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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   dronisya - drûhen    


dronisya Subst. 2dionysia

MWB 1 1381,14;

droschel stF. auch troschel, trostel. ‘Drossel’ des morgens, do der tag auf drang, / dy lerche und di droschel sang / und di liebe nachtigail HvNstAp 4273; tröschel, lerch und diu zîse / dœnent hügellîcher wîse SM:Tu 4: 1,8; wan hœrt vogelsanges widergelt: / ûz dem loube singent wittewal, / tröschel hôh ûf waldes wilde, / lerch ob dem gevilde, / in den ouwen dœnent nahtegal SM:KvL 19: 1,10; einer trostel glîch PleierTand 431. – Lit.: Suolahti, Vogelnamen, S. 51-54

MWB 1 1381,15; Bearbeiter: Diehl

droschelîn stN. Dimin. zu droschel: di vogellein sungen vaste: / amselen und droschelein, / puchvincken und lerchen HvNstAp 13145

MWB 1 1381,25; Bearbeiter: Diehl

dröurede stF. ‘Drohrede’ manic drôred, diu getân / wart vor dem von Nurenberc Ottok 14854; frowe, lât iu ringe wegen / sîn dröurede der er pfligt PleierMel 8013; dem keisere wuchs ein michel leit / von sinen worten vnde ein zorn / [...] / der dreurede waz genuoc PassI/II 360,88

MWB 1 1381,28; Bearbeiter: Diehl

dröuwære stM. ‘Drohender’ wer ieman zu Meinze [...] der dem andirn drawit vm sin gud, ist daz der dem getrauwit wirt dem burgermester [...] sagit den dreuwer, die sulint nach dem dreuwer senden daz er fon ime reht neme MainzFriedgI 108; dreuwer unde burnner unde ouch ander schedeliche lute UrkSchles 27,170 (a. 1347); WälGa Vorr. 414

MWB 1 1381,34; Bearbeiter: Diehl

drouwe, drô stF. (vgl. 2 5Mhd. Gr. § L 41), auch dröuwe stM. ( Kchr, Enik, Mügeln ). ‘Drohen, Drohung’ dîne drôwe forcht ich nicht PrMd(J) 342,36; ist daz ein man einem burger dreut ze brennen [...], man beziuge in danne der dro selbe dritte, so sol in der vogt behalten StRAugsb 93,21; der drô si manige tâten KvHeimUrst 493; EnikWchr 26442; dô hiez er dem gesinde / mit drô gebieten an den lîp RvEBarl 883; nu merket sunder dro HistAE 4587; manchen druckest du [Welt] in die dro, / in die sorge und in die reͧwe gar ErzIII 41,220; Mügeln 274,12. – oft in paarigen Ausdrücken: als er vernomen habete, / des chuniges zorn unt sînen drô, / sie wurden harte unfrô Kchr 10984; Iw 2001; dô hîz er uber lant gebieten / mit trô joch mit miete VAlex 606; mit drowe vnde mit minnen Roth 769; mit geschelde vnd mit dreuwe Herb 7067; dur dreuwe vnd durch bete ebd. 2860; in half sin drowe noch sin klage ebd. 18139; hiute vlêhen, morgen drô Wh 222,2; dur vorhte lieze ich noch dur drô SM:UvS 27: 4,4. – phras. meist zum Wert von Drohungen (vgl. TPMA 2,304-311): der setzet reht der drô vuoz / den man nâch drô vürhten muoz. / swer zallen zîten drôn wil, / den sol man vürhten niht ze vil WälGa 13383; lat die drawe und tuͤt diu werg! Rennew 8463; durch tröwe sol nieman enlon / daz der man doch gernne tütt GTroj 18274; Freid 123,23

MWB 1 1381,42; Bearbeiter: Diehl

drouwe|gebiete stNF. ‘drohender Befehl’ (vgl. Johansson, NvJer., S. 218f.): in nîman kunde / irweichin von der sunde / mit bete noch mit mîte / noch mit drouwegebîte NvJer 6880

