k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
kluche
stF.
→
kluoge
MWB 3,1 371,55;
klucken
swV.
den Laut ausstoßen, den eine brütende bzw. Küken führende Henne ausstößt,
‘glucken’, hier in bildl. Vergleichen von (vorgeblich) geschäftigem
menschlichen Verhalten:
noch habent die frouwen einen site, / [...]: / sô si
verslâfen eteswenne, / daz si kluckende gênt über den tenne / durch den tac als ein
bruothenne, / alein ein man doch wol bekenne / daz ez ein goukel klucken sî
Renner
12287;
als ein voller krupfei / der gât ûf einem tenne, / und ein volkrüpfiu henne /
diu niht mêre geklucken mac, / alsô giengens al den tac, / diu hûsvrouwe unde er, /
hôchbrogende [großtuerisch] in dem hûse entwer
Schlegel
257
MWB 3,1 371,56; Bearbeiter: Hansen
klucket
stF.
→
kluocheit
MWB 3,1 372,5;
kluckezen
swV.
Intensivum zu →
klucken
.
‘glucken’
gallina croccinat [La. clokzet (vgl. Bd.
3,96)]
SummHeinr
1:169,800
MWB 3,1 372,6; Bearbeiter: Hansen
klûde, klûder
stMN.
auch cluwedhe.
Gewichtseinheit für Wolle und Kerzenwachs, -talg (vgl. DWB 5,1187; vgl. mnd.
klôt, klût
‘Klumpen’ Schiller/ Lübben 2,488f. und 494f., s.a.
geklûder
):
de qua tamen decima dicti abbas et conuentus persoluent singulis annis in
perpetuum ad luminare ecclesie de Rindorp dimidium pondus cepi [l.
sepi Talg für Kerzen] , quod cluͦde vulgariter
nominatur UrkNiederrh
2,443
(a. 1281);
duos cluwedhe et dimidium de sepo ad luminaria UrkKölnSchr
2,1:164
(12. Jh.);
item lane, que ponderantur cum libra, que dicitur snellewage infra pondus,
quod dicitur clude UrkFrankf
1,329
(a. 1294);
ein cludir wollin in der messe, daz gibt ein helbeling UrkFrankf
(B)
505
(a. 1329);
men sal von deme czyntener [Zentner] czu wegen
gebin czwen Gottingesche phenge [...], von deme geclude,
[...] eynen Gottingeschin phennig, unde von den
borgern, den men wegit in deme wagenhuse, von deme cluder eynin hellir
StRHeiligenst
97
MWB 3,1 372,9; Bearbeiter: Diehl
klüege
stF.
→
kluoge
MWB 3,1 372,29;
klüegen
swV.
→
kluogen
MWB 3,1 372,30;
kluft
stF.
1
‘Kluft, Spalt, Höhlung’
1.1 im Erdboden, Gestein 1.2 von Gebäuden und ihren Teilen ‘Gruft, Gewölbe’
1.3 Einzelnes 1.3.1 bei Pflanzen ‘Blütenkelch’
1.3.2
‘Bauchhöhle, Gebärmutter’
1.3.3 übertr. 2 etw. Gespaltenes 2.1 von Materialien (hier bezogen auf heidn. Götterbilder) 2.2 von zangen- und scherenartigen Werkzeugen (vgl. AWB 5,265 und
kluftzange
bzw.
kluppe
)
1
‘Kluft, Spalt, Höhlung’
1.1
im Erdboden, Gestein:
daz kriuze [an dem Jesus hing] huoben sî dô ûf
/ und faztens in eins steines kluft Philipp
7247;
die erde man sih spalten sah / undir in: dú kluft wart
so wit / das si do an der selbin zit / dú erde lebinde virslant
RvEWchr
13870;
uzer der erden cluften HeslApk
20255.
– im Bergbau (vgl. FWB 8,1152f. mit späteren Belegen):
do quam ein kluft mit einer
letten [Tonschicht] , / die sneit uns abe den
ganc so gar / sam er nie were kumen dar Erz III
56,442;
das di gruben [...] der
[anderen] grube czu dem staine wasser benimt,
es gesche durch klufte, di man gesehen mag oder durch risse
BgRIglau
439,12.
438,17.
439,3.
434,15
1.2
von Gebäuden und ihren Teilen ‘Gruft, Gewölbe’
sente Pêters gebeine und sente Paulus ligen under dem hôhen alter sente
Peters in der kluft, ouch vermûret under deme altâre HvFritzlHl
123,13;
lâzit uns welbin eine kluft / mit edilin marmir steine, /
mit golde gemuosit [als Mosaik angebracht] reine
Athis
F 80;
Klausner
332.
