l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lâsûrvîn
Adj.
‘in prächtigem, intensivem Blau’
drî [der Striche auf dem Schild]
wâren gar durliuhtic golt / und drî sô rehte lâsûrfîn / daz si niht blâwer kunden
sîn KvWTurn
687
MWB 3,3 911,61; Bearbeiter: Richter
lâsûrziere
Adj.
‘schön wie lâsûr’
lasurziere Kundrie Kyoten braht die mære, / diu reine wandels vrie, durch daz
er gewenden moht ir swere JTit
5383,1
MWB 3,3 912,1; Bearbeiter: Richter
late, latte
swF.
‘Latte’ (oft als Dachlatte):
do stegen sy uf daz dach unde lizen en [den
Lahmen] durch dy latten [
per tegulas Lc
5,19] vor Jhesum mit dem bette EvBerl
101,18;
och sint die latten und die
raven [Dachsparren] / also gerihtet und gemaht / daz
nummer hus da wirt bedaht / wan von rotem ziegel SHort
6794;
dehain schindeln noh rafen noh laten StRAugsb
47,16;
ein fuder laubes [
git
] einen phenninch,
ein fuder lattvn einen phenninch, ein fuder stæcken einen phenninch UrkCorp
(WMU)
548ABC,3,46;
tegula: lat, schindel GlAnzfKdVz
4:237,295;
tignella: latta VocOpt
5.139;
WernhSpr (Z)
37,5
MWB 3,3 912,5; Bearbeiter: Richter
latenîe
stF.
Gruppe der Lassen (minderfreier, zinshöriger Bauern; s.a.
lâʒguot
):
vnd sint diz die geziuge [...]: min herre graf
Gotfrid von Tuwingen, [...], Otto von Wrmelingen vnde div
latenij von Nippenburch UrkCorp (WMU)
2326,20
MWB 3,3 912,18; Bearbeiter: Richter
latërne
stF.
auch lanterne ( EvStPaul );
laterren (
PrHermet
339
).
1
‘Laterne, Leuchte’ , (tragbare) Lichtquelle in einem schützenden Gehäuse
(vgl.
liehtvaʒ
,
lucërne
) 2 das Gehäuse einer Laterne
1
‘Laterne, Leuchte’, (tragbare) Lichtquelle in einem schützenden Gehäuse
(vgl.
liehtvaʒ
,
lucërne
):
di laterne um anders nicht / trûgen si, daz in daz lîcht /
nicht erlesch JvFrst
3909;
waz hilfet diu laterne / den blinden in der vinstern naht?
HvBer
9633;
mit in trûgen si laterne, / lîcht, vackeln und lucerne, / dar
zû ir wâfen und ir wer JvFrst
3905;
KvHelmsd
3152;
KvHeimUrst
179;
Martina
200,77;
BdN
434,20.
– bildl.:
di laterne, di da lebet / und uf sinem houbte swebet, /
wirt verleschet [vgl. Iob 18,6 lucerna quae super eum est
extinguetur
]
Hiob
7243;
RvEWchr
30697
2
das Gehäuse einer Laterne:
dar nâch sol kein ovenkneht noch ofnerîn kein vackellieht tragen bî tage noch
bî naht, ân aleine in der laterne, bî der obgenanten pêne dem gerihte unde der stat
StRMeran
424;
item waz der liden sol, der ane laternen in ein gaden oder stal gat mit einem
liecht, dar inne stroͮ oder hoͤw oder sagmel liget StRBern
1/2:134,1;
manig lïchtt enzuntt / ward in laternnen
GTroj
22928;
mit einer laternen, dâ inne ein lieht brenne
StatDtOrd
73,17
MWB 3,3 912,23; Bearbeiter: Richter
latërnlîn
stN.
Dimin. zu
latërne
.
‘kleine Laterne’
zwain junckfrauwen sy rieff, / di trugen ain latternlein, /
das was prait von golde fein / mit vier liechten cristallen HvNstAp
14199
MWB 3,3 912,46; Bearbeiter: Richter
latich, latuch
FM.
auch latche (
VocOpt
50.173;
Pass III
287,25
u.ö.
