des knarrete ein bret / an einer want dâ vüre, / des getrat zuo der türe
/ diu stolze wirtinne RvMunre
468
2
‘knurren’ (eines Hundes):
dâ beiz er [der Hund] în mit grimme
/ in grêzlîchir stimme / vast allumme gnarrinde / und doch dî wîle zarrinde / des
vleischis von dem lîbe gnûc NvJer
18472
MWB 3,1 389,5; Bearbeiterin: Baumgarte
knebel
stM.
1
‘Querholz’ , hier wohl zum Fixieren einer Fesselung (s.a. FWB 8,1184; DRW 7,1140; DWB 5,1374-77) 2 Glosse zu lat. columbar , ‘Halsfessel’ , Teil des Geschirrs von
Zugtieren ‘Kummet’ (vgl. MlatWB 2,894f. und AWB 5,271 mit weiteren Belegen)
1
‘Querholz’, hier wohl zum Fixieren einer Fesselung (s.a. FWB 8,1184; DRW
7,1140; DWB 5,1374-77):
wil he unschuldig werdin [will ein der Wilderei Verdächtiger
seine Unschuld beweisen] , so sol man im binden sine hende zu hauf
und sal ime einen henen [
hegenîn?] knebel zuschen sine beinen und sinen armen
durch stoszin, und sol in werfin in eine meischebodin von dren fudir wassirs
WeistGr
6,397
(a. 1338)
(=
GrimmRA
2,584
)
2
Glosse zu lat. columbar, ‘Halsfessel’, Teil des Geschirrs von
Zugtieren ‘Kummet’ (vgl. MlatWB 2,894f. und AWB 5,271 mit weiteren
Belegen):
SummHeinr
2:216,149.
1:355,124.
2:95,224
MWB 3,1 389,12; Bearbeiterin: Baumgarte
knebelîn
stN.
Dimin. zu
knabe
, männliches Kind (im Ggs. zum weiblichen), ‘(kleiner) Junge’ (s.a.
dëgenkindelîn
,
dëgenkint
,
knëhtchîn
,
knëhtelîn
), vereinzelt ‘junger Mann’
1 vom Säugling und Kleinkind 2 vom Kind 3 vom jungen Erwachsenen
1
vom Säugling und Kleinkind:
dar nâch in kurzer stunde / diu frouwe ein knebelîn gebar
KvWTroj
381;
HvNstAp
7106;
[Herodes] hiez älliu kindelîn, / diu man dâ funde
knäbelîn [die als Knaben erkannt wurden] , / diu zweier
jâre besunder / waeren ald dar under, / daz man diu ze stunde / tôte
WvRh
4121;
SHort
2075;
Lanc
1,6;
BdN
39,19
2
vom Kind:
di kind alle waren / under zehen jaren, / junckfrawen und
knebelein HvNstAp
9489;
hie ligent tôt zewâre / alle die man [alle männlichen
Kinder] in disem jâre / die in disem lande solden sîn / die knehte
und die knebelîn. / swaz hie knaben wirt geborn, / die hânt zehant den lîp verlorn
StrDan
4362;
Ammenh
3195;
Tr
5963
3
vom jungen Erwachsenen:
‘ir sult ew paden. / [...] : / so
wert ir jungk als ain kint / di pey zwaintzig jaren sint.’ /
[...] / yeder man sich under stieß [in den
Jungbrunnen] , / [...] / si wurden alle
wunnikleich / als di jungen knabelein / di in der pluenden jugend solten sein
HvNstAp
13013
MWB 3,1 389,25; Bearbeiterin: Baumgarte
knëht
stM.
auch knet (
Roth
4816;
SpitEich
13,4
), und verschr. (?) kenc [recth:] (
Roth
3322
).
1
‘(junger) Mensch männlichen Geschlechts’ , 1.1 überw. von Knaben, vom Neugeborenen bis zur Pubertät 1.2 auch vom Mann allg. 2
‘Mann in dienender, einem Herren untergeordneter Funktion’ unabhängig vom
Stand; 2.1 von Männern adeliger Herkunft mit und ohne Ritterwürde (dazu s.a.
