l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
leme, lemede
stF.
auch lem; -de überw. md. (vgl. mnd. lemede
Schiller/ Lübben 2,661, DRW 8,297).
‘Lähmung’
1 bezogen auf eine bleibende behindernde Verletzung oder Verstümmelung (des gesamten Körpers oder eines einzelnen Körperteils) 2 bezogen auf die (auch nur vorübergehende) Unbeweglichkeit des Körpers oder eines Körperteils 3 bezogen auf lähmende bzw. die Bewegung einschränkende Krankheiten,
spez. ‘Gicht’
4 bezogen auf lähmende psychische Hinderungsgründe 5 bildl.
1
bezogen auf eine bleibende behindernde Verletzung oder Verstümmelung
(des gesamten Körpers oder eines einzelnen Körperteils):
perpetuam lesionem, que dicitur lem UrkWittelsb
1,317
(a. 1279)
u.ö.;
hât dîn man von sîner tiost den arm verlorn, / daz dû in vürbaz muost mit lem
behalten Loheng
6936;
ich habe von dem / mîner marter wêlich lem, / dar an ich mûz
ersterben JvFrst
5420;
umbe bluotrünstic [Bluttat] , daz
âne daz verch geschiht und âne leme SpdtL
169,9;
swelich man wert gewͮndit ane laͤmethe UrkCorp (WMU)
2,26;
UrkCorp
1914,3;
geschehen aber zwo leme mit ainem schlage [...], daz
sol man pessern fuͤr zwo leme NüP
100;
wer vmb wunden odir vmb lemde purg wil sein StRPrag
160.
34;
Herb
6645
2
bezogen auf die (auch nur vorübergehende) Unbeweglichkeit des Körpers
oder eines Körperteils:
sî daz gelit sô harte verstôzen, daz dû dich der leme dâ
versehest Barth
140,14;
mir ist als einem, der über mer / vert mit einem grôzen her, / und swenne er
kumt gein Jerusalem, / daz in denne begrîfet ein lem / daz er niht vürbaz kumen mac:
/ der hât gelebt im leiden tac Renner
22124;
RvEWchr
33728
3
bezogen auf lähmende bzw. die Bewegung einschränkende Krankheiten,
spez. ‘Gicht’
ein siechtuom heizet
pôgrât [Podagra] / treit er, die leme helfelôs
Parz
501,27;
diu selbe erzenîe ist guot vur die lem an den füezen oder an
den handen oder ander geswulste Barth
140,17.
– bei Tieren:
Malcrêatiure kom geritn / ûf eime runzîde
kranc [auf einem schlechten Pferd] , / daz von leme
an allen vieren hanc Parz
520,8
4
bezogen auf lähmende psychische Hinderungsgründe:
er [...] sprach in aller sîner engste lem
[
:Jerusalem
]
Renner
13173;
de hadde hey schemde / ind in syme hertzen lemde Karlmeinet
320,36;
er scied si da von zwiͤfels lem GvJudenb
2612
5
bildl.:
die gicht / der ewiclichen lemden / die von des tuveles
gremden / an den geliden sich irhebet HeslApk
7825;
daz mich der tufel iht vorleme / mit totlicher lemede / durch die gramen
fremede / die er zu miner sele hat HeslNic
355;
swen todes lem nvͥt hat gevalt TürlArabel
*A 197,12;
swie nu hat diu kristenhait die lem / daz der kuͤnc
[in Jerusalem] heiden ist WhvÖst
17140.
8052;
Frl
8:5,16
MWB 3,3 1052,13; Bearbeiter: Hansen
lemen
swV.
auch loͤmen
(
FünferlLiebe
175,26
),
lemmen
(
MinneR 481
138;
Krone
23350
).
1 tr. (vgl. DRW 8,300) 1.1
‘jmdn. (an einem Körperteil) bleibend verletzen oder verstümmeln’ (mit
Präp. ane oder Gen.); ohne Angabe des Körperteils im fließenden
Übergang zu ‘jmdn. verkrüppeln, kampfunfähig machen’
1.2
‘jmdn. (z.B. durch Fesseln) bewegungsunfähig machen, lähmen’
1.3 übertr. ‘jmdn./ etw. (in Bezug auf etw.) kraftlos machen,
lähmen’
2 intr. ‘lahmen’ (vgl.
lamen
; hier bildl.)
