l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
landesdiep
stM.
unklar, ob Syntagma oder Kompositum.
–
‘Landesfeind, Landschädiger’
Waczkonem vf Boreyum er sant, / vf den andir lanczdib zcu hant, / der czu
Libicz saz Dalimil (B)
57,42
MWB 3,3 856,14; Bearbeiter: Tao
landesnôt
stF.
unklar, ob Syntagma oder Kompositum.
– wirtschaftliche Notlage eines Landes oder Landstrichs durch Missernte oder
Krieg (vgl. →
landesbrëste
,
lantgebrëchte
,
lantgebrëste
,
lantschade
):
daz man im [
Hiltprant
] vnd siner
[...] hausfrowen div gvͦlt von den selben guten alle
iar gebn schol [...], an [
âne
‘außer’
] swa der gvͦlt abe gêt von schowr oder von pisez
[= bîsëʒ
‘Misswuchs’
] vnd von landesnôt, den schaden schol her
Hiltprant eîn tragn UrkCorp (WMU)
2969AB,23;
swas von pisez von shoͮre von landes noͤt von gemaeinem gepreste oder von
prante an den guͤten widerfuͤre, den schaden sulent si paeide erben geleiche
UrkBrixen
1,127
(a. 1308);
ez waer von schaur oder von pisaezze oder von landes noͤt, darumb sol man die
guͤlt niht erlazzen noch ringern UrkEichst
2,211
(a. 1326)
MWB 3,3 856,18; Bearbeiter: Tao
landesphlegære
stM.
unklar, ob Syntagma oder Kompositum.
‘Landpfleger, landesherrlicher Verwalter’
daz ich von mines lieben herren bevelhvng, [...], vnd
ouch bevelhvng graven Albrehten, des landes pflegæres von Oesterich, mich an genomen
han den schermen [sw. Akk. Sg.] bediv wazzers vnd landes
vnd der strazze UrkCorp (WMU)
521,40
MWB 3,3 856,35; Bearbeiter: Tao
landesverrætære
stM.
unklar, ob Syntagma oder Kompositum.
‘Landesverräter’
patricida: vattertoͤder, lantzverrater VocOpt
30.038;
parioda [= verlesenes par(r)icida?] :
vattertoͤder, lantzverrater ebd.
30.039
MWB 3,3 856,43; Bearbeiter: Tao
lange
Adv.
Komp. und Sup. mit oder ohne Umlaut;
von →
lanc
in adv. Gebrauch mit zeitl. Bedeutung nicht immer zu
unterscheiden.
1
‘lange, lange Zeit’
1.1 allg. 1.2 in Verbindung mit (al)sô / als(e) als Korrelat zu folgendem
Nebensatz 1.2.1
(al)sô ~ (...), daz
‘so lange (...), dass’
1.2.2
(al)sô ~ (...), unz (daz)/biz/ hintz/ wante
‘so lange (...), bis’
1.2.3
alsô / alse ~ (...), (al)sô / als
‘so lange (...), wie’
1.3 in Verbindung mit sô, als, unz / biz (daz) als Subjunktion:
‘solange’ (s.a.
lanc
2.6 ) 1.4 Komp. in Verbindung mit der mehrteiligen Subjunktion (sô) ie langer/
lenger (...), sô ie : ‘je länger (...), desto ...’
1.5
lange sîn/ wesen
1.5.1
‘lange bei jmdm., wo bleiben; lange vorhanden sein’ , meist mit Negation und im Komp. 1.5.2
‘lange fortbleiben, weg sein’ (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 260 mit weiteren Belegen) 1.6
~ wërnde
‘lange dauernd, immerwährend’ , 2
‘schon lange, seit langer Zeit, vor langer Zeit’
1
‘lange, lange Zeit’
1.1
allg.:
dô ich gnuoc lange dâ gesaz Iw
773;
Parz
29,19;
doch wertez niht vil lange: / der mortsame slange / der
kam schiere dar an Tr
9037;
unser lant, dâ ist wunne vil. / lange müeze ich leben dar inne!
Walth
57,14;
trîbet si [Brangäne] diz
bettespil / iht ze lange und iht ze vil, /
ich [Isolde] vürhtez ir sô wol behage, / daz si
vil lîhte dâ betage Tr
12624;
verstärkt durch Verdoppelung:
daz er die herzen sere / lange und lange muͦz chlagen Rab
61,2;
unser eltesten meister einen, der die wârheit ie vant lange und lange vor
gotes geburt, [...] den dûhte
[...]
Eckh
2:189,7;
dar nach vil lange vnd lange do sprach ich diz wise an, ich heiti ir niht
vf gegeben UrkCorp (WMU)
2326,33;
für ‘immer’
wær’ ich [Gunther] ze Burgonden
mit dem lebene mîn, / si [Brünhild] müeste hie vil
lange vrî vor mîner minne sîn NibB
442,4;
mir [auf mich (den tödlich verwundeten
Siegfried)] müezen warten lange mîn vater und mîne man ebd.
997,3;
sölte ich nu sagen daz wêr ze lenge, / swaz genâden und sêlde bîhte brenge
Renner
20619;
warumbe sold ichz lange sagen [Umschweife
machen] ? Ottok
833.
– Komp.:
er enlac niht langer dâ Er
6613;
niht lenger man daz lie, / sich huoben gên der bürge manec man unde
wîp NibA
556,2
(vgl.
langer NibB
601,2
);
Baldewin nit langer beite, / zu der verte er sich
bereite / kuͤncliche und vil shone Rennew
20893;
jô hât si tugende, der ich volge unz an daz zil, /
niht langer wan die wîle ich lebe [negative Umschreibung für
‘solange ich lebe’]
MF:Reinm
8: 5,5
ähnl.
2: 2,2.
– Superl.:
swâ diu minne in der jugent begriffen wirt, diu wert aller langest
Tit
48,2;
wiste ich wie ez aller langest / wol verholn möhte sîn Flore
(P)
5940;
sô truoc er aller langest [sehr lange] /
trûren unde sende klage KvWEngelh
1944;
so er vol langest [lange genug] manich iar
gebeitet daz er [der Baum] berehaft werde
PrLpz (L)
126,28.
126,30;
ich kume wider schiere / uber drî tage oder viere, / ze langest
[spätestens] in sehs tagen En
5971;
daz si dâ langer beliben, / ir vorsche unde ir vrâge
triben / zem minnesten [La. lengesten
‘längstens, höchstens’ s. Tr
(M)
] doch zwêne tage Tr
9697
1.2
in Verbindung mit (al)sô / als(e) als Korrelat zu folgendem
Nebensatz
1.2.1
(al)sô ~ (...), daz
‘so lange (...), dass’
sô lange wert’ diu stille, daz sîn Etzeln verdrôz
NibB
2227,4;
lât mich alsô lange leben, / daz ich iu antwürte müge
geben Tr
12795;
vnd die aigenschaft vnd die rehte, wir [...]
also lange gehaben hant, daz nîeman nv́t anders gedenken mag UrkCorp
(WMU)
N135,19.
949,8
1.2.2
(al)sô ~ (...), unz (daz)/biz/ hintz/ wante
‘so lange (...), bis’
daz sî daz alsô lange treip / unz in der bühsen niht
beleip Iw
3479;
Brangænen si bâten / alse lange und alsô vil, / biz
si si brâhten ûf daz zil Tr
12455.
17892;
inde suͦlen vns helpin inde bestain wieder die stad zuͦ vͦnseme rehte
also lange, bis die buͦrgere die suͦne halden UrkCorp (WMU)
75,29;
daz er div guet vnd ir nutz vnd ir dinst inn hab alz lang, hintz daz
er gar gewert werd hundert phvnt Pazzawer ebd.
