Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   igel - île    


igel stM. 1 ‘Igel’
1.1 allg.
1.2 in Vergleichen
1.3 übertr. als Schimpfwort
1.4 in vergleichender Umschreibung groʒer ~ für ein anderes Tier (vgl. I. Dines, The textual and pictorial metamorphoses of the animal called chyrogrillius, in: M. Goyens/ P. De Leeman/ A. Smets (Hgg.), Science Translated, Leuven 2008, S. 73-89 )
2 ein Belagerungsgerät (lat. ericius , vielleicht ein stachelbewehrter Balken als Mauerbrecher, vgl. R. Decke-Cornill: Stellenkommentar zum III. Buch des Willehalm, 1985, S. 39 zu Wh 111,11), meist in Aufzählungen
   1 ‘Igel’    1.1 allg.: Phisiologus zellit uon dem igile alsus. er chût dorne habet er an ime JPhys 18,1; unküstige [bösartige] liute bediutet der igel, / der mit spitzen borsten stichet / und selber sich birget sô er sich richet Renner 13278; niht unglîch dem igel, / der vor den liuten sich nider drücket / und als ein kliuwel zesamen sich smücket ebd. 3898; BdN 138,5 u. ö.; ReinFu K,1350; MF: Her 2:4,1; Eckh 2:139,5. – hier sprichwörtl.? vgl. TPMA 2,81 u. 6,332f.: ein reine wîp hât reinen lîp, / den hât selten ein unwîp. / noch senfter wære ein igels hût / am bette dan ein leidiu brût Freid 101,19; wil man den igel villen, / so nem man etewaz für die hant, / sin borsten sint so scharf bekant Frl 5:75,12. – auch bei Personennamen: Levpolt der Jgel UrkCorp (WMU) 1209,41. 1865,7    1.2 in Vergleichen: der [Riese] ist geheizen Bitterbûch / unde ist als ein igel rûch Virg 879,5; so wirt im [dem Antichrist] als eim igele / sin herze zornic uffe sie / die sin gebot vorlazent hie HeslApk 19758. – von Haar: kurz, scharf als igels hût ez [das Haar von Malcreatiure] was Parz 517,27; Krone 9346; Loheng 5728. sich rimphen/  smücken ‘sich ein-, zusammenrollen’ alse ein ~ : dô [im Bett der Königstochter] lac der ungefüege stampf [der ungehobelte Klotz] , / daz er sich als ein igel rampf / und smuckt sich zuo einander HBirne 342; der [ tiuvel ] sich rimphet als ein igel KvWLd 1,56; sus lag er [Partonopier] in trûren / [...] / und hæte sich gesmücket / zuo ein ander als ein igel KvWPart 1307    1.3 übertr. als Schimpfwort: dû valscher, veiger luhs, / dû lieht unerkender fuhs, / dû aller houbetschanden rigel, / dû valscher, tuckiger igel Ottok 63494. – meist für den Teufel: helle ruher igel / totlicher svnden ingesigel Martina 151,71. 176,110; ê denne er [der gierige, ungerechte Richter] ouch sîns lôns enbêr, / sô ist der igel im als ein ber [ ‘Beere’ als bildlicher Ausdruck der Geringfügigkeit, Nichtigkeit] Renner 8676    1.4 in vergleichender Umschreibung groʒer ~ für ein anderes Tier (vgl. I. Dines, The textual and pictorial metamorphoses of the animal called chyrogrillius, in: M. Goyens/ P. De Leeman/ A. Smets (Hgg.), Science Translated, Leuven 2008, S. 73-89): von dem cyrogrillen oder von dem grozen igel. Cyrogrillus ist ain tierl, daz hât diu ê verpoten, daz man ez iht ezz, und haizt ze däutsch ain igel. aber Papias spricht, ez sei grœzer dann ain igel BdN 131,31    2 ein Belagerungsgerät (lat. ericius, vielleicht ein stachelbewehrter Balken als Mauerbrecher, vgl. R. Decke-Cornill: Stellenkommentar zum III. Buch des Willehalm, 1985, S. 39 zu Wh 111,11), meist in Aufzählungen: ir ebenhœhe unde ir mangen, / swaz ûf redern kom gegangen, / igel, katzen in den graben, / die kundez fiwer hin dan wol schaben Parz 206,3; Wh 111,11; blîden, tumerær und mangen, / rutten, katzen, igel swære, / ebenhôch und pheterære, / daz wart allez dâ / ûf gerihtet sâ / und genutzet vor der stat Ottok 59783; ErnstB 1563; UvEtzAlex 14967; RvEAlex 3473. – hier übertr. in der Beschreibung eines sexuellen Übergriffs im Bilde des Angriffs auf eine Burg (vgl. auch FWB 8,17): vor dem tor er [Gasoein] erbeizet / vnd wolt si [Gynever] han ervohten. / gotes gnaden! don mohten / so snelle von seinem ygel / von dem antwerch di rigel / niht werden wol zebrochen Krone 11735

