jâ – jagesite jagespieʒ – jâmerbrôt jâmerbürde – jâmerrede jâmerrëgen – jâmersuht jâmertac – jardîn jârdinc – jârmarket jærmerlich – jegede jegelich – jëner, -iu, -eʒ jënerhalp, ënerhalp – jiuch jiuchære – ju jû – judenbrâtære judenbrücke – judenrâtman judenrëht – jugentheit jugentlich – jungede jungelinc – jungen jungent
|
juncman
stM.
z. T. unklar, ob Syntagma.
‘junger Mann, Jüngling’
Vestian, / der was ein edele juncman SAlex
327;
da er di magt da verlie, / ain ander jungkman gegen im gie
HvNstAp
15743;
junc man, wie hâstu sô getân, / daz du dîne herren hâst verlân?
StrKarl
5373;
Renner
11615;
KarlGalie
9904
u. ö.
MWB 3,1 95,58; Bearbeiter: Luxner
juncmeister
stM.
wohl eine Art (Hilfs-)Lehrer (evtl. Übers. von lat. magister puerorum;
vgl. Maurer/ Rupp 1,478):
gruszent mir ewern jungmaister, meinen lieben schuler und früind
HvNördlBrf
4,83.
– hier unklar, ob nicht eher junger/ jüngster Meister einer Zunft (vgl. DWB
4,2,2398):
von ivncmaister ain halp pfvnt UrbBayÄ
1287,b
MWB 3,1 96,1; Bearbeiter: Luxner
junctûre
stF.
von lat. iunctura.
‘Verbindung, Verknüpfung’ (hier bezogen auf die Nähte an einem
wâpenkleit):
doch was ein underscheide / zwischen den
weggen [keilförmige Stoffstücke] und der nât. / ûz
golde ein bendel wol gedrât / was der junctûre decke, / der underschiet die wecke /
mit sînem glanzen schîne KvWTroj
3821
MWB 3,1 96,8; Bearbeiter: Luxner
juncvrischinc
stM.
‘Jungtier’ (als Abgabe):
item de agnis altfrischinge LI, ivnchfrischinge XXVII
UrbNAlteich
305;
quecumque huba servit cum avena. illa solvit VI modios avene; altfrisching
quilibet valet XII denarios ad vronchost; junchfrischinch autem valet VI denarios ad
vronchost ebd.
292
u. ö.
MWB 3,1 96,15; Bearbeiter: Luxner
juncvrouwe
swF.
auch junffer (UrkFriedb
108); selten st. (EnikWchr
9754
;
Ottok
63716
;
WolfdD (J)
6:36,4
;
Seuse
406,10).
1 von Personen, i. d. R. junge, adelige und unverheiratete Frau 1.1 die (hohe) gesellschaftliche Stellung betreffend 1.1.1
‘junge Herrin, Dame’
1.1.2
‘Edelfräulein, Hofdame; Dienerin, Magd’
1.2 das junge Alter betreffend ‘junge Frau, Mädchen’
1.3 die sexuelle Unberührtheit betreffend (auch vom Mann) ‘Jungfrau’ (vgl.
auch 1.4 ) 1.4 für einen reinen, unberührten Menschen bzw. dessen Seele (v. a. in der Mystik; vgl. Hernández, Eigentum, S. 73-76; Egerding, Metaphorik 2,180-183) 2 das Tierkreiszeichen ‘Jungfrau’
3 in Eigennamen 4 unklar, ob Pranger (vgl. Anm.z.St.), Schandmantel oder Folterinstrument (vgl. DRW
6,602) in der Wendung in die ~ spannen
1
von Personen, i. d. R. junge, adelige und unverheiratete Frau
1.1
die (hohe) gesellschaftliche Stellung betreffend
1.1.1
‘junge Herrin, Dame’
ein juncvrouwe, heizt Lûnete Iw
5885;
nu sage der ivnurouwin din / min dienist ob sie is
gerochit Roth
2010;
dô daz getwerc den rîter sach, / ze sîner juncvrouwen
ez dô sprach Wig
1889;
Parz
810,12;
Tr
10440.
– auch als Verheiratete:
wir juncherre Johannes genant von Mezzen vnde vnsir eliche vrowe
iuncfrou Agnes von Hohenuels UrkHess (B)
2,662
(a. 1306).
