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ABCDEF s.VGHIJKL
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jâ – jagesite
jagespieʒ – jâmerbrôt
jâmerbürde – jâmerrede
      jâmerbürde stF.
      jâmeren swV.
      jâmer|ende stN.
      jâmergarte swM.
      jâmergîtic Adj.
      jâmerhaft Adj.
      jâmerheit stF.
      jâmeric Adj.
      jâmericheit stF.
      jæmericlich Adj.
      jâmerkarn swV.
      jâmerkeit stF.
      jâmerklage stF.
      jâmerkleit stN.
      jâmerkranc Adj.
      jâmerlant stN.
      jâmerleich stM.
      jâmerleis stM.
      jâmerleit stN.
      jâmerlich Adj.
      jâmerlîp stM.
      jâmernôt stF.
      jâmerpîn stF.
      jâmerquâl stF.
      jâmerrede stF.
jâmerrëgen – jâmersuht
jâmertac – jardîn
jârdinc – jârmarket
jærmerlich – jegede
jegelich – jëner, -iu, -eʒ
jënerhalp, ënerhalp – jiuch
jiuchære – ju
jû – judenbrâtære
judenbrücke – judenrâtman
judenrëht – jugentheit
jugentlich – jungede
jungelinc – jungen
jungent

   jâmerbürde - jâmerrede    


jâmerbürde stF. ‘Bürde des Leidens, Schmerzenslast’ in grôzer jâmerburde / drucket mêr der vröude last Virg 373,10; mit jâmerbürde überladen Reinfr 25709

MWB 3,1 41,5; Bearbeiter: Hansen

jâmeren, âmeren swV. 1 ‘leiden, trauern, betrübt sein’
1.1 unpersönl. mit Akk.d.P.
1.2 Part.Präs.
1.3 subst. ‘Trauer, Wehklage’
2 ‘nach etw./jmdm. sehnsüchtig verlangen, etw./jmdn. schmerzlich vermissen’ (unpersönl. mit Akk.d.P. und Präp. nâch , seltener in oder Gen.)
   1 ‘leiden, trauern, betrübt sein’    1.1 unpersönl. mit Akk.d.P.: den herren iamerote VMos 29,11; da nemach daz wip noch den man / gehungeren noch gedursten, / gejameren noch gevriesin Wahrh 126; vil harte in âmerôt, vil riuwechclîchen er suftet Gen 432; uil dicke si ime nach sahen, / si begonde harte iameren Rol 1739; Iw 48; RvEWchr 7831. – mit Gen., Obj.-Satz (mit Korrelat im Gen.) oder Präp. zur Angabe des Grundes ‘wegen etw./jmdm. leiden, über etw. betrübt sein, um jmdn. trauern’ mich [Brünhild] jâmert immer ir [Kriemhilds] schœne unt ouch ir zuht NibB 622,1; nu jâmert mich [bereue ich] vil manger senelîcher klage, / die si [die Minnedame] hât von mir vernomen MF:Mor 7: 3,4; hiute iameret mich sin harte [trauere ich sehr um Roland] Rol 7769. 6252; den vater [Isaak] âmerôte daz er in [Esau] sô gare verteilet [enterbt] hête Gen 1212; di fursten, di dâ wâren, / jâmerete des sêre, / daz si irn hêren / sâgen [sahen] weinen sînen vîant SAlex 3884; HvFreibTr 738; swelich man ez [das Blutvergießen] sehe / [...], / er enwere nie so veste [hart(herzig)] , / daz er sich enthalden kvnde, / in iamerte durch die sunde / vnd vmbe den grimmigen mort Herb 7916; RvEWchr 3432    1.2 Part.Präs.: duo er si dere wunnône bestiez ich weiz er si ûz deme paradîse liez / vile hart âmerende in ditz ellende Gen 501; er was vil nâh bechliben / nâh sînen chinden weinente, alzane [immerfort] âmerente ebd. 2508    1.3 subst. ‘Trauer, Wehklage’ da wart ain michel ameren Rol 6074; da was wainen unt roͮwen, / wuffen unt iameren ebd. 6695 u.ö.    2 ‘nach etw./jmdm. sehnsüchtig verlangen, etw./jmdn. schmerzlich vermissen’ (unpersönl. mit Akk.d.P. und Präp. nâch, seltener in oder Gen.): nâch den getriuwen jâmert dicke daz herze mîn NibB 1397,1; so jamert mich auch, als es sol, / herre, nach deinem reich HvBurg 5240; mich jâmert nâch ir munde rôt SM:Had 54: 4,8; mich jâmert ûz der mâzze / nach der vil lieben vrouwen mîn SM:WvH 4: 1,1; mich iamirt na mime kinde TrSilv 563; amerot si [die Israeliten] vische alder vlaischez. so dûhte si reht si hêten vische un̄ vlaisch in dem munde [wenn sie das Himmelbrot aßen] PrSchw 2,123; do hat si zuͥbellen un̄ luͮchez un̄ pepo geamert ebd. 2,123; RvEBarl 15503; Ottok 2833; wizze daz mich jâmert sêre / in daz reine herze dîn KLD:UvL 41: 1,3