MWB 1 1382,6; Bearbeiter: Diehl

drouwelich Adj., Adv. drôlich

MWB 1 1382,10;

drouwen, dröuwen swV. auch drôn, dröun, st. Prät. nach dem Muster von houwen ReinFu . ‘drohen’ 1 ohne Obj.
2 mit Dat. ‘jmdm. drohen’
2.1 mit Dat. und präp. Erg. ‘jmdm. im Hinblick auf etw. drohen’
2.2 mit Dat. und Akk. ‘jmdm. etw. androhen’
2.3 mit Dat. und Inf. mit ze
3 andere Konstr.
3.1 mit Akk. und Inf.
3.2 mit Nebensatz
4 subst. ‘Drohen, Drohung’
5 phras. meist zum geringen Wert von Drohungen (vgl. TPMA 2,304-311)
   1 ohne Obj.: únser herre gelobet und troͤwet und git und tuͦt PrGeorg 56,16; jglicher wolt drauwen, / das jne icht der ander gewert Krone 15471; [ihr seht eure Freunde] drônde umbe iuch gân Iw 1242; [du] hast mich erfúllet mit troͤwende, mit erschrecken Tauler 217,17    2 mit Dat. ‘jmdm. drohen’ vil harte si im drouten. / si baten in swigen AvaLJ 64,2; dem andern sol hie nieman dreun / noch mit scharphen worten steun KvHeimUrst 499; ir muget mir harte vil gedreun: / ir müezet mich bestân / ode die juncvrouwen lân Iw 5264; swer mag us nu getrówen? / wir sont ús all frowen SHort 1919; der bot [...] reit hinweg dem truchseßen trauwende Lanc 326,19; Ihesus ist im gedroet [ comminatus est ei Iesus ] sprechend. dv stvmmer swick EvAug 77,25. – mit adv. Bestimmung: uns dunket daz er uns dreu / mit sînem zornigen site Iw 6694; wart im mit scharpher drô gedreut, / wart er mit süezer rede gevreut RvEBarl 13331    2.1 mit Dat. und präp. Erg. ‘jmdm. im Hinblick auf etw. drohen’ – meist an: nu sehint, ih drie ime aṇ / die ovgen ReinFu S1,626; got kerte sich hine zuͦ deme wibe / er drôte ir an deme libe VMos 9,2; der dem andern dreut an sinen lip oder sin gut StRAugsb 132,22; Roth 3961; daz ir mir dreuwet an daz leben Herb 8260; RvEBarl 8009. in: uns trowent Rômære / in ir charchære Kchr 7004; wan er in allen hât gedrôt / in den êwigen tôt Erinn 45. ûf: der dritte drôiwede ûf den dôit Yolande 3567. zuo: drowit uns zi der helli ellu du giscaft, / du dir ist scarf undi darihaft SuTheol 211; daz er dem dreuwete zvm libe Herb 13133; ze dem cheiser si im dreuten KvHeimUrst 314; Iw 5285    2.2 mit Dat. und Akk. ‘jmdm. etw. androhen’ du wistes wal, dat Moyses buͦch / al den vrowen droud den vluͦch MarlbRh 95,14    2.3 mit Dat. und Inf. mit ze: owî wie smâhe ime was, / daz man ime trôte ze slahen VAlex 1073; daz ein man einem burger dreut ze brennen in der stat oder dervor StRAugsb 93,19; Mühlh 172,3    3 andere Konstr.    3.1 mit Akk. und Inf.: vil ubile daz gezam, / daz mih drowete zeslân / Darius SAlex 1516    3.2 mit Nebensatz: er dreute, er wolde in slahen nider RvEBarl 15073; ofte drot ir ir man, er wolte si ze tode slahen Konr 12,24; [daz] er im gedreuwet hat, er wolde im schaden an lybe unde an gute UrkFreiberg 3:178,36 (14. Jh.). Cherubin stunt uir di porte / er drote harte / daz da niman inne chôme VMos 10,17    4 subst. ‘Drohen, Drohung’ daz er mit bete, noch mit gebote, / noch mit dröuwenne, von gote / kunde erweichen sînen sin RvEBarl 8524; KvHelmsd 2439; swer die gezvge irreth mit trauwene oder mit ander sache UrkCorp (WMU) 903,32; StatDtOrd 48,39    5 phras. meist zum geringen Wert von Drohungen (vgl. TPMA 2,304-311): nû merket, swer ze vil gedrôt, / den fürhtet nieman umbe ein brôt Freid 123,24; swer in sîme gerihte wil / âne werc drôn vil, / der rihtet niht ze wol dâ mite, / [...] / der hât diu wort âne getât WälGa 13362. 13251. 13385; gedrowen vil vnd reden ho, / daz zimt nuor weiben Krone 4568; swelch man von dröuwen stirbet, / den sol nieman clagen Frl 5:83,1