– als Schwangere:
nû vuorte dirre wîse man / sîne juncvrouwen [die mit
Gregorius schwangere Mutter] dan / in sîn hûs
Greg
658.
– als Anrede:
nein süeziu juncvrouwe, nein! Tr
10154;
juncvrouwe, nu sagt mir mê Wig
3842
1.1.2
‘Edelfräulein, Hofdame; Dienerin, Magd’
mîner muoter juncfrouwen / ir vingerlîn an snüeren
tragnt Parz
123,28;
Elena [...] / vnde ir
ivncfrouwen Herb
2603;
nu begunder umbe schouwen / und sach vil juncvrouwen,
/ die ir gesindes wâren Iw
5200;
Angnes der froͧwen junchfroͧwe von Wise UrkBasel
3:77,37
(a. 1293);
UrkCorp (WMU)
59,38;
MarcoPolo
30,15;
Wh
278,24.
– übertr.:
die gedenke sint vndertenig der vernunft als ein ivngfroͮwe ir
froͮwen RvBib
55,11
1.2
das junge Alter betreffend ‘junge Frau, Mädchen’
welche iuncvrowe loufet uz ires vaters brote mit einem manne hinwec, oder
welche iuncvrowe sich verlobit wider ires vater wille StRFreiberg
57,6;
als juncvrouwen unde kint / gelustic unde gelengic sint
Tr
10067;
ez wære wîp oder man, / juncvrouwe oder ander maget
Wh
231,9;
diu prüstel [...] schüllent an
den juncfrawen klain sein und tapfer BdN
25,5;
SchwSp
149a;
EvBerl
106,17.
–
vf zwein phileren / mochte man schowen / zwo
iuncfrowen / geworht von steine Herb
9277.
–
welheu junkfraw daz wazzer trinkt, ist si noch
magt [sexuell unberührt] sô geschicht ir
nihts, ist si aber niht maget, sô beprunzt si sich zehant BdN
447,27
1.3
die sexuelle Unberührtheit betreffend (auch vom Mann) ‘Jungfrau’ (vgl.
auch 1.4):
sô væht man ez [das Einhorn]
mit ainer käuschen juncfrawen BdN
161,24
u. ö.;
war umme hete he [Christus] in
[Johannes] leber dan einen anderen?
[...] umme sîne jungfrowelîchen reinekeit, wan he
ein juncvrowe was; wan der maitum treit di krône uber alle tugende
HvFritzlHl
37,37
u. ö.;
sît ich [Partonopier] iuch niht enrüere / unde
als ein juncfrouwe lige KvWPart
1487;
Eckh
1:24,5
Herb
2520.
–
pei dem tier [
dër merjuncvrouwen
] verstên ich die valschen juncfrawen, die mit gepänd als
juncfrawen gênt und sich juncfrawen haizent und sprechent, si haben gar
gevast, und ezzent doch flaisch haimleich an dem freitag: dâ sint si gar
girig nâch BdN
241,12.
– für die Jungfrau Maria:
dô sante Marîe, / diu edele unt din frîe, / diu
maget [La.: juncvrouwe
] unberuoret, / ze dem templo wart gefuoret
Wernh
1345;
vnde ere der hochgelobetin junckfrawe sancte Marie, der gebererin
gotis UrkCorp (WMU)
222A,32;
Tauler
11,9.
– für Klosterfrauen:
ein latinischer brief, wie die junffern zum Trone [ein
Kloster] die gemeyn von Friedberg im ban gehabt
UrkFriedb
108
(a. 1328);
daz si [...] sullen geben
[...] deme conuente zv Lippoldesberge den
heiligen jvngfrowen [...] dit korngelt
UrkCorp (WMU)
N651,10
1.4
für einen reinen, unberührten Menschen bzw. dessen Seele (v. a. in der Mystik;
vgl. Hernández, Eigentum, S. 73-76; Egerding, Metaphorik 2,180-183):
juncvrouwe ist alsô vil gesprochen als ein mensche, der von allen vremden
bilden ledic ist, alsô ledic, als er was, dô er niht enwas Eckh
1:24,8
dise vruht und dise geburt [Obj.] machet disiu
juncvrouwe [Subj.] , diu ein wîp ist, geborn
[der Mensch bzw. seine Seele ist nicht nur reine, unberührte
juncvrouwe, sondern auch wîp in dem Sinne, dass er
bzw. sie das von Gott Empfangene ‘zum Ertrag’, also zur vruht,
bringt]
ebd.
