i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
ietswëder
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
ietwëder
MWB 2 1856,13;
ietwëder
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
auch it-, et- (
SalArz
81,57
), ietwer (
PrOberalt
79,3
), ytwiedder u.ä. (
Lanc
11,17
u.ö.), ietsweder
Parz
517,22(La.)
), ietwederer (
Tr
2636
u.ö.;
Lanc
355,34
).
1
‘jede(r/ s) von beiden, beide’ (s.a.
iegewëder
u.
iewëder
, vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 340-344, zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. § P 282) 1.1 pron. 1.2 attr. 2
‘keines von beiden’
3
‘jede(r/ s) von mehreren’
1
‘jede(r/ s) von beiden, beide’ (s.a.
iegewëder
u.
iewëder
, vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 340-344, zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. § P 282)
1.1
pron.:
ietweder dô des andern mit nîde hüeten began NibB
182,4;
vnde salbe ez im mit uioln ole. vnde mit honige. nim itweders gelich SalArz
81,15;
wie vil ietweder wære / der gevangen unde der erslagen Ottok
58756;
PrOberalt
45,13;
Iw
6944.
– mit partit. Gen.:
mache ein puluer uon mernuscheln. uon hirzes horn. der itweders nim sechs dragmas SalArz
64,46;
der rihter sol zwêne boten senden ze ir ietwederm die dâ vehten sullen SSpAug
175,6;
ir ietweders ellen NibB
187,2;
Herb
645;
Tr
9474;
KvMSph
12,25
1.2
attr.:
dâ vant er drî strâzen: / die zwô begund er lâzen / ze ietwederre sîten, / die miteln begund er rîten UvZLanz
1375;
im [Malcreatiure] stuont ouch ietweder [La. îetsweder
] zan / als einem eber wilde Parz
517,22;
an ietwederm beine / zwêne schuohe von borten guot Wig
10534;
Himmelr
5,16;
Iw
1710.
– attr. oder pron. mit nachgestelltem Gen.:
an der selben menig zaiget er [Christus] ietweder sein natur, die menschlich und auch diu goͤtlich PrOberalt
135,23.
142,38
2
‘keines von beiden’
bezzer sî toben danne winnen [rasen] . / unt ist doch îtwederz guot Priesterl
177;
der mir mit zwäin dingen ubel tuot, / die besme [Rute] ich lîchter vertrûge / denne der mich mit chnuteln sluoge, / unt tuot mir doch ir îtwederz wol ebd.
181
3
‘jede(r/ s) von mehreren’
ez liefen kreiierende hie / behender garzûne gnuoc, / der ietweder truoc / driu sper ode zwei Iw
7108;
sîn vater [...], / sîn muoter und die schœne Isôt; / ietwederz im die wirde erbôt HvFreibTr
478;
ob ietweder [von den drei Fürsten] hernâ / des kunigs tôt klagte? Ottok
95313.
44628;
Sigeher
14,8;
Tr
2208;
RvBib
61,17
MWB 2 1856,14; Bearbeiter: Richter
ietwëderent
Adv., Präp. (?)
‘auf beiden Seiten’ (s.a.
iewëderent
):
sin arme waren also in den banden ietwedrent an der kelen ufwert gespennet Seuse
40,8;
die [
spizzigen stefte an der Geißel] waren scharpf als ein grifel, und giengen die zwen spiz ietwedrent fúr den riemen ebd.
43,7.
– hier Präp. (?):
ze Rosserugge ein juchart matten ietwerunt der werde halbú UrkCorp
3047,24
MWB 2 1856,54; Bearbeiter: Richter
ietwëderenthalp
Adv.
‘auf beiden Seiten, beiderseits’, i.w.S. ‘überall’ (s.a.
iewëderenthalp
):
und [er] gie do ietwedrenthalb umb und umb vor den heiligen [in der Kapelle] und nam xxx disciplinen [d.h. er geißelte sich selbst]
Seuse
42,21
MWB 2 1856,62; Bearbeiter: Richter
ietwëderhalp
Adv., Präp.
auch ietwedert-,
auch -halbe, -halben(t), -halber.
‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a.
iewëderhalp
)
1 Adv. 2 Präp. 2.1 meist mit Gen. 2.2 vereinzelt mit Dat.
1
Adv.:
der turney was zesamen gar / komen. iedwederhalp zwô schar / wâren und deheine mêr UvLFrd
313,22;
sô im [...] diu ôren chalt sint unde sich verwerfent itwederthalbent, an swelhem siechen dû disiu zeichen sihst, zwâre der ist veige [muss sterben]
Barth
135,8;
uns schribet der wise Salomon, / daz ir brust ietwedir halber / si gestalt also rebuckes kalber Brun
3578;
UrkCorp (WMU)
N571,25;
Lanc
627,33;
WhvÖst
2308.
–
‘überall’
swenne ietwederhalben / in dem lande [Ungarn] werdent kuniglîn, / sô wirt allerêrste schîn, / waz dû hâst verlorn Ottok
40542
2
Präp.
2.1
meist mit Gen.:
ietwederhalp sîn wart ein man / erhangen durch gerihte KvHeimUrst
754;
ietwederhalben des [Koradin von Jerusalem] do rait / mit manigem punder hert / zwair kuͤnge gevert WhvÖst
7926;
wande dv eigen ietwederthalb der marcsteine, di sint der vorgenanten clohstere UrkCorp (WMU)
N195,24;
RvEAlex
5453;
Ottok
6918
2.2
vereinzelt mit Dat.:
ietwederhalbe dem strich dri / wizze swannen swebten WhvÖst
312
MWB 2 1857,3; Bearbeiter: Richter
ietwëderlich
Pron.-Adj.
‘beiderseitig, gegenseitig’
[es] beschiht etwenne in hitzzigem wallenden gebet, daz [...] ein als grosser brvͥnst vnd enzvndvnge wirt in dem libe mit ietwederlicher gemeiner beruͤrde geistlicher minne [zwischen dem Betenden und Gott] , daz dem menschen dvnken mag, daz er in im selben trag ein paradis geistliches geluͥstes RvBib
178,8.
178,16
MWB 2 1857,27; Bearbeiter: Richter
ietwëdersît
Adv., Präp.
‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a.
iewëdersît
)
1 Adv. 2 Präp. mit Dat.
1
Adv.:
daz swert itwedir sît / ist gescherfit NvJer
2498;
Gotfrit den heiden fride sprach, / als sie des bâten, und dar nâch / ietwedersît man stête / den gelobeten fride hête Kreuzf
39.
7299;
der krieg wart ietweder sit an dri man gelaschen [gelassen]
UrkCorp (WMU)
1276A,36;
Lanc
271,22
2
Präp. mit Dat.:
fv́nf iucherte akers ligent in des dorfes banne von Otlinkon, vier vor der gassen nebent Johanse jm Steinhus ietweder sit ime zwͦ [zwei]
UrkCorp (WMU)
2313,10
MWB 2 1857,35; Bearbeiter: Richter
ietwer
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
ietwëder
MWB 2 1857,47;
ietwieder
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
ietwëder
MWB 2 1857,48;
iewâ
Adv.
auch -wâr.
zur Beschreibung lokaler Unbestimmtheit
1
‘überall’ (vgl.
iegewâ
) 2
‘irgendwo’
1
‘überall’ (vgl.
iegewâ
):
er [
Jacob
] nam alberîna [von Pappeln] staba, sneid in die rinte iewâ abe, / lie dar ane swarze vlecche, ettewâ wîzze plekchen [Gn 30,37]
Gen
1400;
sô mûz man wol uber in clagen iewâr, swâ man rechtes bekomen mac uber in SSp (W)
3:87,4
2
‘irgendwo’
ein andir tier ist iewa in dem mere, heizzet Serra MillPhys
73,1
MWB 2 1857,49; Bearbeiter: Luxner
iewëder
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
auch iewederer.
‘jede(r/ s) von beiden, beide’ (s.a.
iegewëder
,
ietwëder
, vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 340-344)
1 pron. 2 attr.
1
pron.:
mache ein salben mit acatie. gummi arabici. ieweders zwo dragme SalArz
78,19;
da ergienc diu scharpfe herte. / iewederr vaste werte / sînen prîs vor dem ander Parz
265,2;
vrîe liute und des rîches dienstman die mugen [...] wol geziuge sîn und urteile vinden, durch daz si dem rîche hulde tuon ieweder nâch sînem rehte SpdtL
220,7;
Gen
70;
Athis
A 38.
– mit partit. Gen.:
ir iewederer einen troum gesach Gen
1935
u.ö.;
der [der beiden Ehepartner] iewedirz sol sin zware / des anderen sele chamerære VRechte
369;
ir iewedere stach den anderen nider VAlex
1257;
Spec
41,6;
MarlbRh
127,6.
