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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   leme - lendensiech    


leme, lemede stF. auch lem; -de überw. md. (vgl. mnd. lemede Schiller/  Lübben 2,661, DRW 8,297). ‘Lähmung’ 1 bezogen auf eine bleibende behindernde Verletzung oder Verstümmelung (des gesamten Körpers oder eines einzelnen Körperteils)
2 bezogen auf die (auch nur vorübergehende) Unbeweglichkeit des Körpers oder eines Körperteils
3 bezogen auf lähmende bzw. die Bewegung einschränkende Krankheiten, spez. ‘Gicht’
4 bezogen auf lähmende psychische Hinderungsgründe
5 bildl.
   1 bezogen auf eine bleibende behindernde Verletzung oder Verstümmelung (des gesamten Körpers oder eines einzelnen Körperteils): perpetuam lesionem, que dicitur lem UrkWittelsb 1,317 (a. 1279) u.ö.; hât dîn man von sîner tiost den arm verlorn, / daz dû in vürbaz muost mit lem behalten Loheng 6936; ich habe von dem / mîner marter wêlich lem, / dar an ich mûz ersterben JvFrst 5420; umbe bluotrünstic [Bluttat] , daz âne daz verch geschiht und âne leme SpdtL 169,9; swelich man wert gewͮndit ane laͤmethe UrkCorp (WMU) 2,26; UrkCorp 1914,3; geschehen aber zwo leme mit ainem schlage [...], daz sol man pessern fuͤr zwo leme NüP 100; wer vmb wunden odir vmb lemde purg wil sein StRPrag 160. 34; Herb 6645    2 bezogen auf die (auch nur vorübergehende) Unbeweglichkeit des Körpers oder eines Körperteils: sî daz gelit sô harte verstôzen, daz dû dich der leme dâ versehest Barth 140,14; mir ist als einem, der über mer / vert mit einem grôzen her, / und swenne er kumt gein Jerusalem, / daz in denne begrîfet ein lem / daz er niht vürbaz kumen mac: / der hât gelebt im leiden tac Renner 22124; RvEWchr 33728    3 bezogen auf lähmende bzw. die Bewegung einschränkende Krankheiten, spez. ‘Gicht’ ein siechtuom heizet pôgrât [Podagra] / treit er, die leme helfelôs Parz 501,27; diu selbe erzenîe ist guot vur die lem an den füezen oder an den handen oder ander geswulste Barth 140,17. – bei Tieren: Malcrêatiure kom geritn / ûf eime runzîde kranc [auf einem schlechten Pferd] , / daz von leme an allen vieren hanc Parz 520,8    4 bezogen auf lähmende psychische Hinderungsgründe: er [...] sprach in aller sîner engste lem [ :Jerusalem ] Renner 13173; de hadde hey schemde / ind in syme hertzen lemde Karlmeinet 320,36; er scied si da von zwiͤfels lem GvJudenb 2612    5 bildl.: die gicht / der ewiclichen lemden / die von des tuveles gremden / an den geliden sich irhebet HeslApk 7825; daz mich der tufel iht vorleme / mit totlicher lemede / durch die gramen fremede / die er zu miner sele hat HeslNic 355; swen todes lem nvͥt hat gevalt TürlArabel *A 197,12; swie nu hat diu kristenhait die lem / daz der kuͤnc [in Jerusalem] heiden ist WhvÖst 17140. 8052; Frl 8:5,16

