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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   lëderphenninc - leffelkar    


lëderphenninc stM. Geldabgabe an Stelle einer Naturalgabe in Leder (vgl. SchweizId 5,1124 und DRW 8,831): diz sint die lederpfenninge ze Obern Swanden SchweizId 5,1124 (Propsteirodel [Geschichtsfreund 38 (1883), S. 8]; 1. H. 14. Jh.)

MWB 3,3 966,15; Bearbeiter: Hansen

lëdersac stM. ‘lederner Sack, Beutel, Schlauch’ Thêtis gefüeret hete dar / mit ir einen ledersac, / der ûf einem vische lac / und ab im was geschunden: / dâ stiez si bî den stunden / slâfend în ir liebez trût KvWTroj 13991; bulgen und leder secke, / daz ist daz mir wirret, / di haben mich des verirret / daz ich niht erzes eu han gesant Erz III 56,402. – im bildhaften Vergleich: ich pin als ein unnuͤtz ledersagk in dem reyffe worden [ factus sum sicut uter in pruina Ps 118,83] PsMb 33(Glossar)

MWB 3,3 966,20; Bearbeiter: Hansen

lëdersnîdære stM. Bez. für verschiedene Lederhandwerker (vgl. WeistErf S. 112, Fn. 344 sowie DRW 8,831 mit weiteren Belegen): cissores [l. scissores ] corei, qui dicuntur dy leder snytere WeistErf 63 (a. 1332). 138 (1. H. 14. Jh.) u.ö. – als Bestandteil von Personennamen: Hainricus dictus Lederschnider UrkBebenh 15,207 (a. 1302)

MWB 3,3 966,30; Bearbeiter: Hansen

lëderstein stM. Ort in Regensburg, an dem Leder verkauft wird (vgl. Heimpel, Gewerbe, S. 167f.; s.a. lëderloube ): aream Ratispone sitam, quę nomine vulgari Lederstain vocatur UrkRegensb 8 (a. 1161)

MWB 3,3 966,37; Bearbeiter: Hansen

lëderswale swF. ‘Lederschwalbe’, Bez. für die Fledermaus: in dem velde, dâ wir lâgen, / fliegen [Flugwesen] wir sâgen [sahen] / alse tûben unde lederswalen [vgl. volabant ibi et vespertiliones tam magni ut colombae (vgl. Anm.z.V. S 4598 in Lienert, Alex.] SAlex 5049. – Lit.: E. Schwenter, Eine eigentümliche Benennung der Fledermaus, in: Zs. für vergl. Sprachforschung auf dem Gebiete der indogerm. Sprachen 71 (1954), S. 95f.

MWB 3,3 966,42; Bearbeiter: Hansen

lëdervël stN. ‘gegerbte Tierhaut, Leder’ lewen hewt ist ir watt. / [...] / ir harnasch der ist hurnein: / da vor stend dicke scheybelein / geschlagen auff dy leder vel HvNstAp 2986

MWB 3,3 966,51; Bearbeiter: Hansen

lëdervrâʒ stM. ‘Lederfresser’, hier sprichw. vom Hund (vgl. lëder 1.4.1 mit Lit.): sô man den hunt wil senken [ertränken] , / man sprichet, er sî ein ledervrâz, / der doch nie keines gâz Sibote 387