2584,19;
bêide die clegere vnd iene vf deme man claget, die mvͦzen wol
gespreche haben [...] also lange, wante sie der
vronebote wider in lade ebd.
606,10.
1895,43
1.2.3
alsô / alse ~ (...), (al)sô / als
‘so lange (...), wie’
also lango so wir hie lebin, / got habit uns
selbwala [freien Willen] gegibin
MemMori
143;
wir wellens gerne bîten / als lange als er gebiutet
UvZLanz
8209;
se beheldet och zuͦ irme dinste alse lange, also se leuit, Henriche de
vohit van Haghenberg, Conzen van Briseke [...]
UrkCorp (WMU)
59,33;
swanne vns vnser herre von Salzburch den herzogen antwurt nach vnser
vorderunge in den viͤr wochen, den sul wir als lange in inne haben, als er
in inne gehabt hat ebd.
1603B,5.
99,25
1.3
in Verbindung mit sô, als, unz / biz (daz) als Subjunktion:
‘solange’ (s.a. →
lanc
2.6):
so láng ér so stárkîu díng dúrch mîh lêit,
[...] wîe íh dánne scúle zuîuelan dehêiner
sláhto árbêit dúrh sînen wíllon lîdan Will
79,8;
wir wellen ovch vnd gebitten, daz vber ein closter oder vber ein gotshus
nit dan ein vogit ist, als lange der lantfride wert UrkCorp (WMU)
879W,11.
–
unz (auch biz daz) ... langest:
der tage sint zewene, ein tach des mennischn, der
ander gôtis. der tach der mennischen wêrt also lange, unz si langest lebint
Spec
42,19;
er sprach, er muose entwîchen / durch des lîbes
angest, / unz er mahte langest / die marter ûf schalten, / diu sîniu lit
behalten Wernh
3268;
wolte got [...], / daz wir
wærn in dem paradys, / so lebten wir gar ane angest. / biz daz wir leben
langest, / so tun wir nit wan sorgen Rennew
20922
1.4
Komp. in Verbindung mit der mehrteiligen Subjunktion (sô) ie langer/
lenger (...), sô ie: ‘je länger (...), desto ...’
ir scheiden tuot von hertzen wê, / viel wê, ie langer sô ie mê
UvLFrd
511,26;
daz ich si minne von herzen ie langer ie mêre KLD:
UvL
12: 1,2;
wie si hieze, des frâgt ich. / [...] si seite ‘sô
ie lenger, sô / ie lieber.’ got ir lône, / alsô hât si mir genennet sich
KLD: VdK
1:2,9.
1:3,7;
ie langer er [der Vogel]
vlúget, ie er wunnenklicher swebet Mechth
7: 61,5;
sô daz tier ie grœzer ist, sô ez ie lenger geschickt wirt
in der muoter leib BdN
165,33;
diu [Blätter der Päonie] sint
gar rôt, wenn si her für lauzent des êrsten, und dar nâch werdent si ie lenger
ie grüener ebd.
414,28
1.5
lange sîn/ wesen
1.5.1
‘lange bei jmdm., wo bleiben; lange vorhanden sein’, meist mit
Negation und im Komp.:
solte er lange [Laa. lenger,
langer s. Tr (M)
] bî mir wesen, /
sôn kunder niemer genesen Tr
18577.
14561;
ichn tar niht langer bî iu wesen Iw
1254.
5955;
Parz
10,16;
sô sol ich hie niht langer sîn PleierMel
794;
sendet ir wider ir vingerlîn: / daz ensol niht langer
sîn / an einer ungetriuwen hant Iw
3194.
–
diu gemeinde under uns drîn / diun mac niht
langer gesîn Tr
16608;
nû wil aber der kleinen vogel singen
[...] hie niht langer sîn KLD:
VdK
1:1,3
1.5.2
‘lange fortbleiben, weg sein’ (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 260 mit
weiteren Belegen):
sone sît et niht ze lange,
[...] wir sîn iuwer helfe vil billîchen vrô
NibB
481,1;
ich solde zürnen, hulfe ez iet, / daz dû als lange wære MF:
Eist
14:3,2;
swie lange ich was, sô tet si doch daz ie MF:
Reinm
6a: 2,5;
du kanst ze lange sîn KLD: OvB
9:4;
daz er ze lange wolde sîn Wig
1075;
Georg
3704;
VirgH
139,3;
PrGeorg (Sch)
2,177;
im Komp.:
sî wære verlorn, / wær er iht langer gewesen
Iw
5177;
irn ruocht, wolt ich noch lenger sîn
Parz
402,30;
juncfrouwen nu niht langer sint ebd.
808,28
1.6
~ wërnde
‘lange dauernd, immerwährend’,
als Adj.-Attr.:
daz wirt ein langer [La. lange
]
wernder strît Walth
44,25;
wér hầt gelêret / die lieben frouwen mîn / daz ir güete
mêret mir lange wernden pîn? KLD: GvN
20: 3,20.
48: 4,5.
SM:KvL
6: 5,5;
SM:JvW
4: 2,4;
SM:Te
2: 2,8;
daz in der wandelweren zeit langewerentev [für lange Zeit
gültige, langfristige] dinch iht mvgen bechrenchet werden vnd
von gehvgenusse niht entweichen, so ist des duerft, daz si bewaret werden mit
der vestigung gezeug vnd guͦeter brief UrkCorp (WMU)
N 620,28 = 640,18 = N 672,7;
er was den frouwen alsô holt
[...], / daz er in sînen jâren / mit lange wernder
stæte / in sô gedienet hæte, / daz alliu sældenhaften wîp / sînen wünneclichen
lîp / lobten unde prîsten KvWWelt
39;
mit lange wernder stætekeit KvWEngelh
722;
sô sol man stegen / nâch langer [La. lange
C] wernden êren Walth
105,11;
an disen drin dingen leit aller wunne volchommenheit: an
lvstlicher schoͤnheit, an voller genvhsam, an langewernder sicherheit. vnd div
ziment alle dinem [Gottes] riche wol, wan an div mach
nindert volliv vrevde sin DvAPatern
108
(vgl.
ez wurde ein langer wernder hort, / swer got nu dienen kunde MF:
Rugge
Leich 2,3;
wie mac mir baz gelingen / an langer, wernder sælecheit WernhSpr
(Z)
75,5
)
– adv.:
lieb, ich weiz dîns lobes mê / (vil lange wernd ez dir
bestê!) / daz hât dîn lîb und ouch dîn muot SM:Te
13: 3,2
2
‘schon lange, seit langer Zeit, vor langer Zeit’
Gunther unde Gêrnôt die sint mir lange bekant
NibB
56,4;
sît ir iht lange komn? Parz
554,23;
al eine und sîn si lange tôt, / ir süezer name der lebet
iedoch Tr
222;
mîn vater der sî lange erslagen ebd.
4368;
und wære zwâre lange zît [schon lange, längst an
der Zeit] , / daz si der grôzen swacheit / mit wîge hæten widerseit
ebd.
6288;
daz der bâbst trüege unreht den stab / und solt sich vor hân langest
[schon längst] gein im genicket Loheng
4510.
– mit (al)her in Kontakt- oder Fernstellung:
wie ir sô habet verkêret die vrœlîchen sit, / der ir mit
uns nu lange habt alher gepflegen NibB
154,3;
ich hân lange / vil anclîch und vil ange / mîne
marschandîse / in armeclîcher wîse / durch dînen willen her getriben
Tr
4353;
[Morolt] ist von muote und ouch von craft /
zernestlîcher ritterschaft / ein lange her bewæret man ebd.
