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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   lâgestein - lamp    


lâgestein stM. Ansatz unsicher, vgl. → laststein und lazstein (EnWB, S. 261); wohl Entlehnung aus dem Rom. (ital. laccio, afrz. laz < lat. laqueus ‘Schlinge’) und lage- eine Fehldeutung (vgl. Frings/  Schieb in der Anm. z. En (F/  S) 6938). – ‘großer, schwerer Stein’ ob dem tôr sach man nu lân / grôze steine hin ze tal. / der swære krefteclîche val / mangem dô sîn sterben bôt. / [...] dô der grôzen risen în / aber vil bekâmen, / die ûf dem turne nâmen / lâgestein und valletor Reinfr 25703 (vgl. Anm.z.St.: „oder vielmehr lâzstein”)

MWB 3,2 832,61; Bearbeiter: Tao

lâgstæte Adj. ‘beständig auf der Lauer liegend’ in der erestvn stillin erkandon die mennesgen nieht nieweder die svnde, die sie getan haton, noch den lâgstaten tot, der uf in lag PrWack 11,81

MWB 3,2 833,8; Bearbeiter: Tao

lâgunge stF. ‘Nachstellung’ der übeln geiste lâgunge / sâ die frouwen schunde, / daz sie die trügenetze / für in wolde setzen, / daz er mit sünden liefe / in die gruobe tiefe LBarl 12634; tuͦnt an die woffene gotz, daz ir múgent widerston wider die logunge des túfels [ ut possitis stare adversus insidias diaboli Eph 6,11] Tauler 403,17

MWB 3,2 833,12; Bearbeiter: Tao

lâhe stF. lâche

MWB 3,2 833,19;

Lahrein stM. Pl. Lahreine [: sarcsteine]. ‘Lothringer’ (s.a. Lutringære ): vaste ûf der slâ Nanzei / schrîten Lahreine ["Nancy" brüllten die Lothringer] Wh 437,19; als Ländername: der herzoge von Lahrein ebd. 126,15; ze Flandern vnd ze Lohrein Krone 2959

MWB 3,2 833,20; Bearbeiter: Richter

lahs stswM. ‘Lachs’ esox: lahs [La. lahse ] SummHeinr 1:156,592. 2:63,175. 2:282,202; weitere Glossenbelege des 12. bis 14. Jh.s s. AWB 5,596; der see trug güt vische: / [...] salmen und lamperden, / hechten und pabeden, / [...] vorhen, goras und äschen, / roten visch und lachsen, / sturen [...] HvNstAp 18048; diz ist ein guͦt spise von eime lahs BvgSp 19; also mahtu auch machen morchen von hecheden vnd von lehsen ebd. 23

MWB 3,2 833,26; Bearbeiter: Tao

lahsvörhen stF. ‘Lachsforelle’ guter visch sint da vil, / hechten, salmen ane zil, / lax vörchen, sturen, rut visch HvNstAp 8888 (vgl. Anm.z.St.)

MWB 3,2 833,35; Bearbeiter: Tao

lahter stN. ‘Lachen, Gelächter’ 1 in gutem Sinne
2 in schlechtem Sinne
3 in christl. Wertung
4 als Wirkung einer Giftpflanze
   1 in gutem Sinne: der trôst mich ie ze lahter twanc HartmKlage (G) 1719; hie wart ein michel lahter van Tr 3371; und begunden hier under / vil schimpfen unde lachen / und michel lahter machen / von sîner verte in Îrlant ebd. 8240    2 in schlechtem Sinne: der ne wolde niht spoten, / ime was daz lahter niht lib VMos 14,10 (vgl. Gn 9,20ff.); worden bir wir [...] ze lahter unde ze spote [interl. zu: facti sumus [...] subsannatio et illusio ] PsM 78,4; niht in goukel noch in schimpfe sol man toufen, alsô wenne ein kint ze priesters handen niht komen mac und ez junge liute touften in gespötte und in lachter PrBerth 1:298,11; da [in der Hölle] der wirt lachit, / da [l. daz?] alle frovde swachit / vnd da enbleckit sine zene. / nach dem lahter ich niht sene Martina 71,106    3 in christl. Wertung: alle bvͤbenie vnd ietel wort vnd darvon man ze lather braht wirt, daz weren wir SpitEich 25,6; vppigu wort dv lahtre sich gevuͦgen vnde glîchen [ verba vana aut risui apta ] dv solt nvt redon. noh insolt nvt minnon vil lachen. vnde lv̂tpers lahtir solt mîdin [ risum multum aut excussum non amare ] BrEng 4. 6 u.ö.; BrZw 7; schimpf und lachter si [Maria] vermaid / gar erlich und alle uppekait WernhMl 1105; nv hoͤret, wie ez ein ende nimt, / daz iv nu zelahter wol gezimt Warnung 1912; dv zwelfte [Sünde] ist vnmezig lachter Bihteb 34    4 als Wirkung einer Giftpflanze: ein krût ouh in dem lande wirt / das sin vruht also gebirt: / swer sin selbis so virgizzit / das ers dekeinest [jemals] izzit, / der wirt zehant so gemmelich / das er ze tode lachet sih / und in dem lachter stirbit sa RvEWchr 2990