MWB 3,3 966,55; Bearbeiter: Hansen

lëdic Adj., Adv. auch lidig (vgl. auch lîdic ). 1 ‘nicht gefangen oder verpflichtet, frei’
1.1 allg.
1.2 rechtssprachl. (vgl. auch 2.2 ; vgl. zum rechtssprachl. Sondergebrauch ausführlich DRW 8,832-845 und WMU 2,1106f.)
1.2.1 ‘unverheiratet, ledig’
1.2.2 ‘unehelich geboren’
1.2.3 ‘frei’ im Ggs. zu eigen (vgl. vrî )
1.2.4 ‘unverliehen, erledigt, frei’ (meist von lêhen )
2 ‘frei von etw., ohne etw. oder jmdn., von etw. oder jmdm. befreit’ (mit Gen. oder Präp. von , seltener ane, vor u.ä. bzw. mit Pron.-Adv.)
2.1 allg.
2.2 rechtssprachl. ‘von einer Verpflichtung, Schuld, Anklage o.ä. befreit, entbunden’ (von Personen oder Sachen; vgl. 1.2 mit Lit.)
3 ‘unbeschäftigt, untätig, müßig’
4 von Orten, ‘unbesetzt, leer, frei’
5 von der Zunge, ‘gelöst, ungebunden’
6 von Pferden, ‘ohne Reiter, reiterlos, ledig’
7 in rechtssprachl. Wendungen
7.1 ~ hûs ‘Offenhaus’ , befestigtes Gebäude, Burg, Turm u.ä., an dem ein Öffnungsberechtigter (z.B. der Lehns- oder Territorialherr) das Zugangs- und Nutzungsrecht (Öffnungssrecht) hat hûs 1.2.4 , zur Sache vgl. lëdichûs mit Lit.
7.2 ~ man ‘ligischer Vasall, Ledigmann’ WMU 2,1107 und DRW 8,853 s.v. Ledigmann mit zahlreichen Belegen; zur Sache vgl. 2 HRG 3,996f.
   1 ‘nicht gefangen oder verpflichtet, frei’    1.1 allg.: dâ inne [in der Festung] lâgen di man, / di Darius hete gevân [...]. / Alexander [...] lîz si alle ledic wesen SAlex 3578; si wurden ledic, dier dâ vienc Parz 100,20; swer den [ roc ] hiute an leit, / [...] / und mit dem tievel ist bevangen / [...] / sâ ze der selben stunt / wirt er ledic und gesunt Eracl 5308; ir sint ledig und mögent wol farn wann ir wollent Lanc 259,32; ich wil iuch beide lâzen [...] ledec gên NibB 251,1; ledic unde vrî UvZLanz 7665; all pœs rihter, die gelt nement von den schuldigen und lâzent die ledig umb daz unrain guot BdN 188,27; PrMd (J) 345,5; Volmar 668. – bildl.: die herte zestoͤret diu hilig stæticheit und zeloͤset diu bant der boͤsen gewonhait, daz der mensch gar ledich ist PrOberalt 5,30; daz ich minnen vrî werde und ein ledig man! SM: Te 8: 2,12; swie des mannes leben stât, / daz alter in niht ledic lât RvEBarl 1256. 15853; daz ledige gemüete vermac alliu dinc. [...] daz ist ein ledic gemüete, daz mit nihte beworren enist noch ze nihte gebunden enist Eckh 5: 190,6. 5: 275,10 u.ö.; BdN 234,12; Konr 19,79; KvHeimUrst 1795    1.2 rechtssprachl. (vgl. auch 2.2; vgl. zum rechtssprachl. Sondergebrauch ausführlich DRW 8,832-845 und WMU 2,1106f.)    1.2.1 ‘unverheiratet, ledig’ swer eines mannes wîp behuoret oder ledic wîp oder maget nôtzoget SpdtL 117,7. 91,16; sô verlîhe wir, daz man wertliche lûte mit ir ê oder ledich wesende zu der heimliche disses ordens entphâhe StatDtOrd 52,25; nôtig lidig man fröit sich doch mangen tag, / er sprichet: ‘ich mag mich einen sanft begên.’ / ach, nôtig man, kumst dû zer ê, / [...] / du kumst in nôt SM:Had 7: 1,3; PrBerth 1:128,18; Wernh A 1533. D 1699. – subst. (swMF.): hat erz [das Kind] aber bi einem ewibe oder bi einr ledigen vnd ist er selbe ein eman SchwSp 162b; ez sîn ledige oder êliute oder geistlîche oder werltlîche PrBerth 1:106,5. ~ wîp auch spez. ‘Hure, Dirne’ swan er wolde in diu lant / varn, sô gie er sâ zehant / ze den ledegen wîben. / diu kunden im vertrîben / die zît und ouch die stunt Fressant 51    1.2.2 ‘unehelich geboren’ man sol wizzen daz kain ledik chint niht geerben mak StRAugsb 149,20    1.2.3 ‘frei’ im Ggs. zu eigen (vgl. vrî ): nu ob ein wîp eines herren eigen ist, diu nimet einen man unde wirt bî dem eines kindes swanger, ir herre ist vrî, er læt si ledic, unde si wirt vrî SpdtL 133,19; vgl. bildl. vom Minnedienst: ob ich [Gawein] vrîheit ie gewan, / ir [Orgeluse] sult mich doch für eigen hân: / daz dunct mich iwer ledec reht Parz 523,29    1.2.4 ‘unverliehen, erledigt, frei’ (meist von → lêhen ): ledic sint dîniu lêhen. / du nemaht dînen hêrren / niemer nehain mære der von gesagen Kchr 5203; ein vorleiher hatte vorlihen ein lenschaft andern arbeitern, die er ledig fant drei lange schicht nach der saczung des rechten BgRIglau 455,19; der selb perg lag ledig und frei ein halb jar oder mer ebd. 498,35; das lehin duhtin alse swah / das er ez lidig lie zehant RvEWchr 32988; [sie] gaben mir uf mit gesamenoter hant die vorgenante lehenschaft lidig und lere in min hant UrkFreiburgGr 9,475 (a. 1280); UrkCorp 51,43. – überw. mit Dat. ‘(dem Lehnsherren) zur freien Verfügung’ begibet sich aver ein knabe über vierzehen jâr [ins Kloster] , der hât sich von lantreht unde von lêhenreht erlediget unde von erbeteil. sîniu lêhen sint dem herren ledic SpdtL 103,8; daz lêhen wirt dem herren ledic ebd. 119,7 u.