StrKD
4 , ‘ von zweier hande knehte ’, mit zeitgenössischer
Diskussion des Themas), Pagen und Knappen 2.1.1 von Lehensmännern 2.1.2 von Rittern 2.1.3 von Pagen oder Knappen 2.1.4 in der Beschreibung des Verhältnisses eines Minneritters zu seiner Dame
(zu eigen vgl. 2.2.1 ) 2.2 von Personen nichtadeliger Herkunft 2.2.1 Diener oder Knecht, auch Handwerksgeselle; (junger) Mann, der Teil der Hausgemeinschaft eines Herren/ Meisters ist 2.2.2 im Gegensatz zum Ritter (vgl. bes. 3 ) 2.3 in der Beschreibung des Verhältnisses eines Christen zu Gott/ Christus 2.4 in Umschreibungen für teuflische, dämonische Wesen 2.5 übertr. zum Ausdruck einer besonderen Hingabe an eine Idee, Tugend u.ä. oder der Unterworfenheit unter eine herrschende Gewalt 3 vom bewaffneten (adeligen wie nichtadeligen) Kämpfer im Gefolge oder Heer eines Herren
1
‘(junger) Mensch männlichen Geschlechts’,
1.1
überw. von Knaben, vom Neugeborenen bis zur Pubertät:
alsus quam ez zu den tagen, / daz di vrouwe gelac / und
vil grobelich erschrac, / wand ez ein schone knecht was, / des si muterlich
genas Pass I/II (HSW)
34545;
sît ich was ein swacher kneht, / sô lebt ich iuwers râtes
ie Wh
146,28;
swa der abe cheret, / der die schuolær leret, / so lernent
unrehte / alle die chnehte VRechte
438;
ich müeste mich sîn iemer schamen, / ob ich ze man kür einen kneht
[den dreizehnjährigen Partonopier (nach einer Liebesnacht mit
der Königin)] , / wan ez ist hie ze lande reht, / daz frouwen
niht getürren haben / zer ê sô kindische knaben, / sam du, vil trût geselle,
bist KvWPart
1903;
Mühlh
177,17.
– auch ‘Sohn’
he [das Kind Jesus] was
gehorsam dim [Marias] gebode, / got was din
knecht, he was din bode MarlbRh
61,27.
– in Wendungen, die alle Menschen als Ganzheit umschreiben:
ez wer man oder frauwe, kneht oder magt, bi dem die
[falschen Gewichte] funden oder begriffen
wuͤrden WüP
79,5.
89,18;
sî mugen ouch lûte, wîp unde man, knehte unde dirnen,
zu êwelicheme rehte besizzen StatDtOrd
30,15
1.2
auch vom Mann allg.:
do waren in den geslahten / zvelefe tuerliche chnechte /
di waren also warhaft / der tugent habeten si di craft VMos
64,27;
is dan daz die mannisnamin urin
[ihren] suestirin rechti wollin mieti vari
[bei der Erbschaft] unde teili, so sulin su uri
herrin [ihren Lehensherren] bite, daz su diz
lein [Lehen] urin suestirin lien
[...] undi un selbin· inwollin iz dan die herrin
niemini lie, dan den kneichtin undi den sunin· so sulin su iz inpha· undi sulin
iz dan urin suestirin widirsazi mit andirimi guti Mühlh
131,22
2
‘Mann in dienender, einem Herren untergeordneter Funktion’ unabhängig vom
Stand;
auffallend häufig in der Verbindung guoter ~
, möglicherweise zur Unterscheidung adeliger Abhängiger von Bediensteten bzw.
einfachen Kämpfern und Kriegsknechten (so Jackson S. 21f.; vgl. z.B.
schiltknëht
), daneben die Verbindung mit edel (vgl.
edelknëht
) und für Dienstboten und Knechte mit eigen (vgl.
eigenknëht
)
2.1
von Männern adeliger Herkunft mit und ohne Ritterwürde (dazu s.a.
StrKD
4, ‘von zweier hande knehte’, mit zeitgenössischer
Diskussion des Themas), Pagen und Knappen
2.1.1
von Lehensmännern:
den guden knecten allent samint / lech he die richen
Scottelant Roth
4825;
dar horde manich got knet / Rotheres lant rech ebd.