MWB 3,2 833,38; Bearbeiter: Tao

lahterbære Adj. ‘zum Lachen reizend’ v̈ppigew wort vnd lächterberiv [ verba vana aut risui apta ] nicht reden, vil lachters oder auzgeschüttes lachter niht minnen BrAlt 4

MWB 3,2 834,7; Bearbeiter: Tao

lahterlîch Adv. s.a. lehterlich . ‘mit Lachen’ guldin ring und fingerlin / sach ich an handen schowen / baydi man und frowen / und dar zu reden lachterlich MinneR 439 521

MWB 3,2 834,11; Bearbeiter: Tao

lakeritze, lekritze swstF. auch lackericie, lacaricie, laqricia, laquiricia, laquariz, lekwaritze; aus mlat. liquiricia, liquiritia, laquiricia (Pfeifer, EtymWB, S. 761). – ‘Süßholz’ (Glycyrrhiza glabra L., vgl. Marzell 2,724ff.; s.a. → süeʒholz stN.): dar nach mache ein pulver von lackeritze SalArz 43,46; vnde gip im zu trinkene wazzer, da gerste vnde lackeritze inne gesotin si ebd. 44,5; liquiritia heizet laqricia unde ist heizer nature unde vuchter Macer 89,1; laquiricia ebd. 17,23; die lekwaritze [Akk.] Barth (H) 479; lacaricien twe lot OvBaierl 124,7. 91,22; daz himelprôt [...], daz wirt oft gevelscht mit honig, oft mit lekritzen, diu gepulvert ist BdN 91,1; das [damit] der wyn, der do suwir ist odir bittir, smecke suze, so gebin si [Betrüger] yn lackericie odir nusse odir aldin kese wol gesalczen czu essin Pelzb 137,25; brenget auch ein gast unbeslagin gwt in seckin alse seife unde alune unde komil unde lakericze UrkBresl 114 (a. 1327); laquariz StRPrag 62

MWB 3,2 834,15; Bearbeiter: Tao

lakritzenpulver stN. ‘zu Pulver zermahlenes Süßholz’ wer den pulver nimt und venichlrinden und zukker und weizen mâgen und arabischen zaher und lekritzenpulver und zestœzt die wol mit enander BdN 376,8

MWB 3,2 834,35; Bearbeiter: Tao

lakritzenzahersaf stN. ‘Süßholzsaft’ für die dürren der prust mache diapapaveron, daz ist ain electuari gemacht auz mâgensâmen und auz lakritzenzahersaf, daz man süezholz haizt, und von arabischem zaher [...] und von tragant BdN 414,16

MWB 3,2 834,40; Bearbeiter: Tao

lallen, lellen swV. ‘undeutlich sprechen, lallen’ wenne daz houbet von dem buche schit. / an der scheidunge / lellete die zvnge Herb 7552; sô manige gezzent und getrinkent, / daz si mit den vingern winkent / und mit der zungen lallent / und einhalp hin vallent Renner 9669; nu tuot daz trinken im sô wol, / von dem diu zunge lît gequollen / in dem munde und ist geswollen, / daz si sich niht geregen mac: / sus lellet er biz an den tac ebd. 10560; slotern, smetern, snarren, kallen, / snappen, klaffen, lellen, snallen / heizet man hofelichez tihten, / der ez gerne wil vernihten ebd. 16232. sô gêt er [ der nîder ] snarren durch den tac / von jenem hin ze disem her / und lallet [La. chlaffet ] wie diser lebe und der / und wie ungetriuwe jener sî, / und er ist niht selber wandels frî Renner 14394