MWB 1 1382,11; Bearbeiter: Diehl

drouweruof stM. ‘Drohruf, Drohgeschrei’ und dô Diwanis drouwerûf / an den brûdrin nicht inschûf, / er richte zû mit drouwe / al sîn sturmgezouwe NvJer 14865

MWB 1 1383,12; Bearbeiter: Diehl

drouwunge stF. ‘Drohung’ ‘mögen uch vierczig ritter döten!’ die trauwung vorcht Galahot nit Lanc 591,1; laster sol unns nimmer bestan. / unns schait trewung noch bett, / das wir an eren seyen unstet FrSchw 5725; alz wir gesprochen habin von dem wichhuz [Turm] , do man eynem izlichen misseteter phleget anzulegen syne vordynte pyne, do nymt man das wichhuz alzo vil, alzo eyne drouwinge unde eyne warnunge RbMagdeb 224,9; [Abdias] seit von der drouwung / Edom und ouch von der störung / des selben Mügeln 100,5

MWB 1 1383,16; Bearbeiter: Diehl

drôwort stN. ‘Drohung’ mit manegem drôworte / enpfie’n der portenære Iw 6174; [weil er] den meistern nicht gehorsam gewest und yn ouch drauwort gethon hat UrkFreiberg 3:242,41 (a. 1348); ist aver daz ainer [...] poͤseu wort oder drowort auzzerhalb hinein schiltet oder auz dem haus übeleich oder unzüchtikleich etzswen hinauz vordert StRWienerNeust 30; RbMagdeb 257,40

MWB 1 1383,27; Bearbeiter: Diehl

drôʒ stM. ‘Schwierigkeit, Belastung’ gedult dî ist ein tugint grôz, / [...] / sî ubirtwingit âne drôz / dî in wapin unde blôz NvJer 2254; ebd. 19629; lîdinde pînlîchin drôz / und an spîse mangil grôz ebd. 19380 – ‘Verdruss, Widerwillen’ irbuit ir [der Hl. Barbara] wirde grôz, / daz sî vlechte sundir drôz / zu dir in stêtin gunstin sich NvJer 6658

MWB 1 1383,35; Bearbeiter: Diehl

droʒʒe swM., stswF. ‘Kehle, Schlund, Hals’ (von Mensch und Tier, vgl. drüʒʒel): sô wart brûdir Hartman / [...] geschozzin / durch dez halsis drozzin NvJer 23047; Ottok 50304; nû wol mich mîner drozze! / waz dâ dinges durch vert / daz mir den lîp vor zadel [Hunger] nert Helbl 1,412; sîn [des Drachen] drozze gar von knurren [Knorpeln] was, / als ein steinbockes horn Wig 5073; HvNstAp 10211; da mit ime ein stich wart / [...] durch die droszen Krone 26758; Er 8995. – ‘Höllenschlund’ di iwere botiche sint in dem wazzere uerflozen / unt in des tiueles drozzen Rol 7069; Wernh D 2395

