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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
      lenken swV.
      lennelîn stN.
      lent stF.
      lentboum stM.
      lentimunt stM.
      lenze swM.
      lenzelich Adj.
      lenzelîn stN.
      lenzemânôt stM.
      lenzen swV.
      lenzestiure stF.
      leo M.
      leocaffe swM.
      leolîn stN.
      leozephenâ Subst.
      leppelîn stN.
      leppenhunt (?) stM.
      lêr stN.
      lêr-
      lêrære stM.
      lêrærinne stF.
      lërc Adj.
      lerchboum stM.
      lêrche swF.
      lêrchenmunt stM.
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   lenken - lêrchenmunt    


lenken swV. auch lingken [trincken :] ( FrSchw 6242 ), Prät. auch lancte [clancte :] ( WhvÖst 17582 ). 1 ‘jmdn./etw. (wohin) lenken, führen, leiten’ (häufig mit (Pron.-)Adv. oder präp. Erg.)
1.1 von Personen
1.2 von Konkreta
1.3 von (gesprochener) Sprache
1.4 von Abstrakta ( sin/  muot )
1.5 unpers.
1.6 übertr. ‘etw. in die Wege leiten’ (?; anders FWB 9,967 z.St. ‘etw. überlegen, erwägen, gedanklich hin und her wenden’ )
2 ‘sich/  etw. (wohin) wenden, richten’ (mit direktionalem Adv. oder präp. Erg.)
3 ‘sich/  etw. biegen, beugen’ (mit fakultativer präp. Erg.)
3.1 allg.
3.2 übertr. ‘sich jmdm./etw. beugen, fügen’ (mit Dat. oder Präp.-Obj.)
3.3 Part.-Adj. ‘gebogen, gewunden, gefaltet’
4 ‘etw. anbringen’ (mit präp. Erg.)
   1 ‘jmdn./etw. (wohin) lenken, führen, leiten’ (häufig mit (Pron.-)Adv. oder präp. Erg.)    1.1 von Personen: daz sich der bâbst liez lenken / ze solhen untriwen / mit guot Ottok 3158. 54562. 54563; si fürwâr wol westen, / die wîl daz lant wære / rehter herren lære, / sô liez sich niemen lenken [beherrschen] ebd. 1387; sin wunder was groz und groz, / daz sin herze alumme sloz / und in sus wart lenken Pass I/II (HSW) 41471    1.2 von Konkreta: er [Gott] wol kan / alle ding [...], swî er wil, / lenkin NvJer 22234; die schœne maget Blanschemanîs / ir blanken arme criuzewîs / vaste über einander schrenkete, / gein herzen sie die lenkete / und dructe sie ûf ir brustel HvFreibTr 712; also wil ich, herre, in deinem namen / [...] / mein schifflin nider lenken, / denne do ez treibet der segel wint MvHeilGr 150    1.3 von (gesprochener) Sprache: so wil ich die wile gan / hin uz fuͤr die tuͤr stan, / bizir iuch bedenket: / wie ir mir denne lenket / die rede, dar nach riht ich mich WhvÖst 9034. – die Zunge als Subjekt: iedoch sol unverdrozzen / min zunge lenken wilde sage WhvÖst 129; nicht wort [...] daz man sprichet mit lefsen, / [...] / noch daz zunge mac gelenken, / noch daz herze mac gedenken HeslApk 625; subst.: mit aller zunge lenken / kan nimmer munt volbringen, / noch herze volliclîchen volledenken, / waz guoter dinge man mit harren endet Hadam 555,2    1.4 von Abstrakta (sin/  muot): des sunis wîsheit lenke / mîne cranken sinne, / daz ich vornumft gewinne NvJer 70; dô wurdin abir denkin / dî brûdre unde lenkin / darûf ire sinne, / als dî gotis minne / sî wîste ebd. 15822; wo ich min sin hin lenck MinneR 298 29; ez sol niht lenken / deheiner slahte guot [Subj.] / eins so rîchen kuniges muot Ottok 7469. sînen ganc/ sîne vart ~ : dar uber wolder sinen ganc / zu huse wider lenken Pass I/II (HSW) 16003; er [...] begonde lenkin / sîne