1
tr. (vgl. DRW 8,300)
1.1
‘jmdn. (an einem Körperteil) bleibend verletzen oder verstümmeln’ (mit
Präp. ane oder Gen.); ohne Angabe des Körperteils im fließenden
Übergang zu ‘jmdn. verkrüppeln, kampfunfähig machen’
swer aber den andern lemt an der hant oder an dem fuͦze oder an dem arme
oder an den augen NüP
99
u.ö.;
Appolonius was ergrymmet: / maniger ward von im gelemet /
an fussen und an henden HvNstAp
7764;
ich han also uffgeleit das ich den ritter talang wil
begeben, ich werde dann tot geschlagen oder gelemet Lanc
269,5;
ich vacht mit eim ritter und lemet yn eins armes ebd.
358,18.
323,26
u.ö.;
jst abir, daz ein man den andern lemt, so gehort ein lem gegen der andern
UrkCorp (WMU)
1914,2.
3452,37;
SchwSp (W)
150,8;
StrAmis
1906;
von Tieren:
lemet ein vihe daz ander SchwSp (W)
179,17;
mit Ersparung des Obj.:
beyde wonden vnd lemen / sahe er sie one twale Krone
14059;
subst.:
Frl
8:24,12.
– unklar, ob mit Akk.d.P. oder Akk.d.S.:
Gawan schlug yn [den
Ritter]
[...] uff den arme, so das er yn lemete und im der
arm nehelich ab was Lanc
350,30
1.2
‘jmdn. (z.B. durch Fesseln) bewegungsunfähig machen, lähmen’
unz er sich bewant dâmite / daz er vor dem gebende / weder fuoz noch hende
/ niht mêre regete, / und in dâ gar gelegete. / daz er sus was gelemet, / dâvon
wart sîn herze ergremet StrDan
7479.
– bildl. i.S.v. ‘festhalten, an sich binden’
der virne greve van Monfoirt, / Willem man en nennet. /
den ere hait gelemmet / und leret [l. leric
‘gelehrig’
] vant in irme seile MinneR
481
138
1.3
übertr. ‘jmdn./ etw. (in Bezug auf etw.) kraftlos machen,
lähmen’
gebete kan übel lewen zemen, / gebete kan unser vînde lemen, / gebete kan
uns lengen diz leben, / gebete kan ouch sünde vergeben Renner
20738;
ein tôt mich lemt an freuden gar, / mînes sunes wol gevar
Parz
177,27;
syt du [personif.
Minne] manheit twingest und lemst Minneb
2197;
daz kint gehoret zu dem rise [Zuchtrute] / und
zuhtiger rede, di doch wise [anleite] . / daz furcht
ez sere und lemt ez niht Jüngl
1195;
doch so virtriffet die frevel liebe die do gewon ist den steten mǔt loͤmen
vnde ablessig machen FünferlLiebe
175,26;
da mite dich der tiubel lemet Wartb (H)
392:6,4;
Litan
968.
– jmds. êre ~
‘jmds. Ansehen schmälern, jmdn. entehren’
sie wolte jne nit mynnen / nach jne zuͦ cleynot nemen, / wann ir das
missezemen / kund vnd ir ere lemmen [Hs.
lēmen
]
Krone
23350
2
intr. ‘lahmen’ (vgl.
lamen
; hier bildl.):
Kristen geloube lemt doch sêre / sît irdisch guot und werltlich êre / jungen
und alten sint sô wert, / daz êwiger fröiden nieman gert Renner
19985
MWB 3,3 1052,61; Bearbeiter: Hansen
lemic
Adj.
‘(durch eine bleibende Verletzung oder Verstümmelung) die Bewegung einschränkend,
behindernd’
ist ouch daz ein wunde da geschiht ane leme, swer die tut
[...], der ist schuldik drizzek phunde
[...] – wirt aber di wunde lemik
[...], so gehoeret niht derzu wan lid wider lid
StRAugsb
236,27
MWB 3,3 1053,53; Bearbeiter: Hansen
lemmechîn
stN.
→
lembechîn
MWB 3,3 1053,60;
lemmelîn, lemmel
stN.
