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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   donerschûr - dorf|getelinc    


donerschûr stM. ‘Gewitter’ sich mugen vor im hüeten / der donreschûre strâle heiz, / sît er der sternen zal, ir namen, ir art, ir breite weiz Marner 13,47; diere luden und der schall / verre über daz gevilde erhall / als die tonner schurre GTroj 20567; sin slege do erschullent reht als ein dunre schur WolfdD 474,1

MWB 1 1342,62; Bearbeiter: Schnell

donerschuʒ stM. ‘Blitzschlag’ [die Schläge] begunde er [Rennewart] dar so snelle legen / als ob ez wær ein donr shoz Rennew 527; er spielt enzwei der vînde schar / als einen boum der donerschuz KvWPart 21693

MWB 1 1343,5; Bearbeiter: Schnell

donerslac stM. (vgl. doner ) 1 ‘Donner’
2 metonymisch für ‘Blitz’
3 phras. in formelhaft-intensivierenden Vergleichen
3.1 Lärm des Donners
3.2 Kraft des Blitzes
   1 ‘Donner’ – oft in Verbindung mit Blitz oder Hagel zur Charakterisierung von Unwetter: vil schiere dô gesach ich / in allen enden umbe mich / wol tûsent tûsent blicke: / dar nâch sluoc alsô dicke / ein alsô kreftiger donerslac / daz ich ûf der erde gelac. / sich huop ein hagel unde ein regen Iw 651; in wart von starken regene we. / die donre slege waren groz. / der blic in vnder die ougen schoz, / so daz in daz har verbran Herb 17096; do bete sant Vitus vnd chomen vnmazlich tonre slege vnd plicze vnd czeruielen div apgothuͦser elliu vnd des liutes starp vil Konr 14,106; Pass III 117,41    2 metonymisch für ‘Blitz’ ein stein heizet cîrîon. / [...] / der kumt mit dem dunreslage / und ist getân als iu sage: / er ist einer strâle gelîch Volmar 427. 958; der ougen blicke mich vil dicke mîner sinne roubent, / die vürhte ich als den donerslac, / dem ich entwenken niene mac MF:UvG Leich 4,27; Anthiochius ist erschlagen. / das hatt gethan ain donerslag HvNstAp 2283; Kchr 15344    3 phras. in formelhaft-intensivierenden Vergleichen    3.1 Lärm des Donners: von holze noch von rôre / wart nie gehœrt sô lûter klac, / sô drîn gesluoc der dunreslac, / als von den scheften wart vernomen KvWTroj 33898; ez wart nie kein donerslac / ze hœren alsô freislich StrDan 2948; reht als ein wilder dunderslac / sîne slege erduzzen Virg 143,7. ein stimme alse ein ~ : do gehortens an den stunden / eine stimme als ein donreslac HeslNic 3063; ir stimme ist ein donrslac: / si schrient, daz manz horn mac / in dem lande uber al StrKD 36,69. alse ein ~ hellen/ erhellen: der [schal] hal als ein donerslac Krone 27586; als ein donerslac / diu tyost erhal UvLFrd 209,11. – mit Übergang zu 3.2: wan si diu sper zerstâchen / sô vaste daz des bruches klac / lûte alsam ein donnerslac / der spaltet daz geböume KvWEngelh 4816    3.2 Kraft des Blitzes: swarûf er daz swert sluoc, / dar durch fuor ez als ein donerslac StrDan 5569; reht als der wilde donerslac / hât troffen mich der sorgen schûr KvWEngelh 5400. – jmdn. slahen sam ein ~ : die leut niht wæher sturben, / san ob si sluͤg ein doner slach Dietr 8832