ö.; wer solt iuwer man [Lehnsmann] sîn? / diu marke und ander lêhen mîn, / daz sî ledic iu benant Wh 179,13; swaz grozzer lehen als chunichriche, furstentuͦm, grafschaft, herschaft und die anders grozze lehen seint dem riche ledich werdent, die sullen wir bede [König Friedrich und König Ludwig] mit ein ander leihen und einer an den andern nicht MGHConst 6,1:73,14 (a. 1325); daz nâch des von Ortes leben / dem goteshûs sî ledic worden / Wehseneck nâch lêhens orden Ottok 26881. 27141; lâzet ein man ein guot hin umbe zins ze pflegenne [...], ze welcher zît der in dem jâre stirbet, sô ist ez den erben ledic SSpAug 226,4; NibB 2164,2; vgl.: des muoz ich unsælic man / ir lîp ir lant dir ledec lân Parz 213,28    2 ‘frei von etw., ohne etw. oder jmdn., von etw. oder jmdm. befreit’ (mit Gen. oder Präp. von, seltener ane, vor u.ä. bzw. mit Pron.-Adv.)    2.1 allg.: wis aller dîner swære / ledic unde wol gesunt KvHeimHinv 793; solcher învelle enmac man in disem lebene niemer ganz ledic werden Eckh 5: 231,5; ich wil von ir niht ledic sîn, / die wîle ich iemer gernden muot zer werlte hân MF:Reinm 9: 3,1; daz Îsôt dirre mære / ledic und âne wære Tr 11052. 15853; swelchem menschen der [Nieren-] stein nine breste von diser erzenîe, der wirt sîn nimmer ledich Barth 148,35. 153,14 u.ö.; swelch wip ein tot kint treit oder in dem libe hat, si trinke den bybos: si wirt sin ledec Macer 1,12; also ledich so er was von flaisclichen svnden, also fri was er von allem totlichen sere Spec 29,17. 15,20; StrKD 161,132; RvEBarl 14176; Parz 88,6. 521,1. daz si alle die ledich sagin ir sundin, die mit warir riwe zvͦ in chomin Spec 84,2    2.2 rechtssprachl. ‘von einer Verpflichtung, Schuld, Anklage o.ä. befreit, entbunden’ (von Personen oder Sachen; vgl. 1.2 mit Lit.): ist ein man sînem wîbe niht ebenbürtic, er ist doch ir vormunt, [...]. swenne aber er stirbet, so ist si ledic von sînem rehte unde behaltet reht nâch ir geburt SSpAug 133,12; und erteilt man den der klage ledic, ûf den diu klage dâ gienc ebd. 193,20; des eides sîs dû ledich Gen 962; ich laß uch alhie ledig uwer gelubde die ir mir gethan hant Lanc 187,23; myn herre konig Artus sol uch der manschafft wol ledig laßen ebd. 509,26; si wolten sînes zinses varn / vil gerne ledec unde blôz KvWSchwanr 1241; ist daz ein man stirbet unde gelten sol, unde læt niht hinder im dâ mit sîn wîp oder ander sîne erben von vergelten mugen, die sint des geltes ledic SpdtL 88,18; er ist ledic darane ebd. 211,17; NibB 860,3; Wh 465,30; vgl.: di weri [Wehrschaft] sal ste iar unde tac unde sal dan leidic [erledigt] si Mühlh 129,13. – ersparter Gen./Präp. (vgl. 1): ich wirde gegen iu bürge alsô, unde stirbe ich, ich wil daz mîne erben ledic sîn SpdtL 88,15; der sol des geniezzen und sol ledig sin, ob anders schaden niht davon kumen ist WüP 41,10; ledig und los ebd. 12,4    3 ‘unbeschäftigt, untätig, müßig’ er ne wolde niwit langer ledich sitzen, / er screib von grôzen witzen, / wande des mannis mûzicheit / zô dem lîbe noch zô der sêle nit ne versteit SAlex 29; VAlex 27; die frauwe zv tishe ginc. / [...]. / do man du vur si truc / von spise me danne gnvc, / vrouwe Medea ledic saz. / si entranc noch enaz; / von gedanken wart si manic gefar Herb 791; du solt ie des tages oder der naht únserm lieben herren gotte ein lidige stunde [Mußestunde] geben Mechth 6: 1,105    4 von Orten, ‘unbesetzt, leer, frei’ swanne ein brûder ûzen herbergen vert unde sihet er in der rotte eine ledige stat, die ime unde sînen bestien [Reittieren] gevûget, die mac er vâhen [einnehmen] StatDtOrd 111,42; das ellende ist noch ital und lidig, da ist nieman inne Mechth 3: 1,63; daz grab waz ledig und offenbar, / ein wißes duch und cleit, / do mit er ins grap wart geleit HvNstGZ 4236    5 von der Zunge, ‘gelöst, ungebunden’ ain ledig [ absoluta ] zung, die niht haft, wirt gehindert an der sprâche oft von pœser gewonhait BdN 14,33; vgl. 256,20    6 von Pferden, ‘ohne Reiter, reiterlos, ledig’ diu ros liefen ledic dâ, / als ein stuot wær ûz geslagen Wig 484; ein ledec ors gieng im bî Parz 342,12; Eracl 1523    7 in rechtssprachl. Wendungen    7.1 ~ hûs ‘Offenhaus’, befestigtes Gebäude, Burg, Turm u.ä., an dem ein Öffnungsberechtigter (z.B. der Lehns- oder Territorialherr) das Zugangs- und Nutzungsrecht (Öffnungssrecht) hat → hûs 1.2.4, zur Sache vgl. lëdichûs mit Lit.    7.2 ~ man ‘ligischer Vasall, Ledigmann’ → WMU 2,1107 und DRW 8,853 s.v. Ledigmann mit zahlreichen Belegen; zur Sache vgl. 2HRG 3,996f.

