l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lëderlêhen
stN.
Leiheverhältnis, aus dem Leder geschuldet wird (vgl. DRW 8,830):
Hainreich Menle hat 1 lederlehen UrbSonnenb
113
MWB 3,3 965,62; Bearbeiter: Hansen
lëderlîn
stN.
Dimin. zu
lëder
.
‘kleines Stück Leder’
mach daz [die Gewürzmischung] ze puluer
[hier ‘Asche’
] in einen schoenem lederlîn
[d.h. darin eingeschlagen] vnd slah ez durch ein vil
wîzzez tuech Barth (H)
473
MWB 3,3 966,1; Bearbeiter: Hansen
lëderloube
swF.
Verkaufsgewölbe in Regensburg, wo Leder verkauft wird (vgl. Heimpel, Gewerbe, S.
167f.; s.a.
lëderstein
):
an dem fragengadem ze næhst an der lederlauben UrkRegensb
626
(a. 1346).
104
(Anf. 14. Jh.)
MWB 3,3 966,6; Bearbeiter: Hansen
lëdermachære
stM.
‘Gerber’ s. AWB 5,713 s.v. ledarmahhâri mit Glossenbelegen aus
mhd. Zeit
MWB 3,3 966,11; Bearbeiter: Hansen
lëdermeister
stM.
‘Leiter einer Gerberei, Handwerksmeister’
→ DRW 8,831
MWB 3,3 966,13; Bearbeiter: Hansen
lëderphenninc
stM.
Geldabgabe an Stelle einer Naturalgabe in Leder (vgl. SchweizId 5,1124 und DRW
8,831):
diz sint die lederpfenninge ze Obern Swanden SchweizId
5,1124
(Propsteirodel [Geschichtsfreund 38 (1883), S. 8]; 1. H. 14.
Jh.)
MWB 3,3 966,15; Bearbeiter: Hansen
lëdersac
stM.
‘lederner Sack, Beutel, Schlauch’
Thêtis gefüeret hete dar / mit ir einen ledersac, / der ûf einem vische lac /
und ab im was geschunden: / dâ stiez si bî den stunden / slâfend în ir liebez trût
KvWTroj
13991;
bulgen und leder secke, / daz ist daz mir wirret, / di haben
mich des verirret / daz ich niht erzes eu han gesant Erz III
56,402.
– im bildhaften Vergleich:
ich pin als ein unnuͤtz ledersagk in dem reyffe
worden [
factus sum sicut uter in pruina Ps
118,83]
PsMb
33(Glossar)
MWB 3,3 966,20; Bearbeiter: Hansen
lëdersnîdære
stM.
Bez. für verschiedene Lederhandwerker (vgl. WeistErf S. 112, Fn.
344 sowie DRW 8,831 mit weiteren Belegen):
cissores [l. scissores
] corei, qui
dicuntur dy leder snytere WeistErf
63
(a. 1332).
138
(1. H. 14. Jh.)
u.ö.
– als Bestandteil von Personennamen:
Hainricus dictus Lederschnider UrkBebenh
15,207
(a. 1302)
MWB 3,3 966,30; Bearbeiter: Hansen
lëderstein
stM.
Ort in Regensburg, an dem Leder verkauft wird (vgl. Heimpel, Gewerbe, S. 167f.;
s.a.
lëderloube
):
aream Ratispone sitam, quę nomine vulgari Lederstain vocatur
UrkRegensb
8
(a. 1161)
MWB 3,3 966,37; Bearbeiter: Hansen
lëderswale
swF.
‘Lederschwalbe’, Bez. für die Fledermaus:
in dem velde, dâ wir lâgen, /
fliegen [Flugwesen] wir
sâgen [sahen] / alse tûben unde lederswalen
[vgl. volabant ibi et vespertiliones tam magni ut
colombae (vgl. Anm.z.V. S 4598 in Lienert, Alex.]
SAlex
5049.
– Lit.: E. Schwenter, Eine eigentümliche Benennung der Fledermaus,
in: Zs. für vergl. Sprachforschung auf dem Gebiete der indogerm. Sprachen 71
(1954), S. 95f.
MWB 3,3 966,42; Bearbeiter: Hansen
lëdervël
stN.
‘gegerbte Tierhaut, Leder’
lewen hewt ist ir watt. / [...] / ir
harnasch der ist hurnein: / da vor stend dicke scheybelein / geschlagen auff dy
leder vel HvNstAp
2986
MWB 3,3 966,51; Bearbeiter: Hansen
lëdervrâʒ
stM.
‘Lederfresser’, hier sprichw. vom Hund (vgl.
lëder
1.4.1 mit Lit.):
sô man den hunt wil senken [ertränken] , / man
sprichet, er sî ein ledervrâz, / der doch nie keines gâz Sibote
387
MWB 3,3 966,55; Bearbeiter: Hansen
lëdic
Adj., Adv.
auch lidig (vgl. auch
lîdic
).
