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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   linttrache - lîpgeziuc    


linttrache swM. ‘Lindwurm, (schlangenartiger) Drache’ (s.a. lintwurm ): einen lintrachen den sluoc des heldes hant NibB 100,2. 899,2; [im Tal lebten] zwen grosze lintracken, / die usz iren kynebacken / blieszen wildes fùwre, / da von was vngehùwre / der was [Atem] , der da von brach Krone 12788

MWB 3,3 1179,33; Bearbeiter: Richter

lintwurm stM. ‘Lindwurm, (schlangenartiger) Drache’ (s.a. linttrache ): do sie den berc uberstigen, / sie vunden vor der burch ligen / lintwurme und trachen, / die von getwanges sachen / da hutten der pforten Brandan 1157; er sleht lewen unde bern, / trachen, lintwürme Georg 467; kein tracke noch kein lintwurm / sô rehte balde nie geswanc, / sam si diu ros ân allen wanc / bêd ûf ein ander brâhten KvWTroj 39324. 25350; Lucid 26,1; Erlös 453; PrMd 22. – als Bestandteil von Personennamen: das gvͦt koͮfte er von hern Heinrike dem Lintwurme von Kienberg UrkCorp (WMU) N675,4; Cunrat vom Lintwurme UrkWürzb 39,119 (a. 1319)

MWB 3,3 1179,40; Bearbeiter: Richter

lînwât stF. auch linwot, lywot ( HistAE 4414; MarcoPolo 12,11 ). ‘Leinen, Leinwand’ frouwen worhten / lînwât unt sîden Wernh 1359; vel oder leinwat oder wolle oder rinderhaeut StRMünch 234,6; si hât gesant dir einen brieb / unde hêrlîche lînwât, / phellil unde cindât SAlex 6529; StRZürich (B) 189,4. – Kleidung aus Leinen: es ist noch unzuhte vil, / die manger niht erkennen wil. / sol ich daz nemen uf minen eit, / wer sin gewant offen treit, / so daz da eneben man im siht / sin linwat swartz und des ich niht / nennen wil noch ensol, / es gevellet niht den wisen wol Jüngl 682; an der zartten linwatt / was ain liste in genagtt / von syden und von golde GTroj 20277; HBirne 259; Iw 6483

MWB 3,3 1179,54; Bearbeiter: Richter

lînwâtære, -wætære stM. Dat.Pl. auch (verschrieben?) linwetenn ( UrkBasel 2:6,18 (a. 1268 kopial) ). ‘Leinweber’ (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 360; weitere Belege s. DRW 8,1186): item, swelch chaufman arwait mit altem gewande als mentler und chursner und leinwater und chramer und woller, der gibt von dem einczwagen [Einspänner] in der stat czwen phenning StRBrünn 374. – als Bestandteil von Personennamen: meister Salman der linweter UrkCorp (WMU) 226AB,11,8

MWB 3,3 1180,5; Bearbeiter: Richter

lînwâthûs stN. auch liwât-. Haus (Lager und Handelshaus?) der Leinweber/ Leinenhändler: notum sit, quod [...] Theodericus et [...] Gerardus fratres dicti de Schiderich domum ipsorum, que dicitur lijnwaythuͦys [...] cum sua area donaverunt et remiserunt [...] UrkKölnZunft 2:99,2 (a. 1345); Wilhelm in deme linwaithus ebd. 1:227 (a. 1344); inme liwaithus ebd. 1:59,9 (a. 1344)

MWB 3,3 1180,15; Bearbeiter: Richter

lînwâtmangære stM. auch liwât-. ‘Leinenhändler, Leinengewandschneider’ (weitere Belege s. DRW 8,1188): dit sint bruͦder der bruͦderschaf der lynwaitmenger zuͦ Colne UrkKölnZunft 1:227 (a. 1344); wey man liwaitmengerin [...] de bruͦderschaf lenen sal ebd. 1:62,10 (a. 1344). – als Bestandteil von Personennamen: Oͮlricus linwatmanger TradPrüf 195 (a. 1189)

MWB 3,3 1180,23; Bearbeiter: Richter

lînwâtmëʒʒer stM. jmd., der für das Vermessen der Leinwand zuständig ist: gesezt, das sie [Leinenweber] [...] ain geschworen leinwatmesser haben sollent, und soll der iedes iars vor den maistern desselben hantwerks ain [...] aid schweren [...], die leinwat recht zu messen [...] und sollent die geschworen zwen beschawer mit dem geschworen leinwatmesser alle leinwat ane geblaicht leinwat allenthalben in der statt, in hewsern und an dem markt, kuntlich [...] besehen DRW 8,1188 (Nübling,  UlmBaumwollw.; a. 1346); ebd. 8,1188 (ZSchwabNeuburg; a. 1327)

MWB 3,3 1180,31; Bearbeiter: Richter

lînwëbære stM. auch linin-, -wober. ‘Leinenweber’ und wer ez czu dem strichene nicht truge, der vorluset funf schillinge, und daz selbe sullen tun die linwebere, wan sie ir linwat wollen lazzen enwegtragen odir furen, bie der selben pyne StRMühlh 121; lininweber, linwater und bleicher súln haben ein zunft und ein baner DRW 8,1179 (ZürichZftG.; a. 1336); s.a. BerufeFrankf 79a. – als Bestandteil von Personennamen (s.a. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 360): Heinze der linwober UrkCorp (WMU) N349,9

