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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   lantgrâve - lantmassenîe    


lantgrâve swM. auch lat. -gravius. ‘Landgraf’, als Verwalter und Gerichtsherr auf Reichsgut eingesetzt (z.T. verbunden mit bestimmten Herrschaften und Dynastien, v.a. Thüringen/  Hessen, Elsass, vgl. ausführlicher mit zahlreichen Belegen DRW 8,441ff.; WMU 2,1080 und zur Sache 2HRG 3,527ff.): regionalis: lantgrave Gl 3:356,68; testes sunt: Pertoldus marchio de Andehsse, Heinricus burgravius, Otto lantgrauius TradPrüf 175; alhie den lobelichen man / mit froste vil ein suchede an, / lantgraven Ludewigen Elis 4589 u.ö.; der lantgrâve [von Thüringen] ist sô gemuot, / daz er mit stolzen helden sîne hab vertuot Walth 20,10; ein lantgraue hiez Cyrîn / uon Syria dem lande sin Wernh D 3513; ich pin ein fürste ûz Ascalûn, / der lantgrâve von Schanpfanzûn, / und heize Kingrimursel Parz 324,20

MWB 3,3 872,62; Bearbeiter: Diehl

lantgrâventuom stN. ‘Landgrafschaft’ (vgl. lantgrâveschaft ): alle die manne, die in der herschaft dez lantgraventumes in Elsahs sint UrkEls 2,168 (a. 1340)

MWB 3,3 873,15; Bearbeiter: Diehl

lantgrâveschaft stF. auch -graschaft. ‘Landgrafschaft’ (vgl. lantgrâventuom ): [ in ] dominio nostro, quod vulgo langraveschaft nuncupatur UrkWürtt 7,198 (a. 1272); die lantgraschaft ze Elsaza, sit si des von erst mit willen vber ein kamen, daz die graue Albreht vnde graue Ruͦdolf nit enteilen, so sun si die gemeine han, die wile si leben UrkCorp (WMU) 6,28; dar zuͦ sol man wissen, daz alle die usburger der stat von Berne und alle die vriie luͥte, die uf ir guͤtern gesessen sint in unser gra[f]schaft, sullen beliben in der gewanheit, als si har komen sint, unbeswert und geruͦwet von der lantgra[f]schaft und von dem gerichte der selben unser lantgra[f]schaft StRBern 3:61,36; UrbHabsb 1:20,8. 1:59,16 u.ö.

MWB 3,3 873,19; Bearbeiter: Diehl

lantgrævinne stF. auch -gravin, lat. -gravia. ‘Landgräfin’ (Frau eines Landgrafen): sente Elizabet, dez kuningez dochter van Ungeren und lantgrevin van Hessen HlReg 88,25; da wider berif sich der apt gar hefticlich, iz half abir wenig: di lantgravin was im zu mechtic Köditz 15,31; Gedrût, / diu wart lantgrâvinne / dâ ze Düringen / über al daz selbe lant; / ir tugent was wîten erkant EnikFb 1645; capella sancti spiritus continetque has reliquias Chuͤnegundis virginis, Elyzabete lantgravie TradSchäftl 481

MWB 3,3 873,34; Bearbeiter: Diehl

lanther stN. ‘Heer eines Landes’ aber si sazten sich ze wer / mit einwîge oder mit lanther Tr 6372