MWB 1 1383,42; Bearbeiter: Diehl

druc stM. ‘Druck, Drücken’ er huop die frouwen wol getân / mit drucke an sich ûf ir pfert Parz 615,17; ein munt den andern dackte / vnd eins des andern atem smackte. / [...] / die hitze erquickend was ein druck / da sanffter vnd ein widderzuck, / der doch die mu̇nde nit enschied Krone 26422; manic hærmin arm in umm swief / mit minneclichem druck WhvÖst 12393; Rennew 19184; daz die werlt nicht irschruke / von dem unsemften drucke HeslApk 15064. – ‘Abdruck’ daz mâl [...], / man sachz an irme wangen stê / als eins ingesigels druc EbvErf 3719. – ‘Bedrängnis’ in trucke sin und liden Tauler 393,33; alliu vollekomenheit lît dar an, daz man [...] allez, daz gevallen mac in allem drucke, willeclich [...] müge lîden Eckh (Pf) 599,32. – oft ‘Schlag, Anprall, Zusammenstoß im Kampf’ mit eime niderzucke / von Parzivâles drucke / bluot wæte ûz ôrn und ûz der nasen Parz 212,24; Wh 423,28; alsô mûste daz gotes her / sich dâ setzen zu wer / vorn und ouch zu rucke / mit craft, ponders drucke Kreuzf 2220; die helde vermezzen / einen druc verenten, / dâmit si zetrenten / die schar Ottok 57331; WhvÖst 7985

MWB 1 1383,54; Bearbeiter: Diehl

drûch stF. truhe stswF.

MWB 1 1384,13;

1drûch stM drûhe

MWB 1 1384,14;

2drûch (?) Bed. unklar (Thema ist der komische Gegensatz zwischen Breite des Oberkörpers und Schmalheit der Taille, vgl. Anm.z.St.): er [der Mantel] ist so schentlîch gestalt: / oben sam neyger drauch, / wâ im ruck unde bûch / in der twerpiunte sî, / des sinnes bin ich leider frî Helbl 1,175

MWB 1 1384,15; Bearbeiter: Diehl

drückære stM. ‘jmd., der Zwang ausübt’ wer er gesin ain trucker / siner gelider [bildl. für Abhängige, Schutzbefohlene] Teichn 574,30. 574,40; dise unrehten twinger unde drücker PrBerth 1:331,35; pressor: vehter oder drucker, scilicet pvnitor VocClos Pr71. so werdent die [ dy edlen lawt ] dann prenner, rawber, mörder vnd armer lawt ächter vnd tzw dem jüngsten irer rechter herren trukcher vnd verräter Schachzb 47,122