MWB 2 1860,63; Bearbeiter: Richter

igelborste stMN. ‘Igelborste, Stachel des Igels’ als igelborste ir [des ungehiuren volc ] hâr / wâren wunderlich gevar UvEtzAlex 15163

MWB 2 1862,1; Bearbeiter: Richter

igelgras stN. ëgelgras (Nachtr.)

MWB 2 1862,4;

igelhût stF. ‘Igelbalg, Stachelhaut eines Igels’ wa er sass oder stuͦnd [mit dem mit Nägeln gespickten Kreuz auf dem Rücken] , da waz ime, wie ein igelhut uf ime lege Seuse 41,24

MWB 2 1862,5; Bearbeiter: Richter

igelîn Adj. ‘vom Igel, Igel-’ Glossenbeleg des 12. Jh.s s. AWB 4,1465

MWB 2 1862,9; Bearbeiter: Richter

igelischen Adv. ‘nach Art und Weise des Igels’ der mensch ist aller ungeordenst in den werken [beim Geschlechtsverkehr, indem er nicht die ‘natürliche’ Stellung einnimmt] , wan er verkêrt menschleicheu werk und würkt iglischen oder gensischen oder benimt der frawen ir stat BdN 139,33

MWB 2 1862,11; Bearbeiter: Richter

igelmæʒic Adj. ‘igelähnlich, stachlig wie ein Igel’ Gâwân in bîme hâre dô / begreif [...]. / sîn igelmæzec hâr sich rach: / daz versneit Gâwân sô die hant, / diu wart von bluote al rôt erkant Parz 521,12

MWB 2 1862,17; Bearbeiter: Richter

igelvar Adj. ‘wie ein Igel aussehend’ wart ie kürsenære crônebære / mit sînem igelvarwen glatze RvZw 145,9

MWB 2 1862,21; Bearbeiter: Richter

igizen swV. irzen

MWB 2 1862,24;

iglich Indef.-Pron., Pron.-Adj. iegelich

MWB 2 1862,25;

igris (?) Subst. Bedeutung unklar, textkritisch problematisch, s. E. Caflisch-Einicher: Die lat. Elemente in der mhd. Epik des 13. Jh.s, 1936 (Prager deutsche Studien 47), S. 246: wer der vogel einen vienc, / dar ûz der viurîn igris gienc UvEtzAlex 22356

MWB 2 1862,26; Bearbeiter: Richter

ihs stN. îs

MWB 2 1862,32;

ihsilla F. îsel

MWB 2 1862,33;

