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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   lantbütel - lantgewonheit    


lantbütel stM. ‘Gerichtsbote, -diener in ländl. Bezirken’ (vgl. lantbote ): es ist geredt und gewilkört, dasz der land bütel des eltern voits von Weida mag verweglosen [wegen Wegzugs aus der Lehnspflicht entlassen] in die stad zu allen zeiten im jahr UrkWeida 115 (a. 1288 kopial); dehein lantbutel noch dehein statbutel von L. noch von S. an des closters gerihte zu B. nicht rehtes hat zu gebiten oder ze vordern DRW 8,356 (BambBer/  v.Guttenberg; a. 1315)

MWB 3,3 869,23; Bearbeiter: Diehl

lantcommentiur stM. lantkommentiur

MWB 3,3 869,33;

lantdiet stF. auch stN. ( UvZLanz ), md. dît. ‘Bevölkerung, Bewohner eines Landes’ ez wart nie volc, daz gerner strite, / denn ouch diu selbe lantdiet KvWTroj 13795; alle sîne holden / unde alle dise lantdiet Exod 2365; dô retten ouch die geste, / die boten und daz lantdiet UvZLanz 8309; man sach sich übele gehaben / alle sîne lantdiet KvWPart 9691 u.ö.; vîentlîche nôt, / dî im mit urloige bôt / sîn ummesezne lantdît [ a compatriotis ] , / dî dô von dem geloubin schît / und in ungeloubin trat NvJer 12097

MWB 3,3 869,34; Bearbeiter: Diehl

lantdinc stN. ‘Landding, Landgericht’ (in der Regel dreimal jährlich stattfindende Gerichtsversammlung unter Vorsitz des Landesherrn; vgl. lantgedinge , lantgerihte , lantrihte , lanttac und v.a. lantteidinc sowie mit weiteren Belegen DRW 8,361f.): placitum provinciale, quod dicitur lantdinc UrkMerseb 189 (a. 1238); gelobe wi den burgern unde der statgemeine zcu Muͦlhusin di gnade, [...], daz si nimant umme keine schult beclagin schal vor unsin lantgerichtin, noch vor unsin rychtern, si insin alrerst beclagit in der stat zcu Muͦlhusin, do schal man deme cleger rechtis helfin nach der stat rechte. hulfe man do deme clegere nicht rechtis, so scholde he clagin vor unsin lantdingin UrkMühlh 277 (a. 1310); ez geschach eine czweyunge undir dem koufhuse czwischen den koufluten, den nidirsten ein halp unde den obirsten andirt halp, um di vier benke, do man inne dinget daz lantdink, statdink unde judendink UrkSchlesSt 540 (a. 1336)

MWB 3,3 869,45; Bearbeiter: Diehl

lantenære stM. für das Badehaus und die Erhitzung des Wassers verantwortlicher Bediensteter (zu lat. lanternarius ‘Laternenträger’; vgl. DuCange 5,36a): man sol zwen landnær [ lantnaerii ] haben, die den vrowen daz bad machen, vnd die in dienen in dem badhvs vnd das bad reichen UrkGeisf 438 (13. Jh.). 422. 420. 424

MWB 3,3 870,1; Bearbeiter: Diehl

lantfrîde F. lamprîde

MWB 3,3 870,8;

lantgarbe stswF. 1 neben dem Zehnten zu leistende (Natural-)Abgabe (v.a. von neu gerodetem Land; vgl. mit weiteren Belegen DRW 8,397ff.)
2 Recht, die als Einkommen zu erheben
3 mit belasteter Acker
   1 neben dem Zehnten zu leistende (Natural-)Abgabe (v.a. von neu gerodetem Land; vgl. mit weiteren Belegen DRW 8,397ff.): swaz mit korn stât, es sîgen wisan gewesen von alter oder nit, dâvon sol ich die lantgarbun gên UrkPrivR 132,22 (a. 1322); und were dz yemant dehein ried oder acker ufbreche, [...], da von gibt er lantgarbe UrkBern 7,553 (a. 1350). – als Einkommen: alle vnser lantgarbe, die wir [...] haben an wine, an korne, an zinsen UrkBebenh 14,453 (a. 1298)    2 Recht, die ~ als Einkommen zu erheben: daz ich han gecoufet drii juchart aggers [...] mit allem nuzze den got dar uffe git, zehend und langarb immer me UrkHeiligkreuztal 78,13 (a. 1307)    3 mit ~ belasteter Acker: da ligent oͧch nu̍we geru̍te und lantgarben; die geltent ze zinse bi dem meisten eines jares 25 mu̍t vesen [Spreu] , 25 mu̍t roggen, 50 mu̍t habern UrbHabsb 1:406,16

