jungestlich
Adj.
‘letzte(r/ s)’ (hier nur in Ausdrücken für den Jüngsten Tag bzw. das
Jüngste Gericht):
weiz ich wol, daz er vf erstat, / als vfferstende dan zu gat
/ an deme iungestlichen dage EvStPaul
12984;
ê lite ich einen grimmen tôt / und alsô marterlîche nôt, / daz man iemer seite
/ von mîner arebeite / biz an den jungestlichen sent
[Gericht]
KvWPart
6441;
diu küneginne rîche / vor aller diet diu hêrste / sol ouch sîn diu êrste / diu
an der jungestlîchen vrist / den vertânen entekrist / für got ze herren triutet
Reinfr
19559;
KvWTroj
17678;
Virg
740,12
MWB 3,1 102,3; Bearbeiter: Luxner
jungestwarbe
Adv.
wohl ‘das letzte Mal, zuletzt’ (vgl. 2
5Mhd. Gr. § M 62) hier: von zwei Malen:
sie was auch dieselb jungfrauw die die frauw von dem Lack
júngestwarb uß sante Lanc
194,15
MWB 3,1 102,15; Bearbeiter: Luxner
jungide, -îde
stN.
→
jungede
MWB 3,1 102,19;
jupe
swF.
→
joppe
MWB 3,1 102,20;
juriste
swM.
aus mlat. iurista.
‘Rechtsgelehrter, -kundiger’ (vgl.
lêgiste
):
daz er besant / über alliu sîniu lant / die volkomen an
listen, / die da hiezen juristen, / und die zuo den stunden / diu reht vil wol
kunden, / diu dâ hiezen leges Ottok
91314
u. ö.;
meister Johanes der jvriste von Wirzebuͦrc UrkCorp (WMU)
3130,9;
juristen stênt dem rehten bî Renner
8527
u. ö.;
FrSchw
6493.
277;
NvJer
13689
MWB 3,1 102,21; Bearbeiter: Luxner
jus
stN.
von lat. ius.
‘Sud, Suppe, Brühe’
so man in [den Weizen] sudet mit
buttern vnde daz ius sufet SalArz
9,15.
9,20
MWB 3,1 102,30; Bearbeiter: Luxner
jûse
swF.
‘Zwischenmahlzeit’ (Glossenbelege aus dem 12. Jh. s. AWB 4,1857)
MWB 3,1 102,33; Bearbeiter: Luxner
jussel, jussal
stN.
Dimin. zu jus; Mask. in RvEWchr
18261.
‘Sud, Suppe, Brühe’ (vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 5,328-332 sowie SchweizId
3,76):
du salt im ouch gebin ein iussal daz an korne gesotin si mit
mandel ole SalArz
45,10
u. ö.;
Gedeon sich sumde niht, / er fuͦr hin und mahte so / von eime
veisten kitzi do / ein essen guͦt und wol bereit / und gos, als uns die warheit
seit, / in ein haven das jussal dran RvEWchr
18254;
den jussel er in giessen hies / uf ein stein ebd.
18261
MWB 3,1 102,35; Bearbeiter: Luxner
juste
stF.
→
tjoste
MWB 3,1 102,45;
justen
swV.
→
tjosten
MWB 3,1 102,46;
justier
stM.
Subst. nach F. Ranke (ZfdA 1942, S. 11), anders Gl.z.St. (Adj.).
wohl ‘Rechtskundiger, Richter’ (von lat. iustiarius als
verkürzte Form von iustitiarius?):
Rennewart der hiez die sine / mit vlizze daz behalten, / des
landes al walten / iustiere [lt. Ranke hier Komma]
potestaten Rennew
8639
MWB 3,1 102,47; Bearbeiter: Luxner
justieren
swV.
→
tjostieren
MWB 3,1 102,54;
jûwen
swV.
‘jû rufen, jubeln, jauchzen’
iuwet gote elliu diu erda [
ivbilate deo omnis terra
]
PsWindb
65,1
MWB 3,1 102,55; Bearbeiter: Luxner
jûwezunge
stF.
‘Jubel’ (s.a.
jûbel
und
jûbilacie
):
iubilum et iubiliatio daz ir diche uindet in deme saltare
[Psalter] daz chiut
[bedeutet] rehte in diutisken iu unde iuwezunge. daz
ist so der menniske so fro wirdit daz er uore froude neweiz waz er in al gahen
sprechen oder singen mege, unde heuet ime ein sange. ane wort PsWindb
94,2(Randgl.).
88,16
MWB 3,1 102,58; Bearbeiter: Luxner |