6177;
daz si an vnser stat mit minne oder mit rechte zervuͤren vnd zerbrechen
scholten den chriech, der lange her gewert hat zwischen vnsern getrivwen
dieneren UrkCorp (WMU)
597,4,17;
sun, ich hân lange her vernomen, / [...]
Winsb
41,1.
–
~ sîn/ wesen
‘lange her sein’
die seiten ime ouch mære, / wenne und wie langes wære, /
dazs einen knaben hæten gesehen Tr
3810
MWB 3,3 856,48; Bearbeiter: Tao
lange
stF.
→
lenge
MWB 3,3 859,42;
langen
Adv.
1
‘lange Zeit’
2
‘seit langem’
3
bî ~
‘endlich, schließlich’ (s.a.
belangen
Adv.)
1
‘lange Zeit’
swer niht langen müge gedrangen, der gê für die tür KLD: UvW
Leich 3,116;
her Vasolt swaig niht langen EckenlE2
183,8;
geschehe dez niht, so solten die burgen [...] in varn
ze Mergentheim, swenne si gemant wurden [...], laisten als
langen, bis daz wir die Haller geantwurten UrkCorp (WMU)
2529,33
2
‘seit langem’
uerren vnde nahen / vant man die ime iahen / guͦte vnd
miltecheit. / [...] allen luten milte langen / er mohte wol
Albert
387
(vgl. Anm.z.St.; oder zu langen swV. 5?)
3
bî ~
‘endlich, schließlich’ (s.a. →
belangen
Adv.):
sa fur ouch unergetzet / di frouwe heim bilangen Elis
4505;
des nach diner gude / min sele unde min gemude / hat iezu bi langen / so
werden drost enphangen ebd.
5791;
wer hat ouch me bi langen [
umquam
] /
heiligen [Subj. der A.c.I.-Konstr.] uffer erden /
gelesen iesa werden / begangen sa gereide / mit glicher wirdekeide? ebd.
5670
MWB 3,3 859,43; Bearbeiter: Tao
langen
swV.
auch lengen
Elis
4030.
7955.
9007.
1
‘lang, länger werden’ , zeitl. 2
‘sich (von wo bis wo) erstrecken, reichen’ , räuml. und übertr. 3
‘wohin gelangen’
4
‘nach etw. greifen, etw. erreichen’ (s.a.
gelangen
1 ); 5
‘ (jmdm.) etwas darreichen, hinhalten; jmdm. etw. geben’ , tr. 6
‘reichen, genügen’
7
‘von jmdm. etw. verlangen’
8
‘etw. verlängern’ , nur als adj. gebrauchtes Part.Prät.; nicht eindeutig, ob
hierher oder zu lengen
1
‘lang, länger werden’, zeitl.:
so die wurz enspringet / vnd der vogel singet / vnde langet
der tac Herb
13875;
diu naht ist kurz, der tac beginnet langen Neidh
SL 21:1,2;
ez tuot sanfte ein lieplîch umbevâhen zwein gelieben, sît diu
naht sô langet KLD: GvN
10: 3,2;
KLD: Hawart
4:1,3;
MNat
14,33
2
‘sich (von wo bis wo) erstrecken, reichen’, räuml. und übertr.:
daz ez [der Mantel] niht mohte
gelangen / wan ein lützel für daz knie UvZLanz
5912;
sin [des Baumes] schatwe
gunde [wohl = begunde
] langen / vber der
wezzerline ganc Herb
2184;
oben von dem rande sy / ein laben [=
lappe
] von zobel langende Minneb
2943;
vnde sol der zewaier muron hoͤhi sin, alse v̂ns aller best kumet, vnd sont
aber nv̂t niderre sin, denne zehen schuͦhe langont UrkCorp (WMU)
2209,27;
der paum wirt gar hôch und langet über ander paum
BdN
314,1;
zuͦ uorderst sol er des dorffs recht ouch zil vnd marchen erscheinen, wie weit
die langent WeistGr
1,166
(a.1303?);
ob ich als vil bettete als alle die welt, und als hoch
súnge das es an den himel langete Tauler
254,10.
–
nehein stat ist, weder in der helle, noch vͤf der erde,
noch in dem himele, sin [Gottes] genade div ne habe
dar gelanget Konr
11,7;
[Gott] hât bevangen die welt umbe gar. / sîn kraft
mac langen noch verrer dan dar Kolmas
120,25;
ez ist sô grôziu einunge gotes mit der sêle, daz ez unglouplich ist, und
got der ist sô hôch in im selben, daz dar zuo niht gelangen enmac kein
verstantnisse noch begerunge. diu begerunge langet vürbazzer dan allez daz, daz
man begrîfen mac mit der verstantnisse Eckh
2:303,4;
(mit Inf.:)
so lange / biz dir din sinne lange / irkennen den waren
got / [...] haben gar alle riche / uf dirre werlde
gliche [
donec scias quod dominetur Excelsus in regno
hominum Dn 4,29]
Daniel
3742
(s.a. Anm.z.St.)
3
‘wohin gelangen’
damite scule wir langen / an den Abrahames parn ArnoltSieb
7,6;
Josêbes kûscheite / diu gap im dar geleite, / daz er mahte
langen / dâ diu geburt was ergangen Wernh
4183;
in die tieffe allere dinge gruntes; / dar wir gelangen mit
fiumf sinnen des libes nemagen Himmelr
5,21;
nich nebrennet der sunne die da sint uber tach, / wande er mit
glanstes hizze dar [ins Himmelreich] gelangen nemach
ebd.
10,2;
in disen grunt so enmúgent die krefte nút gelangen bi
tusent milen nahe Tauler
331,2;
der har in gelangen koͤnde, der fúnde do werlichen got
ebd.
331,9
4
‘nach etw. greifen, etw. erreichen’ (s.a. →
gelangen
1);
mit Präp.:
sôr [= sô er
] nâch
den bluomen lange Tr
18070.
– mit Akk.-Obj.:
diu schif sô nâhen wâren, daz sis mit der hant / mit scheften mohten
langen bî in an dem grieze Kudr
859,3
5
‘ (jmdm.) etwas darreichen, hinhalten; jmdm. etw. geben’, tr.:
den schilt langitin sie dare Athis
B 23;
do hiez er im langen / ein vier eckete stangen
Herb
7405;
her hiez im bringen [La. ime langen
] sîn
gewant En
12753;
synen edelen helm gode / dede hey eme ouch langen dar KarlGalie
3479;
wer dich gesleht an dinen wangen, / den andern solt du ym dar
gelangen [Lc 6,29]
EvStPaul
6747;
EvPass
247,10.
–
ir habet ez vmbe sus entphangen / vmbe sus sult ir ez
langen [
gratis accepistis gratis date Mt
10,8]
Albert
767;
daz [die Pfründe] muste er alles langen, /
besetzen wi er wolde, / alse er ez lihen solde Elis
4030;
wi in [den Armen] di lobebere / gabe uzen handen
lengete ebd.
7955;
daz er daz alles neme, / [...] unde iz den armen
lengete ebd.
9007;
niemant ist der dir [Gott]
gereit / muge zu dienste gesin, / bischof und vursten, mit in / propheten, opfersangen [
‘Opfergarben’, hier verallgemeinert ‘Opfergaben’
(Anm.z.St.)] , / welcherleie man
langen [darbringen] / welde diner wirdekeit, / daz
din zorn muge geleit / werden kein uns in gedult [vgl. Dn
3,38f.]