MWB 3,3 1180,43; Bearbeiter: Richter

lînzeichen (?) stN. Erstglied unklar, s.a. Schiller/  Lübben 2,698; vgl. lîchzeichen . ‘Wundmal, Narbe’ up yre lincker hant / wart eyn lyntzeichen erkant, / [...] / da was yr in gevallen / eyn luchter, do sy was eyn kynt KarlGalie 3619. 10612; mer man sach dat leyntzeichen [an Papst Leo III., dem man versucht hatte, die Augen auszustechen] alle zyt, / [...] / als eynen syden vadem staen / bouen den ougen sunder waen Karlmeinet 323,24

MWB 3,3 1180,54; Bearbeiter: Richter

lion stM. aus afrz. lion (Suolahti 1,148). ‘Löwe’ Tispe was ein lion bekant, / gen Piramus so stuont ir muot Tannh 4,43

MWB 3,3 1180,63; Bearbeiter: Richter

lîp stM. auch liep ( Herb 12167. 16677; Athis A* 42; Mühlh 166,7 ); md./nd. lîf, lîph ( MarldA ; Lilie ; Roth ; KarlGalie ); selten und v. a. md./nd. stN. ( Crane 2936; Roth 1079. 1368; Tr (M) 8692(App.); Pilatus 2,222; aber stM. ebd. 2,223 ); selten swM. (im Reim SHort 8279 ); Pl. selten auch lîbe ( Elis 4386; SchwSp 22a. 22b; RvEWchr 8004 ). ‘Leib, Körper; Leben’, wobei die beiden Bedeutungsspektren eng miteinander verwoben und oft nicht deutlich von einander zu unterscheiden sind 1 ‘Leib, Körper’ i.S.d. physischen, meist lebendigen Gestalt des Menschen; in seiner Gesamtheit gedacht hinsichtlich seiner biol. wie phys. Eigenschaften (entspr. i. d. R. lat. corpus , seltener caro )
1.1 allg.
1.2 in Wendungen und Kollokationen
1.2.1 in Nominalphrasen
1.2.2 in der Wendung
1.2.3 in Präpositionalphrasen
1.3 auf einen best. Teil des Körpers beschränkt; bes. ‘Rumpf, Bauch, Unterleib; Magen’
1.4 stärker bezogen auf das Äußere, auch ‘Erscheinungsbild, Statur, Gestalt’
1.5 häufig gegensätzlich oder auch komplementär gedacht zu auf das Innere bezogenen Ausdrücken und Vorstellungen wie hërze, muot, sin und bes. sêle ; auch in Paarformeln u.ä. (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 276 f. und bes. H. Adolf: Wortgeschichtliche Studien zum Leib/  Seele-Problem, Wien 1937); in Verbindung mit diesen Wörtern auch Vollständigkeit oder Intensität ausdrückend (vgl. nhd. ‘mit Leib und Seele’ )
2 ‘Leben, das Lebendigsein’ (nicht immer deutlich von 1 zu trennen)
2.1 bes. auch das diesseitige Leben bezeichnend (im Ggs. zum jenseitigen); v. a. mit Dem.-Pron. dirre, diser ; auch tôtlicher ~
2.2 stärker bez. auf Lebenswandel, -führung
2.3 in Wendungen und Kollokationen
2.3.1 mit Verben als Akk.-Obj.
2.3.2 in Präpositionalausdrücken (weitere Belege vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 277f.)
2.3.3 in Nominalphrasen (Paarformeln u. ä.; weitere Belege vgl. Friedrich, PhrasWB S. 274f.)
2.3.4 im adv. Ausdruck sam/  sô mir mîn lîp als die Wahrheit bekräftigende Aussage, Schwurformel, Beteuerungsformel ‘bei meinem Leben, wahrlich’ (s. Friedrich, PhrasWB, S. 278)
3 meton. und in Umschreibungen für den gesamten Menschen, die (Rechts-)Person
3.1 allg.
3.2 im Kontext der Leibeigenschaft
3.3 in Zusammenhang mit dem lîpgedinge
3.3.1 der Leibgedingsberechtigte
3.3.2 übertr. für das Leibgedinge
4 bei unbelebten Gegenständen ‘Körper, Gestalt, Form’
5 übertr. i. S. v. ‘Gemeinschaft, Körperschaft’
   1 ‘Leib, Körper’ i.S.d. physischen, meist lebendigen Gestalt des Menschen; in seiner Gesamtheit gedacht hinsichtlich seiner biol. wie phys. Eigenschaften (entspr. i. d. R. lat. corpus, seltener caro)    1.1 allg.: daz sin lîp durch stochin wart mit isininen nâgilin Spec 58,23; sie schamet sich vor schanden / sie netraget nicht vnbez liph unde in den handen Roth 1368; dâ aver irwintet [endet] der ruke dâ stânt zwô huffe. / von den chliubet sich der lîp in zwei bein gelîch Gen 172; er [der Gott zuliebe fastet] sol von sîner geile [Zügellosigkeit] komen / niht von sîm lîbe [er soll nicht abmagern] , wan er enmac / dan niht arbeiten durch den tac WälGa 10353. 10349; VMos 7,2; Ipocr 5 u. ö.; Gen 230; AvaJo 14,5. – personif.: herre Lîp ier hant êre unde guͦ[n]t dez essent unde trinchent reht genuͦch unde lânt iu da bi wol sin PrSchw 2,62 u. ö.; HartmKlage (G) 32 u.ö.; KvWHerzm 142. – als Träger des Sündhaften: daz wir alle die gelust unrehtir dinge erleschin muͦzzin an unsirme lîbe Spec 88,12. 