1
‘nicht gefangen oder verpflichtet, frei’
1.1 allg. 1.2 rechtssprachl. (vgl. auch 2.2 ; vgl. zum rechtssprachl.
Sondergebrauch ausführlich DRW 8,832-845 und WMU 2,1106f.) 1.2.1
‘unverheiratet, ledig’
1.2.2
‘unehelich geboren’
1.2.3
‘frei’ im Ggs. zu eigen (vgl.
vrî
) 1.2.4
‘unverliehen, erledigt, frei’ (meist von
lêhen
) 2
‘frei von etw., ohne etw. oder jmdn., von etw. oder jmdm. befreit’ (mit
Gen. oder Präp. von , seltener ane, vor u.ä. bzw. mit
Pron.-Adv.) 2.1 allg. 2.2 rechtssprachl. ‘von einer Verpflichtung, Schuld, Anklage o.ä. befreit,
entbunden’ (von Personen oder Sachen; vgl. 1.2 mit Lit.) 3
‘unbeschäftigt, untätig, müßig’
4 von Orten, ‘unbesetzt, leer, frei’
5 von der Zunge, ‘gelöst, ungebunden’
6 von Pferden, ‘ohne Reiter, reiterlos, ledig’
7 in rechtssprachl. Wendungen 7.1
~ hûs
‘Offenhaus’ , befestigtes Gebäude, Burg, Turm u.ä., an dem ein
Öffnungsberechtigter (z.B. der Lehns- oder Territorialherr) das Zugangs- und
Nutzungsrecht (Öffnungssrecht) hat
hûs
1.2.4 , zur Sache vgl.
lëdichûs
mit Lit. 7.2
~ man
‘ligischer Vasall, Ledigmann’
WMU 2,1107 und DRW 8,853 s.v. Ledigmann mit zahlreichen
Belegen; zur Sache vgl. 2 HRG 3,996f.
1
‘nicht gefangen oder verpflichtet, frei’
1.1
allg.:
dâ inne [in der Festung] lâgen
di man, / di Darius hete gevân [...]. / Alexander
[...] lîz si alle ledic wesen SAlex
3578;
si wurden ledic, dier dâ vienc Parz
100,20;
swer den [
roc
] hiute
an leit, / [...] / und mit dem tievel ist bevangen /
[...] / sâ ze der selben stunt / wirt er ledic und
gesunt Eracl
5308;
ir sint ledig und mögent wol farn wann ir wollent
Lanc
259,32;
ich wil iuch beide lâzen [...]
ledec gên NibB
251,1;
ledic unde vrî UvZLanz
7665;
all pœs rihter, die gelt nement von den schuldigen und
lâzent die ledig umb daz unrain guot BdN
188,27;
PrMd (J)
345,5;
Volmar
668.
– bildl.:
die herte zestoͤret diu hilig stæticheit und zeloͤset diu
bant der boͤsen gewonhait, daz der mensch gar ledich ist
PrOberalt
5,30;
daz ich minnen vrî werde und ein ledig man! SM:
Te
8: 2,12;
swie des mannes leben stât, / daz alter in niht ledic lât
RvEBarl
1256.
15853;
daz ledige gemüete vermac alliu dinc.
[...] daz ist ein ledic gemüete, daz mit nihte
beworren enist noch ze nihte gebunden enist Eckh
5: 190,6.
5: 275,10
u.ö.;
BdN
234,12;
Konr
19,79;
KvHeimUrst
1795
1.2
rechtssprachl. (vgl. auch 2.2; vgl. zum rechtssprachl.
Sondergebrauch ausführlich DRW 8,832-845 und WMU 2,1106f.)
1.2.1
‘unverheiratet, ledig’
swer eines mannes wîp behuoret oder ledic wîp oder
maget nôtzoget SpdtL
117,7.
91,16;
sô verlîhe wir, daz man wertliche lûte mit ir ê oder
ledich wesende zu der heimliche disses ordens entphâhe
StatDtOrd
52,25;
nôtig lidig man fröit sich doch mangen tag, / er
sprichet: ‘ich mag mich einen sanft begên.’ / ach, nôtig man, kumst dû zer
ê, / [...] / du kumst in nôt SM:Had
7: 1,3;
PrBerth
1:128,18;
Wernh
A 1533.
D 1699.
– subst. (swMF.):
hat erz [das Kind] aber bi einem ewibe
oder bi einr ledigen vnd ist er selbe ein eman SchwSp
162b;
ez sîn ledige oder êliute oder geistlîche oder werltlîche
PrBerth
1:106,5.
