dorfgebûwære
stM.
‘Dorfbewohner’
daz ich niht frœlîch singe, / [...] / dise
dorfgebûwer / die nimt des gar untûwer: / si tragent mir haz Neidh
SL 22:6f,4
MWB 1 1346,27; Bearbeiter: Schnell
dorfgebûwe (?)
stN.
‘zum Dorf gehöriges Gebäude’
umbe nicheiner hande ungerichte sal man ûf howen
[abbrechen] dorfgebûwe [Hs. dor
gebuwe
] , iz en sie daz dâr magt oder wîb nôteget werde
oder genôtiget inne vûrt sî SSp(W)
3:1,1
MWB 1 1346,31; Bearbeiter: Schnell
dorfgerihte
stN.
‘Dorfgericht, (niedere) Gerichtsbarkeit in einem Dorf’
vnd sol der selbe maister haben [...] sin dorfgerihte
an fliezende wunden vnd an diupstal UrkCorp (WMU)
899,44;
daz daz dorfgerich ze Prant an mich ist chomen von minen vodern
[...] mit allem dem recht vnt dorfgerichtes recht
ebd.
2074,13.
2653,19;
UrkWittelsb
2,187
(a. 1311);
UrkWürzb
40,105
(a. 1337)
MWB 1 1346,36; Bearbeiter: Schnell
dorfgesinde
stN.
‘Dorfbewohner’
und nam fraw Metzen bi der hant: / er fuort si zu der linden. / do kam als
dorffgesinde, / vier und dreissig oder me MeierBetz
279
MWB 1 1346,44; Bearbeiter: Schnell
dorf|getelinc
stM.
‘Bauernbursche’
[der] vierde ist Sigewîn / und ist der geilen
dorefgetelinge ein michel trünne Neidh
WL 17:3a,9
MWB 1 1346,48; Bearbeiter: Schnell
dorfgrabe
swM.
‘Dorfgraben’
undenan nebent den dorfgraban UrkFreiburg
3:109,25
(a. 1308);
uf dem dorfgraben nebent Ruͤdins des meigers gebreitun ebd.
3:109,27
MWB 1 1346,51; Bearbeiter: Schnell
dorfguot
stN.
‘Dorfgut’, hier als Flurbezeichnung:
von dryn huͦffen, dyͤ da sint geheiszn dorf guͦt, gelegen
zcu Howindin UrkCorp (WMU)
N407,31
MWB 1 1346,55; Bearbeiter: Schnell
dorfhërre
swM.
‘Dorfherr’, hier Bestandteil von Personennamen:
bruͤder Chunr. der dorfherre UrkCorp (WMU)
1954,3
MWB 1 1346,58; Bearbeiter: Schnell
dorfhüetære
stM.
‘Dorfhüter’, hier Bestandteil von Personennamen:
Perhtolt der Dorfhuter, Heinr. Dorfhuter UrkCorp (WMU)
2329,19
MWB 1 1346,61; Bearbeiter: Schnell
dorfhuobe
swF.
‘Bauernstelle’ (Besitz eines Hofes):
der riche Walther hot zwa dorfhoeben, der iecliche gilt en malter kornis und
acht schillinge hellere uf sant Martins tach UrbSchweinf
650
u.ö.;
dev dorfhvb giltet anderhalben mvtt rokken UrbBayS
4,26
MWB 1 1347,1; Bearbeiter: Schnell
dorfknabe
swM.
‘Bauernbursche’
daz ist Irenber. / vert von Botenbrunne er / durch sîn höfschen dâ her abe, /
ein vil hiuzer dorefknabe, / guoter wîbe minne müeze im nimmer werden teil
Neidh
WL 35:4,4
MWB 1 1347,7; Bearbeiter: Schnell
dorfknëht
stM.
‘Bauernbursche’
Troll und Engelhart, / Rüsch und ander dorffknecht / gabent nit me durch recht
/ denn zwen ain gantzen haller Bauernh
439
MWB 1 1347,12; Bearbeiter: Schnell
dorfkrage
swM.
‘Bauernbursche’
alle vîretage / kumt der œde dorefkrage / wol selpfünfter her gegân. / sîn hâr
hât den widerspân. / zwên die tragent îsnîniu swert, die zwêne wîze stabe
Neidh
WL 35:6e,2
MWB 1 1347,16; Bearbeiter: Schnell
dorfliut
stN. , dorfliute
stM. (Pl.)
dient als Pl. für dorfman.
‘Dorfbewohner’
daz ist wol halbe ketzerîe und daz ermordet aller meiste der dorfliute
PrBerth
2:70,27;
so soll das dorflüte zusammen gon und sollent kiesen einen heimburger
WeistGr
1,728
(a. 1338 kopial);
nach gewonheit der dorflaͤut RechtssA
K47,15;
UrkCorp (WMU)
N306,40
MWB 1 1347,21; Bearbeiter: Schnell
dorfmaget
stF.
