k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klamen swV. klamenîe stF. klamere stF. klamerspiʒ stM. klamirre (?) Subst. (F.?) klamme stF. klamme swF. (oder N.?) klammen swV. klampferen swV. 1klanc M. 2klanc stM. klanke swF. klapf stM. klappenen swV. klapperate swF. klappere swF. klapperen swV. klapperminne stF. klâr Adj. klâr stN. klære stF. klâren swV. klæren swV. klarêt stMN. klæret Part.-Adj. klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
klamen
swV.
→
klammen
MWB 3,1 311,3;
klamenîe
stF.
auch clamanie.
wohl ‘Geheimnis, Geheimlehre’ (zu lat. clam
‘heimlich’, vgl. G. Schweikle, Parodie und Polemik in mhd. Dichtung,
Stuttgart 1986, Anm. auf S. 193 zu Str. 56 Z. 3), in älterer Forschung als
‘klarer Himmel’ aufgefasst (vgl. Suolahti 1,123):
nigromanzie erkenne ich gar. / astronomie nim ich an den sternen war: / vinde
ich die clamanie [Laa. clamanei, klamenie
] in rehter ahte, / so kunde ich wol die warheit sagen Wartb
(H)
373:21,3;
swie vil ich an den sternen las, / swen so die klamenie in vollem heider
[klarem Himmel] was, / daz hat mich ie kegen India
gewiset ebd.
390:1,2;
zwo clamanie an sternen tuot din singen mir bekant ebd.
562:5,9;
Loheng
183
(entspr. Wartb (H) 373:21,3)
MWB 3,1 311,4; Bearbeiter: Richter
klamere, klammer
stF.
Pl. auch clemern (
BdN
245,1
).
‘Klammer’
leg in [den Aal] dann in ain clamer
spiz [gespaltenen Bratspieß] , daz ist ain clainr
eiseneinr spiz gespalten und gênt die zwai clemern oben und unden zesamen und habent
ringel, dâ mit man si zuo enander twingt BdN
245,1.
– hier evtl. eine Form der Fessel, Stock (Holzbretter zum Einspannen von Hals
und Händen?):
si lait mir an ain clamer / vnd ruͤrt mich mit dem hammer / da mit si mangen
het versmit MinneR 433
495.
– übertr.:
leit jâmer und trûren / mîn herze alsô vormûren / mit der starken angist
clammern MinneR 27
185;
den vil tugentrîchen / twanc der vorhte klamere KvWPart
1193;
alter schulde klamere KvWGS
347
MWB 3,1 311,19; Bearbeiter: Richter
klamerspiʒ
stM.
ein gespaltener Bratspieß (zum Einklemmen, hier von Aal):
leg in [den Aal] dann in ain clamer
spiz, daz ist ain clainr eiseneinr spiz gespalten und gênt die zwai clemern oben und
unden zesamen und habent ringel, dâ mit man si zuo enander twingt BdN
244,34
MWB 3,1 311,34; Bearbeiter: Richter
klamirre (?)
Subst. (F.?)
eine Speise, Semmelschnitten mit Obst- oder Fleischeinlage (vgl.
Anm.z.St.):
datz Ôsterrîche clamirre, / ist ez jener, ist ez dirre, / der tumbe und der
wîse / hânt ez dâ für herren spîse. / die soltu ezzen Helmbr
445
MWB 3,1 311,40; Bearbeiter: Richter
klamme
stF.
auch klambe (
Karlmeinet
472,47
); s.a.
klam
stM.
‘Bedrängnis, Klemme, Not’
die warhæit begunder rüeren, / [...] wie die bürge
müesten / dulten fiures flamme, / unde mit wie grozer chlamme / diu liute solden
vallen Serv
1460.
430;
in derselben clamme [aus dem Paradies vertrieben,
von Gott nicht länger beachtet] / da lage wir lange
VMos
10,23;
du erloestes mit dyner gewelde / usser engstlichen klamben / van des
waelvisches wamben / Jonam Karlmeinet
472,47;
Ottok
3384;
MinneR 444
71
MWB 3,1 311,45; Bearbeiter: Richter
klamme
swF. (oder N.?)
‘Klammer, Zange’
ez [das Mischwesen] fuͦrt ain
clammen / sines herren Merlines, / da mit er vil pines / manigem het gestellet
WhvÖst
11730
MWB 3,1 311,56; Bearbeiter: Richter
klammen, klamen
swV.
auch klamben.
‘etw. (mit Klammern) festmachen’ (s.a.
klampferen
):
er hiez si [die Arche] limen und chlamben
GenM
28,11;
er ist vervlûchet und verdamt / swer hanget an daz holz
geklamt JvFrst
7486;
sumlich wurden ouch verdamt / und zû dem êwigen tôde geklamt
ebd.
