l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lantgrâve
swM.
auch lat. -gravius.
‘Landgraf’, als Verwalter und Gerichtsherr auf Reichsgut eingesetzt (z.T.
verbunden mit bestimmten Herrschaften und Dynastien, v.a. Thüringen/ Hessen,
Elsass, vgl. ausführlicher mit zahlreichen Belegen DRW 8,441ff.; WMU 2,1080 und zur
Sache 2HRG 3,527ff.):
regionalis: lantgrave Gl
3:356,68;
testes sunt: Pertoldus marchio de Andehsse, Heinricus burgravius, Otto
lantgrauius TradPrüf
175;
alhie den lobelichen man / mit froste vil ein suchede an, / lantgraven
Ludewigen Elis
4589
u.ö.;
der lantgrâve [von Thüringen] ist sô gemuot, / daz
er mit stolzen helden sîne hab vertuot Walth
20,10;
ein lantgraue hiez Cyrîn / uon Syria dem lande sin
Wernh
D 3513;
ich pin ein fürste ûz Ascalûn, / der lantgrâve von
Schanpfanzûn, / und heize Kingrimursel Parz
324,20
MWB 3,3 872,62; Bearbeiter: Diehl
lantgrâventuom
stN.
‘Landgrafschaft’ (vgl.
lantgrâveschaft
):
alle die manne, die in der herschaft dez lantgraventumes in Elsahs sint
UrkEls
2,168
(a. 1340)
MWB 3,3 873,15; Bearbeiter: Diehl
lantgrâveschaft
stF.
auch -graschaft.
‘Landgrafschaft’ (vgl.
lantgrâventuom
):
[
in
] dominio nostro, quod vulgo langraveschaft
nuncupatur UrkWürtt
7,198
(a. 1272);
die lantgraschaft ze Elsaza, sit si des von erst mit willen vber ein kamen,
daz die graue Albreht vnde graue Ruͦdolf nit enteilen, so sun si die gemeine han,
die wile si leben UrkCorp (WMU)
6,28;
dar zuͦ sol man wissen, daz alle die usburger der stat von Berne und alle die
vriie luͥte, die uf ir guͤtern gesessen sint in unser gra[f]schaft, sullen beliben
in der gewanheit, als si har komen sint, unbeswert und geruͦwet von der
lantgra[f]schaft und von dem gerichte der selben unser lantgra[f]schaft
StRBern
3:61,36;
UrbHabsb
1:20,8.
1:59,16
u.ö.
MWB 3,3 873,19; Bearbeiter: Diehl
lantgrævinne
stF.
auch -gravin, lat. -gravia.
‘Landgräfin’ (Frau eines Landgrafen):
sente Elizabet, dez kuningez dochter van Ungeren und lantgrevin van Hessen
HlReg
88,25;
da wider berif sich der apt gar hefticlich, iz half abir wenig: di lantgravin
was im zu mechtic Köditz
15,31;
Gedrût, / diu wart lantgrâvinne / dâ ze Düringen / über al daz
selbe lant; / ir tugent was wîten erkant EnikFb
1645;
capella sancti spiritus continetque has reliquias Chuͤnegundis virginis,
Elyzabete lantgravie TradSchäftl
481
MWB 3,3 873,34; Bearbeiter: Diehl
lanther
stN.
‘Heer eines Landes’
aber si sazten sich ze wer / mit einwîge oder mit lanther
Tr
6372
MWB 3,3 873,45; Bearbeiter: Diehl
lant-, landeshërre
swM.