iht Indef.-Pron., Adv. auch iuweht ( Gen 2239 ), iwiht ( VAlex 1100 ), id ( Elis 3444 ), iet ( MemMori 109 ) u.ä. (vgl. noch Weinhold, Mhd. Gr. § 494; WMU 2,919), seltener auch ich ( SalArz 13,2 ), eht ( UrkEls 2,16 ), ichte [:nichte] ( HeslApk 17926 ); zu ahd. iouuiht (vgl. AWB 4,1698-1702). 1 Pronominalsubstantiv (zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 282)
1.1 ‘(irgend-)etwas, irgendeine Sache, irgendein Ding’
1.1.1 allg.
1.1.2 näher bestimmt (durch Gen., Rel.-Satz, Präp. u.ä.)
1.1.3 in der verstärkenden Wendung ihtes iht (auch ichtzt, ihsit, ichsich, ützet u.ä.; auch ihtes, ihts , hier Interferenz zum Gen.)
1.1.4 in präp. Fügungen auch i.S.v. ‘irgendwie, in irgendeiner Weise’ (vgl. auch 2 )
1.2 im abh. Satz (meist nach daʒ ) auch ‘nichts, kein Ding’
1.2.1 allg.
1.2.2 in der verstärkenden Wendung ihtes iht (vgl. 1.1.3 )
2 Adv. (nicht immer sicher von 1 abzugrenzen)
2.1 allg. ‘irgendwie, in irgendeiner Weise’ , übergehend zur Abtönungspartikel ‘gar, etwa’
2.2 im abh. Satz (meist nach daʒ ) auch ‘nicht’
   1 Pronominalsubstantiv (zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 282)    1.1 ‘(irgend-)etwas, irgendeine Sache, irgendein Ding’    1.1.1 allg.: gescihet im iuweht unter wegen sô muoz ich den lîp irgeben Gen 2239; kint kunnen anders niht / niwan weinen, alse in iht geschiht Tr 2486; welt ir iht ezzen? Iw 1218; soldi dan die man imini ichtis antwerti vur girichti Mühlh 150,9; TrSilv 9; BdN 486,3. – ‘irgendetwas anderes’ sîst mir süezer danne iht sî KLD: UvL 39: 5,5. 56: 1,6; unmügelich ist, daz got iht welle wan guot Eckh 5: 20,7. – ‘ein Etwas’ (im Ggs. zum Nichts): daz got minnet, daz ist iht; waz got niht enminnet, daz enist niht Eckh 5: 58,1; von disem nichtesnichte / schuf got daz michel ichte / daz himel, erde, mer heizet / unde alle dinc ummecreizet HeslApk 17926; der icht machete uz nichte, / der mag uz ichte machen waz her wil Brun 6914; e Lucifer nam wesen und icht Frl 2:4,4; Mechth 1: 35,3    1.1.2 näher bestimmt (durch Gen., Rel.-Satz, Präp. u.ä.): wâ gesach ie man sô guotes iht? MF: Reinm 48: 1,3; swer spien wolle. der ezze in [Rettich] nuchtern ee her andirs ich ezze SalArz 13,2; ist ieht suarzes darane PrüllS 2,2; mocht ir ienes vleischez iht? ReinFu K,455; gif uns der vrücht ein kleine deil! / wirt ir uns iͤt, wir werden heil MarlbRh 8,18; Will 16,2; wir newollen durch vch fiere / zv Troyge tun alle / icht, des vns misseualle Herb 15044; ob sie icht da heten / an schazze oder an wete Ägidius 624; PrOberalt 134,27    1.1.3 in der verstärkenden Wendung ihtes iht (auch ichtzt, ihsit, ichsich, ützet u.ä.; auch ihtes, ihts, hier Interferenz zum Gen.): wil si daz ich ir tuo bekant / von mînen friunden ihtes iht / sô wizzent daz ich langer niht / belîbe in ir betwinge KvWSchwanr 1305; wa was got, eb er ihtes iht geschuͦf? Mechth 6: 31,26; hat dem der vogt [...] ihsit genommen StRAugsb 99,20; ist uch ab ichsicht kundic / von der hoen wisheit rich Hiob 10806. 4951 u.ö.; hant ir ichtzt von im gehört da ir nu warnt? Lanc 202,13. 331,24; daz scherpft daz gehœrn und rainigt die ôrn von iren unsauberkaiten und wert, daz ihts aiters dar inn werd BdN 383,21; lieber herr, sag mir, blibet eime seligen gelazenen menschen útzet? Seuse 336,6; BrZw 38; PrBerthKl 4,81    1.1.4 in präp. Fügungen auch i.S.v. ‘irgendwie, in irgendeiner Weise’ (vgl. auch 2): er sach si spâte unde vruo, / swennez mit ihte mohte sîn Tr 19087; Eracl 4403; mînen dienst biut ich iu dâ wider, / ob er iu ze ihte mac gevromen UvZLanz 483; ez zieret ê wol wîplich site, / daz in diu zuht wonte mite, / daz si liezen grôze ungebære, / dâ in umb ihtiu leide wære LvRegFr 4323; wie mac ich iemir minin tot / an ichte baz irwerbin Athis A 75. A 129    1.2 im abh. Satz (meist nach daʒ) auch ‘nichts, kein Ding’    1.2.1 allg.: mit allim vlizze wrde iwer hûs gechert unde gereinit, daz iwet da ware, daz dei oͮgin iwers vriwendis irbêlgiti Spec 73,24; mîn meister ist gewaltich / hie in himele, er wânet ime mege iuweht sîn widere Gen 22; koment si [die würme ] zuo ir jâren, in tuot der hunger wê: / sô wæne ich, in dem lande vor in iht bestê OrtnAW 494,3; PrOberalt 159,27; Roth 423    1.2.2 in der verstärkenden Wendung ihtes iht (vgl. 1.1.3): jâ hân wir dirre verte erbiten harte kûme, / sô wir den morgen kiesen, daz iuch guote recken ihtes iht [Hs. icht sicht ] dann sûme [aufhalte] Kudr 1349,4; die rœrn [die Speiseröhre] bedeckt diu nâtûr oben, daz ihts von ezzen oder von trinken dar in vall BdN 18,8. 326,2    2 Adv. (nicht immer sicher von 1 abzugrenzen)    2.1 allg. ‘irgendwie, in irgendeiner Weise’, übergehend zur Abtönungspartikel ‘gar, etwa’ hab wir im iht gedienot, / des wirt uns gelonot Wahrh 101; itzvnt alhie enweiz ich niht, / waz mir armen icht geschit Herb 836; wiltu aber bewarn daz dir daz kwecsilber icht schade an den zenen [...] so lege bibergeil in den munt SalArz 28,45. 50,14; dô ich iuch vor mir stênde sach, / vorht ir iu iht, do ich zuo ziu reit? / was iu mîn komen dô iht leit? Parz 457,23; sît ir iht lange komn? ebd. 554,23; lieber meister, wißent ir icht were er sy? Lanc 251,14; Macer 10,10. 78,5. – mit Komparativ ‘etwas, irgend’ wær mîn schulde grœzer iht, / so belibe mir der lîp niht Iw 175; ich bin allez in den sorgen noch. / wirt mir sanfter iht, ich rede ouch daz MF: Reinm 25: 1,4; daz hete er gerne vertragen, / ob sîner sünden swære / iht deste ringer wære Greg 2834; Tit (BH) G 108,2    2.2 im abh. Satz (meist nach daʒ) auch ‘nicht’ vart in Egiptenlant unde kaufet uns korn, daz wir iht hungers sterben BuchdKg 18,1; der [Tugendhafte] gît gerne allen irdisken rîchtuͦm, dc er an deme iungisten tage iet ze armuͦte werde TrudHL 141,16; bis des gewarsam, das das vas nicht vol si, das icht der schume czu vil obir gize Pelzb 141,6; SalArz 35,58; Parz 514,17; sie gent so runande [sich heimlich besprechend] / beide vz vnde in / wene wir in ieht dankneme sin [weil wir ihnen nicht willkommen sind] Roth 1234