MWB 3,3 1052,13; Bearbeiter: Hansen

lemen swV. auch loͤmen ( FünferlLiebe 175,26 ), lemmen ( MinneR 481 138; Krone 23350 ). 1 tr. (vgl. DRW 8,300)
1.1 ‘jmdn. (an einem Körperteil) bleibend verletzen oder verstümmeln’ (mit Präp. ane oder Gen.); ohne Angabe des Körperteils im fließenden Übergang zu ‘jmdn. verkrüppeln, kampfunfähig machen’
1.2 ‘jmdn. (z.B. durch Fesseln) bewegungsunfähig machen, lähmen’
1.3 übertr. ‘jmdn./ etw. (in Bezug auf etw.) kraftlos machen, lähmen’
2 intr. ‘lahmen’ (vgl. lamen ; hier bildl.)
   1 tr. (vgl. DRW 8,300)    1.1 ‘jmdn. (an einem Körperteil) bleibend verletzen oder verstümmeln’ (mit Präp. ane oder Gen.); ohne Angabe des Körperteils im fließenden Übergang zu ‘jmdn. verkrüppeln, kampfunfähig machen’ swer aber den andern lemt an der hant oder an dem fuͦze oder an dem arme oder an den augen NüP 99 u.ö.; Appolonius was ergrymmet: / maniger ward von im gelemet / an fussen und an henden HvNstAp 7764; ich han also uffgeleit das ich den ritter talang wil begeben, ich werde dann tot geschlagen oder gelemet Lanc 269,5; ich vacht mit eim ritter und lemet yn eins armes ebd. 358,18. 323,26 u.ö.; jst abir, daz ein man den andern lemt, so gehort ein lem gegen der andern UrkCorp (WMU) 1914,2. 3452,37; SchwSp (W) 150,8; StrAmis 1906; von Tieren: lemet ein vihe daz ander SchwSp (W) 179,17; mit Ersparung des Obj.: beyde wonden vnd lemen / sahe er sie one twale Krone 14059; subst.: Frl 8:24,12. – unklar, ob mit Akk.d.P. oder Akk.d.S.: Gawan schlug yn [den Ritter] [...] uff den arme, so das er yn lemete und im der arm nehelich ab was Lanc 350,30    1.2 ‘jmdn. (z.B. durch Fesseln) bewegungsunfähig machen, lähmen’ unz er sich bewant dâmite / daz er vor dem gebende / weder fuoz noch hende / niht mêre regete, / und in dâ gar gelegete. / daz er sus was gelemet, / dâvon wart sîn herze ergremet StrDan 7479. – bildl. i.S.v. ‘festhalten, an sich binden’ der virne greve van Monfoirt, / Willem man en nennet. / den ere hait gelemmet / und leret [l. leric ‘gelehrig’ ] vant in irme seile MinneR 481 138    1.3 übertr. ‘jmdn./ etw. (in Bezug auf etw.) kraftlos machen, lähmen’ gebete kan übel lewen zemen, / gebete kan unser vînde lemen, / gebete kan uns lengen diz leben, / gebete kan ouch sünde vergeben Renner 20738; ein tôt mich lemt an freuden gar, / mînes sunes wol gevar Parz 177,27; syt du [personif. Minne] manheit twingest und lemst Minneb 2197; daz kint gehoret zu dem rise [Zuchtrute] / und zuhtiger rede, di doch wise [anleite] . / daz furcht ez sere und lemt ez niht Jüngl 1195; doch so virtriffet die frevel liebe die do gewon ist den steten mǔt loͤmen vnde ablessig machen FünferlLiebe 175,26; da mite dich der tiubel lemet Wartb (H) 392:6,4; Litan 968. – jmds. êre ~ ‘jmds. Ansehen schmälern, jmdn. entehren’ sie wolte jne nit mynnen / nach jne zuͦ cleynot nemen, / wann ir das missezemen / kund vnd ir ere lemmen [Hs. lēmen ] Krone 23350    2 intr. ‘lahmen’ (vgl. lamen ; hier bildl.): Kristen geloube lemt doch sêre / sît irdisch guot und werltlich êre / jungen und alten sint sô wert, / daz êwiger fröiden nieman gert Renner 19985

MWB 3,3 1052,61; Bearbeiter: Hansen

lemic Adj. ‘(durch eine bleibende Verletzung oder Verstümmelung) die Bewegung einschränkend, behindernd’ ist ouch daz ein wunde da geschiht ane leme, swer die tut [...], der ist schuldik drizzek phunde [...] – wirt aber di wunde lemik [...], so gehoeret niht derzu wan lid wider lid StRAugsb 236,27