1
‘Landesherr, Inhaber der höchsten Herrschaftsgewalt’ (häufig in
der Form landes- ; vgl. zur Sache 2 HRG 3,431ff.) 2
‘landsässiger Adeliger’ (häufig in der Form lant-
vgl. zur Sache 2 HRG 3,573ff. s.v. landsässiger Adel)
1
‘Landesherr, Inhaber der höchsten Herrschaftsgewalt’ (häufig in
der Form landes-; vgl. zur Sache 2HRG 3,431ff.):
swer der ist, der den lantfride stoͤren wil, er sei hoh oder nider, den sol
man des ersten laden fvr den landesherren UrkEnns
3,580
(a. 1277);
ez ensol nieman dhein geleitte geben dann der lantherre oder dem er ez
bevilhet UrkCorp (WMU)
475AB,45,6;
daz man den herzog Albrehten / gewîste der rehten, / des
gewaltes und der êre, / die der lantherr und niemen mêre / haben solde an Frînsteine
Ottok
23205;
waz sol ein landsherre, der dekeine milte hât? SM:
Ga
1: 2,2;
Pass III
190,56
2
‘landsässiger Adeliger’ (häufig in der Form lant-
vgl. zur Sache 2HRG 3,573ff. s.v. landsässiger Adel):
die lantherren vnd wir, die stêt, ritter vnd chnappen, die dem lande zv
gehoͤrent vnd die der landesherre gerne haben wil UrkCorp (WMU)
467,34;
swaz ovch die fursten mit ir lantherren in irme lande mit der herren rate
sezzent vnd machent ebd.
879W,7;
wer ovzzerhalb der stat gesessen oder wonhaft ist, der schol noh swert noh
messer in der stat tragen, er sei dann ein lantherre oder ein purger
StRPrag
13;
die swêresten und die ringesten / in des herzogen lant / die
wurden alle besant: / barûne und lanthêrren, / die minneren und die mêrren, / beide
ritter unde knechte HvFreibTr
517;
ErnstD
73
MWB 3,3 873,47; Bearbeiter: Diehl
lanthërrendienest
stM.
von Hufengutsbesitzern (im Oberwallis) zu leistende Geldabgabe (vgl. mit weiteren
jüngeren Belegen DRW 8,5461 und SchweizId 13,789f.):
quidquid me contingebat an lantherendienste vel in uzferte
SchweizId
13,789
(WMü; a. 1270)
MWB 3,3 874,11; Bearbeiter: Diehl
lanthopfe
swM.
‘inländischer Hopfen’
von lanthopphin [...]: hopphin, die da wessit imme
lande UrkCorp (WMU)
1161AB,2,45
MWB 3,3 874,17; Bearbeiter: Diehl
lanthuobe
F.
‘Hufe’, landwirtschaftliches Grundstück bestimmter Größe (vgl. mit späteren
Belegen DRW 8,466; vgl.
huobe
):
ipsius ergo predii sunt mansi 7 silvales, ut dicuntur walthuben, qui plene 15
inveniuntur in morem provincie seu regionis, hoc est landhuben
WeistGr
5,536
(a. 1143)
MWB 3,3 874,20; Bearbeiter: Diehl
lanthûs
stN.
1
‘befestigtes Haus, Burg’ (vgl.
hûs
1.1 ) 2
‘Landschenke’
1
‘befestigtes Haus, Burg’ (vgl.
hûs
1.1):
da besas chuͤnig Hainrich in Ungern das lanthaus zu Prespurg
EnikWchr
542 Prosa 9,18
2
‘Landschenke’
wil ein man aber in dem lanthaus trinken, vnd pringet man sein gefes mit im
dar, so soll man ym do wein ein rechte masse geben StRPrag
79
MWB 3,3 874,26; Bearbeiter: Diehl
lantkapitel
stN.
‘Landkapitel’ (einer Ordensgemeinschaft; hier bezogen auf die Versammlung
der preußischen Komtureien des Deutschen Ordens am Sitz des →
lantmeister
s):
dit geschach zum Elbinge, do wir lant capitel hatten UrkCorp
(WMU)
975,35
MWB 3,3 874,33; Bearbeiter: Diehl
lantkommentiur, landeskommentiur
stM.
zur großen Formenvielfalt von kommentiur vgl. WMU 2,1023 und
1082.
