dorfgrabe
swM.
‘Dorfgraben’
undenan nebent den dorfgraban UrkFreiburg
3:109,25
(a. 1308);
uf dem dorfgraben nebent Ruͤdins des meigers gebreitun ebd.
3:109,27
MWB 1 1346,51; Bearbeiter: Schnell
dorfguot
stN.
‘Dorfgut’, hier als Flurbezeichnung:
von dryn huͦffen, dyͤ da sint geheiszn dorf guͦt, gelegen
zcu Howindin UrkCorp (WMU)
N407,31
MWB 1 1346,55; Bearbeiter: Schnell
dorfhërre
swM.
‘Dorfherr’, hier Bestandteil von Personennamen:
bruͤder Chunr. der dorfherre UrkCorp (WMU)
1954,3
MWB 1 1346,58; Bearbeiter: Schnell
dorfhüetære
stM.
‘Dorfhüter’, hier Bestandteil von Personennamen:
Perhtolt der Dorfhuter, Heinr. Dorfhuter UrkCorp (WMU)
2329,19
MWB 1 1346,61; Bearbeiter: Schnell
dorfhuobe
swF.
‘Bauernstelle’ (Besitz eines Hofes):
der riche Walther hot zwa dorfhoeben, der iecliche gilt en malter kornis und
acht schillinge hellere uf sant Martins tach UrbSchweinf
650
u.ö.;
dev dorfhvb giltet anderhalben mvtt rokken UrbBayS
4,26
MWB 1 1347,1; Bearbeiter: Schnell
dorfknabe
swM.
‘Bauernbursche’
daz ist Irenber. / vert von Botenbrunne er / durch sîn höfschen dâ her abe, /
ein vil hiuzer dorefknabe, / guoter wîbe minne müeze im nimmer werden teil
Neidh
WL 35:4,4
MWB 1 1347,7; Bearbeiter: Schnell
dorfknëht
stM.
‘Bauernbursche’
Troll und Engelhart, / Rüsch und ander dorffknecht / gabent nit me durch recht
/ denn zwen ain gantzen haller Bauernh
439
MWB 1 1347,12; Bearbeiter: Schnell
dorfkrage
swM.
‘Bauernbursche’
alle vîretage / kumt der œde dorefkrage / wol selpfünfter her gegân. / sîn hâr
hât den widerspân. / zwên die tragent îsnîniu swert, die zwêne wîze stabe
Neidh
WL 35:6e,2
MWB 1 1347,16; Bearbeiter: Schnell
dorfliut
stN. , dorfliute
stM. (Pl.)
dient als Pl. für dorfman.
‘Dorfbewohner’
daz ist wol halbe ketzerîe und daz ermordet aller meiste der dorfliute
PrBerth
2:70,27;
so soll das dorflüte zusammen gon und sollent kiesen einen heimburger
WeistGr
1,728
(a. 1338 kopial);
nach gewonheit der dorflaͤut RechtssA
K47,15;
UrkCorp (WMU)
N306,40
MWB 1 1347,21; Bearbeiter: Schnell
dorfmaget
stF.
‘Dorfmädchen’
es was ein sêlige dorfmaget / ir rinder hette sie ûz gegaget
SelDorfmagd
196,33;
dô sprach der eine prediêre: nu sage / mir, vil liebe dorfmaget ebd.
197,7
MWB 1 1347,28; Bearbeiter: Schnell
dorfman
stM.
nur im Sg. (Pl. dorfliut, dorfliute).
‘Dorfbewohner, Bauer’
man schrîbit von eime dorfmanne, der hate gesniten in der erne daz her mude
was HvFritzlHl
206,34;
vnd wer der ist, er sig dorfman oder usserthalb dem dorf gesessen, er si man
oder frow WeistGr
1,7
(a. 1338);
die pauren pissen in den speck, / das in der treck / über die packen ran, /
davon manigem dorffman / sein maul und der part / überal schmalzig ward
MeierBetz
154;
ein dorfman [soll Kleider tragen] nach gewonheit
der dorflaͤut RechtssA
K47,17;
Neidh
WL 32:6,4
MWB 1 1347,32; Bearbeiter: Schnell
dorfmarc
stN.
Recht des Dorfherren aus dem Teilbesitz an der Dorfgemarkung:
vnd haben ze svnderlichen genaden ir lazzen daz dorfmarch, daz ovz dem selben
weingarten vns an horet UrkCorp (WMU)
1096,6;
urnas vini quatuor de curia, quam [...] colit i.
[...], que iure quod dorfmarch dicitur nos contingebant
DRW
2,1055
(Tirol; a. 1288)
MWB 1 1347,44; Bearbeiter: Schnell
dorfmarke
stF.
‘Dorfgemarkung’ (die zu einem Dorf gehörende Flur):
von den eigennen guͤtern, [...], ligenden in
den dorffmarchen oder selben doͤrffern UrkBern
3,503
(a. 1291);
dy vor genanden dorfe sollen [...] vor bringen allen
ufflofft vnd gezcoge, dy in den dorffen vnd dorfmarken geschyt WeistGr
3,324
(14. Jh.).