MWB 3,3 873,45; Bearbeiter: Diehl

lant-, landeshërre swM. 1 ‘Landesherr, Inhaber der höchsten Herrschaftsgewalt’ (häufig in der Form landes- ; vgl. zur Sache 2 HRG 3,431ff.)
2 ‘landsässiger Adeliger’ (häufig in der Form lant- vgl. zur Sache 2 HRG 3,573ff. s.v. landsässiger Adel)
   1 ‘Landesherr, Inhaber der höchsten Herrschaftsgewalt’ (häufig in der Form landes-; vgl. zur Sache 2HRG 3,431ff.): swer der ist, der den lantfride stoͤren wil, er sei hoh oder nider, den sol man des ersten laden fvr den landesherren UrkEnns 3,580 (a. 1277); ez ensol nieman dhein geleitte geben dann der lantherre oder dem er ez bevilhet UrkCorp (WMU) 475AB,45,6; daz man den herzog Albrehten / gewîste der rehten, / des gewaltes und der êre, / die der lantherr und niemen mêre / haben solde an Frînsteine Ottok 23205; waz sol ein landsherre, der dekeine milte hât? SM: Ga 1: 2,2; Pass III 190,56    2 ‘landsässiger Adeliger’ (häufig in der Form lant- vgl. zur Sache 2HRG 3,573ff. s.v. landsässiger Adel): die lantherren vnd wir, die stêt, ritter vnd chnappen, die dem lande zv gehoͤrent vnd die der landesherre gerne haben wil UrkCorp (WMU) 467,34; swaz ovch die fursten mit ir lantherren in irme lande mit der herren rate sezzent vnd machent ebd. 879W,7; wer ovzzerhalb der stat gesessen oder wonhaft ist, der schol noh swert noh messer in der stat tragen, er sei dann ein lantherre oder ein purger StRPrag 13; die swêresten und die ringesten / in des herzogen lant / die wurden alle besant: / barûne und lanthêrren, / die minneren und die mêrren, / beide ritter unde knechte HvFreibTr 517; ErnstD 73

MWB 3,3 873,47; Bearbeiter: Diehl

lanthërrendienest stM. von Hufengutsbesitzern (im Oberwallis) zu leistende Geldabgabe (vgl. mit weiteren jüngeren Belegen DRW 8,5461 und SchweizId 13,789f.): quidquid me contingebat an lantherendienste vel in uzferte SchweizId 13,789 (WMü; a. 1270)

MWB 3,3 874,11; Bearbeiter: Diehl

lanthopfe swM. ‘inländischer Hopfen’ von lanthopphin [...]: hopphin, die da wessit imme lande UrkCorp (WMU) 1161AB,2,45

MWB 3,3 874,17; Bearbeiter: Diehl

lanthuobe F. ‘Hufe’, landwirtschaftliches Grundstück bestimmter Größe (vgl. mit späteren Belegen DRW 8,466; vgl. huobe ): ipsius ergo predii sunt mansi 7 silvales, ut dicuntur walthuben, qui plene 15 inveniuntur in morem provincie seu regionis, hoc est landhuben WeistGr 5,536 (a. 1143)

MWB 3,3 874,20; Bearbeiter: Diehl

lanthûs stN. 1 ‘befestigtes Haus, Burg’ (vgl. hûs 1.1 )
2 ‘Landschenke’
   1 ‘befestigtes Haus, Burg’ (vgl. hûs 1.1): da besas chuͤnig Hainrich in Ungern das lanthaus zu Prespurg EnikWchr 542 Prosa 9,18    2 ‘Landschenke’ wil ein man aber in dem lanthaus trinken, vnd pringet man sein gefes mit im dar, so soll man ym do wein ein rechte masse geben StRPrag 79

MWB 3,3 874,26; Bearbeiter: Diehl

lantkapitel stN. ‘Landkapitel’ (einer Ordensgemeinschaft; hier bezogen auf die Versammlung der preußischen Komtureien des Deutschen Ordens am Sitz des → lantmeister s): dit geschach zum Elbinge, do wir lant capitel hatten UrkCorp (WMU) 975,35