87,31; von der boͤsen begervng sins libes WhvStTh 79,9; RvEWchr 352. – für den Leib Christi (konkret und übertr.): du bist daz ander wib, / diu uns brahte den lib MarldM 81; after tode gab er uns den lip, / des fleisches urstente, / himelriche imer an ente VEzzo 282; SuTheol 154. – vom toten Körper, auch tôter ~ : si suͦhten minen lîp in ûppich [vergeblich] JPhys 15,13; der heiligeist det da ze stvnt / dem doden libe leben kvnt MarHimmelf 1537; si minnete sînen tôten lîp Parz 436,3; Serv 13; NibB 1026,2. 2377,1. – im Zsh. mit Leibesstrafen: vnd abe den, die vréuelliche der armer hv̓ser vf brechent, alsó dc men abe ienre libe rihte UrkCorp (WMU) N2A,21. 494,8 u. ö.; wo man hintz seinem leib richtet, das man [...] mit seinem gut nicht hab zuschaffenn DRW 8,1039 (MittSalzbLk.; a. 1328); meister unde rat suͥllent in twingen mit sime libe UrkStraßb 2:263,15 (a. 1314). 2:262,12 (a. 1314)    1.2 in Wendungen und Kollokationen    1.2.1 in Nominalphrasen: gesunder/  lëbender/  lëbendiger ~ u. ä. zur Verdeutlichung des für eine Rechtshandlung erforderlichen Gesundheitszustandes (vgl. DRW 8, 1048): er git daz gvͦt mit gesvndem libe vnd an dem totbete swem er wil SchwSp 10b; bi ir lebendem libe UrkCorp 28,14; swer ainem ain guͦt machen wil, der sol den in nutz und gewer setzen bei seinem lebentigem leib OberBairLdr 116; UrkAltenb 103 (a. 1302); StRAugsb 144,22; vgl. auch: die wîle es [das Kind] sich selben nicht bekennen kan vor sîner tôrheit oder von kintheit oder von unkraft sînes lîbes SSp (W) 1:23,2. – in der Paarformel ~ unde lëben ‘Leib und Leben’ (z. T. synonym; s. 2; vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 275f.): nu mugin wir wol verlorn han / lip und lebin! RvEWchr 6784. 6916; dem [Gott] sî mîn lîp und mîn lebn / an sîne gnâde gegebn UvTürhTr 1345; UvLFrd 17,20; SpdtL 160,7; auch in der Wendung ~ unde lëben wâgen: swa si lip und leben / durch got solden wagen StrKarl (S) 516; so must ich by uch wagen lyp und leben Alph 187 u. ö. – jmds. ~ sâme/  wuocher als Bez. für die Nachkommen: nû wil ich dînes lîbes sâmen den sternen ebenmâzen Gen 943; daz wucher [Frucht] sines libes / phlegente wurde des riches VMos 70,3    1.2.2 in der Wendung: ein ~ sîn (durch Verwandtschaft oder Freundschaft) ‘eins sein, eng miteinander verbunden sein’ mîne bruoder die hie sîn, / gedenket daz wir sîn ein lîp Wh 168,13; wan si [Nisus und Euryalus] dûhte beide, / daz si ein lîb wâren En 6551; auch ein ~ unde ein geist: wir sîn ein lîb und ein geist / mit willen und mit werken En 6570. (alse) ein ~ sîn von Mann und Frau ‘ein Fleisch sein’ (vgl. Gn 2,24): si waren beidiu ein lip VEzzo 80; sô sol man unt wîb werden beidiu ein lîp Gen 305; von diu sol der man unde daz wip / sin als ein lip VRechte 358; StRBrünn 401; Kchr 9537; Aneg 1178. – jmdn. des ~ biten ‘um Beischlaf bitten’ des lîbes er si flîzeclîche bat Kchr 4702. 4685    1.2.3 in Präpositionalphrasen: bî lëbendem/  lëbendigem ~ tôt sîn bei besonders schwerer Krankheit: er was mit lebendem leibe tot Warnung 3070; ich bin mit lebendem lîbe tôt Tr 7784. mit jmds. (sëlbes/  eigen) ~ ‘persönlich’ (vgl. auch 3): jst aber er mit sinem libe bi dem vrlige daz sol er bezzern mit vúnf phunden UrkCorp 26B,30. 331,39; daz wir [...] gesworn haben [...] ze helfend [...], mit vnsere selbes libe vnd svnderlich mit zweintzig helmen, die wil der krieg weret UrkFürstenb 2,52 (a. 1315); mit seinem aigen leybe UrkEssl 396 (a. 1344); MGHConst 5:565,40 (a. 1323); WeistGr 1,11 (a. 1338). ûf den ~ gevangen sîn ‘in Gefangenschaft sein’ swer den andern loset da er vf den lip gevangen lit SchwSp 161a; dâ mit sünte niemant, der gevangen wær auf den leip BdN 380,19    1.3 auf einen best. Teil des Körpers beschränkt; bes. ‘Rumpf, Bauch, Unterleib; Magen’ die zeni chliubint daz man in den munt sciubit, / si sculn bisuochen wes der lîb ruoche. / der lîb sîn nieni ruorit ê si ez biwarint Gen 2815; des krebzs därmlein strecket sich von dem leib unz an daz end seins swanzes BdN 249,7. 209,29; peonia [...] ist guͦt wir [für] di giht unte wir die swellunge des libes PrüllK 44; Zwickauer 331. – im Kontext der Schwangerschaft: dô unser vrowe quam zu Elîsabêten und gruzete si, dô vrowete sich daz kint in sîner muter lîbe HvFritzlHl 143,11; Abramis wip dú was genant / Saraẏ: an berndir kraft / was ir lip umberhaft RvEWchr 3297. 