8630.
–
‘einklemmen’ (?), Sinn des Belegs ist unsicher, vgl. Anm. z. St.:
wol mag der fröden zang / Adam clamen in die gail [i.S.v. in die
Fröhlichkeit einbinden? von niederen Trieben erlösen?] / da sines
rippes och ain tail / an dir, gehüre stete, lit MinneR 272 (DKL)
1,61
MWB 3,1 311,60; Bearbeiter: Richter
klampferen
swV.
‘etw. (mit Klammern) fest zusammenfügen’
sô vaste hiez er si [die Arche]
chlampheren unde lîmen daz si der fluote vreise mahte erlîden Gen
695
MWB 3,1 312,8; Bearbeiter: Richter
1klanc
M.
Bedeutung unklar, evtl. ‘Schlinge, Verschlingung’ (vgl. FrlWB, S. 185, s.a.
das ebenfalls unklare
klenc
Adj.):
den slangen beiz min harm, ich wisel [La. den clangen paiz
mein himleins wisel
]
Frl
1:9,14
MWB 3,1 312,12; Bearbeiter: Richter
2klanc
stM.
s.a.
klenke
.
‘Klang, Schall, Ton’ (s.a. Lötscher, Schallwörter, S. 97f., 154, 173f. zum
Vergleich mit galm u.a. Schallwörtern):
ir [der Sirenen] stimme ist vil
manic valt / vnd ir klanc so suzze Herb
17706;
man hôrte dâ zem tuome maniger glocken klanc
NibB
811,2;
da wart ain michel chlanc / uon spiezen unt uon swerten
Rol
6293;
manig edel bruͤnne floz / mit rinnen und mit roren: / daz clang
im in die oren. / dez wazzers klang det im we HvNstGZ
117;
sein [des Kupfers] gedœn von im
selber ist gepäurisch. wenn aber man ez mit silber mischt
[...], sô gewinnt ez gar ainen guoten klank
BdN
478,30;
Wh
31,19;
Tr
17218;
Mechth
2: 25,126;
WolfSchule
160
MWB 3,1 312,17; Bearbeiter: Richter
klanke
swF.
‘Armspange’ (?), Glossenbeleg des 13. Jh.s (vgl. AWB 5,224):
manice: stuchen vel klanken Gl
3:175,28
MWB 3,1 312,31; Bearbeiter: Richter
klapf
stM.
‘Knall, Krach’ (von einem Klatschgeräusch, vgl.
klaf
):
Ihesus die hende zesament schluͦg / und machte da mit ainen
schal, / der mit klapfe lut erhal, / als da man vogel schochen wil
WernhMl
5290.
5292
MWB 3,1 312,34; Bearbeiter: Richter
klappenen
swV.
‘klackern, erklingen’
do quamen die zeldere inde die ros. / uffe den Poderamus hof. / da clappende
daz gesteine. / mit den is perlin cleine. / an den uore bougin
[Zaumzeug]
Roth
4587
MWB 3,1 312,39; Bearbeiter: Richter
klapperate
swF.
‘Geschwätz’
was sol ich von disem edelen wesende sagen den die iren
uswendigen menschen nút enwellent ziehen von diser klapperaten und diser vil
uswirklicheit, ir vil vigilien, das alles die nature dis klaffen hat?
Tauler
370,17
MWB 3,1 312,44; Bearbeiter: Richter
klappere
swF.
‘Klapper’ als Signal sozialer Ausgrenzung bes. bei Aussätzigkeit:
dannen hûb dô Tristrant sich [verkleidete sich] /
zu eime miselsîchin man; / sîne cleider her an sich nam / und sîne kleppirn an die
hant Eilh (L)
7029
MWB 3,1 312,50; Bearbeiter: Richter
klapperen, klappern
swV.
auch kläpperen (BdN ).
‘klappern’
wenne der wint stúrmet und die venster und die túren
klapperent Tauler
63,17;
und spricht Solînus, daz der
vogel [Storch] kain stimm hab denne daz er cläpper mit
dem snabel BdN
175,9
u.ö.
– von Zähnen:
er ward zitrende von frost, daz im die zene in einander
klaperten Seuse
82,2;
do wurt er weinende und zene klapperen Tauler
403,6;
dar umme [wegen der Verständigkeit des Hl. Stephan]
stunden di juden gegen ime mit grôzeme grimme und rifen wider in und klaperten mit
iren zenen HvFritzlHl
35,15.
– übertr.:
swenne einer vellet, daz leber und lunge / klappernt von sînes rosses sprunge,
/ der muoz ûf springen als im niht werre Renner
21674.
