d – dalmut dam – dancsagen dancwillen – dannen von dannen vür – dæren dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe darre – dast dâte – deckeschûr deckevël – dëhsen dëhsîsen – denclîche dencliute – derpkuoche derpteic – diadrogant dîâken – diehter diehterîde – dienestbære dienestbærecheit – dienestman|erbe dienestmanguot – 2diep diep- – diernkint diernlach – dilde dille – dincphliht dincphlihte – dingelîn, dingel 1dingen – dirhalp dirre – distelîn distelsâme – diupe (?) diupguot, diubsguot (?) – dôfheit dôgen, dougen – donerec donergebirge – dorferlêhen dorfgebûwære – dorfschaft dorfsmit – dorneht dorneht – dörperdiet dörperecheit – dôʒen drabeknëht – drangen drangest – drî drîancasîne – drîgesæʒe drîgevar – dringen drî|nisse – drittelhof drittestunt – drîzëhen drîzëhenære – druc drûch – drüʒʒelstôʒ du, dû – dumme dumpfe – duns dünsel – durchbittern durchbitzen – durchdœnen durchdrengen – durchgerne durchgesiht – durchgründen durchgrunthaftec – durchkifen durchkiusche – durchlësen durchlestern – durchlûʒen durchmâlen – 1durchrecken 2durchrecken – durchsaffen durchsagen – durchschrecken durchschrenzen – durchslac durchslahen – durchsprëchen durchspreiten – durchswingen durchtân – durchverwen durchvieren, durchwieren – durchvrô durchvrœnen – durchweichen durchweidec – durchziln durchzimbern – dûrliche durlinc – durstebërnde durstec – düʒʒec
|
delfîn
stM.
→
talfîn
MWB 1 1251,21;
dëlfîn
stM.
1
‘Delfin’ (vgl. 2 ein (nicht identifizierbares) Meerwunder (vgl.
1
‘Delfin’ (vgl.
BdN
250,22ff.
):
ain merswein [...] haizt mit ainem
andern namen delphîn BdN
142,1;
delphinus ist ain visch, der haizt delphin. iedoch ist er
niht daz merwunder delphin ebd.
250,23
u.ö.;
ein visch der heizet delfîn, / der hiez si für sich viere / dâ komen harte
schiere KvWTroj
14024;
Krone
11599
2
ein (nicht identifizierbares) Meerwunder (vgl.
BdN
235,15ff.
):
delphinus haizt ain delphin. daz mertier hât kainen munt an
der stat, dâ in andreu tier habent BdN
235,16;
ist aber, daz der mensch des delphins niht izzt, sô tragent
si in auz dem wazzer an daz lant und beschirment in vor andern mertiern ebd.
236,1
MWB 1 1251,22; Bearbeiter: Diehl
delfînette
stF.
→
talfînette
MWB 1 1251,36;
delit
Subst.
‘Freude, Vergnügen’ (aus afrz. delit):
uch sael van mir noch groes delit / ind vele leves gescheyn KarlGalie
4812
MWB 1 1251,37; Bearbeiter: Diehl
dëmere
stF.
‘Dämmerung’
nâch werkis amte / gemach dî heidin hattin, / dise
[...] intslâfin wârn / gar intnumen allin vârn, / want
iz was in der demere NvJer
17013.
19167
MWB 1 1251,40; Bearbeiter: Diehl
dëmerunge
stF.
‘Dämmerung’
in einre demerunge geschach, / dâ man ûfgên dî sternen sach, / an einer
âbentstunden NvJer
26846.
5854.
22469.
–
‘Dunkelheit, Finsternis’
des obindis durchgrub ich dy want mit mynir hant. und in der demerunge
[
in caligine
] ging ich uz Cranc
Ez 12,7
MWB 1 1251,44; Bearbeiter: Diehl
demon
M.
ein Edelstein:
von dem demon. demonius ist ain stain zwaierlai varb und ist
den fibrigen läuten guot und vertreibt vergift BdN
443,33
MWB 1 1251,50; Bearbeiter: Diehl
dempfe
stF.