609.
975;
in des kerkeres kluft Pass III
179,51.
591,57.
– gemauerter Ofenraum (vgl.
ovenkluft
):
ein engel quam dar in den coven / mit einer kuͦlen
senften luft, / daz sie [die drei
Jünglinge] virsengete nie die cluft / noch des vuwers glammen
Vät
8754;
in di burnenden cluft Pass I/II (HSW)
17745.
– bezogen auf ein Gebäude, das in eine Bergwand gebaut ist:
dâr ist ein munster einsît / gewahsen in den holen berc: /
[...] / sente Michahêle, /
[...] / dem ist die selbe kluft gewiet
EbvErf
2767.
2782
1.3
Einzelnes:
1.3.1
bei Pflanzen ‘Blütenkelch’
ir bleter und ir blüete kluft / ze fröuden heten sich
gestalt KvWTroj
1146;
manger lôsen blüete cluft KvWLd
20,4
1.3.2
‘Bauchhöhle, Gebärmutter’
do der huswirt geweldic wart / der kluft ir reinen
wammen HeslApk
3269
1.3.3
übertr.:
ir iegelicher truc / die uber groze richeit /
menlicher kuscheit / heimlich in des herzen cluft Vät
10365
2
etw. Gespaltenes
2.1
von Materialien (hier bezogen auf heidn. Götterbilder):
den steinen hub sich michel not / und ouch des holzes kluften Pass
III
660,51
2.2
von zangen- und scherenartigen Werkzeugen (vgl. AWB 5,265 und
kluftzange
bzw.
kluppe
):
si a pilo ut forpices, quę sunt tonsorum kluppa (vel) clufta
SummHeinr
1:249,275;
forcipula: kluf ebd.
2:38,143;
emunctorium forceps cum quo adustum luminare purgatur id est zanga /
zwanga. emunctoria forcipes quibus adusta luminaria purgantur cluft ebd.
2:280,187;
illi, qui aurum ad crematorium deferunt, possunt cum quodam instrumento,
quod vulgari chluft dicitur, granula auri in testis querere et,
[...], excipere et evellere BgRIglau
483,23
MWB 3,1 372,31; Bearbeiter: Diehl
kluftic
Adj.
‘gespalten’ (vgl. AWB 5,265f.):
fissilis divisus: cluftiger SummHeinr
2:298,88
MWB 3,1 373,21; Bearbeiter: Diehl
kluftzange
F.
‘Zange’ (vgl. AWB 5,266):
forceps: cluftzanga Gl
3:629,45
MWB 3,1 373,23; Bearbeiter: Diehl
klumpf
stM.
→
klupf
MWB 3,1 373,25;
klunc
stM.
‘Klang’
her, wâ ist meister Wildunc? / nû solt wir haben einen klunc /
sîner guoten dœne Ottok
678
MWB 3,1 373,26; Bearbeiter: Diehl
klunge
F.
‘(Woll-, Garn-)Knäuel’ im Glossenbeleg des 13. Jh.s (vgl. AWB 5,266)
MWB 3,1 373,29; Bearbeiter: Diehl
klungeler
stF.
→
glunkeler
(Nachtrag)
MWB 3,1 373,31;
klungelîn, knugelîn
stN.
auch -lî, Dimin. zu
klunge
.
‘(kleines) Knäuel’ (vgl. AWB 5,266 und
kliuwelîn
):
globellum: clvwelin, kloͮvilin, klungilin diminutivum a globo
SummHeinr
1:327,182.
2:315,88;
glomus: klunggelin, klungli VocOpt
17.019;
her Jason do gedachte / untz er ze samen brachte / von syden
ain vestes klungelin, / [...]. / der held zü dem laboranten
[Labyrinth] schraitt GTroj
22011.
21971.
– zur Übers. von drachma, dragma (vgl. Lc 15,8-10 mulier habens
drachmas decem ...):
des merkend ain glich bÿschaft so / in dem hailgen ewangelio / bÿ der frowen
die hie vor / von zechen knúglin ains verlor! KvHelmsd
3150;
hierher und nicht zu
kliuwelîn
(mit der Nebenform kniuwelîn ):
da sÿ nun ir knúlin fand, / alle ir nachpuren sÿ besant ebd.
3157
MWB 3,1 373,32; Bearbeiter: Diehl
klungic
Adj.
→
wolklungic
MWB 3,1 373,48;
klunkel
stN.