– subst.:
do wirt eyn weynen unde eyn claperen der czene [
ibi erit fletus et stridor dentium Mt 8,12]
EvBerl
12,22;
wenn man in [einen Drachen]
verjagen wil oder vorhtig machen, sô nimt man ain aufgeplâsen plâtern und sleht dar
auf mit coralleinn gärtleinn; den dôn oder daz kläppern fürht er und entweicht und
wirt gehôrsam BdN
270,16
u.ö.;
daz clapern mit den kochern / vol der phile
Hiob
14570
MWB 3,1 312,55; Bearbeiter: Richter
klapperminne
stF.
Bedeutung unklar, ‘geschwätzige Dame’ (?):
brenge mer [fordert Lucifer von Sathanas] ouch dyͤ
klappermynne, / dyͤ da siczen an den czynnen / und duncken sich also heilig syͤ /
also des phaffen mast swin [halten sich selbst für heilig, wie es auch
die Schweine des Pfaffen tun]
OsterSpI
351
MWB 3,1 313,14; Bearbeiter: Richter
klâr
Adj. , klâre
Adv.
adv. Verwendung selten (z.B.
HvBurg
5613
und
Mechth
1: 22,10,
s.u. 1.1 und 2.7.3; vgl.
klârlich
), teils fraglich.
Auch claur (
GTroj
4302
u.ö.), klor (
Tauler
8,6
).
s.a. die Adj.
lieht
,
lûter
,
reine
1
‘hell, strahlend, leuchtend’
1.1 allg. 1.2 von der Sonne u.a. Himmelskörpern 1.3 von der Helligkeit des Tages (u.ä.) 2
‘klar, rein, ungetrübt’
2.1 allg. 2.2 von Flüssigkeiten 2.2.1 allg. 2.2.2 besonders von Wein ‘klar, von Trübstoffen befreit’ (Besse, Wein, S. 32) 2.3 von Edelsteinen und -metallen ‘glänzend, funkelnd, blank’
2.4 relig. (überw. von der Seele bzw. Person) 2.5
‘rein, unschuldig’ (oder unter 3 ?) 2.6 von der Stimme ‘klar, rein ertönend’
2.7 vom Auge bzw. Sehvermögen 2.7.1 als Schönheitsmerkmal 2.7.2 als Merkmal des gesunden Auges 2.7.3
‘klarsichtig, scharf sehend’
2.8 von Wahrnehmung und Verstehen ‘ungetrübt, klar erkennend’
2.9
‘deutlich, leicht erkennbar’
3
‘schön, herrlich’ übergehend zu ‘vortrefflich, edel’ (offen zu
1 und 2 ) 3.1 vom Aussehen 3.2 von der Erscheinung und Qualität von Dingen (auch von Tieren und Orten) 3.3 vom Wesen und der Abstammung einer Person 3.4 von Gott, Engeln oder Jesus Christus 3.5 lat. clarificare übersetzend
machen, (be)wîsen
‘verherrlichen, verklären’
1
‘hell, strahlend, leuchtend’
1.1
allg.:
die dô hâten öle genomen, / der lieht was klâr, vil
schône ez bran RvEBarl
3561;
do chom al gahens ein liecht so clar, / in dem sie an den
stunden / vor ir ougen verswunden GvJudenb
3866;
ez sî smâcheit als êre, bitterkeit als süezicheit und daz
meiste vinsternisse als daz klærste lieht Eckh
5: 229,10;
beidiu sîn wât und sîn lîp / diu wâren lieht sunnen var,
/ lûter und sô rehte klâr / daz ez im in diu ougen schein / als ein lieht
karfunkelstein Wig
4632;
durres holcz / das nicht
ruch [qualmte] und
prun [brannte] klar [hierher oder zu
2
‘rauchfrei, rein’?]
HvBurg
5613.
– präd. mit Vollverb (s. 2
5Mhd. Gr. § S 38,7) oder adv.:
darin schein an der mâze / lieht, daz al die strâze / erliuhtet wâren
klâre LBarl
12888;
des staines [Karfunkel]
varb ist feurein und scheint des nahtes mêr wan an dem tag, wan des tags ist
er tunkel, aber in der naht scheint er sô klâr, daz er pei im naht zuo tag
macht BdN
437,22
1.2
von der Sonne u.a. Himmelskörpern:
der tac vf ginc / vnde die werlt die licht enphinc / von
der claren svnnen Herb
10955;
deu sunne ist aller clerst in mittemtage
KvMSph
36,11;
MF:Mor
1: 4,3;
Parad
34,7;
wir sehen oft an dem himel ainen praiten halben kraiz
weiz und klâr reht sam ain klâreu strâz BdN
78,15.
62,10;
ein niwen stern man schein sach / ce Jerusalem ein ganzez
jar, / der was liecht und clar GvJudenb
3948;
SM:EvS
1: 17,4.