‘Atemnot, Asthma’ (vgl. dampfe):
der mentsch singt got wol, der nit haisri hat von súnden und der ain gerihtig
zungun hat und der enhain temphi in der bruste hat PrGeorg
181,5
u.ö.
MWB 1 1251,53; Bearbeiter: Diehl
dempfe
swM.
→ dampfe
MWB 1 1251,57;
dempfec
Adj.
1 zu dempfe
‘an Atembeschwerden leidend’
2 zu dampf
‘dampfend, muffig’
1
zu dempfe
‘an Atembeschwerden leidend’
daz er tempfige menschen gesunt mahte Seuse
466,10.
384,7;
asmaticus: tempfiger VocClos
As31
2
zu dampf
‘dampfend, muffig’
sin adem smecket sam ein demphig erde Mügeln
305,9
MWB 1 1251,58; Bearbeiter: Diehl
dempfen
swV.
1 intr. ‘dampfen’
2 tr. ‘etw. abschwächen, jmdn. ersticken’
1
intr. ‘dampfen’
do sah der gotis werde [Abraham] / tempfin uz der
erde / ein groz getempfe und ein rouh RvEWchr
4883;
och siht man von den kempfen / riechen und tempfen / wilunt ze himel uf den
roch SHort
5054;
sîn ors daz sach man temphen / alsam die kolgruoben Reinfr
8670
2
tr. ‘etw. abschwächen, jmdn. ersticken’
der tivel vil boten hete, / die den glauben wolden temphen Serv
635;
an der kintheit / wir dêmûtikeit vorstân, / dî dî hôchvart dempfin kan
NvJer
3380
u.ö.;
der fluch ist nuͤ gedempfet / der uns hat geerbet an
HvNstGZ
1976;
Mügeln
241,3;
SalArz
5,56.
–
er [der Teufel] wolte uns han gedemphet / mit
sinem hellerouche KvWGS
1302;
do wart sie in den kerker bracht [...] do liez he
sie des nachtis dempfin. also wart sie begrabin JenMartyr
51.
–
der helle sie [die Heiden] wurden getempfet
Loheng
4880
MWB 1 1251,63; Bearbeiter: Diehl
dempfsac
stM.
abwertend für ‘Bauch, Magen’
swaz der mensche erwerben mac / mit sorgen und arbeit naht und tac, / des wirt
an sînen dempfesac / vil mêre denne an sîn sêle geleit Renner
22818;
wêre der tempfesac / mit hunger niht verderbet alsô ebd.
9800.
9752
MWB 1 1252,17; Bearbeiter: Diehl
dempftal
stN.
abwertend für ‘Bauch, Magen’
dem slunde dient manic missetât / und ist sîn rîche doch gar smal / von
durlâze abe gein dempfetal Renner
10138
MWB 1 1252,23; Bearbeiter: Diehl
denclich
Adv.
→
danclîchen
MWB 1 1252,27;
denclîche
Adv.
‘andächtig, inbrünstig’
wer von synem vrunde, als ich, / verspottet wirt,
[...] / der sol hin zu gote keren / und so in denclich
rufen an Hiob
4477
u.ö.;
den scheppher allir dinge / sal man denclich rufen an TvKulm
3
u.ö.
–
‘bedächtig’
Symeon [...] / denclich wissagn begunde TvKulm
2990.
4331
MWB 1 1252,28; Bearbeiter: Diehl
dencliute
stM. (Pl.)
→
dincliute
MWB 1 1252,35;
dencman
stM.
→
dincman
MWB 1 1252,36;
dencvuoʒ
stM.
→
tencvuoʒ
MWB 1 1252,37;
denen
swV.
auch dennen, Prät. dant
Stagel , WernhMl
9984, st. Part. gedannen
Martina .
1 tr. 1.1
‘jmdn./etw. dehnen, (an-)spannen’ (z.T. mit präp. Erg.) 1.2
‘jmdn./etw. ziehen’
1.3
‘etw. auf etw. richten, zielen’
2 refl. ‘sich dehnen, weiten’
1
tr.