→
lembelîn
MWB 3,3 1053,61;
lemnisse
stFN.
‘bleibende behindernde Verletzung oder Verstümmelung’ (des gesamten Körpers
oder eines einzelnen Körperteils; vgl.
leme
und mnd. lemenisse Schiller/ Lübben
2,661f.):
vor wen man gewere tûn sal umme tôtslac und lemnisse SSp (W)
2:16(Überschr.);
swer den anderen vêht unde yme nicht ne nymt, oder en wundet oder sleit, âne
dôtslach unde âne lemnisse, sînen erben ne hât her dâ umme nicht zu antwordene, ob
her stirbt nâch der jârtzale SSp
122,14
MWB 3,3 1053,62; Bearbeiter: Hansen
lempelære
stM.
zu
lampe
swF.
‘Hersteller von Lampen’ (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S.
281):
Vlreich der læmpler UrkCorp (WMU)
N347,21
(a. 1287)
MWB 3,3 1054,8; Bearbeiter: Hansen
lëmptic, lëmtic
Adj.
→
lëbendic
MWB 3,3 1054,12;
lemschît
stN.
wohl ‘Hemmschuh’ oder ‘Bremsklotz (am Wagen)’ (hier bildl.):
swer die wârheit alle zît / wil reden, der wirt ein lemschît / allen den die
valschaft sint Renner
13530
MWB 3,3 1054,13; Bearbeiter: Hansen
lemunge
stF.
‘bleibende behindernde Verletzung oder Verstümmelung’ (des gesamten Körpers
oder eines einzelnen Körperteils; vgl.
leme
):
wer do purgen sez vm ayn vryde aynes totslages, wunden odir lemunge
StRPrag
33
MWB 3,3 1054,17; Bearbeiter: Hansen
lên
stN.
→
lêhen
MWB 3,3 1054,22;
lên (?)
Adj.
‘weich, milde’ (Quantität des Vokals unklar; zu mlat. lēnis?
vgl. aber ahd. kurzes len AWB 5,805; s.a.
linde
):
die warheit wuͦrde al zu strenge und zu herte und die barmherzicheit wuͦrde al
zu lene und al zu semphte PrLpz
25,39;
MWB 3,3 1054,23; Bearbeiter: Hansen
lënc
Adj.
→
linc
MWB 3,3 1054,28;
lende
stN.
‘Land, Gefilde’ (s.a.
1gelende
):
sîn herschaft wirt vil wîden / von dem mer biz an daz mer. / er sal behalden
in gewer / wazzer und drucken lende / biz an der werlde ende Erlös
1377
MWB 3,3 1054,29; Bearbeiterin: Wemhöner
1lende
stswF.
auch lente [presente :] (
JTit
5666,4
).
‘Lende, Unterleib’ sowie darin befindliche Organe, v. a. ‘Nieren’
(vgl.
lanke
;
lumbe
):
1 beim Menschen 2 bei Tieren ‘Hinterbeine, Lenden’
1
beim Menschen:
lumbi: lendi, ylia vel renes SummHeinr
2:347,68;
renes: lenten, lendi quod rivi ab his obsceni liquoris decurrant ebd.
1:132,227;
er slûch Jubal von oberest sîner zende / al nider durch die
lende / unde machet zwêne halbe man VAlex
1288;
ir lenden soͤllent niemer sanfte sitzen noch ligen
Mechth
4: 27,82;
aber si [Frauen] habent grôz lend
ze paiden seiten und grôz aftern BdN
52,24;
sein [des Teufels] gestalt was
aysleich, / doch warnn im fuez und hende / gebundenn zü der lende
Märt
12060;
mir tuͦt we stan, gan, riten / in lendin, ruggen, situn
SHort
1976;
so sal man iz [die Arznei] legen
also warm hinden uf den rucke. vnde an di stat da di
belle [Gesäßbacken] an di lenden gen
SalArz
59,23.
57,2.
58,46
u.ö.;
krancheyt der blasen vnde der lenden, daz se dez harns nych
behalden moghen OvBaierl
35,8.
127,1
u.ö.;
der lenden siehtum, der ze latein iliaca passio haizt
BdN
397,29.