Bed. unklar; ‘Schlückchen’ (Anm.z.St.), ‘Gericht aus Eingeweiden’
(Ehrismann, Germ. 33 [1888], S. 372), Lexer 1,1637 verweist auf
klungelîn:
herr, ich tet ein munkel; / dar nâch gab mir ein klunkel / iuwer frumer meier,
/ sehs und drîzec eier, / zwên kæs und ein spenvark Helbl
1,400
MWB 3,1 373,49; Bearbeiter: Diehl
klunse
swstF.
‘Spalte, Ritze’
alse der vor der tv́re lvͦgit dvrch die klunsen in den palast
DvAStaff
551;
dâ sie ligent sam vor einer türe unde kaphent hin in
[...] daz sie reht als durch enge klunsen die glitzunge
sô grôzes liehtes an sehent DvASchr
396,3;
Galiênus spricht, daz daz flaisch dar zuo nütz sei, daz ez die
klunsen zwischen den painen und den âdern derfülle und daz ez diu gelider ze samen
hab BdN
23,19;
er [Alexander d. Gr.] wolde verlîmen in
[den Völkern Gog und Magog] die cluns
UvEtzAlex
20915
MWB 3,1 373,55; Bearbeiter: Diehl
klünsel
stN.
Dimin. zu
klunse
, ‘kleiner Spalt’
an den vespen sint über al klaineu spältel und klünsel, wan
si âtement niht und habent niht lungen BdN
291,18;
daz öl verschoppet [verstopft] diu
klünsel und diu spältel irs [der Bienen] leibes ebd.
291,23
MWB 3,1 374,1; Bearbeiter: Diehl
klunsen
swV.
‘schmeicheln, schön tun’ (?; vgl. DWB 5,1300f. s.v. klünseln; La.
für
lunzen
), hier subst.:
sin vil odes clunsen, / daz her in er scotzel
[Schoß] dot, / machet mir noch grawen loc
Neidh (S)
1,51 O10:5,5
MWB 3,1 374,7; Bearbeiter: Diehl
klünzen
swV.
‘schmeicheln’ (?; vgl. DWB 5,1300f. s.v. klünseln):
ir einer [meiner Freunde] mir niht wölte / helfen
mit zwein ünzen / und sölte ich immer klünzen, / irs guotes gêben si mir niht
Renner
17210
MWB 3,1 374,12; Bearbeiter: Diehl
klunzeren, klunzern
swV.
‘jammern, klagen’
wölte got, wêr iu als mir, / sô weiz ich wol ân zwîfel daz ir / vil mêre
klunzert denne ich tuon Renner
12299;
als Variante jüngerer Hss. auch:
si klunzert [maunzt] als die klôster katzen, /
swenne si mit irn wîzen tatzen / die spîse mit zarte beginnent klûben ebd.
12280(3)
MWB 3,1 374,17; Bearbeiter: Diehl
kluoc
Adj., Adv.
selten adv. (vgl.
1.1.4
,
1.2.3
); häufig als Reimwort, z.T. sinnentleert.
1 ursprünglich zur Beschreibung eines den gesellschaftlichen Vorstellungen
entsprechenden Idealzustands in seinen materiellen wie ideellen Aspekten
‘angemessen, beeindruckend, vortrefflich’ (offen zu 2) 1.1 meist auf Menschen bezogen 1.1.1 allgem. 1.1.2 das Äußere in den Vordergrund stellend (i.d.R. von Mädchen und Frauen)
‘gut aussehend, schön’
1.1.3 bezogen auf situativ angemessenes Verhalten 1.1.4 bezogen auf Fähigkeiten und Fertigkeiten ‘geschickt, kunstfertig’
(vgl. 2.1.3 und
listic
) 1.2 bezogen auf von Menschen Gefertigtes ‘schön, kostbar, edel, kunstfertig
gemacht’
1.2.1 allgem. 1.2.2 Speisen (in der Wendung kluoge spîse - wohl gleichbedeutend mit
guote spîse [vgl.
guot
8.1 ]) ‘wohlschmeckend’
1.2.3 Gesprochenes und Erzähltes ‘unterhaltend, bemerkenswert, belehrend’
1.3 auf Tiere bezogen 1.4 auf Landschaft (Feld, Berg) bezogen 2 bezogen auf den Intellekt (Übersetzungsäquivalent für lat.
prudens ) 2.1 meist bei Menschen 2.1.1 allg. ‘verständig, klug’
2.1.2 in der Wendung
~ sîn mit Präp. ( ane, in, ûf, ze ) oder mit Gen.