MWB 1 1343,10; Bearbeiter: Schnell

doners|tac stM. auch dunrestac, donderstac. ‘Donnerstag’ 1 als Wochentag
2 in Datierungen
3 in den Wendungen: der grüene, guote, hôhe ‘Gründonnerstag’
   1 als Wochentag: dunresdac: feria V GlHvB 397,2; in der wuͦchen, daz ist am sambstage, dinsttage und donderstage WüP 84,9; an der ersten stunden dez dunrestages richzet Jupiter. an der ersten stunden dez fritages richzet Venus MNat 5,14; nim daz eie daz an dem dunrstage geleget wrde vnde gip ez im mit dem wine Ipocr 193; Lanc 125,25; Albrant 3,43    2 in Datierungen: daz was an einem donerstach, / der nahist, der do gelach Hochz 909; in dem dritten jar an dem nechsten donrstag nach sant Gallen dult UrkCorp (WMU) 1822,35; ze Lucerne an dem donrstag vor der ufvart unsers herren ebd. 895,9; WüP 9,21    3 in den Wendungen: der grüene, guote, hôhe ~ ‘Gründonnerstag’ an dem palmetage zu der antiphonen âve rex sal man venien. an dem grûneme dunrstage sô enveniet man niht StatDtOrd 123,34; so ist er [...] in des pabstes banne, den er iarlich kundet an dem grunen donrstage UrkCorp 879W,17; an dem guͦten dunrstæg, do von gotes gebuͦrte waren [...] UrkCorp (WMU) N704,29; dis ist ein tag der trúwe und der seligen einunge: / der hohe donrstag Mechth 1: 45,7

MWB 1 1343,54; Bearbeiter: Schnell

donerstein stM. ‘Donnerstein’ (aus der verdichteten Gewitterwolke entstanden): von dem donrstain: ceraunus haizet donrstain. der ist gelvar und velt ze stunden mit dem himelplatzen. man spricht auch, an welher stat der stain sei, dâ schad kain donr noch kain himelplatzen niht BdN 441,31; das er stelczers weis ergrain, / ob ich ymer das bewayn, / so slahe mich ein donerstain, / nu wol mir ymmer / wert euch fromder synn Neidhc 16:10,9

MWB 1 1344,14; Bearbeiter: Schnell

donerstôʒ stM. ‘Donnerschlag’ sî hôrte starke wüefen / und michel menege rüefen, / dar zuo einen donerstôz, / der wart sô unmâzen grôz / und wart alsô vreissam / daz sî nie niht vernam / daz ime gelîch wære Tund 1193

MWB 1 1344,24; Bearbeiter: Schnell

donerstrâle stF. swF. KvWTroj . ‘Blitz, Blitzstrahl’ Wormeze diu stat verbran / von ainer donrestrâle Kchr 15340; si dûhte wie ein sternen blic / si gein den lüften fuorte, / dâ si mit kreften ruorte / manc fiurîn donerstrâle Parz 104,1; ein vlins von donrestrâlen / möht ich zallen mâlen / hân erbeten, / daz im der herte entwiche ein teil MF:Wolfr 8: 3,8; man vlôch ir zweier wâfen / als eine donrestrâlen KvWTroj 40127; Lucid 55,18; Exod 1876; Himmelr 3,28

MWB 1 1344,29; Bearbeiter: Schnell

donerval stM. ‘Donnerschlag’, hier nur in der Wendung reht alse ein wilder ~ : der schefte krach so laut erhal, / recht als ein wilder donderfal Virg(St) 148,5; es furcht den ungefugen schal, / der also kam gedossen, / recht als ein wilder donderfal / von himel kem geschossen ebd. 578,9

MWB 1 1344,39; Bearbeiter: Schnell

donerwurz stF. unklar: ‘Donnerwurz’ (vgl. pulicaria dysenterica, Marzell 3,1177; Umdeutung von ‘Dürrwurz’?): policaria: wiltwurze oder donrwurz VocBV285 3:563,66

MWB 1 1344,45; Bearbeiter: Schnell

donerzeichen stN. ‘Donnerzeichen’ die sich lazen nicht irweichen / mit den siben donre zeichen, / des heiligen geistes gift, / die Got kundet an der schrift [Apc 10,4] HeslApk 15114