vart allumme NvJer 16308    1.5 unpers.: den rossen ward gelencket, / unnd iedes sper gesencket FrSchw 6253    1.6 übertr. ‘etw. in die Wege leiten’ (?; anders FWB 9,967 z.St. ‘etw. überlegen, erwägen, gedanklich hin und her wenden’): der zauberer wol erkannt / das sein zaubry was ertrant [gebrochen] / [...]: / ain annders begund er lingken FrSchw 6242    2 ‘sich/  etw. (wohin) wenden, richten’ (mit direktionalem Adv. oder präp. Erg.): dâvon [von guter Zurede] begunde ir werden warm / daz kreftelôse herze / und entliez sich ir smerze. / dâvon begunde sich ir muot / tempern unde lenken LvRegSyon 1591. – mit ane, (wâ) hin, zuo: die tobenden wazzeres unden, / sturmwetter unde wint / alle wider mich nu sint, / wand ich mich an in lenke Pass III 199,67; daz herze an got sie lenken Pass I/II (HSW) 10486; daz du [...] minem herzen nach jagest, / wa sich daz hin lenke ebd. 20677; wa hin sin gemute sich lenket Physiogn 121; daz sult ir bedenken / und iwern haz lenken / ze guot und zuo barmunge Ottok 4834; man siht an ir henden / mit vil hurticlîcher ger / iriu wînes volliu sper [iron. für Becher] / gên dem munde senken / und sich zer tjoste lenken, / diu in nicht harte vellet Helbl 13,100    3 ‘sich/  etw. biegen, beugen’ (mit fakultativer präp. Erg.)    3.1 allg.: daz waren blech begozzen / von golde, etewa beslozzen, / daz si sich lenchen mohten Serv 499; die [sieben Hörner] man sach uf dem lamme lenken [vgl. Apc 5,6] Frl 1:13,32. – häufig vom Körper und seinen Teilen: diu knie vor im lenken Ottok 14808; wer sich lenket als ein stock [stocksteif dasteht] , / des dienst kan ich gepruven niht Jüngl 120; eine chruchen [Krücke] fraissam, / daruber muͦst er sich lênchen Wernh A 1697; die vuze sie begunden / an dem cruce lenken / und uber einander schrenken Pass I/II (HSW) 6481; sin arme und sin hende, / [...] / die wurden da gelenket / und umb di sul geschrenket ebd. 5961; WhvÖst 17335    3.2 übertr. ‘sich jmdm./etw. beugen, fügen’ (mit Dat. oder Präp.-Obj.): vnserem râte solt dv dich lênchen Wernh A 1408; sî inmûstin lenkin / sich undir des geloubin joch NvJer 4814; er hete sich gelenket / und geschepfet nâch ir site KvWTroj 16430; nû enweiz ich leider wie / ich gedanc gelerne, / dâvon sich mîn muot gerne / in den willen lenke, / daz ich an in gedenke, / alsô daz ich im bî / in geistlîcher beschöude sî LvRegSyon 1956    3.3 Part.-Adj. ‘gebogen, gewunden, gefaltet’ sine [des Vogels] reinen swankeln sytten [ sîten ] / waren meisterlich gelenket Minneb 5179; diu selbe riche banier zier / was von drien stucken, / [...] / daz ober und daz under / stuͤcke was geroͤtet / [...] / daz drittail wiz begarwe / da durch was schon geblenket, / ain larikant [ein strahlend weißer Stoff] gelenket WhvÖst 16550; und menig merwunder fin / das ist von gold gelenket drin [hineingewoben (in das Gewand)] / da nidenan bi dem orte EckenlE2 94,2; daz hemde stuont gelenket / nâch einem fremden schrôte [Schnitt] KvWEngelh 3078; HvNstAp 15100. – übertr.: sit vrouwen pris solch wirde / treit in lobes girde / gepartiret und geschrenket, gelenket Frl 3:33,3    4 ‘etw. anbringen’ (mit präp. Erg.): ir gesinde rief si do / unde hiez daz hus benken [Bänke darin aufstellen] , / ir ummehenge lenken / her unde dar an di want Pass I/II (HSW) 3106