– in Vergleichen:
klâr alsam diu sunne / ist dîn liehtez ougenbrehen
SM:St
12: 3,4;
liehter dann die sonne clar / waz die Wisheit, daz ist
war HvNstGZ
555;
hoͤher denne die wolken, klarer denne die sunne
Mechth
1: 40,3.
2: 8,19
u.ö.
– attr. in asyndetischer Reihe oder adv.:
klâr heizer sunnen blicken, / des mânen kelte
KLD:Kzl
2: 11,6.
– wohl adv., aber präd. Verwendung mit Vollverb (s. 2
5Mhd. Gr. § S 38,7) nicht auszuschließen:
lûter, clâr stêt nû der liechte sunne SM:Had
25: 1,3;
ouch schein der mâne zuo der zît / vil liehte und vil
clâre Tr
13499;
die sunne schein clare Herb
17073;
als durch daz ganze geworhte glaz / scheinet diu sunne
clar GvJudenb
341;
UvZLanz
5705;
Mechth
3: 1,20
1.3
von der Helligkeit des Tages (u.ä.):
so lang beytet der konig das der tag clare wart
Lanc
6,28;
in dûhte ein wunderlîch geschiht, / wâ von diu vinster
trüebe / sich ie des nahtes hüebe / und ie der tac wær alsô klâr
RvEBarl
999;
süezziu zît, diu wellent sûren, / trüebe werdent die tage
clâr SM:Had
26: 1,6
u.ö.;
in ward der claure lïchte tag / baiden verkertt in ain
nachtt GTroj
4302;
Tauler
8,6;
Iw
7385.
– vom Wetter ‘klar, heiter, freundlich’
sy hetten senfte winde, / claur wetter linde. / der
herren schiff gar eben gie GTroj
15736;
si machin clar wetir vinstir und tunkil [...]
mit irme czoubir MarcoPolo
12,18.
– präd. mit Vollverb (s. 2
5Mhd. Gr. § S 38,7) oder adv.:
sô mich besezzen / nahtes habent die sorge alsam diu
mar, / des wirt vergezzen / sâ, sô mir der tac erschînet klâr KLD:UvL
2: 4,4;
vgl.
swaz winter truobte, daz tuot sumer clâr SM:Had
35: 1,2
2
‘klar, rein, ungetrübt’
2.1
allg.:
dünne und dicke, klâr und trüeb, wäzzrig und erdisch
BdN
79,13;
der himel ist ouch reine und klâr sunder alle vlecke âne den mânen
Eckh
3:147,5;
die mantel die geworpen was, / als balde als quͦam eyn
sonne scyn, / die wairt noch claire dan eyn glas, / dat hy nit wisser mochte syn
MinneR 409
155;
KvWLd
32,369.
–
~
sîn mit Gen.d.S.:
daz riuwet mich, ich bin es clâr [ich bin
davon geläutert]
SM:Gl
2: 9,24
2.2
von Flüssigkeiten
2.2.1
allg.:
eines brunnen rinne, der ist siht, luter, klare JTit
6260,1;
dâ bî vluzzen al vür wâr / liehtiu süeziu wazzer klâr
RvEBarl
12386;
KvWSchwanr
1384;
StrAmis
1203;
ir minenklichen ogen gütt / wurden von clauren
trechen rott GTroj
9177;
die spilende sunne der lebendiger gotheit schinet dur
das clare wasser der vroͤlichen menscheit Mechth
4: 12,20;
swenne di leber sich ist
[...] wirt der harn wiz vnde clar als ein
wazzer SalArz
53,38
u.ö.;
BdN
28,11.
32,16.
– Honig:
nim eines iungin hanen galle. vnde ruten saf.
vnde clariz honiges eine unce SalArz
36,34
2.2.2
besonders von Wein ‘klar, von Trübstoffen befreit’ (Besse, Wein, S.
32):
nu merke, das leym, noch der gerunge dem wyne
ingegossin, reynit den wyn vnde macht den wyn clar vnd czuhit di hevin in
den grunt Pelzb
140,19;
das [Klären des Weins mit Sand und
Asche] tun si ouch also lange, bis der wyn reyne wirt vnd
clar ebd.
141,14.
141,20;
vnde sal trinken aldin win der reine vnde clar si
SalArz
35,13;
ei süezer klârer starker wîn LvRegSyon
2687.
– unklar, ob synonym zu dem unter lûtertranc und
klâret behandelten Würz-/ Kräuterwein, der mit Kräutern
und Honig angesetzt und abgeklärt wird:
lûtertranc, klârer wîn, / swaz dâ guotes mahte sîn, / daz wart
allez vür in brâht Flore (P)
3005;
GTroj
2568;
Ottok
755.