5445; daz ich vor vierzehen tagen az, daz ist alsô ein mit mîner sêle, als daz ich in mîner muoter lîbe enpfienc Eckh 1:328,12; PrLpz 8,24; Elis 2602    1.4 stärker bezogen auf das Äußere, auch ‘Erscheinungsbild, Statur, Gestalt’ melancolici, die leute, / sint ertfar [...] beide stark und krank sie libes sint Physiogn 92; die sint sangwinei getan, / die vollent quecken leip han ebd. 44; ez ist reht, daz daz junge wip / vil wol ziere den ir lip VRechte 412; BrZw 7. mit leib sint sie nicht beladen [sind schlank] Physiogn 63. ~ tragen/  vüeren ‘aussehen’ Iblis hiez sîn wîp. / diu truoc den minneclîchsten lîp Parz 656,28; si fuorte och noch den selben lîp [sah noch so aus] ebd. 780,15 u. ö.    1.5 häufig gegensätzlich oder auch komplementär gedacht zu auf das Innere bezogenen Ausdrücken und Vorstellungen wie hërze, muot, sin und bes. sêle; auch in Paarformeln u.ä. (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 276 f. und bes. H. Adolf: Wortgeschichtliche Studien zum Leib/  Seele-Problem, Wien 1937); in Verbindung mit diesen Wörtern auch Vollständigkeit oder Intensität ausdrückend (vgl. nhd. ‘mit Leib und Seele’): mîn herze und mîn lîp diu wellent scheiden MF:Hausen 6:1,1; ir was vil trüebe der lîp und ouch der muot NibB 844,3; der verrêter Jûdas, / [...] / mit dem lîbe, und mit dem muote / trahtet nâch unrehtem guote Renner 3217; mit lîbe und mit muote / dient er vlîzeclîchen gote StrAmis 2494; ein man von reinir inne [Innigkeit] , / des lîbis und der sinne / was er umbemeilgit / und gote gar geheilgit NvJer 14076; muoter, sæligez wîp, / sît ich nû sêle unde lîp / von iuwern genâden hân AHeinr 682; wir loben gotes ere mit libe unde mit sele AvaJG 29,6; RvEBarl 13884; Walth 98,13; Iw 5472; Martina 238,60; KvWTroj 11529; Spec 36,12; WernhMl 6516    2 ‘Leben, das Lebendigsein’ (nicht immer deutlich von 1 zu trennen): Barraban, der solt daz leben han. / den vorderoten si ze dem libe, Jesum ze dem tode AvaLJ 143,8; ein vrowi mac abir selbin urin liep woli virwirki mit dubi edir mit mordi edir mit mortbrande Mühlh 166,7; der ist dem gericht schuldich worden leib und guͦt und den leip mit dem guͦt ze lòsen OberBairLdr 64; [der Engel] swur bi dem lib gebenden / und bi dem immer lebenden [Gott] HeslApk 15119; SchwSp 107a; VEzzo 211; Parz 730,18. – übertr.: diu siniu [Christi] wort waren uns der lip VEzzo 245    2.1 bes. auch das diesseitige Leben bezeichnend (im Ggs. zum jenseitigen); v. a. mit Dem.-Pron. dirre, diser; auch tôtlicher ~ : da werden wir ermanet, wie churz dirre lîb sî Spec 154,14; von disem lîbe schiet si hin / leider ungetoufet Wig 8280; do er gesuͤnt und unsers herren gebot uͤbergie, do wart er auz geworffen von Jerusalem hintz Jericho, daz ist diser toͤtlicher leip, da wart er in geworffen PrOberalt 154,16; SiebenZ 31; MarlbRh 42,23. den ~ verwandeln i. S. v. ‘das diesseitige Leben in das jenseitige überführen, sterben’ daz er mit der marter den lip muse uerwandeln PrWack 22,20; wie die maget reine / den lip virwandelen solde MarHimmelf 923; PrLpz 262,28 u. ö.; Rol 931    2.2 stärker bez. auf Lebenswandel, -führung: oug na diner guode, / na diner otmuode / muz ig gescheppen minen lif, / des hilf mir, heiligez wif! MarldA 170; er iu daz gesageti, / weles libes siu dort [im Paradies] lebetin MemMori 30; daz unser lîp mit deme heiligem lichename geuestinit wirt wider des tiefils anevart Spec 49,26; VMos 47,3    2.3 in Wendungen und Kollokationen    2.3.1 mit Verben als Akk.-Obj.: – jmdm. den ~ gëben/  lâʒen ‘jmds. Leben verschonen’ jwern leip han ich iv gegeben Krone 11333; darumbe hiezin si die schar / alda die man irslahin gar / und beidú megde unde wip / gesunt behalten und ir lip / in lazen RvEWchr 21473 (vgl. aber ohne indir. Obj.: nu muͦzen wir den lip hie gebin [müssen sterben] ! ebd. 10825) – jmdm. den ~ nëmen ‘jmdn. töten, jmdm. das Leben nehmen’ daz ir disem rîter guot / sînen lîp nemen welt Wig 7934; du muost mir nemen ê den lîp BuchdKg 53,9; in weiz nieman, dem ich welle / nemen den lîp Walth 86,30; der im den lîp hât genomen, / daz ist ein unsihtic geist Iw 1390. 4043; RvEWchr 3710. vgl. auch: do lie sehen in Jael / Sẏsara den toten man, / dem si den lip sus an gewan ebd. 18063. – jmdn. des ~ phenden ‘jmdn. töten’ di in des libes pfanden StrKarl (S) 184. den ~ verliesen ‘das Leben verlieren, sterben’ ê ich den lîp fliese Gen 1967; das der sa virlur den lib RvEWchr 6494; ÄJud 160; PrMd (J) 344,1; VMos 24,5. den ~ wider gewinnen ‘wieder zur Besinnung, zu Kräften kommen’ do er widir gwan den lip / also das er mit sinnin / den sin began gewinnin RvEWchr 25846. liep/  lieber sîn als/  danne/  sam der ~ u.