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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   liet - 1lîhte    


liet stN. auch lieht ( Herb ); Pl. liet, lieder. 1 ‘Strophe, einstrophiges Lied’
2 ‘mehrstrophiges Lied’ (vgl. auch M. Baldzuhn, Vom Sangspruch zum Meisterlied, Tübingen 2002, S. 127-136 mit einem weiteren Beleg des 14. Jhs.; meist nicht eindeutig von 1 zu unterscheiden)
3 Gesamtheit eines (strophischen oder unstrophischen) dichterischen Werks größeren Umfangs, ‘Dichtung, Erzählung, Lied’ (vgl. auch Düwel, Werkbez., S. 203-205)
4 ‘Gesang’
5 phras.: jmds. ~ singen ‘jmdm. nach dem Mund reden, sich jmdm. anpassen’ (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 273)
   1 ‘Strophe, einstrophiges Lied’ in diser wîse [in diesem Ton] daz êrste liet / sing ich dem hoehsten herren Höllefeuer 1:1,1; ditz buch hebet sich an mit dryn liedern und sprechen also: [es folgen die drei Strophen des lyrischen Prologs] Minneb Inh. 10; mit rimen schon zwigenge sint disiu lieder worden / gemezzen rechter lenge, dar in ein don nach meister sanges orden JTit 499A,1; Rumelant (K) 11:1,5. 6:10,13; SM:UvS 23: 4,1. – überhaupt von (gesungenen, gereimten) Versen: dô wart gemerzîet / wunder von der hovediet. / si triben niwan daz eine liet: / ‘Tristan, Tristan li Parmenois / cum est bêâs et cum cûrtois!’ Tr 3362; Aleke bat Cunzen dem ein friunt gab hechte / in Kreken lant man nam of pant quam rechte / schalkes tat vur Xristofer ym zuͦ selbe sprach. / diz liet aller buͦche buͦchstabe besliuzet Meissner 2:18,4. 2:18,7. – im Pl. auch i.S.v. ‘mehrstrophiges Lied’ (vgl. 2): er videlte süeze dœne und sanc ir sîniu liet NibB 1705,3; niemer mê gesinge ich liet MF:Reinm 13: 6,9; sú singend lieder und sprechent schoͤnú gediht Seuse 26,5; KLD:UvL 46: 1,1; KvWTroj 19723    2 ‘mehrstrophiges Lied’ (vgl. auch M. Baldzuhn, Vom Sangspruch zum Meisterlied, Tübingen 2002, S. 127-136 mit einem weiteren Beleg des 14. Jhs.; meist nicht eindeutig von 1 zu unterscheiden): daz sint die siben frawde, ein liet daz der Rotten sang [Überschrift vor dem siebenstrophigen Lied] Kirchenl 486(App.). – hierher oder zu 1: ir getwerc huop ûf unde sanc / ein liet sô wünniclîche / daz si alle gelîche / ir selber vergâzen / die in dem sale sâzen Wig 1728; Ysengrin da trvnken wart. / in sines vater wise / hvb er vil lise / an, vnde sanc er ein liͤt ReinFu K,511b; MF:Mor 7: 2,3; SM:Te 6: 3,8; bildl.: der vröuden liet mir singet / min herze, wan ez ist gar vro RuprvWü 845; sin herze sang des jamers liet / nach siner vil lieben tohter Rennew 7646. 26316; JTit 4032,4    3 Gesamtheit eines (strophischen oder unstrophischen) dichterischen Werks größeren Umfangs, ‘Dichtung, Erzählung, Lied’ (vgl. auch Düwel, Werkbez., S. 203-205): daz liet, daz wir hie wirken, / daz sult ir rehte merken. / [...] / iz tihte der paffe Lamprecht / unde saget uns ze mêre, / wer Alexander wêre SAlex 1; der guote biscoph Guntere vone Babenberch, / der hiez machen ein vil guot werch: / er hiez di sine phaphen / ein guot liet machen VEzzo 4; ich spreche [erzähle] von Troyge daz lieht Herb 98; hie welle wir enden ditz liet Erinn 447. 437; TrSilv 2; UvZLanz 23. – für einen größeren Abschnitt eines Werks: daz ander lieth hat ende, / an daz dritte ich wende / min sinne Wernh D 2827 u.ö.    4 ‘Gesang’ – von Vögeln: dô diu amsel kamfte / mit der nahtegal, do hôrte man süezziu liet SM:Had 18: 5,10; disiu liet iu hât gesungen / vor dem walde ein vogellîn KLD: Wildon 3:3,6. – vom Sirenengesang: só sí [die Sirenen] gesehînt man ándemo mére varin. so sinen [singen] sio vílo scôno. unzin si [ihre Opfer] des wnnisamin lîdes so gelustigot werdin. dazsîn inslafin ÄPhys 5,6    5 phras.: jmds. ~ singen ‘jmdm. nach dem Mund reden, sich jmdm. anpassen’ (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 273): wellest aber von bœser diet / ungehazzet sîn, sô sing ir liet / und wis mit in ein bœse wiht, / sône hazzent si dich niht Tr 8412; vgl. ähnl.: swie du des pris enprises, / so wizze daz die kristen diet / gar singet dines willen liet Rennew 15250; im Sprichwort: die alten spruche kunden uns: wes brot man ezzen wil, / des liet sol man nu singen Stolle (Z) 101:J.32.2,14

MWB 3,3 1146,52; Bearbeiter: Hansen

liet|mettene F. hier lietmotti. in BrZw zur Bez. der Laudes im Stundengebet: wie an den sunnen tagin werde gitan daz lietmotti lob [ quomodo matutinorum sollemnitas agatur ] BrZw 12; wie gimainen tagin di lietmottin werdin gitan ebd. 13 u.ö.

MWB 3,3 1147,59; Bearbeiter: Hansen

liewe stF. lie

MWB 3,3 1148,1;

lieʒærinne stF. ‘Wahrsagerin, Seherin’ sortiarias: liezerin GlHerrad 1070

MWB 3,3 1148,2; Bearbeiter: Hansen

lieʒen stV. (IIb) auch liessen. 1 ‘(jmdm.) etw. zulosen, zuteilen’
2 ‘wahrsagen, orakeln, prophezeien’ (spez. durch ein lôʒ )
   1 ‘(jmdm.) etw. zulosen, zuteilen’ swann danne got des todes loz / mit sterben uf mich liuzzet / und mins lebens in verdriuzzet, / so habe nach mir die krone! Rennew 6935; baz möchte man die bösen von den biderben scharn: / die mislich varn, / den muz man mislich liezen Frl 5:26,9 (vgl. FrlWB, S. 214)    2 ‘wahrsagen, orakeln, prophezeien’ (spez. durch ein → lôʒ ): daz ir mîneme hêrren sô habet gelônet daz ir ime sînen choph [Becher] stâlet / dâ er ûz spulgte trinchen unt inne wonete liezzen? [ et in quo augurari solet Gn 44,5] Gen 2337; umbe das wichliche leit / rieten si und hiezen / mit ir loze liezen / wie si gein Gote tetin / das si in irzúrnet hetin RvEWchr 23506; von nigromanzîe / und von astronomîe / kunde er waz er wolde. / swaz man bevinden solde, / dar nâch kund er wol liezen RvEAlex 131. 1145. – subst.: nû hôrte er [Erec auf dem Weg zu Mabonagrin] untrôstes genuoc / und ir stille liezen [das heimliche Orakeln, Tuscheln der Bevölkerung] . / die liute im niht gehiezen / baz oder dehein senfter nôt, / wan daz im gewis wære der tôt Er 8688. 8124. 3347; ob din liessen dich niht trúget Marner (W) 3:3,5; an liezzen ist nieman mir gelich [ non sit similis mei in augurandi scientia Gn 44,15] GenM 96,21; RvEAlex 325; Gen 2364