Daniel
1390;
des muzen sie langen / deme kunge ire
kunst [d.h. ihm mit ihren Fähigkeiten dienen, vgl. Dn
1,18ff.]
ebd.
440
6
‘reichen, genügen’
die wort die solden langen / uz gotes munde Erz
III
41,14
7
‘von jmdm. etw. verlangen’
daz wir der stadt zuͦ Frideberg [...] dyekeine /
forderunge, ansprache noch keine sache an sie muͦten oder an sie langen oder fordern
UrkFriedb
179
(a. 1349)
8
‘etw. verlängern’, nur als adj. gebrauchtes Part.Prät.; nicht eindeutig, ob
hierher oder zu lengen:
Heymrich von Naribone / der het gelebet shone / in wol
gelangten jaren Rennew
25689;
waz tochte di rede gelanget Brun
5308
MWB 3,3 859,62; Bearbeiter: Tao
langes
Adv., Präp.
auch langens
Herb
2236.
1
‘längst, schon lange’
2
‘der Länge nach’
3
‘längs, entlang’
1
‘längst, schon lange’
ich [Helenus] han ez
[das unermessliche Leid] langens vor gesehen
Herb
2236;
das solte langes sin geschehen TürlArabel
*A 173,3;
her jüde, iu hæte der tiuvel langes den hals abe gebrochen wan iuwer engel,
der iuwer dâ hüetet PrBerth
1:365,39;
mich muͤwt, daz ich nicht langis / qwam, sint sulch schal mir swerde nimt
Baldem
42
2
‘der Länge nach’
[er] viel mit grozer werde / langes an die erde / vur den
romischen bischof Pass III
318,6.
181,93;
Pass I/II (HSW)
3490.
4858.
14557
u.ö.;
Vät
33160;
Daniel
870;
daz er mit grozer demut / vor dem heiligen licham / langes uf die erden quam
Pass III
217,6;
die straze er vor sich langes nam [er durchlief]
ebd.
243,34;
daruf [
ûf die îserînen banc
] er langes
wart geleit / Cristoforus ebd.
352,72;
mit ungetruwer hanthabe / wart si [...] geslagen
[...] / mit besmen und mit riemen, / daz ir die
blutstriemen / giengen langes und entwer ebd.
680,28;
daz er [...] daz pfert leite / durch die stete breite
/ die gazzen hin unde her, / beide langes und entwer Hester
1436;
bint in [den Stockfisch] langes vnd
zwͦ schinen dar vͤber vnd lege in vf einen huͤltzinen rost BvgSp
38
3
‘längs, entlang’
– Adv.:
diz ist der burgfride den wir beneenen vnd machen, der gait ane an der
Suzenbach vnd den ban oben langes biz in die Iettenbach UrkCorp
(WMU)
904,46.
– Präp. mit Akk.:
des veirzeinden dages quam der bode weder / alden Ryn langis her neder
HagenChr (G)
117
MWB 3,3 861,24; Bearbeiter: Tao
lanke
stswF.
auch lenke ( Brun ), Dat.Pl. lenken
Macc .
anatomisch ungenaue Bezeichnung der Hüftregion, des Unterleibs, ‘Hüfte, Lende,
Seite’ (vgl.
gelenke
stN. 1 und
1lende
)
1 beim Menschen 2 bei Tieren ‘Flanke’
1
beim Menschen:
lumbi: lancha vel ilia [im Abschnitt: de homine et ejus
membris
]
SummHeinr
2:6,104;
Isaias: erit iustitia cingulum lumborum eius. / di rechtikeit
sol an der krenke [Taille] / ein gortel sin an der lenke
Brun
1910;
ist das harn griezich unde daz diu flekelîn schînent dâ inne,
sô lît der harnstain in den lanchen Barth
130,11;
PrüllK
11;
ir brîset iuch zen lanken, / stroufet ab die rîsen! Neidh
SL 22:4,1.
SL14:3,7;
ir tures bluot gereret / ir brivstel vnd ir lanke / und ir hut so blanke /
wurden gar zerfuoret Martina
186,5.
– im Hinblick auf die Geschlechtsorgane (und damit auch als Sitz der
Sünde):
sâmen die von sînen lanchen chômen Gen
834;
lumbi: lancha, lanchen, lumben ob libidinis lasciviam [im
Abschnitt: de membris hominis
]
SummHeinr
1:132,228;
got der srûdlot [prüft] dv
herzin vnde die lanchin [
corda et renes
]
BrEng
7;
so gurte wir die lanche / daz sint die reinen gedanche
VMos
42,15;
also sculen wir der gotes chunfte warten, daz wir unsere
lanchen bedwingen. wie ist daz gemeinet? da sculen wir uns enthaben uon
sunteclichen dingen Spec
126,20.
126,18;
want lanchen min irfullet sint trugnuͦsse [interl. zu:
quoniam lumbi mei impleti sunt illusionibus
]
unde nieht ist gesunt in fleiske minem PsM
37,8.
– übertr.:
so ist ouch in braht / des andren volkes gedenken / uz vil mancher buche
lenken [aus ex multorum librorum collatione der Vorlage,
was auf lat. latus
‘Seite’ bezogen wurde (vgl. Anm.z.St.)] , / daz ez mit
warheit irschine / in der heiligen schrift schrine Macc
236
2
bei Tieren ‘Flanke’
ein hundelîn
[Petitcreiu]
[...] / sîn
varwe was in ein getragen / mit alsô vremedem liste, / daz nieman rehte wiste, / von
welher varwe ez wære: / [...] / zen lanken grüener danne
clê, / ein sîte rôter danne grân, / diu ander gelwer dan safrân Tr
15826;
den brâten, dâ der rucke stiez / über lanken gein dem ende /
wol anderhalber hende ebd.
2903;
wan daz uns irch [der Bock] an lanken ist verlamet
WernhSpr (Z)
10,12.
– bes. bei Pferden:
[ein Zelter] hâte starke bruste, / ze den lanken ze
mâzen smal Flore (P)
2767;
das sin roß in die lancken wunt wart Lanc
414,25;
von spruͤngen sah man biegen / in des rosses lanken
WhvÖst
8097;
Greg
1602
MWB 3,3 861,55; Bearbeiter: Diehl
lankenier
stN.
auch lankenir (:gir) ( HvFreibJoh ).
Decke über die Flanke (lanke) des Pferdes (vgl.
lendenier
und
verlankenieren
, s.a. Suolahti, Suffix, S. 118f.):
die ritter wârn ze veld komen, / [...] ir deck,
schilt und sper / schinen gar von gold hêr. / wâpenröck und zimier, / lankenier und
ander gezier / muost dâ von baldekîn sîn EnikWchr
10864²;
heldes ors gereit / wol nâch sînes herzen gir; / kovertiure und
lankenir / dar ûf geleit gar wunnenclîche, / dem wâpenrocke gelîche, / und
meisterlîch HvFreibJoh
112;
dar kwam ein Brite wolgemuot, / des wâfen rok was als ein gluot, / rôt was
ouch sîn lankenier DietrGlesse
607.
667.
669;
UvEtzAlex
13180
MWB 3,3 862,40; Bearbeiter: Diehl
lanke|swër
swM.
‘Schmerzen in der Lende, Seite, Hüftschmerzen’ (vgl.
lantsuht
2 sowie AWB 5,638 und Riecke, Med. Fachspr. 2,380):
ez [das Medikament] ist oͮch vil
goͮt fur den sîtesvern. vnde fur den lanchesvweren Ipocr
146;
emplastrum ist vil goͮt ze aller slahcte wndun.
