l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lêgiste
swM.
‘Kenner des römischen Rechts, Rechtsgelehrter’ (vgl. DRW 8,875; aus mlat.
legista MLLM 1,779):
dar nâch las er von lêgibus / und daz kint wart alsus / in dem selben liste /
ein edel lêgiste Greg
1196;
er besande ze Paris / alle die meister wîs / unde in des
landes kreizen, / die legisten sint geheizen Ottok
33147;
Vienne hat legisten vil Tannh
5,59;
NvJer
13690
(
vgl.
legista: gelert in weltlichem recht VocOpt
37.018
)
MWB 3,3 989,45; Bearbeiter: Hansen
legunge
stF.
‘das Legen’
positio: seezung [l. seczung
] , legung
GlAnzfKdVz
4:234,146
MWB 3,3 989,54; Bearbeiter: Hansen
lêhen
stN.
bes. md. auch kontrahiert lên, leen, lein
(z.B.
Kreuzf
1883,
MinneR 496
130,
Mühlh
131,18
u.ö.
), vereinzelt lêne stF.
(
SSp
28,16,
vgl. DRW 8,909f.).
‘das Verliehene, Geliehene’
1 vom Lehnsgeber (Lehnsherren) an den Lehnsnehmer (Lehnsmann) gegen
manschaft
verliehenes Gut oder (Nutzungs-)Recht,
insbesondere Grundbesitz bzw. -herrschaft, Natural- oder Geldeinkünfte, ein Amt
o.ä., ‘Lehen’ (zur Sache vgl. 2 HRG 3,717ff.; LexMA 5,1807ff.);
daneben (vorwiegend in der Rechts- und Urkundensprache) auch allgemeiner von anderen
Leiheformen wie bäuerlichen Pacht- und Mietverhältnissen, von städtischen
Berechtigungen u.ä. (vgl. auch DRW 8,880ff. mit zahlreichen weiteren Belegen) 1.1 allg. 1.2 im Ggs. zu freiem Eigentum (vgl.
eigen
) 1.3 göttliches (nicht auf Übertragung beruhendes) Lehen (vgl. 3 und
goteslêhen
) 1.4 metonymisch ‘Belehnung, Verleihung (hier eines Rechts)’ (vgl. DRW 8,892) 1.5 bildl. (vgl. 3 ) 2
‘Vorrecht, Privileg, Erlaubnis’ (offen zu 1 ) 3
‘(Leih-)Gabe’
4
‘Darlehen, Kredit’ (vgl.
lêhenære
1.2 und
anelêhen
; vgl. auch DRW 8,891f. mit frnhd. Belegen) 5 ein Grundstück bestimmter Größe (vgl. DRW 8,890f. mit weiteren Belegen) 6 ein Längenmaß (vgl. DRW 8,893 mit weiteren Belegen)
1
vom Lehnsgeber (Lehnsherren) an den Lehnsnehmer (Lehnsmann) gegen →
manschaft
verliehenes Gut oder (Nutzungs-)Recht,
insbesondere Grundbesitz bzw. -herrschaft, Natural- oder Geldeinkünfte, ein Amt
o.ä., ‘Lehen’ (zur Sache vgl. 2HRG 3,717ff.; LexMA 5,1807ff.);
daneben (vorwiegend in der Rechts- und Urkundensprache) auch allgemeiner von anderen
Leiheformen wie bäuerlichen Pacht- und Mietverhältnissen, von städtischen
Berechtigungen u.ä. (vgl. auch DRW 8,880ff. mit zahlreichen weiteren Belegen)
1.1
allg.:
swaz grozzer lehen als chunichriche, furstentuͦm, grafschaft, herschaft
und die anders grozze lehen seint dem riche ledich werdent, die sullen wir bede
[König Friedrich und König Ludwig] mit ein ander
leihen und einer an den andern nicht MGHConst
6,1:73,14
(a. 1325);
als er ze künege was erkorn, / dô wart im hulde sâ
gesworn: / die herren vür in giengen, / ir lêhen sie enphiengen, / ir lant, ir
landes geniez RvEBarl
14768;
ich hab von dem keiser niht, / weder huobe noch daz lêhen, / dar umbe ich
in iht welle vlêhen / oder im dienst erzeigen. / ich bin doch niemans eigen
UvEtzAlex
4173.