) und lätich (
HvHürnh
37,10
).
eine Speise- und Heilpflanze, ‘Lattich’ (s.a.
lactuke
und
lâtûn
, zur Sache Körber-Grohne, Nutzpflanzen, S. 270–282;
vgl. dagegen
letiche
):
ein buoch heizet Dialogus, / in dem schrîbet sant Gregôrius, / daz ein nunne
in einem garten / einer latichen begonde warten. / mit grôzem geluste si die gâz
Renner
9722;
minz unte epphich, chres unt lattich Gen
251;
gip im zu ezzene ein solocannam. latuch. pizen. purzeln.
kurbiz SalArz
53,49
u.ö.;
lactuca heiset zu duͦte latich Macer
14,1;
latiches same gessen gipt guͦten slaf unde vertribet bose
troume ebd.
14,6;
Albrant
2,1.
–
wild(er)
~ Stachellattich oder Giftlattich (vgl. Marzell 2,1150–1152):
wilde latûchen / die sult ir besuͦchen Exod
2493;
wilder lattuoch was ouch ire maz: / der riwe bittere zaicte daz
SiebenZ
69;
hüener, repphüerner unnd air [...]
unnd wild lätichen [
lactuce agrestes, quas rustici vocant
scarias
] und gaissene milich HvHürnh
37,10
MWB 3,3 912,50; Bearbeiter: Richter
latichsaf
stM.
auch latichen-.
milchige Flüssigkeit des Lattichs:
man sal im bestrichen den rucke
[...] mit nachtschaten saffe. latich saffe
SalArz
61,47.
32,53.
69,9;
salbe di tinne [Stirn] mit latichen
saffe ebd.
33,32
MWB 3,3 913,7; Bearbeiter: Richter
latichsâme
swM.
auch latichen-.
Same des Lattichs:
muge der siche nicht geslafen. so nim latich samen. vnde
mahen [Mohn] . di gestozen sin in latich safe
SalArz
69,8;
nim curbiz samen [...] vnde latichen
samen islichs siben dragme ebd.
45,1
u.ö.
MWB 3,3 913,12; Bearbeiter: Richter
latichsouc
stM.
milchige Flüssigkeit des Lattichs:
nim latich samen. vnde mahen. di gestozen sin in latich
safe [La. latich sovge, Hs. Klosterneuburg fol.
79r] . vnde tu daz zu dem plaster SalArz
69,9;
mit uioln ole. vnde mit latich saffe [La.
latichsovge, Hs. Klosterneuburg fol. 43v]
ebd.
32,53
MWB 3,3 913,18; Bearbeiter: Richter
latîn
Adj., Adv.
1 adj. ‘lateinisch’
2 adv. ‘auf Latein, in lateinischer Sprache’
1
adj. ‘lateinisch’
den latin brief antwurtit hern Rudolfe [lückenhafte
Zusatzbemerkung zur Urk.]
UrkCorp (WMU)
3566,12;
als der [Thomas d’Angleterre] von
Tristande seit, / die rihte und die wârheit / begunde ich sêre suochen / in beider
hande buochen / walschen und latînen Tr
159
2
adv. ‘auf Latein, in lateinischer Sprache’
latine welle wir ez sagen VMos
66,25;
sand Peters tag vor vaschang den man latin nennet kathedra Petri
UrkCorp
3228,29.
3229,4;
etwenne rinnet uon deme houbite durch di nase locher da uon
ein sichtum wirt der heizit latine coriza SalArz
40,50;
latîne manic red ergie, / het er si tiutsche getân, / im wære
zuo slagen der ban Ottok
13094.
13129;
RvEBarl
16054
MWB 3,3 913,24; Bearbeiter: Richter
latîn, latîne
FN.
selten sw. (
UrkCorp (WMU)
3571,11;
WhvÖst
3304
).
‘Latein, die lateinische Sprache’
1 ohne Präp. 2 mit Präp. 2.1 mit in (oft in Verbindung mit
sprëchen ) 2.1.1 ohne Art. 2.1.2 mit best. Art. 2.2 mit nâch und best. Art. 2.3 mit ûʒ
2.3.1 ohne Art. 2.3.2 mit best. Art. 2.4 mit von , ohne Art. 2.5 mit ze/ zuo
2.5.1 ohne Art. (oft in Verbindung mit
heiʒen ) 2.5.2 mit best. Art.
1
ohne Präp.:
sie weren alle gern grosse pfaffen, und etzliche leeren kaum
kranck latein und boͤs grammaticam Seuse
519,26;
nu ir daz latin habit uernomen, / nu uernemet ze dute dabi, / waz di selbe
rede si Glaub
64;
[der Dichter muss sich Mühe geben,] daz beide der und der
iht jehe, / der die latîne [die lateinische
Vorlage] geschriben sehe, / ez sî ein künstelôser man / der des
getihtes êrst began RvEAlex
8060;
sie [Grammatica] lert den ersten
buͦchstab / und dar nach latin sprechen wol HvNstGZ
803;
VAlex
172;
Tr
11949;
WhvÖst
5604;
KvWSilv
2713;
Parz
312,21.
