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ABCDEF s.VGHIJKL
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jâ – jagesite
jagespieʒ – jâmerbrôt
jâmerbürde – jâmerrede
jâmerrëgen – jâmersuht
jâmertac – jardîn
jârdinc – jârmarket
jærmerlich – jegede
jegelich – jëner, -iu, -eʒ
jënerhalp, ënerhalp – jiuch
jiuchære – ju
jû – judenbrâtære
judenbrücke – judenrâtman
judenrëht – jugentheit
jugentlich – jungede
jungelinc – jungen
jungent

   jagephert - jâmerbære    


jagephert stN. für die Jagd besonders geeignetes bzw. trainiertes Pferd, ‘Jagdpferd’ sîn jagepfert schœn unde guot / nam er dô mit beiden sporn, / [...] / dem swîne er balde engegen reit KvWPart 372; nu hiez im Marke bringen dar / sîn jagephert Tr 3415; er was off syn jagpfert geseßsen und hett syn bogen an sym halß und syn rytlersen [Reiterstiefel] angethon Lanc 227,26

MWB 3,1 37,21; Bearbeiter: Hansen

jager stM. jegere

MWB 3,1 37,29;

jagerëht stN. Regeln der Jagdkunst: den meister und die knehte / die nam aber dô wunder, / daz in daz kint [Tristan] besunder / und mit bescheidenheite / sô manc jagereht vür leite / und daz ez sô vil wiste / von sus getânem liste Tr 3062

MWB 3,1 37,30; Bearbeiter: Hansen

jagerîe stF. jegerîe

MWB 3,1 37,35;

jagesite stM. ‘Art und Weise des Jagens, Jagdkunst’ innerthalp den ahte tagen / reit Marke selbe mit im jagen / [...] / schouwen sînen jagesite / und sîner künste nemen war Tr 3412

MWB 3,1 37,36; Bearbeiter: Hansen

jagespieʒ stM. bei der Jagd (auf Wildschweine) eingesetzter Spieß, ‘Jagdspieß, Saufeder’ Partonopier sich unverzaget / ûf sîner verte schouwen liez. / ein horn und einen jagespiez / der ellentrîche fuorte, / dâ mite er balde ruorte / nâch dem eber durch daz mies [Moos] KvWPart 350; venabulum: iagspies VocOpt 45.042

MWB 3,1 37,40; Bearbeiter: Hansen

jaget stNF. auch jagat (UvLFrd – oder eigene Bildung mit -ât-Suffix?); kontrahiert jeit; s.a. jagede . 1 ‘Jagd, Verfolgung, Hatz’
1.1 Jagd auf Tiere
1.2 Verfolgung von Menschen
2 ‘Streben, Trachten’ (vgl. jagen 3 )
   1 ‘Jagd, Verfolgung, Hatz’    1.1 Jagd auf Tiere: alsô getâne iagit, alsô man pfliget zu tûne mit rûfene unde mit hunden unde beizen mit vederspile, die ensulen die brûdere niht urboren StatDtOrd 47,22. 47,21; daz jeit was ergangen NibA 885,1; wir komen wol ze jeide ebd. 875,4; wir komen wol ze jegede NibB 932,4; man sol in [den leidenschaftlichen Jäger] bi den hunden lan, / mit sinem jeide lan umb gan UvLFrb 1322. 1349; LBarl 11950; UrkPreuss 1,173 (a. 1278, kopial 14. Jh.)    1.2 Verfolgung von Menschen: die Letten und die Lîven / die wâren helde unverzaget: / beide an dem strîte und an der jaget / entwurchten sie die heidenschaft LivlChr 1150; ûf der jagat [bei der Verfolgung der flüchtenden Ungarn] wart geseit / daz bœse, swinde, swerende leit, / daz der fürste wære erslagen UvLFrd 529,17; Lanc 460,23    2 ‘Streben, Trachten’ (vgl. jagen 3): sit daz ich ein hirte bin / und mich die sache tribet hin, / an die uzere iaget [ ‘an das Treiben und Drängen nach der Außenwelt’ (vgl. Glr.z.St.)] , / so ist mir daz gar unversaget / min gedanhe enwolle dar Pass III 199,43