3862;
swelh gvͦt dem man ane manschaft gelihen wirt, daz heizet nit rehte lehen
SchwSp
203b;
swa man iergeliches zins von git, daz ist nvͥt reht lehen ebd.
179a;
du treist krône von mînem vanen, / des lêhens muoz ich
dich hiute manen Wh
353,10;
ie wirdiger ist der nam, / der diu lêhen lîhet, dester minner scham / der
hât, swer im die hende rect Loheng
6505;
nu wil ich das ir das gut wiedder nement das ir von mir
zu lehen hant, on manschafft zu thun Lanc
109,26;
des moht in [den alten Römern]
nieman widerstân, / swer von Rôm niht wolt lêhen hân [und also sein
eigen verlieren]
EnikWchr
82;
sînen handen wart gebogen / manic hôherborner lîp / den sîn schuldehafter
kîp / gap lêhen vil ze solde, / von silber stein von golde, / von landen grôziu
lêhen Reinfr
16541;
und hann ich denselben zehent verlihen dem vorgenanten manne, der inn
gechauft hat, ze rechtem lechen im und seiner hausfrawen UrkPölt
157
(a. 1286);
bona censualia, [volkssprachlich genannt:] leen
RegErzbKöln
3(1),59
(a. 1221 kopial);
bona nostra quod uulgariter dicitur lên UrkAugsbBt
1,141
(a. 1277);
WhvÖst
6166;
SpdtL
115,2
u.ö.;
StrDan
646;
RvEGer
207;
RvEAlex
13317;
EnikLB
715,8.
727,4;
AvaA
6,4;
Walth
28,31;
UvZLanz
8378;
Parz
6,6.
347,3.
– bezogen auf Personen:
es sol oͧch enkain burger den andern ald der in der stat sitzende ist
koͧfen ze aigen oder ze lehen uͥber sinen willen, er koͧf danne ain guͦt, da
er ine hoͤrre StRZürich (B)
111,14;
ist daz ein herre von einem gotes huse livte ze lehen hat
SchwSp
41a
u.ö.;
hierher wohl auch:
ez sol ouch nieman den andren vor gerihte
versprechen, ern si danne sin mag oder sin eigen oder sin lehen oder sin
gedingter chneht StRAugsb
74,14
1.2
im Ggs. zu freiem Eigentum (vgl.
eigen
):
ez sol ein ieglich man / genzlich mîne hulde hân. / waz ir lêhen was biz
her, / ze rehtem eigen ich sie des wer UvEtzAlex
17105;
ob guot dâ ist, ez sî eigen oder varndez guot oder ander
guot âne lêhen SpdtL
97,15;
ich han beyde eygen vnde len Athis
Ac 38;
JTit
5718,3;
WüP
14,6;
Rol
329
u.ö.;
Spec
95,10
u.ö.
1.3
göttliches (nicht auf Übertragung beruhendes) Lehen (vgl. 3 und
goteslêhen
):
man hât ûch alsô funden ie, / wie ir mit werlîcher hant /
welt wern lûte unde lant, / die niht enerben: sie sîn ein lên / û von gote
Kreuzf
1883;
des sol dú jung swester min / nach Magdalum gehaissen
sin / Marie Magdalene, / sit ir von gottes lene / dú burg von uns beiden / ze
tail ist us geschaiden SHort
6810;
Fontânâgrîs, ein künic rîch / ze Tenemark gewalteclîch / von gotes lêhen
unde gunst Reinfr
5805
(vgl.