–
‘(mindestens) eine(r) von beiden’
daz ich vnde min tohter Gerdrut den selben brottisch haben suln, die wile vnser iewederz læ̂bt. vnde swenne wir beidiv ensin so sol der brottisch daz chloster ze sant Margareten ane vallen UrkCorp
508,40
2
attr.:
ze stete er daz kint pant / uil uaste bi iwederer hant VMos
19,16;
ich weiz er niene erwant ê er ime gebant iewederen vuoz jouch hant Gen
931;
er uacht ze iweder hant Rol
5407;
Tr
9394;
Wh
76,28
MWB 2 1857,58; Bearbeiter: Richter
iewëderent
Adv.
‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a.
ietwëderent
):
vnde [die beiden Parteien] suln jwedrunt friden [einfrieden = Zäune errichten] , alse es in wol kvmt. so sol enwedere teil jn dem bache, alse er rinnet, enkein gewer han UrkCorp (WMU)
198,11
MWB 2 1858,19; Bearbeiter: Richter
iewëderenthalp
Adv.
auch -halben.
‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a.
ietwëderenthalp
):
so hant sî bedenthalp burgen gegeben, iewedernthalp viere UrkCorp (WMU)
346,30.
1330,16;
[wenn der Mond (in Sichelform)] iewederen halben ein horn hat ArnoltSieb
22,4
MWB 2 1858,25; Bearbeiter: Richter
iewëderhalp
Adv., Präp.
auch iewedert-,
auch -halben.
‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a.
iegewëderhalp
u.
ietwëderhalp
)
1 Adv. 2 Präp. (mit Gen.)
1
Adv.:
er [Jakob] hiez die sune mit ime gên, er gie fur den chunich stên. / iewedirhalp sehse stuonten die hêrren sô luste Gen
2569;
vmbe den kriech der da ist zewv́schen Wolfram von Bernhvsen vnde Diepoltz saliges kinden, sol man nemen iewederthalp zewene man vnde ainen oberman, die sie verslihten sv́len UrkHohenz
1,96
(a. 1286);
wan ich den [
brief
] han gegeben [...] fvͤr allen kriech, der iewederhalben vmb daz sælb gvͦt immer kan werden UrkCorp (WMU)
2575,2
u.ö.;
PrGeorg
8,33
2
Präp. (mit Gen.):
wir sollen och iewederhalp des baches vber den selben bach machen zwo offene kameren mit vier sessen UrkCorp (WMU)
N714,32.
88,35
MWB 2 1858,31; Bearbeiter: Richter
iewëdersît
Adv.
‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a.
iegewedersît
u.
ietwëdersît
):
si stuonden [...] / vierzec poynder von ein ander, / mit gevärweten blicken glander, / fünfzec iewedersît Parz
690,29;
vier jvchhart [...] ziehent [erstrecken sich] vffe die biecmathe einsite vnd andersite zuͦ dez Schusseleres velt vnd het [besitzt] iewedersite derbi her Wernher der pfaffe von Schowenburg UrkCorp (WMU)
207,38
u.ö.;
vͤmb daz alle diese virbuntnisse, stuͤcke vnd artikele als sie hie vor vnd nah geschriebin stent von vns iewedirsijt veste vnd stede UrkWürzb
40,249
(a. 1339)
MWB 2 1858,48; Bearbeiter: Richter
iewelich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
‘ein(e) jegliche(r/ s), jede(r/ s)’ (s.a.
ielich
, vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 332)
1 pron. 2 attr.
1
pron.:
– mit vorangestelltem ein:
daz lon wirt in bereite / nah ir arbeite / einem jwelheme alse er getut Glaub
3687;
ein iͤwlich vindet al bereit / an dinen worden sin selicheit MarlbRh
77,37;
Lilie
51,24.
– mit partit. Gen.:
ir îwelîch haviti sîn lant Anno
8,15;
so suͦlin wir [...] vͦnser iewelich deme andirme helpin inde bestain UrkCorp (WMU)
71,40
2
attr.:
jewelich man mach kamphes vntsagen sich deme manne, der vnedelere ist dan her UrkCorp (WMU)
51,27.
– mit vorangest. ein:
got der wil lazen / der sunde di maze / einem iwelen menschen Glaub
2192.
