Belegarchiv/Konkordanz
Die hier aus dem elektronischen Belegarchiv ausgegebenen Stellen bilden den durch halbautomatische Lemmatisierung von digitalisierten Volltexten gewonnenen Kern einer umfassenderen Beleggrundlage, die für die Ausarbeitung des Mittelhochdeutschen Wörterbuchs verwendet wird. Bei der Benutzung des elektronischen Belegarchivs ist stets zu beachten, dass es Stellen enthalten kann, die anderen Stichwörtern zuzuordnen sind.
diser prn (3909 Belege) MWB Lexer Lexer-Nachtr. BMZ Findeb.
| tuon ich disen herren kunt/ daz sî iuch haben vür dise stunt/ vür einen triuwelôsen man/ (dâ ir wurdet, da was | |
| liep im triuwe und êre ist./ ouch sulnt ir vür dise vrist/ mîner vrouwen entwesen:/ sî wil ouch âne iuch genesen./ | |
| mê/ und was im bezzer danne ê,/ unt vant ie diz dâ gereit./ ouch galt er im die arbeit/ mit sînem | |
| hete geburt unde jugent,/ ich was schœne unde rîch/ und disem lîbe vil unglîch,/ ich was hövesch unde wîs/ und hân | |
| ir hulde widerbôt:/ der was ich ungerne âne./ in allem disem wâne/ sô bin ich erwachet./ mich hete mîn troum gemachet/ | |
| rîchen herren./ nu waz möhte mir gewerren,/ wær ich in disen êren tôt?/ er hât mich geffet âne nôt./ swer sich | |
| einhalp bî im ligen sach,/ des wundert in, unde sprach/ ‘diz sint cleider der ich gnuoc/ in mînem troume dicke truoc./ | |
| bedarf ir wol: nû sîn ouch mîn./ nû waz ob disiu sam tuont?/ sît daz mir ê sô wol stuont/ in | |
| mich hete mîn vrouwe gesant./ diu ist ouch vrouwe über diz lant:/ zuo der vüer ich iuch mit mir./ ich râte | |
| behalten sol,/ daz verliuset sich wol.’/ //Swie vil gevüege wære/ diz guote lügemære,/ doch zurnte sî ein teil./ sî sprach ‘heil | |
| sô hüete sich danne/ daz ern iht beswîche./ dem was diz wol gelîche./ doch wâgterz als ein vrum man,/ er erbeizte | |
| an./ er schurft ein viur und briet daz/ und âz diz ungesalzen maz/ âne brôt und âne wîn:/ ezn moht eht | |
| daz er sîn huote zaller zît,/ beidiu dô unde sît./ diz was ir beider arbeit,/ daz er nâch âventiure reit/ rehte | |
| vierzehen tage,/ und daz mit selhem bejage/ der wilde lewe disem man/ sîne spîse gewan./ //Dô truoc in diu geschiht/ (wande | |
| muoz ane sehen/ schaden unde schande/ in mîner vrouwen lande./ diz ist ir êre unde ir lant:/ daz stuont ê in | |
| ouch selbe buoze enpfân/ (nû gît mir doch des bilde/ dirre lewe wilde,/ daz er von herzeleide sich/ wolde erstechen umbe | |
| slahte nôt verlôs,/ und weinen vür daz lachen kôs.’/ //Dô disiu grôze clage geschach,/ daz gehôrte unde sach/ ein juncvrouwe, diu | |
| ûf den lîp/ in der kapellen lac./ und dô er dirre clage pflac,/ dô sach sî hin vür/ durch eine schrunden | |
| sint ouch zwêne selhe man,/ ir ietweder slüege âne wer/ disses volkes ein her;/ und weiz daz ouch als mînen tôt,/ | |
| kæme und væhte vür mich./ der dewedern mac ich/ ze disen zîten niht hân,/ und muoz mir an den lîp gân:/ | |
| wenden,/ die sint mir nû vil ungereit./ mir hulfe ûz dirre arbeit/ sweder ez weste von in zwein,/ her Gâwein ode | |
| sî sprach ‘herre, daz ist der/ durch den ich lîde disiu bant./ sîn vater ist genant/ der künec Urjên./ der kumber | |
| doch mîn senediu nôt/ mit dem tôde ein ende hân./ diz sol allez ergân/ daz sî niht wizze wer ich sî,/ | |