MWB 3,2 834,45; Bearbeiter: Tao

lam Adj. alem. lan ( SM:Ga 1: 1,4; Cäc 498 ). ‘lahm, gelähmt, verkrüppelt; schwach’ 1 eigentl.
1.1 ohne weitere Bestimmung
1.1.1 bezogen auf Personen; attr.
1.1.2 bezogen auf Tiere
1.1.3 bezogen auf Körperglieder, -teile
1.2 mit Präp. oder Gen.
2 übertr.
2.1 ohne weitere Bestimmung
2.2 mit Präp. ( an , vereinzelt ze )
2.3 mit Gen.
   1 eigentl.    1.1 ohne weitere Bestimmung    1.1.1 bezogen auf Personen; attr.: da uant her einen lamen man, / ce samene gewahsan: / deme waren die bein crump / vn̄ sine arme ungesunt Ägidius 1472; Titurel [der an Fußgicht leidet, vgl. 501,26f.] [...], / der alte betterise lam Parz 813,16; [der Gott Vulkan] was lam RvEBarl 10063 (vgl. ebd. 10060 s.u. 1.2); lame lûte suln ouch antwerten und clagen âne vormunden, ez sî, daz die clage zu kamphe gê SSp (W) 1:48,2; SpdtL 139,4; lamen man und miselsîchen man [...] den en mûz man nicht zu künge kiesen SSp (W) 3:54,3; SchwSp (W) 102,14; von einer lamen juncfrouwen. / [...] di was vorkrummet an den bein Köditz 70,25. – (halb-)präd.: manigen er des gewerte, / swelcher im zv quam, / daz er bleip tot oder lam Herb 5037; er sluc [...] dem pherde an den schenkel, / dem ritter durch daz bein. / er gemachte in zwein, / daz sie bi der erden / lam mvsten werden ebd. 9066; swaer den andern wundet unde wirt er lam von der wunden StRAugsb 115,11. 115,26; swelhen er ane quam, / den machte er tot oder lam Herb 8864; maniger, der gesunder glider / hin zuo geriten kam, / der wart dâ gemacht lam / von manigem hertem stôz, / sô gar wart der gedranc grôz Ottok 73328; daz swert [...], / dâ mit er gevellet het tôt unde lam Loheng 5642; ez ist dir gvet zv dem leben inzegan hinkend oder lamer [ bonum tibi est ad vitam ingredi debilem vel clodum Mt 18,8] , dann zwen hende oder zwen füzz habenten gesant in daz hellisch fivr EvAug 42,6; crank odir lam EvBeh Mt 18,8. – subst.: du [Gott] fromes gerecht vnde krumb, / vnde witzic vnde tumb, / vnde gesunt vnde lam Litan 73; [scherzhaft, iron.] du springst sô daz dir die lamen / möhten niht gevolgen Wh 148,24; er [Jesus] hât den lamen schône ir lider / gesunt gemachet unde sleht KvWSilv 4888; di blinden sehin, di lamen wanderen EvBeh Mt 11,5; EvBerl 2,10; EvAug 22,20. 36,19 (Mt 15,30); do gyngen czu ym dy blynden unde lamen, dy machte her gesunt EvBerl 22,9 (Mt 21,14); Eckh 1:339,1. 1:352,4; Tauler 353,24; WernhMl 7282    1.1.2 bezogen auf Tiere: ez [Pferd] was niht lam, / ergurret mager noch ze cranc UvZLanz 1454; den lewen macht er dô lam, / daz er des slages verzagete ebd. 1974; blîbet aber ein vihe tôt oder lam von eines mannes schulden SSp (W) 3:48,3    1.1.3 bezogen auf Körperglieder, -teile: sol got haben ein lamez bein [...] ? RvEBarl 10067; alse etlich mensche, der hat ein lame hant oder ein dürrü hant ThvASu 222,8; strak und dúrre wart ir arn / und och ir hant vil balde lam WernhMl 2679; din zunge diu wirt lam FvSonnenburg 37,10    1.2 mit Präp. oder Gen.: – bezogen auf Körperglieder: er was an einem beine lam RvEBarl 10060; an ieglîchem beine / wünsch ich in lam, die man dâ nennet spotten Hadam 306,4; er muͤste iemer mere wesin / ze gende an beidin fuͤzen lam: / den schaden er andem valle nam RvEWchr 27581; Köditz 