MWB 3,3 1065,14; Bearbeiterin: Wemhöner

lennelîn stN. lœnelîn

MWB 3,3 1066,56;

lent stF. 2lende

MWB 3,3 1066,57;

lentboum stM. dem Mastixstrauch ähnliches Gewächs (vgl. Marzell 3,794): lentiscus haizt ain lendpaum. des paums stam ist sänft und waich [...], dar umb hât er den namen ze latein lentiscus, wan wir haizen allez daz lentum ze latein, daz dâ piegleich ist und waich BdN 328,21. 328,20

MWB 3,3 1066,58; Bearbeiterin: Wemhöner

lentimunt stM. lenimunt

MWB 3,3 1066,64;

lenze, langeʒ swM. vereinzelt stM. ( HvHürnh Reg. 37; PsM 73,17 ); auch lantze ( UrkCorp 1546,36 ), langiz ( GenM 71,1 ); vgl. EWA 5,1015-18 s.v. langez, lenz. ‘Frühling’ ver: lenzo SummHeinr 2:70,61; das ander vierde teil des iares heiset lenze Macer Prosavorr. 14; MNat 6,23; wohl verschrieben: in dem lazen oder in dem sumer SalArz 66,19; duo der langez chom duo fuor er [Jakob] ze Bethlehem Gen 1675; GenM 71,1; den sumer unde den langezzen [interl. zu estatem et uer ] du gebildetes PsWindb 73,17; si [Nachtigall] singet neur in dem lenzen, daz ist in der zeit von sant Peters tag, als er auf den stuol gesetzt wart [Kathedra Petri, 22. Februar] , unz an sant Urbans tag [25. Mai] BdN 221,1. 397,17 u.ö.; UrkCorp (WMU) 516,21 u.ö.; in den lenczen sint [Krankheiten] licht vnde cortz OvBaierl 67,47; SalArz 18,55; man vastet zu dirre zît in deme lenzin, daz ist umme di grôzen plagen di dâ geschâhen zu dirre zît HvFritzlHl 102,30; Renner 23661; Köditz 31,31. – phras. (vgl. TPMA 3,344): man vindet sumelîche [Frauen] / die alsô wankel sîn gemuot, / als in dem lenzen daz weter tuot UvEtzAlex 15620

MWB 3,3 1067,1; Bearbeiterin: Wemhöner

lenzelich Adj. ‘dem Frühling zugehörig, Frühlings-’ (hier bezogen auf die Tag- und Nachtgleiche): zuo merzen so ist der lenzeliche equinoccium. equinoccium daz ist, so diu naht unde der tac gelich lanc sint MNat 6,26

MWB 3,3 1067,25; Bearbeiterin: Wemhöner

lenzelîn stN. wohl Dimin. zu lanze , ‘kleine Lanze’, nur als Bestandteil von Personennamen (vgl. WMU 3,2589 mit zahlreichen weiteren Belegen; Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 266): mit sant mînem vndern pergmaister Chvnraten dem Læntzlîn UrkCorp (WMU) N470,20; Lenzelin, der vrowen tohterman von Strazburg ebd. N150,35

MWB 3,3 1067,30; Bearbeiterin: Wemhöner

lenzemânôt stM. ‘März’ (vgl. AWB 5,817f. s.v. lenzen-, lenzinmânôd u. lenzimânôd mit weiteren mhd. Glossenbelegen): Martius propter Martem romane gentis auctorem, id est merze vel lenzimanot [Laa. lenzemanoth, lencemanoth ] SummHeinr 1:104,1117

MWB 3,3 1067,37; Bearbeiterin: Wemhöner

lenzen swV. 1 ‘es dem Frühling gleichtun, wie der Frühling glänzen’ (vgl. FrlWB 210)
2 ‘Frühling werden’
   1 ‘es dem Frühling gleichtun, wie der Frühling glänzen’ (vgl. FrlWB 210): er [Jesus] schin, ich [Maria] glast, wir liuchten und erglenzen, / merzen, meien, lenzen Frl 1:19,25    2 ‘Frühling werden’ swenn der winder lenzet Frl 5:87,4. – subst. und übertr. i.S.v. ‘Aufblühen’, hierher oder zu lenze swM. (vgl. Anm.z.St. u. Glr.)?: wie dez sumers lentzen / sin varbe habe gehangen / an ire snee wisse wangen Minneb 3448