MWB 3,1 41,9; Bearbeiter: Hansen

jâmer|ende stN. ‘schmerzliches, schlimmes Ende’ swer sich wil gotte niht nahen / vnd sins geloͮben vart, / dez leben ein tag beiart / liht mit iamer enden TürlArabel *A 113,23

MWB 3,1 41,57; Bearbeiter: Hansen

jâmergarte swM. ‘Kummergarten’ si zwô si giengen eine / Tristandes boten warten / in ir jâmergarten, / in dem si zallen stunden, / [...] ir jâmer clageten under in Tr 14662

MWB 3,1 41,61; Bearbeiter: Hansen

jâmergîtic Adj. ‘auf Leid begierig’ nein, nein, dem jamergitigen slunt [der Hölle] / din lib und ouch din sele ein stunt / tut sterben kunt Frl 5:79,13

MWB 3,1 42,1; Bearbeiter: Hansen

jâmerhaft Adj. ‘von Leid erfüllt, traurig, unglücklich’ mîn herze ist immer jâmerhaft, / ob ich an im alsô verzage KvWEngelh 6132; dur waz siht man dich vröuden blôz / und alsô rehte jâmerhaft? KvWTroj 5483 u.ö.; nu sluoc reht alsô vil dar în / Partonopier der kemphe wert, / daz im dô brach enzwei daz swert / [...]. / daz wart ein hôhiu zuoversiht / der ungetouften heidenschaft, / und wâren drumbe jâmerhaft / die kristen al gelîche KvWPart 5876 u.ö.; in jamerhaftem sinne SHort 9630; NibB 1041,4. 1259,3; Mai 137,8; ErnstB (W) 4165. – subst.: diu jâmerhafte [Kriemhild] NibB 1014,1

MWB 3,1 42,4; Bearbeiter: Hansen

jâmerheit stF. ‘Leid, Elend’ owi des grozen rouwen, / des leides inde der jamerheit, / die van sulcher bosheit, / van hazze inde van nide / hie an deseme gezide / wesset ane schulde MorantGalie 719; ime [dem lasterhaften Gast] sal erafte [l. erhafte ] zv gesprohin werde daz er dannin schede [das Kloster verlassen möge] daz von sinin iamerheite di anderin nicht gelasterit werdin [ ne eius miseria etiam alii vitientur ] BrHoh 61