‘sich auf etw. (besonders gut) verstehen’
2.1.3 die Gelehrsamkeit betonend ‘gelehrt, gebildet’ (unter dem Aspekt
des Gelernten, des Könnens z.T. offen zu 1.1.4 ) 2.1.4 den Aspekt der List einbeziehend 2.2 selten auch bei Tieren
1
ursprünglich zur Beschreibung eines den gesellschaftlichen Vorstellungen
entsprechenden Idealzustands in seinen materiellen wie ideellen Aspekten
‘angemessen, beeindruckend, vortrefflich’ (offen zu 2)
1.1
meist auf Menschen bezogen
1.1.1
allgem.:
grâven unde dienestman, / herzogen unde frîen gnuoc /
und manec rîcher fürste cluoc, / die wâren ûf dem palas
KvWSchwanr
218;
Grîgorz im sande ritter kluoc, / fünf hundert:
ieslîcher truoc / helm ûf houbt gebunden; / die wol mit strîte kunden
Parz
210,19;
EnikFb
699;
der hêrre sande vor hin în / den kluogen
meisterknappen sîn Parz
59,30;
Wig
10687;
HvNstAp
16192;
gespilen hövesch unde cluoc KvWKlage
30,3;
ez wuohs der junc herre kluoc / an tugent und an dem
lîbe Ottok
2654
1.1.2
das Äußere in den Vordergrund stellend (i.d.R. von Mädchen und Frauen)
‘gut aussehend, schön’
ir nase envollen kluoge, / ze rehte hôch, ze rehte lange Heidin
III
3800;
Helena, frowe minneklich, / das durch dich so manig
tegen / müss des libes sich bewegen! / owe, rotter mund so clüg, / das dich
din mütter ie getrüg! GTroj
17475;
ez wart nie minneclicher wîp / beschouwet ûf der erde.
/ [...] / diu cleider und diu crône / diu diu selbe
frouwe cluoc [Frau Welt] / ûf und an ir lîbe
truoc, / diu wâren alsô rîche / daz si sicherlîche / nie man vergelten kunde
KvWWelt
95;
[man gesellt] knappen kluoge / wol mit fuoge / zuo
dien dirnen schœne SM:Had
43: 2,11.
– (in geistl. Wertung) ins Negative übergehend:
flisz dich, das dine tuͤcher und din gewant nach
gemeiner wis slecht und einfeltig si, das niemant da von hab zuͦ reden.
es ist ein grosse schant in der warheit einer gaistlichen froͮwen, das
man von ir moͤcht sprechen: sie ist ein kluge nun Seuse
482,10;
der [
rite
‘das Fieber’
] doch lange bleip / bî der kluogen
[verwöhnten] eptischîn: / des müez er
iemer sælig sîn Boner
48,155;
ir [der personif. Verführung] spilnden
ougen und ir valschez gên und ir trügenlîchez smieren und ir kluogen
[gekünstelte (oder zu
2.1.4?)] gebærde PrBerth
1:286,38
1.1.3
bezogen auf situativ angemessenes Verhalten:
ich bekenne iuch niht an iuwer hövescheit sô kluogen
Neidh
WL 16:4,4;
mich dunket, swer frowen gern nimt war, / daz der
deste hovelîcher var, / daz er gevalle in wol. / daz sol nit sîn unvuoge. /
ja suln wir kluoge sîn / dur schœne frowen fîn SM:Had
52: 8,11;
ouch bat er si genâden vil. / diu magt sprach als
i’u sagen wil. / hêrre, sît ir anders kluoc [wenn ihr sonst
klug seid] , / sô mages dunken iuch genuoc
Parz
406,1.
413,6;
als ob er [der Wirt] / winke, und sprechen
welle: ‘wol her! / hie ist guoter spîse und wînes gnuog’, / das betuͤtet,
das er hovelich und kluog / mit rede sol gegen den gesten sîn
Ammenh
15724;
dô si heten gâz genuoc, / die truhsæzen wâren kluoc: / die tische
begundens dannen tragen Mai
8,36;
Martina
60,92.
– attr. in Verbindung mit list, vunt, vuoc:
mit ainem cluͦgen funde / stach er den stier in
den giel WhvÖst
11796;
mit manigem cluͦgen funde / wart da diu zit
gekuͤrtzet ebd.
12838.
1896;
min kunst vindet wol die wer / und so manigen
cluͦgen list ebd.
7145.
10792;
mit fuͦgen cluͦgen ebd.
11888
1.1.4
bezogen auf Fähigkeiten und Fertigkeiten ‘geschickt, kunstfertig’
(vgl. 2.1.3 und
listic
):
wol hundert schuostære / muosten sîn alsô kluoc, /
daz si gâben schuoch genuoc / allen den die dar kâmen
EnikWchr
12935;
er [der Schneider] was so cluc, / daz er uz
minen cleidern sneit im cleider an Frl
1:14,8;
der lantgrâve, zu strîte clûc, / mit dem schilde
vienc den slac Kreuzf
4320;
cluͦge wænke [Wendungen im
Kampf] kunder, / die im daz leben vristen
WhvÖst
12058;
birssen, baizzen, ritters spil / triben si und
tantzen cluͦc ebd.