beide ir herschaft und ir ampt / enpfingen die engel
allesampt / in maniger wuͤnneclichen schar / von Jhesus hant zu lehen dar
HvNstGZ
4826
)
1.4
metonymisch ‘Belehnung, Verleihung (hier eines Rechts)’ (vgl. DRW
8,892):
disem unserm gepot und gesetz und disem lehen geb wier unser vesteu
westetikait czu einer ewigen geczeuchnusse StRBrünn
376
1.5
bildl. (vgl. 3):
gip mir [Teufel] von dîner sêl
ein lêhen EnikWchr
22371;
er kuste ir rôten munt, ir klâren wangen. / daz was der minne lêhen
KLD: WvB
3:3,11;
daz sî mir dicke strîteclîche hât verseit, / daz ist ein lêhen kûme als
ein hant sô breit. / möht ich daz selbe lêhen ir verdienen an, / sô geswüere ich
wol daz niemer mêre man / mit mînem willen herbergt ûf daz selbe guot
KLD: KvN
2,2;
mit willen gibe ich niemer ûf diu lêhen / diu ich ze fröiden von ir hân. /
ich wil si iemer gerne flêhen, / die wîle ich lebe, ûf lieben wân KLD:
Rub
2:7,9;
KvWLd
17,29;
KLD:BvH
17: 1,4.
– vom Austeilen von Schlägen:
man lêch dâ [im Kampf] strengiu
lêhen / ân aller slahte bürgen KvWTurn
1078;
sô starker slege lêhen / het er hiut hie verliuhen, / daz man in billich
schiuhen / sol an ritterlîcher tât Reinfr
2308
2
‘Vorrecht, Privileg, Erlaubnis’ (offen zu 1):
gip mir hiut ein lêhen / und lâz mich Achillem sehen, / wie
sîn lîp sî gestalt, / ob er sî junc oder alt EnikWchr
16249.
16477.
26343;
swelh ritter dâ her in gêt, / die wîl unz dirre tac stêt, /
der miete den meister mîn, / ode er sol dâ ûze sîn: / daz lêhen hân ich im verlân
StrAmis
695.
575;
muͦter min, wer gab iu das ze lehen, / daz ich uͥch miner wete iht solde
flehen? Neidh (S)
1,348 C113:5,1;
ez was sîn reht lêhen dâ, / swer tjostierte ûf dem plân, /
daz er daz ors solte hân / jenes der dâ læge Parz
544,4;
di ê zu ir herren / uorderoten lehen, / daz si Roͮlanten
sluͦgen / unt daz houbit fur in truͦgen, / di wurden alle swifte [ruhig,
kleinlaut]
Rol
4002;
er enphie daz lehen / daz er Roͮlanten sluͦge ebd.
5496.
3555.
4023;
StrKarl (S)
4878.
– wohl spez. ‘das Recht den Pfennig zu verlangen, Recht auf Lohn’
(vgl. Anm.z.St.; oder zu 1?):
het ich ein lehen von den fursten, / nach ir gabe liez ich mich selden
dursten Jüngl
25
3
‘(Leih-)Gabe’
minnet ivr veind. vnd wol tvet vnd gebte [La.
leyhet in
] daz lehen [
mutuum
date Lc 6,35]
EvAug
142,7.
142,4;
der kunic Beln sin len / selber hatte vor
geleit [vgl. rex posuit cibos ante Bel Dn
14,13]
Daniel
7956.
– insbesondere Gottes ~ i.S.v. ‘Gabe von Gottes Gnade, (Leih-)Gabe
Gottes’
lîb unde guot daz ist von got / ein lên KLD: DdS
3,2;
alle dink zergenclich gent mit valle. / di sint ein lehen siner milten
hende JTit
153,3;
in grôzer dêmût êrter die / armen, willic gar gemût / und
teilten sîn verlihen gût / nâch der lêre gebote, / daz er zu lêne het von gote
Kreuzf
1082;
swer groze lehen von gote hat an richeit unde an gewalt unde ouch an hohen
eren Meissner
17:5,4;
dû [...] hâst ez allez in dir, als ez der vater
hât in im; dû enhâst ez von gote ze lêhene niht, wan got ist dîn eigen
Eckh
2:383,8
(vgl.
ere [ihr] komen yst myr nit swer, wan ich den
lyp zu lehen han Alph
369
).
– i.S.v. ‘Bestimmung, Schicksal’
herre, wan ist daz mîn lêhen, / daz mir niemer leit geschiht? MF:
Joh
1:3,7.