MWB 3,3 870,9; Bearbeiter: Diehl

lantgebirge stN. ‘Gebirge’ Hẏberne, das mit reinikeit / niht eitirhafte wúrme treit, / als ez ist sundirs ûz genant / das sundir lant in Irlant, / in disem lantgebirge lit RvEWchr 2714

MWB 3,3 870,28; Bearbeiter: Diehl

lantgeböume stN. ‘Bäume, Baumbestand’ die [Inseln] sint nah alliz wunschis kraft / zallin zitin berhaft, / da naht und tag und alle frist / das lantgebóme gruͦnde ist / und der erde bernde fruht RvEWchr 1451

MWB 3,3 870,32; Bearbeiter: Diehl

lantgebrëchte stF. wirtschaftliche Notlage eines Landes oder Landstrichs durch Missernte oder Krieg (vgl. landesbrëste , landesnôt , lantgebrëste ): so sol ich darnach iaͤrgelich, [...] minen vroͮwen den zins von dem houe gantzlich han gerihtet, mich ierre denne redeliche lantgebrehte UrkCorp (WMU) 2497,5

MWB 3,3 870,37; Bearbeiter: Diehl

lantgebrëste, landesgebrëste swM. auch F. ( UrkGraub (M) ). wirtschaftliche Notlage eines Landes oder Landstrichs durch Missernte oder Krieg (vgl. landesbrëste , landesnôt , lantgebrëchte , lantschade ): ez ist auch ze wizzen, ob dehain lantgeprest oder pisez [Missernte] oder herren gewalt in daz lant chome des got niht welle UrkBrixen 366 (a. 1324); vnd sol vns desselben zinnses nymmer nicht abgen an von landesgeprest ebd. 586 (a. 1334); wer och das keine gemain lantgebrest in dem kilchspel ze Genins wurde oder uf stunde UrkGraub (M) 3,62 (a. 1350)

MWB 3,3 870,44; Bearbeiter: Diehl

lantgebûr stM. ‘Bauer, Landbewohner’ (vgl. Anm.z. 4:9,3): sie hetten leides alzuͦ vil, die armen lantgebure Rumelant (K) 4:9,3; alle kuninge, vursten, herren, ritter, knaben, knechte / in zwen unde sibenzich sprachen, juden, heiden, kristen, elle, / pfaffen unde leien, lantgebur, al menschen diet, / nu helfet rechen uns den mort [am dän. Kg. Erich V., vgl. Komm.z.Str.] ebd. 6:10,3

MWB 3,3 870,56; Bearbeiter: Diehl

lantgedinge stN. ‘Landding, Landgericht’ (in der Regel dreimal jährlich stattfindende Gerichtsversammlung unter Vorsitz des Landesherrn; vgl. lantdinc , lantgerihte , lantrihte , lanttac und v.a. lantteidinc sowie mit weiteren Belegen DRW 8,361f.): wenne euer landrichter saß landgerichte yn ewer stadt zu der Zittau, so sassen ewer schöppen in ewer stadt bey den landleuten, und wenn man urtheil ausgab yn dem landgedynge, das gab man einen landmanne und einen schöppen DRW 8,405 (DRWArch.; a. 1346)

MWB 3,3 871,1; Bearbeiter: Diehl

lantgeleite stN. ‘Geleit(recht) auf dem Land’ oder ‘Geleitzug’ (?, vgl. DRW 8,406): auch haben wir auzgedinget daz lantgeleit, daz wir daz in der stat Kulmnach nemen sullen zu vnserr veste Plassenberg an hindernusse des egenanten burchgrafen Johansen UrkHohenz 3,46 (a. 1338). 3,47 (a. 1338)