MWB 3,3 1067,43; Bearbeiterin: Wemhöner

lenzestiure stF. hier langiz-. eine im Frühjahr zu entrichtende Abgabe: 2 lehen datz [ dâ ze ] Zaboge gebent [...] langizstiure und chuchinstiure als man gedingen mach UrbSonnenb 4

MWB 3,3 1067,52; Bearbeiterin: Wemhöner

leo M. lëwe

MWB 3,3 1067,56;

leocaffe swM. ein sagenhaftes Tier, dessen Asche Löwen tötet: von dem leocaffen [Überschrift] . leocophana ist ain klain tier, [...]. wenne man daz gevæht, sô prent man ez zuo pulver [...]. ist danne, daz die lewen des pulvers iht rüerent, sô sterbent si BdN 148,31; ein tier ist wunderlîcher art, genennet leozephenâ KLD: Kzl 16: 3,2

MWB 3,3 1067,57; Bearbeiterin: Wemhöner

leolîn stN. lëwelîn

MWB 3,3 1067,64;

leozephenâ Subst. leocaffe

MWB 3,3 1068,1;

leppelîn stN. hier laepplin. Dimin. zu 1lappe swFM., ‘kleiner Lappen, Läppchen’ er sol auch geben einen huot mit lauter vehm [hellem Pelzbesatz] , mit laepplin oder swi in der hertzog tragen wil UrbBayJ 527

MWB 3,3 1068,2; Bearbeiterin: Wemhöner

leppenhunt (?) stM. eine Art Jagdhund (zur Hasenjagd? vgl. Anm.z.St.): vur eynen [gestohlenen oder totgeschlagenen] leppen hunt sol man gelten eynen also gutten und sechs schilling dortzu KlKsr 4,25

MWB 3,3 1068,7; Bearbeiterin: Wemhöner

lêr stN. ‘Richtmaß, Modell’ (s.a. lêre 4): ouch daz rote Cristes blut / gestrout in dem wege vrut / [...] / daz si sich icht verirren / di in dem wege wandern / [...]. / der sich verirret sere / dan von dem weges lere, / [...] / der muz under hunen [Riesen] won TvKulm 5298

MWB 3,3 1068,12; Bearbeiterin: Wemhöner

lêr- lêre -

MWB 3,3 1068,18;