18583;
vor ir beschæuden / er do ritterlichen rait. /
[...], / mit manigem cluͦgen sprunge / daz ros
liez er valiern ebd.
9734;
MarcoPolo
60,15.
– adv.:
daz ezzen er dem vater truoc. / daz was bereit
alsô kluoc / mit wurzen und mit saffrân, / daz er sô guotes nie gewan
EnikWchr
4410;
sînen schilt er an dem arm truoc, / der was
gegozzen alsô kluoc / und was ze strît alsô starc, / er nam in dô für
tûsent marc ebd.
9862
1.2
bezogen auf von Menschen Gefertigtes ‘schön, kostbar, edel, kunstfertig
gemacht’
1.2.1
allgem.:
er [der Schwan] fuorte in
balde ûf sîne vart / in eime schiffelîne cluoc KvWSchwanr
1571;
ez ist mit grôzer arbait und mit kluogem gezeug
[geeignetem Instrumentarium] in der sternseher
kunst funden BdN
106,14;
die lúhtenden kluͦgen stein der
stat [des himmlischen Jerusalem]
Seuse
440,19.
– häufig bezogen auf Kleidung, Schmuck, Waffen u.ä.:
ez enwart sô tiure / cleit von henden nie genât,
/ sô disiu kostbærlîchiu wât, / [...] / si was
dar zuo vil gar ze cluoc, / daz si trüege ein irdisch man, / si möhte
ein glanzer engel an / mit grôzen êren hân geliten
KvWTroj
2926;
daz er an sînem vinger truoc. / den stein gar
edel unde cluoc ebd.
9922.
20200;
ir gurtel den sie umb drug, / der waz kosper und
kluͦg, / von liehter varwe manigfalt / als der regenboge gestalt
HvNstGZ
314;
GTroj
7057;
daz mezzer daz was kluoc, / schœn und kostlich
genuoc, / und was diu klinge lanc Ottok
78176;
JTit
1684,2;
zwen kluͦg riterschuͦh und endrú kleider, dú
riter pflegent ze tragene Seuse
55,23.
323,25
1.2.2
Speisen (in der Wendung kluoge spîse - wohl gleichbedeutend mit
guote spîse [vgl.
guot
8.1]) ‘wohlschmeckend’
ein kluͦge spise von pflumen BvgSp
9;
wilt du ein kluͤge spise machen, slahe einnen duͤnnen
teic von eyern vnd von schoͤnem melwe, mache daz dicke mit schoͤnem brote
ebd.
43.
6
u.ö.
1.2.3
Gesprochenes und Erzähltes ‘unterhaltend, bemerkenswert, belehrend’
daz mære kluoc [die Geschichte der Martina]
/ wie ein krankis frovwelin / dirre welte valschin schin / und ir gezierde
vbir want Martina
2,84.
30,100;
VirgH
514,5;
mich wundert zwor etwenne / wo er die clugen rede
neme, / die er mit worten kan
beschrem [ausdrücken]
Minneb
2719;
WhvÖst
109;
GvJudenb
3304;
ir namen ich iu nennen wil, / wand ich si vant mit
fuogen / geschriben ûf ein endes zil / mit worten harte cluogen
KvWKlage
8,8;
Seuse
98,22;
vernemt aventuͤre cluͦg! WhvÖst
1295.
– adv.:
kuͤnd ich rimen cluͤge, / die wolt ich gerne
schriben WhvÖst
1502.
– subst.:
wan es ist us usgesondert gantz, / durchlühtig und durchreinet
glantz, / das nie so cluoges wart vollebraht ParzRapp
Prolog 13;
swaz ôrn ie guots gehôrten, / swaz munt sô kluoges
ie gesprach KLD:Kzl
2: 13,13
1.3
auf Tiere bezogen:
ey do sach ich einen vogel / under in: der waz so
rogel [leicht beschwingt (Glr.z.St.)] , / daz
cluger vogel nie enwart. / edel, clug, hubsch und zart / waz er an wider striten
Minneb
5175.
5162.