– als Sitz der Gefühle:
do sprach sy [hl. Margareta] :
‘got Jesu, / mein hail, mein trost, daz pistu. / dein hilf du mïr sende! /
enczunde mein hercz und mein lende!’ Märt
12168.
– bildl.:
dise lende das sint gelustikeit der sinne
Tauler
216,8;
di lendin oder di siten daz ist di fornuft und der wille
Parad
98,35;
durch daz vmgorten wir vnse lenden mit deme glauben vnde mit der vbungen
guder werke BrEb
Prolog;
uwir lenden sullen syn umme gurt [
sint
lumbi vestri praecincti Lc 12,35]
EvBerl
145,10;
EvAug
167,22
2
bei Tieren ‘Hinterbeine, Lenden’
sô diu katze die kroten alsô gelecket, sô beginnet sie al zehant dorren unde
gêt ir daz hâr ûz unde wirt alse widerzæme und alse ungenæme,
[...] daz sie etewenne kûme die lenden nâch ir geziuhet
PrBerth
1:405,22;
sein [des Bären] kraft ist
allermaist in den armen und in den lenden BdN
162,18.
–
‘Hinterleib’
si [Spinnen] gepernt mit irn
lenden [
clunibus
] klaineu würmel
BdN
294,33
MWB 3,3 1054,33; Bearbeiterin: Wemhöner
2lende
stF.
zu
lenden
swV. hier lent.
Uferstelle zum Anlanden von Flößen, ‘Lände’
swie daz holtz her chuͤmt an die lent, also sol man ez lazzen
und verchauffen StRMünch
261,18;
swer holtz stilt an der lent, der geit von dem pfenwert holtz
[d.i. der Gegenwert (des Holzes) in Pfennigen] 6 dn
dem richter und der stat 12 dn ebd.
448,15.
427,7
u.ö.
MWB 3,3 1055,10; Bearbeiterin: Wemhöner
lendebrâte
swM.
‘Niere, Lende’
renunculus a renibus diminutivum id est niero vel lendibrato
SummHeinr
2:442,100;
ren vel rien: lendebrato ebd.
2:6,104.
1:132,228;
lumbus: lendenbrado Gl
3:363,15.
– von Tieren ‘Nieren-, Lendenstück’ (vgl.
lumbel
):
daz herce deuwet sich mulich [ist
schwerverdaulich] . [...] also tunt di
lent braten SalArz
17,34;
alle sweinen lentpraten sol man in die wurste hacken NüP
38
(wohl verschrieben, vgl. Anm.z.St.:
lempraten ebd.
85
)
MWB 3,3 1055,17; Bearbeiterin: Wemhöner
lendegelîch
stN.
→
landegelîch
MWB 3,3 1055,27;
lendelîn, lendel
stN.
Dimin. zu
lant
,
‘kleines Land, Landstrich, Gebiet’
von dem vlîze Nerge / unz an daz lendil Lamotîn
NvJer
20388;
zu setzene unde zu entsetzene unde zu verkoufene lant unde
lendelîn StatDtOrd
49,18.
– in lehnsrechtl. Zusammenhang:
ich wil iu daz selbe lendel lîhen / oberhalp der Chremse
EnikFb
1058;
darumb hetten sie ir ein armes lendelin gegeben
Lanc
627,9;
sin lant ist wit unde breit, / des lezet er mit underscheit
/ in ieglichem lendelin / durch nutz sin amtlute sin Pass I/II (HSW)
37049.
40835.
41238
MWB 3,3 1055,28; Bearbeiterin: Wemhöner
lendemunt
stM.
→
lenimunt
MWB 3,3 1055,39;
lenden
swV.
auch leintin (
Anno
44,14
), lenten (
VEzzo
406
). Prät. lendete, lante; Part.Prät. gelendet, gelant
(präfixlos:
WhvÖst
1321
).
1 tr. 1.1 eigentl. ‘jmdn./etw. (vom Wasser) an Land bringen, landen’
1.2 rechtsspr. ‘jmdn. zum Anlegen zwingen’
1.3 übertr. 1.3.1
‘etw. beenden, zu einem (guten) Ende bringen’
1.3.2
‘(jmdn./etw.) zu etw. (hin)führen’
1.3.3
‘etw. (Termin) festlegen’
2 intr. 2.1 eigentl. ‘(in einen Hafen) einlaufen, an Land kommen, landen’ (mit präp. Erg.) 2.2 übertr. 2.2.1
‘(an einen Ort, in einen Zustand o.ä.) gelangen, ankommen’
2.2.2
‘enden’
1
tr.