MWB 3,3 874,33; Bearbeiter: Diehl

lantkommentiur, landeskommentiur stM. zur großen Formenvielfalt von kommentiur vgl. WMU 2,1023 und 1082. ‘Landkomtur’; Oberer, Vorsteher einer Provinz ( → balîe stF.) des Deutschen Ordens: wir bruder Cuͤnrad von Gundeluingen des ordens des spitals sant Marien des tuͤtschen huͦses von Jherusalem, lantchuͦmmentur des selben ordens ze Francken UrkWürzb 39,246 (a. 1324); gen Spire gap der babest Iohannes einen bischof, grave Bertholt von Buͦchek, der da was ein túscher herre und ritter, dar nach commentúr und lantcommentúr OberrhChr 59,16; sînen capellân er bat / schrîben brîfe zû hant / den kummentûren in die lant, / die man ouch meistere heizet. / [...] / die brîve wurden gesant / den lantkummentûren zû hant LivlChr 4328; wie die lantcommendûre sulen ir capitel halden StatDtOrd 59,23; dâ mochte der landescommendûr mit dem râte der witzegesten brûdere daz nemen oder lâzen ebd. 31,17 u.ö.; zu Colmin in dem lande was / ein lantcomentûwer NvJer 16543 u.ö.; Ottok 51756

MWB 3,3 874,39; Bearbeiter: Diehl

lantkündic Adj. 1 ‘des Landes kundig’
2 ‘im Land bekannt, allgemein bekannt’ (vgl. lantsihtic )
   1 ‘des Landes kundig’ die lantkundigen man, / die den herren uuͦrten, / in eine stat sie karten / vnd herbergiten dare Ägidius 1099    2 ‘im Land bekannt, allgemein bekannt’ (vgl. lantsihtic ): wande der ertzbisschof von Kolne sine truͦwe gegevin hayt an eynes eydes stad und ouch dar uͦp syne offene bryeve, daz wol landkuͦndich is, den landfride zu beschirmene unde den koufman in alle syme stichte MGHConst 5:398,2 (a. 1318)

MWB 3,3 874,60; Bearbeiter: Diehl

lantlêhen stN. ‘Einnahmen aus dem Landbesitz’ ob ich iuch müge ervlêhen, / daz ir mich mîn lantlêhen / mit genâden und mit êren / vürbaz lâzet kêren Tr 16034

MWB 3,3 875,6; Bearbeiter: Diehl

lantleite stF. 1 öffentliche Begehung zur Kontrolle der Grenzen und Wege
2 auf einem Besitz lastende Abgaben und Dienste
   1 öffentliche Begehung zur Kontrolle der Grenzen und Wege: cum populari circuitione, que dicitur lantleita DRW 8,496 (Böhmer,FRGerm.; um 1160); indicacione aut patefactione strate siue viarum, quod lingua laicali lantleite dicitur UrkWürzb 38,546 (a. 1313); UrkHohenl 2:111,36 (a. 1319)    2 auf einem Besitz lastende Abgaben und Dienste: Bertoldus Herbipolensis episcopus uniuersa bona, quae monasterium Ebera possidet, consensu capituli a iure suo, quod lantleite vulgariter nuncupatur, eximit UrkWürzb 37,532 (a. 1281). 38,23 (a. 1290)