– mit kunnen:
si kunde franzois und latîn Tr
7986;
[die Spitalbrüder] svlen niht athten, daz si niht
latin kvnnen SpitEich
36,10;
nu gebristet mir túsches, des latines kan ich nit
Mechth
2: 3,48;
Ottok
43536.
– hier übertr. auf den Gesang der Vögel (s.a.
2Okken, Tr. z.St.):
diu wilden waltvogelîn / hiezen si willekomen sîn / vil
suoze in ir latîne Tr
17361
2
mit Präp.
2.1
mit in (oft in Verbindung mit
sprëchen)
2.1.1
ohne Art.:
diz wort, daz ich gesprochen hân in latîne, daz stât geschriben in dem
heiligen êwangeliô Eckh
1:375,2;
zv kriechen was sin [des
Buches] erste stam; / in latin ez dannen quam
Herb
50;
MarlbRh
114,33;
Macer
32,10;
wir haizen si [verschiedene
Pflanzen] in däutscher zung als man si nennet in latein
oder in anderr sprâch BdN
354,16;
di knospin heysin in latin gemma Pelzb
121,7.
125,20;
RvEAlex
13035;
Brun
5219
2.1.2
mit best. Art.:
also iz an dem buͦche gescribin stat / in
franczischer zungen, / so han ich iz in die latine bedwngin, / danne in di
tutiske gekeret Rol
9082;
also ich in dem latine las Brun
5915.
2153;
ich hân ein wörtelîn gesprochen in der latîne Eckh
2:6,2;
in dem latîne ebd.
1:24,3
u.ö.
2.2
mit nâch und best. Art.:
porrum haizt ain pforr oder lauch, aber daz êrst däutsch
ist nâch der latein genomen BdN
415,32;
strix haizt aigenleich nâch der latein ain säuser oder
ain zandklaffer ebd.
223,32
u.ö.;
vgl.:
pellicanus haizt nâch der aigenchait der latein ain
grâhäutel ebd.
210,3
2.3
mit ûʒ
2.3.1
ohne Art.:
gip mir wîsheit unde sin, / sô daz ich brenge ûz latîn
/ von dem heiligen criuze dîn / in diutsche wort sô süeze, / dâ von gelobet
müeze / werden dîn gotlîcher nam HvFreibKr
73
2.3.2
mit best. Art.:
daz puoch, daz ich auz der latein in daz däutsch hân
prâht BdN
430,10
2.4
mit von, ohne Art.:
nu ist úns von latin irchant / das der walt heizet
silva RvEWchr
26570;
daz ich diz buoch verrihte / und ez in tiusch getihte / bringe von latîne
KvWSilv
87;
KvWHvK
759;
KvWAlex
1390;
alsô trag ich ain puoch von latein in däutscheu wort
BdN
Reimvorr. 6,2
2.5
mit ze/ zuo
2.5.1
ohne Art. (oft in Verbindung mit
heiʒen):
der selbe sichtum heizit zu latine litargia
SalArz
32,4.
33,9;
nepita zu latine, calamentum in chrieschen, biminze zu
dute Macer
11,1.
1,2;
Pelzb
130,28;
der minste vinger daz ist gewis / der heizet zu latin
auricularis Brun
3722;
ze latîne erz rihte RvEBarl
130;
asinus ze latein haizt ze däutsch ain esel
BdN
119,28
u.ö.
2.5.2
mit best. Art.:
verstêst dû des niht, gib dir die schult, daz dû in
den dingen niht geüebt pist. wan wer daz deutsch zuo der latein mizzet
gänzleich und reht, sô beleib ich ân strâf BdN
33,2
MWB 3,3 913,39; Bearbeiter: Richter
latînisch
Adj., Adv.
adv. auch -en.