MWB 3,1 37,47; Bearbeiter: Hansen

jagetac stM. zur Jagd bestimmter Tag: dô quam ein schône jagetach / daz jagen reit Nampêtenis Eilh (L) 9048

MWB 3,1 38,8; Bearbeiter: Hansen

jagetgeselle swM. kontrahiert jeit-. ‘Jagdgeselle, Mitjagender’ man enpflege baz der jegere, ich enwil niht jagetgeselle sîn NibB 965,4; die sînen jagtgesellen die sagten Sîfride danc ebd. 936,4. 927,2 u.ö.; sîne jeitgesellen seiten Sifride danc NibA 879,4 u.ö.; HvFreibTr 3570

MWB 3,1 38,11; Bearbeiter: Hansen

jagetgesinde stN. ‘Jagdgefolge, Jagdbegleiter’ Marke [...] / begonde blâsen dô sîn horn, / ob ez ieman vernême, / daz er zu im quême, / von sînem jagetgesinde HvFreibTr 3565

MWB 3,1 38,17; Bearbeiter: Hansen

jagetgeverte stN. hier kontrahiert jait-. ‘Jagdausrüstung’ (vgl. geverte stN. 3): mit disem jaitgeverte / vil manic jâr man nerte / dî nidirstin hûsir al, / want man wildis âne zal / dâ mitte slûc NvJer 5509

MWB 3,1 38,21; Bearbeiter: Hansen

jagetgeziuge stN. hier kontrahiert jait-. ‘Jagdausrüstung’ (vgl. geziuge stN. 1.2): mit im her ouch hête / jaithunde und vedirspil / und jaitgezûgis vil NvJer 5356

MWB 3,1 38,26; Bearbeiter: Hansen

jagethabere swM. ‘Hafer als Naturalabgabe (zur Ablösung für Jagdfron)’ DRW 6,355 (DiplStyr.; a. 1326)

MWB 3,1 38,30; Bearbeiter: Hansen

jagethof stM. hier kontrahiert jeit-. ‘Jagdhof’ daz im doch wol gezæme / zeim jeithove Stîrelant Bit 13277

MWB 3,1 38,33; Bearbeiter: Hansen

jagethunt stM. hier kontrahiert jait-. ‘Jagdhund’ (vgl. jagehunt ): wâpin unde pfert, / knechte, meide, cleidir wert, / jaithunde und vedirspil / und andirs gezûgis vil, / daz man zu hêrschaft nante NvJer 4073

MWB 3,1 38,36; Bearbeiter: Hansen

jagethûs stN. hier kontrahiert jait-. Unterkunft auf der Jagd, ‘Jagdhütte, Jagdschloss’ (vgl. jagehûs ): der kunic hate ein jaithûs in dem selben walde, dô zogete her în mit sîner vrowen HvFritzlHl 236,24; vnseriv iaidhævser UrkWittelsb 2,403 (a. 1348)

MWB 3,1 38,41; Bearbeiter: Hansen

jagevart stF. ‘Jagd, Verfolgung’ got ze jungest rihte dô / daz ir [der Ägypter (bei der Verfolgung der Juden)] einer niht genas / der ûf der jageverte was Reinfr 15814. – bildl.: die gedanke mîn si lucket, die fliegènt zuo zir geschart. / manic giric sin der flucket / nâch ir ûf die jagevart KLD:BvH 3: 4,4

MWB 3,1 38,47; Bearbeiter: Hansen

jagewîse stF. bei der Jagd (auf einem Horn) geblasene Melodie, Fanfare (vgl. jageliet ): die hunde mante er unde blies / nâch meisterlîchen prîse / sô fremde jagewîse, / daz man sô wilde nie vernam KvWPart 356