– in der Wendung von gotes ~
wohl ‘so Gott will, nach
Gottes Willen’
ich hân vereischet, die der wenke hânt gepflegen, / daz sî
der kumber wider ûf die erbornen vriunt gewande: / daz sol von gotes lêhen dicke
noch geschehen SM:UvS
29: 1,8
(=
Walth
30,36
);
vgl. auch Beleg
UrkCorp
1047,4
unter →
goteslêhen
4
‘Darlehen, Kredit’ (vgl.
lêhenære
1.2 und
anelêhen
; vgl. auch DRW 8,891f. mit frnhd.
Belegen):
ez si dorf, stat oder lant, / ez wirt unselick zehant / kumt
ein wucherere dar / der die leute alle gar / mit lehen mack
bereiten [ausstatten]
Erz III
177,5
5
ein Grundstück bestimmter Größe (vgl. DRW 8,890f. mit weiteren Belegen):
wier [...] veriehen an diesem brief, daz wir
[...] dem havs datz Herzzogenburch haben gegeben
[...] ein hofstat, eines halben lechns, ze rechtem
aigen, di Albrecht der Mvlner emoln von vns hat gehabt ze rechtm purchrecht
UrkHerzogenb
17
(a. 1292)
6
ein Längenmaß (vgl. DRW 8,893 mit weiteren Belegen):
brenget er abir sinen stollen an die stat, das er treuget anderhalbes lehens
tiff adir czu dem minsten czehen lochter [Klafter] , so
heisset is von rechte ein erbhaftig stolle BgRIglauD
20
MWB 3,3 989,56; Bearbeiter: Hansen
lêhenambet
stN.
(Recht zur) Vergabe von neuen Bergwerkslehen (vgl. DRW 8,896 und
lêhenschaft
3):
das ist auch hin czu dem Czukmantel getailt, das der urbarer von des lehen
amptes wegen mit czu einem czwai undrisik tail recht hat BgRIglau
328,4
MWB 3,3 992,31; Bearbeiter: Hansen
lêhenære
stM.
auch lêner, lechner.
1 jmd., der ein lêhen vergibt 1.1
‘Lehnsgeber, Lehnsherr’
1.2
‘Geldverleiher, Pfandleiher’
1.3 jmd., von dem man sich etw. ausgeborgt hat 1.4 Amtsperson, die Bergwerkslehen vergibt (vgl.
lêhenschaft
3 ) 2 jmd., der ein lêhen empfangen hat 2.1 Zinspflichtiger, der ein lêhen bebaut 2.2
‘Entleiher’
2.3 Mitglied der Lehnergemeinde von Weinzierl bei Krems (vgl. DRW 8,916) 2.4 als Bestandteil von Personennamen
1
jmd., der ein lêhen vergibt
1.1
‘Lehnsgeber, Lehnsherr’
hat er ez [das Leibgedinge] in nuͦtz vnd in
gewer her pracht vnd ist der lechner tod [La. ist der tot der
ez im gelihen hat
] er muͦz ez selb sibende erzeugen
SchwSpK
1:86 (Kt)
1.2
‘Geldverleiher, Pfandleiher’
ez heten zwên entnomen guot, / als noch vil maniger
tuot, / von einem lêhenære; / man giht, der ein im schuldic wære / funfzic
phenninge Ottok
57581;
ez sol auch [im Pfandleihgeschäft] chain ander
lechner [als Juden] da niht sein DRW
8,916
(BeitrRGTirol; vor 1330).
–
‘Wucherer’
das alle seckelsnyder [...] und lehenere
[...] dise stat und disen burgban rumen sullent
UrkStraßb
4,2:24,11
(vor 1311).