[...]. vnde ze podagra. vnde ze dem lancsuern ebd.
262
MWB 3,3 862,54; Bearbeiter: Diehl
lanne
stswF.
‘Kette’
1 allg. 2 als Schmuck
1
allg.:
dô Alexander sih bedâhte, / waz er getûn mahte, / er hîz
insamt heften / di schif mit manniscreften. / er hîz si starke spannen / mit
îsenînen lannen SAlex
1192.
– meist zum Bändigen, Festhalten von etw. (Tieren, Riesen):
des bern pfleger nam den bern / bî der lannen, hin vuort ern
Schrätel
34;
Serv
2929;
als ein wolf an einer lannen, / der vil gerne kême von dannen
Renner
3607;
er lúmt recht sam ein hundt an einer lannen Neidh (S)
2,128 C45:8,5;
HvNstAp
879;
Uvidol [der Riese Witold] wart
gewangin / gebundin an die lannin Roth
1733.
1047.
4686.
– übertr.:
du [das Kreuz] bist die lanne, an der gezemt /
wart des grozen lewen kint Frl
2:21,6.
– phras.:
swer alten hunt an lannen leit, / der verliuset michel arebeit
Freid
109,26
2
als Schmuck:
ouch het Gynevern gesant / Lonomye, ir swester, /
[...] / vil manig guot chleinot, / lauter vnd von golde
rot, / riemen vnd häftelein, / boug vnd vingerlein, / halsgolt vnd lanne
Krone
558
MWB 3,3 862,61; Bearbeiter: Diehl
lant
stN.
flekt. lande-, selten auch lante- (z.B.
Gen
2248
), Pl. i.d.R. lant, selten auch lender (z.B.
BrEng
55;
UrkCorp (WMU)
2367,28
).
‘Land’
1
‘festes Land, Festland’ (im Unterschied zum Wasser, vgl. die Paarformeln
unter
6.2
) 2
‘Erde, Erdboden’ (z.T. offen zu
3
) 2.1 allg. 2.2 bezogen auf die Bewirtschaftung 3
‘Region, Gebiet’ (auch im Wasser [ BdN ], z.T. offen zu
4
) 4 politisch-rechtl. ‘Herrschaftsgebiet, Machtbereich’ (zumeist bestimmt durch
den Geltungsbereich eines Landesrechts [DRW 8,318]; vgl. die Paarformeln unter
6.3
und
6.4
) 4.1 allg. 4.2 bezogen auf die Einwohnerschaft oder einzelne ihrer Gruppen 4.3 mit Nennung des Namens 4.4 bezogen auf eine Ordensprovinz 5 in religiösen Zusammenhängen 5.1 Palästina als gelobtes, verheißenes Land (häufig mit Adj., vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 261 mit weiteren Belegen) 5.2 himmlisches Gottesreich, das Paradies als ursprüngliche Heimat des Menschen (häufig mit Adj.) 5.3 selten (mit neg. Attr.) für die Hölle 6 in präp. Fügungen und phras. Wendungen 6.1 in präp. Fügungen 6.1.1
after lande
‘durch das ganze Land’
6.1.2
von lande
‘weg aus einem Land, fort von der Heimat’
6.1.3
ze lande
6.1.3.1
‘in die Heimat, nach Hause, zurück’ (oft ergänzt um
heim ) (vgl.
5.1
und
5.2
) 6.1.3.2
hie ze lande
‘hierzulande, in diesem Land’ (vgl.
enlant
) 6.2 in paarigen Ausdrücken mit waʒʒer, mer (vgl.
1
) i.S.v. ‘weithin, überall’
6.3 häufig in (Paar-)formeln mit burc, hof, hûs, stat (vgl. auch
Friedrich, PhrasWB, S. 261 mit weiteren Belegen) 6.3.1 verallgemeinernd 6.3.2 als Gegensatz Stadt - Land 6.3.3 meist als Ausdruck für ‘Herrschaftsgebiet, Machtbereich’
6.4 in der Wendung
~ unde liute (vgl. zur Sache 2 HRG
3,413ff. sowie Friedrich, PhrasWB, S. 261f. mit weiteren Belegen), selten (s.
6.4.2 ) auch
~ unde diet, ~ unde
mâge
6.4.1 verallgemeinernd ‘Gegend und ihre Bewohner’
6.4.2 meist als Ausdruck für ‘Herrschaftsgebiet, Machtbereich’
6.5
~
als hyperbolische Vergleichsgröße zur Beschreibung eines großen Wertes (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 262 mit weiteren Belegen) 6.6 auch in Sprichw. (vgl. für weitere Beispiele TPMA 7,257-267, Nr. 1,16,27,59,148-49)
1
‘festes Land, Festland’ (im Unterschied zum Wasser, vgl. die Paarformeln
unter
6.2
):
stella maris bistu genant / na deme sterren, der an daz lant /
daz muode schif geleidet MarldA
249;
dâ irtrunkin in der habe wol nâhe deme lande in deme mer
drîzich knappin PrMd (J)
341,29;
Herb
4391;
daz der vogel lustig ist in den zwain elementen, auf der erd
und in dem wazzer, wan er swimt in dem wazzer sam die änten und läuft auf dem land
sam diu rephüenr BdN
212,10;
Tr
6740;
alle die werde [Landzungen, Inseln] , die wier
gehabet haben auf truchem [trockenem] lande oder in der
Tuenawe UrkCorp (WMU)
N518,14;
wir [...] haben in [den
Kaufleuten] geoffet und offen alle strazze uͦf dem lande und uͦf
dem wazzer uͤberal in unserem lande StRMünch
64,15;
Wh
309,16
2
‘Erde, Erdboden’ (z.T. offen zu
3
)
2.1
allg.:
vil schône sazte mich sîn hant / hinder daz ors ûf daz
lant Iw
744;
diu kelten des luftes und diu kelten des landes
BdN
40,7;
ir solt des wol jehen das ir off ebenem lande nie so
gute burg gesahent Lanc
548,23.
–
‘flaches, offenes Land; Grasland’
da stunt manig fest burg inne beide, uff felsen
[Gebirge] und uff schlechtem
[flachem] lande Lanc
303,30;
swa her dicheinen gotis holden / geeischete indeme
lande, / in gebirge oder in walde Ägidius
829.
593;
alle die klûsenêre di in dem walde wâren und in deme lande
HvFritzlHl
62,7;
schœn ougenweide / bringt uns der meie: er spreit ûf
diu lant sîn wât SM:Had
25: 1,6;
da qwam er und der knapp uff ein schön lant
geritten, da ein schöne bach durch lieff Lanc
557,25
(hierher oder zu →
2lande
)
–
‘ländliches Gebiet’ (z.T. in [rechtl.] Abgrenzung zur Stadt, vgl.
6.3.2
und DRW 8,322 mit weiteren Belegen):
dise vorgenanten gesetze suͦln halten arm unde riche
in der stat zu Wirzebuͦrg, unde vor der stat allen enden, uͦffe dem velde,
uͦffe deme lande, in buͦrgen, in steten unde in den dorfern
WüP
7k,3;
vnd suͤlen in daz selbe eigen [
vor der stat ze
Auspurch ( 800,40f.)] stæten nachs
landes reht, als man eigen ovf dem lande stæten sol UrkCorp
(WMU)
800,7;
die vogte uf dem lande die hant niht ze rihtenne hinze
der burger gute noch hinz ir luten die druffe sitzent, wan ze zwain ziten in
dem iare StRAugsb
13,14
2.2
bezogen auf die Bewirtschaftung:
varende gût unde erbe [...] unde
lant [Ländereien] unde eckere [
terras
videlicet et agros
] , wîngarten, mulen, vestene,
dorphere, pfarren, capellen, zehenden unde susgetâne dinc
StatDtOrd
30,11;
daz wüeste lant erbûwen wart, / dâ krône truoc Parzivâl
Parz
222,12.