–
~ wîp auch spez. ‘Hure, Dirne’
swan er wolde in diu lant / varn, sô gie er sâ zehant / ze den
ledegen wîben. / diu kunden im vertrîben / die zît und ouch die stunt
Fressant
51
1.2.2
‘unehelich geboren’
man sol wizzen daz kain ledik chint niht geerben mak
StRAugsb
149,20
1.2.3
‘frei’ im Ggs. zu eigen (vgl.
vrî
):
nu ob ein wîp eines herren eigen ist, diu nimet einen
man unde wirt bî dem eines kindes swanger, ir herre ist vrî, er læt si
ledic, unde si wirt vrî SpdtL
133,19;
vgl. bildl. vom Minnedienst:
ob ich [Gawein] vrîheit ie
gewan, / ir [Orgeluse] sult mich doch für eigen
hân: / daz dunct mich iwer ledec reht Parz
523,29
1.2.4
‘unverliehen, erledigt, frei’ (meist von →
lêhen
):
ledic sint dîniu lêhen. / du nemaht dînen hêrren /
niemer nehain mære der von gesagen Kchr
5203;
ein vorleiher hatte vorlihen ein lenschaft andern arbeitern, die er
ledig fant drei lange schicht nach der saczung des rechten
BgRIglau
455,19;
der selb perg lag ledig und frei ein halb jar oder mer ebd.
498,35;
das lehin duhtin alse swah / das er ez lidig lie
zehant RvEWchr
32988;
[sie] gaben mir uf mit gesamenoter hant die
vorgenante lehenschaft lidig und lere in min hant
UrkFreiburgGr
9,475
(a. 1280);
UrkCorp
51,43.
– überw. mit Dat. ‘(dem Lehnsherren) zur freien
Verfügung’
begibet sich aver ein knabe über vierzehen
jâr [ins Kloster] , der hât sich von lantreht
unde von lêhenreht erlediget unde von erbeteil. sîniu lêhen sint dem herren
ledic SpdtL
103,8;
daz lêhen wirt dem herren ledic ebd.
119,7
u.ö.;
wer solt iuwer
man [Lehnsmann] sîn? / diu marke und ander
lêhen mîn, / daz sî ledic iu benant Wh
179,13;
swaz grozzer lehen als chunichriche, furstentuͦm, grafschaft,
herschaft und die anders grozze lehen seint dem riche ledich werdent, die
sullen wir bede [König Friedrich und König
Ludwig] mit ein ander leihen und einer an den andern nicht
MGHConst
6,1:73,14
(a. 1325);
daz nâch des von Ortes leben / dem goteshûs sî ledic
worden / Wehseneck nâch lêhens orden Ottok
26881.
27141;
lâzet ein man ein guot hin umbe zins ze pflegenne
[...], ze welcher zît der in dem jâre stirbet,
sô ist ez den erben ledic SSpAug
226,4;
NibB
2164,2;
vgl.:
des muoz ich unsælic man / ir lîp ir lant dir ledec
lân Parz
213,28
2
‘frei von etw., ohne etw. oder jmdn., von etw. oder jmdm. befreit’ (mit
Gen. oder Präp. von, seltener ane, vor u.ä. bzw. mit
Pron.-Adv.)
2.1
allg.:
wis aller dîner swære / ledic unde wol gesunt
KvHeimHinv
793;
solcher învelle enmac man in disem lebene niemer ganz
ledic werden Eckh
5: 231,5;
ich wil von ir niht ledic sîn, / die wîle ich iemer
gernden muot zer werlte hân MF:Reinm
9: 3,1;
daz Îsôt dirre mære / ledic und âne wære
Tr
11052.
15853;
swelchem menschen der
[Nieren-] stein nine breste von diser erzenîe, der
wirt sîn nimmer ledich Barth
148,35.
153,14
u.ö.;
swelch wip ein tot kint treit oder in dem libe hat, si
trinke den bybos: si wirt sin ledec Macer
1,12;
also ledich so er was von flaisclichen svnden, also fri
was er von allem totlichen sere Spec
29,17.
15,20;
StrKD
161,132;
RvEBarl
14176;
Parz
88,6.
521,1.
–
daz si alle die ledich sagin ir sundin, die mit warir
riwe zvͦ in chomin Spec
84,2
2.2
rechtssprachl. ‘von einer Verpflichtung, Schuld, Anklage o.ä. befreit,
entbunden’ (von Personen oder Sachen; vgl. 1.2 mit
Lit.):
ist ein man sînem wîbe niht ebenbürtic, er ist doch ir
vormunt, [...]. swenne aber er stirbet, so ist si ledic
von sînem rehte unde behaltet reht nâch ir geburt SSpAug
133,12;
und erteilt man den der klage ledic, ûf den diu klage dâ
gienc ebd.