5199;
si [die ahnungslosen Mäusejungen] gedâchten:
daz [die schlafende Katze] mag gar wol sîn / ein
senftez tier, kluog unde zart Boner
43,47
1.4
auf Landschaft (Feld, Berg) bezogen:
an dem waszer reit er zū tal, / bisz er vant einen steck, / der einen
wonneclichen weg / jn den clugen anger trúg, / der sleht was vnd eben gnuͦg
Krone
21346;
dar inne [im Land Kandia] berge
cluͦc / ligent, die sint also hoch / daz da regen nie gefloch, /
[...]. / dar uf ist manic wunder, / die ich alle
besunder / iezunt niht mag gezeln WhvÖst
13490
2
bezogen auf den Intellekt (Übersetzungsäquivalent für lat.
prudens)
2.1
meist bei Menschen
2.1.1
allg. ‘verständig, klug’
sinnerîch gedenke und kluog / muos ieklich mensche haben gnuog, / der
ûf ein end durgründen wil / dis selbe schachzabelspil Ammenh
1905;
Isôt die küneginne cluoc / den namen [
Peilnetôsî
] widersinnes las; / und waz dar inne verborgen was, / daz
wart ir schiere bekant HvFreibTr
5332;
EbvErf
4453;
ParzRapp
846,20;
daz kint [Thomas von Aquin] wart geborn und
was klug von jugent ûf. nôch den tagen sînes alders sô enwas ime nimant
glîch under anderen kinderen HvFritzlHl
99,13;
des sinnes [...] so kluc
HeslApk
6792;
LvRegSyon
4019;
daz er sîn wê und ouch sîn ach, / sîn minniclîchen ungemach / doch sô
verborgenlîchen truoc, / daz nieman mohte sîn sô kluoc, / der daz an im
erkande, / daz in diu Minne bande HvBer
5413;
nû ist er mir ze kluoc / und getar mich niht bestân:
/ ein kemphen [Kämpfer als Stellvertreter] wil er
hân Ottok
62589.
– subst.:
darumme sprichit der ewangelista: vader
himmilriches und ertriches, di dise dinc haist forborgin for den wisin
und den clugin [
a sapientibus et prudentibus Lc 10,21]
dirre werlinde und hast si geoffinbarit den cleinisten
Parad
98,7;
EvBerl
14,20;
ich sante / nach meistren, die ich kante / zu
Babylon vil wise, / daz sie des troumis wise / mich berichten eigenlich.
/ die clugen quamen vor mich Daniel
3540.
639
2.1.2
in der Wendung
~ sîn mit Präp. (ane, in, ûf, ze) oder mit Gen.
‘sich auf etw. (besonders gut) verstehen’
an werken und an wort / si wâren witzic unde kluoc
Ottok
17487;
her Wolfram von Eschenbach, /
[...], / swie gar er was an tihten kluoc, / er
müeste arbeit genuoc / darûf hân geleit ebd.
39198.
13155.
89736;
Boner
74,11;
die besten vernuͤnft / gewan daz kint in sinen tagen:
/ tihten, singen und sagen / kund ez und wiser kuͤnst gnuͦc; / ez wart in
artibus so cluͦc / und in phylosophie kunst, / daz die maister ire gunst /
im gaben in dem lande WhvÖst
646;
Frouwenlop meister Heinrich, / der ûf die kunst ist
kluoc Ottok
86557;
die ûf gewinne wâren kluoc, / die schuofen ir dinc
wol ebd.
29367.
34345;
ein ritter der hiez Pfelerîn, / der was in
beiden [Tristan und Isolde] gar gehaz / und
hête in ouch bewîset daz. / her was eins bœsen herzen gnuoc / und was ûf
valsche rête kluoc HvFreibTr
5502;
hirsbrîn ist ir [der
Kärntner] spîs, / daz izzt der jung und der grîs. /
[...] / si sint niur zuo dem
brîn [Brei] kluoc EnikWchr
27530.
si slief dannoch wunniclîch / bî Achillen freudenrîch
/ und was ze minnen alsô kluoc, / daz si ein kint bî im truoc ebd.
15049.
4792;
gen einem wîbe wolgetân, / diu kunde videln und
singen / und was ze solhen dingen / hubsch unde kluoc Ottok
86333.
15505.
– mit Pron.-Adv.:
bî in [dem Volk Israel in der
Wüste] was kroten und nâtern vil. / …
[Lücke im Text] , mucken ich iu wil /
nennen und ander slaht genuoc, / die dar zuo wâren alsô
kluoc [eifrig, begierig?] , / daz si den
juden tâten leit EnikWchr
8568.
– mit Gen.:
der smit was sîner künste kluoc, / er konde
smidewerkes gnuoc HvFreibTr
6005
2.1.3
die Gelehrsamkeit betonend ‘gelehrt, gebildet’ (unter dem Aspekt
des Gelernten, des Könnens z.T. offen zu 1.1.4):
daz brot heizet enkaristia [l.
eu-
] , / sus schriben uns die pfaffen klug Brun
8179.