MWB 3,1 38,54; Bearbeiter: Hansen

jæhelinge(n) Adv. gæhelingen

MWB 3,1 38,59;

jâhêrre, jâhërre swM. ‘Jasager, Speichellecker’ die jâhêrren hânt den muot, / si lobent, swaz der hêrre tuot Freid 50,2; jâherren, / die soltu von dir verren UvEtzAlex 27977. 12640; mitheller [...] unde jâherren PrBerth 1:214,7; RvZw 203,9; TürlArabel *A 20,18

MWB 3,1 38,60; Bearbeiter: Hansen

jait stN. jaget

MWB 3,1 39,1;

jâmer, âmer stMN. 1 tiefer (seelischer) Schmerz, ‘Leid, Kummer, Trauer’
2 ‘schmerzliches Verlangen, Sehnsucht (nach etw./ jmdm.)’
3 ‘Wehgeschrei, Wehklagen, Jammer’
4 ‘Not, Elend’
5 als Interj. ‘ach!, weh!’
   1 tiefer (seelischer) Schmerz, ‘Leid, Kummer, Trauer’ duͦ sich die gelieben / uone ein ander geschieden, / der iamer tet in uile we Rol 1730; jâmer ist unser urhap, / mit jâmer kom wir in daz grap Wh 280,17; do úberwac das rane wip / das jamer das si lute sre RvEWh 1937; KvWWelt 264; SM:KvL 3: 3,12; mit âmare si scieden Gen 1023; AvaLJ 196,4; sie sach daz sine fuͤße, / uf die sie mit jamers lost / hatte geweint und gekost, / mit nageln warn durch slagen HvNstGZ 4087; das wisete got eim lamen hunde, der noch mit jamer lekket sine wunden Mechth 2: 20,4. – in vielfältigen Wendungen i.S.v. ‘seelischen Schmerz empfinden, bekümmert sein bzw. werden, trauern’ ( ~ tragen, ~ haben, in ~ sîn u.a.): mîn herze bî den fröiden jâmer treit KLD:UvL 5: 4,7; SM:Had 28: 3,2; si heten jâmer unde guft Parz 19,25; Wh 405,30; ach, sî lie mich in jâmer sîn SM:Had 5: 5,4; der âmer in begund ane gên Gen 2313; Tr 4214. obe jmdm. ~ haben ‘um jmdn. trauern’ Claudas [...] hett großen jamer ob sim suͦne Lanc 64,3. – (jmdm.) ~ klagen ‘(jmdm.) sein Leid klagen, wehklagen’ (vgl. 3): si zwô si giengen eine / Tristandes boten warten / in ir jâmergarten, / in dem si zallen stunden, / [...] ir jâmer clageten under in Tr 14665; ich was vor ir, / daz ich wol mîn jâmer ir geklaget solde hân SM:Had 13: 1,2; MF:Mor 12: 1,4. – bildl.: al weinde si die hende want, / daz manec zaher den andern sluoc: / grôz jâmer se ûz ir ougen truoc Parz 318,8; sus trage ich den jâmers soum in mînem sinne SM:Ta 2: 2,7; mîn herze muoz die jâmers suht / âne vreude erzenîe tragen Wh 60,22; KvWHerzm 256; KLD:BvH 4: 2,9; personif.: jâmer, ich muoz immer mêre / wesen dînes gesindes Wh 60,26    2 ‘schmerzliches Verlangen, Sehnsucht (nach etw./ jmdm.)’ si seneten sich beide / und hæten jâmer under in zwein Tr 19299; LvRegSyon 1168. 2884. – in der Wendung senendeʒ/ -er ~ : so wirde ich wunt / von minnen dur des herzen grunt / und ouch von sendem jâmer / lieblîch enzunt SM:Had 36: 2,12; doch gît im daz schowen hôhen muot, / swie wê doch sendez jâmer tuot ebd. 53: 4,6. 54: 1,7. 54: 7,4; Tauler 83,19. – meist mit Präp. (nâch, auch umbe): lâz ouch in dînem muote / den jâmer nâch dem guote, / daz dû gelâzen hâst durch got RvEBarl 15472; im tet der jâmer wê / nâch sînem schœnen wîbe Wig 1169; immer wernden âmer / sol ich armez wîp / tragen nâch sînem lîp Ottok 97377; Tauler 83,19; Seuse 223,12; SM:KvL 22: 3,1; mine viende minne ich in einem heiligen jamer nach ir selekeit Mechth 4: 12,32; daz ander [ weinen ] sol den jâmer geben / um daz êwige leben LvRegSyon 3405    3 ‘Wehgeschrei, Wehklagen, Jammer’ ouwê do muoste er danne. / dâ von huop grôzer jâmer sich KLD:UvL 40: 6,7; in vil kurzer wîle / kômens vür daz bürgetor; / dâ was michel jâmer vor / und von klage grôzer braht Wig 5227; die statt wart vol geschreys und jamers Lanc 107,32; NibB 2241,4; KvHeimHinv 240. – in den Wendungen ~ begân, machen u.ä.: michel jâmer unde clagen / daz wart begangen ob ir grabe Tr 1850; groz iamir sie begiengin Athis A 105; er schlug syn hende zuhauff und macht großen jamer, er raufft syn hare uß und reiß syn cleider von im Lanc 355,3. 282,34. 345,25 u.ö.; er stalt großen jamer und flucht der stunde das er ie geborn wart ebd. 419,2. 14,3; daz wir den geist betruben / und ruwic jamer uben / und unse sunde gote clagen HeslApk 4784    4 ‘Not, Elend’ in dem êrsten jâr des grôzen ertpidems was der jâmer sô grôz, daz der pâbst Clemens der sehst ain new mess machte für den tôt BdN 109,36; dc die cristenheit dem lande ze helfe komme vnde sich erbarme vbe die not vnde den iamer, der da ist UrkCorp (WMU) 93,29; ‘ay herre got’, sprach er, ‘welch schad und welch jamer ist das ich ie geborn wart!’ Lanc 616,19. 225,31; KvWTroj 12334; HistAE 3960    5 als Interj. ‘ach!, weh!’ owê, jâmer und owê Wig 5123; ‘jamer’, er sprach, ‘wie gern ich woͤlt / das ich zuͦ minem kinde soͤlt / ab gaͮn inder helle gaden!’ KvHelmsd 2221