MWB 3,3 1053,53; Bearbeiter: Hansen

lemmechîn stN. lembechîn

MWB 3,3 1053,60;

lemmelîn, lemmel stN. lembelîn

MWB 3,3 1053,61;

lemnisse stFN. ‘bleibende behindernde Verletzung oder Verstümmelung’ (des gesamten Körpers oder eines einzelnen Körperteils; vgl. leme und mnd. lemenisse Schiller/  Lübben 2,661f.): vor wen man gewere tûn sal umme tôtslac und lemnisse SSp (W) 2:16(Überschr.); swer den anderen vêht unde yme nicht ne nymt, oder en wundet oder sleit, âne dôtslach unde âne lemnisse, sînen erben ne hât her dâ umme nicht zu antwordene, ob her stirbt nâch der jârtzale SSp 122,14

MWB 3,3 1053,62; Bearbeiter: Hansen

lempelære stM. zu lampe swF. ‘Hersteller von Lampen’ (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 281): Vlreich der læmpler UrkCorp (WMU) N347,21 (a. 1287)

MWB 3,3 1054,8; Bearbeiter: Hansen

lëmptic, lëmtic Adj. lëbendic

MWB 3,3 1054,12;

lemschît stN. wohl ‘Hemmschuh’ oder ‘Bremsklotz (am Wagen)’ (hier bildl.): swer die wârheit alle zît / wil reden, der wirt ein lemschît / allen den die valschaft sint Renner 13530

MWB 3,3 1054,13; Bearbeiter: Hansen

lemunge stF. ‘bleibende behindernde Verletzung oder Verstümmelung’ (des gesamten Körpers oder eines einzelnen Körperteils; vgl. leme ): wer do purgen sez vm ayn vryde aynes totslages, wunden odir lemunge StRPrag 33

MWB 3,3 1054,17; Bearbeiter: Hansen

lên stN. lêhen

MWB 3,3 1054,22;

lên (?) Adj. ‘weich, milde’ (Quantität des Vokals unklar; zu mlat. lēnis? vgl. aber ahd. kurzes len AWB 5,805; s.a. linde ): die warheit wuͦrde al zu strenge und zu herte und die barmherzicheit wuͦrde al zu lene und al zu semphte PrLpz 25,39;

MWB 3,3 1054,23; Bearbeiter: Hansen

lënc Adj. linc

MWB 3,3 1054,28;

lende stN. ‘Land, Gefilde’ (s.a. 1gelende ): sîn herschaft wirt vil wîden / von dem mer biz an daz mer. / er sal behalden in gewer / wazzer und drucken lende / biz an der werlde ende Erlös 1377

MWB 3,3 1054,29; Bearbeiterin: Wemhöner

1lende stswF. auch lente [presente :] ( JTit 5666,4 ). ‘Lende, Unterleib’ sowie darin befindliche Organe, v. a. ‘Nieren’ (vgl. lanke ; lumbe ): 1 beim Menschen
2 bei Tieren ‘Hinterbeine, Lenden’
   1 beim Menschen: lumbi: lendi, ylia vel renes SummHeinr 2:347,68; renes: lenten, lendi quod rivi ab his obsceni liquoris decurrant ebd. 1:132,227; er slûch Jubal von oberest sîner zende / al nider durch die lende / unde machet zwêne halbe man VAlex 1288; ir lenden soͤllent niemer sanfte sitzen noch ligen Mechth 4: 27,82; aber si [Frauen] habent grôz lend ze paiden seiten und grôz aftern BdN 52,24; sein [des Teufels] gestalt was aysleich, / doch warnn im fuez und hende / gebundenn zü der lende Märt 12060; mir tuͦt we stan, gan, riten / in lendin, ruggen, situn SHort 1976; so sal man iz [die Arznei] legen also warm hinden uf den rucke. vnde an di stat da di belle [Gesäßbacken] an di lenden gen SalArz 59,23. 57,2. 58,46 u.ö.; krancheyt der blasen vnde der lenden, daz se dez harns nych behalden moghen OvBaierl 35,8. 127,1 u.ö.; der lenden siehtum, der ze latein iliaca passio haizt BdN 397,29. – als Sitz der Gefühle: do sprach sy [hl. Margareta] : ‘got Jesu, / mein hail, mein trost, daz pistu. / dein hilf du mïr sende! / enczunde mein hercz und mein lende!’ Märt 12168. – bildl.: dise lende das sint gelustikeit der sinne Tauler 216,8; di lendin oder di siten daz ist di fornuft und der wille Parad 98,35; durch daz vmgorten wir vnse lenden mit deme glauben vnde mit der vbungen guder werke BrEb Prolog; uwir lenden sullen syn umme gurt [ sint lumbi vestri praecincti Lc 12,35] EvBerl 145,10; EvAug 167,22    2 bei Tieren ‘Hinterbeine, Lenden’ sô diu katze die kroten alsô gelecket, sô beginnet sie al zehant dorren unde gêt ir daz hâr ûz unde wirt alse widerzæme und alse ungenæme, [...] daz sie etewenne kûme die lenden nâch ir geziuhet PrBerth 1:405,22; sein [des Bären] kraft ist allermaist in den armen und in den lenden BdN 162,18. – ‘Hinterleib’ si [Spinnen] gepernt mit irn lenden [ clunibus ] klaineu würmel BdN 294,33