‘Dorfmädchen’
es was ein sêlige dorfmaget / ir rinder hette sie ûz gegaget
SelDorfmagd
196,33;
dô sprach der eine prediêre: nu sage / mir, vil liebe dorfmaget ebd.
197,7
MWB 1 1347,28; Bearbeiter: Schnell
dorfman
stM.
nur im Sg. (Pl. dorfliut, dorfliute).
‘Dorfbewohner, Bauer’
man schrîbit von eime dorfmanne, der hate gesniten in der erne daz her mude
was HvFritzlHl
206,34;
vnd wer der ist, er sig dorfman oder usserthalb dem dorf gesessen, er si man
oder frow WeistGr
1,7
(a. 1338);
die pauren pissen in den speck, / das in der treck / über die packen ran, /
davon manigem dorffman / sein maul und der part / überal schmalzig ward
MeierBetz
154;
ein dorfman [soll Kleider tragen] nach gewonheit
der dorflaͤut RechtssA
K47,17;
Neidh
WL 32:6,4
MWB 1 1347,32; Bearbeiter: Schnell
dorfmarc
stN.
Recht des Dorfherren aus dem Teilbesitz an der Dorfgemarkung:
vnd haben ze svnderlichen genaden ir lazzen daz dorfmarch, daz ovz dem selben
weingarten vns an horet UrkCorp (WMU)
1096,6;
urnas vini quatuor de curia, quam [...] colit i.
[...], que iure quod dorfmarch dicitur nos contingebant
DRW
2,1055
(Tirol; a. 1288)
MWB 1 1347,44; Bearbeiter: Schnell
dorfmarke
stF.
‘Dorfgemarkung’ (die zu einem Dorf gehörende Flur):
von den eigennen guͤtern, [...], ligenden in
den dorffmarchen oder selben doͤrffern UrkBern
3,503
(a. 1291);
dy vor genanden dorfe sollen [...] vor bringen allen
ufflofft vnd gezcoge, dy in den dorffen vnd dorfmarken geschyt WeistGr
3,324
(14. Jh.).
–
‘Gesamtheit der Gemeindebürger’ (Kollektivbildung in Anlehnung an
lant unde liute):
wir, dú dorfmark und gebursami von Arch, [...],
fúrjehen und tuͦn kunt UrkBern
6,808
(a. 1343)
MWB 1 1347,51; Bearbeiter: Schnell
dorfmeister
stM.
‘Dorfrichter’ in österr. Urk. (vgl. UrbSteierm ,
Einl., S. LXXXIIIff.):
item Rudel dorfmaister et fistulator de huba tantum ut Ulricus
UrbSteierm
179;
Gestnich: 23 vinee cum totidem mansis, dorfmaister preterea habet 1 mansum et
claviger unum mansum ebd.
7
u.ö.
– als Bestandteil von Personennamen:
Ott der Dorfmeister UrkCorp (WMU)
2127,16
MWB 1 1347,62; Bearbeiter: Schnell
dorfmeisterinne
stF.
‘Frau des Dorfmeisters’
der dorfmeisterinne hof giltet 5 pfunt UrbTirol
24
MWB 1 1348,6; Bearbeiter: Schnell
dorfmenige
stF.
‘Dorfgemeinde’
daz der niht stiwern solt mit der dorfmenege ze Mvͤndreiching
UrkCorp (WMU)
2122,28;
die ersten lere gebent die vorster, daz der walt widerkome, daz man ieder
dorfmenige beweise, wa si ir vihe treiben sullen, bei sehtzig hallern NüP
174
MWB 1 1348,8; Bearbeiter: Schnell
dorfrëht
stN.
‘Dorfrecht’ (herrschaftliches Recht in einem Dorf):
niechein ûzwendic man en ist ouch phlichtig in deme dorfe zu antwurtene nâh
irme sunderlîchen dorfrechte, mêr nâh gemeineme lantrechte SSp(W)
3:79,2;
diz aigen ist der maierhof mit allen sinen rethen vnd daz dorfreth mit allen
sinen rethen UrkCorp (WMU)
247,44;
do ich durch got [...] hete gemachet vnd gegeben
[...] vnser vrowen vnd dem devtschen orden datz
Mezzingen das dorfreht ebd.
462,10.
1363,4
MWB 1 1348,14; Bearbeiter: Schnell
dorfrihtære
stM.
‘Dorfrichter’
und sol auch denne der selbe dorfrihter im [dem
Landrichter] die selb schedilichen læut antwuͦrten
MGHConst
5:321,9
(a. 1316)
MWB 1 1348,24; Bearbeiter: Schnell
dorfrüechel
stM.
‘Bauernlümmel’
mich verdringent aber geiler sprenzelære [La. dorf
rúchel
] viere Neidh
WL15:3,3
MWB 1 1348,28; Bearbeiter: Schnell
dorfschaft
stF.
‘Dorfgemeinde’
komt abir der flut vnd pricht den tam, vnd ladet man mit geruft dorzu, di
dorfschaft, di bei dem tam gesezzen sein StRPrag
149
MWB 1 1348,31; Bearbeiter: Schnell |