| deiswâr ich slahe sî alle drî,/ ich hilfe iu von dirre nôt,/ od ich gelige durch iuch tôt.’/ //Sî sprach ‘lieber | |
| möht ez ein wâge sîn,/ sô getorste ichs iuch biten:/ diz ist gar wider den siten/ daz einer kempfe drî man./ | |
| joch dar an/ daz zwêne sîn eines her:/ sô wære diz gar âne wer./ verlüret ir durch mich den lîp,/ sone | |
| ‘saget mir, herre,/ durch got waz iu werre,/ und waz dirre wehsel diute:/ daz ir und iuwer liute/ sô niuwelîchen wâret | |
| ze suochen stât,/ in des künec Artûses lande?/ ir habet dise schande/ âne nôt sô lange erliten./ ir soldet dar sîn | |
| weste,/ und hete ich in dâ vunden,/ dern ist ze disen stunden/ niht dâ ze lande./ der künec treit ouch die | |
| mære/ hœren, daz wil ich iu sagen./ ez kam in disen siben tagen/ ein rîter geriten dar/ und nam des vil | |
| zornlichen dan./ er sprach ‘ez ist vil manec man/ an disem künige betrogen:/ diu werlt hât vil von im gelogen./ man | |
| ie gebæte./ sîn êre sîn unstæte,/ dem er wol gevalle.’/ diz bâgen hôrten alle/ die von der tavelrunde./ sî sprâchen mit | |
| vil nâch benomen./ er sprach ‘wie bin ich überkomen!/ die disen rât tâten,/ die hânt mich verrâten.’/ //Dô in der rîter | |
| sî dâ vüeren sâhen./ dâ wart michel gâhen:/ ez rief dirre und rief der/ ‘harnasch unde ors her:’/ und swer ie | |
| herre Keiî/ ‘in beschirmt der tiuvel noch got,/ der uns disen grôzen spot/ an mîner vrouwen hât getân,/ ezn müez im | |
| benomen./ iu solde versmâhen/ daz gemeine nâch gâhen./ waz sol dirr ungevüege schal,/ daz dirre hof über al/ durch einen man | |
| daz gemeine nâch gâhen./ waz sol dirr ungevüege schal,/ daz dirre hof über al/ durch einen man wil rîten?/ ich getrûw | |
| wan nû verlius ich morgen/ alle mîn êre.’/ nû erbarmet diz sêre/ den rîter der des lewen pflac./ er sprach ‘ich | |
| gieng ez mir an die triuwe niht./ sô wære ouch dirre wirt wol wert,/ der ouch mîner helfe gert,/ und hern | |
| herre, ob ich mac,/ ich ledige unser gesellen./ got sol disen vellen:/ er ist ein unbescheiden man./ mich sterket vaste dar | |
| im stân,/ er hiez die brücke nider lân./ er sprach ‘diz sol sich scheiden/ unser einem ode uns beiden/ nâch schaden | |
| guot.’/ //Des antwurt im her Îwein sô/ ‘rîter, waz touc disiu drô?/ lât bœse rede und tuot diu werc:/ ode ich | |
| langer gewesen./ er rief und sprach ‘lât genesen,/ übeliu diet, dise maget./ swaz man über sî hie claget,/ des wil ich | |
| hân,/ sô wil ich vehten vür sî.’/ dô daz gehôrten dise drî,/ daz versmâhet in vaste:/ doch entwichen sî dem gaste/ | |
| unde vruo/ diu vil getriuwe Lûnete/ unser liebiu gespile tete.’/ //Diz machet im sînen muot/ ze vehten starc unde guot,/ und | |
| ‘herre, daz vergelt iu got:/ der weiz wol daz ich disen spot/ und dise schande dulde/ ân alle mîne schulde;/ und | |
| iu got:/ der weiz wol daz ich disen spot/ und dise schande dulde/ ân alle mîne schulde;/ und bite des unsern | |
| vehte/ sô gar wider dem rehte./ wan ez hât allez diz lant/ ir untriuwe wol erkant,/ wie sî ir vrouwen verriet/ | |
| ich heize der rîter mittem leun:/ und swer iu vür dise tage/ iht von einem rîter sage/ des geverte ein lewe | |
| dienen solt in beiden;/ dâ zuo diu junger sprach/ ‘swester, disen ungemach/ den sol dir got verbieten./ ich wânde mich genieten/ | |
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