193,20;
des eides sîs dû ledich Gen
962;
ich laß uch alhie ledig uwer gelubde die ir mir gethan
hant Lanc
187,23;
myn herre konig Artus sol uch der manschafft wol ledig
laßen ebd.
509,26;
si wolten sînes zinses varn / vil gerne ledec unde blôz
KvWSchwanr
1241;
ist daz ein man stirbet unde gelten sol, unde læt niht
hinder im dâ mit sîn wîp oder ander sîne erben von vergelten mugen, die sint des
geltes ledic SpdtL
88,18;
er ist ledic darane ebd.
211,17;
NibB
860,3;
Wh
465,30;
vgl.:
di weri [Wehrschaft] sal ste iar
unde tac unde sal dan leidic [erledigt] si
Mühlh
129,13.
– ersparter Gen./Präp. (vgl. 1):
ich wirde gegen iu bürge alsô, unde stirbe ich, ich wil
daz mîne erben ledic sîn SpdtL
88,15;
der sol des geniezzen und sol ledig sin, ob anders schaden
niht davon kumen ist WüP
41,10;
ledig und los ebd.
12,4
3
‘unbeschäftigt, untätig, müßig’
er ne wolde niwit langer ledich sitzen, / er screib von grôzen
witzen, / wande des mannis mûzicheit / zô dem lîbe noch zô der sêle nit ne versteit
SAlex
29;
VAlex
27;
die frauwe zv tishe ginc. / [...]. /
do man du vur si truc / von spise me danne gnvc, / vrouwe Medea ledic saz. / si
entranc noch enaz; / von gedanken wart si manic gefar Herb
791;
du solt ie des tages oder der naht únserm lieben herren
gotte ein lidige stunde [Mußestunde] geben
Mechth
6: 1,105
4
von Orten, ‘unbesetzt, leer, frei’
swanne ein brûder ûzen herbergen vert unde sihet er in der
rotte eine ledige stat, die ime unde sînen
bestien [Reittieren] gevûget, die mac er
vâhen [einnehmen]
StatDtOrd
111,42;
das ellende ist noch ital und lidig, da ist nieman inne
Mechth
3: 1,63;
daz grab waz ledig und offenbar, / ein wißes duch und cleit,
/ do mit er ins grap wart geleit HvNstGZ
4236
5
von der Zunge, ‘gelöst, ungebunden’
ain ledig
[
absoluta
] zung, die niht haft, wirt gehindert
an der sprâche oft von pœser gewonhait BdN
14,33;
vgl.
256,20
6
von Pferden, ‘ohne Reiter, reiterlos, ledig’
diu ros liefen ledic dâ, / als ein stuot wær ûz geslagen
Wig
484;
ein ledec ors gieng im bî Parz
342,12;
Eracl
1523
7
in rechtssprachl. Wendungen
7.1
~ hûs
‘Offenhaus’, befestigtes Gebäude, Burg, Turm u.ä., an dem ein
Öffnungsberechtigter (z.B. der Lehns- oder Territorialherr) das Zugangs- und
Nutzungsrecht (Öffnungssrecht) hat →
hûs
1.2.4, zur Sache vgl.
lëdichûs
mit Lit.
7.2
~ man
‘ligischer Vasall, Ledigmann’
→ WMU 2,1107 und DRW 8,853 s.v. Ledigmann mit zahlreichen
Belegen; zur Sache vgl. 2HRG 3,996f.
MWB 3,3 966,59; Bearbeiter: Hansen
lëdicgengære
stM.
‘Müßiggänger’
hat eyn man vel gearueyt vnde ouele geeszen vnde gedruͦnken,
vnde wert darna eyn ledig gengere vnde wol eszende vnde trynkende, so wert he gerne
syech OvBaierl
14,3
MWB 3,3 969,28; Bearbeiter: Hansen
lëdic|heit
stF.
überw. ledikeit, ledekeit, auch leidikeit, lidekeit (vgl.
auch
lîdicheit
).
1
‘Freiheit, Unabhängigkeit’
2
‘Freiheit von weltlichen Dingen, Losgelöstsein’ (vgl.
lëdiclich
1.3 ; s.a.
abegescheidenheit
) 3
‘Freiheit von Aufgaben, Müßiggang’ (vgl.
lëdic
3 ; s.a.
lîdicheit
) 4
‘freie Zeit, Muße’
5
‘außereheliche Affäre, Buhlerei’ (vgl.
lëdic
1.2.1 ) 6 rechtssprachl. die Verpflichtung des ligischen Vasallen (vgl. zur Sache
2 HRG 3,996f.; vgl. auch WMU 2,1103 und DRW 8,851 mit weiteren Belegen)
1
‘Freiheit, Unabhängigkeit’
dat von unsis herrin siden quam girunnin, / dat [l.
des
] hat unsi gestlichi mudir giwunnin / alsi
vrilichi leidikeit, / dat si nimmer under [überwältige]
des duvilis bosheit WernhvN
403
(vgl. Anm.z.St. in: P. F. Ganz, Geistl. Dichtung, Berlin 1960, S.