MWB 3,3 966,59; Bearbeiter: Hansen

lëdicgengære stM. ‘Müßiggänger’ hat eyn man vel gearueyt vnde ouele geeszen vnde gedruͦnken, vnde wert darna eyn ledig gengere vnde wol eszende vnde trynkende, so wert he gerne syech OvBaierl 14,3

MWB 3,3 969,28; Bearbeiter: Hansen

lëdic|heit stF. überw. ledikeit, ledekeit, auch leidikeit, lidekeit (vgl. auch lîdicheit ). 1 ‘Freiheit, Unabhängigkeit’
2 ‘Freiheit von weltlichen Dingen, Losgelöstsein’ (vgl. lëdiclich 1.3 ; s.a. abegescheidenheit )
3 ‘Freiheit von Aufgaben, Müßiggang’ (vgl. lëdic 3 ; s.a. lîdicheit )
4 ‘freie Zeit, Muße’
5 ‘außereheliche Affäre, Buhlerei’ (vgl. lëdic 1.2.1 )
6 rechtssprachl. die Verpflichtung des ligischen Vasallen (vgl. zur Sache 2 HRG 3,996f.; vgl. auch WMU 2,1103 und DRW 8,851 mit weiteren Belegen)
   1 ‘Freiheit, Unabhängigkeit’ dat von unsis herrin siden quam girunnin, / dat [l. des ] hat unsi gestlichi mudir giwunnin / alsi vrilichi leidikeit, / dat si nimmer under [überwältige] des duvilis bosheit WernhvN 403 (vgl. Anm.z.St. in: P. F. Ganz, Geistl. Dichtung, Berlin 1960, S. 101)    2 ‘Freiheit von weltlichen Dingen, Losgelöstsein’ (vgl. lëdiclich 1.3; s.a. abegescheidenheit ): daz ein mensche [...] einer lidiger friheit in ime enpfindet, die in uf inre lidikeit und uf usser friheit zúhet Seuse 474,11. 168,8. 296,29; do ime vor gruwelte, daz gelust im nu, also smochheit, ellende, einoͤte, lidekeit, indewendekeit, demuͤtikeit, verworffenheit, abegescheidenheit von allen creaturen Tauler 38,9; HvNstGZ 252; mit Gen.: daz er [der Geist] wonen sol ûzer al, daz ist daz er wonen sol in einer abegescheidenheit und in einer blôzen lidekeit sîn selbes und aller dinge Eckh (Pf) 600,34; diu sêle sol ouch haben rehte eine blôze ledikeit ir selbes und aller dinge ebd. 632,6. 366,27    3 ‘Freiheit von Aufgaben, Müßiggang’ (vgl. lëdic 3; s.a. lîdicheit ): uns hat gesaget alsus / ein buch daz heizit Ecclesiasticus: / wer da volgit der ledekeit / der kumpt is io in erbeit. / ledikeit ist allir schandin ort, / ledikeit machit sunde und mort [vgl. multam enim malitiam docuit otiositas Sir 33,29] Brun 4 u.ö.    4 ‘freie Zeit, Muße’ ir wâren vile di da quâmen und gîngen wider, daz si nicht ledikeit hatten zuͦ ezzine [ et nec manducandi spatium habebant ] EvBeh Mc 6,31    5 ‘außereheliche Affäre, Buhlerei’ (vgl. lëdic 1.2.1): der selben frouwen was daz leit, / daz ir man ze ledekeit / zwei wîp hete gesazt ze hûs. / [...] / swan er wolde in diu lant / varn, sô gie er sâ zehant / ze den ledegen wîben. / diu kunden im vertrîben / die zît und ouch die stunt Fressant 42    6 rechtssprachl. die Verpflichtung des ligischen Vasallen (vgl. zur Sache 2HRG 3,996f.; vgl. auch WMU 2,1103 und DRW 8,851 mit weiteren Belegen): vnde hant si selue gut wider intfangen van mir ze rechter ledicheit also, det he vnde sine nacomelinge mine ledige man dan aue sulen sin, die wile ich leuen UrkCorp (WMU) 111,28; illo iure feodi, quod vulgariter lethicheit dicitur DRW 8,851 (Gudenus,CDMog.; a. 1233)

MWB 3,3 969,33; Bearbeiter: Hansen

lëdic|hûs stN. befestigtes Gebäude, Burg, Turm o.ä., an dem ein Öffnungsberechtigter (z.B. der Lehns- oder Territorialherr) das Zugangs- und Nutzungsrecht (Öffnungssrecht) hat, ‘Offenhaus’ (vgl. hûs 1.2.4; vgl. zur Sache 2HRG 4,126ff. s.v. Öffnungsrecht; vgl. auch DRW 8,850f. mit weiteren Belegen; s.a. offenhûs ): lygiam domum, quod vulgariter Ledegehuse dicitur UrkNiederrh 2,455 (a. 1282)