‘Landkomtur’; Oberer, Vorsteher einer Provinz ( →
balîe
stF.) des Deutschen Ordens:
wir bruder Cuͤnrad von Gundeluingen des ordens des spitals sant Marien des
tuͤtschen huͦses von Jherusalem, lantchuͦmmentur des selben ordens ze Francken
UrkWürzb
39,246
(a. 1324);
gen Spire gap der babest Iohannes einen bischof, grave Bertholt von Buͦchek,
der da was ein túscher herre und ritter, dar nach commentúr und lantcommentúr
OberrhChr
59,16;
sînen capellân er bat / schrîben brîfe zû hant / den kummentûren in die lant,
/ die man ouch meistere heizet. / [...] / die brîve wurden
gesant / den lantkummentûren zû hant LivlChr
4328;
wie die lantcommendûre sulen ir capitel halden
StatDtOrd
59,23;
dâ mochte der landescommendûr mit dem râte der witzegesten
brûdere daz nemen oder lâzen ebd.
31,17
u.ö.;
zu Colmin in dem lande was / ein lantcomentûwer
NvJer
16543
u.ö.;
Ottok
51756
MWB 3,3 874,39; Bearbeiter: Diehl
lantkündic
Adj.
1
‘des Landes kundig’
2
‘im Land bekannt, allgemein bekannt’ (vgl.
lantsihtic
)
1
‘des Landes kundig’
die lantkundigen man, / die den herren uuͦrten, / in eine stat
sie karten / vnd herbergiten dare Ägidius
1099
2
‘im Land bekannt, allgemein bekannt’ (vgl.
lantsihtic
):
wande der ertzbisschof von Kolne sine truͦwe gegevin hayt an eynes eydes stad
und ouch dar uͦp syne offene bryeve, daz wol landkuͦndich is, den landfride zu
beschirmene unde den koufman in alle syme stichte MGHConst
5:398,2
(a. 1318)
MWB 3,3 874,60; Bearbeiter: Diehl
lantlêhen
stN.
‘Einnahmen aus dem Landbesitz’
ob ich iuch müge ervlêhen, / daz ir mich mîn lantlêhen / mit
genâden und mit êren / vürbaz lâzet kêren Tr
16034
MWB 3,3 875,6; Bearbeiter: Diehl
lantleite
stF.
1 öffentliche Begehung zur Kontrolle der Grenzen und Wege 2 auf einem Besitz lastende Abgaben und Dienste
1
öffentliche Begehung zur Kontrolle der Grenzen und Wege:
cum populari circuitione, que dicitur lantleita DRW
8,496
(Böhmer,FRGerm.; um 1160);
indicacione aut patefactione strate siue viarum, quod lingua laicali lantleite
dicitur UrkWürzb
38,546
(a. 1313);
UrkHohenl
2:111,36
(a. 1319)
2
auf einem Besitz lastende Abgaben und Dienste:
Bertoldus Herbipolensis episcopus uniuersa bona, quae monasterium Ebera
possidet, consensu capituli a iure suo, quod lantleite vulgariter nuncupatur, eximit
UrkWürzb
37,532
(a. 1281).
38,23
(a. 1290)
MWB 3,3 875,10; Bearbeiter: Diehl
lantliut
stMN. , lantliute
stSubst. (Pl.)
dient als Pl. für lantman.
1 Bewohner eines Landes, Leute aus einem Land 1.1
‘Einheimische, Einwohnerschaft’
1.2 im Sinne von ‘(jmds.) Landsleute’ (oft mit Gen. bzw. Poss.-Pron.) 1.3 regional terminologisch ‘Landsmann’ einer Schweizer
Landsgemeinde (zur Sache vgl. 2 HRG 3,591ff.) 2 selten ‘Leute vom Lande, Landbewohner’ (im Ggs. zur Stadt)
1
Bewohner eines Landes, Leute aus einem Land
1.1
‘Einheimische, Einwohnerschaft’
die starchen Moab beuiench div uorchte. erstarchten alle lantlivte Chanaan
[interl. zu omnes habitatores
]
PsM
C 4,15.
C 4,14;
disiu nôt was siben tage. / uon dannen hêten si chlage, / daz lantliut
gemeine / uber grôze und uber chleine Exod
1311;
iedoch sô hôrter alle tage / von der lantliute sage / des
landes laster und sîn leit Tr
6014;
ûf den boumen wôhs alliz daz, / daz daz lantlût az, / dâ
si sih mite nereten SAlex
5070;
UvZLanz
1439.