MWB 3,3 1148,4; Bearbeiter: Hansen

lige stF. sunder ~ ‘ohne Aufenthalt, unverzüglich’ (?): darnâch kurzlîch, dô gelac / sente Catherînen tac, / dô quâmen sundir lige, / widdir heim kegn Rige / dî boten der legâten NvJer 26334

MWB 3,3 1148,31; Bearbeiter: Richter

ligelingen Adv. ‘liegend’ swaz liutes nâch des trankes trift / ze der erden sunken / und ligelingen trunken, / die beliben [die blieben in Gideons Heer, vgl. Idc 7,5-7] Reinfr 15870

MWB 3,3 1148,35; Bearbeiter: Richter

ligen stV. (V) auch (ge-)licken, likken ( Gen 2289. 745; Aneg 2542; Rab 71,3 ). 1 ‘liegen, ruhen (meist flach hingelegt bzw. hingestreckt auf einem Untergrund)’
1.1 von Personen
1.1.1 auf den Knien
1.1.2 von Sterbenden
1.1.3 von Toten ‘(bestattet) liegen, begraben sein’
1.1.4 tôt (erslagen/ erstorben...) u.ä., übergehend zu ‘tot/ verstorben sein’
1.1.5 euphem. jmdm. ‘mit jmdm. Sex haben’
1.1.6 ‘lagern, übernachten’
1.1.7 ‘jmdn. gebären, zur Welt bringen’ mit Gen.d.P.
1.2 von Objekten
1.2.1 allg.
1.2.2 etw. lâzen ‘etw. (auf sich be-)ruhen lassen, von etw. ablassen’
1.2.3 übertr. ‘lasten (auf jmdm./etw.)’
1.2.4 in der Wendung ligendes unde lëbendes zur Umschreibung alles Seienden
1.2.5 Part.Präs. ligende von Bekundungen/ Zeugnissen ‘schriftlich vorliegend’
1.2.6 Part.Präs. ligende im Ggs. zu ëʒʒende phant Pfandgut, das nicht gefüttert werden muss
2 lokal ‘sich (an einem best. Ort, in einer best. Position) befinden’ (auch übertr.)
2.1 allg.
2.2 topogr. (mit adv. oder präp. Erg.)
2.2.1 allg.
2.2.2 als Part.Präs. in der Wendung ligendeʒ guot (im Ggs. zu varnder habe ) ‘liegendes Gut, Immobilie(n)’ , auch übertr. auf Einkünfte daraus (weitere Belege s. WMU 2,1136f. und DRW 8,1330)
2.2.3 als Part.Prät./ Part.-Adj. mit Dat. auch ‘nahe gelegen, angrenzend’
2.3 jmdm./etw. nâhe(n) ‘nahe gehen, wichtig sein’ (meist mit positiv bewertetem Subj.)
2.4 ane/ bî/ in/ ze jmds. hërzen ; jmds. hërzen nâhe
2.4.1 ‘jmdm. lieb und teuer sein, am Herzen liegen’
2.4.2 ‘jmdm. nahe/ zu Herzen gehen, jmdn. intensiv betreffen’
3 modal ‘sich (in bestimmter Weise) befinden, sein’
3.1 allg. (auch unpersönl.)
3.2 ‘in einer best. Lage, einem best. Zustand sein, beschaffen, geartet sein’
3.3 bei Krankheiten u.ä.
3.4 von seelischem Befinden
3.5 gefangen/ in Ketten o.ä.
3.6 häufig in Beschreibungen von Natur ( heide, anger etc.) und bebautem Land, auch unter Kriegsumständen
3.7 ‘sich in einem best. Rechtszustand befinden, in einer best. Weise behandelt werden’
4 temporal
4.1 ‘liegen, stattfinden, sein, (auf einen Termin/ in einen Zeitraum) fallen’ (überw. mit ge- präfigierte Formen)
4.2 in verschiedenen Wendungen ‘festgelegt sein’
5 ‘enden, zum Erliegen kommen’ (überw. mit ge- präfigierte Formen)
6 ‘mit etw./jmdm. in Zusammenhang stehen, verbunden sein’ (meist mit ane und Dat. oder Pron.-Adv. dar ane )
6.1 kausal ‘an jmdm./ etw. liegen, auf... beruhen, in... begründet sein’
6.2 korrelativ ‘an etw./ jmdn. geknüpft sein, an etw./ jmdm. zu finden sein’
6.3 ‘rechtlich bezogen sein auf jmdn./etw., lasten auf etw.’ (weitere Belege s. DRW 8,1327f.)
6.4 ‘(in einer Liegenschaft) angelegt sein’
6.5 übertr. ‘verwandt’ (hier subst.)
7 obe/ unde(n/  r)/ nider ‘siegen, überwinden’ bzw. ‘unterliegen’
8 zum Funktionsverb verblasst mit hëlfe/ vrâge (ane/  bî jmdm.) ‘helfen’ , ‘fragen’
   1 ‘liegen, ruhen (meist flach hingelegt bzw. hingestreckt auf einem Untergrund)’    1.1 von Personen: dû wachest, slâfest, sprechest, gêst, / dû rîtest, ligest oder stêst, / sô ist dir gotes helfe bî RvEBarl 3966; duo lach der riche gotes sun / in einer vil engen chrippe VEzzo 181; sus lag er ûf im an der zît / und roufte in sêre widerstrît / bî sînem langen barte KvWHvK 295; des [seiner Entkräftung] wart die jungfrau geware; die reit bi im und hielt yn, da er yczunt von dem roß gevallen solt syn. da er ein gute wil also gelegen [gestützt, ausgeruht] hett uff der jungfrauwen, sie nam den kamp und gab yn im Lanc 613,17; StatDtOrd 59,1; Iw 5957; Parz 491,2. – mit Akk. eine suht ~ ‘krank darniederliegen’ (vgl. VMos unter 1.1.4 , s.a. 3.3 ): muste si eine sucht ligen! Elmend A 444. – Part. gelëgen hier ‘(krank) darniederliegend, bettlägerig’ ich han zuei wenige kindelin / die ein iar gelegin sin / die wir ie mostin tragin Roth 3165; do bat her die kuninginne / [...] / dat si uf hulfe zven hasten [l. haften ‘Bettlägerigen’ ] / von grozen uncreften / daz sin [...] mine kint / die lange crump gelegin sint ebd. 3190    1.1.1 auf den Knien: Eraclîus [betend] an sînen knien lac / die naht gar unz an den tac Eracl 4919; die mere kamen zu den frauwen die in dem múnster lagen uff yren knyen und betten Lanc 416,18; vgl. Ysaac [...] an sîneme gebete lach Gen 2686    1.1.2 von Sterbenden: daz kam alsô daz Jacobes tage verslizzen wâren unde gelac an sînem tode, unde sante nâch sînen sünen BuchdKg 28,2; ich siͤn dich in dim dotbed ligen MarlbRh 31,19; syn bruder [...] lag dotsiech Lanc 3,22; Macer 24,4    1.1.3 von Toten ‘(bestattet) liegen, begraben sein’ swanne ez dar zu queme / daz die kuniginne sterben solde, / daz sie ninder ligen wolde / wan da ir bruder were Rennew 35498; sie begruben in, da sin bruder lac Herb 7351; er liget hie etteswa bigraben Eilh R,1814; da bi [beim Tor] min svn Hector / bestatet lit Herb 13499; Eracl 360; sich, lægest dv vnder der erde, denne noch liez got siner chinde niht PrBerthKl 3,116    1.1.4 tôt (erslagen/ erstorben...) ~ u.ä., übergehend zu ‘tot/ verstorben sein’ daz vihe lit allez tot AvaA 1,3; ir lagen da me danne tvsent tot / vnde vil mange sere wunt ReinFu K,1260; dô im daz ros tôt gelac Iw 1119; Rol 4568; die zwene man, die wæren von der vergift tot gelegen Konr 3 W1,63; uil manige fur tot lagen Rol 319; Gen 534; die dâ torsten vehten, die lâgen alle erslagen NibB 98,1; GrRud C 30; swenne ich sî verdorben / unde ich lige erstorben / durch daz keiserlîche wîp KvWHerzm 296; mîn truhsæze hôchgelobet / von iu lît ermordet KvWHvK 191. – ohne Ergänzung: ei, Waridach, dû bist gelegen [(im Kampf) gefallen] Loheng 5721. – mit Akk. (vgl. Elmend unter 1.1 ): so muz er ligen den tot VMos 34,5. – übertr.: an werltlicher wünne / lag ir beider herze tôt KvWHerzm 223    1.1.5 euphem. jmdm. ~ ‘mit jmdm. Sex haben’ den sichtum habent aller meist di mit senften vnde mit gemache leben [...] vnde di uil bi wiben ligent SalArz 66,14. 