MWB 3,3 970,16; Bearbeiter: Hansen

lëdic|lâʒunge stF. Entlassung aus einer Verpflichtung (vgl. DRW 8,851): [ wir ] wellen, daz disú lidiglassunge als guͦt kraft heige, als ob wir úwer jeglichen sunderlich mit namen und mit munde sines eides lidig hetten verlassen UrkBern 5,519 (a. 1326). 5,264 (a. 1322)

MWB 3,3 970,25; Bearbeiter: Hansen

lëdic|lich Adj. , -lîche Adv. auch ledlich; adv. auch -lîchen. 1 ‘nicht gefangen oder verpflichtet, frei’
1.1 allg.
1.2 rechtssprachl.
1.2.1 ‘frei, ungenötigt’
1.2.2 ‘unverheiratet, außerehelich’ (vgl. DRW 8,853 mit weiterem Beleg)
1.3 geistl. ‘frei von weltlichen Dingen, losgelöst’ (vgl. lëdicheit 3 )
2 ‘frei von etw., von etw. befreit’ (mit Gen.)
3 ‘ohne Hindernis, ohne weitere Verpflichtung, uneingeschränkt’
3.1 allg.
3.2 rechtssprachl. ~ gewer ‘freier, unabgeleiteter Besitz’ (zu 1gewer , vgl. DRW 8,852f.)
   1 ‘nicht gefangen oder verpflichtet, frei’    1.1 allg.: ir lât ouch mich / nicht von ûch lediclich, / wan ir gedenkt ze nôten, / mich martern unde tôten JvFrst 5400; dô wânde ich sie ze gote alsô bestaeten, / daz si iemer vuoz ûz sîme dienste mêr getraeten. / nu wellent si aber ir willen hân / und ledeclîche varn als ê MF:Reinm 31: 1,8; ir sult si ledeclîchen hinnen lâzen varn NibB 315,1. 2338,4; keisir, du must [...] mich hi beschermen, / daz ich gen muͤge vz der stad / ledlich mit minem rad, / vnd zcu minem rich / komen widir geweltlich Dalimil (B) 79,92    1.2 rechtssprachl.    1.2.1 ‘frei, ungenötigt’ benoetet [zwingt vor Gericht] er der keinen, die selben die suln als gut reht han als die lute hant die selbe lediclichen furchoment StRAugsb 113,15    1.2.2 ‘unverheiratet, außerehelich’ (vgl. DRW 8,853 mit weiterem Beleg): hat ein man eine frovwe ze ledeclichen dingen. vnde hat kint bi ir vil oder lvͥtzel. vnde nimet er si. dar nach ze rehter.é. SchwSp 162a    1.3 geistl. ‘frei von weltlichen Dingen, losgelöst’ (vgl. lëdicheit 3): der geist sol sich mit ganzer kraft erheben und lediclîchen in sînen got versenken Eckh 5: 271,7; ouch ie dû in [Gott] lediclîcher meinest und einvelticlîcher [ungekünstelter] , sô ie alliu dîniu werk eigenlîcher alle sünde büezent ebd. 5: 248,2 u.ö.; min kint, halte dich inrlich, luterlich, ledklich und ufgezogenlich! Seuse 290,1 u.ö.    2 ‘frei von etw., von etw. befreit’ (mit Gen.): ich sag eu zwar daz der suͤndær da mit schied von dann, ledichlich aller siner suͤnde PrOberalt 149,34    3 ‘ohne Hindernis, ohne weitere Verpflichtung, uneingeschränkt’    3.1 allg.: wan ob ietweder porte wære / ledeclîchen ûf getân, / und wærer dâ zuo ledec lân / aller sîner schulde / alsô daz er mit hulde / vüere swar in dûhte guot Iw 1711; wan daz tæte mir ze wê, / solt diz ors iwer sîn: / daz was sô ledeclîche mîn / dennoch hiute morgen fruo Parz 545,24; der mirz ledeclîche bræhte, / ich liezez ê daz ich væhte ebd. 421,17. 545,28. – ‘gänzlich, völlig’ ich hân vil ledeclîche brâht / in ir gnâde mînen lîp MF:Reinm 3: 3,1; wider sinen schepfer [...], / der in hat lediclich irlost / aller schulde wen der einen HeslApk 19910    3.2 rechtssprachl. ~ gewer ‘freier, unabgeleiteter Besitz’ (zu 1gewer , vgl. DRW 8,852f.): swaz sô man ûf dem guote tuot, daz sol man bezzern dem der ez in lediclîcher gewer hât SpdtL 213,13; SchwSp (W) 416,40

MWB 3,3 970,31; Bearbeiter: Hansen

lëdic|man M. lëdic 7.2

MWB 3,3 971,16;

lëdic|sagunge stF. Entlassung aus einer Verpflichtung (vgl. auch DRW 8,854): daz ich vnd alle mein erben wider di hie vorgeschriben furziht vnd ledichsagung niht chomen schullen UrkBrixen 198 (a. 1312) (vgl. [ ich ] han ovch fuͤr mich vnd fuͤr alle mein erben denselben meinen herren [...] ledich gesait aller der reht vnd ansprache di ich vnd mein erben gegen in haben gehabet ebd. 198 (a. 1312) )