lêrære stM. jmd., der anderen Wissen vermittelt, ‘Lehrer, Gelehrter; Autorität, Garant für als gesichert geltendes Wissen’ (vgl. meister ) 1 überwiegend in religiösem Kontext zur Bezeichnung für jmdn., der andere im Glauben und in der richtigen Lebensführung unterrichtet
1.1 christlich-jüdisch, häufig zur Bezeichnung von Heiligen, Aposteln, Kirchenlehrern, aber auch allg. von Predigern
1.2 heidnisch
2 weltlich, ‘Lehrer’
   1 überwiegend in religiösem Kontext zur Bezeichnung für jmdn., der andere im Glauben und in der richtigen Lebensführung unterrichtet    1.1 christlich-jüdisch, häufig zur Bezeichnung von Heiligen, Aposteln, Kirchenlehrern, aber auch allg. von Predigern: sinen luͤten den gab er [Gott] lerær ze allen ziten, von angeng ze aller erst die hiligen patriarche, dar nach gab er in die si die hiligen e lerten, da nach gab er in die wissagen, da nach die zwelfboten und noch hiutentag so ladent die hiligen lerær meins træchtins luͤte zuͦ dem himelrich PrOberalt 70,40; die hiligen poten und ander hilige lerær [übers. lat. apostoli sive successores eorum ] ebd. 103,22. 121,36 u.ö.; uber daz liset man in dem ewangelio von unserem hêrren Jhêsu Christo [...], daz er die lêrere hôrte [ audivisse doctores vgl. Lc 2,46] unde vrâgete StatDtOrd 96,17; also sol dise welt uberwunden werden mit gotis worten, die die lerer [ praedicatores ] sprechint Lucid 85,13; tapfere lerer unde bichter Tauler 132,17; Dyonisius der lêrer WvRh 135; der lieb sant Thomas [von Aquin] , der lerer Seuse 180,17; manec ander lêraere [ doctores V. 29] / hant von der mägde werdecheit / vil geschriben WvRh 144; PsM H 76,4. H 95,7. – zur Bezeichnung und Anrede von Gott, Christus und hl. Geist: gote nâchgân und im volgen, daz ist êwicheit. die gebe uns der lêrære der wârheit und der minnære der kiuscheit Eckh 5: 274,6; der vil reine Krist, / der got ie was und iemer ist, / ir [der Christen] lebennes lêrære RvEBarl 10879; swâ der heilige geist lêrer ist, / dâ lernet man vil in kurzer frist Renner 13557; Lucid 87,13. 2,11; minsame Jhesu, getruͥe leidere / aller warheit geware lerere MarlbRh 133,14. 2,4 u.ö. – in Wendungen zur Bekräftigung des Dargestellten: sam die lêrer sagent BdN 60,32. 349,5; als Augustînus und ander lêrer schreibent ebd. 204,4; als uns die hôhen lêrer künden / beidiu hier und anderswâ Renner 13984. 22078 u.ö.    1.2 heidnisch: daz sprichet ein heidenischer lêrære: ‘der mensche ist ein tier, daz von natûre sanftmüetic ist’ Eckh 3:296,9; und sprach zu im [Hippokrates] sein junger: ‘löblicher lerär [ doctor ] , [...].’ HvHürnh 27,17. 21,3; sie [die Ägypter] wâren gotes künste vrî. / ir lêrer, ir philosophî / wolten hôher künste phlegen RvEBarl 10586    2 weltlich, ‘Lehrer’ meister Andres, der kinden lerer von Senhein UrkCorp (WMU) 2729,39; Heinrich der lerær ebd. 1911,9; den vil sussen / Appolonium, meinen lerer HvNstAp 2142 (im Harfenspiel, vgl. ebd. 1912ff.); von grôzen sinnen, die er [Josaphat] truoc, / lêrt in sîner witze hort / vürbringen sinnerîchiu wort, / mit den sîn wîslîchiu kraft / sîner lêrer meisterschaft / von ir sinnen jagete RvEBarl 960. – Lit.: M. Boeters, Lehrer. Eine wortgeschichtliche Untersuchung, Diss. Hamburg 1962

MWB 3,3 1068,19; Bearbeiterin: Wemhöner

lêrærinne stF. ‘Lehrerin’ catagitta, doctrix: lerarin SummHeinr 2:9,187. – bildl.: aller sprâche lêrerîn / ist kriechisch Renner 22327. – Lit.: M. Boeters, Lehrerin - Ursprung und Frühgeschichte eines unbeachteten Wortes, in: PBB (H) 79 (1957), S. 380-390