63,25; lit ein iude bi einer cristenin, vindet man si bi einander an der hantgetat, so sol man si beidiu brennen StRAugsb 57,3; Mühlh 107,5; sie [...] sagete, daz ich were / der beste minnere, / der ie bi ir gelac Herb 17670; Wig 9052; NibB 630,2; BuchdKg 9,2. – vgl. ähnl. Konstruktionen: da wurde nâhen bî gelegen: / fröide unde spil ergieng da von in beiden SM:Te 7: 3,2; vil gerne ich wolde / loben die naht, ergienge ez immer sô / daz ich ir solde / nâhen ligen diu mich nu tuot unfrô KLD: UvL 2: 5,4    1.1.6 ‘lagern, übernachten’ mir ist harte vnmere, / daz diz folc hie lit. / sie sint kvmen durch strit Herb 1343; Alexander was von der stat, / dâ Darius mit here lah, / funf tageweide SAlex 2961; dâ man ûze liet, dâ sal der capellere die gecît zu rehter cît heizen lûten StatDtOrd 117,27; daz heidenishe her was so groz / daz ez wite muͦste ligen Rennew 14695; Ottok 3033; GrRud #g+d#g-b 47; Lanc 2,33; Parz 25,24. – mit präp. Erg.: Gawan und die andern barune vertroß das sie so lang an einer stat lagen Lanc 536,3; da lag er des nahtes by eim einsiedel in dem walde ebd. 219,27; dem sol sin techant gebieten, daz er [...] in dem cloͤster lige WüP 43,5; des nachtes lagen sie mit eim einsiedel [...]. er herbergt sie wol Lanc 167,35; dô sah er her daz grôze, daz ûf dem velde lac NibB 181,1; die umbe die burch lâgen, / sie ne dorften sich des siges niemer gerûmen VAlex 947; er liget uor Corderes der stete Rol 609; des nachtes lagen sie zu der jungfrauwen vatter huß Lanc 424,1    1.1.7 ‘jmdn. gebären, zur Welt bringen’ mit Gen.d.P.: Nausica eines kindes gelac; / einen son sie gwan Herb 17797. 18282; des hirten wîp dô kindes lac KvWTroj 564; die mutter was dot bliben da sie der jungfrauwen gelag Lanc 303,19; Parz 112,6. – mit Ersparung des Gen.: sô uns nû kumet diu zît / daz mîn swester gelît Greg 558    1.2 von Objekten    1.2.1 allg.: an deme selben tage gelac arca Noê uf den bergen Armenie Spec 147,27; vier soumschrîn [...] : / dâ ligent inne phelle breit Parz 11,17; GrRud #g+a#g-b 6; dâ wir schapel brâchen ê, / dâ lît nû rîf unde snê Walth 75,37; guot wîn mac ie so lange ligen, daz man in seiger siht SM:UvS 30: 1,7; die [Birnen, die] lang gelegen sint, alsô daz si niht faul sint, die sint gesünter wan die frisch von dem paum koment BdN 341,13. – von Körperteilen: die wîle lâgen mîn arme ûf ir schôz SM: Had 2: 4,5; der helt ûz sîme schilte / gemachet hæte ein küssîn, / ûf dem sô lag daz houbet sîn KvWSchwanr 264; brun, krus, lanc was im daz har; / vf sinen schuldern ez im lac Herb 3171. – von Lebewesen: Artûs valke al mite streich; / dâ wol tûsent gense lâgen. / dâ wart ein michel gâgen Parz 282,13    1.2.2 etw. ~ lâzen ‘etw. (auf sich be-)ruhen lassen, von etw. ablassen’ so wil ich truren lazen ligen / und wider an mine vræude komen Rennew 13368; diz mær wil ich lazen ligen ebd. 4676 u.ö.; hort der walt vnd daz stockach daz riche an, so solten sie ez lazzen ligen [unangetastet lassen] UrkCorp (WMU) 1490,4; ob [...] mein ochem [Oheim] eriben [Erben] gewunne, daz ich dann [...] den [...] helim [Helm als Teil des Wappens] an allen chrieg ligen lazze [überlasse] im oder seinen chinden DRW 8,1328 (Hauptmann,Wappenr.; a. 1337); Winsb 32,8; Ottok 28994. – jmdm. ane etw. ~ lâzen ‘jmdn. im Besitz von etw. lassen’ wir suln graven Thyebalden an dem halben teile lazen ligen an der vesti vnd an den liuten, die in der stat sint UrkCorp (WMU) 466,25    1.2.3 übertr. ‘lasten (auf jmdm./etw.)’ – mit ûf: owê, si wigt so kleine mîn herzeklichen nôt! / gnâde, [...] helfet mir inzît; / bin ich iu lange unmære, der tôt ûf mînem herzen lît SM:Had 32: 2,4; hergebent ùch vnd lant den strijt, / wann der dot vf ùch lijt! Krone 26957; ûf uns mang gebreste lît KLD: Kzl 18: 0,16; NibB 187,2. – mit ane/ in: sît iwer hazzen an mir lît Parz 136,22; diu wal an iu selber lit: / woͤlt ir tot sin oder genesen Rennew 30130; die forcht lag im in dem herczen als ein steyn Lanc 596,23    1.2.4 in der Wendung ligendes unde lëbendes zur Umschreibung alles Seienden: got hiz in wurchen / eine ueste archen / daz er darinne behîlte / alles des er wilte / ligentez unde lebentez / crichentez unde chresendez VMos 12,14; der got tes himilis, / wages unde luftes, / unde tes in dien viern ist / ligentes unde lebentes: / daz geskuofe du allez eino SEzzo 24; VEzzo 62; ja dienet uns allez daz dir ist, / ligendez unde lebendez Wahrh 166    1.2.5 Part.Präs. ligende von Bekundungen/ Zeugnissen ‘schriftlich vorliegend’ niman kan kein widemen bezugen, dan mit ligendem urchunde des keisers der lehen KlKsr 3,33    1.2.6 Part.Präs. ligende im Ggs. zu ëʒʒende phant Pfandgut, das nicht gefüttert werden muss: ist es ein essend phand, so sol er es fuͦren vf dü hût. ist ein ligend phant, so sol er es gehalten, als er dem gericht vnd dem kleger dar vmb welle antwrten DRW 8,1331 (Argovia; a. 1348)    2 lokal ‘sich (an einem best. Ort, in einer best. Position) befinden’ (auch übertr.)    2.1 allg.: der die helle brach, / der lac in dime libe MarseqM 31; swer der nezzeln wurzelen [...] uf den buch bindet, da gegin der milze ligt: is vertribet sine swlst Macer 4,11; Barth 130,11; sîn zimier was ein krône; / ein grôz rubîn dar inne lac Wig 396; ûf sînem schilte lac ein ar; / der was von rôtem golde gar ebd. 404; Parz 575,20; das man sins halsberges nit bekennen mocht, so dick lag das blut allenthalben off im Lanc 530,10. – von Abstrakta (oder Konkreta in übertr. Verwendung): in miner hant liget der din tot ReinFu K,1210; Lanc 108,15. 100,28; du rüerest mich / an mîn herze enmitten, dâ diu liebe liget Walth 42,26; da von mir ymmer under brust / ein nahe gendes leit muͦz ligen Rennew 11159; sîn wille in mînem herzen lît SM:WvT 5: 1,9; Parz 693,23; Iw 1050. ane/ ûf der/ ze wâge ~ : mîn tôt an der wâge lît UvZLanz 1778; unser êre und unser lant / vil gar ûf der wâge lît Iw 2937; Ottok 82988; der valsche [ vriunt ] ein quinti niht enwigt; / dâ wort, niht werc ze wâge ligt AMeissn (R) 250,11    2.2 topogr. (mit adv. oder präp. Erg.)    2.2.1 allg.: dise lant ligent alle in Asya Lucid 32,5; da inne [auf der Insel] ligent zehin burge ebd. 20,12; des küniges hûs enmitten lac Wig 201; nu gieng bruͦder Rennewart / da er daz closter ligen sach Rennew 10583; er quam in eine veste guot / mit al der hovediete sîn, / diu lît dâ sich der snelle Rîn / wil sêwen unde ergiezen KvWSchwanr 192; Lanc 544,13; PrMd (J) 343,28    2.2.2 als Part.Präs. in der Wendung ligendeʒ guot (im Ggs. zu varnder habe) ‘liegendes Gut, Immobilie(n)’, auch übertr. auf Einkünfte daraus (weitere Belege s. WMU 2,1136f. und DRW 8,1330): liginde guit undi varindi habi Mühlh 138,3 u.