MWB 1 1344,49; Bearbeiter: Schnell

donre stM. doner

MWB 1 1344,53;

donren swV. auch dunren. intr. ‘donnern, krachen’ dar zuo siht man regen und snê, hagel und plitzen und hœrt man donren und her ab vallent stain mit dem donren BdN 74,28. 94,18; do dy schare dese stymme horten, do sprochen sy, iz hette gedunret [Io 12,29] EvBerl 54,8; ob es hett geduͦnret, man enkunde in der burg nit hann gehöret Lanc 8,25; Krone 6240. – übertr.: allêrste nu donrete der walt / von lanzen krache und der sper Wh 372,12; herr, nieman laze sich an din swigen, wan gewerlich din stilles swigen geratet ze jungste ze einem grimmen tonren Seuse 230,6; in siner hoen wisheit Got / donert in siner stymme hel Hiob 13839

MWB 1 1344,54; Bearbeiter: Schnell

dorf stN. wmd. dorp. ‘Dorf’, ländliche Siedlungsgemeinschaft, vom einzelnen Hof bis zur großen Dorfsiedlung; lässt sich nicht immer eindeutig von der Rechtsgemeinschaft abgrenzen (vgl. 2HRG 1,1120-1132): in dem lande niuwen / sach man nû vaste biuwen / [...] / dörfer stiften, acker riuten UvEtzAlex 26124; sy quamen bernende myt vuyre, / sy enleissen huys, dorp noch schure HagenChr(G) 966; die herren [...] lihen in dorfer unde lêhen EnikFb 1861; sú [...] fuͦrten den gesellen gevangen fúr des dorfes vogt Seuse 76,16. 139,15; ReinFu K,1569. – in Abgrenzung zu burc, stat, velt u.ä.: dorf, burg vnde stat / siner sele [Hektors] gutes bat Herb 10451; SAlex 4776; fuͤrt der dunst mit im aschen und feur und verprent doͤrfer und stet KvMSph 17,29; BdN 113,11; RechtssB M12,5; den zehent paide grosse und klain ze veld und ze dorf UrkPölt 255 (a. 1322); allen enden uͦffe dem velde, uͦffe deme lande, in buͦrgen, in steten unde in den dorfern UrkCorp (WMU) 2302,23; HvNstAp 3839; vicus [...] ponitur pro villa rurali quod vulgariter dicitur dorf, viculus [...] vulgariter dicitur willer VocBV324e 18; hube, doͤrfer oder lant Warnung 2366. – Ortschaft (im Unterschied zur Dorfflur): ûzsewendig des graben, der umbis dorf gat UrkCorp (WMU) N325,12. – ‘Einzelhof, Landgut’ (in Übers. bibl. Texte für lat. villa): der eine chot hâti gechouffet ein dorf vile guot [Lc 14,18] , / er muose daz bescouwen, bat sich firsprechen Gen 2906; er hiet ein dorf gechauffet, da muͤst er hin PrOberalt 121,10. 122,21; ich hân ein dorf gekoufet, ich enmac niht komen Eckh 1:337,2. – ‘dörflicher Rechtsverband, Rechtsbezirk, Gemarkung’ ez gehort ze peilstain diu stat ze horn unt der marcht ze polan unt ein dorf ze rorenpach EnikLB 724,11; es sey an herscheften, puͤrigen, steten, maerkchten, fogtayen, gerichten, chirichensaetzen, doͤrffer, weiler, [...] wazzer, aekcher UrkEnns 6,241 (a. 1337); von allem ierm guet, [...] iz sein dorfer, mairhof, eckher oder welcherlai erb iz sei StRBrünn 384; daz ich den herren von dem tutescenhus han gegeben diu kirchen ze Wineden und diu ehafte uber daz dorph mit allem dem rehte und mit allem dem, daz dar zo horet UrkCorp (WMU) 1184,1; SpdtL 203,2; OberBairLdr 136. – die zum Dorf gehörende Dorfflur, Dorfgemarkung: vierdhalbe hube, di gelegen sint in dem dorfe [ villa 2579A,36] ze Vrezen UrkCorp (WMU) 2579B,36; die [Äcker] ligent in dem banne oder in der gewande dez dorfes genant Mvnewilre ebd. N811,25

