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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   laquariz - lasterbërc    


laquariz F. → lakeritze

MWB 3,3 897,25;

laquiricia F. → lakeritze

MWB 3,3 897,26;

larche F. ‘Lärche’ (s.a. lerchboum ): cipresse, kasse, mandel, mirre, zeder, larke, / prisilia, triasandel und aspinde, dar uz Noe di arke / worcht JTit 301,1

MWB 3,3 897,27; Bearbeiter: Richter

lære Adj. ‘leer, ohne Inhalt, ohne die erwartbare Ausstattung; (einer Sache) ledig, frei (von etw.)’ 1 ohne Gen.
1.1 von Hohlkörpern u.ä.
1.2 von Gebieten, Orten o.ä.
1.3 von Gegenständen (Schiff, Bett, Sitzplatz o.ä.)
1.4 ‘frei, unbelastet, befreit’ (meist in Verbindung mit lëdic , vgl. unten 2.2 , s. ausführlich WMU 2,1091f.)
1.4.1 bezogen auf Besitztümer
1.4.2 bezogen auf Personen
1.5 ‘gehaltlos, ohne Wahrheitsgehalt, bedeutungslos ’
1.6 ‘ohne Ertrag, mit leeren Händen’
1.7 übertr. ‘erfolglos, wirkungslos, vergeblich’
2 mit Gen. ‘einer Sache ledig, frei von etw., ohne etw.’
2.1 allg. (von Hohlkörpern, Gebieten, Gegenständen, Personen; vgl. ähnl. unter 1 )
2.2 ‘frei, unbelastet, befreit’ (vgl. oben 1.4 )
2.3 ‘frei, losgelöst’
2.4 oft mit Abstrakta
3 mit präp. Erg.
   1 ohne Gen.    1.1 von Hohlkörpern u.ä.: di cisternin wurdin leri: / des chomin di luiti / in eini vil starchi noti LobSal 62; ein tieffir charchære, / der stuont alle wile lære Hochz 169; min malhe [Beutel] ist worden laere Tannh 14,47; PrOberalt 172,16; RvEBarl 12778. 12952; RvEWchr 1828; EnikWchr 27140; ain lær airschaln, auz der ir toter und allez ir weiz datz ainem klainen löchlein gezogen sei BdN 83,33. – von Hand/  Händen: sîn volliu hant wart lære [weil er den verstochenen Speer aus der Hand legte] Wh 389,27; chum ich den mit leren handen [ohne etwas zu bringen] , / so wold ich liber hinne bliben Erz III 56,108; daz sî mit lêrin hendin / nicht inwoldin kumin heim NvJer 19709; der man gienc mit lerer hant [ohne Habseligkeiten] , / wand ungelucke im nicht enlie Pass I/II (HSW) 39288. – von Organen u.ä. des menschlichen Körpers oder diesem selbst: er wolde niht ir læren magn / überkrüpfe lâzen tragn Parz 201,13; muoz aber der mensch auz gên, der schol vor ezzen und trinken, daz der luft den leib iht lærn begreif BdN 96,12; vindet der ezzeich den magen vol, sô entsleuzt er in, vint er in aber lær, sô besleuzt er in und zeucht in zesamen ebd. 353,2; [Brunnenkresse] ist an der kraft haiz und trucken und derret die faulen fäuht in lærem leib ebd. 410,9; subst.: ezzic [...] vert schire durch di adirn di lit. vnde twingit di leren. vnde losit di uollin SalArz 21,41; BdN 112,16    1.2 von Gebieten, Orten o.ä.: sine helede sint alle erslagen, / Yspania stat elliu lare Rol 7337. 162; RvEWchr 2834; dennoch waz diu stat lære diu die heidenschaft erfuͤllen schol PrOberalt 123,15; dhein winkel [bei Hof] was sô lære, / si wurden alle herren vol Ottok 13040; ir tuot uns hiute [durch exzessives Jagen] lære den berc und ouch den walt NibB 940,3. die riche die stunden lere [waren (nach dem Tod des Kaisers) herrenlos] TrSilv 33 = Kchr 7806    1.3 von Gegenständen (Schiff, Bett, Sitzplatz o.ä.): swer vindet ein schif eine / ergraben in eime steine / und daz schif gar lære / âne marnære: / daz ist ze allen dingen guot / und gît gelücke und hôhen muot Volmar 913; swenne daz si, daz der selben drier bette ains lere stande, daz man in daz enbiete, daz si dar an legen, swen si wellen UrkCorp (WMU) 2056,46; sin stul stunt lare AvaLJ 201,1. – von Satteln bzw. Pferden, deren Reiter herabgestoßen wurden: Brandenburc der reine / und ouch der Mîssenære / vil rosse machten lære, / wan si dâ wurfen mangen abe KvWTurn 1022; er begunde justieren / und machte satel lære UvZLanz 3113; NibB 792,2; Wh 420,24    1.4 ‘frei, unbelastet, befreit’ (meist in Verbindung mit lëdic, vgl. unten 2.2, s. ausführlich WMU 2,1091f.)    