ö.; waz anders guͦtz da waer farnt oder ligent StRMünch 311,11; ez sy vm farende habe oder um ligende gut KlKsr 2,1; StRNordh 1,67    2.2.3 als Part.Prät./ Part.-Adj. mit Dat. auch ‘nahe gelegen, angrenzend’ im müesen wesen undertân / swaz im der lande was gelegen Greg 2271; die der lande pflâgen, / diu im wâren gelegen UvZLanz 1871; min lant ist ú ze wol gelegen, / des went ir niessen ze aller zit / durch das ir ime gesessen sit RvEWh 378; RvEAlex 4985; swaz er der veste, / die der strâze wærn gelegen, / gewinnen solt ze sînen phlegen Ottok 30586. 21018; Rennew 28651; Tr 8465    2.3 jmdm./etw. nâhe(n) ~ ‘nahe gehen, wichtig sein’ (meist mit positiv bewertetem Subj.): si ist mir dâ / lieb unde lît mînem herzen vil nâ SM:HvT 1: 3,6; diu mir an dem herzen lît so nâhen, / daz ir verrez vrömden græwet mich SM:UvB 2: 2,5; MF:Mor 4: 4,4. 20: 10; ich bin ez Magdalena, / di diner andacht lige na, / sit der zit daz du mich / besunder hast gezogen an dich Pass I/II (HSW) 41992; Pass III 401,80. – mit negativ bewertetem Subj.: Johannes weinte sere, / Maria michels mere, / wand ir di not naher lac Pass I/II (HSW) 6895. 39945; ouch was ein ander bruder da, / dem lac die regele alzu na [war ihm lästig] / mit ir strengen burde. / wie er ir vri wurde / dar uf suchte er manige wege Pass III 228,46; wîbes güete heilet smerzen, / der uns dike nâhe lît SM:KvL 18: 4,8; diu frouwe von der rede erschrac, / wand ir daz dinc sô nâhe lac KvWSchwanr 728. unnâhen ~ : der rat im unnahen lac [lag ihm fern, war ihm gleichgültig] , / den im riet sin geselle Pass I/II (HSW) 26106    2.4 ane/ bî/ in/ ze jmds. hërzen ~ ; jmds. hërzen nâhe ~    2.4.1 ‘jmdm. lieb und teuer sein, am Herzen liegen’ vil nahen im zu herzen lac / Maria, di vrouwe gut Pass I/II (HSW) 14160. 33226; ein wîp / diu in sîme herzen lac Parz 591,15; diu künegin mit zühten pflac / Gâwâns, der ir ze herzen lac ebd. 423,8; gedenket an diz scheiden, / wie nâhen ez uns beiden / ze herzen und ze lîbe lît Tr 18317; neizwie manegen samît / und rîche zerunge / gwan im diu vrowe junge, / wan er ir ze herzen lac UvZLanz 2777    2.4.2 ‘jmdm. nahe/ zu Herzen gehen, jmdn. intensiv betreffen’ groz ungemach, / daz an minem herzen lit Pass I/II (HSW) 34531; bî sîme herzen kumber lac Parz 176,30    3 modal ‘sich (in bestimmter Weise) befinden, sein’    3.1 allg. (auch unpersönl.): wie ez læg vmb daz chint LebenChristi 521; der tôt vor uns verborgen lît SM:JvR 1: 8,12; Eracl 3823; Tr 200; ir munt lît der süeze vol, / diu für trûren fröide gît KLD: UvL 56: 5,4; in stride lagen die lant Roth 2967; Parz 575,25; sin [des von Ajax erschlagenen Paris] schone mvnt, sin nase, / sine ougen, sine wangen / lagen da behangen / mit blumen, mit krute Herb 13984; ir hertze wart gar freuden bloz, / da sie in die stat kamen / und die warheit vernamen / daz die rede also lag [dass Jesus zum Tod verurteilt wurde] HvNstGZ 2775. 7227; ist mir dâ misselungen an, / doch gap ich ez wol, alse ez dâ lac MF:Reinm 9: 4,10; StRAugsb 165,20; StRMünch 119,29    3.2 ‘in einer best. Lage, einem best. Zustand sein, beschaffen, geartet sein’ ouch galt er mittem swerte / under wîlen einen slac / der vil wol ze staten lac Iw 6736; ir aller jehe lît dar an [die Aussagen aller gehen dahin/ liegen derart] , / haz der lige ie dem jungen man / mit grœzerem ernest an / dan einem stündigen [gereiften] man Tr 5099. – oft Part.Prät.: tes [Panthers] sito ist so gelegin ÄPhys 2,3; ditze buͦch redenot [...] uon dem lewen. wie siniu dinch gelegen sint JPhys 1,3; Athis C 158; swer frúntliche ist gelegen, / den kan die frúntschaft leren wol / wie er frúnde eren sol RvEWh 3962; Hestor prufet das die burg zu wunsche gelegen was in alle wise Lanc 373,31; UvZLanz (K) 2847; Mechth 4: 18,30. – hierher oder im Anschluss an 2.2.3? ‘günstig, passend’ (weitere Belege s. WMU 1,611): do von muz man mit gelegenen / worten die rime suchen HeslApk 1410; daz im gelegener [leichter] wurde / der selben sorgen burde Ottok 56247; vnd sal ich die bewisen, da es dem herzoigen gelegen si UrkCorp (WMU) N536,37    3.3 bei Krankheiten u.ä.: sô der mensche lît in dem starchen vieber Barth 130,34; di an der suchte ligen SalArz 9,41; daz ir an der suht / læget, daz moͤhte iu bezzer sin! Rennew 4237. 33940    3.4 von seelischem Befinden: in solhen vorhten er gelac, / daz er von herzeriuwen grôz / mit sînen ougen sich begôz RvEBarl 14230; ob diu lîebe mich nicht trœsten wil, / sô lig ich in sorgen lô [Lohe, Flamme] SM:Ro 9: 1,10; ja, herre got, wan woldes dû, / daz ich niht læge in leides drû [Falle, Fessel] ! SM:UvS 27: 5,4    3.5 gefangen/ in Ketten o.ä.: brinc disen imbîz balde hin / ze Babilône dâ Daniêl lît / gevangen KvHeimHinv 337; Iw 5092; swer gevangen leit dise zeit und er in der vancknuͤzz ist, so sol niemant chlagen hintz seinem leib StRMünch 402,7; diu lach [Hs. duͦ lage ] in charchâre Exod 2666; Gen 2000; UvZLanz 1689; Herodes wart gevangen. / in den romisken landen zwei jar lag er in panden AvaLJ 34,2. er ist doch âne schande, / lît er in minnen bande Parz 532,24. – ‘als Geisel dienen, Geiselschaft leisten’ in unterschiedlichen Konstruktionen (ausführl. s. WMU 2,1135): ald die andern búrgen súlen gisel ligen UrkCorp (WMU) 1844,17; were aber, das ir deheine sin selbes bedorfti, das er nicht ligen wolti ebd. 1498,25 u.ö.    3.6 häufig in Beschreibungen von Natur (heide, anger etc.) und bebautem Land, auch unter Kriegsumständen: secht, wie heid und anger lît / und wie der walt in tuften stât! SM:WvH 7: 1,3; so ist lîhte allez dürre, daz nu grüene lît SM: UvS 3: 3,4; diu heide in liehter varwe lît / von des meien blüete KvWLd 7,5; so wirt des riches garte / verwustet also sere / daz er muͦz ymmer mere / ungebuwen ligen gar Rennew 4103. 