MWB 3,3 971,17; Bearbeiter: Hansen

lëdic|vrî Adj. ‘frei’ gedanke die sint ledic vrî - / daz in der welte nieman kan erwenden MF: Eist 6:1,1; von dir [Gott] uns wuohs der sælde zwî, / an dem wir wurden ledicfrî. / ez was ein jâmerlîchiu krî / an dem kriuz Helbl 12,26. – ‘unbesetzt, leer’ gewîhte stete nâch ir ê / hâten niht anders vrides mê, / wan ein lidic vrîez velt KvWTroj 48279

MWB 3,3 971,26; Bearbeiter: Hansen

lëdigære stM. ‘Befreier, Erlöser’ wan Christus unser ledigêre [ redempcio nostra (Ferber 96,4)] / was und ein ganzer trôst, / der uns von nôten hât erlôst JvFrst 7494; ob Elias kome her / und al hî werd sîn ledigêr ebd. 10068

MWB 3,3 971,33; Bearbeiter: Hansen

lëdigærinne stF. auch lidigeren. ‘Befreierin, Erlöserin’ in der hellewize / is siv ein lidigeren Pilatus 1,99. – mit Gen. ‘die von etw. befreit, erlöst’ genade ein selic frowe her / vermache vnsir herze ser / reine gotis bredierin / vnsir svnden ledigerin Martina 80,50

MWB 3,3 971,38; Bearbeiter: Hansen

lëdige swMF. lëdic Adj. 1.2.1

MWB 3,3 971,44;