MWB 1 1384,22; Bearbeiter: Diehl

drücken swV. 1 mit Akk., selten mit Dat. ( HvNstAp , GTroj )
1.1 ‘jmdn./etw. drücken, pressen’
1.2 ‘jmdn./etw. unterdrücken, unter Druck setzen, bedrängen’
2 mit Akk. und präp. Erg. (meist zur Angabe der Richtung, überw. an ) ‘jmdn./etw. irgendwohin drücken, pressen’
3 mit Refl.-Pron.
3.1 ‘sich (weg-)  drücken’
3.2 mit präp. Erg. oder Lokaladv.
4 intr. (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 30,1)
   1 mit Akk., selten mit Dat. ( HvNstAp , GTroj )    1.1 ‘jmdn./etw. drücken, pressen’ alsô töunde druhte er in / daz im daz bluot zer nase dranc Wig 5117; si drukte im dannoch, das das plüt / in zu den oren auß wüt HvNstAp 10084; do ward mund rotten munde / güttlich an der selben stunde / getrukett inneklichen do GTroj 9127; daz man die ölfrüht dreistunt twingt und druckt und presst BdN 335,11; daz sie schiere / druhten [senkten] ir baniere / und sie begunden kêren RvEAlex 7518; erst wurden die ross getrukett, / mitt sporen serr geschmukett / ze samen GTroj 1055; dú trukendú burdi Seuse 126,11; mit gedructen worten swinde / hôrte man si antwürte pflegen KlageC 3040; zwuo stimme in irm [der prunksüchtigen Frau] munde sint: / diu eine ist kleine, als ein kint / diu wort niht vol drücket [hervorpresst, artikuliert] / und si halbiu underzücket Renner 12291. – mit Akk.d.S. und Dat.d.P.: si druht’ im sîne hende, daz ûz den nageln spranc / daz bluot NibB 675,2; der hœhsten hant getrûwe ich wol, / daz si drucke und ziehe mir den arm [führe die Hand] Wh 150,15; diu zwai geliebe ein ander zart / diu hændel dicke dructen WhvÖst 2511. – mit Ersparung des Obj.: si [die Minne] derret unde brennet, / si drücket unde bindet KvWPart 12189; ein búrde heisset ein ding daz sere trucket oder swere vellet Tauler 25,17    1.2 ‘jmdn./etw. unterdrücken, unter Druck setzen, bedrängen’ ein künic der tet den juden übel unde wart si grœzlîchen druckende BuchdKg 30,9; RvEBarl 2198; min vane sol fuͤr sich rucken, / der heiden her so drucken / daz sie shiere ligen tot Rennew 21120; die ubelen scult ir [als Ritter] drucchen, die goͮten vristen Spec 141,27; ritter gnug die gern recht hulffen stercken und unrecht trúcken Lanc 306,2; dat de burgere van Kolne da ane ieman druckin ove drengin wolde [...] mit gewelde inde zuͦnrehte UrkCorp (WMU) 69AB,13; daz du ritter leben druckest [abwertest] / und knecht leben chuckest StrKD 4,51; dirre welte kint: / die drücket er und hœhet die / mit rehter dêmuot wâren ie RvEBarl 13051; [das Blei] drükt und senftigt etleich smerzen ain weil BdN 481,12; du vindest iemer etzwas das dich truket oder bisset in dinem hertzen PrEngelb 195,58. diu nahtigal unkäuscht etswenn mit der spirken [Sperling] und læzt sich drucken von der spirken BdN 221,15. 221,23    2 mit Akk. und präp. Erg. (meist zur Angabe der Richtung, überw. an) ‘jmdn./etw. irgendwohin drücken, pressen’ diu tet im umbevâhens schîn, / si druct in vaste an ir lîp Parz 199,25; Volmar 611; die schoenen druhte ich her ze mir Tannh 2,61; mische ole dar zoͮ. vnde druchez durch ein toͮc Ipocr 16; unt druht’ in ungefuoge zwischen die want und ein schrîn NibB 672,4; wan si druket ain ôr auf die erden BdN 262,22; nu hat si mich gedruket in einen grundelosen sumpf Mechth 6: 19,8. uns drücke diu welt under sich RvEBarl 4559. – oft in Kampfsituationen (z.T. mit Ersparung des Obj.): dringen unde drucken / wart dâ sô grôz, / daz ein widerstôz / in der stat wart, / [...] / zahei, wie dâ wart gevohten! Ottok 50650; Gracius uf in dructe / mit einir starkin sturien Athis A** 74; KvWTurn 935; mit maniger poinder / herter unde swinder / die heiden an si dructen Ottok 50197; di tjoste wart gedrucket dar gen dem Anschevine JTit 949,1; do spranc der loͤwe zuo zim vf den sal. er drucket wol hundert ritter v́ber ein ander hin zuͦ tal WolfdD 1825,4; Suchenw 17,66. – ‘etw. aufprägen’ swenne man iuch wîhet, sô wirt ein karacter gedrücket in iuwer sêle, dâ man iuch iemer mêr bekennet PrBerth 1:362,8; dâ was gedrucket in ein tuoch / daz bilde Jêsu Kristes KvWAlex 266; der helle rigel / druhte da sin insigel / an die tür mit siner hant Martina 221,76; sins bildes ingesigel / got druckt in einen kloß Mügeln 345,4. – ‘etw. aus etw. pressen’ ole daz man drucket uon den olbern SalArz 16,13; electuarium daz ist ein souch der wirt gedrucket uz den wilden kumberlin ebd. 86,28. – ein Ergebnis bezeichnend: der wagin druckte den man ce tôde PrMd(J) 348,27; der nem batonien, wegerich, ysenchrut aller gelich und druche daz ze pulver BenRez 44    3 mit Refl.-Pron.    3.1 ‘sich (weg-)  drücken’ als er [der Reiher] des hanen wart gewar / [...] / er begunde sich drücke Reiher 51; swelch junger man sich drücket / und nû für Troie niht envert / der muoz an wirde sîn verhert KvWTroj 27892; daz wir trurig und vro / sin von natur und leben so / daz wir uns nit gedruken / munt [können] SHort 5345    3.2 mit präp. Erg. oder Lokaladv.: und vloch ouh Adonẏas / hin da gotis altir was, / und druhte sere sih daran RvEWchr 31549; si umbeviengen sich mit armen / und dructen sich zesamme Ottok 3383; der heiden diet michel tropel / sich hêten zu hûfe in ein kopel / gedruct, gedrungen herte gar Kreuzf 5749; Minneb 137; in di formen des ewigin lichtes sal sich druckin di edele sele Parad 22,15; [die Kräuter] habent wunderleicheu werch von der stern kreften, die sich in ir form drückent BdN 379,35    4 intr. (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 30,1): nu kam dort her gedruckt [angaloppiert] / lo reys Appolonius HvNstAp 18848