MWB 3,3 875,10; Bearbeiter: Diehl

lantliut stMN. , lantliute stSubst. (Pl.) dient als Pl. für lantman. 1 Bewohner eines Landes, Leute aus einem Land
1.1 ‘Einheimische, Einwohnerschaft’
1.2 im Sinne von ‘(jmds.) Landsleute’ (oft mit Gen. bzw. Poss.-Pron.)
1.3 regional terminologisch ‘Landsmann’ einer Schweizer Landsgemeinde (zur Sache vgl. 2 HRG 3,591ff.)
2 selten ‘Leute vom Lande, Landbewohner’ (im Ggs. zur Stadt)
   1 Bewohner eines Landes, Leute aus einem Land    1.1 ‘Einheimische, Einwohnerschaft’ die starchen Moab beuiench div uorchte. erstarchten alle lantlivte Chanaan [interl. zu omnes habitatores ] PsM C 4,15. C 4,14; disiu nôt was siben tage. / uon dannen hêten si chlage, / daz lantliut gemeine / uber grôze und uber chleine Exod 1311; iedoch sô hôrter alle tage / von der lantliute sage / des landes laster und sîn leit Tr 6014; ûf den boumen wôhs alliz daz, / daz daz lantlût az, / dâ si sih mite nereten SAlex 5070; UvZLanz 1439. 6605; RvEBarl 15370; alle strazze svln geoffent vnd gevreiet sin [...] lantlævten vnd gesten vnd swer durch daz lant varen wil UrkCorp (WMU) 1694,31. – nicht immer scharf abgrenzbar sind Aspekte von ständischer Zuordnung und Gefolgschaft (vgl. 2Okken, Tr., S. 35f.): ir muͦzzet disen hêrron / iemmer mêre dienôn, / disen lantliuten / uur disen tach hiute Exod 2141; jâ rieten si dem chunige, / er hieze di lantliute / den walt nider riuten. / [...] / dô îlte man vur man, / die hêrren lantes grâven, / di der allez mite wâren, / si hiwen aine wîte Kchr 16412; Rûal und ander sîne man, / daz lantliut al gemeine, / ob ir clage iht cleine / unde ir herzeswære / nâch ir trûthêrren wære? Tr 5853. 8227. 15926; StrKarl (S) 4819; ein vrteil von des richs vursten, von grauen, von vrien vnd von dienstman vnd von lantluten [Angehörigen des niederen Adels] zo Osterriche vnd zo Stire UrkCorp (WMU) 1003A,31    1.2 im Sinne von ‘(jmds.) Landsleute’ (oft mit Gen. bzw. Poss.-Pron.): der chunich Pharaô uernam, / Moyses habete erslagen einen man / der sîner lantlûte Exod 325; dar na suͦlen wir unse nagebure binden bit der minnen, / dar na suͦlen wir unse lant lude minnen Lilie 58,31; sin lantlute taten daz, / die juden mein ich, die uf in / wanten iren argen sin Pass I/II (HSW) 35466; rihtet er [der Herrscher] niht wol in sînem lant, / sîn lantliut tuont unreht zehant WälGa 9600. 9602; Ottok 5136; Iw 13; AHeinr 1427; swer des hilfet, ez si vatter oder muter, bruder oder swester oder von swelher sippe er im gebunden ist, oder lantliuͤte StRAugsb 150,21; wan lop von lantliuten / sol nieman verkiuten UvZLanz 8401    1.3 regional terminologisch ‘Landsmann’ einer Schweizer Landsgemeinde (zur Sache vgl. 2HRG 3,591ff.): wir die lantlv́te von Clarus in dem ampte UrkCorp (WMU) 1157,21 u.ö.    2 selten ‘Leute vom Lande, Landbewohner’ (im Ggs. zur Stadt): alle disi reht hant die burgere von Strazburg vffen sich gesetzet vnd niht vffe die lantlv́te UrkCorp (WMU) N238AB,2,20; beschehe in aber schade in vnser stat von den lantlúten ebd. 1681,11

MWB 3,3 875,22; Bearbeiter: Diehl

lantlop stN. ‘landesübliche Einschätzung, Wertfestlegung’ (vgl. WMU 2,1084 zur Einordnung des Belegs gegen DRW 8,492 s.v. Landlauf): vnd daz korn sol man scheizen [schätzen] entzwischin den zwein messcen [Messeterminen] alse ez denne lantlop het UrkCorp (WMU) 251,46

MWB 3,3 876,12; Bearbeiter: Diehl

lantlôs Adj. auch lande-. ‘landlos, ohne Landbesitz (und damit rechtl. eingeschränkt)’ der lantlôse [La. landelose ] Tristan, / dô der ze Curnewâle kam Tr 5868

MWB 3,3 876,18; Bearbeiter: Diehl

lantlouf stM. lantlop

MWB 3,3 876,22;

lantmaget stF. ‘junge, einheimische Frau’ (vgl. lantvrouwe ): uns ist ze mære sît gezalt / von dem der sî mit schaze galt / daz sî [die landfremde Blanscheflur] dem baz gevalle / dan dise lantmegede alle Flore (P) 3452