– von Met:
Patroclos der geschwinde / gebott den lïben
fründen sin / dar tragen maraz unde win, / clauren mett und lutter trank
GTroj
16601
2.3
von Edelsteinen und -metallen ‘glänzend, funkelnd, blank’
vertillus ist ain läuhtend stain genuog klâr und gleicht
lauterm öl BdN
465,17;
dis stein is gruͤne inde klar MarlbRh
115,7;
so wirt daz ertrich uber al / luter clar als ein cristal
HvNstGZ
7501;
HvNstAp
11118;
Volmar
291;
Herb
9223;
es was gezieret mit edelm gesteine und mit clarem golde
Mechth
5: 23,143.
7: 1,111;
daz sy ain bekin guldin / hiesse dar tragen lutter, claur
und vin GTroj
811;
daz edell golde claur ebd.
8896.
15090;
von clârem golde HvFreibTr
2245.
4804.
– von Spiegeln:
ie der spiegel klârer ist, ie daz glîchnisse volkomener dar ane ist
Eckh
4,1:132,75;
liecht als ain spiegel klar HvNstAp
9312;
got ist ein reiner spigel clar Erz III
82,152;
Mechth
7: 7,17.
– präd. mit Vollverb (s. 2
5Mhd. Gr. § S 38,7) oder adv.:
gesteine / durchsihtic, tûwer, liehtgevar, /
[...] sie erglesten clâr, / sô daz man sich in
in besach Kreuzf
1460;
geschihet dem menschen als dem kupferîn pfenninge: die wîle daz er in
dem viure niht enist, sô schînet er klâr silberîn; kumet er aber in daz
viur, sô wirt geoffenbâret, daz er kupferîn ist Eckh
4,1:197,282
2.4
relig. (überw. von der Seele bzw. Person):
ein luter pur clar Ein [...], gesvndert von aller
zweiheite Eckh
3:448,8.
2:499,6.
3:26,2;
so werdent únser sinne geoffenet und so wirt únser sele
also clar, das wir sehen in die goͤtlichen bekantnisse als ein mensche sin
antlize besihet in eime claren spiegel Mechth
7: 7,16.
5: 17,10;
diͤ klarheit sint diͤ dügd algemeine, / si machent diͤ
geiste klar ind reine / beid der engel ind der luͥde MarlbRh
100,2;
StrKD
134,53
2.5
‘rein, unschuldig’ (oder unter 3?):
das was ein vorzeichen der reinen klaren kúscheit sante
Marien Mechth
5: 23,128;
von dir [Jesus] sagt uns die
schrift, / in diner claren kintheit / mit kuͦmer und mit arbeit / stuͤnde du in
armuͤt HvNstGZ
2077;
sy begunden sagen / wo der junge were. / der wirtt sprach
öne schwere: / ‘man süch in by den frowen, / die wöltten in lichtt schowen /
durch sine clauren kinthaitt.’ GTroj
2543
2.6
von der Stimme ‘klar, rein ertönend’
er [Myrrhe] macht auch die
stimm clâr BdN
370,35;
die kichern [Kichererbsen]
machent die stimm klâr ebd.
389,21.
394,13
2.7
vom Auge bzw. Sehvermögen
2.7.1
als Schönheitsmerkmal:
siden far was ir har, / ir oͮgen luter vnde clar
Herb
600
u.ö.;
sîn munt was rehte rôsenrôt, / sîn varwe lieht, sîn
ougen clâr Tr
3335
u.ö.;
ir ougen klâr / diu hânt mich beroubet gar / und ir
rôsevarwer rôter munt MF:Mor
9: 2,8;
ir spiegelliehten ougen klâr KLD:GvN
8: 3,5;
SM:HvR
1: 2,3;
Wig
878
2.7.2
als Merkmal des gesunden Auges:
di wermate gestossen unde das wermat saf mit honege
gemenget unde an di ougen gestrichen, si werden dar abe clar
Macer
3,17.
51,10;
des mark macht die vinstern in den augen clâr, der
sich dâ mit salbet BdN
174,4;
ir vaizten [das Fett der
Vipern] benimt den augenschimel und macht dunkel augen clâr
ebd.
285,30
u.ö.;
Volmar
110
2.7.3
‘klarsichtig, scharf sehend’
ir [der Zuschauer] deheines
ouge was vür wâr / weder sô wîse noch sô clâr, /
[...] / ze sagenne die wârheit / weder
irz [der beiden Kämpfer] des tages ie /
gewunnen hete bezzer hie / alsô grôz als umb ein hâr Iw
7264;
swie clar ir oͮgen waren, si sahen doch noch weder
bein noch vleisch noch varwe noch den heren namen Jhesum
Mechth
4: 14,6.