MWB 1 1345,4; Bearbeiter: Schnell

dorfære stM. ‘Dorfbewohner’ (s.a. dorpære ): den dorferen, di gar wacker / sint mit pherden uf dem acker Hiob 14583; unseren heylant de engil virmeldetin / den hirtin uf deme velde, / nit den greven noch den landesherren, / wande den oytmudichen [einfachen] dorferen MynnenR 196. – als Name: des bitet der Sîfrit Dorfære Frauentrost 638

MWB 1 1345,55; Bearbeiter: Schnell

dorfban stM. ‘Dorfgemarkung’ alle diese vorgeschriebene recht und gült die die vorgenante Repper hant in dem dorfban und gericht Einsmingen globen wir für uns und unser nachkommen und erben gutlichen lassen geniszen und volgen WeistGr 6,423 (a. 1348)

MWB 1 1345,63; Bearbeiter: Schnell

dorfbecke swM. ‘Dorfbäcker’ H. der dorfpech UrkCorp (WMU) 2044,1

MWB 1 1346,5; Bearbeiter: Schnell

dorfbëte stF. ‘Bitte an die Nachbarn’ ‘herre, uns wer ouch feͧwers not!’ / ‘so nim, zu howe daz betbret [Bettbrett] / und uber hebe uns dorf bet’ ErzIII 40,64

MWB 1 1346,7; Bearbeiter: Schnell

dorfbrunne swM. ‘Dorfbrunnen’ [er] hat iez ein sekli her us genommen und hat es in den dorfbrunnen getan, dar umbe daz alle die, die her koment ze markte, muͤssin sterben, alle die des brunnen trinkent Seuse 75,19

MWB 1 1346,11; Bearbeiter: Schnell

dörfelîn stN. auch dorfle. Dimin. zu dorf: bei der selben stat nahen ist ein doͤrfelin, daz haizzet Chana PrOberalt 33,38; ditze wenig doͤrffelin daz betuͤtet diu hilige christenheit ebd. 7,11. 7,14; sament giengent sú also, / und fúr die stat sú kament do, / under den Olei berg da bi: / ze Betphaie hies ain doͤrfeli WernhMl 8384; dar nach daz dorfle Zalazeit UrkCorp (WMU) 1294,9

MWB 1 1346,16; Bearbeiter: Schnell

dorferlêhen stN. ‘Bauerngut’ si gab dem pawren manig pfundt / [...], / guter dorffer lehen drey HvNstAp 15436

MWB 1 1346,24; Bearbeiter: Schnell

dorfgebûwære stM. ‘Dorfbewohner’ daz ich niht frœlîch singe, / [...] / dise dorfgebûwer / die nimt des gar untûwer: / si tragent mir haz Neidh SL 22:6f,4

MWB 1 1346,27; Bearbeiter: Schnell

dorfgebûwe (?) stN. ‘zum Dorf gehöriges Gebäude’ umbe nicheiner hande ungerichte sal man ûf howen [abbrechen] dorfgebûwe [Hs. dor gebuwe ] , iz en sie daz dâr magt oder wîb nôteget werde oder genôtiget inne vûrt sî SSp(W) 3:1,1

MWB 1 1346,31; Bearbeiter: Schnell

dorfgerihte stN. ‘Dorfgericht, (niedere) Gerichtsbarkeit in einem Dorf’ vnd sol der selbe maister haben [...] sin dorfgerihte an fliezende wunden vnd an diupstal UrkCorp (WMU) 899,44; daz daz dorfgerich ze Prant an mich ist chomen von minen vodern [...] mit allem dem recht vnt dorfgerichtes recht ebd. 2074,13. 2653,19; UrkWittelsb 2,187 (a. 1311); UrkWürzb 40,105 (a. 1337)

MWB 1 1346,36; Bearbeiter: Schnell

dorfgesinde stN. ‘Dorfbewohner’ und nam fraw Metzen bi der hant: / er fuort si zu der linden. / do kam als dorffgesinde, / vier und dreissig oder me MeierBetz 279

MWB 1 1346,44; Bearbeiter: Schnell

dorf|getelinc stM. ‘Bauernbursche’ [der] vierde ist Sigewîn / und ist der geilen dorefgetelinge ein michel trünne Neidh WL 17:3a,9

MWB 1 1346,48; Bearbeiter: Schnell