jâ – jagesite jagespieʒ – jâmerbrôt jâmerbürde – jâmerrede jâmerrëgen – jâmersuht jâmertac – jardîn jârdinc – jârmarket jærmerlich – jegede jegelich – jëner, -iu, -eʒ jënerhalp, ënerhalp – jiuch jiuchære – ju jû – judenbrâtære judenbrücke – judenrâtman judenrëht – jugentheit jugentlich – jungede jungelinc – jungen jungent
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judenhof
stM.
‘Hof, Wohnhaus in jüdischem Besitz’
in unsirer und des reichs stat den besten iudenhoff uff der besten hofstat von
muren odir von holczwerke UrkMühlh
520
(a. 1350);
UrkArnsb
412
(a. 1333)
MWB 3,1 84,29; Bearbeiter: Luxner
judenhovestat
stF.
hier hobe-.
‘Hof-, Hausstätte in jüdischem Besitz’
dyͤ juͤdenschuͦle, juͤdenbad, all juͤdenhuͤsere und juͤdenhobestede zuͤ
Friͤdeberg, dyͤ uns von unsern juͤden doselbis virfallen sin
UrkFriedb
185
(a. 1350)
MWB 3,1 84,34; Bearbeiter: Luxner
judenhuot
stM.
Hut, den Juden als Kennzeichen zu tragen hatten (vgl. Kühnel, Kleidung, S.
125):
die juden sullen juden hüete tragen in allen steten dâ si sint. wan dâ mit
sint si ûz gezeichnet vor den kristen, daz man si vür juden haben sol SchwSp
(W)
214,64;
unde der selbe iude [der Fleisch
verkauft] sol einen iudenhuͦt ufe haben StRAugsb
57,17.
– übertr. als Bez. für jüdische Geschäfte (vgl. DRW 6,548; oder Zweitglied zu
hütte
?):
citra vicum, qui vocatur judenhut, in quo venduntur carnes rancee
[vgl. Anm.z.St.]
WeistErf
87
(1. H. 14. Jh.)
MWB 3,1 84,39; Bearbeiter: Luxner
judenhûs
stN.
Haus, Wohnstätte in jüdischem Besitz:
kleider unde bortengewant, / hûsgereht und swaz man vant /
in den judenhiusern über al, / daz wart âne twâl / umb phenninge verkouft
Ottok
91519;
daz man von seinem [des Königs] haize die
kelrshelse [gewölbter Kellereingang] und die lauben hat
vor den judenheusern abegebrochen NüP
288;
UrkFriedb
185
(a. 1350)
MWB 3,1 84,51; Bearbeiter: Luxner
judenkint
stN.
‘jüdisches Kind’
dannoch fuort der stark wint / daz vil kleine
judenkint [Moses] / gegen einer bürge schôn, / dâ des
küniges Pharaôn / frouwe ûf gesezzen was EnikWchr
6378
u. ö.;
alsô sint drîer hande liute, die den êwigen tôt lîdent mit drîer leie martel,
[...]. des êrsten sint alliu diu kint, diu âne touf
ersterbent, jüdenkint unde heidenkint unde ketzerkint PrBerth
1:126,24.
1:299,9.
– als Bez. für Menschen jüdischer Abstammung:
sîn [Mose] grap weiz dhein
judenkint, / unde wart nie funden sint EnikWchr
9309
u. ö.
MWB 3,1 84,59; Bearbeiter: Luxner
judenknëht
stM.
Gehilfe, Bediensteter eines Juden (evtl. der Gehilfe des Regensburger
Judenmeisters (vgl. Matzel, Wortschatz, S. 149); hier nur als Bestandteil von
Personennamen):
Fridel der juden chneht UrkRegensb
735
(ca. 1325-1350).
737
(ca. 1325-1350)
MWB 3,1 85,7; Bearbeiter: Luxner
judenlant
stN.
‘das jüdische Land (Judäa)’ (vgl. Lc 2,4):
Maria, werde rainú magt, / din lob ist witnan besagt / und
din wirdekait bekant / mit lobe durch alles juden lant WernhMl
1320;
bistu der knechtelin ein / die min vater brachte rein /
gevangen von juden lant? Daniel
4629
MWB 3,1 85,13; Bearbeiter: Luxner
judenmeister
stM.
Vorsteher einer jüdischen Gemeinde (vgl.
judenbischof
und LexMA 5,792):
[bei einer Anklage gegen einen Juden] sol der vogt die
cristen vragen unde der iudenmeister die iuden StRAugsb
126,33;
[die Bürger von Mühlhausen] haben uns verchundigt und
gesagt daz sie vor eu von etzlichen iuden beclagt sin umb eyn iudenmeister, den sie
sullen verterbet habe wider recht, als die iuden ir clegede vor uch bracht han
UrkMühlh
487
(a. 1346);
vúr unsern [...] iudenmeisteren und
[...] der iuden bischove UrkStraßb
5,2:1027,3
(a. 1339-44)
MWB 3,1 85,19; Bearbeiter: Luxner
judenorden
stM.