MWB 3,3 1054,33; Bearbeiterin: Wemhöner

2lende stF. zu lenden swV. hier lent. Uferstelle zum Anlanden von Flößen, ‘Lände’ swie daz holtz her chuͤmt an die lent, also sol man ez lazzen und verchauffen StRMünch 261,18; swer holtz stilt an der lent, der geit von dem pfenwert holtz [d.i. der Gegenwert (des Holzes) in Pfennigen] 6 dn dem richter und der stat 12 dn ebd. 448,15. 427,7 u.ö.

MWB 3,3 1055,10; Bearbeiterin: Wemhöner

lendebrâte swM. ‘Niere, Lende’ renunculus a renibus diminutivum id est niero vel lendibrato SummHeinr 2:442,100; ren vel rien: lendebrato ebd. 2:6,104. 1:132,228; lumbus: lendenbrado Gl 3:363,15. – von Tieren ‘Nieren-, Lendenstück’ (vgl. lumbel ): daz herce deuwet sich mulich [ist schwerverdaulich] . [...] also tunt di lent braten SalArz 17,34; alle sweinen lentpraten sol man in die wurste hacken NüP 38 (wohl verschrieben, vgl. Anm.z.St.: lempraten ebd. 85 )

MWB 3,3 1055,17; Bearbeiterin: Wemhöner

lendegelîch stN. landegelîch

MWB 3,3 1055,27;

lendelîn, lendel stN. Dimin. zu lant , ‘kleines Land, Landstrich, Gebiet’ von dem vlîze Nerge / unz an daz lendil Lamotîn NvJer 20388; zu setzene unde zu entsetzene unde zu verkoufene lant unde lendelîn StatDtOrd 49,18. – in lehnsrechtl. Zusammenhang: ich wil iu daz selbe lendel lîhen / oberhalp der Chremse EnikFb 1058; darumb hetten sie ir ein armes lendelin gegeben Lanc 627,9; sin lant ist wit unde breit, / des lezet er mit underscheit / in ieglichem lendelin / durch nutz sin amtlute sin Pass I/II (HSW) 37049. 40835. 41238

MWB 3,3 1055,28; Bearbeiterin: Wemhöner

lendemunt stM. lenimunt

MWB 3,3 1055,39;