MWB 3,3 876,23; Bearbeiter: Diehl

lantman stM. Pl. i.d.R. lantliut(e), selten lantmanne. 1 ‘Bewohner eines Landes, Mann aus einem Land’ (vgl. lantgeselle , lantgenôʒ , lantvrouwe , lantwîp )
1.1 ‘Einheimischer, Einwohner’
1.2 ‘(jmds.) Landsmann’ (z.T. mit Poss.-Pron.)
1.3 als Mitglied des Gerichts ‘Dinggenosse, Urteilsmann’ (vgl. DRW 8,505f. [I.3] mit weiteren jüngeren Belegen)
1.4 regional terminologisch ‘Landsmann’ einer Schweizer Landsgemeinde (zur Sache vgl. 2 HRG 3,591ff.)
2 ‘Mann vom Lande, Landbewohner, Bauer’ (z.T. in betontem Ggs. zur Stadt)
   1 ‘Bewohner eines Landes, Mann aus einem Land’ (vgl. lantgeselle , lantgenôʒ , lantvrouwe , lantwîp )    1.1 ‘Einheimischer, Einwohner’ patriota: lantman SummHeinr 1:305,527. 2:25,518 (vgl. AWB 5,633 mit weiteren Belegen aus dem 12.–14. Jh.); der lantman mit dem gaste / von strite liten groz arbeit Rennew 30062. – nicht immer scharf abgrenzbar sind Aspekte von ständischer Zuordnung und Gefolgschaft: gezimirt was der lantman mîn, / daz nie kein ritter umb den Rîn / gezimirt wart für wâr nie baz UvLFrd 208,29; jst aber, daz ich oder mein erben [...] den benanten dinst nicht dienent, so sol mir [...] wandel vnd pvezz dar avf gen als ainem ainvaltign lantmann UrkCorp (WMU) 2544,38. – in Verbindung mit mâc ‘Gefolgsmann/  Landsmann oder Verwandter’ (hierher oder zu 1.2 , vgl. man 4): dô im nieman kunde gesagen, / weder lantman noch der mâc, / wâ Lanzelet del lac / in der welte wære UvZLanz 5577; ez wære lantman oder mâc Parz 434,14; RvEAlex 1535; unde vindet man niht irs vater mâge, so gebe man in einen ir muoter mâge oder einen getriuwen lantman SpdtL 127,5; StRAugsb 129,21    1.2 ‘(jmds.) Landsmann’ (z.T. mit Poss.-Pron.): lieber lantman, sprach er, / [...] / ir sît mir liep durch daz lant / danne wir beide sîn geborn StrAmis 1665; diu bat in ie genôte, / daz er im êre bære, / wan er ir lantman wære Tr 13152. 3935; gein Bactrâ / dar dehein dîn lantman / künde nie hin gewan RvEAlex 11463. 1075; verwirfet der Swâp des Sahsen urteile oder der Sahse des Swâbes, die sullen si für den künic ziehen; alsô tuo ein ieglîch lantman dem anderm SpdtL 199,25    1.3 als Mitglied des Gerichts ‘Dinggenosse, Urteilsmann’ (vgl. DRW 8,505f. [I.3] mit weiteren jüngeren Belegen): swer sîn kint niht ziehen kan, / daz ziuht vil lîhte der lantman Freid 108,14; homines iudiciales [...] vulgariter dicitur lantmanne DRW 8,505 (PublRhG. 38,1; a. 1332); vur deme lantmanne und deme gerichte UrkGerKöln 390 (a. 1349)    1.4 regional terminologisch ‘Landsmann’ einer Schweizer Landsgemeinde (zur Sache vgl. 2HRG 3,591ff.): dc enkeiner vͥnser [des Kantons Schwyz] lantman sinem wibe mache me danne halbes sin gvͦt UrkCorp (WMU) N613,38    2 ‘Mann vom Lande, Landbewohner, Bauer’ (z.T. in betontem Ggs. zur Stadt): do macht er [der verlorene Sohn] sich zu ainem der da lantman waz, der sant in auf ainen sinen hof, daz er siner swin huͤt PrOberalt 64,34; dem keiser er warten solde / und solde sîne hulde hân, / er wær bürger oder lantman ErnstD 1418; Rennew 6154; wer es ouch das dehein lantman deheinem unsserm ingesessenen oder ussgesessenen burger soliche dinge verschribe UrkStraßb 4,2:143,36 (a. 1322) u.ö.; UrkCorp (WMU) 1100A,43. 1671,6; Ernsten saget ein lantman, / daz grôzer walt und vinster tan / an irem wege wære / und ungeverte swære ErnstD 4193. – phras.: ein altez sprichwort, / der lantman sî der wege wîs Ottok 22278