101)
2
‘Freiheit von weltlichen Dingen, Losgelöstsein’ (vgl.
lëdiclich
1.3; s.a.
abegescheidenheit
):
daz ein mensche [...] einer lidiger
friheit in ime enpfindet, die in uf inre lidikeit und uf usser friheit zúhet
Seuse
474,11.
168,8.
296,29;
do ime vor gruwelte, daz gelust im nu, also smochheit,
ellende, einoͤte, lidekeit, indewendekeit, demuͤtikeit, verworffenheit,
abegescheidenheit von allen creaturen Tauler
38,9;
HvNstGZ
252;
mit Gen.:
daz er [der Geist] wonen sol ûzer al, daz ist daz
er wonen sol in einer abegescheidenheit und in einer blôzen lidekeit sîn selbes und
aller dinge Eckh (Pf)
600,34;
diu sêle sol ouch haben rehte eine blôze ledikeit ir selbes und aller dinge
ebd.
632,6.
366,27
3
‘Freiheit von Aufgaben, Müßiggang’ (vgl.
lëdic
3; s.a.
lîdicheit
):
uns hat gesaget alsus / ein buch daz heizit Ecclesiasticus: /
wer da volgit der ledekeit / der kumpt is io in erbeit. / ledikeit ist allir
schandin ort, / ledikeit machit sunde und mort [vgl. multam enim
malitiam docuit otiositas Sir 33,29]
Brun
4
u.ö.
4
‘freie Zeit, Muße’
ir wâren vile di da quâmen und gîngen wider, daz si nicht ledikeit hatten zuͦ
ezzine [
et nec manducandi spatium habebant
]
EvBeh
Mc 6,31
5
‘außereheliche Affäre, Buhlerei’ (vgl.
lëdic
1.2.1):
der selben frouwen was daz leit, / daz ir man ze ledekeit / zwei wîp hete
gesazt ze hûs. / [...] / swan er wolde in diu lant / varn,
sô gie er sâ zehant / ze den ledegen wîben. / diu kunden im vertrîben / die zît und
ouch die stunt Fressant
42
6
rechtssprachl. die Verpflichtung des ligischen Vasallen (vgl. zur Sache
2HRG 3,996f.; vgl. auch WMU 2,1103 und DRW 8,851 mit weiteren
Belegen):
vnde hant si selue gut wider intfangen van mir ze rechter ledicheit also, det
he vnde sine nacomelinge mine ledige man dan aue sulen sin, die wile ich leuen
UrkCorp (WMU)
111,28;
illo iure feodi, quod vulgariter lethicheit dicitur DRW
8,851
(Gudenus,CDMog.; a. 1233)
MWB 3,3 969,33; Bearbeiter: Hansen
lëdic|hûs
stN.
befestigtes Gebäude, Burg, Turm o.ä., an dem ein Öffnungsberechtigter (z.B. der
Lehns- oder Territorialherr) das Zugangs- und Nutzungsrecht (Öffnungssrecht) hat,
‘Offenhaus’ (vgl.
hûs
1.2.4; vgl. zur Sache 2HRG 4,126ff. s.v.
Öffnungsrecht; vgl. auch DRW 8,850f. mit weiteren Belegen; s.a.
offenhûs
):
lygiam domum, quod vulgariter Ledegehuse dicitur UrkNiederrh
2,455
(a. 1282)
MWB 3,3 970,16; Bearbeiter: Hansen
lëdic|lâʒunge
stF.
Entlassung aus einer Verpflichtung (vgl. DRW 8,851):
[
wir
] wellen, daz disú lidiglassunge als guͦt
kraft heige, als ob wir úwer jeglichen sunderlich mit namen und mit munde sines
eides lidig hetten verlassen UrkBern
5,519
(a. 1326).
5,264
(a. 1322)
MWB 3,3 970,25; Bearbeiter: Hansen
lëdic|lich
Adj. , -lîche
Adv.
auch ledlich; adv. auch -lîchen.
1
‘nicht gefangen oder verpflichtet, frei’
1.1 allg. 1.2 rechtssprachl. 1.2.1
‘frei, ungenötigt’
1.2.2
‘unverheiratet, außerehelich’ (vgl. DRW 8,853 mit weiterem Beleg) 1.3 geistl. ‘frei von weltlichen Dingen, losgelöst’ (vgl.
lëdicheit
3 ) 2
‘frei von etw., von etw. befreit’ (mit Gen.) 3
‘ohne Hindernis, ohne weitere Verpflichtung,
uneingeschränkt’
3.1 allg. 3.2 rechtssprachl.