1.1
‘jmdn./etw. dehnen, (an-)spannen’ (z.T. mit präp.
Erg.):
so man morgens von dem slafe gat, so sol man die arme
gelich dennen MNat
7,27;
Exod
665;
vber dise selbe heilcheit / so was ein gezelt uil breit /
gedenet mit den snuͦren VMos
81,6.
76,8;
sol aber die harfe wol luͦten so muͦzzen die seiten wol
gezogen vnd gedenet sin PrLpz(L)
39,31;
sin kúniklicher lip der ist gedenit an das crúce alse dú senwe an dem
arnbruste PrGeorg
313,34;
svz was sin lip gespannen / und an daz cruce gedannen Martina
37,60;
WernhMl
9984
1.2
‘jmdn./etw. ziehen’
es [ein Pferd] mohte wedder wagen nach
pfluͦg / geziehen nach gedenen Krone
19877;
ob ich dir ie gemente [das Gespann führte] /
oder phluoc in furch gedente Helmbr
308;
einen der Kernær gesint / denten [zerrten] vier
herren swind, / doch kundens in [...] / nie ûz dem
satel bringen Ottok
82370.
–
manic tiefer siufze lanc / ûz sîner brüste wart gedent
[gepresst]
KvWTroj
14825
1.3
‘etw. auf etw. richten, zielen’
Thelegonvs denete ouch sinen schaft / vf sinen vater mit
sulcher kraft, / daz er an der erden bleip Herb
18380;
daz er alle sine girde gedenit het an den girlichin got PrGeorg
266,30 App.;
das sy alle ir kraft dar uff dannt das ir diser gesicht joch ain ogenblik
moͤchte werden Stagel
78,34;
– hierher (mit Ersparung des Obj. bzw. Refl.-Pron.) oder intr.
(?):
er hæte ûf einen slag gedent / mit alles sînes herzen
craft [seine ganze Kraft in den einen Schlag
gelegt]
KvWSchwanr
1218;
diu juncvrowe [...], / diu dâ
dente [strebte] nâch den scharn. / siu kom von der
burc gevarn UvZLanz
1481
2
refl. ‘sich dehnen, weiten’
so muiz si sich denin und streckin und reckin Parad
89,14;
so denit sich di ader SalArz
38,49;
dar abe [von der Freude] sich sal myn herze denen
Vät
39283.
–
di munche und di phaffen, / [...] / di sich
[...] / ouch um di ampmet denen [nach
Ämtern streben]
TvKulm
5527
MWB 1 1252,38; Bearbeiter: Diehl
denke
Pl.
→
danc
stM.
MWB 1 1253,15;
denkelîn
stN.
Dimin. zu danc:
frömde wîp diu dankent mir vil schône, / [...] / daz
ist wider mîner frowen lône / mir ein kleinez denkelîn Walth
100,20
MWB 1 1253,16; Bearbeiter: Diehl
denken
swV.
Prät. dâhte.
‘denken’
1 absolut ‘denken, nachdenken’
2
‘seine Gedanken auf etw./jmdn. richten; nach etw. streben; sich etw.
ausdenken, vorstellen; sich erinnern an jmdn./etw.’
2.1 mit Akk. 2.2 mit Gen. (häufigste Konstr. für gedenken , nur selten mit
denken ) 2.3 mit präp. Erg. oder Pron.-Adv. 2.4 mit Inf., meist mit ze
‘etw. beabsichtigen’
2.5 mit Nebensatz 2.6 mit angeschlossenem Hauptsatz, wörtl. oder indir. Rede 3 mit fakultativer Erg. 3.1 zum Verweis auf den Denkenden 3.1.1 mit refl. Dat. 3.1.1.1 in Wendungen 3.1.2 mit refl. Akk. 3.1.3 mit präp. Erg. 3.2 zum Verweis auf das Objekt des Denkens ‘etw. für jmdn. bestimmen, ihm
zuschreiben; jmdm. etw. zudenken’
3.2.1 mit Dat.d.P. 3.2.2 mit präp. Erg. (und häufig Gen.d.S.) 4
gedâht als Part.-Adj.