4126;
da gewan er ainen weisen man, / der was gehaizen
Adrian, / der was weis unt chluck / unt chund der pûch genuc
GvJudenb
4115.
3492;
ein man ze Rôm saz alsus, / der was genant
Virgilius. / der was ze Rôm alsô kluoc, / daz er zoubers vant genuoc
EnikWchr
23697.
23780
2.1.4
den Aspekt der List einbeziehend:
der [Stein] macht seinen
tragær kluog oder kündich und fürsihtich [
astutum et providum
]
BdN
468,1;
die heiden wolte er irren, Albrîch der was kluoc: / der apgote er
einen in die burc getruoc OrtnAW
440,3;
als der kunic Andrê / ûz Wienen kom sô kluoc, / daz
er ein kutten an truoc / in der ahte, als er wære / ein bruoder der
Wilhalmære [des Wilhelmitenordens]
Ottok
83067;
er was ouch dô sô kluoc, / daz er durch ein neigers
luoc [Bohrloch] / sach, waz der man tæte, /
den er forht sô stæte EnikWchr
17947.
– ins Negative weisend (subst.):
mit rat der bösen clugen Frl
5:76,19
2.2
selten auch bei Tieren:
wenn er gegen im slug, / so was das tier also klug, / es
sprang hin dan als ain hunt / und sprang hin wider an der stunt
HvNstAp
5022.
– Lit.: J. Trier, Der deutsche Wortschatz im Sinnbezirk des Verstandes.
Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Beginn des 13. Jh., Heidelberg 1931;
F. Scheidweiler, kluoc, in: ZfdA 78 (1941), S. 184-233 (mit
umfangreichem, stark differenziertem Belegmaterial)
MWB 3,1 374,24; Bearbeiter: Diehl
kluocheit, kluokeit
stF.
(vgl. Mhd. Gr. (KSW) 3 § S 106ff.), auch klucket
PrLpz .
1 zur Beschreibung eines den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechenden Ideals
in seinen materiellen wie ideellen Aspekten 1.1 bezogen auf Menschen und ihr Tun ‘angemessenes, schickliches Verhalten’
1.2 bezogen auf die (außerordentliche) Qualität von Dingen 2 bezogen auf den Intellekt (Übersetzungsäquivalent für lat. prudentia )
‘Klugheit, Verständigkeit, Vernunft’
2.1 überw. von Menschen 2.2 selten bei Tieren (hier nur Hunden)
1
zur Beschreibung eines den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechenden Ideals
in seinen materiellen wie ideellen Aspekten
1.1
bezogen auf Menschen und ihr Tun ‘angemessenes, schickliches Verhalten’
mit vil groszer clǔgheit / diente man dirre ritterschaft, / man gab jne
aller eren krafft Krone
14735;
so wiltu haben clugheit, / hovieren, zucht, gefugheit /
und waz da suberlich ist Minneb
857.
896;
alle die wise, als wir hie vor in unsern tumben tagen
uns flissen, daz wir sunderbar stuͤnden in aller kluͦkheit, daz wir ellú
hertzen zuͦ uns zugin Seuse
448,32;
Engelmares buͦs duͥ blaip stete, / mit dem lingen fuͦsse er wol in ainen
loͤffel trette. / es were niht guͦt, der in der cluͦghait
[Geschicklichkeit] uͥberhaben hette Neidh
(S)
1,442 B5:7,11;
mit den eiern macht man / leder daz man tuͦt an; / hentschuͦhe wizze, /
die man treit mit flizze; / wizze stival gemeit, / die man treit durch kluͦkeit
[elegantes Auftreten]
KgvOdenw
2,128
1.2
bezogen auf die (außerordentliche) Qualität von Dingen:
diu sunne schînet durch daz glas und dringet daz wazzer von der
[darunter stehenden] rôsen; daz kumet von
kluocheit der materie des glases von der berlîchen kraft der sunnen
Eckh
1:407,3;
wer sich mit hôchvart über treit / dur sis gewandes kluogkeit
[gefällige Art] , / der mag zeim esel werden wol
Boner
67,58
2
bezogen auf den Intellekt (Übersetzungsäquivalent für lat. prudentia)
‘Klugheit, Verständigkeit, Vernunft’
so bezeichent Jupiter di klucheit, / Venus den geist der
mildekeit Brun
1453
2.1
überw. von Menschen:
di einen [Tugenden] di gehôren zu der vornunft,
daz ist wîsheit, kunst und klugheit, und di in disen sint beslozzen diz heizen
vornunftige tugende HvFritzlHl
181,21;
nu sal man mirkin daz wisheit dinit der sele, clucheit
den sinnen Parad
97,36;
mit kluocheit und mit witzen Ottok
59767.