79,21; an handen, an füezen werd er lam, / an armen, an beinen alsam EnikWchr 115. – bezogen auf andere Körperteile bzw. den ganzen Körper: her [Apoplektiker] wert tohant an eyner syden tot vnde lam OvBaierl 88,7; in den lendin lam SalArz 24,50; [ Cundrîe ] in dem munde niht diu lame Parz 312,28; ze redenne hilfet kunst noch list, / swer lam an der zungen ist Freid 126,18; unz her an dise zit / bin an dem lip sit / lam [wie gelähmt, schwach] und ungesunt gewesen RvEWh 13535. – vereinzelt bezogen auf das Augenlicht, mit Gen.: seines gesichtz ward er lam [schwach] , / unnd kund nichtz mer gesechen FrSchw 250    2 übertr.    2.1 ohne weitere Bestimmung: mîn tôtiu vreude, niht diu lame, / ime herzen ist verswunden Wh 455,18; o ich unselig lammer hunt, ich húlze [hinke] oͮch mit dir Mechth 4: 1,7; diu selbe hôchzît was lam / bî [im Vergleich mit] der Lemberslindes Helmbr 1480; so daz der eit ist worden lam MarLegPass 22,309; da von ir viende lob vil lamer [Komp.] / wart Martina 50,14; swes werc sin lam Meissner 4:5,13; sin leben, daz nu ist vil lame [vernichtet] Pass III 87,84; bewart ouch uch [...] / vor der girekeite stam, / di manige tugent machet lam Pass I/II (HSW) 28956; ir vröude diu was worden lam RuprvWü 651; ir hôchgemüete daz wart lam: / si zurnt und wart vil gar unfrô UvLFrd 418,18; nu bist du in den schanden lam [gemeint: die Schande lähmt dich (FrlWB, S.203)] Frl 11:9,14; ewer triwe was ie gegen im lam GvJudenb 1677    2.2 mit Präp. (an, vereinzelt ze): an êren lam / ist gar ir nam SM:Gl 1: 5,8; sîn vreude was an kreften lam Wh 112,20; mîner vrouwen êre / diust an allen liden lam / unde strûchet sêre Neidh WL 28:5,2; dem kargen ist manic mensche gram, / üm daz sîn hant an milte ist lam Renner 8220; an hôhem muote lam Parz 237,8; wan du [Maria] were ein volgemachet mensche von gotte in aller vroͤwelicher nature und an aller megtlicher schoͤpffenisse, und du were nit lam [behindert (Vollmann-Profe, Mechth., S. 167)] an diner nature, das machet din alte lange kúscheit vor gotte edel und túre Mechth 3: 4,8; ach sunder, an der selen lam! HvNstGZ 6658; hin, übermut, an selden lam Frl 5:41,17; daz machet dich an selden lam Wartb (H) 407:2,8; an tugenden was er lam Renner 1365; Vät 4074; an den zühten niender lam KLD: VdK 2:3,7; ouch was der herre Bertram / zaller bosheit lam / und zaller vrumekeite snel RuprvWü 61. – oft an vröuden ~ : diu [ vrouwe ] was dâ vor an freuden lam Parz 125,14. 505,10; von sime tode wurden lam / an vræuden hoch gemuͦtiu wip Rennew 30534. 13334; Minneb 1863; RvEWh 10430; LivlChr 1208; wol dir, wîp [...]; / wan dîn güete [wenn deine Güte nicht wäre] , [...] minne diust an fröiden schiere lam KLD: KvK 4:3,4; des ist min pris an vræuden lam Rennew 30690; des ist min muͦt an vræuden lam ebd. 35260    2.3 mit Gen.: der bâbst was worden gewaltes lam [verlustig, beraubt] Loheng 7482; ein herze frumes muotes lam Helbl 2,432; der wonne / wer reynem wijbe verbonne, / [...] den tüt got salden lam Krone 26411; daz dî cristinheit / wêre wurdin sigis lam / und ir sêlin allintsam, / der lîchame lêgin tôt NvJer 11239; mich irbarmet, / daz ir lib ist uzwendich riche / unde inerthalb arm unde lam / der tugent Rumelant (K) 7:4,7