MWB 3,1 42,16; Bearbeiter: Hansen

jâmeric, âmeric Adj. , -ige Adv. 1 ‘voll tiefen (seelischen) Schmerzes, traurig, unglücklich’
2 ‘mitleiderregend, erbärmlich’
3 ‘sehnsüchtig, verlangend’
   1 ‘voll tiefen (seelischen) Schmerzes, traurig, unglücklich’ do diz gesprach der gotes knecht / und iamerec an den pabest sach, / Sixtus im gutlich zusprach / und wolde im trostunge tun Pass III 378,79; daruz [aus dem Berg] horte dirre man / schrien die ubelen geiste / mit iameriger volleiste [mit großer Wehklage] ebd. 582,20; Joseph wuoft unt weinôte mit âmarigem muote Gen 2422. 2701; des muoz ich vil trûric stân / und in dem herzen jâmric sîn KLD:UvL 5: 1,4; der gotis werde man / vor lîbe weinte manchin trân, / als in sîn jâmeric herze twanc NvJer 21608; Vät 31269. 31325; mit betrubetem herzen vnd mit iamerigen ougen UrkCorp (WMU) 975,15; UvEtzWh 1102; HlReg 13,18; er ward zitrende von frost [...] und gestuͦnd also jamrige still ein wili und sah uf ze gote Seuse 82,2. – ‘Leid ausdrückend, klagend’ sîn brûder jâmerger worte sprach Kreuzf 8076; ir lutir ougin wurdin vol / vil jamirgir trehne Athis A* 15. ~ sîn/ wësen (mit kausaler Präp. oder Gen.-Erg.) ‘wegen etw./jmds. traurig sein, um etw./jmdn. trauern’ Pînels ich immer jâmerc bin Wh 341,12; des müese ich immer jâmerc wesen Wig 1086; LvRegFr 4109; Mechth 6: 6,17; um dînen vriunt Rennwart / mirz herze und diu ougen jâmerc sint Wh 457,25; DvAStaff 579    2 ‘mitleiderregend, erbärmlich’ nâch in geströut lâgen die [Toten] / uf dem velde dicke / in jâmerigem blicke [einen mitleiderregenden Anblick bietend] Kreuzf 2024; der [Glanz ihrer Ausrüstung] verlasch / von ir blûte rôtgevar. / die wâren nu jâmeric gar / von ir blûte beflozzen / und manigerwegen begozzen ebd. 2240; ia da wart den heiden / uf die heiligen vil zorn, / [...]. / si triben mit in iameric spil, / daz disen gienc uf die hut Pass III 296,64    3 ‘sehnsüchtig, verlangend’ wan sú werdent von in selb getriben mit einem jamrigen turste hin zuͦ dem willen gotes und siner gerehtikeit Seuse 95,5. – mit Präp. (nâch): der reine munich Zozimas / an sime herzen stete was / jamerec nach der vrowen, / daz er sie wolde schowen Vät 35533; in disem wege froͤwet sich dú sele, dú nach got jamerig ist Mechth 1: 25,5. 3: 23,21. 7: 35,43; Seuse 142,28

MWB 3,1 42,25; Bearbeiter: Hansen

jâmericheit, âmericheit, jâmerkeit stF. 1 tiefer (seelischer) Schmerz, ‘Leid, Kummer, Trauer’
2 ‘Not, Elend’
   1 tiefer (seelischer) Schmerz, ‘Leid, Kummer, Trauer’ von den luten mache / ich dicke mich vor jamerkeit, / wann mir ist ein hertzeleit / alle wunne und alle schertze Minneb 5039; owe, daz was mir also leit / daz ich von rehter jamerkeit / manigen heizen zaher goz! Vät 25914; ich swur im hunderttausent aide, / daz kurzlich alle sein jomerkait, / di er in sinem herzen handelt, / in freude wirt gewandelt MvHeilGr 1894; Pass III 22,66; Elis 2997; bildl.: ich wil mit andechtigen herczen di mirren und die jâmerchait unsers herren cze samen tragen in mein hercze czu ainen hauffen MvHeilFr 28; DvAStaff 578. – metonymisch ‘Peinigung, Marter’ der voget do hiez [...] an den heiligen [St. Dyonisus, Rusticus und Eleutherius] began / iamerkeite vil genuc Pass III 551,85. 43,77; pin und jomerkeit, die sol dem menschen willig und anneme sin Tauler 163,10; der uzirwelte romer / begunde weinen heize zcer / durch manchirleie jamirkeit / di do kumt von stritis leit PfzdHech 291,25; HvNstGZ 7160    2 ‘Not, Elend’ die liute tâten nâch ir goten / allez daz in was verboten, / daz gienc in allez in ein, / manslaht, huore und ander mein. / [...] mit sus getâner jâmerkeit / sô was al diu menscheit / begriffen in den zîten / in der werelt wîten LBarl 2454; [in der Welt] seht ir nicht wann jamerchait, / wie wenig freuden, manik leit Syon 81; itwiz bitet daz herce min unde iamercheit [interl. zu inproperium expectauit cor meum et miseriam ] PsM 68,21. 11,6. – vom irdischen Dasein: er swebete in klarer wunne hoch úber alle irdenische jamerkeit Mechth 6: 10,22. 5: 18,5; usser aller jomerkeit in ein goͤtlich sicherheit Tauler 162,7; PsM 39,3; phras. tal der ~ ‘irdisches Jammertal’ (vgl. jâmertal ): er ist der von der hœhe quam / und ûz des vater hercen gie, / unde schiet von sînem erbe dan, / dâ er die froude und êre lie, / ze disme tale der iâmerkeit VilwerdeSele 49