~ gewer
‘freier, unabgeleiteter Besitz’ (zu
1gewer
, vgl. DRW 8,852f.)
1
‘nicht gefangen oder verpflichtet, frei’
1.1
allg.:
ir lât ouch mich / nicht von ûch lediclich, / wan ir
gedenkt ze nôten, / mich martern unde tôten JvFrst
5400;
dô wânde ich sie ze gote alsô bestaeten, / daz si iemer
vuoz ûz sîme dienste mêr getraeten. / nu wellent si aber ir willen hân / und
ledeclîche varn als ê MF:Reinm
31: 1,8;
ir sult si ledeclîchen hinnen lâzen varn
NibB
315,1.
2338,4;
keisir, du must [...] mich hi beschermen, / daz
ich gen muͤge vz der stad / ledlich mit minem rad, / vnd zcu minem rich / komen
widir geweltlich Dalimil (B)
79,92
1.2
rechtssprachl.
1.2.1
‘frei, ungenötigt’
benoetet [zwingt vor
Gericht] er der keinen, die selben die suln als gut reht
han als die lute hant die selbe lediclichen furchoment
StRAugsb
113,15
1.2.2
‘unverheiratet, außerehelich’ (vgl. DRW 8,853 mit
weiterem Beleg):
hat ein man eine frovwe ze ledeclichen dingen. vnde hat kint bi ir vil
oder lvͥtzel. vnde nimet er si. dar nach ze rehter.é. SchwSp
162a
1.3
geistl. ‘frei von weltlichen Dingen, losgelöst’ (vgl.
lëdicheit
3):
der geist sol sich mit ganzer kraft erheben und
lediclîchen in sînen got versenken Eckh
5: 271,7;
ouch ie dû in [Gott]
lediclîcher meinest und
einvelticlîcher [ungekünstelter] , sô ie alliu
dîniu werk eigenlîcher alle sünde büezent ebd.
5: 248,2
u.ö.;
min kint, halte dich inrlich, luterlich, ledklich und
ufgezogenlich! Seuse
290,1
u.ö.
2
‘frei von etw., von etw. befreit’ (mit Gen.):
ich sag eu zwar daz der suͤndær da mit schied von dann,
ledichlich aller siner suͤnde PrOberalt
149,34
3
‘ohne Hindernis, ohne weitere Verpflichtung,
uneingeschränkt’
3.1
allg.:
wan ob ietweder porte wære / ledeclîchen ûf getân, / und
wærer dâ zuo ledec lân / aller sîner schulde / alsô daz er mit hulde / vüere
swar in dûhte guot Iw
1711;
wan daz tæte mir ze wê, / solt diz ors iwer sîn: / daz
was sô ledeclîche mîn / dennoch hiute morgen fruo Parz
545,24;
der mirz ledeclîche bræhte, / ich liezez ê daz ich væhte
ebd.
421,17.
545,28.
–
‘gänzlich, völlig’
ich hân vil ledeclîche brâht / in ir gnâde mînen lîp
MF:Reinm
3: 3,1;
wider sinen schepfer [...],
/ der in hat lediclich irlost / aller schulde wen der einen
HeslApk
19910
3.2
rechtssprachl.
~ gewer
‘freier, unabgeleiteter Besitz’ (zu
1gewer
, vgl. DRW 8,852f.):
swaz sô man ûf dem guote tuot, daz sol man bezzern dem
der ez in lediclîcher gewer hât SpdtL
213,13;
SchwSp (W)
416,40
MWB 3,3 970,31; Bearbeiter: Hansen
lëdic|man
M.
→
lëdic
7.2
MWB 3,3 971,16;
lëdic|sagunge
stF.
Entlassung aus einer Verpflichtung (vgl. auch DRW 8,854):
daz ich vnd alle mein erben wider di hie vorgeschriben furziht vnd
ledichsagung niht chomen schullen UrkBrixen
198
(a. 1312)
(vgl.
[
ich
] han ovch fuͤr mich vnd fuͤr alle mein
erben denselben meinen herren [...] ledich gesait aller der
reht vnd ansprache di ich vnd mein erben gegen in haben gehabet ebd.
198
(a. 1312)
)
MWB 3,3 971,17; Bearbeiter: Hansen
lëdic|vrî
Adj.
‘frei’
gedanke die sint ledic vrî - / daz in der welte nieman kan erwenden MF:
Eist
6:1,1;
von dir [Gott] uns wuohs der sælde zwî, / an dem wir
wurden ledicfrî. / ez was ein jâmerlîchiu krî / an dem kriuz Helbl
12,26.
–
‘unbesetzt, leer’
gewîhte stete nâch ir ê / hâten niht anders vrides mê, / wan
ein lidic vrîez velt KvWTroj
48279
MWB 3,3 971,26; Bearbeiter: Hansen
lëdigære
stM.