1.4.1 bezogen auf Besitztümer: vnt also, daz es nach sinem tode ledeclîch vnt lere hoͤren sol an die kilchvn ze Vilingen UrkCorp (WMU) 3362,33; vnd swanne der vor genande her Vͦlrich Sumbri stirbet, so ist dem spitale das hus ledich vnd laͤre ebd. 708,39; dar nách ist v́ns dú selben kylche mit allen ręhten, mit allen nv́tzen vnd mit aller zuͦgehoͤrde von ime vnd von sinen erben ledig vnd leͣre áne alle widerrede UrkFürstenb 2,77 (a. 1322)    1.4.2 bezogen auf Personen: daz die vorgeseiten, der schvltheize, der rat vnd alle die gemeinde von Berne, vmbe ellv́ die gelt, vmbe ellv́ dv́ phender [...] svllen sin von menlichem vri, lidig vnd lere nv vnd iemer UrkCorp (WMU) 1984,29    1.5 ‘gehaltlos, ohne Wahrheitsgehalt, bedeutungslos ’ swas er [der Prophet Samuel] tet wissagende irkant, / des beleip an der geschiht / ein wort lêre und gelogin niht: / got irfulte zallir stunt / swas wissagende sprah sin munt RvEWchr 22124; noch dan vindit di fornuft daz si lere ist und vil me bekennen mac Parad 34,16; also mac di fornuft alle dinc begrifin und blibit doch lere ebd. 34,20    1.6 ‘ohne Ertrag, mit leeren Händen’ ir vogelære / komt mir fruo niht lære! / vâhet mir zwei hundert gîr grôz, / raben vil und ir genôz EnikWchr 18056; si [die bösen Weingärtner] begriffen en [den Knecht des Herrn] und slûgin en und lîzen en lêre EvBeh Mc 12,3    1.7 übertr. ‘erfolglos, wirkungslos, vergeblich’ darnâch sî [...] sich wantin / zum Colmin vor dî vestin / und dî âne restin / sturmetin mit allir macht / einin tag und eine nacht, / daz îdoch was lêre, / want sich dî burgêre / menlîch ir dirwertin NvJer 14741; ûf daz nicht lêre / sô gar dî reise wêre ebd. 19536    2 mit Gen. ‘einer Sache ledig, frei von etw., ohne etw.’    2.1 allg. (von Hohlkörpern, Gebieten, Gegenständen, Personen; vgl. ähnl. unter 1): [Malfer trug etwas Schweres mit solcher Leichtigkeit] / als ein wip treit einen kruͦg / der gar ist wazzers lære Rennew 32061; Wh 190,10; diu heide ist bluomen lære KLD: GvN 33: 1,2; Iw 661; diu ros liufen an den wegen / irre und herren lære UvZLanz 3363; michel wunder in des nam / wie er dar komen wære / gewandes alsô lære [ohne Kleider] Wig 5799. man hœret dâ niwan wê! wê! / schrîen die langen naht; / des tages ist ez âne braht / und alles schalles lære Wig 4312    2.2 ‘frei, unbelastet, befreit’ (vgl. oben 1.4): vnd wenne ich enbin, so sol alles min guͦt in dem brugholz vnd der zins, der da von gat, sin lidig vnd lere des vorgenanten gotzhuses UrkCorp (WMU) 2375,5; er [...] wolt ir alles das ledig laßen und lere des er michel bezugunge off sie hett gehabt und darumb er sie besprochen hett Lanc 149,28    2.3 ‘frei, losgelöst’ dû solt wizzen: lære sîn aller crêatûre ist gotes vol sîn, und vol sîn aller crêatûre ist gotes lære sîn Eckh 5: 413,3    2.4 oft mit Abstrakta: sol got hân lêrære, / sô ist er selbe lære / gotlîcher wîsheit RvEBarl 13020; êren lære UvZLanz 429; meien zît uns komen wil / aller sorgen lære KvWLd 29,16; SM:JvR 1: 2,10; er ist bôsheit und untriu lær EnikWchr 10510; Wig 11604; si ist gar wandels lære SM:Had 30: 1,11; ich kiuse ouch herren êren vol und schanden lære KLD: Kzl 3: 4,6; EnikFb 890; daz lêrt iuch herzen swære / und macht uns freuden lære Parz 556,24 u.ö.; freuden wart dâ maniger lære, / der den jâmer het gesehen Ottok 9173; EnikWchr 8147; KLD:UvL 6: 3,11    3 mit präp. Erg.: – mit ane: daz er were / an sulcher tugende lere Pass III 54,74. – mit von: der fürste Blœdelîn / der hiez dâ lære machen vil manic leitschrîn / von silber und von golde, daz wart dâ hin gegeben NibB 1373,2; der rieme [...] was ninder lære / von gesteine noch von golde Wig 325; [die Bienen] machent die obersten drei zeil [der Wabe] lær von honich BdN 289,11. – mit vor: in die kemenâten sân / gienc diu küngîn unt die zwêne man: / vor den andern bleip si lære [andere kamen nicht hinein] Parz 423,3