1:30,6
u. ö.;
o minnendú sele, [...] du bist
ein menlich man an dinem strite, du bist ein wolgezieret juncfroͮwe in dem
palast vor dinem herren Mechth
2: 19,7
u. ö.;
alsus sol dise juncfroͮwe in abgescheidenheit sin, alle ir
sitten, ir sinne, ir gelas, alles inwert, so bringet sú vil frúhte und grosse
fruht, gotte selber, gottes sun, gottes wort Tauler
11,18;
Will
4,1.
– für die Töchter von Jerusalem bzw. Zion (übertr. für die christl.
Gemeinde bzw. die Kirche; vgl. Is 1,8):
ích besuéren íuuích iúnkfróuuon ze Hierusalem
Will
134,1;
gêt ûz ír iúncfróuvon. ír da búiuuet in Syon
ebd.
53,1.
85,1;
kumt, juncvroun van Syon, / kumet, der genoz ich bon!
MarlbRh
34,16
2
das Tierkreiszeichen ‘Jungfrau’
daz sehste zaichen haizzt deu juncfraue, daruͤmb, daz deu
sunne ist danne unperhaft KvMSph
23,22
u. ö.
3
in Eigennamen:
– als Flurbez.:
vnsern weingarten ze Minnepach, der div Juncvrawe haizet UrkCorp
(WMU)
N441,27.
– in einem Hofnamen (als Teil eines Personennamens):
Dudo zer juncfrowen hove UrkCorp (WMU)
1729,43
4
unklar, ob Pranger (vgl. Anm.z.St.), Schandmantel oder Folterinstrument (vgl. DRW
6,602) in der Wendung in die ~ spannen:
sal man in dy juncvrow spannen DRW
6,602
(ZWestpreuß.; um 1300)
MWB 3,1 96,22; Bearbeiter: Luxner
juncvröuwelich
Adj.
‘keusch, unberührt, jungfräulich’
in juncfrouwelicher mugent [Kraft, Vermögen] / nach
godes suze follebraht / wus innerlich ir andacht / unde ir geistlichen side
Elis
1100;
die nidersten krefte der sêle, als verre sie hânt berüeret zît oder stat, als
vil hânt sie verlorn ir juncvröuwelîche reinicheit Eckh
1:275,9;
das ir [...] der junckfroulicher himelscher
orgelkunigin [d. i. Mechthild v. Magdeburg, vgl.
Anm.z.St.] , [...] auch VII Paternoster
und Ave Maria mit VII venien sprechint HvNördlBrf
43,128;
Seuse
29,11.
–
si [die Seele] ist ein us
glenzender rubin in eime jungvroͤwlichen vúrspan Seuse
252,25.
–
‘zu einer juncvrouwe gehörend’
zwei jungfroͤwliche oͮgen súllen sich nit vil umb luͦgen
Seuse
481,6.
–
~ huote phlëgen
‘die Jungfräulichkeit bewahren’
wande he [Johannes] hi uf erden / juncfrouwelicher
hude plac Elis
829.
– mit Bezug zur Nonnenweihe (im Zusammenhang mit der Braut-Christi-Vorstellung;
vgl. Egerding, Metaphorik 2,184):
disen [...] jungfrowelichen uszog
der usserwelten gottes gemaheln von der valschen welt in ein himelsches leben
Seuse
410,12.
361,1
MWB 3,1 97,63; Bearbeiter: Luxner
juncvröuwelicheit
stF.
‘Jungfräulichkeit, Unberührtheit’ hier übertr. i.S.v. ‘Empfänglichkeit
(der Seele für Gott)’ (vgl. Egerding, Metaphorik 2,181f.):
dâ enist im [dem Menschen] sîn juncvröuwelicheit ze
nihte nütze, wan er niht ein wîp enist zuo der juncvröuwelicheit mit ganzer
vruhtbærkeit. dar an lît der schade [der Mensch bzw. seine Seele soll
nicht nur reine, empfängliche juncvrouwe sein, sondern auch das von
Gott Empfangene als ein vruhtbæreʒ wîp ‘zum Ertrag bringen’ (vgl.
folgenden Beleg)]
Eckh
1:28,3;
vil guoter gâben werdent enpfangen in der juncvröuwelicheit und enwerdent niht
wider îngeborn in der wîplîchen vruhtbærkeit mit dankbærem lobe in got ebd.