lenden swV. auch leintin ( Anno 44,14 ), lenten ( VEzzo 406 ). Prät. lendete, lante; Part.Prät. gelendet, gelant (präfixlos: WhvÖst 1321 ). 1 tr.
1.1 eigentl. ‘jmdn./etw. (vom Wasser) an Land bringen, landen’
1.2 rechtsspr. ‘jmdn. zum Anlegen zwingen’
1.3 übertr.
1.3.1 ‘etw. beenden, zu einem (guten) Ende bringen’
1.3.2 ‘(jmdn./etw.) zu etw. (hin)führen’
1.3.3 ‘etw. (Termin) festlegen’
2 intr.
2.1 eigentl. ‘(in einen Hafen) einlaufen, an Land kommen, landen’ (mit präp. Erg.)
2.2 übertr.
2.2.1 ‘(an einen Ort, in einen Zustand o.ä.) gelangen, ankommen’
2.2.2 ‘enden’
   1 tr.    1.1 eigentl. ‘jmdn./etw. (vom Wasser) an Land bringen, landen’ swelch vrawe noch hiute ir amis / in ir dienste von ir sendet, / ob der nymmer sin shif gelendet / daz in trage uͤber daz wazzer Rennew 12726; ir schif aldâ ze stade stiez / und wart gelendet schiere KvWTroj 27527; unpersönl.: uns hat di sturm vreise getriben mit dem koken, / daz wir uns der reise in drien wochen niht mugen wider locken. / daz hat uns vierdhalp tag da her gelendet JTit 2775,3. – mit Ersparung des Obj. (nicht immer klar von 2.1 zu trennen): dô hiez ich balde lenden / in eine habe RvEGer 2642; Elis 4614; ich lendete on das port HvNstAp 4425; do ich die widervart genam / und vaste gein dem stade lant, / der baum do hinder mir verswant WhvÖst 1307; in die habe zu iu lenden Rennew 23926. 32031. – bildl.: ir schif haet gelendet / bi ritter manheit in ir lant MinneR 481 92; [Gott,] dez herschaft nieman grundet / der die marner lendit Martina 23,83. 285,102    1.2 rechtsspr. ‘jmdn. zum Anlegen zwingen’ was aber kouflute oder ander lute sint, die uf der Mosele varent, die mag die stad lenden und drie mart dage da dun halden UrkTrier 312,47 (a. 1350)    1.3 übertr.    1.3.1 ‘etw. beenden, zu einem (guten) Ende bringen’ alle die clage, die vor gerichte nicht begunt noch nicht gelent en sî SSp (W) 3:60,2. 1:7; di brûtloft was gelant SAlex 4058; dô was daz urliuge gelant Parz 41,28; noch einer auch gelendet haet / in myner scole menchen dach [hat dort manchen Tag verbracht] MinneR 481 210; swie ich mîn dinc gelende, / durch got sol ez dir sîn erkant HartmKlage (G) 1686; UvZLanz 7253; LBarl 10727; vnse vele groes vngemach / is vnna [längst nicht] noch gelendet Karlmeinet 465,20; Wh 10,23. – mit Refl.-Pron. (vgl. Anm.z.St.; s.a. Schiller/  Lübben 2,663): swi suzelichen si ire [der minne ] beginnen, / e si sich vmmer gelende, / si vnd der haz nemint al ein ende Elmend A 463    1.3.2 ‘(jmdn./etw.) zu etw. (hin)führen’ uon der süezin stimme rede / wart vz siner sinne pfede / der keisir gar gewendit / ze tobheit gelendit / vnd ane sin von zorne Martina 78,42. 292,48; wa lendet eins gelazsenen menschen verstandenheit? Seuse 342,3. 352,23    1.3.3 ‘etw. (Termin) festlegen’ der tak wær gelendet / an dem anger vnder Karidol / über vierzig tag, als man sol Krone 5331    2 intr.    2.1 eigentl. ‘(in einen Hafen) einlaufen, an Land kommen, landen’ (mit präp. Erg.): dû scolt bûwen an des meris stade / dâ dei scef lentin Gen 2828; da [im Hafen der Burg Magdalun] lendet so manig kiel SHort 6489; also lan ich die rede min, / als der mit schiffe lendet / da sich sin vart vollendet WernhMl 14911; man gelante in eine habe Tr 11657; En 7737; zuo dem stade gelante / der Kriechen her gemeine KvWTroj 25884; Kchr 1498. – bildl.: da er in der gnaden hab / nach der freise hatt gelendet, / er wande han verendet / hie alles sin vngemach Krone 12819; dû gnâden sê, / dâ man mit vreuden lendet LobGesMar 19,4; unser vrouwe hât gelendet / zuo dem himelischen stade KvHeimHinv 1196; ich [Paris] gelende zuo dem stade / der gnâden iuwers lîbes KvWTroj 21042; LvRegSyon 2286; himelriche ist unser heimuot, / da sculen wir lenten, gote lob VEzzo 406; v̀ch [Gawein] hett got her zú trost / disem land gesendet; / des ist vns vnser leit gewendet, / vnd hat heil hie gelendet Krone 19313; subst.: mîn anker vaste wirt geslagn / durch lenden in sîns poinders hurt Parz 68,11    2.2 übertr.    2.2.1 ‘(an einen Ort, in einen Zustand o.ä.) gelangen, ankommen’ so wil ich dich vater bittin / Abraham nach minen sittin / daz dv ruochest senden / Lazarum vnd lenden / zvo mines vater hvse Martina 66,20; daz selbe si nu daden / aller stede gliche / mit dirre selben liche, / waz endes si nu wanten / joch sider me gelanten Elis 5648; MorantGalie 3130; diz vleisc intfînc du erda, / dir geist vûr up ci berga. / dari sule wir iemir nâh imo deinkin, / wâ wir ci iungist sulin leintin Anno 44,14; die mit guoten werchen unde willen dare [im Himmelreich] gelentent Himmelr 8,27; wanne si wolden lenden [heimkehren] , / so druͦgen frouwen unde man / ir [Elisabeths] gabe unde ouch ir segen dan / in frolichem mude Elis 3758    2.2.2 ‘enden’ wyszhait duͤ ordnung richt / duͤ mit kuͤnsche daz versicht / das sy da icht lende / da sy vindet ende Gnaistli 597; iz ist inoch unnach / unser groz ungemach / laider gelendet Rol 7453; man sihet vil guͦter einvaltiger menschen, die in loblicher heilikeit lendent Seuse 352,1. 289,13; wo gelendent dise lúte? weles ist nu ir ende? Tauler 214,7. 229,4 u.ö.; svz sint die frode an ende / zvo den der wise gerne lende / wan alle die ie genamen / leben von menschen samen Martina 245,74. – Part.Präs.: es mag wol in dem geiste ane vahen, es wurt aber schier in dem fleische lendende Seuse 458,1. – subst.: allen den menschen [...] ist fúrderlich ze wissenne ir und aller dingen erstes begin, wan in deme selben ist och ir jungstes lenden Seuse 328,13