–
‘Acker-, Weideland’
daz wir [...] hant verluhen
[...] vier huͦben vnde drie vierteil landes mit
acker zv velde gelegen UrkCorp (WMU)
N106,22;
da horet in zwo jvchart akers [...] vnd zwai
lender an den espan [gemeindl. Weideland]
ebd.
2367,28;
mit sehn gewan er küende / erbûwens lands, hiez
Ascalûn Parz
398,23.
250,21.
534,19
3
‘Region, Gebiet’ (auch im Wasser [ BdN ], z.T. offen zu
4
):
berge, lant vnde diet, / des folkes gelaz vnde irn ganc, /
solde ich den sagen, ez wer zv lanc Herb
14271;
dô nam der rîter umb sich war / wie daz lant wære getân
Wig
7058;
wan in dien chalten lendir [
in frigidis
regionibus
] bidvrfin si me gwandis den in dien heiscen
BrEng
55;
si gant alle barfuͦs, mere in dem lande, da es vrúset, da
tragen si rote schuͦhe mit wissen riemen Mechth
4: 27,17;
von dem lande gant si [die Fixsterne]
her uber, da die sunne uf gat, hine da diu sunne under gat MNat
2,20;
schaw, wie iesleich gesläht der visch sein besunder lant hât
und sein gegent [
singula genera piscium sibi regiones
detinent
]
BdN
244,9;
echites ist ain stain, den pringt der adlar von verren
landen in sein nest ebd.
445,12.
88,20;
Volmar
260;
Macer
49,10.
– in kultureller Hinsicht:
Adam sîn wîb erchande sô noch site ist in demo lande
Gen
527;
er dunket mich der witze ein kint, / swer niht der zungen
lât ir lant / da von die sprâche sint bekant Wh
73,9;
swer aber nimmer us dem lande kumet, da er in erzogen ist, der kan nit
anders sprechen, wan als man da sprichet Eckh (J)
101,19
4
politisch-rechtl. ‘Herrschaftsgebiet, Machtbereich’ (zumeist bestimmt durch
den Geltungsbereich eines Landesrechts [DRW 8,318]; vgl. die Paarformeln unter
6.3
und
6.4
)
4.1
allg.:
ez sol auch der hertzog vns [...] in sinen landen
vnd siner herschafft vf strazzen vnd vf wazzern schirmen vor gewalt vnd vor
vnreht UrkCorp (WMU)
2703,15;
ein iegelich man, der vz eim lande in daz anders kvmet vnd wil vor gerihte
reht nemen vmbe ein gvͦt, daz in dem lande lit, er mvͦz nemen reht nah des
landes rehte, da daz gvͦt inne lit SchwSp
20b;
Mühlh
129,15;
der des lantes ist geweltich der sprach zuo uns ze leste
Gen
2248;
do cronete man in mit golde / vnd leh ime ein lant dar /
do wart he koninc in Grecia Roth
4720;
Rol
3115;
iu ist daz wol erkant / daz unser êre und unser lant /
vil gar ûf der wâge lît Iw
2936;
ebd.
3158;
ich was herre über ditze lant / unde stuont gar in mîner
hant / beidiu liute unde guot Wig
4676;
als er ze künege was erkorn, / dô wart im hulde sâ
gesworn: / die herren vür in giengen, / lêhen sie enphiengen, / ir lant, ir
landes geniez RvEBarl
14769;
Lanc
27,25
u.ö.
4.2
bezogen auf die Einwohnerschaft oder einzelne ihrer Gruppen:
vüer ich verstolne / ze vüezen von hinnen, / des müese ich
wol gewinnen / laster unde swenn ich von hinnen kêre, / daz bevindet allez diz
lant Iw
1771;
von der gedrîeten nôt / wart aber des landes clage dô mê
Tr
1831;
Tristan hiez ûz dem hove lesen / des küneges heinlîchære,
/ zweinzec ritter gewære / [...]; / von lande
[von den Einheimischen] und von gesten / gewan er
sehzic umbe solt ebd.
8588;
hie mite sô wart daz lant besant, / die lantbarûne die
mein ich ebd.
9260
4.3
mit Nennung des Namens:
jn dem lande zv Duringen UrkCorp (WMU)
1393,25;
von dem lande ze Kiewen NibB
1340,1;
Tr
327;
mîn lant untz volc ze Brandigân Parz
220,7;
we er kumen mochte / zo Kriechin indaz lant
Roth
454;
in den romisken landen zwei jar lag er in panden
AvaLJ
34,2;
Clemens der babest [...] enbivtet in elliv
tivtschiv lant [...] sinen grvͦz UrkCorp
(WMU)
93,42
(für weitere Belege →
2diutisch
3.1)
4.4
bezogen auf eine Ordensprovinz:
man sal ouch des hûten, daz under disen weleren
[Wählern des Komturs] daz mêr teil iht sî von eime
lande unde daz minnere teil von eime anderen lande [
ne
[...] plures sint de una provincia,
pauciores de alia
] , sunder muge daz geschên, daz ir
igelicher sî von eime sunderlichen lande oder gegende [
singuli
de singulis provinciis
]
StatDtOrd
93,15
5
in religiösen Zusammenhängen
5.1
Palästina als gelobtes, verheißenes Land (häufig mit Adj., vgl. Friedrich,
PhrasWB, S. 261 mit weiteren Belegen):
er bringit iuh wider heim / zuo deme guotin lante daz
milichi jouch honiges ist fliezzente Gen
3029
(vgl.
6.1.3.1
);
VMos
37,4;
der selb Josue furt si in daz lant daz in got gehaizzen
het PrOberalt
73,17;
da furen di genozen / mit truchenen fuͦzen / in daz
intheizene lant VMos
68,9;
Jerusalem daz reine lant KvWHerzm
121;
daz hêre lant vil reine Walth
78,12.
15,1;
daz sie gotes versmênisse unde sînes crûces wollen rechen
unde vehten umbe daz heilige lant [
terram
sanctam
] , daz der cristen sîn sal
StatDtOrd
24,5;
daz heilig land enehalb mers UrkCorp (WMU)
2987,25;
ußer dem lande das got sim volck gelobet, das man heißet
das lant von Promission Lanc
249,31;
dô si giengen durch die wüesten und wolten in daz lant
des götleichen gelübdes BdN
469,10
5.2
himmlisches Gottesreich, das Paradies als ursprüngliche Heimat des Menschen
(häufig mit Adj.):
dô unser herre gelobete Moises allez guot und sante in in
daz heilige lant, daz daz himelrîche meinet Eckh
5: 18,10;
so megen wir mit gesunde chomen heim ze lande / hin ze
paradyse uzer dirre freise AvaLJ
28,3
(vgl.
6.1.3.1
);
von disseme ellende ze den himelisken landen ebd.
189,3;
VMos
49,7;
ze deme wunneclichen lande / da gent si nach deme lambe
ebd.
60,10;
nu arbeitet da nach in disen tâgen, daz ir uon der
uanknusse dirre werelt erlôset wêrdet unde chomin muͦzzit zvͦ dem geheizzenem
lande Spec
40,22;
daz ich gesehe die suͦzze mînis herrin in dem lebintigim
lande. waz ist div lebintige êrde? div himelische Ierusalem ebd.