1:27,10.
1:28,2
MWB 3,1 98,21; Bearbeiter: Luxner
juncvröuwelîn
stN.
Dimin. zu
juncvrouwe
.
1 von Personen, i. d. R. junge, adelige und unverheiratete Frau bzw. Mädchen 1.1 das junge Alter betreffend ‘junge Dame, Frau, Mädchen’
1.2
‘Edelfräulein, Hofdame, Zofe; Dienerin, Magd’
2 das Tierkreiszeichen ‘Jungfrau’
1
von Personen, i. d. R. junge, adelige und unverheiratete Frau bzw. Mädchen
1.1
das junge Alter betreffend ‘junge Dame, Frau, Mädchen’
nu was das junvroͮwelin / nih wan siben jar alt
RvEWh
3770;
von dir wirt diu hûsfrouwe dîn [Anna] /
enpfâhende ein juncfröuwelîn [Maria]
WvRh
654;
dô sprach ein hobisch juncfrauwelîn Eilh (L)
2343;
ein edel juncvrowelîn, / daz niht schœner mohte gesîn Mai
5,25;
Tr
13578;
Kreuzf
330.
–
do stunden elf kurcze juncfrouwelin
[Zwerginnen] , / dy waren schone und wol getan
LaurinA (L)
922.
–
er [ein Stern] gab sunder
liechten schin, / und stuͦnd als ain junkfroͤwelin / die ain kint an ir arme
truͦg WernhMl
2956
1.2
‘Edelfräulein, Hofdame, Zofe; Dienerin, Magd’
zwei guldîniu kerzstal / truogen diu juncvröwelîn
UvZLanz
889;
nun was dâ nieman inne / âne die küniginne / wan
cleiniu [junge] juncvrouwelîn Tr
11669;
vor der slâfenden herzogîn / wâren vil juncfrouwelîn / in der kemenâten
UvEtzWh
2460;
Wh
296,16;
Parz
815,25
2
das Tierkreiszeichen ‘Jungfrau’
die ordnung und die zal der himelzaichen die sint also: wider,
ohs, zwinlein, krebs, leo, juncfreulein, wag, schorp, schuͤtzlein, stainpok, krug,
vischlein KvMSph
23,3
MWB 3,1 98,36; Bearbeiter: Luxner
juncvrouwenantlitze
stN.
Gesicht eines Mädchens bzw. einer jungen Frau:
Beda spricht, daz diu selb slang [aus dem
Paradies] ain junkfrawenantlütz hab gehabt [vgl. LThK
9,154
]
BdN
270,26
MWB 3,1 98,61; Bearbeiter: Luxner
juncvrouwenhöubetlîn
stN.
hier juncvrou-.
(kleiner) Kopf einer jungen Dame oder eines jungen Mädchens (hier als Schmuck an
einer Fibel):
ein vürspan truoc sie oben, / dâ von was zuo loben, / daz was golt von Arâbîn.
/ zwei juncvrouhöubtelîn / wâren beidenthalben dar an erhaben, / zwischen den war
ergraben / mit loube ein rebelîn [vgl. Anm.z.St.]
Wigam (B)
4510
MWB 3,1 99,1; Bearbeiter: Luxner
junczëhende
swstM.
auch jungi-.
Zehnt von Jungtieren (als Abgabe):
daz ich einen dritteil der zehenden [...]
kornzehenden, hoͤzehenden und jungzehenden, mit allen dingen so dar zuͦ hoͤrent, han
UrkBern
5,269
(a. 1322);
in [...] decimis minutis seu nascentium, dictis
vulgariter jungizenhenden ebd.
6,417
(a. 1338)
MWB 3,1 99,9; Bearbeiter: Luxner
jungalte
swM.
als Bez. für Christus, der als Mensch jung und als Gott alt ist (vgl. Bez. als
primus et novissimus Apc 1,17 und 2,8):
da der jungalte zwischen saz / gegerwet
[gekleidet] , als er sich vermaz / in wizem kleide sunder
haz Frl
1:7,5
MWB 3,1 99,16; Bearbeiter: Luxner
junge
swM.
subst. Mask. Sg. von →
junc
.