3351
2.1.2
von Rittern:
ir [Keie] erzeiget doch
iezuo grôzen haz / disem guoten knehte. / nû tuot ir im unrehte. / ern
gedâhte iuwer nie wan wol, / als ein rîter des andern sol Iw
2513;
daz [der bei der Mantelprobe aufgedeckte
Makel] was dem guoten knehte / swære und âne mâze leit /
und ouch der vrouwen gemeit UvZLanz
5992
2.1.3
von Pagen oder Knappen:
ditz ist von zweier hande knehte phliht; / der eine
wolde ritter werden, der ander niht StrKD
4,1;
so wil ich das du laitest swert / und dise liehten
sumerzit / [...] / mit dienste min ritter sist. /
so du knehtes namen begist / und man dich ritter nemmen sol, / so zimet dir
erst ze dinen wol / nach werder vroͮwen lone RvEWh
5156;
ine wil niht langer sîn ein kneht, / ich sol schildes
ambet hân Parz
154,22;
swer vil kûme wære kneht, / der wil nu rîter werden
Wig
2333
2.1.4
in der Beschreibung des Verhältnisses eines Minneritters zu seiner Dame
(zu eigen vgl. 2.2.1):
sît aber ir geruochent jehen / mîn ze cnehte, sælic
wîp, / sô sol mîn herze und mîn lîp / iu ze dienste sîn bereit
KvWWelt
171;
ich muoz iemer ûf gedinge / sîn ir eigen kneht
SM:HvStr
2: 5,5;
SM:Had
10: 2,11
2.2
von Personen nichtadeliger Herkunft
2.2.1
Diener oder Knecht, auch Handwerksgeselle; (junger) Mann, der Teil der
Hausgemeinschaft eines Herren/ Meisters ist:
man verbuͤtt auch allen hantwerkknehten und fremden
knehten, die nit behuset sint, swert und mezzer bi tage und bi naht
WüP
82,2.
17,3;
StRFreiberg
289,13;
ist er ein wirt, der die notnumpht begangen hat, dem
sol man ze sime huse furgebieten: ist ez ein kneht
[...], so sol man im furgebieten zem ersten
male bi swem er gewaesen ist StRAugsb
88,13.
198,3;
er gestalt [...] ze igelichem vihe einen
chneht der ez tribe GenM
64,13;
diu ross diu zôh man dan / zuo den herbergen; si
heten manegen kneht, / die in mit vlîze wâren z’allem dienste gereht
NibB
1897,3.
99,1;
schweren zimt nur deinen undertanen und deinen chnechten [
subditorum enim est et servorum iurare
]
HvHürnh
22,11;
UvZLanz
778;
VRechte
270;
SpdtL
95,9;
StatDtOrd
39,21;
Hochz
512;
VMos
15,7;
Volmar
158;
RvEBarl
6547.
– übertr.:
diu werc sint des muotes kneht Bîspel (Pf)
37,68.
– mit eigen:
daz sie weren eigen / und solden sich erzeigen /
mit dienstlichem rechte / alsam die eigene knechte Pass I/II
(HSW)
30346;
alse soln tuͦn mit rehte / eigene gecoufte knehte
Glaub
2071;
der sînen eigen kneht slehet ze tôde âne schulde
und âne gerihte [...] unde beklaget man in vor
einem rihter dar umbe, man nimet im sînen lîp billîcher dar umbe, denne
ob er einen fremeden erslagen hete SpdtL
137,1.
– mit gemeine:
unde an swelhen tagen der cristac gevellet, sô
gebe man in gemeiner knehte spîse, wanne man den tach niht mit
vastene begêt durch die wirdekeit der hôgegecît
StatDtOrd
81,29.
81,16.
– in Wendungen, die alle Menschen als Ganzheit umschreiben:
dâ hete der herre und der kneht / so genuoc daz
in niht gebrach Wh
449,6;
ez si herre oder kneht, man oder wib, magt oder
kint WüP
97,8;
ez si pfaffe oder leye, herre oder kneht, frawe
oder magt, rich oder arm ebd.