MWB 3,3 897,31; Bearbeiter: Richter

lære stF. ‘Leere’ daz [Ohnmacht] irget uon grozer vulle. oder uon grozer lere [im Körper] SalArz 46,16; groze lere geschit uon ummezlicher treibe. vnde uon ummezlicher speie. vnde uon dem blute daz da vluzit durch di nase. vnde uon ummezigeme sveize ebd. 46,24. 47,2. 47,5

MWB 3,3 899,37; Bearbeiter: Richter

læren swV. auch mit Präfix ge- ( StrDan 7527; Ottok 17340 ). 1 ‘etw. leeren, leer machen’
2 ‘etw. entnehmen, ausgießen’
3 ohne Obj. ‘leer werden, etw. ablegen’
   1 ‘etw. leeren, leer machen’ – von Gefäßen u.ä.: Wolvesgoume und Wolvesdarm / unde Wolvesdrüzzel / lârten manege schüzzel / und manegen becher wîten / ze den selben hôchzîten Helmbr 1554; si begunden læren / diu guoten vaz mit wîn Ottok 696; Krone 1568; e ez [der Säugling] des sugens erwunde, / ez het die brust gelæret gar Rennew 10219; swer di warzen wil uertriben. der sal des ersten den lip leren der vuchte da uon si da sint SalArz 76,46; den buch leren ebd. 63,34. – mit Ersparung des Obj.: du samftis vnde sweres, / du uollis vnde leres Litan 84. satel ~ (indem man den Gegner aus dem Sattel stößt): manigen satel læren / sach man si und rûmen Ottok 16324; doch mügen wir satele læren / mit flatschen [breiten Schwertern] wol snîdunden Bit 6532. – ‘etw. (ein Land) ausnehmen, ausrauben’ ich gehôrt nie mê / [...] / daz [...] / sô grôziu guot ze einem her / in roubens wîs getriben wæren. / möht ein lant ieman gelæren, / daz solt dâ wol geschehen sîn Ottok 17340    2 ‘etw. entnehmen, ausgießen’ swer kunst unde wîsheit / beidiu in sîn vaz leit, / der mac wol haben unde geben [der behält sie, auch wenn er sie an andere weitergibt] . / sol er tûsent jâr leben, / swaz er darûz [aus dem vaz ] gelæren kan, / ez wirt dâvon niemer wan [wird nie leer] StrDan 7527; ez næht nu wilden mæren, / diu freuden kunnen læren [zunichte machen] / und diu hôchgemüete bringent: / mit den bêden si ringent Parz 503,2    3 ohne Obj. ‘leer werden, etw. ablegen’ sîn herz an schanden læret / und ûffet an den êren [nimmt an Ansehen zu] Reinfr 7018; zihant mit larinden henden vnde daz si scvͦfen vnriuollut [unvollendet] lazzende [ mox exoccupatis manibus et quod agebant inperfectum relinquentes ] BrZw 5