4460; Tannh 15,5. – von Siedlungen (wüeste, in kôlen ~ ): man raubt diu lant naht unde tac; / dâ von vil dörffer wüeste lac UvLFrd 530,20; diu schône Tyre lâgen [l. lâg en ] cholen [die Stadt Tyrus lag in Asche] VAlex 1025; Gen 2607. beströuwet/ vol(-leʒ) ~ : mit siechen lac daz velt bestreut KvHeimHinv 739; diu brücke lac beströut / mit tôten allenthalben Eracl 4802; beidiu wisen unde velt / vollez rîterschefte lac Wig 9787; velt vnde strazze / von den crichen vol lac Herb 11573; daz velt, daz lac toten vol ebd. 12035. 16228    3.7 ‘sich in einem best. Rechtszustand befinden, in einer best. Weise behandelt werden’ diu reht [...] an den aigenen diu in der stat ze burcrehte ligent StRAugsb 28,2; swelich man der nicht burger ist, vnd in der burgere buze lith StRNordh 1,68; waz ist geschen vor dirre zit, daz sal bliben ligende an sime rehte biz an den helen sundac und sal bliben ligende zu sime rehte UrkFriedb 65 (a. 1301); UrkPrivR 141,1 (a. 1332)    4 temporal    4.1 ‘liegen, stattfinden, sein, (auf einen Termin/ in einen Zeitraum) fallen’ (überw. mit ge- präfigierte Formen): do in den ziten gelach Herodis geburde tach AvaJo 26,1; Gen 1980; sælich muͤze sin der tach, / da iwer gebuͦrt an lach Dietr 5057; da hin si quamen alle ieso / umme unser frouwen hochzit, / alse ir geburte gnade lit Elis 4568; do der gesprochen tak / an ir hochzeit gelak, / ein michel volk chom dar Wernh A 1456; RvEBarl 14136; Hochz 910. – hierher?: dú zit úns zuͦ gahet / das úns der sumer nahet / und iezent uf úns lit RvEWh 5551; do diu ceit erfullet wart / nach unsers herren uf vart, / als ez an der zal lach / und ez chom uf den phinztak, / do waren die junger mit sorgen / indem hous verporgen GvJudenb 2887    4.2 in verschiedenen Wendungen ‘festgelegt sein’ gesprochen/ gemëʒʒen ~ : ich tuͦn ez in der selben zit / als der tac gesprochen lit Rennew 2334 u.ö.; dar nach shiere kam der tag / da hin daz zil gemezzen lag ebd. 32586. – Part.: Jacob dinote / Labanę genote / uil lanc duhte in daz zît / daz gelegen was / daz ime dev mait geheizen was VMos 25,14; do der tac / under gelegenen ziten gelac, / das si soltent ze Engellant / komen RvEWh 14610    5 ‘enden, zum Erliegen kommen’ (überw. mit ge- präfigierte Formen): vierzech tage unde vierzech naht der regen niene gelach Gen 702; der czorn des almehtigen gotes gelac Konr 1,38; Kchr 5068; diu vræude muͦste gar geligen Rennew 8877; die sint alle schuldik der selben galtnusse [...], und sol ouch damit gelegen sin StRAugsb 236,5; do sin klage was gelegen, / er sluc in von dem rosse nider Herb 5886; Iw 671; KvHeimHinv 845; KvWLd 14,39. – hier mit nider: wizzent, ob er möhte / gesprechen ihtes iht hie wider, / sîn rede læge sus niht nider KvWSilv 3424    6 ‘mit etw./jmdm. in Zusammenhang stehen, verbunden sein’ (meist mit ane und Dat. oder Pron.-Adv. dar ane)    6.1 kausal ‘an jmdm./ etw. liegen, auf... beruhen, in... begründet sein’ daz wazzer vliuzet von sîner eigenen natûre niderwert ze tal, und ouch liget sîn wesen dar ane Eckh 5: 45,7. 5: 199,2; al mîn fröide lît an ir KLD: GvN 1: 2,1; SM:WvK 5: 3,4; MF:Mor 2: 4,9; an disen drîn dingen: kûscheit, gehôrsame, zu lebene âne eigenschaft, liget dirre regelen craft StatDtOrd 29,31; in dem augapfel, dar an des gesihtes kraft ligt BdN 93,12; Parz 743,2; Lanc 221,13. – mit in: diu tugent und ouch diu untugent ligent in dem willen Eckh 5: 215,4    6.2 korrelativ ‘an etw./ jmdn. geknüpft sein, an etw./ jmdm. zu finden sein’ Rîchart was er geheizen, / und lag an im hêrlîchiu zuht KvWTurn 9; an einem munde sere wiͤt, / unmiltickeit und frazheit liͤt Physiogn 240; ez lît lob an ir SM:KvL 10: 3,4; nu gebristet mir túsches, des latines kan ich nit; so was hie [an dem Text] guͦtes an liget, das ist min schult [Verdienst] nit Mechth 2: 3,48; di groͤste craft ligt an der wurzeln unde an dem samen Macer 42,3; RvEBarl 1254; KLD:BvH 3: 3,4; Iw 5279; Parz 123,13; die gwalt lygen sol an eim burgraven von unser wegen UrkFriedb 73 (a. 1306). – mit bî, in: Artûs, bî dem ein site lac: / [...] Parz 309,6; dâbî sô vil wunneclicher wunne lît, / daz sich des nieman zende kan versinnen SM:UvS 20: 2,3; sô vil und sô grôzer vrume in dem lîdene liget Eckh 5: 257,8. ane/ in jmds. hërzen ~ : Abagarus sach zuhant / an sines antlitzes schin / so lustec ein geluchte sin, / daz im ein urkunde gab / grozer heilikeit her ab, / di an sime herzen lac Pass I/II (HSW) 33745; der wille in sînem herzen lac Parz 13,15    6.3 ‘rechtlich bezogen sein auf jmdn./etw., lasten auf etw.’ (weitere Belege s. DRW 8,1327f.): wa der zehent leit das stet hie geschriben UrkPölt 158 (a. 1286); dher zins lach an dhen stunden / zo Mocheym an Vreslant BraunschwRchr 2081; [zum purkrecht gehören] heuser, tischstet, fleischpenk, [...] und mairhof, und phenning gelt, wo das leit auf der erb ainem StRWien 119    6.4 ‘(in einer Liegenschaft) angelegt sein’ vnde daz selbe phunt geltes leit datze Stein an den houseren UrkCorp (WMU) N487,31 u.ö.    6.5 übertr. ‘verwandt’ (hier subst.): Elizabet din [Marias] gelegene / von alten dingen [...] sol chint gewinnen AvaJo 9,5    7 obe/ unde(n/  r)/ nider ~ ‘siegen, überwinden’ bzw. ‘unterliegen’ sweder ich gelæge under oder obe UvZLanz (K) 547; ir læget ob odr unde, / daz wolt ich durch iuch lîden Parz 366,24. 539,9 u.ö.; alsus lag er im obe mit craft Tr 392; wilen lagen die crichen obe, / bewilen lagen sie vnde Herb 5143; WhvÖst 17929; Rennew 31471; untruwe nemac nicht gesigen, / diu hochmuͦt muz ie unter geligen Rol 4886. nider ~ ‘unterliegen’ (zu 1?): swelich tugenthafter man / anderswa den pris gewan, / quam er dar, er lac dar nider / vnde quam nimmer me wider Herb 205; die heiden gelagen da nidere, / daz die helede guͦte / wuͦten in deme bluͦte Rol 852. – ohne Erg. ‘unterliegen’ er ist trost allir selen / vor deme der tuuel gelac / her tede ime einen michelen slach Roth 4447; si werdent hiute unser fuz schamel, / si geligent uil iamer: / wir zetreten si in ir pluͦte Rol 5814; swaz der kristen was gelegen, / der sêle müeze got phlegen Ottok 50703    8 zum Funktionsverb verblasst mit hëlfe/ vrâge (ane/  bî jmdm.) ~ ‘helfen’, ‘fragen’ ich sihe wol, tetragramaton / wil an uns mit helfe ligen / und werben daz wir gesigen Rennew 23629; der helt mit frâge bî im lac / wie stüende Rüedegêres leben Bit 748