‘Junge, Jüngling, junger Mann’
do uant si den iungen / sten bi eineme brunnen
VMos
21,6;
der junge, der den arn truoc, / der vaht âne liste
UvZLanz
2036;
die vierzehen jungen, / des küneges süne von Nûbîant, / ir
neve Sînagûn dô vant / vil nâch umbe gekêret Wh
432,4;
NibB
42,3;
Daniel
7777.
– als Bestandteil von Personennamen:
I <1/2> acker zvͦ Bebelins mate; I zweiteil nebent deme Jv́ngen
UrkCorp (WMU)
N90,11;
Tilman zvm Jungen ebd.
1729,38
MWB 3,1 99,21; Bearbeiter: Luxner
junge
swN.
‘(Tier-)Junges, Jungtier’
dâr [
Enêas
] diu sú [Sau] mit trîzig iungin vant
Anno
23,14;
in [den Pelikan] twinget sîner
triwe gelust / daz er bîzet durch sîn selbes brust, / unt lætz bluot den jungen in
den munt Parz
482,17;
ain türteltaub mit zwain jungen pringt genâd
BdN
472,2;
Tauler
426,38;
JPhys
23,7
u. ö.
MWB 3,1 99,31; Bearbeiter: Luxner
jungede
stN.
meist -id(e) (zu den Suffixvarianten -ide und
-îde (zu späterem -eit) vgl. Etymol.Wb. d.Ahd.
5,13f.).
1
‘(Tier-)Junges, Jungtier’
2
‘Jugend’ (als menschl. Alter)
1
‘(Tier-)Junges, Jungtier’
do wart / [...] / von Jacobe dem
guͦtin / das vihe virlistet gar also / das ez ze sinin ziten do / ze gelúcke dem
reinin man / dechein jungede gewan / wand das vech und blecket was
RvEWchr
6395.
6385;
da vindet ir ain eselinne gebvnden vnde ir ivngide
Spec
46,30;
so er [der Vogel] sin jungide gebirt
/ unde daz boslich wirt Hochz
821;
swer den satz veber vert vnd an satz auftuot als manig iungeit er schenchet,
der get dem rihter LXXII pfenning UrbBayJ
470;
daz unser herre auf diu eslinn und auf ir jungid saz
PrOberalt
76,34;
GenM
64,12.
– im Gleichnis:
wir sulen [wie das Reh] unseriu
iungide ziehen unde sougen TrudHL
112,24
2
‘Jugend’ (als menschl. Alter):
adolescentia ist ein alter des mennisken. inzuisken dere chindiske. unde dere
stercheren iungede. daz ist so dem chnappen der bart aller erist beginnit springen.
unde dere magede die bruste wohsen beginnent PsWindb
118,9(Randgl.)
MWB 3,1 99,38; Bearbeiter: Luxner
jungelinc, jüngelinc
stM.
einen jungen Mann zwischen Kindes- und Erwachsenenalter bezeichnend ‘Knabe,
Jüngling, junger Mann’
swenne der jungelinc ze vierzehen jâren komen ist
SpdtL
122,5;
die schœnesten jungelinge die under zweinzic jâren sîn
BuchdKg
61,16;
daz ist diu chintheit e der junglinch ze man wachse
PrOberalt
15,37;
swaz diu frouwe und der jüngelinc / ein ander dâ tâten, / daz
möhte ein nunne errâten Eracl
4010;
die porte, dâ man den tôten ûz truoc, den jüngelinc, einer witewen sun
Eckh
1:304,2;
Spec
102,14;
VAlex
367.
–
do vorte der alde iungelint / dusint ritar inden
sint [auf den Weg]
Roth
2163.
– im Pl. auch für beide Geschlechter ‘junge Leute’
hei wie vrô die jungelinge [Flore und Blanscheflur]
/ ungescheiden aller dinge / vriuntschefte pflâgen Flore (P)
599
u. ö.;
vil guter got, / gib disen jungelingen [dem
Brautpaar] , / daz ir herze ringen / dines willen
ramen [streben]
Pass I/II (HSW)
28321.