lëdigen swV. auch lidegen (z.B. HlReg 25,26 u.ö. ). 1 tr.
1.1 ‘jmdn. oder etw. (von etw. oder jmdm., aus Gefangenschaft, Bedrängnis, Schande u.ä.) befreien, erretten’ (vgl. erlëdigen )
1.2 ‘jmdn. (von einem Leiden, einer Krankheit u.ä.) befreien, heilen’
1.3 ‘jmdn. von Sünden freisprechen, absolvieren’
1.4 religiös ‘etw. (die Seele, Herz oder Geist) von etw. befreien’
1.5 rechtssprachl.
1.5.1 ‘ein Gut von Belastungen freimachen, etw. (ein Versprechen, Schwur o.ä.) einlösen’
1.5.2 ‘jmdn./sich (von einer Verpflichtung, Belastung o.ä.) befreien’ (mit zusätzlicher präp. Erg.)
1.6 ‘etw. (ein Band, Fessel o.ä.) lösen, losbinden’
1.7 ‘etw. (ein Tier) losbinden, freilassen’
1.8 ‘etw. (ein Land, Gebiet, Ort) von Besatzung befreien’
2 refl.
2.1 ‘sich (von etw.) befreien, losmachen’
2.2 ‘sich (von etw.) lösen’
2.3 ‘aufhören, zum Erliegen kommen’ (vgl. erlëdigen 2.3 )
   1 tr.    1.1 ‘jmdn. oder etw. (von etw. oder jmdm., aus Gefangenschaft, Bedrängnis, Schande u.ä.) befreien, erretten’ (vgl. erlëdigen ): ledige di geuangen vnde di gebunden Litan 1414; das wir die gevangen, die in deme kaͤrcher sint, ledigen Konr 18,41. 15,49; din gnade diu sol / mich ledegen von miner meile SüklV 273; du solt Tybalden ledigen / shier von der vangnuͤsse Rennew 24594; wilt du din leben ledigen, / daz man daz niht entoͤte ebd. 14174; an der selben zit wil er sine liebin lidegin von dirre welte Lucid 138,8; der war gotes sun der si ledigen solt uz des tiufels gewalt PrOberalt 24,35; also Davit der si von ir viende fuͤrchempfen Golya lediget ebd. 13,9. 72,23; swe hie ligit. tot / des sele wirt geledigot / in daz wunnichliche leven Roth 4132; HvHürnh 11,6; Ottok 5022; EvStPaul 6293. byshof Johan, nu suͤlt ir / den heiden vaste predigen / und von dem ungelauben ledigen Rennew 18074; daz almûsen ledeget von deme tôde unde gestatet niht, daz die sêle, die in gnâden hinnen gescheiden sint, die lenge sîn in wîzen StatDtOrd 38,10; diu hilig zuversiht [...] lediget den armen menschen von den starchen banden da mit in der tiufel zuͦ sinem chruͤtze gebunden het PrOberalt 5,14. 151,25; Seuse 310,22; BdN 214,36; HlReg 25,31; nu ledige, chunigin, in zit / mine vil arme sele SüklV 240    1.2 ‘jmdn. (von einem Leiden, einer Krankheit u.ä.) befreien, heilen’ wann der selbig wein gewermt und so ledigett er von den überflüssigkaiten, die da kalt sint und gros [ liberat a superfluitatibus frigidis et grossis ] HvHürnh 52,3    1.3 ‘jmdn. von Sünden freisprechen, absolvieren’ so der suͤntær siner suͤnt vil innichlich vergiht und si vil riwichlich bewaint, so ledigt in unser herr und vergibt im sein suͤnt PrOberalt 167,34    1.4 religiös ‘etw. (die Seele, Herz oder Geist) von etw. befreien’ wele menschen erfúllet werden súllent mit dem heiligen geiste, die muͤssent vor irre hertzen lidigen von eiginer minnen, von eigener meinunge und von eigeme willen Tauler 304,9; das ich die sel van der klag / ledige HvBurg 6034; daz lob ist so vil glicher, so vil es me von allen kreaturen nach inbildunge geledget ist und mit mir in rehtem andacht vereinet ist Seuse 306,14. 309,27    1.5 rechtssprachl.    1.5.1 ‘ein Gut von Belastungen freimachen, etw. (ein Versprechen, Schwur o.ä.) einlösen’ Cornubiles ledigete sine truwe [löste sein Wort ein] Rol 5053; swer lîp oder hant oder hût oder hâr lediget [sich (z.B. durch Zahlung einer Geldbuße) von diesen Körperstrafen befreit] daz im mit rehte verteilet ist [wozu er rechtmäßig verurteilt ist] , der ist rehtlôs SpdtL 182,1; UrkKölnSchr 1,236 (12. Jh.); Mühlh 170,20. – subst.: wer do spelt adder kulet [mit Kugeln (um Geld) spielt, kegelt] umme ledigen, der gibt unsern herren funff schillinge StRHeiligenst 35. – ‘etw. (ein Recht, einen Auftrag) aufheben’ [Adalrot:] daz ist min lehen / uon Marsilie minim herren, / daz ich din [Rolands] houbit abe slahe / unt iz fuͦr den chunc trage. / [...] [Roland:] du bist ain zage uil bose. / uil drate ledige ich daz lehen Rol 4049    1.5.2 ‘jmdn./sich (von einer Verpflichtung, Belastung o.ä.) befreien’ (mit zusätzlicher präp. Erg.): swenne der maister ainen brvder [...] in ain bvͤz leget, so der maister gegenwurtig niht ist, so sol in kain brvder, der darvber niht gewaltes hat, von der bvͤz lidigen SpitEich 21,11; ob ir nicht mine gote / nach rechter helfe schriet an, / so wizzet, daz uch nicht enkan / geledigen uz miner dro Pass III 352,21; daz er die iuden ledegete uon dem herwerme dieneste Spec 144,31; SchöffIglau 69 ( vgl. dieselben bezzerunge sol nach [noch] enmag nieman abegelazzen nach [erg.: sich] von der geledigen, der sie verworht hat WüP 58,11 )    1.6 ‘etw. (ein Band, Fessel o.ä.) lösen, losbinden’ dâ sol man dem siechen den riemen ab dem halse ledigen unde sol den riemen begraben mit dem tôten Barth 151,16 u.ö.; nu ledige, herre, mir diu bant, / da mide mich der ubele valant / hat gebunden so diche SüklV 307; Lucid 90,12    1.7 ‘etw. (ein Tier) losbinden, freilassen’ er [...] hiezz si ledigen ein eslinne und ir jungide, die warn gebunden PrOberalt 8,8; also si den wolf sehent, so vliehent si und enhuͤtent noch enledigent ir schæflein niht, so chumt der wolf und zefuͤrt si ebd. 93,10    1.8 ‘etw. (ein Land, Gebiet, Ort) von Besatzung befreien’ Markys, des wis gewis an mir / daz ich Orense ledige dir, / daz ez nymmer me besezzen wirt Rennew 16502; di marche [Grenzmark] wolten si ledige Rol 8410. 3708(La.); GrRud #g+b#g- 24    2 refl.    2.1 ‘sich (von etw.) befreien, losmachen’ die wil wir in diser werlt sein, so muͤg wir uns ledigen von unsern suͤnten mit guten werchen PrOberalt 143,19; so wir iv daz gotes wort sagen, so ledigen wir uns unde binten ivch Spec 139,14. – ‘sich von jmdm. trennen’ got wil sî nû. der muotet dir, / daz dû ledegest dich von ir / und im sî ûf gnâde gebest RvEBarl 11130. – ‘sich freie Zeit schaffen’ (vgl. Schiller/  Lübben 2,646f.): sich hete Marie geledeget unde gefriet. / si saz suoze zuo den gotes fuozen AvaLJ 88,4    2.2 ‘sich (von etw.) lösen’ wirf ein huon dar zuo unde lâ daz sieden als lange unz sich daz fleisch ledige von dem beine Barth 152,19    2.3 ‘aufhören, zum Erliegen kommen’ (vgl. erlëdigen 2.3): ze gelîcher wîs sol si rûten ezzen unde den souch vaste trinchen unde sol die wurzenschîben zwischen diu bein haben: sô ledigent sich diu menstrua Barth 132,7