MWB 3,1 39,2; Bearbeiter: Hansen

jâmer|ande stF. (?) ‘Schmach, Elend’ (vgl. ande swM., stF.): eiâ, ir edlin rittir gots, / [...] irlôst dî sêle mîn / ûz disen jâmirandin / und ûz des tûvils bandin NvJer 19258

MWB 3,1 40,20; Bearbeiter: Hansen

jâmerban stF. ‘Weg des Schmerzes, Leidensweg’ (bildl.): nu sehent hie den menschen ane / vor uch vf dyser iamerbane [ ecce homo Io 19,5] EvStPaul 14269

MWB 3,1 40,24; Bearbeiter: Hansen

jâmerbære Adj., Adv. 1 ‘voll tiefen (seelischen) Schmerzes, traurig, unglücklich’
2 ‘leidbringend’
   1 ‘voll tiefen (seelischen) Schmerzes, traurig, unglücklich’ wære ich künic, als dû bist, / ich wolte funden alle vrist / in hôhem muote werden. / wer künde mich ûf erden / gemachen jâmerbære, / [...] ? KvWTroj 5495; ich wil iu doch paz bediuten / von disen jâmerbæren liuten Parz 242,2. 255,3    2 ‘leidbringend’ sô werdent si gewîset / in die jâmerbæren nôt Wh 64,23; dise herbe swêre / alsô jâmirbêre NvJer 12850; ez ist unmoßen jamer ber / und ist ein swer vor aller swer Minneb 4229. – adv.: welcher ir / dich dunket, der sin nehster were / sin, der also gar iamerbere / geuiel den mordern in die hant? EvStPaul 7871

MWB 3,1 40,28; Bearbeiter: Hansen