MWB 3,3 871,12; Bearbeiter: Diehl

lantgemeine stF. ‘von mehreren Dörfern gemeinsam genutztes Wald- und Weidegebiet’ s. DRW 8,408 (FrkBl. 2/1950,54; a. 1348) (ohne Belegzitat)

MWB 3,3 871,18; Bearbeiter: Diehl

lantgenôʒ stM. ‘Landsmann’ (bezogen auf den gleichberechtigten → lanthërre 2; vgl. 2Okken, Tr., S. 35f.; vgl. auch lantgeselle ): daz ich noch mit mîn selbes hant / den hervanen in Îrlant / mit disen lantgenôzen / alsô müez ûf gestôzen Tr 6329. 6035

MWB 3,3 871,21; Bearbeiter: Diehl

lantgerihte stN. 1 Gericht, in dem Landrecht gesprochen wird (im Unterschied zum städtischen Gericht; vgl. zur Sache 2 HRG 3,518ff. und mit zahlreichen weiteren Belegen DRW 8,410–418; vgl. lantdinc , lantgedinge , lantrihte , lanttac und lantteidinc )
2 Gerichtsbezirk eines Landgerichts
3 mit dem Landgericht verbundene Herrschaftsrechte
   1 Gericht, in dem Landrecht gesprochen wird (im Unterschied zum städtischen Gericht; vgl. zur Sache 2HRG 3,518ff. und mit zahlreichen weiteren Belegen DRW 8,410–418; vgl. lantdinc , lantgedinge , lantrihte , lanttac und lantteidinc ): super generali terre iudico, quod lantgerihte nominatur UrkEnns 2,576 (a. 1215); auch hat maht des koneges ammetman unde ein rihtere fon Frankenford, daz sie den dorfen mogint gebieden an daz lantgerihte zuͦ rugene unde fur zuͦ brengene alliz daz, daz den dorfen shadelich ist UrkFrankf 1,423 (a. 1303); in der selben graffschaft ligent zwo hofstette, uf den diu herschaft ir landgerihte haben sol UrkGraub (M) 2,179 (a. 1303-1311); daz der purger guet czu der stat gericht gehort und nicht czu dem lantgericht StRBrünn 385; StRFreiberg 61,24. – z.T. nicht eindeutig zu differenzieren zwischen Gericht, Gerichtsbezirk und mit dem Gericht verbundenen Rechten: wir Chunrat von Haslach sazzen ze geriht uf der trat ze Dytfuͤrtte, als uns unser herre der roͤmisch chuͤnich Ludewich daz lantgeriht in der grascheft ze Hirzperch enpholhen hat mit vollem gewalt MGHConst 5:320,36 (a. 1316). 5:441,25 (a. 1319)    2 Gerichtsbezirk eines Landgerichts: wir gebiten auch allen den di in dem lantgerihte sint gesezzen, iz sint dinstman, ritter od chneht, arm od riche, swa di lantrihter irin lanttæidinch hin legen, daz si dar chomen, dem geriht ze helf MGHConst 2:607,38 (a. 1256-1261); vnd ist daz guͤt des herren aigen, so zeuhet er di vrtail wol auf den lantrichter oder auf den chaiser [...] vnd sol im der chaiser oder der lantrichter fride dar an pannen, ob daz guͤt in seinem lantgericht leit SchwSp (R) 80,375    3 mit dem Landgericht verbundene Herrschaftsrechte: omnia iura ad nos spectantia, que vulgo lantgerith, marchdinest, foythreth dicuntur, libere tradidimus UrkBabenb 1:170,26 (um 1235); vnd sol ouch ir iglicher von dem vischlehen den zins in das lantgericht geben, der von altem recht do von gegeben ist UrkEnns 5,37 (a. 1311)