1 adj. ‘lateinisch’
2 adv. ‘auf Latein, in lateinischer Sprache’
1
adj. ‘lateinisch’
dû gib mir dînen wîstuͦm, / daz ich muge wandilôn / mit tûtiskeme munde / der
latînisken zungen Exod
20;
in latinscher zungen RvBib
73,2;
geschrebyn mit crycheschyn unde mit latynschyn unde mit
judeschyn buchstabyn EvBerl
64,28;
EvBeh
Lc 23,38;
mânic grüezen kluoc / in latînischer sprâch / zwischen in dô
geschach Ottok
43529;
dû pringst daz lateinisch puoch niht reht ze däutsch
BdN
132,28;
KvHeimUrst
46;
Parz
455,4;
EnikWchr
4841;
RvEAlex
9447;
Eckh
2:347,8;
MarcoPolo
2,11
2
adv. ‘auf Latein, in lateinischer Sprache’
und darumme lâsin dise ubirscrift vile Juden, wan di stat dâ Jhêsus gecrûciget
ist, was nâhe der stat, und was gescriben eebrêischen, krîgeschen und latînisch
EvBeh
Io 19,20;
vnd was geschriben hebraischen. chriechischen. vnd
latinischen EvAug
269,3;
diz ungentum heizit latineschvn grvͦne Ipocr
303
MWB 3,3 914,42; Bearbeiter: Richter
latîniste
swM.
‘Priester’ (?):
daz hailige grab ze Jerusalem / habnt inne der bruͤder zwen /
mit fuͤmf latinisten WhvÖst
6197.
– hier ‘jmd., der Latein versteht’? (La. des 15. Jh.s):
sehs buͦchstaben tuͦnt / richen schin in ainer chron, / die
des kindels haubt schon / zierent und auch nennent, / ob ir latin erkennent. / so
sagent die antisten [
‘Prälaten’, La. latinisten
] min / Cupido haizz
daz kindelin WhvÖst
5605
MWB 3,3 914,61; Bearbeiter: Richter
Latrisëte
M.
Bewohner von Latriset:
die von Sotters und die Latriseten / und die von Collône
Wh
84,8.
347,3.
378,25
MWB 3,3 915,6; Bearbeiter: Richter
latrôn
stM.
→
larrûn
MWB 3,3 915,9;
lâtûn (?)
Subst.
zu afrz. laitue, s. Suolahti, 1,145.
‘Lattich’ (vgl.
latich
; s.a. Nellmann, Parz. z.St.):
dô brâht ein des wirtes sun /
purzeln [Bürzelkraut] unde lâtûn / gebrochen in den
vînæger Parz
551,20
MWB 3,3 915,10; Bearbeiter: Richter
latwârje, latwærje
stswF.
auch late- (
ReinFu
S4,1887;
Elis
3419
); lacte- (
ReinFu
K,1889
); let- (
MinnebaumG
465
); auch -(i)ge (
Minneb
366;
Macer
Gewürzvorr. 3
); auch mit gekürztem Vokal (z.B. latwergen [bergen:]
Minneb
3510;
lattewerjen [:gerjen]
Elis
3419
);
auch in dem Lat. nahestehenden Varianten wie (e)lectuari(e), lactuarie
(
HvHürnh
40,7;
Macer
Gewürzvorr. 3;
SalArz
106,48
u.ö.); zu lat. electarium, das bereits in großer
Formenvielfalt auftritt, vgl. MlatWB 3,1163.
‘eingedickte, süße, aromatische Masse; Latwerge’ (zur Sache
vgl. LexMA 3,1798)
1 meist mit Wirkstoffen als Heilmittel zum Einnehmen 1.1 allg. 1.2 bildl. 2 zur Konservierung (z.B. von Gewürzen) oder als Leckerei
1
meist mit Wirkstoffen als Heilmittel zum Einnehmen
1.1
allg.:
der reine herre wol gedan / bat nu den arzet machen / nach fruntlichen
sachen / ein edel lattewerjen: / di hiez er starke gerjen
[bereiten] , / daz si in mochte reizen / unde
innerliche heizen Elis
3419;
so sal manz [das Medikament]
geben mit einer electuarie. oder in einer spise oder mit einem trinken
SalArz
84,32;
swer di lactuarie wil nutzen fur di heiser der sal si
lange haben in dem munde. vnde sal si nutzlichen slinden ebd.
106,37
u.ö.;
vil schône man sîn phlac / mit latwerje und
triac [Theriak] / und mit aromaten rein
Ottok
68324;
Macer
Gewürzvorr. 3
KvWTroj
951;
RvEWh
5056;
Tauler
320,17;
die kreft siner sele waren erfúllet dez suͤssen
himelsmakes, als so man ein guͦt latwergen usser einer búhsen schútet und dú
búhs dennoch dur na den guͦten smak behaltet Seuse
11,15
1.2
bildl.:
so mocht mir werden basser, / wenn
[...] min hertz auch genuße / ir gnaden suße
confeckt / und auch ir helfflich bulver leckt, / und daz ab irr gnoden bergen /
heylsamen flußen latwergen / in miner sorgen schrunden / und mines hertzen
wunden / heilen mit susser meysterschaft / mit irre gnaden
swedenn [Pflaster] kraft Minneb
3510;
SHort
3512.