– adv.:
in dem schoͤnsten liehte [geblendet
vom Licht des göttlichen Bräutigams] ist
si [die Braut] blint an ir selber und in
der groͤston blintheit sihet si allerklarost Mechth
1: 22,10
2.8
von Wahrnehmung und Verstehen ‘ungetrübt, klar erkennend’
dis verstantniss ist so luter vnd so clar in im selber Eckh
1:251,2;
ze klârem verstantnüsse Eckh (Pf)
475,35.
476,18;
ie daz bekentnisse clerre und clerre wirt
[...], ie daz bilde godis clerre und vollincuminir
an der sele ist Parad
102,27;
ewiger sachen clare beschoͮde RvBib
49,21;
so kert er in sich selber mit sime goͤtlichen verstentnisse
und durchsiht sich selber in clorem verston Tauler
8,29.
54,36
2.9
‘deutlich, leicht erkennbar’
wer hât sînen vlîz / gewant an dise varwe
clâr [Blut im Schnee] ? Parz
282,27.
–
~
machen zur Übersetzung von lat. (viam) apparare/
praeparare
‘(Weg) bereiten’
ich sende minen engel dar, / der sal mine wege machen
klar [
ego mitto angelum meum qui apparabit/ praeparabit viam
meam, vgl. Lc 7,27]
Brun
6868
3
‘schön, herrlich’ übergehend zu ‘vortrefflich, edel’ (offen zu
1 und 2):
3.1
vom Aussehen:
– auf bestimmte Merkmale bezogen:
Helennen rotter mund so claur GTroj
23682;
der same [...] machet di
huͦt luter unde clar Macer
93,8;
wiz vnde clare hut Herb
3253;
liehtiu ougn und clâriu vel Parz
806,16.
446,12;
SM:Had
4: 1,6;
BdN
396,29.
293,26.
– auf die Person als Ganzes bezogen:
wer gesach ie wîbes lîb / alse schœn und alse clâren /
und so lieplîch wol gebâren SM:KvL
16: 3,2;
si wurden [im Jungbrunnen]
liecht und klar. / ir har ward den seyden geleich HvNstAp
13010;
ein wîp clâr unde fîn KvWLd
32,100;
er was fier vnde klar Herb
7450;
wîb sint so zartlîch clâr SM:Had
46: 3,7;
RvEWchr
29287;
Tannh
3,33.
– jmdn./sich ~
machen
‘schön machen, herausputzen’
ich wil mich selbe ouch machen clâr. / truoc ich
verworrenlîchez hâr / unt verdrucket vel von ringen, / die sulen mich niht
mêre twingen Wh
248,3;
sô clâr was er gemachet, / daz die bluomen wæren
verswachet ebd.
364,25;
nâch disen lieden gedâht mîn lîp, / swâ sich clâr machen wold ein wîp,
/ daz sî wære immer wol getân UvLFrd
564,10
3.2
von der Erscheinung und Qualität von Dingen (auch von Tieren und
Orten):
ein meien zwî in blüete clâr SM:Had
54: 8,3;
man sol iu bereiten och / gemach und erzenîe clâr
Parz
577,19;
ir muot ist stolz, ir wât ist clâr, / wol gesniten al für
wâr ebd.
62,7;
vor in lag ain prett klar: / si spilten schachzabel spil
HvNstAp
8276;
Appolonius ainen vogel sach, / der was liecht und klar. /
sein vederen warn goltvar, / grun, gel, rot, pla, weyß ebd.
6481;
in dem claren paradise HvNstGZ
7084;
Wh
311,17;
HvFreibTr
4.
882
3.3
vom Wesen und der Abstammung einer Person:
dich grusset, hoher kunig klar, / mein her, kunig
Balthasar HvNstAp
7215;
Baldewînen sie begrûben dâ, / an werdicheit den clâren /
nâch sibenzehen jâren Kreuzf
217;
dise zwêne, von art die clâren ebd.
719;
als gezogene meide gar / [...] al
ir site clâr, / hobscher gebâre, ir herzen gût ebd.
1234;
wê mir dîner clâren geburt! / waz wold ich swertes umb
dich gegurt? Wh
67,9;
für ain vesty, daz ist war, / laitten sich die krïchen
claur GTroj
24592
3.4
von Gott, Engeln oder Jesus Christus:
dâ in enzunt diu gotheit klâr / mit himels flammen gar
KLD:Kzl
2: 17,18;
SM:EvS
1: 5,12;
die wunnechlichen engel clar GvJudenb
11;
suͤzer Jesu clar ebd.
477.
1173;
die engel sint klar und schoͤne minnevar
Mechth
1: 44,55
3.5
lat. clarificare übersetzend ~
machen, (be)wîsen
‘verherrlichen, verklären’
vatir, dyne czit ist kumen. mache clar dynen sun uf daz
daz dyn sun dich clar mache EvBerl
44,24.