98,2;
– phras. (?):
da rihtet got mit rehte / dem herren joch dem
chnehte, / der vrouwen joch der diwe Hochz
736;
AvaJG
20,2;
vnde richte nach rechte / herrin vnde knecten
Roth
5077;
er rihte wol ze rehte / dem ritter und dem
knehte, / dem rîchen als dem armen RvEBarl
13684
2.2.2
im Gegensatz zum Ritter (vgl. bes. 3):
wer ist der man? / [...] /
weder ist er ritter oder kneht? Tr
10769;
den ritteren gab man goldgewand, / von seyden nam
sariant, / knechtes knecht von scharlachen HvNstAp
11440;
niun tûsent knehte die lâgen tôt erslagen, / dar über
ritter zwelfe der Dancwartes man NibB
1936,2.
– in Wendungen, die alle an einem Hof versammelten Edlen und
Bediensteten umfassen:
künc Artûs der milte / lief gegen im und enpfienc
in dô. / daz gesinde wart allez vrô; / rîter unde knehte / enpfiengen in
wol von rehte Wig
1142.
682;
dô wart dar für gesuochet vil manic hêrlîch
gewant. / ê daz ez vol ertagete, dô kômen für den sal / vil ritter unde
knehte NibB
807,2.
701,1;
dâ [beim Gral] muoz der
rîter unt der kneht / bewart sîn vor lôsheit Parz
473,2;
sie bat vnde gebot, / daz er geselleschaft neme,
/ die ime wol gezeme. / ez were krump oder recht, / er enwolde ritter
noch knech Herb
18313
2.3
in der Beschreibung des Verhältnisses eines Christen zu Gott/
Christus:
‘Abacuc, gotes chneht’, / sprach der engel wider in
KvHeimHinv
334;
da got die sine chnehte / brahte zuo ir rehte
Hochz
1046;
daz du [Christus] dine sculdigen
knehte / mit ir schepfere versunes Litan
146;
durch die schulde er [Christus]
im erkôs / sô grôze dêmüete, / daz er durch sîne güete / des knehtes bilde an
sich nam / und wart alsô gehôrsam, / daz er sich an daz kriuze bôt / und dar an
leit durch uns den tôt RvEBarl
12879.
12901;
iz waren zwene gotis knechte [Petrus und
Paulus die gotis boten bede, V. 129] . / volge in,
so tvͦstu rechte TrSilv
209;
SüklV
330;
VMos
78,14;
RvEBarl
3997.
15017;
Pass I/II (HSW)
2360.
– auch gegenüber Maria:
schöne muͦder vol edelcheide, / din sün ind dine
knecht geleide MarlbRh
59,10
u.ö.
2.4
in Umschreibungen für teuflische, dämonische Wesen:
so getan gesturme ist michel reht, so des tieveles chneht /
mit gewalte vure gat AvaA
8,1;
irn müezet morgen vehten / mit zwein des tiuvels knehten.
/ die sint alsô manhaft, / und hetet ir sehs manne kraft, / daz wære ein wint
wider in Iw
6338.
6772;
Serv
2953
2.5
übertr. zum Ausdruck einer besonderen Hingabe an eine Idee, Tugend u.ä. oder
der Unterworfenheit unter eine herrschende Gewalt:
[die ‘Kämpfer’ auf Tristans Seite gegen den 4 Männer starken
Morold] daz eine got, daz ander reht, / daz dritte was ir
zweier kneht / und ir gewærer dienestman, / der wol gewære Tristan
Tr
6884;
kneht der milte KvWSilv
1159;
der unsælden kneht ZwBüchl
626;
dat wir der sünden knecht niͤt ’n werden
MarlbRh
59,12;
des todes knehten StrKarl (S)
6495
3
vom bewaffneten (adeligen wie nichtadeligen) Kämpfer im Gefolge oder Heer eines
Herren:
si waren gute knehte / si getorsten wole fehten / si gurten
sich mit sverten VMos
54,27;
zu deme swerte was er ein gut knecht Rol
706.
71.
2643;
do enmoht er wider überkraft / und mit als guoten knehten /
langer niht gevehten UvZLanz
1533.
680;
die burgære satzten sich ze wer / gelîch vil guoten knehten
Eracl
2727;
zem êrsten brâht’ er
[Hagen] übere tûsent ritter hêr, / dar nâch sîne recken.
dannoch was ir mêr. / niun tûsent knehte die fuort’ er an daz lant
NibB
1573,3.
1647,4;
ÄJud
111;
VAlex
1453;
Roth
4067.
4372;
Er
4405;
Iw
6934;
Tr
11036.