– bildl.:
diu werlt ist ein müelîch lêhnære; swer des ir iht hat, den lât si
nimmer geruowen DvASchr
314,7;
welt ir [Spieler] des alles abe sten, /
instæter buzze besten, / so wirt der lehnære [gemeint: der
Teufel, dem ihr eure Seele versetzt habt] gewert, / daz er
phandes von iv nicht gert: / man hæizzet in indie helle varen / vnt hinnen
fvr bewaren, / daz er iv icht leihe, / ivres geltes sich verzæihe
Warnung
1369
1.3
jmd., von dem man sich etw. ausgeborgt hat:
als der zeinem spile ein vremedez kleit entnimt, dâ inne er zeiner kurzen
vrist erschîne und ez dem lêhnære wider gebe swenne erz wider voder
DvASchr
333,3
1.4
Amtsperson, die Bergwerkslehen vergibt (vgl.
lêhenschaft
3):
do ich zu dem lener gienc / und den selben ganc enphienc
Erz III
56,67
2
jmd., der ein lêhen empfangen hat
2.1
Zinspflichtiger, der ein lêhen bebaut:
is schol auch ein ieslich mayer vnd ein yslich huͦbêr vnd lechnêr in vnser
taidinch vuͦr vnsern amptmann ze Ebelsperch dreystund in dem iar chomen
UrkEnns
5,303
(a. 1321);
were oͮch, das die fronere, oder die lehenere, oder die stettere an
einander vͥt [(irgend)etwas] hettint ze sprechende
von dirre berge wegen UrkFreiburgGr
13,337
(a. 1343)
2.2
‘Entleiher’
nimpt der lechner awer sein guet datz [bei,
von] den juden StRWien
135
2.3
Mitglied der Lehnergemeinde von Weinzierl bei Krems (vgl. DRW 8,916):
es sollen auch die lehner nach der maisten menig rath ainen ambtman under
inen erwelen, und sol der unser lehen besitzen WeistÖ
8:899,22
(a. 1340).
8:898,36
2.4
als Bestandteil von Personennamen:
svaz daz ist, daz der Lauterbrunner hat ze lehen von vns vnd der Orter vnd
di Oder vnd di Achperger vnd di Huͤber vnd di Mavzel vnd die Lehner
UrkCorp (WMU)
626,33;
Vlrich der lehner ebd.
300,33
MWB 3,3 992,37; Bearbeiter: Hansen
lêhenbære
Adj.
auch lienbar.
1
‘einer Belehnung fähig’ (vgl. DRW 8,899f. mit weiteren Belegen; zur Sache vgl. HRG 2,1710f.) 2
‘belehnt’ (nicht immer sicher von 1 zu unterscheiden)
1
‘einer Belehnung fähig’ (vgl. DRW 8,899f. mit weiteren Belegen; zur Sache
vgl. HRG 2,1710f.):
ein kint daz drizehen iar alt ist vnde sechs wochen. daz ist lehenber
SchwSp
186b
u.ö.;
wir [...] bestetigen unde bevesten unsern
[...] burgern von Spire, daz sie lehenbere mogent sin
unde urteil sprechen mogent mit den rittern allenthalben UrkSpeyer
232,24
(a. 1315);
UrkCorp (WMU)
N218,32
2
‘belehnt’ (nicht immer sicher von 1 zu
unterscheiden):
lehenschaft des riches daz ist als vil als ein stetikeit der truwe, davon der
lehenbare man daz riche alleweg buwen sal KlKsr
3,8;
alle lienbar man die ir lehen entfaint von eyme abt von Prume
WeistGr
2,521
(a. 1298)
u.ö.
MWB 3,3 993,24; Bearbeiter: Hansen
lêhenbæric
Adj.
‘belehnt’ (vgl.
lêhenbære
2 und DRW 8,900):
dat alle lienbarich manen, die da gesessen seindt in der aptien von Prume,
noch neman insullen noch inmogen keine muntleude entfain WeistGr
2,520
(a. 1298)
MWB 3,3 993,39; Bearbeiter: Hansen
lêhenbærlîche
Adv.
‘auf Art und Weise eines Lehens, als Lehen’
nyman sal des riches gut lehenberlich besitzen, dan des riches dinstman
KlKsr
3,8
MWB 3,3 993,44; Bearbeiter: Hansen
lêhenbrief
stM.