40,25;
in die himmelporten mines ewigen landes
Mechth
7: 7,42;
si [Luzifers Stolzheit] rouved
in des himelschen landes / ind warp in in den helschen dal
MarlbRh
113,38
5.3
selten (mit neg. Attr.) für die Hölle:
einer laie ophel, di wahsent in dem vervlvchten lande
PrBerthKl
4,32.
–
vinster ~
:
brenge den tuujl an uns zescanden, / daz er uns it
bespanne / mit siner ketenen also lange, / di di uerworchten leiden in daz
ujnster lant Litan
956;
wi ungerne ich nu buwe / diz vinster lant!
SüklV
211
(vgl.
in daz vinster viur verfluochet sîn SM:UvS
35:5,9
)
6
in präp. Fügungen und phras. Wendungen
6.1
in präp. Fügungen
6.1.1
after lande
‘durch das ganze Land’
nû is after lande / mîn laster vile mâre, / und mûz ouch offenbâre /
mîn schade vile grôz wesen En
2418;
sîne boten her sande / mit briefen after lande / ze allen den rîchen,
/ diu man dô mohte erstrîchen / mit schiffen oder berîten ebd.
12760.
4508.
8432;
swaz man der boten sande / mit den maeren after lande
KlageC
2822
6.1.2
von lande
‘weg aus einem Land, fort von der Heimat’
dô huoben sich von lande die snellen riter lobesam
NibB
379,4;
jâ fuort’ ich von lande des mînen alsô vil ebd.
1279,2;
in welher wîse Blanschefluor / mit iuwerm vater von
lande vuor Tr
5400;
diu vuorten wir von lande: / zwei hemede wîz alsam
ein snê ebd.
12810
6.1.3
ze lande
6.1.3.1
‘in die Heimat, nach Hause, zurück’ (oft ergänzt um
heim) (vgl.
5.1
und
5.2
):
daz er in ûz deme ellente fuorte ze lante, / unte
inen bigruobe dâ sîn vater jouch sîn ane lâge Gen
2648;
er gap in urloup über al / und hiez sie ze lande
varn, / daz sie got müese bewarn Eracl
2155;
UvZLanz
6779;
Rol
3241;
Tr
1423;
kunic, nu wis gisundi, / ich wil heim zi landi
LobSal
200;
daz er sie sande / wider heim zuͦ lande
Roth
189;
Lanc
534,15;
UvZLanz
1314;
GrRud
K 35
6.1.3.2
hie ze lande
‘hierzulande, in diesem Land’ (vgl.
enlant
):
als hie ze lande gewonlich ist vnd avch sitlich UrkCorp
(WMU)
2513,5;
nach allem dem rehte, als rutin reht
[Rodungsrecht] hie zelande stat ebd.
722,8;
hie zu land ist ein hohe frau, die ich mynne
Lanc
360,28.
366,22.
368,7
u.ö.
6.2
in paarigen Ausdrücken mit waʒʒer, mer (vgl.
1
) i.S.v. ‘weithin, überall’
aldes ich ervarn hân [durchfahren
habe] / in wazzer oder an lande UvZLanz
7901;
Darius sîne boten sande / in wazzer und in lande
SAlex
1942;
dannen wurden sîne poten gesant / uber wazzer unde uber
lant VAlex
1416;
si hæten in gar überkomen / beide ûf dem lande und ûf dem
mer Tr
18697;
dc menegliches lib vnd guͦt fride sol han uf deme vazzer vnd uf deme lande
UrkCorp (WMU)
N26,42;
Tannh
13,25;
di heiden samnoten ir hêr / uon lande unt uon mer, / uz
uil manigen richin Rol
2594
6.3
häufig in (Paar-)formeln mit burc, hof, hûs, stat (vgl. auch
Friedrich, PhrasWB, S. 261 mit weiteren Belegen)
6.3.1
verallgemeinernd:
arzâte man besande, / von bürgen und von
lande [von überall her] / die allerbesten die
man vant Tr
7258;
sîne sinne und sîne manheit / diu prîsete hof unde
lant [alle]
ebd.
18953;
mir hât der künec Clâmidê / und Kingrûn sîn
scheneschlant / verwüestet pürge unde lant [ganze
Landstriche] / unz an Pelrapeire Parz
194,16;
gewalt bî grôzem guote, liut bürge und dâ bî lant, / lîp
kraft schœn unde kleider, / swer der genuht iht hât KLD: Kzl
1: 2,2;
Herb
2321
6.3.2
als Gegensatz Stadt - Land:
ez sol auch nieman keiner slahte vihe triben oder
bachen, durre fleisch oder fische fuͤren von der stat oder von dem lande
WüP
36,3.
9,11;
jch sol auch mines herren purgære in der stat vnd auf dem lande
fleizzechlichen schermen UrkCorp (WMU)
854AB,35.
N238A,4
6.3.3
meist als Ausdruck für ‘Herrschaftsgebiet, Machtbereich’
wil er aber burge vnde lant / des gibich ime in sine
gewalt Roth
192;
lant unde bürge, die unser eigen sint. / unt swaz der
wîten rîche ist uns undertân NibB
693,2;
burc, lant vnd geine [d.i.
gegene Gegend, Gebiet] , / kvnic, ritter,
sine man, / wes nem ich mich an Herb
6170;
Parz
746,5;
ir sult bî dirre tagezît / uns rûmen hof unde lant
KvWHvK
379;
der künec iesâ besande / ze hove und in dem lande /
sînen rât und sîne mâge / durch rât und durch râtvrâge Tr
17660.
1147.
13453;
NibB
1386,1;
KvWTroj
23419;
Lanc
169,10;
so suͦlen mine burchman min hus inde min lant deme bisschove antwerden
UrkCorp (WMU)
566,37.
21AB,36,35;
dar vuor er mit here sâ / und beroubet die stat und
daz lant Wig
6097;
Herb
15803
6.4
in der Wendung
~ unde liute (vgl. zur Sache 2HRG
3,413ff. sowie Friedrich, PhrasWB, S. 261f. mit weiteren Belegen), selten (s.
6.4.2) auch
~ unde diet, ~ unde
mâge
6.4.1
verallgemeinernd ‘Gegend und ihre Bewohner’
Îsôt diu was dô starke / von ir hêrren Marke /
geminnet unde gehêret, / geprîset unde gêret / von liute und von lande
[allen]
Tr
12679.
13156.
2135;
wem ist nu bekant / under iu bî Rîne die liute und
ouch daz lant? NibB
1147,2;
nu ist diu werlt valschaft / und ist âne
meisterschaft / beidiu liute unde lant Wig
2369
6.4.2
meist als Ausdruck für ‘Herrschaftsgebiet, Machtbereich’
ich teile ir liute unde lant: / des sît ir bürge unde
pfant Iw
7715.
2889;
wir uirlisin liut unde lant / unde den lib dar zuͦ
Rol
454.
4246;
daz sî gût unde erbe mugen haben in der gemeinde unde
lant unde lûte [
quod possessiones habeant in
communi
]
StatDtOrd
30,5;
des gebe ich dir hute / min lant vnde mine lute, /
man vnde dinstman, / vnde allez, daz ich ie gwan Herb
3946;
ez hæten hie bevor die grôzen vürsten niht gelogen /
dur liute noch dur lant SM:UvS
30: 5,6;
Tr
465;
Parz
90,24.
267,10;
Wig
9437;
KvWSchwanr
435;
NibB
114,3.
– in Verbindung mit diet, mâge:
so scolt du gebieten / in lande ioh in dieten /
uͦber al mines herren riche Rol
1913.