ä. (Friedrich, PhrasWB, S. 277): die mine sunderholden, / die mir sint alse lief / alse min selves lif MarldA 283; der was im als lieb sam sîn selbes lîb Spec 102,7; da uirschît ime sin shone wip / si was ime liber denne der lip VMos 31,7; Parz 54,22; Eracl 4122; KvWTroj 49392; mit Ersparung des tertium comparationis: Rother custe sin wif / si was ime alse der lif Roth 4653; daz er ir was alsam der lîp Wig 4243; Krone 3543; Kudr 964,2; MF:Hausen 17a:2,9. den ~ wâgen ‘das Leben riskieren’ ouch enwil ich niemer mînen lîp / gewâgen umbe dehein wîp Iw 6631; Tr 5977    2.3.2 in Präpositionalausdrücken (weitere Belege vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 277f.): an den ~ gân (s. gân 3.5) – jmdm. an den ~ bevëlhen/  gebieten ‘jmdm. etw. einschärfen; nachdrücklich befehlen’ (bei Androhung des Todes): er heizzet swigen sin wip / unde gebiutet ir an den lip, / daz ez verror nine chome, / daz ez iemen verneme VRechte 274; der kvnic iz im an den lip gebot ReinFu K,1655; Tr 1896. 3518; Parz 148,2. – jmdm. etw. an den ~ verbieten ‘etw. nachdrücklich verbieten’ daz ez ûz mîn selbes munt / nimmer wirt getân kunt / [...] / daz verbiut ich mir an den lîp Heidin IV 214. – jmdm. an den/  sîn ~ dröuwen/  sprëchen ‘jmdm. mit dem Tode drohen; für jmdn. die Todesstrafe fordern’ dreut ein man dem andern an sin lip oder an sin gut StRAugsb 132,22; er sprach dem kaysser an den lip GTroj 12037; VMos 9,3; HvFreibTr 3139; Herb 18161; Roth 3961. an/  bî jmds. ~ ‘zu Lebzeiten’ wen daz wer, ez wer an lib oder an tode, daz vns vnser vorgenanter oͤheim bit oder mant, daz wir die selben vorgenanten lehen vf sullen geben UrkWürzb 45,158 (a. 1346); nimt ein sun weip pei seines vaters leibe RbRupr 170. – (mit jmds. lîp) ûf jmds. ~ ‘im/  durch gerichtlichen Zweikampf (unter Einsatz des Lebens)’ als Mittel der Wahrheitsfindung; in verschiedenen Verbverbindungen: herre rihter, mit iuwerm urlaube sô were ich im den eit unde ziuhe im die hant von dem eide unde wil daz beherten mit mînem lîbe ûf sînem lîbe, daz ich reht hân und er unreht SpdtL 172,17; daz ich daz ûf iuwern lîp / bewæren unde bereden sol Tr 5442; Wigam (B) 4005; so wil ichs zuhant off uwern lip beherten! Lanc 216,3 u. ö.; vgl. auch: ich wil es ware machen zuhant mit mynem libe uff dem synem ebd. 10,32. 24,4. ûf/  ze jmds. ~ ‘auf Lebenszeit’ (häufig im Rechtskontext des → lîpgedinge s): auf meinen leibp vnde meiner chint leibp vnd meiner eniclein leibp zu rechten leibpding UrkCorp 290,18; ofte ein man ein wip nimet, stirbet die man, das wip ne hauet in sime guͦte nicht, her ne hab’ iz ir gegeben in gehegeteme dinge oder zuͦ libgedinge zuͦ irme libe UrkBresl 19 (a. 1261); UrkCorp (WMU) 216,36. 140,12; StRMünch 603,3. ûf jmds. ~ bewarn ‘etw. um des Lebens willen berücksichtigen/  bedenken’ so súlt ir varn / und das uf iuwer lip bewarn / das ir die rehte straze iht get RvEWchr 15969. – jmdn. ûf den ~ suochen ‘jmdm. nach dem Leben trachten’(?): wie man si suͦchte uf den lip RvEWchr 15896. – etw. ûf den ~ (unde ûf lëben) nëmen ‘für etw. sein Leben als Pfand setzen’ ob sie iemanne so leve hette getan / der die botin lossam / vffe den liph torste nemen Roth 2387. ze ~ komen/  kêren i. S. v. ‘sich (wieder) erholen, genesen’ jô mac er noch ze lîbe komen / und zuo sîner krefte wider KvWTroj 32344; dô der hôchgelobte gast / ze lîbe schône wider kam KvWEngelh 2411; Reinfr 12417. ze jmds. ~ ‘auf Lebenszeit’ (s.o. unter ûf)    2.3.3 in Nominalphrasen (Paarformeln u. ä.; weitere Belege vgl. Friedrich, PhrasWB S. 274f.): ~ unde guot: got und mir willekomen! / lîp unde guot und swaz ich hân, / daz sol ziuwerem gebote stân Tr 507; Iw 5098 u. ö.; Wig 1391; Helbl 1,1125; OrtnAW 121,2; vgl. auch: verzinset lîp und eigen Walth 76,38; vgl. auch die Wendung ~ unde guot wâgen: daz wir wagen wellen / beidiu leip unde guͦt / durch dich Dietr 6010; ErnstB 52; SpdtL 149,3; vgl. auch die Aufzählung lîp, guot (unde) êre (Friedrich, PhrasWB, S. 275): ir lip, ir guͦt, ir ere, / daz gabens ouf genaden dem edelen fursten here Rab 1013,5; Boner 28,31; Minneb 3549; HvFreibTr 1611; UrkWittelsb 2,122 (a. 1300). ~ wider ~ in strafrechtl. Zsh. i. S. d. Talionsprinzips (vgl. DRW 8,1047): da [bei Totschlag] enhoret anders niht zu wan lip wider lip, also daz man uber in rihten sol mit blutiger hant StRAugsb 79,4; SpdtL 143,6. der êwige ~ ‘das ewige, himmlische Leben’ (vgl. Io 3,16): si verdienten den êwigen lîp Kchr 1252; gloͮbe vrstente mines libes vnde gloͮbe nach disem libe den ewigen lip Spec 1,19 VRechte 31; PrMd (J) 341,23. 