MWB 3,1 43,5; Bearbeiter: Hansen

jæmericlich Adj. , -lîche Adv. adv. auch -lîchen. 1 adj. ‘voll tiefen (seelischen) Schmerzes, kläglich’
2 adv. ‘elend(ig), jämmerlich’
   1 adj. ‘voll tiefen (seelischen) Schmerzes, kläglich’ doch klagten in Wiennære / mit jæmerclîcher swære EnikFb 2012; die gehvgede der vil trvrigen schidvnge vnde der vil iæmerclichen schidvnge, die begen wir nv hǐte [am Aschermittwoch] Konr 24,46; von der jæmerclîchen dol / muoz ich an vreuden sterben RvEGer 4064. 3977; HvBurg 4498. der [junge Mann] lebte fünf jâr alsô, / daz sîn herze nie wart frô / und nie kein mensche in sach lachen [...]. / dem riet der tiufel, daz er ein seil / nam und in einen stadel gienc / und sich an einen balken hienc. / [...] dirre jêmerlicher [La. iemerclicher ] marterer / was leider ein episteler Renner 3855    2 adv. ‘elend(ig), jämmerlich’ lât si iu eigenlîch / dienen hie in Österrîch. / swie si nû verderbent / und jæmerclîch ersterbent, / sô ahtet nieman ûf unser eit EnikFb 4068; ich viel dâ nider ûf den hunt / reht als ein halptôter man. / er sach mich jâmerclichen an / mit ougen und mit herzen KvWPart 18604 u.ö.; LBarl 3487(La.). – ‘jammernd’ die ritter bâten jæmerclîchen; / ez moht got dem rîchen / erbarmen: ein solher schal / wart von weinen über al EnikFb 4003. 4007(La.)

MWB 3,1 43,45; Bearbeiter: Hansen

jâmerkarn swV. ‘wehklagen’ (hier subst.): baidiu naht und tac / was da niht wan jamer charn WhvÖst 1411

MWB 3,1 44,5; Bearbeiter: Hansen

jâmerkeit stF. jâmericheit

MWB 3,1 44,8;

jâmerklage stF. ‘Wehklage’ darvmb múszen swinden / mit vnfreuden vnser tag, / vnd leben mit jamer clag Krone 19117; mein jamer klage ist so groß / das ich niemand chan geclagen HvNstAp 1335 u.ö.; ein suͤsse jamerclage Mechth 1: 3,28; PfzdHech 203,14; HvNstGZ 6090. 7375

MWB 3,1 44,9; Bearbeiter: Hansen

jâmerkleit stN. ‘Trauergewand’ Mardocheus [...] zoch an sich san zu hant / in heizer leide ein jamer cleit / und gie mit grozer trurekeit / durch die gazze Hester 783

MWB 3,1 44,15; Bearbeiter: Hansen

jâmerkranc Adj. ‘von Leid geschwächt, leidend’ vp deme orse hey wende vnd wanc / van wuͦnden vnd is iamercranc Böhmenschl 161

MWB 3,1 44,19; Bearbeiter: Hansen

jâmerlant stN. ‘Land des Elends, Jammertal’ (bildl. für die Welt, vgl. jâmertal ): duͦ ich dich gebar in dit jamerlant MarlbRh 49,22; HvNstGZ 2062

MWB 3,1 44,22; Bearbeiter: Hansen

jâmerleich stM. ‘Klagegesang’ (hier bildl.): iuwer singen, ir jungen liute, und iuwer tanzen [...] und iuwer îtel freude ist nihtes niht; wan dâ gêt der jâmerleich nâch, beide trûren unde klagen PrBerth 1:224,17

MWB 3,1 44,26; Bearbeiter: Hansen

jâmerleis stM. hier (verschrieben?) -leist. ‘Klagegesang’ (hier bildl.): ir konic den jâmerleist rief, / wan im sîn pfert nicht balde lief LivlChr 1603

MWB 3,1 44,31; Bearbeiter: Hansen

jâmerleit stN. ‘schmerzliches Leid’ die cristenhait muͦz letzen / din tot mit jamer laide WhvÖst 19291