2312;
lude rief Widolt / hie ist ein herlicher uolc /
lant vnde mage / sezzent sie an die wage Roth
3394
6.5
~
als hyperbolische Vergleichsgröße zur Beschreibung eines
großen Wertes (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 262 mit weiteren Belegen):
sîn lîp ist tûsent lande wert Georg
198;
ein minneclîchez zwieren, / daz næm ich für tûsent lant KLD:
UvW
26:3,8;
ob er den [
meidem
(Hengst)] ahte umb ein lant Ottok
5630;
seyt das in got her hat gesandt, / wir gäben in nicht umb
ain landt HvNstAp
3051;
die edlen vingerlein / die pesser waren dann zway landt
ebd.
577;
swer mir ze triuwen wirt erkant, / den minne ich über’z vierde lant
Freid
96,16
6.6
auch in Sprichw. (vgl. für weitere Beispiele TPMA 7,257-267, Nr.
1,16,27,59,148-49):
milte machet werdiu lant; / von obeze wirt der boum erkant
Freid
86,20;
funde ich âne wer ein lant, / daz twunge ich wol mit einer hant ebd.
131,13;
daz bidermans erbe in allen landen lit Ortn
34,4;
Ottok
1723
MWB 3,3 863,17; Bearbeiter: Diehl
lant|âht|acker
stM.
‘mit →
lantâhte
belegter Acker’
alle vnser ecker, die man nennet die landaht ecker DRW
8,325
(ZGO; a. 1349).
8,325
(ZGO; a. 1350)
MWB 3,3 867,63; Bearbeiter: Diehl
lantâhte
stF.
Fruchtzins, der sich nach der Fruchtfolge im Rahmen der Dreifelderwirtschaft
richtet (vgl. DRW 8,324 und SchwäbWB 4,946):
omnes agros in Eltrichesdorf, qui nobis seu castro in Gretzingen attinebant et
de quibus hactenus lantaht solvebatur UrkWürtt
10,303
(a. 1295);
usufructus lanthath ebd.
10,551
(a. 1296);
omnes redditus nostros, dictos landacht UrkHerrenalb
5,335
(a. 1303)
MWB 3,3 868,3; Bearbeiter: Diehl
lantambetman
stM.
überw. -amman.
gewählter Vorsteher einer schweizerischen Landesgemeinde (vgl. SchweizId
4,248):
wir, her Arnolt der meier von Silennun, lantamman, vnd die lantlúte
gemeinlich von Vre, vnd wir, her Chvͦnrat ab Jberg, lantamman, vnd die lantlúte
gemeinlich von Swiz in Chostenzer bistom UrkCorp (WMU)
1477,3;
mit dien fromen mannen den lantamptmann und mit dien lantlüten gemeinlich
AbschEidgen
26
(a. 1348);
UrkGraub (M)
2,258
(a. 1319);
UrkEidgenG
4,2:490
(a. 1322)
MWB 3,3 868,12; Bearbeiter: Diehl
lantbanier
stF.
‘Fahne einer Herrschaft, eines Landes’
nu die inneren [Eingeschlossenen]
begunden / ir [der zum Entsatz Kommenden] lantbaniere
erkennen, / ir zeichen [Feldgeschrei] hœren nennen, / si
begunden ir rûm wîten, / ûz an die wîte rîten Tr
5585
MWB 3,3 868,23; Bearbeiter: Diehl
lantbarûn
stM.
auch mit sw. Pl.
hoher landsässiger Adeliger in einem Herrschaftsgebiet, (vgl.
lanthërre
2,
lantvürste
):
künec unde lantbarûne, / al daz concîlje schiet sich sâ
Tr
15532;
hie mite sô wart daz lant besant, / die lantbarûne die mein
ich ebd.
9261;
Marke der hiez an der vrist / den lantbarûnen allen sagen, /
dazs inner ahzehen tagen / alle ze hove kæmen ebd.
12545
u.ö.;
mit maniger hand schalle / von tamburen und busunen / samet
die lant barunen / ze hof schon kamen SHort
2764
MWB 3,3 868,29; Bearbeiter: Diehl
lantberîter
stM.
Bevollmächtigter des Landesherrn in rechtl. Belangen (vgl. DRW 8,339; zur Sache
vgl. 2HRG 3,568f.):
der erber herre her Albrecht von Hesseburg thumherre vnd ertzpriester zu
Wiͤrtzburg, lantbereiter vnsers gnedigen herren hern Albrechts erwelts vnd
bestetigts zu einem byschof zu Wiͤrtzburg UrkWürzb
41,416
(a. 1349),
vgl.
beriether des landes ebd.
41,260
(a. 1346)
MWB 3,3 868,39; Bearbeiter: Diehl
lantbescheidunge
stF.
‘Landeseinteilung’ (vgl.
lantscheide
2,
lantscheidunge
):
daz andere teil [des Landes] wart gegeben / an daz
geistlîche leben / den brûderen von dem dûtschen hûs. /
[...] / des gûtes ist nicht bliben, / die
lantbescheidunge sie [l. sî
] beschriben
[falls die L. nicht schriftlich festgesetzt wurde]
LivlChr
6686
MWB 3,3 868,47; Bearbeiter: Diehl
lantbëte
stF.
allgemeine Abgabe bzw. die Verpflichtung zu ihrer Zahlung (urspr. eine auf Bitten
des (Landes-)Herrn geleistete außerordentliche Abgabe, später eine regelmäßig, meist
jährlich, zu entrichtende Steuer; vgl. differenzierter und mit weiteren Belegen DRW
8,337f.; zur Sache LexMA 1,1779-81 und 2HRG 1,494ff.; s.a.
lantstiure
):
petitiones, que dicuntur landbede DRW
8,337
(AnnNassau; a. 1258);
vnd ist, daz wir eyne gemeyne lantbete bite, dy suln dy gebure geben als ander
vnsir erbern manne lute an geuerde UrkHenneb
2:72,11
(a. 1347);
fur die obgenanten zwei tausent mark lotiges silbers haben sie vns
[...] zephanden gesatzt ire vesten Orlamunden, haus vnd
stat, mit lantbetten, statbeten, zinsen, gulden, [...], vnd
gemeinlichen mit allem dem, daz dar zugehort UrkHohenz
3,220
(a. 1350);
UrkDOHess
2:292,13
(a. 1320);
UrkWürzb
40,92
(a. 1336)
MWB 3,3 868,54; Bearbeiter: Diehl
lantbischof
stM.
hier -bischolf.
Bischof in seiner Rolle als weltl. Landesherr:
daz ev die genad ewer rehter lantpischolf vmsvst [ohne
Gegenleistung] vnd an alle ergervng erpiet
StiftZwettl
40
MWB 3,3 869,8; Bearbeiter: Diehl
lantbote
swM.
‘Gerichtsbote, -diener in ländlichen Bezirken’ (differenzierter und mit
jüngeren Belegen DRW 8,346ff.; vgl.
lantbütel
):
das sol ein yeglicher lantpot sweren, daz er [...]
sol warten seiner anleit [Einsetzung] und doch chein
anleit tun sol, bis im die durch einen gesworn landschreiber verschriben wird
DRW
8,346
(Müller, LGHirschberg; a. 1320)
MWB 3,3 869,12; Bearbeiter: Diehl
lantburc
stF.
‘Burg im Land, Burg des Landesherrn’
Heliachim der wîse, / [...] / der sande brîve manige
/ allenthalben in daz lant danne / ze den lantburgen grôzen, / ze den ir hûsgenôzen
JJud
457
MWB 3,3 869,19; Bearbeiter: Diehl |