MWB 2 1862,34; Bearbeiter: Hansen

ihten (?) swV. wohl ‘etw. zu einem Etwas machen’ (oder zu → îchen ?): sô scheidet iz den geist von ime selber und uberformit in in gotlîche einunge und in gotgeformete glîcheit, nicht alsô daz der geist zu nichte werde, sunder daz her geichtet werde an gote HvFritzlHl 252,31

MWB 2 1864,11; Bearbeiter: Hansen

ihtesiht Pron. iht

MWB 2 1864,17;

ihteswaʒ Indef.-Pron. nur in der md. Form gezwat, getzuat. ‘etwas’ (vgl. ëtewaʒ ): in schone dineme gemache inde diner eren nit so sere, / du ingeldes gezwat deme suͦzeme Jhesu Lilie 22,12. 48,7; vrow vol vröuden ind mildicheide, / diner vröuden üvervlüzzicheide / mim armem herzen deil iͤtswat [Hs. getzuat ] MarlbRh 41,3. 20,38. 44,12

MWB 2 1864,18; Bearbeiter: Hansen

ihtic Adj. ‘etwas seiend’ als her [ geist ] ist ein ichtige natûre, vornunftig bî sich selber HvFritzlHl 98,1

MWB 2 1864,25; Bearbeiter: Hansen

ihticheit, ihtekeit stF. ‘ein (spezifisches) Etwas Sein’ wiltu ane alle underlos enphengklich sin alles des so got geben und wúrken mag [...], so flisse dich fúr alle ding das du in der worheit in dinem grunde nút ensist [nichts seist] ; wan unser ichtikeit und annemlicheit [Hängen an irdischen Dingen] die hindert got sines edelen werkes in uns Tauler 205,11; waz ist aber daz verborgen inbaz dis vorgenanten nihtes, daz da in siner betútung [...] alle geworden ihtikeite us schliezende ist? Seuse 342,21. 353,25