MWB 3,3 1148,39; Bearbeiter: Richter

ligende Part.-Adj. subst. ‘die unter einem (nicht senkrecht fallenden) Bergwerksgang liegende, den Untergrund bildende Gebirgsmasse’ (Ggs.: hangende, dort auch weitere Belege): ich sag euch wie ez in der gruben stet: / ein ganch uber den andern get / crucewis mit einer swebeleiten / und beginnet sich breiten / vaste gegen dem ligenden hin Erz III 56,55

MWB 3,3 1155,31; Bearbeiter: Richter

ligeninc Adj. von Besitz ~ guot, Immobilien oder damit verbundene Zinseinnahmen/ Abgaben: vnse burgere haben sich des geeynith daz ein ixslich burgere vnd burgerinne or gut also vor scozze schollen daz su bi namen sollen sunderliche nennen waz ir iklich legeningis gutis habe in dem wichbilde vnd in deme vlure. ober daz waz he legeningis gutis habe in andirn steten. in dorfen. in velde. iz si an corngelde, phennikgelde oder an andirme legende guthe willicher leie daz si. da nach sal ein iclich alle sine varde [l. varnde ] habe wa he su habe nenne StRNordh 1,67

MWB 3,3 1155,39; Bearbeiter: Richter

liger stN. ‘Grabstätte’ (vgl. lëger 5): wiͤr weln auch mer vnser piuild [Totenfeier] , vnser liger datz dem graͤn chloͤster datz Reun UrkCorp (WMU) N514,4