1
absolut ‘denken, nachdenken’
sô lange denchende ich saz, / unz ich der nôt ein teil vergaz
KvHeimUrst
1925;
da sol man nôch gedenken unde niht gesehen
SM:UvS
12: 3,9;
wünschen und gedenken / ist dîn [der Minne] gevider
KLD:Alex
7,121;
er saz nider ûf daz gras / gedenkend unde trahtende, / in
sînen sinnen ahtende Tr
16079;
Lanc
116,23.
– subst.:
wolte sî mîn denken vür daz sprechen / und mîn trûren vür
die klage verstân MF:Mor
11b: 3,1;
guot gedenken fröide reizet KLD:BvH
11: 3,8;
ob er hinder im bliben wolt durch blödekeit oder durch
gedencken Lanc
226,19;
mir kumet eteswenne ein tac, / daz ich vor vil gedenken
niht / gesingen noch gelachen mac MF:Reinm
3: 2,2
2
‘seine Gedanken auf etw./jmdn. richten; nach etw. streben; sich etw.
ausdenken, vorstellen; sich erinnern an jmdn./etw.’
2.1
mit Akk.:
swaz er gedenke oder swaz er würke Eckh
5: 206,4;
si enuarn so lihte da durch als ez ein mensche
gedenken [sich vorstellen] mac
Lucid
67,16;
Herb
13450;
Lanc
36,2;
der kuninc gedachte eine wisheit Roth
811;
nu wart zu Rome ein spil
gedacht [ausgedacht] , / daz wart des tagis
vollinbracht / durch den werltlichin ruom Athis
C* 45
2.2
mit Gen. (häufigste Konstr. für gedenken, nur selten mit
denken):
do dahte he des bestin Roth
4572;
ich denke des, daz er besnabe Herb
20;
gedenket iuwer triuwe, vil edel künec hêr
NibB
2190,1;
da gedacht ich myner zweyer kinde die ich manigen tag
verlorn han Lanc
46,8;
disiv hantfestin si iv hin wider geben, ze gedenchenne iwer vnd alles
iwers geschlætes immer mer UrkCorp (WMU)
N98,13
2.3
mit präp. Erg. oder Pron.-Adv.:
– überw. an:
so wir denchen an daz ellente Vateruns
208;
gedenchet an die langen arbeit Rol
1199;
gedenkt an got ze aller zit TannhHofz
24;
nu denchet dar an, daz got gern mit eu ist
Konr
23,119;
her an soltû gedenken sô, / daz dich diu lêre iht
mache unvrô RvEBarl
9065.
–
dar:
der dar ze hove het gedaht / vnd in aventivre braht, / der erpaizt vor
dem palas Krone
938.
–
gegen:
so denke ich sa gen Nüerenberc, wie sanfte mir da
waere Tannh
12,12;
gên der lieben hât ich wol gedâht, / daz sî mir solte
hôhgemüete geben SM:JvW
4: 3,3.
–
in:
got herre ob aller herschaft, / wer getar denken in di craft / diner
minne Vät
8.
–
nâch:
liep nâch herzeliebe denket KvWLd
7,45;
daz sie wolden gedenken / nâch den besten loufæren
Eracl
1610;
frauw, der ritter gedencket viel me nach andern
dingen danne darnach ir wenent Lanc
253,22;
SM:Had
53:10,7.
–
ûf:
daz ich ûf iuweren schaden / immer sol gedenken
Iw
7461;
do gedâht ûf hôhe minne daz Siglinde kint
NibB
47,1;
die lute uf in dachten / nicht wol Vät
32948.
–
umbe:
ir scult uil dicche denken vmbe dise werlt, wie churz
si ist Spec
95,4;
ein unwirdig mensche gedahte einvaltekliche umb die
edelkeit gottes Mechth
6: 29,2;
es ist wol recht das ir darumb gedenckent als ir zytt
hant und statt Lanc
116,34;
Herb
2547.