MWB 3,3 899,43; Bearbeiter: Richter

lærenbiutel stM. ‘Leere den (Geld-?)Beutel’, sprechender Personenname: alle sache sint enwiht, / habent si der vürsprechen bî in niht: / wenne Abelœser und Nemehart, / Nimmervol und Nagehart, / Schindengast und Lügenhart / [...], / Lêrenbiutel und Füllensac / pflegent des hofes naht und tac Renner 9075

MWB 3,3 900,16; Bearbeiter: Richter

lærennapf stM. ‘Leere das Trinkgefäß’, sprechender Personenname: swer trinket, der ist ein lêrennapf Renner 16182

MWB 3,3 900,23; Bearbeiter: Richter

larikant (?) stM. ein edler (strahlend weißer) Stoff: diu selbe riche banier zier / was von drien stucken, / [...] : / daz ober und daz under / stuͤcke was geroͤtet / [...]; / daz drittail wiz begarwe / da durch was schon geblenket, / ain larikant gelenket / waz daz selbe lachen, / daz wizz varwe swachen / kan mit uͤber wizzen WhvÖst 16550. 2307; ir gewant was nach kuͤnclicher art / geworht uz aim larikant ebd. 10917; auch was nach listes siten / ir mantil, rog gesniten / uz wizzem larikande. / zwar wizer wiz erkande / nie bie minen tagen ich Baldem 95 (entspr. von wiͤzzem larichande Hornb 2,113 ). E. Öhmann erwägt, das Wort als Verlesung zu barchant zu stellen ( Kleine Beiträge zum deutschen Wörterbuch 3, in: Neuphilologische Mitteilungen 51 (1950), S. 117–122, hier S. 118–120).

MWB 3,3 900,26; Bearbeiter: Richter

larrûn, latrôn stM. zu afrz. larron (auch ladron, ladrun, vgl. Tobler/  Lommatzsch 5,196–200), zu lat. latro, s. Suolahti 1,150; loderun evtl. unter Einfluss von mhd. loter. Ab dem 13. Jh. belegt. ‘Straßenräuber, Strolch, Verbrecher’ da han ich erslagen / vil starker manne nuͤne, / und waren daz larruͤne [Laa. larivne, karrune, garruͦne ] : / sie wolten mich beraubet han Rennew 34066; daz [Gottes Barmherzigkeit] ist uns, hêrre, bewîset wol / an dem latrône, / der an dem criuze frône, / got hêrre, an dich umb riuwe warp UvEtzAlex 14823; torste ich in [Bischof Brun von Augsburg] heizen loterûn [Hs. lod- ] / den selben ungetrûwen wiht, / durch in selben liez ichz niht EbvErf 2538

MWB 3,3 900,42; Bearbeiter: Richter

larventier stN. ‘schrecklich anzusehende Kreatur’ als Umschreibung des Teufels: auch ist so ungehewr / daz larventier, der helle wirt, / der ir gesicht nicht verpirt, / wan si in sehen an underpint, / das alle pein ist ein wint / gemessen an den großen schrikch / den in gepirt sein anplikch Vät 41191

MWB 3,3 900,56; Bearbeiter: Richter

lasche swM. ‘Fetzen, Streifen, Lappen’ von den [Feinden] er vreislîch wart zuhakt, / zuschrôtin und zuhouwin, / daz man mochte schouwin / im hengin von dem lîbe blôz / manchin vleischis laschin grôz NvJer 14580. – wohl hierher, bildl. für den Teufel: rich in [scharre/ kratze ihn (den Menschen)] uz der asche, / daz én der swarcze lasche / und der grimmecliche ber / noch siner gyczlichen [gierigen] ger / én immer me icht nöete / und én zu jungest töete! TvKulm 530