MWB 3,2 834,62; Bearbeiter: Tao

lamberîe swM. aus afrz. lampereie, lamproie (vgl. Tobler/  Lommatzsch 5,116 und Suolahti 1,142); s.a. → lamprîde . – ein Fisch, ‘Lamprete, Neunauge’ eins lamberyen [La. lambarien ] oder eins stvrn / möht ir leihter genuog ezzen Krone 2136 (vgl. Anm.z.St.)

MWB 3,2 836,62; Bearbeiter: Tao

lambesbûch stM. s.a. → lemberbûch . ‘Bauch vom Lamm’ daz ich [...] verchauft hon [...] dem erbern herren apt [...] meins rechten aigens zwen vleischtische, [...] do man ierleich van dient van iegleichen anderthalb viertail vnslids an sand Cholmans tag, vnd von igleichen einen lampspauch an dem osterobent UrkAltenb 167 (a. 1324); daz ich [...] han gekaufte ein hofstat vnde ein hvse [...], das allerierklich giltet oͣchtzige pheninge Babenberger, zwai hvͦner vnde einen lambesbovch UrkCorp (WMU) 1602,22; zvͦ den vberigen oͣchte pheninge [...] von dem lambesbovch vnde den zwain hvͦnern, di er in nimet ebd. 1602,27; ez suͤllen die flaeschhaeckel einen kalbspauch geben umb 20 dn, [...] ein lampspauch umb 10 dn, mit haubt und mit all StRMünch 439,1

MWB 3,2 837,4; Bearbeiter: Tao

lambeswîs Adv. s.a. → lamp stN. ‘in der Weise eines Lammes’ der got der sich lammeswis bot / sunder irarnete schult / in den tot mit gedult HeslApk 10120

MWB 3,2 837,20; Bearbeiter: Tao

lambra Subst. vgl. DMLB 2,1884; zur Sache vgl. Lecouteux, Pierres, S. 160 und 255f. – eine Bernsteinart: succinus ist ain stain, den haizent die Kriechen electron [...] und haizt gemaincleich lambra [ vocatur eciam vulgariter lambra ] BdN 463,6

MWB 3,2 837,24; Bearbeiter: Tao

lâmel, lammel stF. die Quantität des Stammvokals ist unsicher; zu lat. lāmella ‘Blättchen’ (EWA 5,1004ff.). ‘Klinge’ des hôhen, starken, grôzen wunderaeres kraft, / [...] des sezzel ist der himel dort / und hie diu erde sîner vüeze schamel, / [...] / und in dem munde sîn ein viuric lâmel [vgl. et de ore ispius procedit gladius acutus Apc 19,15] Boppe 1:10,14; wie getar denne der vol drücken / [...], / dem diu lamel und daz hefte / wichent swenne er snîden sol? Renner 3926; de lamel stach hey in de scheyde KarlGalie 13176; vulgo etiam lamina lammile cultelli dicitur Gl 3:382,51; lamina: lamel, lammel VocOpt 10.080; gladiolus [...] haizet aigenleichen nâch der latein swertlinch oder swertelkraut, dar umb, daz ez gestalt ist sam ain swertes kling [La. lammel ] BdN 403,33

MWB 3,2 837,30; Bearbeiter: Tao

lamen swV. lam sein od. werden’, bildl.: von Tessâlje kam / ein grôziu schar diu benam / den Untœtigen [(den "unsterblichen Zehntausend" der Perser) l. Untœdigen, vgl. Rez. E. Schröder, AfdA 49 (1930), S. 20] gar ir namn. / des namen wort muost an in lamn / wan ir dô sô vil erstarp / daz der name an in verdarp RvEAlex 7294; man sach ir êre nicht an einer zêen lamen Kelin 3:7,13; sin eren samen [Sammeln] / die schande lamen / tut Frl 5:8,16