– als Marienumschreibung:
ei frouwe sante Marje, / ein salbe und ein latwarje / maneger siechen
sêle wunt KvWPart
1322;
der siechen sele wunden / verheilen kan din süezer
list, / wan du dem sündesiechen bist / ein salbe und ein lactwarje
KvWGS
809.
– der Name Jesus als ~ :
der nam Jesus ist ein ertznei wirt ieman betrvebt.
[...] der nam Jesus ist ein letwari der sel
MinnebaumG
465
2
zur Konservierung (z.B. von Gewürzen) oder als Leckerei:
in electuariis, die man ze däutsch latwergen haizt, und in
edelm gestüpp, wenn man ez [Honig] dar zuo mischt, sô hât
ez die kraft, daz diu dinch dester lenger guot und frisch beleibent
BdN
293,21;
wurze unde lectvarien und syropel unde susgetâne dinc sulen
die brûder niht nutzen âne urlop StatDtOrd
66,25;
smir ein taueln wol mit honige vnd schuͤte die kirsen dor vf
[...], biz daz ez trucken si.
[...] vnd mache daz wuͤrfeleht vnd snidez
[...] vnd iz als ein latwergen BvgSp
85;
Freudenl
225
MWB 3,3 915,14; Bearbeiter: Richter
lauchstampf
stM.
→
lôstampf
MWB 3,3 916,6;
laudanum
Subst.
Ladanum, ein Harz, das aus Zistrosen gewonnen wird (s.a.
lôröl
):
sein [des Baums
holzgatze
] pleter gemischt mit lôröl, daz laudanum
haizt, und mit wermuot, daz ist wunderleichen guot wider den kalten fluz auz dem
haupt, der reuma haizt BdN
363,22;
nym mirren ses quentyn, laudani, olybani vunf quentyn
OvBaierl
93,25
MWB 3,3 916,7; Bearbeiter: Richter
laudônisch
Adj.
‘mit laudanum hergestellt, vermischt’
daz laudônisch hong ist pitter und wer ez izt, der wirt
unsinnig BdN
293,35
MWB 3,3 916,15; Bearbeiter: Richter
laur
swM.
ein Wasservogel:
von dem lauren. laurus haizt ain laur. der hât zwairlai
nâtûr, wan er lebt in dem wazzer und in dem luft. er swimmet in dem wazzer und
fleuget in dem luft und ist sein glust in paiden elementen BdN
203,15
MWB 3,3 916,18; Bearbeiter: Richter
lausmettî, -mettine
stF.
auch -metene, -meitene (
BrHoh
8
).
‘Morgenlob’, Laudes Matutinae (Morgenhore des Stundengebets,
z.S. LexMA 8,260-265):
alse balde nach der metin singen wir laus metin
Lucid
82,11;
daz benedictus, / das man da singet loblich / ze laus metti
tagelich SHort
994;
vnde [
die vischere
] sulent jngan ze
lausmettin vnze primen, vnde was sú die wile geuachent, daz sulnt si geben
UrkCorp (WMU)
244AB,20,22;
alle svnnetage vzir der vastin. so werdin di cantica. div laus metene· prime·
tertie· sexte· vnd none mit alleluia gesvngin BrHoh
15
u.ö.;
BrEng
12.
13;
BrAdm
12;
PrGeorg (Sch)
18,128
MWB 3,3 916,23; Bearbeiter: Richter
lauwer
stM.
→
lôhære
MWB 3,3 916,36;
lavendele
F.
auch lavande (
HvBurg
5511;
vgl. Glr.).
‘Lavendel’
[im Paradies wachsen] crocus unt ringele, tille jouch
chonele, / mit deme fenechele diu suoze lavendele Gen
248;
dar na an deme dritten daghe mache er eyn bad, dar
calcamentum [...] vnde lauendula
[...] ynne gesoden sy OvBaierl
133,8;
amaracus: lauendula SummHeinr
1:208,476;
livendula: lavendla ebd.
1:193,286;
samsucus: lauendel Gl
3:512,11.
– eine Salbe:
sich, sich, geselle guet, / dicz schon puchslein, / da sol
klainat inne sein: / dew edel lavande / die sy mit ir hande / under ir antlucz
straich HvBurg
5511
MWB 3,3 916,37; Bearbeiter: Richter |