‘Lehnsbrief’ (vgl. DRW 8,904f., dort als Erstbeleg genannter Beleg
UrkHeilbr
537,3
v. J. 1285 aber wohl Fälschung des 15. Jhs., vgl. ebd. 536,15; zur
Sache vgl. 2HRG 3,745ff.):
wy ez denn der abbt [...] dem andern, der da chauft
hat, von hant süll leihen mit andern neuen lehenbriefen WeistÖ
17:265,17
(a. 1350 kopial)
MWB 3,3 993,48; Bearbeiter: Hansen
lêhenbuoch
stN.
1
‘Lehnrechtsbuch’ (vgl. DRW 8,906; vgl. zur Sache 2 HRG 3,737ff.;
vgl. auch
lêhenrëhtbuoch
) 2
‘Lehnregister, Lehnbuch’ s. DRW 8,906 mit Belegen ab 1330; zur Sache vgl.
2 HRG 3,713f.
1
‘Lehnrechtsbuch’ (vgl. DRW 8,906; vgl. zur Sache 2HRG 3,737ff.;
vgl. auch
lêhenrëhtbuoch
):
als daz lehenbvͦch hie vor seit SchwSp
219a.
103a
2
‘Lehnregister, Lehnbuch’ s. DRW 8,906 mit Belegen ab 1330; zur Sache vgl.
2HRG 3,713f.
MWB 3,3 993,55; Bearbeiter: Hansen
lêhendincstat
stF.
Ort, wo das Lehngericht abgehalten wird (vgl. DRW 8,909; zum Lehngericht vgl.
2HRG 3,750ff.):
wa der herre sin lehendincstat han sol
[Überschrift]
SchwSp
204a
MWB 3,3 993,61; Bearbeiter: Hansen
lêhene, lêne
stF.
→
lêhen
MWB 3,3 994,1;
lêhenen
swV.
auch lehen, lenen, leinen (vgl. auch
lîhen
stV.).
1
‘etw. (jmdm.) als lêhen geben, (ver)leihen, zur Verfügung stellen’
2
‘etw. (ent)leihen’ (vgl.
entlêhenen
) 3
‘jmdn. (mit etw.) belehnen’ (vgl.
belêhenen
)
1
‘etw. (jmdm.) als lêhen geben, (ver)leihen, zur Verfügung stellen’
frivnt, lehen mir driv brot [
commoda mihi
tres panes Lc 11,5]
EvAug
161,6;
Rolant leyende id [das Schwert] syme gesellen / ind
gurt id eme vmb sunder valsch Karlmeinet
415,13;
so leynden sy eme zu der selven stunt / also vyl, as eme selver doechte goet
KarlGalie
261.
276;
dat sy eme leinden zein dusent marck, / here, dat schait in also vele / als
die ein marck myt spele / verlore, dat were clein schade HagenChr (G)
2088;
StatTrient
189;
UrkCorp (WMU)
2,12.
– bildl.:
die minne sprach das ist war ich habe / uffe dich gelehent grozen solt
MinneR 210
257;
Pluto / der was unnsers schaden fro. / er lechte in sturm
winde HvNstAp
5173
2
‘etw. (ent)leihen’ (vgl.
entlêhenen
):
du muͦst von in lehenen din kleit Tauler
198,13;
waz sû lehent, von ie dem swin sûllent sû geben sehs Hallere vnd nût me, mit
solicher gedinge, daz die selben entlehentû swin fûr das gescheide nût enkommen
UrkCorp (WMU)
1047,47;
obe es darzuͦ koͤme, das er sin teil des vorgenanten hvses
[...] wolte vͤrcouffen oder vͤrsezzen oder silber oder
phenninge dar vf lehen [aufnehmen]
ebd.
990A,18.
N63,24
3
‘jmdn. (mit etw.) belehnen’ (vgl.
belêhenen
):
er [...] nam ir scaz unt gewant / unt
allez daz er dâ fant / unt lêhnte alle sîne man / mit dem daz er dâ gewan
VAlex
525;
er hiez machen daz gezelt / für den berc an daz velt / und lêhende
[Laa. belehent, bestalte
] die darzuo / die
beidiu spâte unde fruo / ein tavele dar inne ze prîse / berihtent mit der spîse /
diu danne hœret zuo dem tage StrDan
4261
MWB 3,3 994,2; Bearbeiter: Hansen
lêhenerbe, lêhenserbe
swM.
auch lên-.