6605;
RvEBarl
15370;
alle strazze svln geoffent vnd gevreiet sin [...]
lantlævten vnd gesten vnd swer durch daz lant varen wil UrkCorp
(WMU)
1694,31.
– nicht immer scharf abgrenzbar sind Aspekte von
ständischer Zuordnung und Gefolgschaft (vgl. 2Okken, Tr., S.
35f.):
ir muͦzzet disen hêrron / iemmer mêre dienôn, / disen lantliuten / uur
disen tach hiute Exod
2141;
jâ rieten si dem chunige, / er hieze di lantliute /
den walt nider riuten. / [...] / dô îlte man vur
man, / die hêrren lantes grâven, / di der allez mite wâren, / si hiwen aine
wîte Kchr
16412;
Rûal und ander sîne man, / daz lantliut al gemeine, /
ob ir clage iht cleine / unde ir herzeswære / nâch ir trûthêrren wære?
Tr
5853.
8227.
15926;
StrKarl (S)
4819;
ein vrteil von des richs vursten, von grauen, von vrien vnd von
dienstman vnd von lantluten [Angehörigen des niederen
Adels] zo Osterriche vnd zo Stire UrkCorp
(WMU)
1003A,31
1.2
im Sinne von ‘(jmds.) Landsleute’ (oft mit Gen. bzw.
Poss.-Pron.):
der chunich Pharaô uernam, / Moyses habete erslagen einen man / der sîner
lantlûte Exod
325;
dar na suͦlen wir unse nagebure binden bit der minnen, / dar na suͦlen wir
unse lant lude minnen Lilie
58,31;
sin lantlute taten daz, / die juden mein ich, die uf in
/ wanten iren argen sin Pass I/II (HSW)
35466;
rihtet er [der Herrscher] niht wol in sînem
lant, / sîn lantliut tuont unreht zehant WälGa
9600.
9602;
Ottok
5136;
Iw
13;
AHeinr
1427;
swer des hilfet, ez si vatter oder muter, bruder oder
swester oder von swelher sippe er im gebunden ist, oder lantliuͤte
StRAugsb
150,21;
wan lop von lantliuten / sol nieman verkiuten
UvZLanz
8401
1.3
regional terminologisch ‘Landsmann’ einer Schweizer
Landsgemeinde (zur Sache vgl. 2HRG 3,591ff.):
wir die lantlv́te von Clarus in dem ampte UrkCorp (WMU)
1157,21
u.ö.
2
selten ‘Leute vom Lande, Landbewohner’ (im Ggs. zur
Stadt):
alle disi reht hant die burgere von Strazburg vffen sich gesetzet vnd niht
vffe die lantlv́te UrkCorp (WMU)
N238AB,2,20;
beschehe in aber schade in vnser stat von den lantlúten ebd.
1681,11
MWB 3,3 875,22; Bearbeiter: Diehl
lantlop
stN.
‘landesübliche Einschätzung, Wertfestlegung’ (vgl. WMU 2,1084 zur
Einordnung des Belegs gegen DRW 8,492 s.v. Landlauf):
vnd daz korn sol man scheizen [schätzen]
entzwischin den zwein messcen [Messeterminen] alse ez
denne lantlop het UrkCorp (WMU)
251,46
MWB 3,3 876,12; Bearbeiter: Diehl
lantlôs
Adj.
auch lande-.
‘landlos, ohne Landbesitz (und damit rechtl. eingeschränkt)’
der lantlôse [La.
landelose
] Tristan, / dô der ze Curnewâle kam
Tr
5868
MWB 3,3 876,18; Bearbeiter: Diehl
lantlouf
stM.
→
lantlop
MWB 3,3 876,22;
lantmaget
stF.
‘junge, einheimische Frau’ (vgl.
lantvrouwe
):
uns ist ze mære sît gezalt / von dem der sî mit schaze galt / daz sî
[die landfremde Blanscheflur] dem baz gevalle / dan
dise lantmegede alle Flore (P)
3452
MWB 3,3 876,23; Bearbeiter: Diehl
lantman
stM.
Pl. i.d.R. lantliut(e), selten lantmanne.