388;
daz tû mich habest ze scalche zeineme iewelichen tage werche Gen
2413;
JPhys
4,8;
ein iͤwlich sünder muͦz heilich sin, / of in beruͤrt diner heilcheit schin MarlbRh
118,7
u.ö.;
UrkCorp (WMU)
71,28;
Lilie
24,6
MWB 2 1858,60; Bearbeiter: Richter
iewërlde, -wërlte
Adv.
‘schon immer, von jeher’ (s.a.
êwëlten
):
swaz aber crist zum vater sprach, / daz sint an der geschicht geschach, / daz was vor im wol gnuc gesworn, / wen iz iewerlte was ie irkorn / und gevestent mit hantvesten / daz iz geschen muste zum besten HeslApk
15172;
pech, daz ie werlde wiel / und immer me muz wallen ebd.
16610.
9671;
dem [Christus] waret ir iewerlde gram, / als sit ir hutestages alsam HeslNic
5273
MWB 2 1859,14; Bearbeiter: Luxner
iewësen
stN.
‘immerwährendes Sein’
do Adam hete gesuͤndet, / der ivnge do wart gekuͤndet, / des ie wesen durch vns sich ivnget TürlArabel
*R 119,5
MWB 2 1859,23; Bearbeiter: Luxner
iewësentheit
stF.
‘Ewigkeit’
disú nagendú bild bezeichnent der blossen gotheit iewesentheit in perseͦnlicher driheit Seuse
Bildbeischrift,52*
MWB 2 1859,27; Bearbeiter: Luxner
iewlich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
iewelich
MWB 2 1859,30;
iezen
swV.
→
irzen
MWB 2 1859,31;
iezic
Adj.
‘jetzig, derzeitig’, hier präd.:
allen den, die iezic sint oder her nach chumftich werdent UrkCorp (WMU)
2684,6
MWB 2 1859,32; Bearbeiter: Luxner
iezuo, iezunt
Adv.
mit großer Formenvarianz (vgl. WMU 2,918f.); zu den unterschiedlichen Formen und der möglichen Herkunft der Form mit -unt vgl. Karl v. Bahder, PBB 53 (1929), S. 431-454 und Kluge, S. 452, außerdem DWB 5,2317ff. sowie PaulWB, S. 439.
‘jetzt, zum jetzigen Zeitpunkt, gegenwärtig’
1 bezogen auf die Zeit des Sprechens/ Erzählens 1.1 einen Zeitpunkt betreffend ‘jetzt (gerade)’
1.2 eine Zeitspanne betreffend (von 1.1 nicht immer klar zu trennen) ‘gegenwärtig, heute’
1.3 Bezug nehmend auf vergangene/ abgeschlossene Zustände oder Vorgänge ‘mittlerweile, inzwischen’
2 bezogen auf die Zeit, von der gesprochen/ erzählt wird ‘zu diesem/ jenem Zeitpunkt, nun’
1
bezogen auf die Zeit des Sprechens/ Erzählens
1.1
einen Zeitpunkt betreffend ‘jetzt (gerade)’
sie enhat sich niht so wol behvt, / als ich dich iezv hore iehen ReinFu
K,585;
‘gebet uns’, sprechent die armen suntare ze den goͮten, ‘des iweren oles, wan unseriv liehtuaz erlesscent iezoͮ.’ Spec
128,35;
itzvnt alhie enweiz ich niht, / waz mir armen icht geschit Herb
835;
nv bedarf ich din izit wol, / wand ich hinnen scheiden sol, / daz ich dir wol bevolhen si MarHimmelf
775;
dô Tristan, alse ich iezuo las, / zAlmânje gewas / ein halp jâr oder mêre Tr
18601
u. ö.;
‘nu gehazze in got, swer ez tuo!’ / ‘mich dunket, ir tâtet ez iezuo.’ Eracl
766;
RvEWh
5551;
WüP
82,10;
BdN
38,7.
– als Ausruf:
ie zuͦ! ich hoͤre wol swas ir / von iemanne sagent mir RvEWh
2385.
– in der Verbindung biʒ ~
:
biz iezuo hætich wol gesworn, / daz ir niht lebende wæret Tr
10724
1.2
eine Zeitspanne betreffend (von 1.1 nicht immer klar zu trennen) ‘gegenwärtig, heute’
wir vinden aber selten / iezuo iemen der si [seltene Steine] habe Volmar
713.