MWB 2 1864,28; Bearbeiter: Hansen

ihtmêr (?) Adv., Konj. (vgl. AWB 4,1463f. s.v. ietemêr mit Belegen aus Will ). 1 Adv. ‘ebensowenig’
2 Konj. ‘ebensowenig wie’
   1 Adv. ‘ebensowenig’ álso dér bûch nechêine ossium fortitudinem nehábet. dáz sîe îetemer nechêine uirtutem ne múgen háben Will 114,9 u.ö. – mit folgendem danne ‘ebensowenig wie’ síu nemág sích îetemer uerbérgan. dánne dáz lîeht in demo gláseuázze Will 138,3 u.ö.; des sint wol drû hundirt jâr, daz daz alliz geschach; unsir vetere wârin dannoch nicht geborn, icht mêr danne wir selbe PrMd (J) 344,28; vgl.: sô was ouch Môrolt alse starc, / [...], / daz wider in lützel kein man, / [...], / getorste wâgen den lîp / ihte mêre danne ein wîp Tr 5978    2 Konj. ‘ebensowenig wie’ uuánte sîu uuóla uuêiz. dáz sîu dîe pulchritudinem uirtutum uón íro sélbero nîe nehât. súnter uóne gótes gnâdon: îetemer dér mâno îeth lîehtes hât uón ímo sélbemo Will 106,12 u.ö.

MWB 2 1864,39; Bearbeiter: Hansen

ihtwær Adv. ‘nichts als, nur’ (vgl. newære ): daz man aber ihtwær dich selben [Christus] minne DvASchr 366,2

MWB 2 1864,57; Bearbeiter: Hansen

ihtweisen swV. itewîʒen

MWB 2 1864,60;

îlære stM. jmd., der sich beeilt, ‘Eilender’ properator: yler, scilicet festinator VocClos Pr190

MWB 2 1864,61; Bearbeiter: Richter

îlbote swM. ‘Eilbote, Kurier’ veredarii: ileboten Gl 4:164,54

MWB 2 1864,63; Bearbeiter: Richter

île stF. auch ylle. 1 ‘Eile, Hast’
2 in der Verbindung kurze/ kurzliche vom raschen Vergehen der Zeit ‘kurze Zeit(-spanne)’
3 ‘Streben, Eifer, Drängen’ (in präp. Ergänzungen mit mite )
   1 ‘Eile, Hast’ im hæte vluht und île / alle sîne craft benomen Tr 2768; er zogete sunder île, / unz er kûme eine mîle / hête ûf daz wunneclîche hûs [Karidol] HvFreibTr 1581; Parz 244,2. – ~ phlëgen/ tuon ‘eilen’ man phligt niht île, / sô man den bâbest kiuset Ottok 8639; die zartten und die herren / gewunnen drüzechen hundertt man, / mitt den die fürsten lobe san / wolten ylle tün ze hand / in der vil wilden Krichen land GTroj 13397. – meist in präp. Ergänzungen mit mite: sus vuoren si mit île Wig 4509. 6723; des andern morgens vil fruo / fuor er mit grôzer île EnikWchr 21379; Pass III 9,21; daz er mit balder île / von Beiern sô kûm entran Ottok 9005. 10839; in fröuden ouch zuo fröuden / gâh ieder man mit îliclîcher île Hadam 485,7; er quam durch si [die Schar der Gegner] geschozzen / mit snelliclicher île, / gelîch dem doners phîle / der schiezen kan durch einen boum KvWTurn 893; mit sneller ylle Minneb 5482; LvRegSyon 568    2 in der Verbindung kurze/ kurzliche ~ vom raschen Vergehen der Zeit ‘kurze Zeit(-spanne)’ der künec sande ein ritter dar, / und enbôt der magt daz si sîn [Gawans] war / sô næm daz langiu wîle / in diuhte ein kurziu île Parz 403,8; weinen si begonde nu. / [...] / nach einre cleinen wile / bi kurzlicher ile / erschein ir antlitze aber vro, / suze lachende aber do Elis 5236    3 ‘Streben, Eifer, Drängen’ (in präp. Ergänzungen mit mite): er sluc [seine ungehorsame Frau] ein lange wile / mit chreften und mit île, / unz im der arm tet so we, / daz er niht slahen mohte me StrKD 118,18; als er das gesprach, zehant / was im der arm und die hant / erlamet, in kurzer wile / bat er mit balder ile / den profeten das er bete / got das er wider tete [es rückgängig mache] RvEWchr 33722; ez [das von den Jagdhunden gehetzte Wildschwein] warf sich hin umbe wider / und stuont vor im [Partonopier] en bîle [zur Gegenwehr bereit] / mit grimmiclicher île KvWPart 364; Weinschwelg 347; Wig 7156; Elis 3620

MWB 2 1865,1; Bearbeiter: Richter