MWB 3,3 1155,51; Bearbeiter: Richter

ligerinc stM. ‘Fußsohle’, in Glossen des 12./13. Jh.s, vgl. AWB 5,919

MWB 3,3 1155,55; Bearbeiter: Richter

ligerlinc stM. ‘bettlägerige Person’ (s.a. betterise swM.): so hat er [Christus] gehailet die betterisen [Bettlägerigen] unde die ligerlinge. [...] die ligerlinge als siech sint. dc si ab ier bette niemmer mugen chomen, man helfe in danne PrSchw 1,116; do braht man im ainen betterisen alder ainen ligerlinch [ paralyticum Mt 9,2] der lach an sinem bette ebd. 1,124

MWB 3,3 1155,57; Bearbeiter: Richter

lign(um) aloe Subst. âlôe

MWB 3,3 1156,1;

ligûrius stM. ein Edelstein, Lyncurium (vgl. Lecouteux, Pierres, S. 171-173; s.a. lincisse , luhsstein ): cornîol unt jaspîs, / echîtes unt îrîs, / gagâtes unt ligûrîus, / abestô unt cegôlitus Parz 791,15; sein [des Luchses] harm wirt zuo ainen edeln stain, der haizet ligurius BdN 146,32; ligurius haizet luhsstain ebd. 450,34; Serv 558; Martina 50,85

MWB 3,3 1156,2; Bearbeiter: Richter

lîhære stM. ‘Verleiher’, s. DRW 8,1171-1173 mit Belegen ab dem Ende des 13. Jh.s

MWB 3,3 1156,9; Bearbeiter: Richter

lîhe stF. Bedeutung unklar, ‘das Darreichen, Erscheinen’ (?), vgl. Anm.z.St.: verswindende wart verlorn / von den zen hornern drie / vor des antlitzis lihe / disses hornis hie bekant [ et tria de cornibus primis evulsa sunt a facie eius Dn 7,8] Daniel 5784

MWB 3,3 1156,11; Bearbeiter: Richter

lîhen stV. (Ib) Pl. Ind. Prät. und Part.Prät. auch (ge-)luhen, (ge-)luwen, detaillierter dazu s. 2 5Mhd. Gr. § M 76, Anm. 1, u. Weinhold, Alem. Gr. § 333. ‘ausleihen, verleihen’ (s.a. borgen 3; lêhen stN.) 1 ‘(jmdm.) (etw./jmdn.) leihen, (zur Leihe/ als Lehen) geben’
1.1 allg. (von Ländereien, Räumen, beweglichen Gegenständen, Geld usw.)
1.2 ‘(Rechte/ Ämter) verleihen’
1.3 von Personen bzw. deren Diensten (mit Akk.d.P.)
1.4 ‘gewähren’
1.5 in Verbindung mit gëben (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 273)
1.6 übertr.
2 unsicher, ob in umgekehrter Perspektive ‘(von jmdm.) ausleihen, (zur Leihe/ als Lehen) erhalten’
2.1 allg.
2.2 übertr.
   1 ‘(jmdm.) (etw./jmdn.) leihen, (zur Leihe/ als Lehen) geben’    1.1 allg. (von Ländereien, Räumen, beweglichen Gegenständen, Geld usw.): wir suln alliu dinc haben, als ob sie uns gelihen sîn und niht gegeben Eckh 5: 296,5; ab iz [ein Pferd] wol geligen were oder ab he iz gemietet hette StRFreiberg 260,26; do cronete man in mit golde / vnd leh ime ein lant dar Roth 4720; vil gewan er ze schaffen, / ê er in allen gelêch Ottok 12789; liber freunt, lich mir drier brot! PrOberalt 102,33; der künic, mîn hêrre, lêch mir gelt ze drîzec marken Walth 27,7; die mönch lehen im ein fast schön kamern, da er gemechelich inne was Lanc 197,30; UrkCorp (WMU) 1800AB,6,2; StRMünch 362,13; StrKD 138,5; und sol auch ir [der Töpfer] dheiner dhein kammer, gewelb noch gaden niht besteen [erwerben] hie in der stat, und sol in daz auch niemand leihem [sic] weder umb zinse noch sust NüP 272; WernhMl 2522; Tr 18941; SpitEich 31,2. daz ir mîn lêhen lîhent hin KvWHvK 493    1.2 ‘(Rechte/ Ämter) verleihen’ hât ein pfaffenfürste gerihte von dem künige, der mac niht gerihten wan ze hût unde ze hâre, und enmac nieman dâ von deheinen ban [Gerichtsgewalt] gelîhen dâ ez den liuten an daz bluot gât SpdtL 164,5. 197,19; den bischof er mit listen bat, / daz er bestetigen wolde gar / die vriheit, die sin vorvar / im und ouch den andern lech Pass III 55,37; die bvrgere sun [sollen] einen gebivtel welen, dem der schultheiz das ampt lihen sol UrkCorp (WMU) 678AB,10,11; GenM 82,3    1.3 von Personen bzw. deren Diensten (mit Akk.d.P.): sô sult ir mir lîhen einen suochman / und etelîchen bracken NibB 913,3. 914,2; ich wil uch einen knappen lihen Lanc 94,7. 94,11; die koniginn lehe yn ir jungfrauwen eine, die dem ritter die bottschafft solt sagen ebd. 266,6. 293,29; von den dy ir wip lygin den markt lutin [die ihre Frauen den als Gast aufgenommenen Marktleuten überlassen] MarcoPolo 14,1; NvJer 26429. zuo iu hân ich guoten wân, / daz ir mir vrou Uoten lîhet [vgl. bringt si zuo uns in daz lant (v. 588,9)] Virg 590,10    1.4 ‘gewähren’ er [Randolt, der Hirsch,] getorste dem kvnige niht verzihen, / ern mvͤst im einen riemen [aus seiner Haut] lihen / von der nasen vntz an den zagel ReinFu K,1968; lich daz vater best mæist daz dv sun gotes vnd gvͦt geist richsend ewiclichen schinvnde trivalticheit vber alle gvͦt werelt [interl. zu presta hoc genitor optime maxime hoc tu nate dei et bone spiritus regnans perpetuo fulgida trinitas per cuncta pie secula ] PsM H 68,6; der chünig wolt darzu [zum Fest der Reliquienüberführung] leichen, / wer umb chain schult / nicht hiet des reichs hult, / der het frid dar und dan Hawich 4343    1.5 in Verbindung mit gëben (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 273): sie ist gnadich vnde riche / ze geben unt ze lihen Wernh D 5095; ichn wart nie manne sô holt / dem ich diz selbe golt / wolde lîhen ode geben Iw 2949; er lêch unde gap, / swaz er varunder hab / het in sîner gewalt, / unz er ein her manicvalt / zuo einander brâhte Ottok 21036; alle lút [...] lúchent ir [Maria] und gabent / wes sú ir bresten sachent WernhMl 4467; Eracl 2427; EnikWchr 14781; Wh 152,18    1.6 übertr.: dat du din herz im woldes lien MarlbRh 76,34; dô dir got fünf sinne lêch, / die hânt ir rât dir vor bespart Parz 488,26; got lihet ir [Maria] die ere Wernh D 3132; GenM 58,21. lîch rîch lêhen mir, / wîp! KvWLd 26,19; man lêch dâ [im Kampf] strengiu lêhen [d.h. man teilte Schläge aus] / ân aller slahte bürgen KvWTurn 1078    2 unsicher, ob in umgekehrter Perspektive ‘(von jmdm.) ausleihen, (zur Leihe/ als Lehen) erhalten’    2.1 allg.: swaz man ainem leicht oder setzt, daz sol man im unverderbtez wider geben StRMünch (A) 38; wir [...] duͦn kunt allen luden, daz wir [...] hern Baldewin erczbischof zuͦ Trir von lihens wegen schuldig sin vi iii xxxiii cleyne gulden penninge MGHConst 8:75,34 (a. 1346)    2.2 übertr.: man galt ez hart, daz man dâ lêch ErnstD 4865