MWB 3,2 837,46; Bearbeiter: Tao

lamentierlich Adj. zu afrz. lamenter ‘wehklagen, beklagen’. – ‘beklagenswert’ ouch was geworht anderswa [auf dem Wandteppich] , / wie Troye zefüeret lak, / vnd der lamentierlich slach, / der an Dydon ergieng, / do si Eneam enphieng Krone 529

MWB 3,2 837,56; Bearbeiter: Tao

lamia, lami stMN. ein Tier: von dem lami. lamia ist ain tier grôzez und gar scharpf BdN 145,30; wenn der mensch gewundet ist mit den zenden des lamis, sô wirt er niht gesunt von dem piz ebd. 146,4

MWB 3,2 837,62; Bearbeiter: Tao

lâmina F. ‘(Metall-)Plättchen’ er screip alda / an einir guldin lamina / Tetragramaton, den namen / gotis RvEWchr 10627

MWB 3,2 838,3; Bearbeiter: Tao

lamp, lam stN. Nom. Sg. vereinzelt lamme Walth 5,9; Pl. lember, lemmer, Gen. vereinzelt lambe WernhMl 12256 (vgl. 2 5Mhd. Gr. § M 14). ‘Lamm’ 1 als Bezeichnung für junges Schaf
1.1 allg.
1.2 in Vergleichen und Metaphern mit Bezug auf Unschuld, Sanfmut, Duldsamkeit, Wehrlosigkeit usw. (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 259)
1.3 in Wendungen und Sprichw. dem Wolf oder Löwen gegenübergestellt (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 476f. und TPMA 13,168ff.)
2 als Opfertier, Pessach-Lamm
3 Sinnbild für Jesus Christus, ‘Agnus Dei’
4 daz kiusche ~ , Pflanzenname ‘Keuschlamm, Mönchspfeffer’
   1 als Bezeichnung für junges Schaf    1.1 allg.: der junger brûder [Abel] huote der lember Gen 599 (vgl. Gn 4,2); von zæ̂hen alten schâfen einen phenninch, von zwainzik lembern [entrichtet man als Zollabgabe] einen phenninch; ein wagen mit lembern [ git ] einen phenninch UrkCorp (WMU) 548ABC,30,29,45. 801,43; an sant Waltpurgen tage ist verdienet der lember zehende SpdtL 214,2; nim eines lammes galle mit honige gemengit, gip deme sichen zu nutzene SalArz 34,57; der stein dar an ein man stât / und eines lambes houbet hât Volmar 800; bildl. für die Christen: [Jesus zu Petrus: ] so waid miniv lember EvAug 275,3 (Io 21,15)    1.2 in Vergleichen und Metaphern mit Bezug auf Unschuld, Sanfmut, Duldsamkeit, Wehrlosigkeit usw. (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 259): dem lamme ist gar / gelîch gevar / der megde schar Walth 5,4; als ein lewo saz her [Anno] vur din vuristin, / als ein lamb gîn her untir diurftigin Anno 35,6; di ê waren sam der lewe ergramt, / di wurden senfte sam daz lámp Rol 4008; [der] ê sam ein lewe bram – / der wart nû stille als ein lam NvJer 8495; also laid er och gedulteklich, / und als ain lamp nie sinen munt / getet er uf ze kainer stunt WernhMl 10215; ez wirt ein ungelîcher kamp / als umben lewen und umbez lamp En 11330; wir belibint mit ainander / als hirteloͤsú lamber / under wolffen iemer me, / die úns tuͦnt allenthalben we WernhMl 13564; in lammes wîs ( → lambeswîs Adv.): daz her [Jesus] in lammes wis vortruc, / swaz ungemaches im geschach HeslApk 8418. hie wellnt ein ander vâren / die mit kiusche lember wâren / und lewen an der vrecheit Parz 737,20; da er wirt ein grimmig bere und ein bruͤmende loͤwe bi sinen heimlichosten genossen, da er ein lamp an der sanftmuͤtekeit und ein tube an den tugenden solte sin Mechth 5: 11,19; Gawein was vil vnerschraht, / wan eins lewen muot verdaht / an im eins lambes vel Krone 7123; er sî mit lammes vellen / ûz gerant