1 nach Lehnsrecht zur Erbfolge in das Lehen berufene Person (DRW 8,917f.) 2
‘erbliches Lehen’ (vgl.
erbelêhen
)
1
nach Lehnsrecht zur Erbfolge in das Lehen berufene Person (DRW
8,917f.):
hât ouch ein man einen sun, der sîn lênerbe ist, und nicht sîn erbe nâh
lantrechte, her beheldit doch sînes vater gebûwe ûf sîme lêne mit mêreme rechte, den
der sîn erbe ist nâch lantrechte SSp (W)
2:21,4
u.ö.;
lehen mac ein frowe habn nah ir mannes tode. ob da niht lehen erben ist
SchwSp
70a
u.ö.;
diu lêhen sint den herren ledic, ob si niht lêhenerben habent
SpdtL
180,22.
213,17;
sturbe der herre ane lehenserben StRAugsb
157,4.
158,3;
UrkCorp (WMU)
N217,18
u.ö.;
SSp
204,21.
179,5
2
‘erbliches Lehen’ (vgl.
erbelêhen
):
ez erbet nieman lehen wenn der vater auff den svͦn. di haizzent erb lehen vnd
auch lehens erben SchwSpK
2,280 (Kt)
MWB 3,3 994,36; Bearbeiter: Hansen
lêhengëlt
stN.
die Einkünfte aus einem Lehen, hier metonymisch für das Lehen selbst:
er kêrte gegen Swâben wider / und lie sich dâ ze lande nider /
ûf ein rîchez lêhengelt. / acker, wisen unde velt / het er ze Kempten
KvWHvK
385
MWB 3,3 994,52; Bearbeiter: Hansen
lêhenguot
stN.
‘Lehen’ (vgl.
lêhen
1 und DRW 8,938f. mit weiteren Belegen):
der keiser [...] leich om zu rechtim lehengute di
marke in Missin unde Lusitzir lande Köditz
43,28;
wer hât veil zwei lêhenguot, / der stapf gên im ûf den rinc: / er sticht den
selben jüngelinc, / [...], / daz diu lêhen sint verlorn
Helbl
7,1212;
waz he lehengutis hat, daz sal sinen herrin ledic sin
UrkFreiberg
1:44,2
(a. 1305);
bonis feodalibus et bonis censualibus. que uulgo leenguͦt. et lazguͦt dicuntur
UrkNiederrh
1,324
(a. 1176);
MarcoPolo
22,10;
KlKsr
3,9
MWB 3,3 994,57; Bearbeiter: Hansen
lêhenhaft
Adj.
‘einer Belehnung fähig’ (vgl. DRW 8,899f. mit weiteren Belegen; zur Sache
vgl. HRG 2,1710f.):
wo die man irsturben zumale, da solden die tochter lehenhaft sin durch daz von
in menlich frucht worde geborn KlKsr
3,8
MWB 3,3 995,4; Bearbeiter: Hansen
lêhenhaft
stF. (?)
‘Lehnsverhältnis, Belehnung’ (vgl.
lêhenschaft
):
wan lehenschaft [La. lenhaft
] des riches
daz ist als vil als ein stetikeit der truwe, davon der lehenbare man daz riche
alleweg buwen sal KlKsr
3,8;
seint ir paid jehent lehenhaft von in an demselben guet ze Rosbach
UrkEnns
4,187
(a. 1293)
MWB 3,3 995,9; Bearbeiter: Hansen
lêhenhërre, lêhenshërre
swM.