44,28;
vatter, mache clor dinen sun Tauler
67,16;
ich han in chlar gemachet. vnd ich mache in anderweid
chlar EvAug
249,1.
262,7;
vater, diu zît ist komen, wîse klâr dînen sun, daz dich dîn sun klâr wîse
Eckh
2:548,2.
2:557,7;
vater diu stunde ist komen: wîse dînes sunes klârheit, daz dîn sun dich
klâr bewîse ebd.
2:569,8
MWB 3,1 313,21; Bearbeiter: Richter
klâr
stN.
‘das Klare, Helle’ (vgl.
lûter
stN.)
1 allg. 2
‘Eiweiß, Eiklar’ (s.a.
eierklâr
) 3
‘Schönheit’
1
allg.:
sô daz ezzen nu gekocht ist in dem magen, sô wirt daz weiz und
klâr gestalt sam ain weiz gerstenwazzer [...] und schait
diu nâtûr daz klâr von den gerben [trüben Rückständen]
BdN
28,14.
28,16
2
‘Eiweiß, Eiklar’ (s.a.
eierklâr
):
ez [das Ei] het zem erst aine wize schalun, dar
undir ain wizes vel, dar inne ain wizes clar, da inne ainen rotin tutirn vnde in
deme tutirn lit daz huͦnli PrGeorg (Sch)
27,58;
nim daz chlar von vierundzwaincig ayern Albrant
1,15.
3,33.
3,50;
mache dar ouz ein phlaster mit clâre unde legez an die stat,
dâ dir wê sî Barth
155,26.
– hierher oder zu
klære
stF.? Bedeutung wohl ‘Eischnee’ als Klärmittel (vgl.
Bassermann-Jordan, Geschichte des Weinbaus, 2. Aufl., 1. Bd. [1923], S.
454-456), nicht auszuschließen auch ‘das Klären, Schönen’ (des
Weines) zu 3:
jch nam das wize von xiiij eygirn vnd sluc di gar wol czu
clare vnd mischte is mit dem wyne Pelzb
141,18
3
‘Schönheit’
ob mir diu schœne gunde / mit ir ze reden tougen, /
[...] daz mich der sinne nicht roube / ir klâr, und daz
mich ir schœn’ icht blende MinneR 30
649,7
MWB 3,1 317,16; Bearbeiter: Richter
klære
stF.
‘Reinheit’
ob er [Titurel] von siner klære di vroude wer so
gebende JTit
212,1;
[Christus ist] aller tugende ein überglanz, / ob aller
klære [Konjektur aus hsl. clarheyt
] ein klârheit gar UvEtzWh
873
MWB 3,1 317,39; Bearbeiter: Richter
klâren
swV.
1 intr. ‘hell, freundlich werden; strahlen’
2 intr. (?), hier subst.; Bedeutung unklar, in Abgrenzung zu einem wîser
zuht entsprechenden Verhalten, evtl. ‘Glanz, Schönheit zur Schau
stellen’ (?)
1
intr. ‘hell, freundlich werden; strahlen’
lâ wider clâren / dîn ougen, wange, kinne. wie stêt alsô junclîchen jâren, /
op sô liehtez vel dâ bî verlischet [wenn so strahlende Haut in so
jungen Jahren verlischt]
Tit
125,1;
in des selbin jâris jage / bî sente Georgen tage / ein
comête wart intzunt / und schînende zên tage stûnt. / des âbindis er clârte / und dî
zoten [Schweif] karte / sô hin widir Italiam
NvJer
25444.
– unklar, ob hierher oder zu
klæren
:
ein vræude in sin [Rennewarts]
herze kam. / diu varwe in [l. im (?), vgl. Weinhold,
Alem. Gr. § 203] also clarte, / ob da vor in iht beswarte, /
des was nu gar vergezzen Rennew
4969
2
intr. (?), hier subst.; Bedeutung unklar, in Abgrenzung zu einem wîser
zuht entsprechenden Verhalten, evtl. ‘Glanz, Schönheit zur Schau
stellen’ (?):
dvͥ [Burggräfin] lerte
si [Arabel] da gebaren, / daz ir heidenisches klaren /
wiser [La. diser
] zvht waz vngelich, / swie ienvͥ zvht dvht zvͥhtrich
TürlArabel
*A 195,18
MWB 3,1 317,44; Bearbeiter: Richter
klæren
swV.
Part.-Adj. auch kler(e)t mit Ersparung des Präfixes (
Seuse
299,21
).
1 tr. 1.1
‘etw. klar machen’ (durch Entfernen von Verunreinigungen/ Trübungen) 1.2
‘etw./jmdn. hell, strahlend machen’
1.3
‘jmdn. verherrlichen, verklären’
2 refl. ‘klar werden’
2.1 von Edelmetall ‘klar, glänzend werden’
2.2 von Vernunft ‘in einen klaren Zustand kommen’
1
tr.