1
‘Bewohner eines Landes, Mann aus einem Land’ (vgl.
lantgeselle
,
lantgenôʒ
,
lantvrouwe
,
lantwîp
) 1.1
‘Einheimischer, Einwohner’
1.2
‘(jmds.) Landsmann’ (z.T. mit Poss.-Pron.) 1.3 als Mitglied des Gerichts ‘Dinggenosse, Urteilsmann’ (vgl. DRW 8,505f. [I.3] mit weiteren jüngeren Belegen) 1.4 regional terminologisch ‘Landsmann’ einer Schweizer Landsgemeinde (zur
Sache vgl. 2 HRG 3,591ff.) 2
‘Mann vom Lande, Landbewohner, Bauer’ (z.T. in betontem Ggs. zur Stadt)
1
‘Bewohner eines Landes, Mann aus einem Land’ (vgl.
lantgeselle
,
lantgenôʒ
,
lantvrouwe
,
lantwîp
)
1.1
‘Einheimischer, Einwohner’
patriota: lantman SummHeinr
1:305,527.
2:25,518
(vgl. AWB 5,633 mit weiteren Belegen aus dem 12.–14. Jh.);
der lantman mit dem gaste / von strite liten groz arbeit
Rennew
30062.
– nicht immer scharf abgrenzbar sind Aspekte von ständischer Zuordnung
und Gefolgschaft:
gezimirt was der lantman mîn, / daz nie kein ritter umb den Rîn /
gezimirt wart für wâr nie baz UvLFrd
208,29;
jst aber, daz ich oder mein erben [...] den
benanten dinst nicht dienent, so sol mir [...]
wandel vnd pvezz dar avf gen als ainem ainvaltign lantmann UrkCorp
(WMU)
2544,38.
– in Verbindung mit mâc
‘Gefolgsmann/ Landsmann oder Verwandter’ (hierher oder zu
1.2
, vgl.
man
4):
dô im nieman kunde gesagen, / weder lantman noch der
mâc, / wâ Lanzelet del lac / in der welte wære UvZLanz
5577;
ez wære lantman oder mâc Parz
434,14;
RvEAlex
1535;
unde vindet man niht irs vater mâge, so gebe man in
einen ir muoter mâge oder einen getriuwen lantman SpdtL
127,5;
StRAugsb
129,21
1.2
‘(jmds.) Landsmann’ (z.T. mit Poss.-Pron.):
lieber lantman, sprach er, /
[...] / ir sît mir liep durch daz lant / danne wir
beide sîn geborn StrAmis
1665;
diu bat in ie genôte, / daz er im êre bære, / wan er ir
lantman wære Tr
13152.
3935;
gein Bactrâ / dar dehein dîn lantman / künde nie hin
gewan RvEAlex
11463.
1075;
verwirfet der Swâp des Sahsen urteile oder der Sahse des
Swâbes, die sullen si für den künic ziehen; alsô tuo ein ieglîch lantman dem
anderm SpdtL
199,25
1.3
als Mitglied des Gerichts ‘Dinggenosse, Urteilsmann’ (vgl. DRW 8,505f.
[I.3] mit weiteren jüngeren Belegen):
swer sîn kint niht ziehen kan, / daz ziuht vil lîhte der lantman
Freid
108,14;
homines iudiciales [...] vulgariter dicitur
lantmanne DRW
8,505
(PublRhG. 38,1; a. 1332);
vur deme lantmanne und deme gerichte UrkGerKöln
390
(a. 1349)
1.4
regional terminologisch ‘Landsmann’ einer Schweizer Landsgemeinde (zur
Sache vgl. 2HRG 3,591ff.):
dc enkeiner vͥnser [des Kantons Schwyz] lantman
sinem wibe mache me danne halbes sin gvͦt UrkCorp (WMU)
N613,38
2
‘Mann vom Lande, Landbewohner, Bauer’ (z.T. in betontem Ggs. zur
Stadt):
do macht er [der verlorene
Sohn] sich zu ainem der da lantman waz, der sant in auf ainen sinen
hof, daz er siner swin huͤt PrOberalt
64,34;
dem keiser er warten solde / und solde sîne hulde hân, / er wær bürger oder
lantman ErnstD
1418;
Rennew
6154;
wer es ouch das dehein lantman deheinem unsserm ingesessenen oder
ussgesessenen burger soliche dinge verschribe UrkStraßb
4,2:143,36
(a. 1322)
u.ö.;
UrkCorp (WMU)
1100A,43.