‘jüdische Ordnung, Gesetz’
gott hat ain andern buͦlen gnomen, / die edeln werde cristenhait. / des hat
sÿ [
diu alte ê
] smaͤcht und sendes laid. / ir opfer und ir juden orden / ist vor
gott ain ab werff worden KvHelmsd
4701
MWB 3,1 85,31; Bearbeiter: Luxner
judenpagament
stNM.
jüdisches Zahlungsmittel:
daz er in nû uf den zwolften dag, der da nechst vergangen ist, zwelf huͦndert
puͦnt heller an judenpagament geluhen sulde haben UrkStraßb
5,2:1027,30
(a. 1339-44)
MWB 3,1 85,36; Bearbeiter: Luxner
judenphant
stN.
an Juden für ein Darlehen übergebenes Pfand:
si [die Kleider] wærn guͦt zu
judenpfant TürlArabel
*R 212,31
MWB 3,1 85,41; Bearbeiter: Luxner
judenphorte
swstF.
Tor zum Judenviertel:
vort sal Peter, [...], halden die slussele van den
judin porzen, inde durline, die sal he des auentz sleissin UrkKöln
1,31
(a. 1341)
MWB 3,1 85,44; Bearbeiter: Luxner
judenrât
stM.
‘Rat der Juden’ (als Vorstand der Judengemeinde):
daz wir der rat unde die statd hie zwûschent dem vorgenanten zile den
vorgenanten iudenrat unde die iudescheite an irme byschofe noch an irme iudenrate
zuͦ besetzenne nit irren noch engen soͤllent UrkSpeyer
370,33
(a. 1333)
u. ö.;
UrkWorms
2:46,24
(a. 1312 kopial)
MWB 3,1 85,48; Bearbeiter: Luxner
judenrâtambet
stN.
Amt im Judenrat:
werez daz dehein judenrat ampt oder juden bistom ledig worden in der zyt
UrkWorms
2:46,26
(a. 1312 kopial);
DRW
6,558
(Schaab,GJudMainz; a. 1335)
MWB 3,1 85,55; Bearbeiter: Luxner
judenrâtman
stM.
Mitglied des Judenrats:
unser herre der bischof bestediget den gewoͤnlichen eit, den ein juden ratman
swern sol UrkWorms
2:46,5
(a. 1312 kopial)
MWB 3,1 85,59; Bearbeiter: Luxner
judenrëht
stN.
auch joitzreigth (UrkKöln (St) ).
‘jüdisches Sonderrecht’ (vgl. LexMA 5,792f. und 2HRG
2,1414-1420):
inde van deme juden ove judinnen, [...], sal hee
clagen vur deme bischoffe inde deme capittele der joitzschaf inde sal da nemen
[akzeptieren] sunder wederrede joitzreigth
UrkKöln (St)
1:19,10
(a. 1321).
–
ein ~ tuon
‘vor dem Judengericht verhandeln’
wolten aber die juden und ich under den rat niht gen, so schol ich den
êgenanten juden umb ir ansprach ein unverzogens juden reht auf ainen tach tuͦn in
irr schuͦl und schuͤln si mir auf den selben tach auch ein unverzogens juden reht
umb mein ansprach tuͦn, als sitleich und gewoͤnleich under den juden ist
UrkRegensb
440
(a. 1338)
MWB 3,1 85,63; Bearbeiter: Luxner
judenrihtære
stM.
(i.d.R. nichtjüdischer) Richter, der für die rechtlichen Angelegenheiten einer
jüdischen Gemeinde zuständig ist oder sich mit Rechtsangelegenheiten zwischen Juden
und Christen befasst (vgl. DRW 6,559f.):
der juden richter schol chain sach nicht richten, di di iuden under ein ander
machen oder hawen, iz sei den daz man chlag vor im und wiert vur geladen
StRBrünn
370;
daz denkein juͦdenrichter noch nieman ander, der uzzenwendig der stat zuͦ
Strazburg gesessen ist, denheinen juden, der zuͦ Strazburg inn seshaft ist, fur sich
noch fur die stat zu Strazburg geladen oder gebannen moͤgent, die weil sie rechtes
gehorsam wellent sein vor judenrichteren zu Strazburg in der stat
MGHConst
8:415,2
(a. 1347);
UrkEnns
5,182
(a. 1317);
UrkKlostern
1,250
(a. 1334)
MWB 3,1 86,14; Bearbeiter: Luxner
judenschade
swM.
Schaden, der dem Gläubiger durch Geldaufnahme bei Juden entsteht (vgl. DRW
6,561):
daz her Chvnrat von Wartenvels [...] hat mir gelihen
phvͤmf schilling phenning vf sant Rvprehtes tach [...] vf
minem hof [...], also, daz ich in loͤse in der selwen frist
vnd im abe tu ivden schaden, daz ist, daz ein phenninch iͤmmer get vf drizich ze der
wochen UrkCorp (WMU)
N200,8;
und ist her Johan vor uns burge mid geselleschaft vor den jodinschadin und her
Wigant vor daz rechte hobtgelt UrkWetzl
1,626
(a. 1347);
von juden schaden StRMünch
361,17;
UrkLudw
166
(a. 1332);
MGHConst
6,2:155,34
(a. 1332)
MWB 3,1 86,31; Bearbeiter: Luxner
judenschaft
stF.