350,3; JPhys 11,23; AvaA 4,3; Spec 4,27. zwisch(er) ~ mit Bezug auf das irdische, zeitlich begrenzte sowie das himmlische, ewige Leben: daz bezaichenet unsern zwiscen lib SiebenZ 36; vgl. auch: nu müeze ich flüsteclîchen spot / ze bêden lîben immer hân Parz 269,19    2.3.4 im adv. Ausdruck sam/  sô mir mîn lîp als die Wahrheit bekräftigende Aussage, Schwurformel, Beteuerungsformel ‘bei meinem Leben, wahrlich’ (s. Friedrich, PhrasWB, S. 278): der helt sprach: ‘samir mîn lîp, / ichn wil durch iuch sterben niet.’ UvZLanz (K) 1020; ‘so mir myn lip’, sprach die konigin, ‘er hett effenlichen gethan, [...].’ Lanc 153,36; ReinFu K,1702; StrAmis 1965; EckenlE2 12,4    3 meton. und in Umschreibungen für den gesamten Menschen, die (Rechts-)Person    3.1 allg.: wan ein wunderaltez wîp / diu getrôste mir den lîp [mich] Walth 95,9; ez machet trûric mir den lîp [mich] , / daz alsô mangiu heizet wîp Parz 116,5. 90,22. – mit Indef.-Pron./Zahlwort: da ne was inne nehein lip / niwan Lotes kint unde sin wibe VMos 17,17 u. ö.; diu hôhe tragenden herzen vreuten manegen lîp NibB 287,3; sinir kinde und der kinde / was ebene sibinzich libe RvEWchr 8004. 26018; Parz 685,15. 216,27; Walth 67,21. – mit Possessivpronomen: dir enbiutet minne unde gruoz / mîn lîp Parz 76,24; dô wart sîn lîp gar sorgen vrî ebd. 375,21 u. ö.; die rache an sinim libe nam RvEWchr 470. 7180; ReinFu K,1091; NibB 990,3; UvLFrd 349,14; Gen 814. – mit Eigennamen oder Appellativum im Gen.: unschuldec ist mîns gastes lîp Parz 363,24 u. ö.; nu was vierzig jar alt / des werden Ysagges lip RvEWchr 5410; im zæme wol ze minnen der rîchen küneginne lîp NibB 49,4 u. ö. – jmdm. ~ (unde guot/  lant) bieten/  gëben i. S. v. ‘die Ehe in Aussicht stellen/  eingehen’ si hât ouch lant unde muot, / und gît iu lîp unde guot Parz 97,24. 60,16; mîn rât vuoget ime daz / daz sichs mîn vrouwe underwant / und gap im lîp unde lant Iw 4198. 3158. ze jmds. ~ ‘zu jmds. persönlichem Bedarf’ den hernesch, den ein man han sol zú sinem libe WeistGr 1,2 (wohl Ende 13. Jh.)    3.2 im Kontext der Leibeigenschaft: vnd daz selb reht setzen wir vmb vnser beder dinær, di vns von dem leib niht an gehoͤrent UrkCorp (WMU) 1030,28. 2516,25; [Konrad,] der von dem libe ain eign man ist DRW 8,1043 (Sankt Blasien; a. 1315); si unser seint von dem leibe UrkFürstenf 154 (a. 1325); UrkCorp 244A,15; DRW 8,1043 (SteirZ.; a. 1317); UrkEls 2,28 (a. 1284)    3.3 in Zusammenhang mit dem → lîpgedinge    3.3.1 der Leibgedingsberechtigte: ist auh daz mer libe lipgedinge hant von eime herren, da sol der herre von der ieglichem sinen zins naemen die wile die libe waer unt unde inan landes sint StRAugsb 159,37; ist daz ein gvͦt ein man gewinnet. ze zwein liben. oder zeim libe. vnd benennent. die libe. vnd beschidet niht welher nah dem libe niezen svle. der ez in der gewer hat als der lip stirbet so svlen die libe mit ein ander niezen die genennet sind SchwSp 21b; UrkRegensb 176 (a. 1316). 151 (a. 1313). – in der Wendung ze einem/  zweien/  drîen usw. ~ u. ä. (vgl. DRW 8,1044): dazselbe haus sol er haben ze driͤ leiben, er selber diͤ weil er lebt vnd siner chinde zwaei nach sinem toͤde div eltisten UrkBrixen 121 (a. 1306) u. ö.; daz vnser libgedinge von in waz, vnd vnser vater vns gap ze vnser beder libe also, so vnser einwederv stvrbe, daz es dv́ ander hete vnnz an ir tot UrkCorp 320,34 u. ö.; UrkUlrich 1,278 (a. 1334); SchwSp 21b    3.3.2 übertr. für das Leibgedinge: sol in der hofeherre die libe lihen ze rehte StRAugsb 159,13; bat si [...], daz si unser paider leib und recht vercherten, die wir heten auf irm gut [...] auf unser drei suͤn DRW 8,1051 ( Rockinger; a. 1347); diu aigenschafft an dem hous, daz der Inninger der ledrer ze liben hat UrkAugsb 1,138 (a. 1299); UrkIndersd 1,76 (a. 1343); UrkEnns 7,47 (a. 1348)    4 bei unbelebten Gegenständen ‘Körper, Gestalt, Form’ wanne under allen leiben, die uͤmbsliezzend oder die umbvahend sint, so ist die sinbel form aller uͤmbgreiffigst KvMSph 12,15; die element sint ainveltig leib, also, daz sie niht in vil form oder in manik gestalt sich tailent ebd. 9,29. 12,23    5 übertr. i. S. v. ‘Gemeinschaft, Körperschaft’ nit er sol werden sellut dem libe dis munsters [ non debet sociari corpori monasterii ] BrZw 61