‘Lehnsgeber, Lehnsherr’ (vgl. DRW 8,944ff. und WMU 2,1114
mit weiteren Belegen):
swenn zwen lehenherren mit einander chriegent umb ein
manschaft, die si leihen suͤllen StRMünch
356,21;
ez sol auch der lehenherre leyhen und sol sein nicht saumich sein
OberBairLdr
116;
etiam patronos quod vulgariter dicitur lehinherre in praedicta villa
UrkEberb
2,209
(a. 1274);
in dez lehenherren hant, der daz eigen besitzit, von des keisers wegen
KlKsr
2,117
u.ö.;
vnd nemen auch auz div lehen, div vor den lehensheren suͦln gerihtet werden
UrkCorp (WMU)
2345,20.
1951,1;
Köditz
30,20;
Renner
818
MWB 3,3 995,16; Bearbeiter: Hansen
lêhenhof
stM.
nach Lehnsrecht ausgegebener (Guts-, Wirtschafts-)Hof:
hat ein man lengut, smiden oder lenhove, der ist nicht besezzen
[(mit Grundbesitz) ansässig] , wen he verschozzet
[versteuert] sin nicht StRFreiberg
45,26
MWB 3,3 995,29; Bearbeiter: Hansen
lêhenhouwære
stM.
Bergarbeiter, der (durch Unterbelehnung) ein Bergwerkslehen gegen
Gewinnbeteiligung zum selbstständigen Abbau erhalten hat, ‘Lehnhäuer’ (vgl.
DRW 8,943f. und
lêhenschaft
3; zur Sache vgl. auch LexMA 4,1421f. s.v.
Gewerken):
wisset, das ein erbstolle czu uns ist gevaren, in den gehorent lehen; in den
lehen haben di gewerken vorpas lehenschefte enwek gelihen um ein sibendes. di selben
lehenhower wollen haben von den stollenmeistern, das si in leder geben
BgRIglau
343,23;
di lehenhower, di lehenscheft haben von den gewerken, di lehen und lehensrecht
erbklich haben enphangen ebd.
344,16;
wo lenhower sin, di da erz howen inme lande unde daz verkoufen in den
erzkameren StRFreiberg
74,31;
BgRIglauD
35
MWB 3,3 995,34; Bearbeiter: Hansen
lêhenhuobe
stF.
nach Lehnsrecht ausgegebene Hufe:
Eberhardus de Swencz habet [...] in Lidelo 2 mansos
dictos lehenhufe LehnbMeissen
76
MWB 3,3 995,50; Bearbeiter: Hansen
lêhenhûs
stN.
‘Pfandhaus, Pfandleihanstalt’ (vgl. Anm. 2 zu TeilbTirol
12,53 mit Lit.):
geschehen an Meran in dem Lehenhaus TeilbTirol
16,68
(a. 1340);
in dem Lehenhaus an Meran ebd.
17,71
(a. 1340)
u.ö.
MWB 3,3 995,53; Bearbeiter: Hansen
lêhenisch
Adj.
auch lênis.
‘zum Lehnsrecht gehörig, lehnsrechtlich, Lehns-’
an gougrevenschaftnus gehorit keyn volge lenis [lehnsrechtliche
Folgepflicht] , wenne is ist der lant luete vrie kor, daz si
gougreven czu iczlichir gourichteris tat kisin adir czu bescheydenir czit
RbNeumarkt
144.
– in der Wendung in ~ (ge)were
‘in lehnsrechtlichem Besitz’ (vgl. DRW 8,953f.):
und de selbn herren von Honsteyn sollen daz gerichte in eren lenesche weren
also lange halden zuͦ getruwer hant den selbn herren von Bychelingen, wen daz se de
lenescaph irkrigen UrkMerseb
683
(a. 1329);
al hât die man daz gût in sînen weren mit der nuth, dâ umme nis sîme herren de
lênis gewere deste verner nicht SSp
195,25;
in lenescher weer halden UrkNiederrh
3,38
(a. 1307)
MWB 3,3 995,58; Bearbeiter: Hansen
lêhenkeppelîn
stN.
wohl ‘geliehenes Gewand’ (hier bildl.; oder entstelltes →
hëlkeppelîn
?):
wir frawen loben deheines tat, / der uzzen lehen kæppelin / und heim gezogen
schande hat Winsb
Anh 1J,9
MWB 3,3 996,10; Bearbeiter: Hansen |