MWB 3,3 900,62; Bearbeiter: Richter

lasemânôt stM. losmânôt

MWB 3,3 901,8;

lâsiuren, lâsûren swV. ‘etw. mit lâsûr versehen’ (vgl. Heinzle, Wh. z.St.), hier Part.-Adj.: diu künegîn mit ir blanken hant / gelâsûrten dictam [Diptam, eine Heilpflanze] / al blâ mit vînæger nam, / [...] / ob der pfîle dâ [im Körper] wære beliben, / dâ mit er wurde her ûz getriben Wh 99,23

MWB 3,3 901,9; Bearbeiter: Richter

lasstein stM. laststein

MWB 3,3 901,15;

last stM. md. auch stF. (z.B. Athis E 18; Daniel 4673; Herb 3749; MarcoPolo 69,24. 74,11; MarlbRh 101,10; HeslApk 4050; Rittertreue 840 ). 1 ‘(Trag-)Last, Gewicht’
1.1 allg.
1.2 als unbestimmte Maßeinheit (z.B. Fassungsvermögen) oder bestimmte Größe (s. DRW 8,731f. mit weiteren Belegen)
1.3 ‘Wucht’
2 ‘Belastung, Bedrückendes, Bürde’
3 ‘Fülle, Reichtum, Menge’
4 semantisch abgeschwächt
   1 ‘(Trag-)Last, Gewicht’    1.1 allg.: wie swærer last sich neiget zer erden zenter KLD: Kzl 2: 11,1; des goldes einen uil michelin last Rol 1942; [diese Leute] sint stark also das ir eyne gerynge [leicht] truge eyne last di unsir lute iiij nicht tragin mochtin und noch also vil MarcoPolo 69,24; RvEGer 2453; Parz 602,21. – das ungeborene Kind im Mutterleib: vrouwen last Frl 3:29,4. 5:105,15. – von einer massigen, schweren Kreatur: er stiez in [den Riesen Urgan] obene hin ze tal, / daz der ungehiure last / an dem velse aller zebrast Tr 16173. – Gott als leichteste last des Herzens (übergehend zu 2): min herze [...] entfiͤnc den heimelichsten gast, / it ümbeviͤnc diͤ lichtste last MarlbRh 101,10    1.2 als unbestimmte Maßeinheit (z.B. Fassungsvermögen) oder bestimmte Größe (s. DRW 8,731f. mit weiteren Belegen): ein lastwagen mit ruhen hvͤten, der treit zwainzik vnd driv hvndert hvte oder mer, der git ze zolle sæhzehen phenninge. jst aber minnr druffe danne ein last, so git man ie von dem hvnderte funf phenninge UrkCorp (WMU) 548ABC,29,46; pro pondere lane quod last dicitur UrkKölnSchr 1,84 (a. 1163-1167); er gap im silbers eine last / als ez ein starker soumer truoc Rittertreue 840. – bildl.: sie mag mir verdringen / grüenen klê, blúomen glast, vogelsingen / und die heide, diu hât loubes mê dan tûsent last KLD: KvL 6:1,7; vünde ich stæte vriunt unt vast, / den wold’ ich ze lone singen / lobes me den tusent last Damen 2,3    1.3 ‘Wucht’ daz im sîn [was ihm vom zerbrochenen Schwert] in der hant beleip, / dâ mite warf er den er dâ treip / ûf sîne brust sô vaste / daz jener von dem laste / vil nâch gestrûchet was / und gevallen ûf daz gras Er 9267    2 ‘Belastung, Bedrückendes, Bürde’ ez ist ein ungedulteger gast / eim armen wirte ein müelich last Freid 131,6; dîn [Frau Minne] last ist mir kûme tragebære SM:Te 8: 1,11; lîdest dû aber umbe got und got aleine, daz lîden entuot dir niht wê und ist dir ouch niht swære, wan got treit den last Eckh 1:37,3; Mechth 3: 2,30; geist unde vater âne last / beliben durch des sunes pîn KvWLd 1,73; diu vil reine kiuscheit, / die ein schœnez wîp unsanfte treit, / was ouch ir ein swærer last Eracl 2021; wandez hete der schanden last / sînen rücke überladen Iw 2636; sus truogen si des jâmers last Wig 11576; des todes last WernhMl 9522; AHeinr 68; ir kiusche truoc der êren last Wig 8264; der hôhe künic, [...] / der küniclîcher tugende last / dâ vor allen künigen truoc HvFreibTr 2506; mich drucket sere din susser last Minneb 1453; Mechth 4: 4,4; MF:Wolfr 5: 2,10; Tit 99,1; RvEWh 4355; Kudr 627,2; KvHelmsd 2179; SM:KvL 6: 2,8. 20: 4,2; SM:Gl 3: 9,11; Erz III 6,334; WhvÖst 8016. – in einer Beschimpfung: phuch dich, du mordes last / und du falscher kuphers glast! Minneb 4001    3 ‘Fülle, Reichtum, Menge’ des sond wir billich minnen dich, / Gott vatter, herr von himelrich, / und loben diner gnaden last, / wan du uns vor geminnet hast KvHelmsd 1957; mitt richer rede laste / enpfiengen sy den werden GTroj 4882; der sælden last Wig 10511; von dem vreudebernden last RvEBarl 754. – hierher? : altte mitt den jungen / zü dem ringe sprungen / ze fröden dem gaste, / der da mitt heres laste / waz dar komen one schaden GTroj 4892; er wart gemachet bloz / siner richen wirde groz, / entsetzende [l. entsitzende?] was die last [ depositus est de solio regni sui et gloria eius ablata est Dn 5,20] Daniel 4673 (vgl. Anm.z.St.: ‘entgleitend war die Fülle der Macht’?)    4 semantisch abgeschwächt: da [im Himmel] ie der sun was eweklich, / so das sin doch da nie gebrast, / wie das er kam uf erde last WernhMl 11790; und bat Artûsen sînen gast, / daz er nicht vîntlîchen last / gein im dar umb entrüege HvFreibTr 2978