–
von:
wann ich uch siehe oder wann ich von uch gedencke
Lanc
508,29.
–
ze:
fili stille si giswîgtin, zuo sîner rede dahtin
Gen
2713;
sît sich niender verellendet / ein gedenken / zim von
der guoten KLD:BvH
4: 3,10;
vil maneger muoter kinde / ist zuo dem tôde alhie gedâht
[bestimmt]
Bit
9721;
dô wart der morgen biz an die naht / ze einem tag gedâht
[als ein Tag gerechnet]
EnikWchr
358.
–
ich gedenke dar zuo, / daz ich iuwern willen tuo
Tr
14217;
hêrre, hie zuo denket ir: / berâtet iuch und saget
mir ebd.
6377;
daz wir ze allen zeiten gedenchen schuͤln
hintz dem gotes riche PrOberalt
171,19;
mahtu gedenken, / sælic wîp, hin ze got?
Wig
5387;
SM:UvS
35:5,6
2.4
mit Inf., meist mit ze
‘etw. beabsichtigen’
er dâhte helfen im durch got RvEBarl
477;
Dimothene / gedâchte dise zwene / mit einir ioste rechin
Athis
E 152;
doch gedenke ich ir wol nâhen SM:HvS
4: 3,6;
NibB
2373,2;
Tr
455.
–
alsô dâhte ich iemer vrô ze sîne MF:Mor
32: 1,6;
NibB
1684,3;
sie gedahton hin ze varne / ze der ewigin mendi
MemMori
18;
so der man gedenkit zu minnene. so kumit im also
gahes ein wint uon deme hercen SalArz
61,2
2.5
mit Nebensatz:
er denche wîe min trehtin sprah JPhys
19,11;
RvEBarl
8684;
er dâht’, ob er si lieze NibB
2361,3;
dehein christen mensch der schol nimmer gedenchen noch
willen gewinnen, daz er iemant welle erslachen PrOberalt
133,33;
dû scholt auch niht gedenken noch wænen, daz anetkraut
aneiskraut haiz BdN
382,9
2.6
mit angeschlossenem Hauptsatz, wörtl. oder indir. Rede:
diu frouwe gedâhte in ir muot / swenne ich nû gewinne /
den gewalt der keiserinne [...]
Eracl
2056;
si gedâhte: mich muoz Kriemhilt mêre hœren lân
NibB
845,2;
er dâhte, er læge sampfter der schœnen vrouwen bî ebd.
625,1
3
mit fakultativer Erg.
3.1
zum Verweis auf den Denkenden
3.1.1
mit refl. Dat.:
ich dâchte mir so rechte nâhe senlîch
‘ach’ SM:Had
13: 3,5;
der vrâge erkom der meister dô. / doch gedâhter im
alsô: / diz kint hât sô grôze tugent RvEBarl
1028
3.1.1.1
in Wendungen:
– jmdm. gedenkt etw. ‘jmd. erinnert
sich’
‘es gedencket mir sere wol’,
sprach sie Lanc
291,20;
das im geschehe als ferre als es im gedechte
ebd.
255,11
u.ö.
– auch mit Gen.:
mir gedencket noch eins wortes das ir yczunt
sprachent Lanc
505,12
u.ö.;
nu bitt ich uch das uch des gedenck, und
thúnt das ich uch bitten sol ebd.
533,26.
– jmd. gedenkt sich (Dat.) leide
‘jmdm. ist ein Gedanke schmerzlich’
Ermiona weinte sere, / daz er sie mit im niht
en nam. / [...] / Ermiona gedachte ir leide
Herb
18153.
2096.