MWB 3,3 1181,1; Bearbeiter: Luxner

lîpâhte F. hier -ache. ‘Frondienst auf einem herrschaftl. Gut’ (zu 2âhte ; vgl. DRW 8,1052): omnes qui faciunt tagewane, id est libache, [ debent ] secare foenum secundum iura statuta DRW 8,1052 (ZGO; Anfang 12. Jh. (Hs. 16. Jh.))

MWB 3,3 1187,11; Bearbeiter: Luxner

lîpdinc stN. Bez. für ein lebenslanges Nutzungsrecht an i. d. R. für das Auskommen notwendigen Gütern sowie Bez. für diese Güter selbst, ‘Leibgedinge’ (vgl. DRW 8,1056-1058 und bes. z. Sache 2HRG 3,800-803 s.v. Leibzucht; s. ferner lîpgedinge ): daz wir dem erberen priester, hern Rvͦdolf dem binder, [...] aller iaͤrclich gebent sont an sant Martins tach vier phvnt phenninge Costenzer mv́nze vnz an sinen tod, swenne er en ist [nicht mehr lebt] , so son wir von dem selben lipdinge ledich vnd entladen sin UrkKlWald 460 (a. 1325); das wir den vorgenanden hern Johanse vnd fron Annun, siner elichen wirtinnun, och ze liptinge gegeben habin den aker UrkCorp (WMU) 2768,41 u.ö.; daz dehain unser burger oder burgerin, [...], kain sin ligendez guͦt, ez si aigen, lehen, zinslehen oder lipding, [...], verkauffen sol noch anders geben kloͤstern, pfaffen oder andern gaestlichen laeuten UrkAugsb 1,194 (a. 1315); UrbNAlteich 486; UrkCorp 2596,24

MWB 3,3 1187,16; Bearbeiter: Luxner

lîpdincbrief stM. über ein → lîpdinc ausgestellte Urkunde: darzuͦ sol er auch haben [...] siniu reht an der stat grozzem insigel, daz ist von iedem liptingbrief den er besigelt mit der stat grozzem insigel zwen schilling pfenning StRAugsb 251,3; UrkRegensb 527 (a. 1341) u. ö.

MWB 3,3 1187,36; Bearbeiter: Luxner

lîperbe swM. ‘leiblicher Erbe’ der herr mit der frowen sin / dú lepten sunder kindelin. / dez bi der zit si opferoten / vil guͦtes och den ab gotten / und wolten mit erwerben / von in sament lip erben SHort 10428; swas ich aber svne gewunne, lib erben, die mich vberlebent, oder dekeiner der nachkome lib erbe, die sullent dis vorgenante lehen von dem bischof von Basil enpfahen in allem dem rechte UrkCorp (WMU) N154,12 u. ö.; WeistGr 1,33 (a. 1347); StRBern 7:109,30

MWB 3,3 1187,42; Bearbeiter: Luxner

lîperbe stN. ‘erblicher Besitz, erbliches → lîpdinc bzw. lîpgedinge daz vnser kneht Wernher von Jrflikon von dem huse von Bvͦbenkon sant Johannes ordins gekoft hatte ain lip erbe, daz man ime ie des iares gebe trie mark silbers UrkCorp (WMU) 2069,4

MWB 3,3 1187,52; Bearbeiter: Luxner

lîpgëbende Part.-Adj. in HeslApk 15119 wohl als Syntagma zu lesen (s. lîp 2)

MWB 3,3 1187,58;

lîpgebruodere stM. (Pl.) ‘leibliche Brüder’ dise herren [Johannes und Paulus] wâren von Rôme burtic und wâren lip gebrudere und wâren hôhes kunnes HvFritzlHl 146,9

MWB 3,3 1187,60; Bearbeiter: Luxner

lîpgedincrëht stN. für ein → lîpgedinge geltendes Recht: daz si di [ hofstat ] sulen vridelich besitzen ze ir zwayn leiben nach leipgeding recht UrkCorp (WMU) 1369,39