MWB 3,3 971,45; Bearbeiter: Hansen

lëdigunge stF. 1 ‘Erlösung’
2 ‘das Freilassen, Befreiung’
3 ‘(rechtl.) Auslösung, Befreiung’ (von Personen und Gütern; vgl. DRW 8,855f. mit weiteren Belegen)
   1 ‘Erlösung’ das bringet vns iemer vollicliche ledigunge, das zeiget vns die rehten strazze gen der phalenze des almehtigen gotes Konr 11,16; wirf dîn leit zerucke, / unz got an dir gehucke / sîner barmunge, / unt er dir ledigunge / mit sînem trôste welle geben! Wernh 3236. 1271; daz lone ledigunge sele ire [interl. zu precium redemptionis anime sue ] PsM 48,9; Lucid 71,1. 115,4; Pass III 591,75; HeslApk 16539. – ‘Vergebung’ der geist des herren ist ûf mir, durch daz hât her mich gesalbit zuͦ êwangêlizîrende und den armen hât her mich gesant [...] zuͦ lâzene die zuͦbrochin in ledegunge [ dimittere confractos in remissionem ] EvBeh Lc 4,19    2 ‘das Freilassen, Befreiung’ do hub si uf iren vuz / und liez den tuvel wesen vri. / alzuhant wischte er dabi / und was der ledegunge vro Pass III 331,77    3 ‘(rechtl.) Auslösung, Befreiung’ (von Personen und Gütern; vgl. DRW 8,855f. mit weiteren Belegen): dar zv hat auch der selb abbt von mir gelediget ein leibgeding, daz ich het an dem zehent daze Shorndorf, vnd hat mir vmb di ledigung gegeben ander halb hvndert pfvnt pfenning UrkCorp (WMU) 2617,1. 2021,22. – in der Wendung etw. (Güter) ze ~ gëben/  bieten (u.ä.) ‘etw. zur Auslösung, als Lösegeld geben’ ê daz er in guot wolte geben. / ze lidegunge umb sîn leben, / daz wære ein schantlich miete KvWTroj 46634; die [Gefangenen] buten ouch liut und lant / ze ledegunge dîner hant RvEAlex 11440; daz ein iegelîcher man [...] / gebe ze ledigunge / tûsent marke ungewegen. / dâ mite ein ieslîcher degen / sich lœse und ouch sîn wîcgewant Bit 8516. 8354. 9525; bildl.: als der svn des menschen niht enchom daz man im dien svnder daz er dien. vnd ze geben sin sel zv einre ledigvnge vmb vil [ dare animam suam redemptionem pro multis Mt 20,28] EvAug 48,18

MWB 3,3 973,28; Bearbeiter: Hansen

ledlich Adj., Adv. lëdiclich

MWB 3,3 974,1;

leffel stM. auch löffel, loffel, vereinzelt lephil ( SummHeinr 2:221,210, vgl. AWB 5,715 mit Lit. ), leufel ( BvgSp 43 ). ‘(Ess-, Koch- oder Schöpf-)Löffel, Kelle’ beide schüsseln und leffeln / hoͤrt man wenig bi mir kleffeln / so selten umbe minen hert: / des lide ich dicke unwert KgvOdenw 13,21; swer mit leffeln ezze gern, / kan er da mit niht heben uf, / der sol den unflat verbern, / daz erz iht schieb mit vingern druf TannhHofz 121. 34; ezzen gap man im zehant: / ein dünnez muos und einen leffel Schlegel 377; rüer ez wol all tag mit ainem löffel BdN 345,3; wann diu muoter vil tiur / macht daz koch bî dem fiur, / und hât den löffel in der hant EnikWchr 27439. 27442. 27451; zetribez [...] in eineme cuffirvazze. oldir in eineme leffele Ipocr 92; coclear: leffil, lephil SummHeinr 2:221,210; coclear: loͤffel VocOpt 10.082; Neidh (S) 1,442 B75:7,10; Pelzb 133,23. – als Maß: sweme di ougen gerne trenen. der neme ruten saffes uir leffel. honiges zwene. vnde temper daz mit ein ander in eimer [l. einer ] ampullen SalArz 37,15; nim der gepvluerten centauria nivn leffele volle Ipocr 143; dez saffez zweine leffel vol Macer 75,3; UrkEnns 5,191 (a. 1317); OvBaierl 79,15. 24,6; Albrant 3,63. – bildl.: suͤde ez by begirde gluͤt, / bitz ez behang vor sterke / an dem leffel sußer werk Minneb 3856; von Hasenohren: ‘[...] / du soldest [...] worden sin ein koch / (wan du treist den loffel noch), / werstu als ein ander man, / der wol zessen machen kan.’ / nu prufet an dem toren, / er meint des hasen oren, / die er uf gerecket sach Zwickauer (DVN) H,400. – im Vergleich, als etw. Geringes: er nam daz ros, er nam daz rint, / er lie dem man niht leffels wert [nicht das Geringste] Helmbr 671

MWB 3,3 974,2; Bearbeiter: Hansen

leffelære stM. ‘Hersteller von Löffeln, Löffelmacher’ (als Bestandteil von Personennamen; vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 539): Bezze der loffeler UrkCorp (WMU) 3300,35; der Loffeler / vnd ander erber lûte genuͦge UrkCorp 2001,21

MWB 3,3 974,37; Bearbeiter: Hansen

leffelkar stN. Behälter, Halter zum Aufbewahren von Kochlöffeln (vgl. leffellade ): coclearium: loͤffelkar VocOpt 10.084 (vgl. item [coclearium] potest esse instrumentum ligneum, in quo coclearia conseruantur ebd. 10.082 [Hs. 15. Jh.] )

MWB 3,3 974,42; Bearbeiter: Hansen