gein ritters vellen Renner 21681; vür sines lewen munde wil ich sin ein lam. / ich teil im, daz ich im zu rechte swige Wartb (H) 398:2,9    1.3 in Wendungen und Sprichw. dem Wolf oder Löwen gegenübergestellt (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 476f. und TPMA 13,168ff.): – die Unverbesserlichkeit des Wolfes: ez ist verlorn / swaz man dem wolf gesagen mac / pâter noster durch den tac, / wan er spricht doch anders niht / niwan: ‘lamp’ WälGa 14716; ir tuot alsam der wolf, / der sprichet ‘lamp,’, swaz ieman tuot Georg 4175; dem wolfe tet er vil gelîch, / der blicket zuo dem lambe hin, / sô man ze schuole setzet in / und man diu buoch in lêren sol KvWTroj 14883 (vgl. FabelCorp 37,150; WolfSchule 81 ). – der Wolf als Richter: swâ der wolf gerihtes pflege, / dâ gên diu lember von dem wege Freid 137,15. – vom Wolf zum Schaf werden: Paulus, der bî niuwer zît / von des ræzen wolfes gît / lambes milte enphangen hât KvHeimHinv 313; do bechert in [Saulus] unser herre von sime irretuome von sinen genaden also, daz der vint unde der wolf zaime vil guoten friunt unde zaime vil senften lambe wart Konr (Sch) 197,13. – Wolfszahn im Maul eines Lammes: er ist geborn, / bî dem in lambes munde wahsen wolfes zende. / sînen zorn / müezen künige fürhten Sigeher 15,12    2 als Opfertier, Pessach-Lamm: Abel [...] ein lam zopphere brâhte Gen 615; ir nemet des lambes bluͦt, / ir strîchet iz iewederhalp der ture / unde oben an daz uberture / in den selben hûsen, / dâ ir inne welt muͦsen Exod 2482 (Ex 12,7); des ôsterlîchen lambes bluͦt ebd. 2541; daz osterliche lâmp Spec 72,19. 72,26; ein kriuze mit drîen orten [T-Kreuz, vgl. Heinzle, Wh., S. 1068f.] , / geschaffen sô der buochstap / den got den Israhêlen gap / mit dem lambe bluote / ze schrîben durh die huote / an bîstal und an übertür Wh 406,23    3 Sinnbild für Jesus Christus, ‘Agnus Dei’ – ohne Attr.: den gotes sun er [Johannes] sten sah, / er sprach: "ecce agnus dei [Io 1,36] " [...], / daz er daz lamp wære, daz der werlte sunde næme AvaLJ 49,7; daz lamp daz muoste reren / darinne sin unschuldec bluot KvWGS 1398; daz lamp, daz unser sünde treit LobGesMar 70,2; Pass I/II (HSW) 18340; die megede volgent dem lambe nâch, swar ez gât [Apc 14,4] Eckh 1:188,1; den man noch mâlet für daz lamp, / und ouchz kriuze in sîne klân, / den erbarme daz Parz 105,22. – mit Attr.: gotes lamme was dîn wamme, / ein palas reine, dâ er eine lac beslozzen inne Walth 4,39; gotes lam HvNstGZ 2453. 3080; daz lamb gotes HeslApk 20710; EvAug 210,16. 211,2; daz wâre lâmp Spec 72,28; er [Johannes] sach des wâren lambes boten / in sînen tougen umbe varn Wig 10280; wir slahten, ôsterlichez lamp, dich ûf den frônen tischen, / dâ ze brôte mischen / dîn heilec lîb beginnet sich KvWLd 32,28; daz himelische lamp PrOberalt 26,35. 122,1; dat reine lamp MarlbRh 22,39    4 daz kiusche ~ , Pflanzenname ‘Keuschlamm, Mönchspfeffer’ (nach mlat. agnus castus, wobei agnus (gleichlautend mit agnus ‘Lamm’) den gr. Namen der Pflanze, ἄγνος, wiedergibt, der mit gr. ἁγνός ‘keusch’ in Verbindung gebracht wurde, vgl. Marzell 4,1209f., DWB 5,655 s.v. keuschlamm, MlatWB 1,396 s.v. 2. agnus): von dem käuschen lamp. agnus castus haizt daz käusch lamp. daz ist ain paum BdN 311,13

MWB 3,2 838,6; Bearbeiter: Tao