MWB 3,3 1069,14; Bearbeiterin: Wemhöner

lërc, lirc Adj. ‘auf der linken Seite befindlich, linke(r/  s)’ (s.a. lërz , linc , lürc , lürz ) 1 bezogen auf Körperteile, insbes. die Hand
2 in Anlehnung an Mt 25,31ff. (zur Linken Gottes stehen die Verdammten)
2.1 in der Wendung zuo der lërken (hant) ‘zur linken Hand/  Seite, zur Linken’
2.2 mit den lërken sind die Verdammten bezeichnet
   1 bezogen auf Körperteile, insbes. die Hand: div zeswe vnd div lirke / hende sint mir erfrorn Martina 73,26; mit der lirken fiuste UvZLanz (K) 1928; dauon treit men den hantfan [liturgisches Gewandstück, ‘Manipel’ ] an dem lirken arme, daz wir fúrthen [l. fürhten ] vnseres herren rache Lucid 88,1. – subst.: der meister sprach: die zesuwe betútet den ewigin lip, die lirke daz gegenwurtige lebin Lucid 87,22; zuo der barmung werken / an zeswen und an lerken [nach allen Seiten] / was er gereht und behende Ottok 20965; Frl 5:34,11    2 in Anlehnung an Mt 25,31ff. (zur Linken Gottes stehen die Verdammten)    2.1 in der Wendung zuo der lërken (hant) ‘zur linken Hand/  Seite, zur Linken’ da [beim Jüngsten Gericht] sezzet men die rehten zuͦ der zesewen alse die scaf vnde die v́belen zuͦ der lirken hant alse die cikin Lucid 138,20. 138,22. – subst.: dyse beyde, / [...] / der eine zu der zesewen din, / der ander zu der lirken, sin / sitzende in dime riche EvStPaul 506. 2075 u.ö.; Lucid 138,24    2.2 mit den lërken sind die Verdammten bezeichnet: Messias uns bereite / [...] / daz wir in richtes stunden / nicht komen zu den lerken Frl 12:3,16

MWB 3,3 1069,20; Bearbeiterin: Wemhöner

lerchboum stM. ‘Lärche’ (weitere mhd. Belege vgl. AWB 5,840; s.a. larche ): terebintum: lerchboͮm, lerchboum Gl 3:42,34

MWB 3,3 1069,45; Bearbeiterin: Wemhöner

lêrche, lërche swF. auch lewercke ( KarlGalie 7296 ); lêriche ( HundesNot 3 ); lereche ( Rumelant (K) 4:18,5 ); lerke ( SM:UvB 1: 1,8 ). eine Vogelart, ‘Lerche’ alauda haizt ain lerch und ist als vil gesprochen als ain lobvogel BdN 171,13; diu lerch meldet den tag des morgens fruo, sô der morgenrôt næhent ebd. 171,18; ich gie eines morgens fruo / an daz velt [...]. / daz was zen stunden, / dô sich ûf wunden / die lerchen mit gesange Helbl 8,15; si furtin Iaromirum vf den berg / czu einer linden, do da sang ein lerche Dalimil (B) 36,28; Parz 378,7; ain lerch, dú hât die nature: swenne si singen wil, so flúget si uf engegen der sunnen, und so si der sunnen ie naͤher ist, so ir stimme ie suͤsser ist. also geschiht der rainnen sele PrGeorg 326,35. – häufig bes. im Minnesang als Künderin des Frühlings sowie allg. als Bestandteil des locus amoenus: schône singet lerche uber heide. / ich lobe dich, meie, dîner kraft SM:Go 1: 1,6; touwic gras, gel brûne bluomen schœne / diu vil liebe kunft des meien bringet, / sô diu lerche lüftet ir gedœne KLD: KvK 1:1,3; SM:KvL 19: 1,11; KvWLd 7,12; KLD: UvW Leich 4,8; da stunden edle pewmelein: / muscat und nagelein, / cardamomum und muscat pluet / trugen da di pewmel gut. / di lerche und di nachtegail / hetten da vil sussen schal HvNstAp 12937; KvWTroj 10032; SHort 185. – als Bestandteil eines Ortsnamens: daz gvͦt, daz er von v́ns hatte vffen lerchvn velde vnder Hahberch UrkCorp (WMU) 443,13. 254,11. – phras., bezogen auf Stärke und Schwäche (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 268): schande wenket von ir sêre, / sam vor valken lerche tuot KLD: BvH 2: 1,4; daz in ein wîp betwingen mac, der wol zu strîte eines landes kemphe wære! / ir lerche sî ein valke hô! hœret wunder, daz sint vremde mære! Fegfeuer 1:14,8

MWB 3,3 1069,48; Bearbeiterin: Wemhöner

lêrchenmunt stM. ‘Lerchenmund’, hier als Kosewort: min nachtigaln snebelin, / min lerchen munt, min ziselin, / leg mir driakkers [des Theriaks, eines Heilmittels] trost zu stund / in miner wunden sichen munt! Minneb 1494

MWB 3,3 1070,21; Bearbeiterin: Wemhöner