1.1
eigentl. ‘jmdn./etw. (vom Wasser) an Land bringen, landen’
swelch vrawe noch hiute ir amis / in ir dienste von ir
sendet, / ob der nymmer sin shif gelendet / daz in trage uͤber daz wazzer
Rennew
12726;
ir schif aldâ ze stade stiez / und wart gelendet schiere
KvWTroj
27527;
unpersönl.:
uns hat di sturm vreise getriben mit dem koken, / daz wir uns der reise in
drien wochen niht mugen wider locken. / daz hat uns vierdhalp tag da her
gelendet JTit
2775,3.
– mit Ersparung des Obj. (nicht immer klar von 2.1 zu trennen):
dô hiez ich balde lenden / in eine habe RvEGer
2642;
Elis
4614;
ich lendete on das port HvNstAp
4425;
do ich die widervart genam / und vaste gein dem stade
lant, / der baum do hinder mir verswant WhvÖst
1307;
in die habe zu iu lenden Rennew
23926.
32031.
– bildl.:
ir schif haet gelendet / bi ritter manheit in ir lant
MinneR 481
92;
[Gott,] dez herschaft nieman grundet / der die
marner lendit Martina
23,83.
285,102
1.2
rechtsspr. ‘jmdn. zum Anlegen zwingen’
was aber kouflute oder ander lute sint, die uf der Mosele varent, die mag
die stad lenden und drie mart dage da dun halden UrkTrier
312,47
(a. 1350)
1.3
übertr.
1.3.1
‘etw. beenden, zu einem (guten) Ende bringen’
alle die clage, die vor gerichte nicht begunt noch nicht gelent en sî
SSp (W)
3:60,2.
1:7;
di brûtloft was gelant SAlex
4058;
dô was daz urliuge gelant Parz
41,28;
noch einer auch gelendet haet / in myner scole menchen
dach [hat dort manchen Tag verbracht]
MinneR 481
210;
swie ich mîn dinc gelende, / durch got sol ez dir sîn erkant
HartmKlage (G)
1686;
UvZLanz
7253;
LBarl
10727;
vnse vele groes vngemach / is vnna [längst
nicht] noch gelendet Karlmeinet
465,20;
Wh
10,23.
– mit Refl.-Pron. (vgl. Anm.z.St.; s.a. Schiller/ Lübben
2,663):
swi suzelichen si ire [der
minne
] beginnen, / e si sich vmmer
gelende, / si vnd der haz nemint al ein ende Elmend
A 463
1.3.2
‘(jmdn./etw.) zu etw. (hin)führen’
uon der süezin stimme rede / wart vz siner sinne pfede / der keisir
gar gewendit / ze tobheit gelendit / vnd ane sin von zorne
Martina
78,42.
292,48;
wa lendet eins gelazsenen menschen verstandenheit?
Seuse
342,3.
352,23
1.3.3
‘etw. (Termin) festlegen’
der tak wær gelendet / an dem anger vnder Karidol / über vierzig tag,
als man sol Krone
5331
2
intr.
2.1
eigentl. ‘(in einen Hafen) einlaufen, an Land kommen, landen’ (mit
präp. Erg.):
dû scolt bûwen an des meris stade / dâ dei scef lentin
Gen
2828;
da [im Hafen der Burg
Magdalun] lendet so manig kiel SHort
6489;
also lan ich die rede min, / als der mit schiffe lendet /
da sich sin vart vollendet WernhMl
14911;
man gelante in eine habe Tr
11657;
En
7737;
zuo dem stade gelante / der Kriechen her gemeine
KvWTroj
25884;
Kchr
1498.