–
‘Gesamtheit der Gemeindebürger’ (Kollektivbildung in Anlehnung an
lant unde liute):
wir, dú dorfmark und gebursami von Arch, [...],
fúrjehen und tuͦn kunt UrkBern
6,808
(a. 1343)
MWB 1 1347,51; Bearbeiter: Schnell
dorfmeister
stM.
‘Dorfrichter’ in österr. Urk. (vgl. UrbSteierm ,
Einl., S. LXXXIIIff.):
item Rudel dorfmaister et fistulator de huba tantum ut Ulricus
UrbSteierm
179;
Gestnich: 23 vinee cum totidem mansis, dorfmaister preterea habet 1 mansum et
claviger unum mansum ebd.
7
u.ö.
– als Bestandteil von Personennamen:
Ott der Dorfmeister UrkCorp (WMU)
2127,16
MWB 1 1347,62; Bearbeiter: Schnell
dorfmeisterinne
stF.
‘Frau des Dorfmeisters’
der dorfmeisterinne hof giltet 5 pfunt UrbTirol
24
MWB 1 1348,6; Bearbeiter: Schnell
dorfmenige
stF.
‘Dorfgemeinde’
daz der niht stiwern solt mit der dorfmenege ze Mvͤndreiching
UrkCorp (WMU)
2122,28;
die ersten lere gebent die vorster, daz der walt widerkome, daz man ieder
dorfmenige beweise, wa si ir vihe treiben sullen, bei sehtzig hallern NüP
174
MWB 1 1348,8; Bearbeiter: Schnell
dorfrëht
stN.
‘Dorfrecht’ (herrschaftliches Recht in einem Dorf):
niechein ûzwendic man en ist ouch phlichtig in deme dorfe zu antwurtene nâh
irme sunderlîchen dorfrechte, mêr nâh gemeineme lantrechte SSp(W)
3:79,2;
diz aigen ist der maierhof mit allen sinen rethen vnd daz dorfreth mit allen
sinen rethen UrkCorp (WMU)
247,44;
do ich durch got [...] hete gemachet vnd gegeben
[...] vnser vrowen vnd dem devtschen orden datz
Mezzingen das dorfreht ebd.
462,10.
1363,4
MWB 1 1348,14; Bearbeiter: Schnell
dorfrihtære
stM.
‘Dorfrichter’
und sol auch denne der selbe dorfrihter im [dem
Landrichter] die selb schedilichen læut antwuͦrten
MGHConst
5:321,9
(a. 1316)
MWB 1 1348,24; Bearbeiter: Schnell
dorfrüechel
stM.
‘Bauernlümmel’
mich verdringent aber geiler sprenzelære [La. dorf
rúchel
] viere Neidh
WL15:3,3
MWB 1 1348,28; Bearbeiter: Schnell
dorfschaft
stF.
‘Dorfgemeinde’
komt abir der flut vnd pricht den tam, vnd ladet man mit geruft dorzu, di
dorfschaft, di bei dem tam gesezzen sein StRPrag
149
MWB 1 1348,31; Bearbeiter: Schnell
dorfsmit
stM.
‘Dorfschmied’
auch sall er weren kolenbornen, ane eyme dorffsmydt, der sall sye bornen in
siner marg vnd vnder erden vnd ane schaden vnd nit mee, dan das er sinen nachburen
damit gesmyede WeistGr
1,499
(a. 1338).
6,397
(a. 1338)
MWB 1 1348,35; Bearbeiter: Schnell
dorfspël (?)
stN.
‘(im Dorf umlaufende, frei erfundene) Erzählung’ (vgl. Felder,
Krone, S. 481):
frauwe vnd auentùre / wande sie licht by dem fùwre / ader haben
[zu haven, Kochtopf (?)] fùr ein
dorffspiel / zü winder seyten, wann ir kele / vnd jre zungen sint vil gezale / vnd
prùfent dick gelechters schale Krone
17433
MWB 1 1348,41; Bearbeiter: Schnell
dorfsprenzel
stM.
‘eitler Bauer, Dorfgeck’
die geilen dorefsprenzel, / die dâ wâren in dem geu / alle voretenzel, / der
vüert iegeslîcher nû ein îsenîn gewant / in die herevart, / dâ der vürste hin
gebiutet Neidh
WL 28:8,5
MWB 1 1348,48; Bearbeiter: Schnell
dorfstadel
stM.
‘Dorfstätte’
daz dorfstadil zu Getoͤren, daz ettewanne ein gebuwet dorf was
UrkErf
2,238
(a. 1348)
MWB 1 1348,53; Bearbeiter: Schnell
dorfstat
stF.
‘Dorf, Dorfstatt’ (Fläche, auf der das Dorf steht):
chum mîn wine! geng an den akker, wonen bî den dorfsteten
TrudHL
122,27;
wir sulin wonen in den torfsteten ebd.
123,33;
vnserr lieben gnedigen herren [...] vns gelazzen
habent ir aygen vnd ir guͤt ze der Weyssenkirchen, vnd all die dorfstet, die
sie da ze reht schuͤllen haben UrkHohenz
3,173
(a. 1348)
MWB 1 1348,56; Bearbeiter: Schnell |