– für Novizen eines Ordens:
di ivngelinge [
adulescentiores
] en habin bi ein ander ir bette nit BrHoh
22;
UrkCorp (WMU)
1656A,4
MWB 3,1 99,60; Bearbeiter: Luxner
jungen, jüngen
swV.
auch jugen (LobGesMar
87,9, Pass III
454,10, SHort
4856).
1 intr. ‘(wieder) jung werden’
2 tr. ‘jmdn. verjüngen, (wieder) jung machen’
3 refl. ‘sich verjüngen’
1
intr. ‘(wieder) jung werden’
sus mac ich jungen, alsus wirde ich alt MF:Fenis
5:2,5;
die bluͦme er ir heyen [hegen] sal, / da von sie
ymmer ju̍nge Krone
23687;
swer den venchel steteclichen isset, her iunget
Macer
13,19;
Tannh
7,12;
Tr
13061.
– Part.Präs.:
Seneca sprichet daz der git / gruͤnet, wahset alle zit; /
dannoht, so alle untugende / altent, daz er ist jugende SHort
4856;
ich meine Crist mit tugenden, / der machte in
[Aegidius] also iugenden, / daz er vil wundere
hie tet Pass III
454,10
2
tr. ‘jmdn. verjüngen, (wieder) jung machen’
mich mag diu liebe jungen KLD:SvL
5:2,8;
trunkenheit di junget den grisen Brun
3486;
ahî wie er streit, / unze er gar tungte daz velt mit den tôten. / die álten
ez álsâ jungte Kudr
675,4;
Tannh
4,110.
– Part.Präs.:
ach jugendiu jugent, ach jugender muot LobGesMar
87,9.
– Part.Prät. in Passivkonstruktionen:
daz sint dîe sêla. dîe der [d. i.
dâr
] geiúnget sint in dero tôife Will
4,2;
daz unser vater alt / werd ouch von iu gejunget hie
KvWTroj
10955;
diu schrift betiutet uns vür wâr / wie er gejunget wirt
KLD:Kzl
16: 2,8;
MillPhys
82,6;
RvEWchr
1545
3
refl. ‘sich verjüngen’
der Salomon der júnget sich / in diner minn demuͤtenklich
KvHelmsd
4535;
mist manigen magern acker tünget, / daz er fruht bringet und sich jünget
Renner
5886.
19345;
dar umb lauft er [der Hirsch]
zehant zuo einem prunn und trinket. dâ von jüngt er sich und pringt sein kraft wider
BdN
129,22;
da mit du hast gejünget dich! WhvÖst
1115;
Parz
175,11;
KLD:OvB
8:7
MWB 3,1 100,18; Bearbeiter: Luxner
jungent
stF.
→
jugent
MWB 3,1 100,51;
junger
swstM.
ursprüngl. Komp. von →
junc
(deswegen z. T. auch sw. flekt.).
1
‘Schüler; Lehrling, Gehilfe’
2
‘Jünger, Apostel’
1
‘Schüler; Lehrling, Gehilfe’
discipulus: iunger VocOpt
39.027;
der meister vnde der iunger / redent wider ein ander
Lucid
2,8;
Aristotilis, [...], hat gemachtt ditz
puech seinem junger, dem grossen kaiser Alexannder HvHürnh
1,2;
sam die schuoler, die ê maister wellent sein denn junger
BdN
122,26;
alz ein meister, der alle chunst in im het, der niht auzzer im suchet, sunder
einen iungern het, in den er guͤzz alle sein chuͤnst, so offenbar der iunger seinen
meister Eckh (J)
19,5;
Litan
75;
Kudr
364,3.
–
sus muoste dulten Jôsaphât / von dem tiuvel manigen rât,
/ den er an in ie kêrte, / als in betwungen lêrte / des tiuvels junger, Thêodas
RvEBarl
12039.
–
‘Novize’
wie dv gehorsami dir ivngron sol sin BrEng
5.
– übertr.:
der wernden not ein ivnger Martina
128,81
2
‘Jünger, Apostel’
er sprach: "ecce agnus dei" zuo sinen jungern zwein
AvaLJ
49,6
u. ö.;
dô unser hêrre Jhêsus Christus [...]
sîn vleisch unde sîn blût dâ gab sînen iungeren StatDtOrd
36,13;
do chom er selbe, v́nser herre Jesus Christus, mit sinen
ivngern Konr
3 W1,192
u. ö.;
PrMd (J)
342,9;
Kchr
3031;
BdN
63,8
MWB 3,1 100,52; Bearbeiter: Luxner
jungerinne
stF.