– übertr.:
ouch wolde got sineme dienist man / siner arbeite lonan, /
sime turen knechte, / der dicke wole gerechte / truͦc die geistlichen wafen
Ägidius
1573.
– in Wendungen, die das gesamte Heer mit Rittern und Kriegsknechten
umfassen:
vf die ros, vf die phert, / herren vnde knechte, / zv
strite vnde zv fechte Herb
8733;
ez gin da an ein fechten / mit herren vnde mit knechten /
vnde mit den sarianten ebd.
11790.
9001;
er gebôt, daz man swuor / (ez wære rîter oder kneht) /
den herfride Eracl
2719.
– Lit.: W. H. Jackson, Zum Verhältnis von ritter und
kneht im 12. und 13. Jh., FS Stackmann, 1990, S. 19-35;
2HRG 2,1909-11 s.v. Knecht; Kochskämper, Frau u. Mann,
bes. S. 212-245.
MWB 3,1 389,48; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhtchîn
stN.
Dimin. zu
knëht
, ‘männliches Kind (im Ggs. zum weiblichen)’ (s.a.
knabe
,
knebelîn
,
dëgenkint
, -kindelîn ):
worde iz ein knechtchin, so solde manz in tun zu Rumarsdorf, wordez abir ein
meidichin, so solde manz in tun zu Aldinborg, des ordins der da heizt
Premonstratenses unde haldin di regeln sente Augustins Köditz
53,1
MWB 3,1 392,56; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhtelach
stN.
hier -lech; vgl. Mhd. Gr. (KSW) 3 § S 51-55, bes. § S 53.
(abwertendes) Dimin. und Kollektivbildung zu
knëht
, ‘junge Männer, junge Burschen’
sô verwet daz sich, sô gilwet daz sîn gewant, sô hôhvertet daz mit wolsingen,
sô hôhvertet daz von nihte, wan ez diu üppikeit dar zuo bringet. dem volkelîn unde
den diernlech unde den knehtelech den vert daz herze alle zît gôlenzende, unde wirt
manic tûsent menschen von hôhverten verlorn PrBerth
1:83,24
MWB 3,1 392,63; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhtelîn
stN.
auch knechtel (
Pass I/II (HSW)
34523;
HvNstAp
9629
).
Dimin. zu
knëht
1 zum Ausdruck des geringen Alters ‘männliches Kind (im Ggs. zum weiblichen)’
(s.a.
knëhtchîn
,
knabe
,
knebelîn
,
dëgenkint
, -kindelîn ) 2 zum Ausdruck der geringen Stellung, ‘Knecht, geringer Diener’
1
zum Ausdruck des geringen Alters ‘männliches Kind (im Ggs. zum weiblichen)’
(s.a.
knëhtchîn
,
knabe
,
knebelîn
,
dëgenkint
, -kindelîn ):
swaz knechtelîne wirt geborn, / den sî der tôt von ûch irkorn
NvJer
3871;
Pass I/II (HSW)
34523;
man seite mir für wâr, daz ein diernlîn von ahte jâren mit einem hin wec
gienge! dâ von sult ir [...] sie von einander legen diu
knehtelîn unde diernlîn, wan sie sint gar gezîte schalkeite vol
PrBerth
1:36,2;
RvEWh
5443;
EvBeh
Lc 2,23;
HvNstAp
9629;
LvRegFr
4770.
– in der umschreibenden übertr. von lat. filius Iudaea :
bistu der knechtelin ein / die min vater brachte rein /
gevangen von juden lant? [
tu es Danihel de filiis captivitatis Iudae Dn 5,13]
Daniel
4627
2
zum Ausdruck der geringen Stellung, ‘Knecht, geringer Diener’
vernula: chnehtelin Gl
3:428,6;
[ein gerufener Weiser ist verärgert, weil er seine Klugkeit mit einer
Frau messen soll:] welch ist des kuniges rat, / der also wise
meistere hat / durch ein dirn her gesamt, / sit unser knechtelin diz amt / wol hete
bracht zu dime lobe! Pass III
674,61;
ir lônet dem knehtelîn, daz den acker bûwet: dem gebet ir ein wênic güetelîns
PrBerth
1:358,9
MWB 3,1 393,9; Bearbeiterin: Baumgarte |