MWB 3,1 44,35; Bearbeiter: Hansen

jâmerlich, âmerlich Adj. , -lîche Adv. auch jæmer-, æmer-, gamer-, gêmer-, jermer-; adv. auch -lîchen. ‘jammervoll, jämmerlich’ 1 ‘voll tiefen (seelischen) Schmerzes, traurig, unglücklich’
2 ‘elend(ig), beklagenswert; mitleiderregend, erbärmlich’
3 ‘sehnsüchtig, sehnend’
   1 ‘voll tiefen (seelischen) Schmerzes, traurig, unglücklich’ daz im sîn herze niene brach / von jâmer, des wundert mich: / wandez was wol jæmerlich Iw 4950; daz gêmerlîche scheiden / tet den gelieben beiden / in herzen innenclîchen wê HvFreibTr 5511; Ysaac sprach dô vil âmerlîcho Gen 1199; sine ougen er vf hup, / iemerliche er in ane sach Herb 11665; ReinFu K,382; SM:Had 2: 3,5. – ‘Leid ausdrückend, klagend’ von den liuten über al / wart dâ ein jæmerlîcher schal; / si klagten alle des rîters val Wig 3563; die amerliche chlage unde div amerlichen dinc, div man beget, da man die tôten handelet Spec 154,12; der ritter nam sîn ende. / dar umbe sîne hende / der cneht vil jâmerlîche want KvWHerzm 337; KvHeimUrst 692; Eracl 3935    2 ‘elend(ig), beklagenswert; mitleiderregend, erbärmlich’ des viel er ûf den esterich / und lac dâ jâmerlichen tôt KvWHvK 155; io mochtin sie heime / wole wesen riche / sie lieben iamerliche [sie leben hier unter elenden Umständen] Roth 1248; ich bin ein arin pilegrim / vnde uare durch die riche / vil gamerliche ebd. 3711; Herodes jamerlichen starb. / von buͦsen wúrmen er verdarb, / die in zetot vrassen SHort 2132; vil jermerleich was do ïr [Marias] vart / in die stat ze Jerusalem. / sye erparmt disem und dem / dye ir chlag ersahenn Märt 4652. 4117; Spec 110,35; Tauler 130,12; UrkCorp (WMU) 93,12. [Adam,] der von des tievels rate vz dem pærdise geviel in dise æmerliche werlte Spec 38,11. – ‘schrecklich, entsetzlich’ daz ziehen [das Sich-Zusammenziehen der Ligamente] martert den menschen jæmerleichen BdN 37,32. – subst. ‘Elendes, Schlechtes’ daz [das Brot] suozt im diu hungers nôt; / wand er dâ vor, daz got wol weiz, / sô jæmerlîches nie enbeiz Iw 3308    3 ‘sehnsüchtig, sehnend’ ein weinen ist von leide, / daz ander daz ist jæmerlich, / das dritte daz ist froelich LvRegSyon 3401

MWB 3,1 44,37; Bearbeiter: Hansen

jâmerlîp stM. Zustand schmerzvollen Leids: doch gap in [den die sterbende Lukretia umgebenden Menschen] ir menlîche kraft / in irem leid die meisterschaft / und in ir jâmerlîbe, / ûz dem gehiuren wîbe, / diu sich selb des tôdes wert, / nâmen sî daz bluotic swert HvBer 1372

MWB 3,1 45,14; Bearbeiter: Hansen

jâmernôt stF. ‘schmerzliche Not, Leid, Elend’ awe diser jamer not, / das ich ward ye geporen! HvNstAp 7658. 7166; mit sô grôzer jâmernôt / leit gotes sun den bittern tôt Philipp 7588. 7951; GTroj 5532

MWB 3,1 45,20; Bearbeiter: Hansen

jâmerpîn stF. ‘schmerzliche Qual, Leid, Elend’ (vgl. jâmerquâl ): in rich gewin / mich sende, ich werde bote drate, rate / der welt und geb ir richen trost, / ir jamer, pin [l. jamerpin ] ich gar verschrote PvReichenb 2:7,48

MWB 3,1 45,25; Bearbeiter: Hansen

jâmerquâl stF. ‘schmerzliche Qual, Leid, Elend’ (vgl. jâmerpîn ): war durch schuf du den sweren zol? / hettest bewart dez sunder dol / die pine line und jamer qual PvReichenb 2:5,29. 2:7,36

MWB 3,1 45,30; Bearbeiter: Hansen

jâmerrede stF. ‘von Leid erfüllte Rede, Wehklage’ ein jamer rede sie do sprach: / ‘der dot hat dich mir benomen. / herre, wo bist du nuͤ komen? / ach, daz ich ie wart geborn!’ HvNstGZ 3730

MWB 3,1 45,34; Bearbeiter: Hansen