MWB 3,3 901,16; Bearbeiter: Richter

lastadie swF. Liege- bzw. Verladeplatz für Schiffe (vgl. Schiller/  Lübben 2,631): [man soll einen Platz bereiten] zcu eyner lastadien, uf di sullen si keyn gebude seczin UrkPreuss 3,76 (a. 1347)

MWB 3,3 902,31; Bearbeiter: Richter

lasten swV. lesten

MWB 3,3 902,35;

laster stN. selten stM. ( Lanc 538,13 ); auch laister ( DRW 8,737 (Schauberg,Z.; a. 1331) ). 1 ‘Schande, Schmach, Schmähung, Kränkung, Spott’ (vgl. hœne stF.)
1.1 allg.
1.2 in Wendungen
1.3 in paarigen Ausdrücken, häufig mit leit/ schade/ schande (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 262f. und WMU 2,1092)
2 ‘Vergehen, schändliches Verhalten’
2.1 allg.
2.2 ‘Sünde’ (nur Spec )
3 ‘Makel, Fehler’
   1 ‘Schande, Schmach, Schmähung, Kränkung, Spott’ (vgl. hœne stF.)    1.1 allg.: der schade beswert mir niht den mvt / halp so vil, so daz laster tvt ReinFu K,1412; mir wære ein laster hie geschehn Parz 785,10; rechent myns amises laster Lanc 365,35; Wig 10079; daz man laster unde spot / mêre vürhtet danne got Tr 12711; sie v́ muozin wandiln / swaz sie v́ lastirs habint irbotin Athis C 165; Spec 109,35; gehanset [gehänselt] / mit spotte, laster, schmachait WernhMl 8849; nu schuͤln wir unser zaichen, den hiligen gelauben, sprechen dem almæchtigen got ze eren, dem tiufel ze laster PrOberalt 86,31; hat ir gehort gotes laster [ audistis blasphemiam Mc 14,64] , wez bedunket uch? EvBerl 57,19; vnd dem er semlich rede zuͦ gesprochen hat [dem er unterstellt hat, er sei ein tieb oder boeswiht oder ketzer ] drü phunt für sin laister DRW 8,737 (Schauberg,Z.; a. 1331); OberBairLdr 56; SpdtL 111,7; StRAugsb 110,20; Gen 2739; VAlex 578. 1026; HvNstGZ 6863; Eckh 5: 412,2; UvZLanz 6775; Herb 8227; Iw 757. 7570; Rol 2154. 2206. – in einer Verfluchung: so in daz laster wurge! GTroj 11396    1.2 in Wendungen: ~ sprëchen (meist mit Dat.d.P.) ‘jmdn. schmähen, beschimpfen’ so geratent si im laster sprechen / und beginnent in alle schelten StrKD 161,368; man sal û dar umbe sprechen / laster unde scande / wîten after lande SAlex 3730; man sprech im dick laster Lanc 27,27; der konig besah die jungfrawen lang, die yn zum ersten so sere gelobt hett und darnach so größlich sin laster sprach ebd. 491,19 u.ö. ~ (-s) tuon (meist mit Dat.d.P.) ‘Schande bringen, Schmach zufügen’ ditz laster ist getân / benamen ûf ir êre Wig 9857; du weist wol daz in mîn [ in mîme? Lachmann im App.] lant / dir manec laster ist getân Parz 220,15. 89,25; daz er ir lasters hât getân Iw 3132. 