– bildl.:
da er in der gnaden hab / nach der freise hatt gelendet, / er wande
han verendet / hie alles sin vngemach Krone
12819;
dû gnâden sê, / dâ man mit vreuden lendet LobGesMar
19,4;
unser vrouwe hât gelendet / zuo dem himelischen stade
KvHeimHinv
1196;
ich [Paris] gelende zuo
dem stade / der gnâden iuwers lîbes KvWTroj
21042;
LvRegSyon
2286;
himelriche ist unser heimuot, / da sculen wir lenten,
gote lob VEzzo
406;
v̀ch [Gawein] hett got her zú trost /
disem land gesendet; / des ist vns vnser leit gewendet, / vnd hat heil hie
gelendet Krone
19313;
subst.:
mîn anker vaste wirt geslagn / durch lenden in sîns
poinders hurt Parz
68,11
2.2
übertr.
2.2.1
‘(an einen Ort, in einen Zustand o.ä.) gelangen, ankommen’
so wil ich dich vater bittin / Abraham nach minen sittin / daz dv
ruochest senden / Lazarum vnd lenden / zvo mines vater hvse
Martina
66,20;
daz selbe si nu daden / aller stede gliche / mit dirre selben liche, /
waz endes si nu wanten / joch sider me gelanten Elis
5648;
MorantGalie
3130;
diz vleisc intfînc du erda, / dir geist vûr up ci berga. / dari sule
wir iemir nâh imo deinkin, / wâ wir ci iungist sulin leintin
Anno
44,14;
die mit guoten werchen unde willen dare
[im Himmelreich] gelentent
Himmelr
8,27;
wanne si wolden lenden [heimkehren] , / so
druͦgen frouwen unde man / ir [Elisabeths] gabe
unde ouch ir segen dan / in frolichem mude Elis
3758
2.2.2
‘enden’
wyszhait duͤ ordnung richt / duͤ mit kuͤnsche daz versicht / das sy da
icht lende / da sy vindet ende Gnaistli
597;
iz ist inoch unnach / unser groz ungemach / laider
gelendet Rol
7453;
man sihet vil guͦter einvaltiger menschen, die in
loblicher heilikeit lendent Seuse
352,1.
289,13;
wo gelendent dise lúte? weles ist nu ir ende?
Tauler
214,7.
229,4
u.ö.;
svz sint die frode an ende / zvo den der wise gerne lende / wan alle
die ie genamen / leben von menschen samen Martina
245,74.
– Part.Präs.:
es mag wol in dem geiste ane vahen, es wurt aber
schier in dem fleische lendende Seuse
458,1.
– subst.:
allen den menschen
[...] ist fúrderlich ze wissenne ir und
aller dingen erstes begin, wan in deme selben ist och ir jungstes lenden
Seuse
328,13
MWB 3,3 1055,40; Bearbeiterin: Wemhöner
lendenâder
F.
Blutgefäß der ableitenden Harnwege, ‘Lendenader’ (?):
rinne daz blut uon den lenden adern di da zwischen den lenden
sin vnde der blase. [...] so la deme sichen an der ader di
da heizit basilica SalArz
58,33
MWB 3,3 1057,15; Bearbeiterin: Wemhöner
lendenier
stM.
auch landenier ( WhvÖst ).
‘Lendengürtel’ als Teil der Rüstung, an dem die Hosenbeine befestigt
werden:
ein harte guoten lendenier / den bant er umbe die huf
[Hüfte] / und nestelte die hosen darûf
Craun
838;
ame lendenier si entstricket wart / von der hurteclîchen
vart, / diu îserhose sanc ûf den sporn Wh
78,29;
brustleder, bain und landenier WhvÖst
17797;
Krone
2859;
TürlArabel
F 57
MWB 3,3 1057,20; Bearbeiterin: Wemhöner
lendenierstric
stM.
Riemen zur Befestigung der Hose am
lendenier
:
dâ der lendenierstric erwant, / etlîchiu het ein
semftenier [Polster]
Wh
231,24
MWB 3,3 1057,29; Bearbeiterin: Wemhöner
lendensiech
Adj.
‘nierenkrank’
swer lendensich ist, dem ist nicht besser denne louches saf
mit wine Macer
10,16
(=
Barth (H)
538
).
2,6.
2,10.
36,14.
– subst.:
diser tranc ist guͦt dem lendensichen Macer
27,5.
60,8
u.ö.
MWB 3,3 1057,32; Bearbeiterin: Wemhöner |