1.1
‘etw. klar machen’ (durch Entfernen von Verunreinigungen/
Trübungen):
–
‘etw. (Augen, Sehvermögen) schärfen’
der stain [...] ist den
augen guot, wan er klært daz gesiht BdN
439,33;
sô man in [den Stein] in
wazzer wescht, sô klært er diu augen und scherpft daz gesiht ebd.
440,22.
459,20;
min munt ist gerihtet mit dinem heligen geiste, min
oͮgen sint geklaͤret in dinem fúrigen liehte Mechth
2: 18,4.
–
‘etw. (Stimme) klar, rein klingend machen’
daz kraut [...] clært die
stimm und rainigt die prust BdN
409,6.
–
‘etw. (Vernunft) in einen klaren Zustand bringen’
ez sprechent auch etleich, wer den senif nüehtarn
trink, dem klær ez die vernunft und rainig daz hirn BdN
422,19
1.2
‘etw./jmdn. hell, strahlend machen’
daz kraut [...] hât die kraft,
daz ez abwescht und rainigt, wan ez rainigt die zend von irr unsauberkait und
die haut von irr fäuht und von irn mailen und klært des leibes varb
BdN
383,18.
– übergehend zu 1.3:
da sol in [den Armen] die
ewige sunne nach ufgan des ewigen liehtes [danach wird ihnen die
ewige Sonne des ewigen Lichtes aufgehen] , die si beschinen
sol [...]. do werdent si mitte geheliget und
gekleret als die spilende sunne Mechth
7: 28,11.
6: 39,14;
KvHelmsd
3742
1.3
‘jmdn. verherrlichen, verklären’
sy [die Seele im Himmel] hat halt gancze
saͤlichait mitsambt dem leichnam, wenn er wirt geewigt vnd gechlart vnd
glorificiert KvMSel
220;
die zit ist kumen hie, / das er, des menschen sun,
geclart / sol werden EvStPaul
13236;
ey vater, nu / die stunde kumen ist her zu. / geclere
dinen sun, daz er / din sun, dich wider auch ercler ebd.
13952.
13502
u.ö.;
vatter, klêre dînen sun, daz dîn sun dich klêre als dû im gegeben hest
gewalt alles fleisches PrNvStr
285,13.
285,17;
EvBeh
Io 17,1.
– Part.-Adj. ‘verklärt’
si [die Braut der ewigen
Weisheit] wirt uswendig gekleidet mit dem geklerten libe,
der siben stunt liechter wirt denn der sunnen schin, schnel, kleinfuͤg und
unlidig Seuse
244,10;
ist min liechtú gotheit nit glenzender denn kein
sunne, min edlú sele lúchtender denn kein sterne, min klerter lip
wunklicher denn kein sumerwunne, dú du warlich hút hast enphangen? ebd.
299,21
2
refl. ‘klar werden’
2.1
von Edelmetall ‘klar, glänzend werden’
wenn man daz golt hamersleht, sô klært ez sich und
entweicht dem hamer und praitt sich überal BdN
475,17
2.2
von Vernunft ‘in einen klaren Zustand kommen’
alsô tuot der gereht mensch: wenn der in leiden ist, sô
klært sich sein vernunft oder sein anplick und wirt enzünt mit götleicher gir
BdN
475,19
MWB 3,1 318,1; Bearbeiter: Richter
klarêt, klarët
stMN.
Quantität des a unklar;
auch clarat (
WhvÖst
5954
), clarett (
HvNstAp
785
); zu mlat. claretum, selten claratum (MlatWB
2,677).
mit Honig und Gewürzen angesetzter Wein, ‘Kräuterwein, Würzwein’ (vgl.
Alanne, Weinbau, S. 185f., s.a.
lûtertranc
,
pigmënte
):
swaz man truoc oder tragen solde / vür in,
[...], /
gepigmentet [gewürzt] clâret alsam, / den met, den
wîn, daz môraz Wh
177,4.
276,7;
ez mac wol sîn ein klarêt, / den mit sînen wurzen hât / der heilig geist
[...] / getempert LvRegSyon
4262;
wîn unde met, / môraz unde klâret PleierGar
6834
u.ö.;
Georg
2108;
wy man mache naturlichin claret Pelzb
120,4;
kost, wie meins herren wein / smek vnd sein claret [
:stêt
]
Krone
2482
u.ö.;
Ottok
35009;
Frl
5:12,5;
Rennew
4736
MWB 3,1 318,55; Bearbeiter: Richter
klæret, klert
Part.-Adj.
→
klæren
swV.
MWB 3,1 319,7; |