MWB 3,3 871,26; Bearbeiter: Diehl

lantgeriht|gespræche stN. ‘beratende Versammlung eines Landes’ (vgl. lantsprâche ): di purger mugen auch die edeln von Merhern di in schuldick uber czehen marck silbers vierstund in dem jar czu dem chottempern, wan si sich sament in der stat czu einem lantgerichtgesprech um diselb schuld vurladen StRBrünn 379

MWB 3,3 872,4; Bearbeiter: Diehl

lantgeselle swM. ‘Landsmann’ (weitgehend bezogen auf den gleichberechtigten → lanthërre 2 (vgl. 2Okken, Tr., S. 35f.; vgl. auch lantgenôʒ ): dû hâst mîn lant behalden mir, / des wil ich immer danken dir / und dînen lantgesellen ErnstD 3917; Tristan von Parmenîe / und sîne lantgesellen / die riten vînde vellen, / slahen unde vâhen Tr 18901; dâ wart michel schade getân / an den lantgesellen: / vâhen unde vellen, / slahen unde stechen, / daz begunde ir schar durchbrechen ebd. 5591. 9071. 11430

MWB 3,3 872,11; Bearbeiter: Diehl

lantgesinde stN. 1 ‘Bewohnerschaft eines Landes’
2 Gruppe der lanthërren in ihrer Beziehung zum Herrscher (vgl. 2 Okken, Tr., S. 35f.; vgl. lanthërre 2 , lantliut , lantschaft , lantvolc )
   1 ‘Bewohnerschaft eines Landes’ ob mir diu sælde geschehe, / daz ich mîn lantgesinde / ervorsche unde ervinde Tr 8861; wan ich daz âne zwîvel weiz, / daz nie kein volc an sîner art / sô rehte gar unstæte wart / sô daz lantgesinde [von Delos] KvWTroj 13859    2 Gruppe der lanthërren in ihrer Beziehung zum Herrscher (vgl. 2Okken, Tr., S. 35f.; vgl. lanthërre 2, lantliut , lantschaft , lantvolc ): der hof [...] / und al daz lantgesinde Tr 8327; ouch weinde in al sîn hovediet / und al sîn lantgesinde KvWSchwanr 1587; daz ir iu kieset einen man, / swâ sô man den vinde / under disem lantgesinde, / der ze kampfe sî getân Tr 6116. 497 u.ö.

MWB 3,3 872,22; Bearbeiter: Diehl

lantgevoget stM. lantvoget

MWB 3,3 872,36;

lantgevogetîe stF. lantvogetîe

MWB 3,3 872,37;

lantgewant stN. auf dem Land hergestelltes (gröberes) Tuch: welch gast her jn brengit lantgewant, das tuch gibit czwene pfenninge vnde das pfert gibit nicht UrkSchles (B) 53:3,2 (a. 1327) u.ö.

MWB 3,3 872,38; Bearbeiter: Diehl

lantgewiʒʒen stF. im Land bekannte und bezeugte Sache: daz nah div, vnd div phlegnusse Gebharten von Velwen enpholihen wart [...], do im dar an misselanch datz Walihen von sinen dienern vnd von andern leuten, als des ein lantgewizzen ist, daz er mit sinem gvͦtem willen sich auzzert vnd verzech aller der selben phlegnusse UrkCorp (WMU) 1239,43. 2451,13. 491,38

MWB 3,3 872,42; Bearbeiter: Diehl

lantgewonheit, landesgewonheit stF. landesübliche Gewohnheit, Gewohnheitsrecht im Unterschied zum geschriebenen Recht: dar zuͦ virzigen sich die buͦrgen aller der rehte, die kaiser alder babst [...] gemachit alder gesezit hât, vnd aller lantgewonhait, da mitte sî die vnuerschaidenuͦn burchschaft, die si gelopt hant, schaiden oder brechin mohten UrkCorp (WMU) 127AB,13,14; eînheîn recht, weder geistliches noch weltliches, noch landes gewonheît ebd. 2931,4; als aigens recht ist vnd landes gewͦnheit [ secundum consuetudinem terre Austriae 2418A,24 ] ebd. 2418B,25

MWB 3,3 872,50; Bearbeiter: Diehl