auch joit(z)- (UrkKöln (St) ).
allg. die jüdische Gemeinschaft bezeichnend; spez. auch die die jüdische
Gemeinschaft konstituierende jüdische Religion (beides nicht deutlich von einander
zu trennen; vgl.
jüdischeit
)
1 relig. ‘jüdische Glaubensgemeinschaft; jüdisches Volk’
2 rechtl. ‘jüdische (Stadt-)Gemeinde’
1
relig. ‘jüdische Glaubensgemeinschaft; jüdisches Volk’
do predigot sant Jacob vnd sin pruͦder sant Johannes vnter
der iudenschefte Konr
12,5;
unvrô was diu judenschaft, / vroelîch was diu heidenschaft
Philipp
1958;
di judenschaft, / di von ires ungelouben kraft / gevangen
leit hie uf der erden Brun
10631
u. ö.;
MarlbRh
27,25;
PrOberalt
8,10
u. ö.
–
‘jüdische Religion’
von disen zwein / lebenen wirt ot ein, / so die
judeschaft wirt hin geleit / und griffen zu der cristenheit
HeslApk
5719;
uon diu ist sin herer name [des Erzengels
Michael] under anderen engelen mit rehte ze lobenne als do in
der iudescefte unde ist oͮch wol ze lobenne uber alle die heiligen christenheit
Spec
109,15;
HeslNic
5280
2
rechtl. ‘jüdische (Stadt-)Gemeinde’
inde van deme juden ove judinnen, [...], sal hee
clagen vur deme bischoffe inde deme capittele der joitzschaf inde sal da nemen
sunder wederrede joitzreigth, wat in dit meiste part van deme capittele der
joitschaf wijst UrkKöln (St)
1:19,9
(a. 1321)
MWB 3,1 86,44; Bearbeiter: Luxner
judenschar
stF.
‘Gruppe, Schar von Juden’
Judas der kam nachtes dar / mitt ainer grossen juden schar
KvHelmsd
4264
MWB 3,1 87,5; Bearbeiter: Luxner
judenschultheiʒe
swM.
ein vom Schultheißen für das →
judengerihte
Beauftragter:
item der juden gerihte ist ouch des schultheissen und
[dieser] setzet einen juden schultheisz dar
UrkStraßb
4,2:193,18
(a. 1340)
MWB 3,1 87,8; Bearbeiter: Luxner
judenschuole
stF.
‘ Synagoge’ (auch als Ort der Rechtssprechung, Sitz des rabbinischen
Gerichts):
synagoga: judenschuͦle EvAlem
69 (Mc 1,21);
dyͤ juͤdenschuͦle, juͤdenbad, all juͤdenhuͤsere und juͤdenhobestede zuͤ
Friͤdeberg, dyͤ uns von unsern juͤden doselbis virfallen sin
UrkFriedb
185
(a. 1350);
swaer hince den iuden claget, daz sol ein vogt rihten, swaer
im daz clagt; so sol der vogt einen tak gaeben uf der iudenschuele
[...], unde sol der vogt die cristen vragen unde der
iudenmeister die iuden StRAugsb
126,32.
260,32;
StRBrünn
370;
MGHConst
9:131,14
(a. 1349 kopial)
MWB 3,1 87,13; Bearbeiter: Luxner
judenslahære, -slegære
stM.
jmd., der sich an einem Pogrom gegen Juden beteiligt:
das si die iuden schirmmen und nicht gestatten, [...]
das si dheinen iudenslaher in iren gerichten und gebieten beliben lazzen
UrkFrankf
2,472
(a. 1337);
UrkHohenl
2:456,15
(a. 1338);
so gingk er des morgens vor das haus zu den iudenschlegern und sprach: greifft
es an [...]
UrkErf
2,253
(a. 1349)
MWB 3,1 87,25; Bearbeiter: Luxner
judenslahen
stN.
subst. Verb.
‘Pogrom gegen Juden’
das seindt die iunckern, die mit Schalen [Schal(l)a, einer der
Rädelsführer] das iudenschlahen zu dem ersten antrugen und sich
mit ime verbunden mit gelobeden UrkErf
2,253
(a. 1349);
[sich] nichts annemen vmb di judenslachen
DRW
6,565
(Altmann, SalzbJud.; a. 1349)
MWB 3,1 87,33; Bearbeiter: Luxner
judenstiure
stF.
von Juden für obrigkeitlichen Schutz zu entrichtende Abgabe (vgl. DRW 6,571 und
judenzins
bzw.
kamerknëht
2):
[wir] antwurtten im darumb ein ietzvͦ vnser choͤrnguͤlt,
die judenstewer vnd die guͤlt von dem ampt zvͦ Lougingen RegisterLudw
44;
stat und burk, di wir in von disem heuͤtigem tag in den nahsten viͤr wochen
inantwuͤrten suͤllen, mit luͤten, guͤten, eren, rehten, chirchsetzen, guͤlt,
judensteur MGHConst
6,1:703,38
(a. 1330)
MWB 3,1 87,40; Bearbeiter: Luxner |