MWB 3,3 1156,17; Bearbeiter: Richter

lîhen swV. 1 ‘geben, gewähren’
2 jmdn. ane sich ‘jmdn. durch ein Lehen an sich binden’
   1 ‘geben, gewähren’ gantz urloub er lihete / abe sin von dem aze [er gab die Erlaubnis, von den Speisen (des Königs, vgl. Dn 1) Abstand zu nehmen] Daniel 252; Got vater en gezwiete [erhörte ihn (Daniel)] , / siner vernumft er liete [l. lihete ] / gar die heimelichekeit [das Geheimnis (von Nebukadnezars Traum)] / irkennen ebd. 694    2 jmdn. ane sich ~ ‘jmdn. durch ein Lehen an sich binden’ er hete an sich geliet do / durch gut Maximianum Pass III 486,68

MWB 3,3 1157,37; Bearbeiter: Richter

lîhenisse stF. hier -nüst. ‘Recht, etwas als Lehen zu vergeben’ wir behalten vns och daz reht, waͤry daz der vorgenannte Maͤrhelt oder sin erben den vorgenannten altar verlühen ainem manne, den man mit reht versprechen moͤhti, oder mit dehainer hande symonie, daz denne dez selben males dü lihenüst dez vorgenannten altares vallen sol an die tumherren sant Mauricien kirchen ane alle widerrede UrkHohenb 306 (a. 1333)

MWB 3,3 1157,47; Bearbeiter: Richter

lîhkouf stM. lîtkouf

MWB 3,3 1157,56;

lîhlewe stF. ‘Narbe’ (vgl. ahd. lîhleuuî, AWB 5,981, und mnd. lîklawe, Schiller/  Lübben 2,697): sin antzlit was im vol lilewen Lanc 328,11

MWB 3,3 1157,57; Bearbeiter: Richter

lîhte Adv. (zu 2lîhte Adj.); häufig mit vil verstärkt. 1 ‘leicht, mit Leichtigkeit’
2 ‘vielleicht, möglicherweise, eventuell’
3 ‘ein wenig, in geringem Maße’
4 ‘gerne, lieber’ ?
   1 ‘leicht, mit Leichtigkeit’ ei, wiͤ lichte du diͤ bürden druͤges! MarlbRh 42,15; sô mach man den bôsen aller lîhtest chiesen Gen 771; vogele deuwent sich lichter denne andir vleisch SalArz 17,39. 18,47; nu began des tievils rat / daran gedenchin das das wip / vil lihtir gemuͦtin lip / ze gehin dingin hete RvEWchr 352. 15690; KvHelmsd 2559; Frl 13:48,4; UrkCorp (WMU) 1142AB,32; Barth 149,12    2 ‘vielleicht, möglicherweise, eventuell’ [der Fürst] bat mit allem vlize do, / ob er da lichte sturbe, / daz man [...] legete sinen lichamen / bi sante Stephanum alda Pass III 47,51; UrkCorp (WMU) 93,6; waz, ob ir iuch vil lîhte baz bedenket noch? SM: UvS 36: 4,6; alsô tuon wir noch hiute in der werlte, als uns got in ein arbeit lât komen, lîhte an vriunden die wir verliesen, oder daz uns der lîp von siechtuom abe gât, sô ruofen wir got an BuchdKg 12,7; StRAugsb 94,4; ReinFu K,1766; BdN 109,32. – mit höherer Wahrscheinlichkeit, bis hin zur Gewissheit ‘vermutlich, sicherlich’ lîde ich durch got, wærlîche, sô wirt mir lîhte trôst und vröude allez mîn lîden Eckh 5: 52,2; ir hercz ist villicht fast edel, das hat man dick gesehen Lanc 245,31; ez tuot ein leit nâch liebe wê; / sô tuot ouch lîhte ein liep nâch leide wol MF:Reinm 12: 4,2; der [Angebeteten] mac ich vergezzen niemer mê. / daz tuot mir nû vil lîhte wê ebd. 24: 4,6; Iw 7016; HeslApk 6780    3 ‘ein wenig, in geringem Maße’ wenn er [ der sneck ] kreucht, sô strecket er diu hörner; aber wie leicht man in anrüert, sô zeucht er diu hörner ein BdN 303,4; auch ist der wein leiht zæh gewesen ebd. 94,14; swem wê ist umbe die brust, daz merch dâ bei. er swizet gern umbe die brust [...] und ist lîht grüene under den ougen Barth 157,11; KvHeimHinv 564    4 ‘gerne, lieber’?: were aber, daz einer des [Aussage unter Eid] nicht tuͦn wolte dar umme, daz er lichte nicht hete gesworn, der sal die stat rumen in achte tagen also lange, biz er gesweret die warheit ze sagene WüP 7h,7

MWB 3,3 1157,60; Bearbeiter: Richter

lîhte stF. 1 ‘Leichtheit, Leichtigkeit’
2 ‘Unbeschwertheit, leichtes Gemüt’
   1 ‘Leichtheit, Leichtigkeit’ durch die lîhte in [den kostbaren Stein] dünne sneit / swer in zeime tische maz Parz 233,22; des steines geslehte, / sîne lîhte und sîne swâre SAlex 7205; Parad 35,13. – in verderbter Stelle; hierher: ez mac vil [Obj.] lichte [Subj.] dez windes, / der vedern wet Frl 7:19,9    2 ‘Unbeschwertheit, leichtes Gemüt’ hab auch lieb die peicht, / sy schaffet deinem herczen leicht, / sy ringert dir deinen sweͣren mut HvBurg 2996. – übergehend zu ‘Leichtsinn’ swer von sînes muotes lîhte / sich in sünde stoezet, / der hât die sêle enbloezet LvRegFr 4183; das er sich an die lihte lie, / das was yme geschehen nye Krone 26298

MWB 3,3 1158,37; Bearbeiter: Richter

1lîhte Adj. ‘glatt, geglättet’ er [Gott] sprach ze dem herren Noe. fac tibi archam de lignis leuigatis [Gn 6,14] . er sprach. mache dir ain arche von lihtem holze PrSchw (St) 1,73

MWB 3,3 1158,51; Bearbeiter: Richter