MWB 3,3 1188,1; Bearbeiter: Luxner

lîpgedinge stN. 1 Bez. für ein lebenslanges Nutzungsrecht an i. d. R. für das Auskommen notwendigen Gütern sowie Bez. für diese Güter selbst, ‘Leibgedinge’ (vgl. DRW 8,1076-1081 und bes. z. Sache 2 HRG 3,800-803 s.v. Leibzucht ; s. ferner lîpdinc , lîpgedingede sowie lîpzuht )
2 ‘Lebensunterhalt, Auskommen’ , hier übertr.
   1 Bez. für ein lebenslanges Nutzungsrecht an i. d. R. für das Auskommen notwendigen Gütern sowie Bez. für diese Güter selbst, ‘Leibgedinge’ (vgl. DRW 8,1076-1081 und bes. z. Sache 2HRG 3,800-803 s.v. Leibzucht; s. ferner lîpdinc , lîpgedingede sowie lîpzuht ): vnd sol mir div samenvnge gebin ze einem libgedinge sibin scheffol kernin vnd sehs scheffol habern vnd drizic aiger vnd ein hvͦn vnze an minen tot UrkCorp (WMU) 219,16; giht iemen darnach daz er lipgedinge habe an dem selben gute StRAugsb 157,19. 158,3 u. ö.; stirbit dan die man uffi simi lipgedinge Mühlh 146,7 u. ö.; hât ein man von einem gotes hûse ein lîpgedinge, dar über sol er brieve nemen unde insigel des capitels SpdtL 114,1 u. ö.; UrkKlostern 1,34 (a. 1286); EnikLB 717,9; UrbNAlteich 550. – spez. zur Witwenversorgung: dy frow mac ir leip geding nicht vorkauffen an dy erben, wenn kein weip mag erb zu morgengab noch eigen zu leip gedinge behalden noch irm tot StRPrag 143; es gibet ein man sîn eigen sînem wîbe ze lîpgedinge wol mit der erben urlaup SpdtL 96,21 u. ö.; dô si alsô arm was, dô erbarmete iz di herren und tegedingeten [verhandelten] nôch irme lîpgedinge HvFritzlHl 244,39; SchwSp 13b u. ö.; Mühlh 144,15    2 ‘Lebensunterhalt, Auskommen’, hier übertr.: do er ûze beleip ein halbez jâr, / sîns komens warte si für wâr: / daz was ir lîpgedinge Parz 103,17; sin lip gedinge was von ir / das er nach sines herzen gir / von ir warten solte / swes er wunschen wolte / an liplicher geselleschaft, / an staͤter liebe staͤte kraft / mit unverkerten trúwen, / [...] / das was von ir sin zuͦversiht / unde sin lipgedinge do RvEWh 14051. 14065; LS 123 89

MWB 3,3 1188,5; Bearbeiter: Luxner

lîpgedingede stN. Bez. für ein lebenslanges Nutzungsrecht an i. d. R. für das Auskommen notwendigen Gütern sowie Bez. für diese Güter selbst, ‘Leibgedinge’ (vgl. DRW 8,1076 und bes. z. Sache 2HRG 3,800-803 s.v. Leibzucht; s. ferner lîpgedinge ): der wingart [...], den ich han ze ainem libgedingede von den erberen herrun abbet Eberhart vnd der samenunge des closters Zviwltvͦn UrkCorp (WMU) 2450,27; dhe vrowe van Zassen, dher junghen hertzoghen muͦder, dhe scal in dheme vor benomenden tollen twe hundert march an lip ghedingede behalden ebd. 2438,1; DRW 8,1076 (ZGO.; a. 1256)

MWB 3,3 1188,40; Bearbeiter: Luxner

lîpgedingen swV. ‘jmdn. mit einem → lîpgedinge ausstatten’ wer auer, daz vnser ainer ain hausfraun hiet vnd die gemargngabt hiet vnd geleipgedingt UrkCorp (WMU) N514,29

MWB 3,3 1188,53; Bearbeiter: Luxner

lîpgedultic Adj. ‘sich leiblichen Begierden hingebend’, hier subst.: daz Finees in [Gott] rach / an den lib geduldigen [vgl. Nm 25,6-13] HeslApk 2931

MWB 3,3 1188,57; Bearbeiter: Luxner

lîpgeræte stN. was zum Leben notwendig ist, ‘Lebens-, Nahrungsmittel’ (s. a. lîpnar und lîprât ), hier übertr.: si truogen verborgen / innerthalp der wæte / daz beste lîpgeræte, / daz man zer werlde gehaben kan. / [...] / daz was diu reine triuwe; / diu gebalsemete minne, / diu lîbe unde sinne / als inneclîche sanfte tuot, / diu herze vuoret unde muot: / diu was ir bestiu lîpnar Tr 16826

MWB 3,3 1188,61; Bearbeiter: Luxner

lîpgeziuc stN. Bez. für ein lebenslanges Nutzungsrecht an i. d. R. für das Auskommen notwendigen Gütern sowie Bez. für diese Güter selbst, ‘Leibgedinge’ (vgl. DRW 8,1090f. und bes. z. Sache 2HRG 3,800-803 s. v. Leibzucht; vgl. lîpdinc , lîpgedinge sowie lîpzuht ), hier im Rahmen der Witwenversorgung: lipgeczuk mak den vrowen nymant gebrechin, wedir na geborn noch erbe noch nymant, uf den daz gut irstirbit, si en vorwirke is selbir, alzo daz sie obizboume us houwe adir lute von dem gute vortribe, di czu dem gute geborn sint, adir czu welicher weis si ir lipgeczuk us von irre were [Besitzrecht] lesit RbNeumarkt 134; SSp (W) 3:38,4

MWB 3,3 1189,5; Bearbeiter: Luxner