‘Befreier, Erlöser’
wan Christus unser ledigêre [
redempcio
nostra (Ferber 96,4)] / was und ein ganzer trôst, / der
uns von nôten hât erlôst JvFrst
7494;
ob Elias kome her / und al hî werd sîn ledigêr ebd.
10068
MWB 3,3 971,33; Bearbeiter: Hansen
lëdigærinne
stF.
auch lidigeren.
‘Befreierin, Erlöserin’
in der hellewize / is siv ein lidigeren Pilatus
1,99.
– mit Gen. ‘die von etw. befreit, erlöst’
genade ein selic frowe her / vermache vnsir herze ser / reine gotis bredierin
/ vnsir svnden ledigerin Martina
80,50
MWB 3,3 971,38; Bearbeiter: Hansen
lëdige
swMF.
→
lëdic
Adj. 1.2.1
MWB 3,3 971,44;
lëdigen
swV.
auch lidegen
(z.B.
HlReg
25,26
u.ö.
).
1 tr. 1.1
‘jmdn. oder etw. (von etw. oder jmdm., aus Gefangenschaft, Bedrängnis,
Schande u.ä.) befreien, erretten’ (vgl.
erlëdigen
) 1.2
‘jmdn. (von einem Leiden, einer Krankheit u.ä.) befreien, heilen’
1.3
‘jmdn. von Sünden freisprechen, absolvieren’
1.4 religiös ‘etw. (die Seele, Herz oder Geist) von etw. befreien’
1.5 rechtssprachl. 1.5.1
‘ein Gut von Belastungen freimachen, etw. (ein Versprechen, Schwur o.ä.)
einlösen’
1.5.2
‘jmdn./sich (von einer Verpflichtung, Belastung o.ä.) befreien’ (mit zusätzlicher präp. Erg.) 1.6
‘etw. (ein Band, Fessel o.ä.) lösen, losbinden’
1.7
‘etw. (ein Tier) losbinden, freilassen’
1.8
‘etw. (ein Land, Gebiet, Ort) von Besatzung befreien’
2 refl. 2.1
‘sich (von etw.) befreien, losmachen’
2.2
‘sich (von etw.) lösen’
2.3
‘aufhören, zum Erliegen kommen’ (vgl.
erlëdigen
2.3 )
1
tr.
1.1
‘jmdn. oder etw. (von etw. oder jmdm., aus Gefangenschaft, Bedrängnis,
Schande u.ä.) befreien, erretten’ (vgl.
erlëdigen
):
ledige di geuangen vnde di gebunden Litan
1414;
das wir die gevangen, die in deme kaͤrcher sint, ledigen
Konr
18,41.
15,49;
din gnade diu sol / mich ledegen von miner meile
SüklV
273;
du solt Tybalden ledigen / shier von der vangnuͤsse
Rennew
24594;
wilt du din leben ledigen, / daz man daz niht entoͤte
ebd.
14174;
an der selben zit wil er sine liebin lidegin von dirre
welte Lucid
138,8;
der war gotes sun der si ledigen solt uz des tiufels
gewalt PrOberalt
24,35;
also Davit der si von ir viende fuͤrchempfen Golya lediget
ebd.
13,9.
72,23;
swe hie ligit. tot / des sele wirt geledigot / in daz
wunnichliche leven Roth
4132;
HvHürnh
11,6;
Ottok
5022;
EvStPaul
6293.
–
byshof Johan, nu suͤlt ir / den heiden vaste predigen
/ und von dem ungelauben ledigen Rennew
18074;
daz almûsen ledeget von deme tôde unde gestatet niht,
daz die sêle, die in gnâden hinnen gescheiden sint, die lenge sîn in wîzen
StatDtOrd
38,10;
diu hilig zuversiht [...]
lediget den armen menschen von den starchen banden da mit in der tiufel zuͦ
sinem chruͤtze gebunden het PrOberalt
5,14.
151,25;
Seuse
310,22;
BdN
214,36;
HlReg
25,31;
nu ledige, chunigin, in zit / mine vil arme sele
SüklV
240
1.2
‘jmdn. (von einem Leiden, einer Krankheit u.ä.) befreien, heilen’
wann der selbig wein gewermt und so ledigett er von den
überflüssigkaiten, die da kalt sint und gros [
liberat a
superfluitatibus frigidis et grossis
]
HvHürnh
52,3
1.3
‘jmdn. von Sünden freisprechen, absolvieren’
so der suͤntær siner suͤnt vil innichlich vergiht und si
vil riwichlich bewaint, so ledigt in unser herr und vergibt im sein suͤnt
PrOberalt
167,34
1.4
religiös ‘etw. (die Seele, Herz oder Geist) von etw. befreien’
wele menschen erfúllet werden súllent mit dem heiligen
geiste, die muͤssent vor irre hertzen lidigen von eiginer minnen, von eigener
meinunge und von eigeme willen Tauler
304,9;
das ich die sel van der klag / ledige
HvBurg
6034;
daz lob ist so vil glicher, so vil es me von allen
kreaturen nach inbildunge geledget ist und mit mir in rehtem andacht vereinet
ist Seuse
306,14.