33508;
uf daz ander horn des alters soltu setzen prudenciam sive sapienciam, daz
ist die klucket oder die wisheit PrLpz
25,41;
EvBeh
Lc 1,17;
BdN
352,23.
– ins Negative übergehend ‘Schläue, Hinterlist, Verschlagenheit’
nötte [von Nöten] wil ich
wessen fry / daz mich der frowen clüghaitt / icht bringe in lange arbaitt
GTroj
5511;
mit sulcher clucheit do gewan / Julianus der valsche
man, / daz er gewaldec keiser wart Pass I/II (HSW)
38625;
sine [des Herodes]
clucheit in do larte / - wan er was ouch untugenthaft -, / daz er dran leite
groze craft, / wi er Pylatum her abe / mit gelubde und mit habe / brechte
von dem lande ebd.
7780.
34615.
7733;
bœsiu kluokeit übel tücket / sô man die goukel hüete vür rücket / die
nu vil maniger lîhten sache / sint ûf gesazt ze einem obedache
Renner
8855;
an bœser kluokeit kleiniu kint / vil klüeger denne ir vater sint
ebd.
6219.
15353.
7069
2.2
selten bei Tieren (hier nur Hunden):
dem hündlîn stât sîn kluogkeit wol, / der esel secke tragen sol
Boner
20,57;
einr zît ein kleinez hündelîn, / daz gar liep was dem hêrren sîn, / daz
was alsô ze lêr geleit, / daz ez kond manig kluogkeit
[Kunststückchen]
ebd.
20,4
u.ö.
MWB 3,1 378,8; Bearbeiter: Diehl
kluoclich
Adj. , -lîche
Adv.
adv. auch -lîchen.
1 zur Beschreibung eines den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechenden
Idealzustands in seinen materiellen wie ideellen Aspekten 1.1 von Dingen, ‘schön, elegant, kostbar’
1.2 von Handlungen, ‘angemessen, auf richtige Art und Weise, geziemend’
2 auf den Intellekt bezogen ‘vernünftig, verständig’
1
zur Beschreibung eines den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechenden
Idealzustands in seinen materiellen wie ideellen Aspekten
1.1
von Dingen, ‘schön, elegant, kostbar’
einen vil kostlichen palas, / der clüglich wol bestrauwt was
Krone
14618;
kostlich hiez er machen / von holzwerk eine brucken, /
diu was von manigen stucken / kluogelich gevalden Ottok
10868;
ez sol ouch dehein man, der niht ist ritter, keinen schuͦch dragen,
zerhoͮwen mit loͤubern [wohl ‘mit blattförmigen
Durchbrüchen’, vgl. auch loup stN. 2
] oder mit wehen kluͤglichen snytden, wie die snytde sint, die
durch hochvart unde niht durch gesuntheit gemaht sint, ane geverde
SpeyrerP
60
1.2
von Handlungen, ‘angemessen, auf richtige Art und Weise, geziemend’
klüegelîchen trit ich dar, / mîn gruoz wirt in kunt getân
Helbl
13,108;
daz er [der Mann] liep gewinnet
/ ein wip und sich versinnet, / daz er irs saget cluglich, / gar heimlich und
gefuglich, / so daz sie ez wol verstet Minneb
1225;
WhvÖst
7096;
do der brief geschriben was / und er diu wort uͤber las,
/ cluͦclich [sorgfältig] er in ze samen want: / mit
siner adellichen hant / næt ern in ain sidin tuͦch ebd.
6773;
dô der furste het gelesen / sînes sunes botschaft, / mit
zorne wart er behaft. / die dâ bî im wâren, / die sâhen in gebâren / ein teil
zorniclich. / si erfuoren kluogelich [in geschickter
Weise] , / waz diu botschaft wære Ottok
61660
2
auf den Intellekt bezogen ‘vernünftig, verständig’
ouch wart von dirre vrowen [der Königin von Saba] /
harte kluclich gevarn. / si wolde sich gein im [König
Salomo] bewarn / an maniger tiefen vrage / und dachte mit der lage
/ ervarn sines herzen grunt, / ob im die wisheit were kunt Pass III
267,79;
sin hohe smeckende vernunft / hete also kluclichen sweif
[Beweglichkeit] , / daz er mit sinnen ie begreif, /
daz ture den anderen was ebd.
415,35;
EvBeh
Lc 16,8.
– bildl.:
daz der vernunft sumerlaten / in mir cluglich so uz
schießen, / daz ich den sin mug uz gießen Minneb
4273
MWB 3,1 379,7; Bearbeiter: Diehl |