1671,6;
Ernsten saget ein lantman, / daz grôzer walt und vinster tan / an irem wege
wære / und ungeverte swære ErnstD
4193.
– phras.:
ein altez sprichwort, / der lantman sî der wege wîs
Ottok
22278
MWB 3,3 876,28; Bearbeiter: Diehl
lantmannen
swV.
‘zum →
lantman
machen’
werdunt si [Söhne eines goteshûsman
]
aber gelantmannot, als dz su sich geschident vnd dz gut teillunt
WeistGr
1,312
(a. 1344);
sint aber du kint gelantmannot, ald usgen, ald usgescheiden, ald beraten, so
teilt eine mit dem andern nut ebd.
1,314
(a. 1344).
4,493
(a. 1383)
MWB 3,3 877,25; Bearbeiter: Diehl
lantmære
stN.
‘im Land umgehende Nachricht, öffentliches Gerede, Gerücht’ (vgl.
lantschal
):
nu was ein lantmære, / daz grôz urliuge wære / zAlmânje in
dem lande Tr
18443;
daz er eteswaz bevünde, / waz der lantmære / von sîner
vrouwen wære ebd.
18607.
8914.
9540;
swî gar ich unschuldech pin, / swenne ich mich sazte wider in, / so wuͤrde ein
lant mære, / daz ich vil schuldech wære StrKarl (S)
11321;
RvEWh
8859
MWB 3,3 877,32; Bearbeiter: Diehl
lantmarke
stF.
(vgl.
1marke
)
1
‘Grenze eines Landes’
2
‘Gegend, Region, ein von lantmarken abgegrenztes Gebiet’
1
‘Grenze eines Landes’
da sint gelegin nahe bi / die berge montes Riphei / und
Danais ein wazzir groz, / des fluz die lantmarke undervloz RvEWchr
2201;
ez sol niemen dhein vich chauffen, daz er ez auz dem land triben welle oder
uͤber di landmarch MGHConst
4,(2):1221,47
(a. 1300).
– im Pl. übergehend zu 2:
ob die selben lantlute von Ure, von Swytz ald von Underwalden deheinen
botten des abbtes ald des conuentes von dien Einsidellen ergriffen in ir
lantmarchen AbschEidgen
251;
dien Ungirn sint gesezzin / inwendig ir klûse tor / und
ir lantmarchin davor / windeschir lande vil RvEWchr
2555
2
‘Gegend, Region, ein von lantmarken abgegrenztes Gebiet’
ein andir lantmarche unde strich / vahit an als Tigris gat /
unz an Eufraten RvEWchr
1877;
an richeit und mit grozir wer / hat dirre lantmarche zil /
veste, guͦtis, lúte vil / in dirre marche fúr und widir ebd.
2622;
bi der Elbe hin ze tal / untz an das ende sint diu lant / dú
nidir Germania genant. / in dirre lantmarche / ist gelegin Tennemarche ebd.
2426;
[in der] lantmark, so Argoͤy heisset
StBZürich
103;
allen, die disen brieff sechent oder hörent läsen, kunden wier der landtamman
vnd die landleüthe von Vhry, daß [...] ihr leib vnd ihr
guott fridt sol han zuo vns von vnß vnd bei vnß sint [von nun
an] do in vnser gewalt vndt landtmarch UrkGraub
4:319,31
(a. 1319 (kopial))
MWB 3,3 877,41; Bearbeiter: Diehl
lantmassenîe
stF.
‘Gefolgschaft; Herren, die zum Gefolge gehören’, hier eher ‘Kämpfer,
Truppen aus der Heimat’ (vgl.
Tr
18901;
vgl. auch
lanther
sowie 2Okken, Tr. S. 36):
Tristan der schicte al zehant / sîne lantmassenîe / wider
heim ze Parmenîe Tr
18931
MWB 3,3 878,5; Bearbeiter: Diehl |