128;
ob ir went sehen iuwer kint, / nach dem iezont botten sint / hin ze Norwaͤge gesant RvEWh
14526;
der sî vil, die dar ûf iezuo haben gedingen, / daz si ir guot verdienen umb daz rîche in liehten ringen Walth
11,4;
du in weist ove du izu leves, / inde ove du bit rehteme urdeile in de ewige helle geworpen werdes Lilie
10,30;
wie er dich vindet, alsô nimet er und enpfæhet dich, niht, waz dû gewesen sîst, sunder waz dû iezunt bist Eckh
5: 234,7;
WüP
10,7;
Mechth
4: 2,60.
– unklar, ob hierher:
die wurdent lute schallen / mit grossen froͤden umb das / wan got in iecuncz kúnftig was / [...] / und innan da zehelfe kam, / von dan mit froͤden sú do nam WernhMl
11354.
– in die Zukunft verweisend:
do daz chom daz nu itzuͦ ist untz an daz ent der werlt PrOberalt
28,40;
ain neuwez kindel wirt iezund her ab gelâzen von dem hôhen himel BdN
61,7.
– subst.:
dâ ein hiute ist und ein iezuo, dâ siht man got Eckh (Pf)
169,5;
daz hiute ist ein êwig iezent ebd.
672,34.
672,32
1.3
Bezug nehmend auf vergangene/ abgeschlossene Zustände oder Vorgänge ‘mittlerweile, inzwischen’
vor alter gar zerizzen / ir cleit dô bî den zîten was, / sô sêre iezuo zeslizzen KvWKlage
13,6;
drî süne, wær ich gewesen bî in, / daz eteslîcher under in drin / iezuo wol ritter wære Tr
4135;
ich bin von leidenn itzvnt gra Herb
2318;
der wyn, der do iczunt vortorbin ist Pelzb
140,5.
140,25;
RvEWh
4775;
UvZLanz
2362.
–
‘jetzt bereits’
er [Augustinus] sprichet, daz got allez, daz noch zuokünftic ist, joch über tûsent und tûsent jâr, ob diu werlt als lange solte wern, hât iezent gemachet Eckh
5: 60,9
u. ö.
2
bezogen auf die Zeit, von der gesprochen/ erzählt wird ‘zu diesem/ jenem Zeitpunkt, nun’
dô si iezuo striten in aller maht, / dô liuf zuo in ein garzûn UvZLanz
2594
u. ö.;
wanne sine sele dïv wolte iezvͦ von ime scheiden Konr
7,17;
daz was allez ein wint / wider daz vngemach, / daz itzvnt da geschach Herb
5780;
Athis
A* 159;
RvEWh
6196.
–
und die liute sehent daz er [
der elter bruoder
] mit dem guote niht tuot als ez den kinden guot ist, sô ist er iezuo arcwænic SpdtL
131,11.
– in der Verbindung iezuo ...iezuo (iesâ) rasch aufeinanderfolgende Ereignisse bezeichnend ‘bald ... bald’
iezuo ich saz, iezuo ich lac, / iezuo ich stuont, iezuo ich gie, / ich want mich dort, ich want mich hie UvLFrd
39,20;
ir sehet wol, wi der starke wint / die federn vmbe tribet, / so sie nirgen blibet, / weder verre noch na, / itzunt hie vnde itzunt da, / in allen steten meren Herb
10994;
si triben die tobenden ünde / wîlent ûf und wîlent nider, / iezuo dar und iesâ wider Tr
2432;
Ottok
54573
MWB 2 1859,35; Bearbeiter: Luxner
iezuo|genamt
Part.-Adj.
hier jetz-.
‘eben genannt, angeführt’
daz sy [die Zeugen] iruͥ insigel [...] offenlich gehenkt haͧnd an disen brief [...], daz och wir die jetzgenempten zuͥgen getaͧn haben vor ir ernstlicher bett wegen uns selb aͧn schaden UrkHeiligkreuztal
182,16
(a. 1333)
MWB 2 1860,51; Bearbeiter: Luxner
îferære
stM.
‘Eiferer’, jmd., der sich ereifert, sich leidenschaftlich für (oder gegen) etw. einsetzt:
pei dem merohsen verstên ich ainen iegleichen eifrær, der in seim haus promsent ist als ain per und gelebt nümmer güetleichen mit seiner hausfrawen noch mit seim gesind BdN
237,19.
286,16
MWB 2 1860,57; Bearbeiter: Richter |