309,27
1.5
rechtssprachl.
1.5.1
‘ein Gut von Belastungen freimachen, etw. (ein Versprechen, Schwur o.ä.)
einlösen’
Cornubiles ledigete sine truwe [löste
sein Wort ein]
Rol
5053;
swer lîp oder hant oder hût oder hâr
lediget [sich (z.B. durch Zahlung einer Geldbuße) von diesen
Körperstrafen befreit] daz im mit rehte verteilet
ist [wozu er rechtmäßig verurteilt ist] , der
ist rehtlôs SpdtL
182,1;
UrkKölnSchr
1,236
(12. Jh.);
Mühlh
170,20.
– subst.:
wer do spelt adder kulet [mit Kugeln (um Geld) spielt,
kegelt] umme ledigen, der gibt unsern herren funff
schillinge StRHeiligenst
35.
–
‘etw. (ein Recht, einen Auftrag) aufheben’
[Adalrot:] daz ist min lehen / uon Marsilie
minim herren, / daz ich din [Rolands] houbit
abe slahe / unt iz fuͦr den chunc trage. /
[...]
[Roland:] du bist ain zage uil bose. / uil
drate ledige ich daz lehen Rol
4049
1.5.2
‘jmdn./sich (von einer Verpflichtung, Belastung o.ä.) befreien’
(mit zusätzlicher präp. Erg.):
swenne der maister ainen brvder
[...] in ain bvͤz leget, so der maister
gegenwurtig niht ist, so sol in kain brvder, der darvber niht gewaltes hat,
von der bvͤz lidigen SpitEich
21,11;
ob ir nicht mine gote / nach rechter helfe schriet an, / so wizzet,
daz uch nicht enkan / geledigen uz miner dro Pass III
352,21;
daz er die iuden ledegete uon dem herwerme dieneste
Spec
144,31;
SchöffIglau
69
(
vgl.
dieselben bezzerunge sol nach
[noch] enmag nieman abegelazzen nach
[erg.: sich] von der geledigen, der sie
verworht hat WüP
58,11
)
1.6
‘etw. (ein Band, Fessel o.ä.) lösen, losbinden’
dâ sol man dem siechen den riemen ab dem halse ledigen
unde sol den riemen begraben mit dem tôten Barth
151,16
u.ö.;
nu ledige, herre, mir diu bant, / da mide mich der ubele
valant / hat gebunden so diche SüklV
307;
Lucid
90,12
1.7
‘etw. (ein Tier) losbinden, freilassen’
er [...] hiezz si ledigen ein
eslinne und ir jungide, die warn gebunden PrOberalt
8,8;
also si den wolf sehent, so vliehent si und enhuͤtent
noch enledigent ir schæflein niht, so chumt der wolf und zefuͤrt si ebd.
93,10
1.8
‘etw. (ein Land, Gebiet, Ort) von Besatzung befreien’
Markys, des wis gewis an mir / daz ich Orense ledige dir,
/ daz ez nymmer me besezzen wirt Rennew
16502;
di marche [Grenzmark] wolten si
ledige Rol
8410.
3708(La.);
GrRud
#g+b#g- 24
2
refl.
2.1
‘sich (von etw.) befreien, losmachen’
die wil wir in diser werlt sein, so muͤg wir uns ledigen
von unsern suͤnten mit guten werchen PrOberalt
143,19;
so wir iv daz gotes wort sagen, so ledigen wir uns unde
binten ivch Spec
139,14.
–
‘sich von jmdm. trennen’
got wil sî nû. der muotet dir, / daz dû ledegest dich
von ir / und im sî ûf gnâde gebest RvEBarl
11130.
–
‘sich freie Zeit schaffen’ (vgl. Schiller/ Lübben 2,646f.):
sich hete Marie geledeget unde gefriet. / si saz suoze
zuo den gotes fuozen AvaLJ
88,4
2.2
‘sich (von etw.) lösen’
wirf ein huon dar zuo unde lâ daz sieden als lange unz
sich daz fleisch ledige von dem beine Barth
152,19
2.3
‘aufhören, zum Erliegen kommen’ (vgl.
erlëdigen
2.3):
ze gelîcher wîs sol si rûten ezzen unde den souch vaste
trinchen unde sol die wurzenschîben zwischen diu bein haben: sô ledigent sich
diu menstrua Barth
132,7
MWB 3,3 971,45; Bearbeiter: Hansen |