MWB 3,3 1055,40; Bearbeiterin: Wemhöner

lendenâder F. Blutgefäß der ableitenden Harnwege, ‘Lendenader’ (?): rinne daz blut uon den lenden adern di da zwischen den lenden sin vnde der blase. [...] so la deme sichen an der ader di da heizit basilica SalArz 58,33

MWB 3,3 1057,15; Bearbeiterin: Wemhöner

lendenier stM. auch landenier ( WhvÖst ). ‘Lendengürtel’ als Teil der Rüstung, an dem die Hosenbeine befestigt werden: ein harte guoten lendenier / den bant er umbe die huf [Hüfte] / und nestelte die hosen darûf Craun 838; ame lendenier si entstricket wart / von der hurteclîchen vart, / diu îserhose sanc ûf den sporn Wh 78,29; brustleder, bain und landenier WhvÖst 17797; Krone 2859; TürlArabel F 57

MWB 3,3 1057,20; Bearbeiterin: Wemhöner

lendenierstric stM. Riemen zur Befestigung der Hose am lendenier : dâ der lendenierstric erwant, / etlîchiu het ein semftenier [Polster] Wh 231,24

MWB 3,3 1057,29; Bearbeiterin: Wemhöner

lendensiech Adj. ‘nierenkrank’ swer lendensich ist, dem ist nicht besser denne louches saf mit wine Macer 10,16 (= Barth (H) 538 ). 2,6. 2,10. 36,14. – subst.: diser tranc ist guͦt dem lendensichen Macer 27,5. 60,8 u.ö.

MWB 3,3 1057,32; Bearbeiterin: Wemhöner