MWB 1 1384,31; Bearbeiter: Diehl

druckunge stF. ‘Bedrückung’ lieben kinder, ich bevilhe úch [...] under das gevengnisse des crútzes unsers herren Jhesu Christi, das daz si in úch und usser úch, hinder úch und fúr úch, und mit starker truckunge Tauler 396,6; in trûrigkeit von kleiner rüerunge und druckunge Bosheit 457

MWB 1 1386,8; Bearbeiter: Diehl

drüeselîn stN. Dimin. zu druos, hier ‘Mandel’ glans druͦs vel tollis. glandula vel tosilla [d.i. tonsilla ] : druselin SummHeinr 2:6,110. 2:318,136; glandula: truͤselin VocClos Gl14

MWB 1 1386,14; Bearbeiter: Diehl

drûhære stM. ‘Fallensteller, Wilddieb’ sabbato omnis homo firmam pacem habebit preter [...] illos qui sunt strikere et druhere MGHConst 2:394,34 (a. 1223); man sal dem luzser die garn vf dem rvcke verbrennen, jtem eynem stricker den rehten dvmen abslahen, jtem eynem druher den rehten fuͤz abslahen UrkWürzb 39,278 (a. 1326); WeistGr 6,396 (a. 1338)

MWB 1 1386,18; Bearbeiter: Diehl

drûhe stM. (auch drû, drûch; UrkCorp dræuhe), auch stF. ‘Falle (z.T. Fallgrube), Fessel’ pedices: druhe SummHeinr 1:359,206; mit drûhen jouch mit stricche besweich er die hasen vil dicche Gen 1077; Athis D 148; dem wolff legt man di trauch, / da vellet er in untz an den pauch HvNstAp 12154; diu drû den wolf versneit. / er wart bestümbelt Marner 15,137; swer mit drævhen oder mit netzen oder mit strikchen oder mit dheiner bereitschaft daz wilt væht tages oder nahtes UrkCorp (WMU) 475AB,34,9; PsM 149,8. – wohl hierher (vgl. FrlWB, S. 67): ez went ein narre unwise, / spricht im ein wib gutliche zu, / der minnen dru, / der si zuhant uf siner wise gru Frl 6:9,3. – übertr.: daz ich niht læge in leides drû! SM:UvS 27: 5,4; des jamers dru WhvÖst 1804; daz der arme mensch zu ruͤ / kume uz der sunden dru TvKulm 654; swie vil der tievel chunne, / ich wil nimmer in sinen drouch StrKD 80,71; in der helle druch HeslApk 13318; Freid 36,14. – auch ‘Not(-lage)’ Job ingrozen wirden saz / und lebete wol an alle dru / in gemache und ouch in ru Hiob 283

MWB 1 1386,26; Bearbeiter: Diehl

drûhen swV. subst. ‘Fallen stellen, Wilddiebstahl begehen’ (vgl. driuhen ): wer belümündet wirt um luszen und druhen, als recht ist, [...] wil sich der virantwortin, dem sol man sine rechtin dage setzin WeistGr 6,397 (a. 1338)

MWB 1 1386,48; Bearbeiter: Diehl