11344
u.ö.;
nu gedenke ich mir leide, / sol ir got
Tervigant / si ze helle hân benant Wh
20,10
3.1.2
mit refl. Akk.:
also, daz he sich hi denkit zu bigeni unde burgeri zu
werdini Mühlh
160,2;
ind las ouch gedencken dich, / wee leiff dich hade der vader syn
KarlGalie
1547
3.1.3
mit präp. Erg.:
er dâhte dicke wider sich: / weder wil ich oder enwil
ich? Tr
19253;
wand er gedenket wider sich: / wære an disen dingen iht
/ der mîn herze sich versiht KvWHerzm
158.
–
ich ging fernat zu eynem mal gedenckende zu
mirselb, wie ich were ein der mechtigst kunig Lanc
30,1.
–
denke in dich, ob duz verdienet hast Frl
5:88,6.
5:74,13
3.2
zum Verweis auf das Objekt des Denkens ‘etw. für jmdn. bestimmen, ihm
zuschreiben; jmdm. etw. zudenken’
3.2.1
mit Dat.d.P.:
hôher wunne hât uns got gedâht / an den reinen wîben
MF:Mor
12: 4,1;
mir ist aller lôn versmâht, / er enwerde von ir brâht,
/ der mir ze frouwen ist gedâht SM:Gl
3: 5,24;
do wart in dar von vogelen braht / daz in zu spise
was gedaht Vät
15410;
do gedaht im der vbel man Hylas, wie er sinen svn mit
starchen weicen verliesen mohte Konr
14,56
3.2.2
mit präp. Erg. (und häufig Gen.d.S.):
nicht nedenke des ane mich / ich ne han is weiz got
nicht getan Roth
1986;
nû wænstû lîhte, herre mîn, / und gedenkest des an mir
[schreibst mir zu] / daz ich widerrâte dir
RvEAlex
1495;
RvEBarl
7871;
wes got mit mir gedâht hât, / daz muoz benamen doch
geschehen Wig
6835;
sô wizzet daz er [...]
deheines guotes / wider uns gedenchet / und uns immer chrenchet / an allen
unsern êren KvHeimUrst
1249.
–
‘etw. zu etw. bestimmen’
ein pfelle von Acratôn, / [...] / wart
zeime zil [zu einem bestimmten Zweck] aldâ
gedâht Parz
309,20;
vil wisent und urrinder / hat Terramer mit im braht: / war zu er
der habe gedaht, / niht wol ich des erkennen kan Rennew
6344.
–
‘jmds. jmdm. gegenüber gedenken’
mich bat er genôte daz ich sîn wider dich gedâhte
Gen
2008
4
gedâht als Part.-Adj.:
der mensche ensol niht haben noch im lâzen genüegen mit einem
gedâhten [selbst ausgedachten (vgl. 2.1)] gote
Eckh
5: 205,6.
–
vor gedaht
‘oben erwähnt’
vnd daz die vor gedacht rede stet vnd vnzebrochen beleibe
UrkCorp (WMU)
356,41.
– phras.: mit gedâhtem muot
‘bedacht’
mit guͦtem rate vnd mit gedahtem muͦte vnd ouch vrilich vnd
vmbetwungenlich UrkHohenz
1,111
(a. 1303)
MWB 1 1253,20; Bearbeiter: Diehl
denkunge
stF.
‘(Nach-)denken’
wande ê din denchunge min ist [
lex tua meditatio mea
est
]
PsWindb
118,77.
18,15
u.ö.
MWB 1 1255,52; Bearbeiter: Diehl
densen
swV.
intr. ‘(heran-)ziehen’ (vgl. Neumann, Teichn., S. 166,
dinsen und gedense):
all veind und poͤs gaist / die zuͤ hell seind verwaist, / ob die
all kamen gedenst / mitt irm rat und mit irm gespenst Teichn
723,49
MWB 1 1255,55; Bearbeiter: Diehl
denswurz
stF.
Pflanzenname ( ‘Sedum’(?) vgl. Marzell 1,1215f., der
Verschreibung aus druoswurz vermutet):
crassula: denswurz VocBV947
3:539,46;
ramnus: denswurz ebd.
3:544,55
MWB 1 1255,60; Bearbeiter: Diehl |