7838; er tet in lasters genuoc EnikWchr 24319; Lanc 465,13. 538,13; RvEWchr 4787; Erz III 150,160. – jmdm. etw. ze ~ tuon ‘Schande bringen, Schmach zufügen’ dû hâst mir sô vil ce lastire getân, ich newil dich nicht lâzin lebin PrMd (J) 353,23; daz ist dir ze laster getân Kchr 14501; ich wæn manz iu ze laster tuo Parz 294,22. 218,6    1.3 in paarigen Ausdrücken, häufig mit leit/ schade/ schande (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 262f. und WMU 2,1092): mir nâhte laster unde leit Iw 693. 1007; Tr 6015 u.ö.; UvZLanz 7243; dar vmbe liezen sie die clage / vnde swigitin lasteris vnde schaden Roth 1773; schaden unde laster Eracl 4806; Parz 102,14; NibB 649,1; Rol 3803; RvEBarl 8016; SpdtL 190,18; mich dunkt, ichn überwinde niht / daz laster unt tie schande Iw 5527; Lanc 239,10 u.ö.; VMos 30,15; Herb 2686; HvNstAp 13352; PrOberalt 73,4. – mit anderen Subst: ich lîde laster unde nôt Iw 4460. 5165; minú goͤtlichen oren wurden spottes und lasters erfúllet Seuse 207,29; laster und unêre UvZLanz 6014; laster unde schamen ebd. 6926; RvEBarl 7585; KvWLd 31,65; ReinFu K,1376; Mechth 6: 26,12    2 ‘Vergehen, schändliches Verhalten’    2.1 allg.: wen sie hie [auf Erden] zuͦ aller slahte lazster bereit warent, von rehte sint si dort gebunden mit aller slahte helle banden Lucid 129,18; waz sol ein ritter, der sîn tag mit laster hie verzert? SM:Ga 1: 1,8; der hête ain scône tohter, / di geviel in ain laster Kchr 15563; si han eynen kunig, des lastirs unde des roubis eyn kumpan MarcoPolo 9,3; daz mir sin schade vnd min laster lait ist UrkCorp (WMU) 2223,4; UvZLanz 40    2.2 ‘Sünde’ (nur Spec ): dehain laster ist wirser denne der nit Spec 35,35; hoͮpthafte sunte unde anderiv lastir ebd. 54,22. siben ~ : alrerst sint uns suntaren uur gesezzet siben laster hoͮbthafter sunden, da wir uns uone behoͮten sculen: der zorn, der nît, div ubermoͮt, unrehtiv uroͮde, div erge, div gierscheit, div hoͮrgelust, div untriwe Spec 149,14; wider den siben lasteren sint uns gesezzet siben gebete ebd. 149,17 u.ö.    3 ‘Makel, Fehler’ div laster elliv heilte der himelisch arzât Spec 8,5; ich prîs in swâ er rehte tuot, / und verswîge sîn laster: daz ist guot Iw 2494; wer si [Rinde der Kapernpflanze] seudet mit wein, sô ist si guot für des milzes laster [Gebrechen] und für der lebern hertikait BdN 366,3; Rol 5963; Lucid 140,1; Mechth 6: 1,158. âne ~ : Laban hête zwô tohter, diu eine was âne laster Gen 1286 u.ö.; Moyses svester / dev was ane laster VMos 47,4