MWB 3,3 876,28; Bearbeiter: Diehl

lantmannen swV. ‘zum → lantman machen’ werdunt si [Söhne eines goteshûsman ] aber gelantmannot, als dz su sich geschident vnd dz gut teillunt WeistGr 1,312 (a. 1344); sint aber du kint gelantmannot, ald usgen, ald usgescheiden, ald beraten, so teilt eine mit dem andern nut ebd. 1,314 (a. 1344). 4,493 (a. 1383)

MWB 3,3 877,25; Bearbeiter: Diehl

lantmære stN. ‘im Land umgehende Nachricht, öffentliches Gerede, Gerücht’ (vgl. lantschal ): nu was ein lantmære, / daz grôz urliuge wære / zAlmânje in dem lande Tr 18443; daz er eteswaz bevünde, / waz der lantmære / von sîner vrouwen wære ebd. 18607. 8914. 9540; swî gar ich unschuldech pin, / swenne ich mich sazte wider in, / so wuͤrde ein lant mære, / daz ich vil schuldech wære StrKarl (S) 11321; RvEWh 8859

MWB 3,3 877,32; Bearbeiter: Diehl

lantmarke stF. (vgl. 1marke ) 1 ‘Grenze eines Landes’
2 ‘Gegend, Region, ein von lantmarken abgegrenztes Gebiet’
   1 ‘Grenze eines Landes’ da sint gelegin nahe bi / die berge montes Riphei / und Danais ein wazzir groz, / des fluz die lantmarke undervloz RvEWchr 2201; ez sol niemen dhein vich chauffen, daz er ez auz dem land triben welle oder uͤber di landmarch MGHConst 4,(2):1221,47 (a. 1300). – im Pl. übergehend zu 2: ob die selben lantlute von Ure, von Swytz ald von Underwalden deheinen botten des abbtes ald des conuentes von dien Einsidellen ergriffen in ir lantmarchen AbschEidgen 251; dien Ungirn sint gesezzin / inwendig ir klûse tor / und ir lantmarchin davor / windeschir lande vil RvEWchr 2555    2 ‘Gegend, Region, ein von lantmarken abgegrenztes Gebiet’ ein andir lantmarche unde strich / vahit an als Tigris gat / unz an Eufraten RvEWchr 1877; an richeit und mit grozir wer / hat dirre lantmarche zil / veste, guͦtis, lúte vil / in dirre marche fúr und widir ebd. 2622; bi der Elbe hin ze tal / untz an das ende sint diu lant / dú nidir Germania genant. / in dirre lantmarche / ist gelegin Tennemarche ebd. 2426; [in der] lantmark, so Argoͤy heisset StBZürich 103; allen, die disen brieff sechent oder hörent läsen, kunden wier der landtamman vnd die landleüthe von Vhry, daß [...] ihr leib vnd ihr guott fridt sol han zuo vns von vnß vnd bei vnß sint [von nun an] do in vnser gewalt vndt landtmarch UrkGraub 4:319,31 (a. 1319 (kopial))

MWB 3,3 877,41; Bearbeiter: Diehl

lantmassenîe stF. ‘Gefolgschaft; Herren, die zum Gefolge gehören’, hier eher ‘Kämpfer, Truppen aus der Heimat’ (vgl. Tr 18901; vgl. auch lanther sowie 2Okken, Tr. S. 36): Tristan der schicte al zehant / sîne lantmassenîe / wider heim ze Parmenîe Tr 18931

MWB 3,3 878,5; Bearbeiter: Diehl