‘Anhängerin, Jüngerin’
diu arme gotes dienaerinne, / Marîâ, Jêsus jungerinne Philipp
9141.
– übertr.:
[
diemuot
] ist der tugende behalterinne, der genâden erwerberinne,
[...], der wârheit jungerinne, der minne enzünderinne
DvASchr
338,22
MWB 3,1 101,12; Bearbeiter: Luxner
jungerlich
Adj.
wohl ‘jung, jugendlich’ (oder zu
junger
2?):
er [Christus] ist understútzet
mit den bluͦmen der gotheit und umbsetzet mit dem senat der jungerlichen wúrdekeit
Seuse
548,22
MWB 3,1 101,18; Bearbeiter: Luxner
jungern
swV.
‘verjüngen, jünger machen, erneuern’
dú schoͤne minne von hoher gewalt dú jungert die sele
Mechth
3: 13,20;
der slange jungert sînen balc WernhSpr
16,9;
der werde mensche jungert sich niht mêre ebd.
16,10
MWB 3,1 101,22; Bearbeiter: Luxner
jungersen
stswF.
‘Schülerin, Novizin’ (zum Suffix vgl. Mhd. Gr. Wortb. § S 183-187):
vnde waz sie [die Äbtissin] ir iungersen leret [
quae discipulis docuerit
] zu vermiden des insal sie selbe nit began BrEb
2;
sprechin vnde leren gecimet der meisteren. swigen vnde horen geuellet der
iungersen ebd.
6
u. ö.
MWB 3,1 101,27; Bearbeiter: Luxner
jungeste
Adv.
1 das Ende von etw. betreffend ‘zuletzt, am Ende, schließlich’
2 auf das zuletzt zurückliegende Eintreten einer Handlung oder eines Ereignisses
verweisend ‘das letzte Mal, letztens, jüngst’
1
das Ende von etw. betreffend ‘zuletzt, am Ende, schließlich’
er [Matthäus] zalt uns vil rehte
Cristes geslahte / von anegenge unze jungist, er screip liber generationis
AvaLJ
204,4;
were ez mit stale wol bedacht, ez müste doch jungest vallen Frl
5:99,12.
– meist in der präp. Wendung ze ~
:
ci iungis niwart daz niht virmidin, / her niwurde mit gewêfinin ûze dir
burg virtribin Anno
39,7;
iedoch ze jungist überwant / diu wârheit die lüge
StrAmis
788;
ze ivngest so nim heine hant folle salzes
Ipocr
55;
WernhMl
1,26;
AHeinr
1518.
– verstärkt ze aller ~
:
ze aller jungest gescuofe du den man / nah tinem bilde
getan SEzzo
31;
ze aller ivngest gab er sin selbes lip dvrh vns ze der
marter Spec
34,11
u. ö.;
Wig
3543;
HimmlJer
381
2
auf das zuletzt zurückliegende Eintreten einer Handlung oder eines Ereignisses
verweisend ‘das letzte Mal, letztens, jüngst’
vrowe, dû solt sîn gemant / wie ich nû jungist schiet von dir
RvEGer
4593;
an den selben drin ivngist ginanten schidelvten stat, uf ir æît oͮch zirvarnne
in dem vorginantem zîl vmbe die livte, die in den hôf zVrza cinshaft sint
UrkCorp (WMU)
17,46;
des ist nu ermer mîn wât / denn ir si jungest sâhet
Parz
258,11;
Wig
1368;
NibA
2309,3.
– verstärkt aller ~
:
ich weiz niht waz dar nâch geschach / dô man in aller
jungest sach SpdtL
162,19;
dô er die / aller jungest mit jâmer sach
Wig
1198.
–
ze ~
:
dô dîn charele Joachim, / [...] /
von dir ze jungiste schiet Wernh
611;
waz wir redeten, dô ich in ze jungest sach MF:Kürenb
1:1,5
MWB 3,1 101,34; Bearbeiter: Luxner
jungeste
stF.
‘letzte Zeit, Tod’ (vgl.
junc
2):
dc du got an diner iungesti och wirst sehende PrSchw
1,129
MWB 3,1 102,1; Bearbeiter: Luxner |