MWB 3,3 902,36; Bearbeiter: Richter

lasterære stM. ‘Schmäher, Verleumder’ dy laster der lastrere sein gefallen auf mich [ opprobria exprobrantium ceciderunt super me Ps 68,10] PsMb 33(Glossar); tu volges nach in sprunge / der lesterere zunge Hiob 5894; gelovbe mir der mere / sù heissent lesterere / die mit den roecken sich lant sehen / was in von liebe si beschehen / das sol ovch gar verswigen sin SechsFarben I 106. gote(s) ~ ‘Gotteslästerer’ du bist ein scheltære, / der gote lasterære LBarl 10018; er wer ouch ein glisener / und da by gotes lester Hiob 1550; ein trugener / und [...] gotes lesterer ebd. 1566. 6450

MWB 3,3 903,60; Bearbeiter: Richter

lasterbalc stM. ein Schimpfwort, ‘lasterhafter, unmoralischer Mensch’ ir sit ein slic, ein slunthart unde ein ougenschalc. / mit phawen schriten gebaret ir, ir tugendeloser lasterbalc Meissner 20:2,16; jud’, du rehter lasterbalk Regenb 3:353b; der unschemige lastirbalc Köditz 18,24; NvJer 5974. – als sprechender Name: Lasterbalk, duͤ macht wol swigen OsterSpI 674; Gebûrnvînt und Galgenswengel, / Lasterbalc und Rüdenbengel, / Güsehals und Füllensac Renner 1682; dû heizest nâch den tiuveln unde bist halt nâch in genennet. dû heizest Lasterbalc: sô heizet dîn geselle Schandolf. sô heizet der Hagedorn, sô heizet der Hellefiwer, sô heizet der Hagelstein PrBerth 1:156,1. – übertr. ‘Lasterhaftigkeit’ man solt ir [der loter ] etlich uf der hurde braten, / der in ir laster bælge recht erkande / und uberlast ir schanden JTit 632,3; alsus was sines lebenes pris / der werlde gar ein laster balc Pass I/II (HSW) 38789

MWB 3,3 904,8; Bearbeiter: Richter

lasterbære Adj. 1 ‘schmachbringend, schändlich’
2 ‘verdorben, schadhaft’
   1 ‘schmachbringend, schändlich’ dâ würde rede von genuoc, / diu mir lasterbære / und iu kein êre wære Tr 14091; ist dir der lasterbær tôt liep, / ich heiz dich hâhen als ein diep EnikWchr 22999; diu schande lasterbære KvWTroj 23518; lasterbær und schemelich Ottok 45672; PrBerth 1:156,3; Iw 2600; Hiob 8027. – subst.: er hât dich unze her behuot; / des habe ouch vürbaz zuoversiht: / sô enkan dir niemer niht / lasterbæres widervarn Flore (P) 5707; Pylatus, der lasterber TvKulm 4313; gnuoge milte wæren, / ob die lasterbæren / niht ze spotte bræhten si mit schalle KvWLd 31,43; HvNstAp 4521. 8599    2 ‘verdorben, schadhaft’ der gaiz milch ist gar süez, aber zehant und si gerint, sô ist si gar lasterpær BdN 127,26

MWB 3,3 904,27; Bearbeiter: Richter

lasterbæric Adj. ‘tadelnswert, fehlerhaft’ (zur Übers. von lat. vitiosus): jst aber daz er vbir vluzzit [l. -ic ] oder lasterberic [...] wirt fundin BrHoh 61. 65

MWB 3,3 904,42; Bearbeiter: Richter

lasterbart stM. ein Schimpfwort: waz hant ir mir gelogen, ir alter laster bart, / der by tusent joren nie me erhebet wart? RosengD (LKN) 691

MWB 3,3 904,46; Bearbeiter: Richter

lasterbërc stM fingiertes Toponym als sprechender Name zur Charakterisierung der zugeordneten Personen (vgl. gouchesberc [Nachtr.]): bœsiu wort und bœsiu werc / habent die von Lasterberc, / süeziu wort und süeziu werc / habent die von Sêldenberc Renner 22184

MWB 3,3 904,49; Bearbeiter: Richter